Woche 38/2017

und …

Schwups ist ein Jahr vorbei und meine Abschlussprüfung naht!

Für Sonntag habe ich zwei Kreuze auf meinem Wahlzettel gemacht und nach diesem, meinem letzten, Seminarwochende die Hoffnung, dass ich in vier Wochen drei Kreuze nach der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung machen kann um mich danach Kräuterpädagogin nennen zu können.

Im September 2016 wagte ich es mich noch einmal auf die Schulbank zu setzen, „opferte“ eine Reihe von Wochenenden, um zusammen mit einer richtig netten Gruppe an gleich interessierten Frauen die Welt der Kräuter zu erkunden. Wir alle wollten und wollen Kräuterpädagoginnen werden. Die entspannte Erkundungszeit ist nun endgültig vorbei.

An diesem Wochenende drehte sich in meinem Kurs wirklich alles rund um die Prüfungsvorbereitung und ich bin inzwischen so wuschig im Kopf, dass ich das Wörtchen „schwups“ googelte um sicher zu sein ob das Wort mit einem oder zwei P geschrieben wird.

Spätestens bei dieser Übersicht war mir klar, nun ist aber mal gut. (Nach den Prüfungen tausche ich das „ü“ mit einem „i“ aus!).

Bloggen entspannt mich momentan überhaupt nicht. Den „großen“ Rechner, auf den ich die Fotos lade,  schalte ich seit Tagen nicht mehr an und arbeite nur noch mit dem Laptop. So versuche ich meinen Focus in der knappen Zeit neben dem beruflichen Alltag auf das Wesentliche, die Prüfung und den Abschluss, zu legen.

Entspannung gab es die vergangene Woche nur auf dem Weg ins Klinikum Tübingen zu einer Kontrolluntersuchung. Was liebe ich Kürbisse, vor allem wenn sie in Hülle und Fülle in solch einer Pracht angeboten werden. Wenn darunter noch ein paar skurrile Exemplare zu entdecken sind hat ein Halt doppelt Spaß gemacht.

Ich hoffe, jeder Kunde wirft seinen Obulus in die Kasse. Meine Auswahl landete zum Teil schon in den Topf.

Spaghetti-Kürbis, Hokkaido, Mikrowellen-Kürbis (von links und völlig unbotanisch, muss auch mal sein)

 

Nun bin ich auch traurig über das Wahlergebnis. Sehr gefreut hat mich allerdings das Lob von Martin Schulz an die Jusos. Für meinen Wahlkreis kann ich das nur bestätigen und weitergeben. Einige von ihnen habe ich heute in den Arm genommen und bin stolz wie sie hochmotiviert: „Jetzt erst recht!“ weitermachen wollen. Toll!

 

Für mich habe ich heute beschlossen mich die nächsten vier Wochen in meiner Freizeit auf die Prüfungen zu konzentrieren. Das Bloggen, so lieb es mir ist, muss reduziert werden. Ich werde den einen und anderen auf der Halde liegenden Blogpost fertigstellen und einstellen können, meine mir lieben Blogs weiter mitlesen, doch für mehr wird es nicht reichen.

Macht’s gut und bis die Tage,

Karin

 

 

Ein Wildkräutermenü im Frühling

oder …

Auf in die Brennnesseln

Wie ich schon mehrfach berichtet habe bin ich dabei mich im Kräuterwissen fit zu machen. Am ersten April-Wochenende war es wieder soweit. Samstag gab es von nine to five two eine große Portion Theorie, bevor wir uns eine Wiese suchten, die möglichst naturnah abseits von Straßen lag, nicht gedüngt wurde, keine Beweidung durch Nutztiere hat, auch keine Schafe … gar nicht so einfach, eine solche Fläche im Großraum Stuttgart zu finden. (Wenn jemand ein solches Wiesenstück im Kreis Böblingen kennt, bitte melden, please!)

Am Samstag sammelten wir jede Menge Wildkräuter, die wir dann am Sonntagnachmittag verarbeiteten.

