Rosettenbroschen – gehäkelt und angesteckt

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Der lange Weg von der Idee bis zum Eimer Abschluss

Vor ungefähr zwei Jahren hatte ich die erste Idee zu diesem Projekt, entstanden, wie so oft, beim Aufräumen und Aussortieren und Wegwerfen. Wieder einmal war eine halbe Tüte altes Material auf dem Weg zum Müllhaus, nach einem Gedankenblitz, zurück in meinen Haushalt eingewandert. Wenn ich gewusst hätte auf was für einen Aufwand ich mich für ein paar Kleinigkeiten einließ, würde ich mir heute wahrscheinlich mal kurz ein kräftiges „was geht?“ in Schülermanier angedeihen lassen. Doch nun sind sie fertig, meine Broschen, die (etwas) im (Halb)Dunkel reflektieren – jedes einzelne Stück ein „reklekding„.

Die Idee

Der erste Gedanke kam mit den Fimo-Resten, teilweise noch aus Deutsche-Mark-Zeiten stammend, die eigentlich in die Tonne sollten. Obwohl das Zeug alt und bockelhart bei Knetversuchen meist erst nach Hammereinsatz erste Veränderungen zeigte und danach erst einmal nur bröselte, wurde es durch vieles Drücken, Kneten, Klopfen, Rollen irgendwann tatsächlich wieder formbar! Super, DIE Gelegenheit, endlich einmal auszuprobieren, ob ich Knöpfe mit Spiralmuster hinbekomme. Es gelang nach einigen Versuchen, nur fehlten mir dann ein paar Farben! Statt Abbau, bzw. Auflösung des Fimo-Materiallagers wurde es aufgerüstet!

In den Bastelgeschäften, die ich aufsuchte, machten mich die reflektierenden Massen neugierig und der nächste Gedanke war geboren: Knöpfe aus Fimo mit reflektierendem Spiralstreifen! Das musste doch hübsch sein für die dunkle Jahreszeit!!!

Was habe ich herumprobiert, getestet, Materialien gewechselt, gegoogelt, …! Kein Ergebnis zeigte, egal bei welchem Lichteinfall irgendeine Reflexion. Frustriert packte ich alles in die nächste Mülltüte, jedoch wurde ich von meiner Mutter beim Wegwerfen gebremst: „So viel Arbeit und zu hübsch zum Wegwerfen! Lass die mal vier Wochen liegen. Wegwerfen kannst Du sie immer noch.“ Das war im Herbst 2014.

Häkelfieber

Das Werkeln mit nur einer Nadel überkommt mich seit meinen Kindergartenjahren (den eigenen) alle Jubeljahre, obwohl die Häkelei nicht meine favorisierte Handarbeitstechnik ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich diese in sehr jungen Jahren sehr exzessiv ausgelebt hatte – Kilometer an Luftmaschenketten für Wäscheleinen, Topflappen, Spültücher, alle Plüschtiere und Puppen wurden behäkelt, alle Kissen neu eingekleidet und es gab keinen einzigen unbekleideten Kleiderbügel in der Familie mehr. Als die Bekleidung der Familienmitglieder an der Reihe war begann meine eigene Schulzeit und ich entdeckte, nach dem Lesenlernen, zum Glück aller 😉 , meine Liebe zu Büchern. OK, mit der Liebe zu Büchern hapert es gerade ein wenig, aber, es bleibt das Häkeln. So ambivalent mein Verhältnis zum Häkeln ist, es überkommt mich ab und an, meist kurz aber heftig, wie auch kürzlich wieder. Nach meinem Armbruch trug es auf jeden Fall viel dazu bei, dass das Handgelenk beweglicher wurde.

Die Entwicklung

Nach dem unbefriedigendem Ergebnis meiner reflektierenden Spiralknöpfe aus Fimo fiel mir beim Kramen in einer meiner Nähschubladen eine Spule mit einem kleinen Rest von reflektierendem Einstrickgarn in die Hand. Wieso diese bei den Nähutensilien gelandet ist ist mir schleierhaft, aber sie kam mir gelegen. Als Beilauffaden verarbeitete ich sie in einer Häkelrosette für eine Wollmütze. In meinem Kopf machte es nicht nur einmal bling, als sich, gedanklich schon Schritte voraus, die nächste Idee entwickelte: Wenn die halbfertigen Knöpfe nicht reflektieren, dann könnte ich sie doch ins Zentrum einer Rosette setzen, die durch entsprechendes Garn reflektiert?! Bloß wo bekomme ich das entsprechende Garn her? Im ersten Wollgeschäft hatte man davon schon gehört, in einem anderen hatten sie reflektierendes Stickgarn. Also doch googeln und online verschiedenes an Beilauffäden bestellt, probierte ich etliche Rosettenmuster aus ,bis ich mir eines selber „strickte“. Der erste Prototyp war im Herbst 2015 fertig.

Bis ich Mitte November auf die Rosettenkiste den Deckel drückte waren es geschwind mal zwanzig Stück geworden, die ich zur Hälfte während der Weihnachtszeit verschenkte. Die anderen wollte ich bei Dawanda einstellen, doch mir fiel einfach keine gescheite Verpackung ein. Und überhaupt, mir fehlte die Reflexion im Zentrum der Rosetten. Das Ganze musste deshalb erst wieder ruhen.

Im Frühjahr 2016 ging es in die nächste Runde, als ich eine naturfarbene Rosette zum Verschenken brauchte. Nur hatte ich keine und, als sie gehäkelt war, gefiel mir keiner der Spiralknöpfe, auch keiner in meiner Knopfschublade, aber ein Holzknopf machte sich ganz nett. Also, nächster Schritt, ein Holzknopf in passender Größe und Farbe musste hergestellt werden. Gleich der erste Versuch klappte und, mit reflektierendem Garn bestickt, ergab sich endlich auch die Wirkung im Zentrum der Brosche.

 

Die fertigen Häkelrosettenbroschen

In den Sommerferien 2016 setzte ich mir das Ziel, dieses Projekt fertigzustellen oder diese Kiste aufzulösen. Die Rosetten wurden dann doch endlich fertig und fotografiert. Der reflektierende Faden leuchtet nur bei bestimmten Lichteinfall, ist somit nur ein hübscher Glitzereffekt und erreicht nicht das, was versprochen wird, einen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in der dunklen Jahreszeit. Sie machen sich einfach nur hübsch auf dicken Wintermänteln.

 

Die Verpackung

Die einfachste und schnellste Möglichkeit der Verpackung – Tüte auf, Ding rein, Tüte zu – ist normalerweise mein Stil. Ich verpacke Geschenke oft gar nicht richtig, sondern beschränke mich zum Beispiel auf Schleifen oder Banderolen. Bis diese so sind, wie ich es mir vorstelle, kann das allerdings auch etwas Zeit brauchen. Wenn ich dann einmal einpacke, dann richtig und das kann Tage dauern. So auch bei diesen kleinen Teilen wieder. Ich brauchte Wochen bis alles durchdacht, wie ausprobiert war und alles passte. Es ist eine Schachtel geworden und während dieser Entwicklung bekamen die Broschen, die Dinger, auch ihren Namen – reflekding.

 

Kissen – gestrickt und gehäkelt

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So geht ein trüber Wintersonntag!

 

 

Der Kissenberg wächst auch wenn ich die Stricknadeln nach dem fertig gestellten zweiten Strickkissen (in dunklem Moosgrün) gegen die Häkelnadel getauscht habe. Im direkten Vergleich sind die gehäkelten Kissen viel stabiler, als die Strickkissen. Dafür sind die gestrickten eher mit Kuschelfaktor ausgestattet. Deshalb werde ich bei Kuschelkissen weiterhin auf gute, echte Wolle Wert legen. Bei den runden, auch für den Boden geeigneten Kissen, ist es dagegen wichtig, dass das Material strapazierfähig ist. Deshalb verwende ich dafür, ausnahmsweise, denn ich mag Plastik nicht so unbedingt, bevorzugt Garn mit einem hohen Anteil an Kunstfasern. Unter anderem schont das auch den Geldbeutel!

 

 

An einem trüben nassen Sonntag geht für mich die Sonne auf, wenn ich mich in meine Sessel kuscheln kann, Kaffee und oder Tee in Reichweite, etwas zum Naschen und eine gute DVD bereithalte, oder eine Freundin zum gemeinsamen Handarbeiten vorbei kommt. So kann die Nadel flitzen.