Auf dem Menüplan standen:

  • Neunkräutersuppe
  • Wildkräuter-Schneckennudeln
  • Unkrauttaschen nach griechischer Art
  • Brennnessel in Bierteig mit Hägemark
  • Frankfurter grüne Soße mit Wildkräutern
  • Chicoreesalat mit Scharbockskraut und Orange
  • Sekteis/Sektsorbet mit Veilchenblüten, alternativ Apfelsaftsorbet mit Veilchen
  • Sahneeis mit Sauerampfer und Heidelbeerkompott
  • Erdbeeren mit Basilikumzucker
  • Waldmeister- und Wildblumenblüten im Apfelsaft

G.E.N.I.A.L.

Doch zuerst ging es auf die Wiese und danach in die Küche.

Ein Teil der Ernte mit Scharbockskraut, Sauerampfer, wildem Schnittlauch, Giersch, Vogelmiere, Weidenröschen, Sauerampfer, Gartenschaumkraut und Brennnesseln

Zur Vorspeise gab es eine Neunkräutersuppe, traditionell ein Frühlingsgericht. Sie gehörte früher vor allem am Gründonnerstag auf die Teller. Nach den langen Wintermonaten, wenn alle Vorräte aufgebraucht, oder nicht mehr allzu lecker waren, hatten unsere Vorfahren Lust auf frisches Grün. Die verwendeten Kräuter variieren je nach Landstrich, Höhenlage, Wetter und Jahreszeit. Dieses Jahr liegt Ostern sehr spät und so lässt sich auf den Wiesen deutlich mehr Grünzeug finden, als Ende März. Wenn ich jetzt spontan in den Garten gehen würde kämen bei mir momentan junge Triebe vom Giersch, Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Gartenschaumkraut, Vogelmiere, Löwenzahn, Wiesenkerbel, Weidenröschen und Wiesenschaumkraut in den Korb und zum Garnieren ein Schlüsselblumenblütchen aus dem Garten (bitte wirklich nur von hier!). Möglich sind noch viele andere wilde Kräuter. Da manche durch ihren Gerbstoffgehalt eher streng schmecken, wie Gundermann, sollten diese eher nur wenig verwendet werden. Und wirklich nur die Wildpflanzen verwenden, die man ganz genau kennt! Alternativ können auch übliche Küchenkräuter in die Neunkräutersuppe wandern. Rezepte zur Neunkräutersuppe, wie auch wir sie zubereitet hatten, sind auch leicht im Internet zu finden, z.B. hier, hier und hier (das Gänseblümchen nicht als Ganzes essen, schmeckt so eher bäh). Und Sarah von Das Kräuterkörbchen gibt noch mehr Informationen, insbesondere erklärt sie wie die 9 in die Suppe kam!

In der Tiefe der Tasse hatte sich bei uns ein Bärlauchnockerl versteckt, die unsere Köchin in der Runde, Katharina, vorbereitet hatte.

In der Menüfolge passten im Anschluss passten in Bierteig ausgebackene Brennnesseln, die mit einem Klecks Hagebuttenmark, oder wie wir hier sagen Hägemark, garniert waren. Das Hägemark brachte den letzten Pfiff, bildeten das Tüpfelchen auf dem i.

Der Hauptgang …

Chicoreesalat mit Wildkräutern und Orangen, Unkrauttaschen, Kartoffeln, Ei und dazu grüne Soße aus Wildkräutern

… und im Anschluss ein Nachtisch nach dem anderen, die gar nicht so schnell fotografiert werden konnten, wie sie wegschmolzen sind bzw. in unseren Mägen landeten. Vor allem das Eis mit Sauerampfer traf genau meinen Geschmack. Ich, die in der Regel den Nachtisch weiter gibt, kratzte die Eismaschine leer, weil das Zeug zu lecker war um weggespült zu werden. Deshalb gibt es auch von dieser Leckerei keine Bilder, aber vom letzten Teil, den Erdbeeren mit Basilikumzucker.

 

Zum Schluss stelle ich die verwendeten Kräuter im Einzelnen vor:

Nicht im Einzelnen abgebildet fehlen Gartenschaumkraut, Waldmeister (der hing schon im Saft), den Veilchenblüten (froren schon eine Nacht im Sekt bzw. Apfelsaft) noch Kohldistel und ein Kraut, an dessen Namen ich mich erinnern kann. Irgendwann wird es mir wieder einfallen, vorzugsweise in der Nacht 😉

So lecker satt zu sein, nach so viel Bücken, Pflücken und Lernen, war herrlich! Leider war die Schlange auf dem Markt in Stuttgart so ewig lang, dass ich meinem Besuch das lange anstehen für Sauerampfer nicht zumuten wollte. Doch vielleicht finde ich am Wochenende welchen in freier Natur. Die Sahne wartet im Kühlschrank!