 

Ein wenig erschrocken war ich allerdings, als ich die neuen Preise für die Innenkissen sah, die ich bisher verwendet habe! Zum Glück hatte ich noch zwei Kissen von der letzten Lieferung übrig.

Fertig und auf DaWanda eingestellt.

 

 

 

Nun geht es erst einmal ein wenig nach draußen. Nachschauen was die Vögel zu ihrem neuen Futterhaus sagen zwitschern. Gestern, am Tag 1 nach dem Aufstellen, war die Irritation sehr groß – Ungetüm in der Einflugschneise. Heute morgen saß dann doch die eine oder andere Meise im Futterhaus. Hauptsache Futter!

DSC_0120 Kopie

 

Häkelkörbe für Strickwerke und mehr

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Häkelwerk 2015 #1

Da steht er endlich, der Häkelkorb als erstes Häkelwerk des Jahres 2015. Es ist ein Schwergewicht, denn es stecken sechs Stränge Dochtwolle à 200 g drin!

Zwei Jahre hingen die Stränge in meinem Kleiderschrank gut ab, nahmen viel Platz weg und mussten nun endlich verarbeitet oder weiter gegeben werden. Sie waren schon im Sack, als ich die Idee hatte:

Ein Korb zum Wegräumen nach Gebrauch!

Mit doppelten Faden und mit halben Stäbchen gehäkelt brauchte ich nur eineinhalb Nachmittage und einen Abend bis zur Fertigstellung:

1. Runde Platte häkeln (wie bei den Häkelkissen)

2. Zunahmen so lange arbeiten, bis der gewünschte Durchmesser erreicht ist. Lieber etwas kleiner bleiben!

3. Ist der gewünschte Durchmesser erreicht ohne weitere Zunahmen einfach hoch häkeln.

 

4. Zum Schluss arbeitete ich zwei Henkel ein.

5. Fertig und in Gebrauch.

 

Wenn der Korb leer ist und nicht mehr gebraucht wird, zusammenfalten (was er fast von alleine macht) und ab in den Schrank geräumt.

 

Häkeltücher und ein Hauch von Orient

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Eine Dekoration zur Veröffentlichung eines Häkelbuchs

Ok, es ist schon wieder einige Tage her, dass ich in Reykjavik war – sollen es wirklich schon knapp acht Wochen her sein? – doch beinahe jedes Mal, wenn eine meiner Lieblings-Bloggerinnen einen neuen Post veröffentlicht denke ich wieder an einen bestimmten Buchladen dort. Schon an Ostern hatte ich in gerne in diesem Laden gestöbert und mich nicht nur zum Aufwärmen im Buchcafé aufgehalten. So auch wieder im August/September.

Als ich mich beim ersten Betreten des Ladens im Sommer umsah, war mein erster Gedanke: Ohh! Das muss ich Tabata zeigen!

Von der Decke hingen Mengen an farbigen Dreieckstüchern. Von den Angestellten erfuhr ich, dass diese Dekoration anlässlich einer Buchherausgabe entstanden ist, einem Häkelbuch, übersetzt „Maria’s Häkelbuch“. So erkannte ich beim näheren Hinschauen, die Tücher sind tatsächlich alle gehäkelt und nicht gestrickt, wie Tabatas. Ob gehäkelt oder gestrickt, ich fand diese Anordnung sehr dekorativ und ansprechend.

Wer hinter Tabata und ihrem Blog Tabatawolle steckt? Schaut mal auf ihre Seite. Diese fleißige Bloggerin strickt Tücher schneller als ich blogge 😉 und mit ihrer Tuchsammlung könnte sicherlich eine mindestens ebenso große Fläche abgehängt werden.

Jetzt noch ein paar weitere Eindrücke der mit Tüchern abgehängten Decke, was beinahe orientalisch wirkte und an Tausend-und-eine-Nacht erinnerte.

 

 

 

Wo ich diese Tuch-Dekoration sah?
Im Buchladen Mál og Menning in der Laugavegur, Reykjavik, Island.

Im Übrigen, ich hatte den Leiter der Buchhandlung gefragt, ob ich fotografieren und die Fotos in meinem Blog veröffentlichen darf.