 

Schöne Ostern!

Alte Buchpresse reloaded

und …

Ein Herbarium entsteht #1

 

Viele Jahre stand eine Buchpresse als altes Erbstück auf meinem Balkon. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, als ich mich mit Buchbinden und Papier schöpfen beschäftigt hatte und mir dazu mein Schwiegervater dieses Teil, damals schon in die Jahre gekommen, überließ. Zwischendurch nutzte ich die Presse für Gefilztes, für meine Weihnachtskarten und diverse Druckversuche. Die restliche Zeit stand sie im Weg. Es ließ sich auch kein anderer Platz finden, denn das Ding ist saumäßig richtig schwer. Einfach in den Schrank verstauen und bei Bedarf hervorholen ist eine Idee für Bodybuilder und Stahlschränke.

Vor zwei Sommern holte ich das Teil aus seinem Gammelschlaf, putzte schrubbte, entrostete, polierte, ölte und setzte die Presse auf zwei Bohlenabschnitte, bevor ich alles auf einen Pflanzenroller montierte. Jetzt steht sie in einem Eck unter meinem Schreibtisch und kann als praktisches Schmuckstück oder schmuckes praktisches Werkzeug ohne Probleme hervorgeholt werden.

 

Seit ich meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe ist sie alsPflanzenpresse ständig in Betrieb, bzw. es stecken immer irgendwelche Pflanzen für mein Herbarium zwischen den Platten. Das Herbarium ist prüfungsrelevant, aber darüber berichte ich ein anderes Mal. Kurz vorab und vereinfacht erklärt ist ein Herbarium eine Sammlung an getrockneten Pflanzen und Pflanzenteilen.

Zum Trocknen brauchen sie mindestens zwei Wochen und müssen dazu noch gepresst werden, bevor sie für ein Herbarium weiter verarbeitet werden können – die feuchten Frühblüher brauchen sogar noch länger. Da ist so eine Presse optimal, doch meine ist momentan durch das Frühlingserwachen total überlastet. Deshalb steht bei mir nach einer Presswoche eine Art Bettenwechsel an: altes raus und frisches rein. Die fast fertigen Pflanzenteile trocknen dann mit Steinen und Büchern beschwert weiter.

 

Heute kontrollierte ich meine gepressten Pflänzchen, die ich letzte Woche gesammelt hatte. Das Veilchen hat sich ganz gut vorgeplättet und angetrocknet. Es musste für ein Gänseblümchen Platz machen.

Vom Gänseblümchen gibt es kein Foto. Fotografieren war insgesamt heute nicht einfach und lieferte eher Outtakes:

Wenn ich dann einen Stoßseufzer loslasse höre ich Sohnemanns Stimme mit Schmunzelblick: „Du wolltest Katzen haben!“

Ja.

 

„Chewie, weg da!“

„Scotty, runter.“ – „Scotty!“ – „Scottyyy. Runter!“ – „SCOTTY!“

ANGUS!

„ANGUS!“

 

Woche 11/2017

oder …

Der Frühling ist da und schon wieder weg!

und …

Das Ende vom Fasten von Süßigkeiten!

Waren das nicht tolle Tage, Anfang der Woche, an denen die Sonne für herrliche Temperaturen rund um die Mittagszeit sorgte? Bei Fachunterricht in der Nähe des Schulgartens hatten meine SchülerInnen nur einen Wunsch: Raus!

Ich befolgte meine 1. Regel: Wenn SchülerInnen arbeiten wollen nicht bremsen!