Häkelwerk 2013 #2.x – Die Anleitung zum Häkelpullover aus Rosetten

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Es lohnt sich freundlich zu bitten und abzuwarten

Inzwischen sind zwei Monate seit der Fertigstellung meines Häkelpullovers aus Rosetten vergangen.
Ihr erinnert euch?

Es ging um die Realisierung eines Pullovers aus einem Handarbeitsheft (Lena vom Juli 2002) und ich berichtete von den Anfängen, den Höhen und Tiefen, den Problemen und dem Glücksgefühl: Der Pullover ist fertig und passt!

Ich hatte auch angekündigt, dass ich mit dem Verlag Kontakt aufnehmen werde um die Anleitung zu diesem Pullover veröffentlichen zu können.

Was ich verspreche halte ich auch. Es hat ein wenig gedauert bis alle rechtlichen Dinge geklärt waren. Nachdem ich meine Fotos zur Verfügung gestellt habe ist es soweit!

TA-DAAA – Der OZ Verlag hat die Anleitung als Download auf ihrer Homepage freigegeben!!

 

Zur Originalanleitung gibt es ALLE meine Korrekturen zum Häkeln und Ausarbeiten dazu als PDF.

Für weitere Hilfe gibt es noch meine Blog-Posts und die Möglichkeit mich einfach zu fragen 😉

Ich liebe diesen Pullover nach wie vor, auch wenn er nicht zu den Leichtgewichten zählt. Sicherlich lässt er sich auch gut mit einem leichten Shirt darunter im Winter tragen.

Häkelwerk #3 – Handstulpen

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Eine schnelle Häkelarbeit für Zwischendurch

Eigentlich habe ich trotz dem Sonnenschein kalte Füße. Sobald es schattig ist oder die Sonne hinter Häusern oder Bäumen verschwindet bin ich schon wieder im Modus Gänsehaut. Trotzdem entstanden an einem Abend, während ein paar Dauerbrenner-Serien im TV, ein paar Handstulpen.

Eigentlich wollte ich nach der letzten aufwändigen Häkelei die Häkelnadeln in die Schublade ganz unten und dort weit hinten verbannen. Und wenn nicht der Notizblock mit meinen Notizen vom letzten Urlaub, für die Planung der neuen Reise, auf dem Tisch gelegen hätte wäre das auch genau so passiert. Dort hatte ich auch einige Ideen zum Nacharbeiten mit Nadel und Faden gesammelt.

Im Nationalmuseum in Reykjavik hatte ich ein paar gehäkelte Handstulpen gesehen und mir dazu diese Notiz, oder „Anleitung“, gekritzelt. Jetzt, nach Monaten, arbeitete ich die Stulpen nach, allerdings ohne einen Häkelspitzenabschluss, wie ich es im Original gesehen hatte.

 

Material:

50 g feine Merinowolle
1 Häkelnadel 3,5

Kurzanleitung:

Luftmaschen häkeln und zu einem Kreis schließen. Für meine schmalen Hände reichten 44 Luftmaschen.
Gehäkelt wird mit festen Maschen in Runden. Dabei wird beim Häkeln nur der hintere Querfaden durchstochen und der vordere bleibt stehen. Dadurch wird die Häkelarbeit elastischer.

 

Nach 30 Runden wird 5x in jeder 2. Runde eine Masche zugenommen (= 49 Maschen).

Nach 40 Runden noch einmal 10 Runden ohne Zunahme häkeln und mit einer Reihe im Krebsstich abschließen.

 

Ich häkelte mit einem vor Jahrzehnten mit Birkenblättern gefärbten Wollgarn, das mit Alaun gebeizt heute noch den Grünton hat, den ich ursprünglich haben wollte.

Es ist doch noch eine Decke geworden

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Die Fortsetzung vom Restehäkelrosettennichtverzweifelnrettungsprojekt zum graue Haare kriegen

Zwei Ideen hatte ich um aus übrig gebliebenen Häkelrosetten von mehreren Versuchen einen Pullover zu häkeln eine Decke werden zu lassen: bunte Akzente oder Ton in Ton.

Für die bunten Akzente sprach mein Wohnkonzept: Ich lebe bunt!