In den Wintermonaten ist einiges in, am und um unserem Schulgarten kaputt gegangen. Manches verwitterte ganz einfach durch Wind und Wetter, anderes zeigte deutliche Zeichen an Zerstörung. Nicht gut. Das empfanden die Mädels und Jungs als Missachtung ihrer Arbeit. Entsprechend äußerten sich meine 9er kernig und sehr direkt. Ich konnte sie verstehen, dass sie, nach ihrem Einsatz für den Garten im vergangenen Schuljahr, enttäuscht waren über den Mangel an Respekt für ihre Arbeit durch andere Schüler der Schule. Deshalb überraschte mich zuerst ihr Wunsch, alles in Ordnung bringen zu wollen. Ich hatte eher mit Äußerungen gerechnet, wie: „Keinen Bock! Wird doch eh‘ wieder kaputt gemacht!“

Sie denken lieber positiv. Wenn es wieder schön aussieht ist das gut für alle!

Austausch einer Weg-/Beetbegrenzung

 

Was sonst noch die Woche bestimmte:

  • Arztbesuche, hmm, tja, …
  • Schule, Schule, Schule, …
  • meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin

 

Krank sein ist bäh

Vor Wochen hatte ich eine Reihe an Dokumentation im Fernsehen gesehen – es ging um verschiedene Völker in Südamerika – und leider  erinnere ich mich nur bruchstückhaft an einen Bericht. Doch genau an diese Reportage musste ich Mitte der Woche denken, als ich mich wieder einmal durch Wartezimmer sitzen durfte. Ein Platz bot zumindest einen Blick nach draußen, nur leider verpasste ich, bis ich das Handy aus der Tasche hatte, den hübschen Schmetterling an dieser Blütenpracht. Aber durch den Schmetterling erinnerte ich mich wieder an diese Dokumentation. In Südamerika gibt es ein Volk, das das Wort „krank“ nicht im Wortschatz hat. Es gibt die Beschreibung von Zuständen, wie rechts von meinem Bauchnabel juckt es mich, oder wenn ich schlucke kratzt es im Hals, für die dann Lösungen gesucht werden. Bei uns gibt es Fakten: Röntgen ok, Blut ok, … alles gut. Zustand? „Gesund!“ bzw. „Ach, den haben Sie ja im Griff!“

Da hilft nur eins, außer positiv denken – Naschen!

 

Schule

Gesamtlehrerkonferenz an meinem freien Tag, Vertretungsstunden, nicht funktionierende Mediengeräte, …

Da hilft zum Feierabend nur, die Schultasche in der Schule lassen, einzig die leer gefutterten Lunchboxen mit nachhause nehmen und dort … Naschen!

 

Meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin

Ein ganzes Wochenende intensives Zuhören, Beobachten, Ausprobieren, dazu viele Fragen stellen und die Antworten verarbeiten lag wieder an. Inzwischen zeigen sich bei mir erste kleine Erfolge, wenn ich mit Schülern im Garten hantiere und ich deutlich mehr Fragen beantworten kann. Hilfreich ist bei Unkraut jäten inzwischen noch ein Buchgeschenk von meiner Mutter:

„Wird das was – oder kann das weg?“ von Bärbel Oftring, erschienen im Kosmos Verlag – kann ich empfehlen.

In diesem Buch werden verschiedene Unkräuter in ihren verschiedenen Wuchsstadien gezeigt, Tipps gegeben, wann diese zu entfernen sind und wozu sie noch genutzt werden können, statt in der Tonne zu landen. Auch wenn nicht alle Unkräuter detailliert beschrieben sind bleibt es ein ideales Buch für Hobbygärtner und solche, die es werden wollen.

Vieles, was ich bisher aus der Erde zog kann gegessen werden, ist vor allem als Jungpflanze lecker, wie junger Giersch oder Knoblauchsrauke. Ok, manches ist leicht bitter, aber um das auszugleichen kann man hinterher ja noch … 😀 …

 

Naschen

Zum Glück gab es ab Mitte der Woche ein ganzes Paket voller toller Naschartikel als echtes Survivalpaket bis zur nächsten Nordlandreise! Merle, ich danke dir für deinen Tipp!!! Und bitte verzeiht mir jetzt eine kleine verbale Entgleisung, wenn ich den Paketinhalt beschreibe: So ein geiler Scheiß! Echt. der. Hammer. Schon das Auspacken machte Freude!

Hier, im Süden Deutschlands, Lakritze zu bekommen ist schwierig, obwohl es im Sprachgebrauch ein Synonym für diesen Süßkram gibt, Bärendreck.  An salzige Varianten so kommen ist so gut wie aussichtslos. Wenn dann noch Leute, wie ich, nach Lakritze mit Schokolade fragen, wird das als Geschmacksverirrung eingestuft. Aber das kann ich noch toppen 😉 , denn meine Lieblingsschokolade ist eine mit Meersalz.

Aber ich war sehr diszipliniert beim Kosten der Köstlichkeiten, immer nur ein Stück aus jeder Dose zum Vorkosten (frau muss doch wissen, was sie gekauft hat) und für die nächsten Tage nur ein Stück/Tag aus dem Gesamtgebinde. Zwei Stück, wenn der Fuß zu sehr schmerzt. Trostpflaster.

 

Und Katerchen versuchte sich wiederholt als Schildkröte. Er begreift nicht, dass er inzwischen zu groß für seine Höhle geworden ist. Einmal noch werde ich den Höhleneingang vergrößern und dann muss wohl in eine neue umgezogen werden.

 

Jetzt kümmere ich mich weiter um die laufende Woche. Familiengeburtstage liegen an. Plural und rund sind sie auch noch. Meine Eltern werden 80 und mit meinem Vater beginnt das Feiern. Oh, ich vergaß, Angus/Scotty wird 1 Jahr.

Macht’s gut und eine gute Woche wünsche ich!

12 von 12 anno 2017 #2

oder …

Sonntag und kein Ruhetag!

Es ist wieder der 12te im Monat und bei Caro von Draußen nur Kännchen kann man diesen Tag, mit 12 Bildern dokumentiert, in eine Online-Kiste werfen, zusammen mit ganz vielen anderen. Tolle Sache!

Der 12te im Februar 2017, ein Sonntag, wäre für mich in dieser Jahreszeit eigentlich ein Schlaf-lang-entspann-dich-Füße-hoch-Tag. Diesen Sonntag rappelte der Wecker jedoch, wie tags zuvor und sonst in der Woche, um … früh … , viel zu früh. Kein Murren. Dieses Wochenende ging es weiter in meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Da steht man auch an einem Sonntag gerne früh auf, auch wenn es heißt: Learning from 9 to 5!

Der Unterschied bei der Anfahrt  – die Straßen sind sonntags frei. Ich habe keine Autos um mich herum, Zeit und Muße um mich mit einer neuen Straßenführung vertraut zu machen, damit ich nicht bei der Rückfahrtwieder auf der falschen Strecke lande! In einer Richtung, nach Stuttgart, habe ich die Wege enträtselt, aus der anderen Richtung kommend verfuhr ich mich auf dem Rückweg wieder. Ein Schwabenstreich, diese Streckenführung.

Der Schulsonntag beginnt erst drinnen …

… um draußen fortgeführt zu werden. Die ersten Pflanzen zeigen schon jetzt ihre Blätter.

Knoblauchsrauke

Kräuterpädagogische Wanderungen sind Entdeckertouren, die nicht nach Metern gemessen werden können. An einer Stelle kann auf dem Boden und in der Höhe viel entdeckt werden, also ….

… stehen bleiben und …

… nach unten schauen ,,,

Holunderbaumstumpf

… oder nach oben,

Hexenbesen

Am Ende des Seminarwochenendes sah es im Kofferraum meines Autos beinahe aus wie bei nach einem Urlaub – voll!

Zuhause die traurigen Überreste der Tulpen vom Vorwochenende.

Die anderen traurigen Reste aus dem Gemüsefach meines Kühlschranks landeten in einer Gemüsebrühe mit, heute wieder mit Stimmung machenden, Zwiebel-Kopf ;-)!

 

Kein Katzenbild heute? Nö!

 

Auf dem Weg eine Kräuterpädagogin zu werden

oder …

Wieder selbst auf der Schulbank!