Die Variante Ton in Ton findet sich in meinem Kleiderschrank, ansonsten würde ich in meinen vier Wänden wie ein Chamäleon wirken.

Die Entscheidung in grau weiter zu arbeiten traf ich, als ich die ersten Rosetten aus der schon zusammengenähten Decke trennte. Ich hatte so sauber genäht, dass ich die vernähten Fäden erst suchen musste und dazu zupfenderweise reichlich Fäden zog.
Und so erweiterte ich die vorhandenen 85 Rosetten auf 94 und häkelte noch 10 halbe Rosetten dazu.

Das nach einer waghalsigen Klettertour einer alten Dame in ihrem Wollgeschäft besorgte Material erwies sich beim Häkeln dunkler als erwartet. Zudem machte mir die geringe Lauflänge der Baumwolle (von Wollservice Geisenfeld) Sorgen:

Reicht das Material?

Es reichte! Knapp!

 

 Ich bin froh darüber weiter in grau gearbeitet zu haben.

Die Farbtonunterschiede der ursprünglichen, teilweise durch Sonnenlicht ausgebleichten, Rosetten ließen die Decke von Anfang an scheckig erscheinen und die zusätzlichen, dunkleren Rosetten machen das auch nicht besser. Mit farbigen Kontrasten hätte ich neben der Musterung durch die Häkelarbeit zusätzliche Unruhe in die Decke gebracht und alles zusammen hätte mich an die Häkeldecken meiner (Ur-)Oma erinnert. Das hätte ich mir auch mit „vintage is an in-thing“ nicht schön reden können.

Da endlich die Sonne scheint ging ich zum Fotografieren in meinen „Garten“.

 

 

 


Von Garten zu sprechen ist wirklich weit hergeholt, denn es sind vielleicht gerade so 7 m x 1 m an meinem Balkon und Wohnung entlang. Für Pflanzen und Gesumm reicht das!  😉

Kleines Bild von meinem kleinen Garten.

 

 


Hauptsache diese Decke ist fertig und ich kann die Häkelnadeln wegräumen um endlich wieder etwas anderen zu machen.

Somit ist die Baustelle 9 ist abgeschlossen.

 

 

Es soll mal eine Decke werden und nicht im Eimer landen

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Restehäkelrosettennichtverzweifelnrettungsprojekt zum graue Haare kriegen

Der Häkelrosettenpullover ist fertig – juhu – und er trägt sich super!
Inzwischen arbeite ich daran die Anleitung zu dem Pullover weitergeben zu können. Sie ist zwar aus dem Jahr 2002, aber da ist das Copyright für dies und das und überhaupt. Ich bin mit dem Verlag im Kontakt und riesig gespannt, was aus dieser Neuveröffentlichung wird.

Daneben machte ich mich daran zu überlegen was ich aus den ursprünglichen 85 ersten Rosetten zusammensetzen kann. Diese Rosetten hatte ich aus einem Baumwollgarn, Schachenmayr Catania in der Farbe 0242 stein, gehäkelt. Als ich merkte, dass die Rosetten größer ausfielen, als in der Anleitung gefordert, kaufte ich kein neues Material nach und ließ diese für den Pullover unbrauchbare Häkelarbeit monatelang liegen.

Nun wollte ich ein Tuch oder eine Decke aus diesen Teilen zusammensetzen. Sie reichten für ein Dreieckstuch. Um eine quadratische oder rechteckige Decke zu fertigen benötigte ich zusätzlich einige halbe Rosetten. Deshalb recherchierte ich im Internet, ob es nicht doch noch irgendwo ein paar Knäuel Catania stein aufzutreiben sind. Ich wurde tatsächlich fündig, am anderen Ende von Baden Württemberg. Glücklich bestellte ich ein paar wenige Knäuel, zahlte brav in Vorkasse, erhielt freundliche Emails über Bestellstatus und Zahlungseingang, um zehn Tage später den Anruf zu bekommen: „Sorry! Wir können das Material nicht mehr beschaffen!“

Hätte ich bloß nicht in der Wartezeit auf das Material die vorhandenen Rosetten zusammengenäht!!!