Vor ungefähr vier Monaten (Anfang Juni 2016), ich war gerade von einer einwöchigen, tollen, sehr inspirierenden Fortbildung in Sachen Schulgarten zuhause angekommen, googelte ich beinahe zwanghaft nach irgendeinem Kurs, Vortrag, einer Veranstaltung oder Ausbildung um in irgendeiner Art und Weise mein Wissen rund um Kräuter & Co. weiter entwickeln zu können. Dabei ging es mir nicht um Basiswissen rund um die typischen Gartenkräuter Petersilie, Pfefferminze, Basilikum, Liebstöckel, Zitronenmelisse etc., ich wollte mehr über die „Un“kräuter erfahren, die mir zum Beispiel auf der Wiese vor der Tür oder auf einem Waldspaziergang begegnen, sie erkennen und benennen können, meine Kenntnisse dazu ausbauen. Fündig geworden rief ich zuerst meine Tochter an, las ihr ein wenig aus dem Kursangebot vor, das mich am meisten ansprach, mit dem Ziel einer zertifizierten Kräuterpädagogin. Kind sagte: „Mutti mach’s!“. Nicht nur eine Nacht verging mit weiteren Gedanken und Überlegungen. Zum einen kostet so eine Ausbildung Geld. Zum anderen würde es ein Jahr sein, indem ich an einem Wochenende pro Monat mit Wissen angefüttert werde, das ich bis zum nächsten Kurs selbstständig umsetzen, lernen und festigen sollte – neben Alltag, Beruf und was man halt sonst so noch macht. Zeit müsste investiert werden, die ich, gefühlt, eigentlich überhaupt nicht habe. Bevor ich die Flinte ins Korn warf rief ich bei der Schule an, führte ein Telefonat, bei dem ich schon nach wenigen Minuten wusste: Das ist es! Das machst Du! und meldete mich nach dem Ende des Gesprächs an.

Schon nach dem ersten Schulungswochenende sehe ich eine normale Wiese mit völlig anderen Augen! Von wegen, da wachsen nur Gräser und ein paar Blümchen, wenn sie gerade nicht gemäht ist!!

Bei unserer allerersten Exkursion schafften wir gerade mal 100 m in einer Stunde +/- ein paar Metern und ein paar Minuten 😉 , denn bei solchen Touren sind mit guter Anleitung Zeit und Raum völlig ausgeblendet, der Blick immer auf den Boden gerichtet.

Am Ende hatten wir Nelkenwurz, Gundermann, Pfennigkraut, Gänsefingerkraut, Fünffingerkraut, Spitzwegerich, Breitwegerich, stinkenden Storchschnabel, Giersch und etliches mehr gesehen.

Über eine Wiese zu laufen und zu wissen was man auf ihr auf kleinstem Raum entdecken kann ist faszinierend. Zu lernen, wie viele dieser, auf so kurzer Strecke zu entdeckenden Pflanzen auf den Teller landen könnten, bzw. was man alles damit sonst noch machen könnte oder wozu sie früher verwendet wurden, hat mich begeistert.

Die zweite Exkursion sollte eigentlich zügig in Richtung Hecken gehen. Das klappte anfangs ganz gut, aber dann kam eine Wiese dazwischen, die optimale Chance, das am Vortag gelernte zu festigen und noch mehr zu entdecken. Statt die Augen geradeaus ins Blattwerk zu richten bückten wir uns wieder nach Wegerich & Co..

Seitenweise hatte ich mitgeschrieben, fotografiert, Pflanzen gepflückt, den Kopf mit Informationen gefüllt und als ich hundemüde zuhause ankam musste ich dann doch noch ein Kräutersalz ausprobieren. Statt direkt nachhause zu fahren hielt ich am Schulgarten, griff mir zwei Handvoll frische Kräuter und arbeitete sie, kaum zuhause, nach einer mir neuen Technik frisch ins Salz ein.

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Doch auch dann waren die langen Tage des 1. Schulungswochenendes noch nicht zuende. Die gesammelten Pflanzen mussten nun gepresst werden, damit ich mit ihnen ein Herbarium anlegen kann. Dafür mussten die noch nicht ganz fertigen Kichererbsen-Papiere (ein halbfertiger Blog-Post auf Halde) aus der Spindelpresse ausziehen um den Trockenbüchern mit Pflanzenteilen Platz zu machen. Ungefähr vier Wochen müssen sie dort drinnen verbringen. Ob ich das abwarten kann? Zum Glück war das Salz schneller fertig!

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Frisches Einmal-quer-durch-den-Garten-Kräutersalz aus Basilikum, Bohnenkraut, Thymian, Rosmarin, Salbei und Gundermann.

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Ein kurzer neugieriger Blick in das Presswerk am Tag später. Wenn die anderen Kräuter auch so aussehen bin ich zufrieden. Also ab damit zu den anderen und wieder rein in die Presse.