Nach dem Anruf fühlte ich mich wie das HB-Männchen (wer erinnert sich noch daran? – Werbekult aus den 60er Jahren) und war dabei an die Decke zu gehen. Am liebsten hätte ich das halbfertige Deckenwerk an die Lady des Wollgeschäfts geschickt, damit sie die Teile wieder sauber auftrennen!!

Eine neue Lösung zum Fertigstellen der Decke musste her.

Idee 1:

Ich trenne die Rosetten wieder auseinander, häkle neue bunte Rosetten dazu und setze alles neu zusammen.

 

Idee 2:

Ich suche noch einmal nach ähnlichem Material.

Diese Idee kam mir mithilfe einer sehr betagten Inhaberin eines der ältesten Wollgeschäfte, das ich kenne, in Sindelfingen.
Wir suchten sämtliche Catania-Tüten im Laden durch und sicherlich wäre sie mit etwas mehr Zeit, um in den tiefsten Tiefen ihres Lagers zu suchen, auf den einen oder anderen Knäuel gestoßen, aber es kam neue Kundschaft in den Laden und wir brachen die Suche ab. Als ich schon die Ladentür in der Hand hatte rief sie mich zurück, denn sie meinte ein ähnliches Material in greifbarer Nähe zu haben.
Mit über 80 kletterte sie daraufhin über ein ausziehbares Regalbrett ihr Wollregal hoch, eine echte wagemutige Angelegenheit zwischen Uraltverkaufstisch und dem beinahe antiken Wollregal mit Glasschiebetüren ab halber Höhe. Von ganz weit oben zauberte sie dann drei Knäuel Baumwolle von Wollservice Geisenfeld in einem Grauton hervor, der nur einen Ticken dunkler ist als besagte Catania. Doch ich glaube ich hätte nach diesem waghalsigem Abenteuer beinahe alles von ihr abgekauft!
Was war ich froh, als die alte Dame wieder wohlbehalten auf festem Boden stand!!!

Der etwas andere Farbton stört überhaupt nicht, denn durch die lange „Lagerung“ der Rosetten waren die oberen aus den Stapeln ausgebleicht und deutlich heller. Deshalb werde ich die eine und andere Rosette aus der Mitte der Decke heraustrennen und durch eine dunklere ersetzen, bevor ich halbe Rosetten für den Rand herstelle.

Hauptsache es geht voran, wie mit dem Wetter!

Nach dem letzten Regenguss rettete ich aus meinem Minigarten ein paar Rosen und Pfingstrosen als Stimmungsaufheller für das Wohnzimmer.

 

 

Häkelwerk 2013 #2.5 – Ein Häkelpullover aus Rosetten

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Häkelarbeit für Puzzlefreunde mit viel Geduld

Es ist geschafft!!!
Der Häkelpullover aus dem Handarbeitsheft Lena 7/2002 (ich berichtete hier darüber) ist auf dem vierten Anlauf endlich fertig geworden. Und ich möchte nicht wissen, wie viele halbfertige Modelle von dieser Anleitung bzw. diesem Modell in diversen Handarbeitskörben liegen geblieben oder inzwischen im Eimer gelandet sind.
Die Häkelanleitungen sind problemlos nachzuarbeiten, aber beim Zusammennähen wird man ziemlich alleine gelassen. Ich berichtete über mein Problem, die zwei geforderten Dreiecke eingepasst zu bekommen, im letzten Post. Nach dem Aufwand 135 Rosetten zu häkeln (ich rechne mal die paar anderen Teile nicht dazu), zusammenzunähen und zu vernähen, möchte man doch endlich zum Ende und einem Ergebnis kommen! Oder?

Ich probierte hin und her, trennte, schob, zog, nähte, trennte, … – das Dreieck, so wie es war, passte NICHT.

Irgendwann druckte ich die Schemazeichnung aus um sie auszuschneiden und durch falten eine Idee zu bekommen.

Dadurch kam mir auch nicht die Erleuchtung. So, wie dieses gefaltete Muster vor mir lag, ließ sich das Dreieck nicht vernünftig einnähen, nur die Position war klar. Doch dann, beim zehnten, zwölften Versuch, als das x-fach herausgetrennte Dreieck schon durch die Beanspruchung zerfledderte, hatte die Kniffelei ein Ende.

Das Dreieck war zu breit! Mit ein paar Maschen rechts und links weniger konnte ich für den Keil endlich einen Platz finden. Allerdings, trotzdem ich den Dreh herausgefunden hatte, brauchte ich beim zweiten Ärmel noch einmal vier Anläufe, bis alles passte.

 

Endlich konnte ich zum ersten Mal den Pullover anprobieren! Er passte!!! Jubel! Erleichterung!

Die Folge:

 

  • ein Motivationsschub zu später Stunde
  • ein Blick ins Fernsehprogramm
  • völliges Ignorieren der Uhrzeit
  • Häkeln bis die Fingerknöchel knacken

Und hier ist er – mein Häkelwerk #2 in diesem Jahr, ein Pullover aus gehäkelten Rosetten

 

 

 

 

 

Fazit:

Von dem verwendeten Material, Secondo von Lana Grossa, benötigte ich fast 750 g. So ist der Pullover ein echtes Schwergewicht. Durch den Seidenanteil liegt er trotzdem angenehm glatt auf der Haut.
Ich stehe eigentlich überhaupt nicht auf gehäkelte Kleidungsstücke, aber ich lasse mich immer wieder von ausgefallenen Mustern und Materialien verführen. Unvergessen ist mir ein Seidenpullover in tunesischer Häkelei, der bei der Fertigstellung auch ein echtes Schwergewicht war und trotzdem ein Lieblingspullover wurde.

Ob ich diese Häkelarbeit noch einmal machen würde?

JA!
Warum?

Patchwork und Handquilten ist ähnlich arbeitsintensiv und ich liebe es!

Ich habe den Verlag angeschrieben, ob ich die Anleitung mit meinen Verbesserungen veröffentlichen darf. Auf diesem Post ist der Link zur frei gegebenen Anleitung!

Was bleibt?

Die Wollbaustelle 9! Der Häkelpullover ist zwar fertig, aber was mache ich aus den vielen angefangenen Rosetten aus dem letzten Material, das ich nicht mehr nachgekauft bekam?

 

Häkelwerk 2013 #2.4 – Zusammengenäht!

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Langsam sieht es nach einem Pullover aus

denn alle gehäkelten Teile habe ich nach Anleitung zusammengenäht: 135 Rosetten, 4 Halbrosetten und 8 ovale Rosetten.

Alle Teile?
Nein!
Übrig bleiben zwei Keile, deren Position in der Anleitung zwar gezeigt wurde, aber nicht erklärt wie sie eingenäht gehören.

 

Kater Chewie schaute sich dann auch noch die Sache an, zupfte mal hier und dort, und fand keine Lösung.

Doch ich musste nach Chewies Turnübung auf dem halbfertigen Pullover eine Lösung finden, denn, nach Anleitung sollte der Pullover nun gespannt, mit Wasser besprüht und danach getrocknet werden.

In meiner Wohnung ohne Teppichboden und vielen offenen Türen gibt es für solch ein Großprojekt eigentlich keinen Platz wenn Tiere zum Haushalt gehören. Deshalb ging ich das Risiko ein und dämpfte den Pullover mit dem Bügeleisen. Laut Banderole des Materials hält das Baumwoll-, Acryl-, Seidengemisch einen Punkt beim Bügeln aus. Das musste reichen.

Ich gebe zu, ein wenig Bauchweh hatte ich bei der Aktion schon, denn es wäre nicht das erste Mal, dass ich beim Dämpfen viel Arbeit von jetzt auf nachher vernichte. Doch meist klappt es und so auch bei diesem Pullover (was war ich nervös!).

Zum Dämpfen stellte ich das Bügeleisen einen kleinen Strich über einen Punkt ein. Während es aufheizte besprühte ich das Häkelwerk von der linken Seite, der Rückseite, mit Wasser. Dem Wasser ließ ich etwas Zeit um in das Material einzuziehen, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt. Danach überbügelte ich die Fläche mit wenig Druck.

Durch das Dämpfen glättet sich die unebene Oberfläche der aus gehäkelten Rosetten zusammengenähten Oberfläche.

 

Jetzt müssen die Seitennähte des Pullovers geschlossen werden und ich bin gespannt, wo die zwei übrig gebliebenen Keile ihren Platz finden.