Und wie war das Wochenende?

oder …

Was zu viel ist, ist zu viel!

Toll, so ein verlängertes Wochenende. Samstag, Sonntag UND Montag nicht zur Arbeit gehen zu müssen hat etwas beflügelndes, allerdings mit der tendenziellen Gefahr die Tage viel zu voll zu packen. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich habe in diesem Schuljahr montags frei und habe es noch nicht geschafft die langen Wochenenden vernünftig einzuteilen – es ist ja auch erst das dritte Wochenende im Schuljahr und das vorangegangene war Seminarwochenende. Das nächste Wochenende gehe ich entspannter an, das habe ich mir versprochen, setze mich wie Frau Heuschrecke gemütlich ins Grüne!

Der Plan war:

  1. Haushalt, klar, am vergangenen Wochenende war einiges liegen geblieben
  2. Marktgang, logisch, im Kühlschrank lagen nur noch müde Gemüsereste, die ich vor zwei Wochen besorgt hatte
  3. Müll auf den Wertstoffhof bringen
  4. Wäsche waschen, und, was dann so als Rattenschwanz folgt, aufhängen, in den Trockner geben, irgendwann einmal abhängen, bügeln oder auch nicht, zusammen legen, in die Schränke und Schubladen verteilen
  5. Schreibarbeiten, Rechnungen bezahlen, Arztrechnungen sortieren und zum Einreichen bei den diversen Rechnungsstellen bzw. Versicherung scannen, in Formulare eintragen, alles in Kuverts packen (um dann keine Briefmarke zum Abschicken zu haben), Verträge kündigen, …
  6. Emails beantworten
  7. bloggen, je ein Blogpost für hierundfort und einer für fadenspielundfingerwerk auf den Weg zu bringen
  8. Blogs, denen ich folge, lesen
  9. backen und endlich das Rezept für Lavendelkekse ausprobieren
  10. kochen, plus Vorkochen für die kommende Woche
  11. Kräuter vom Dachboden holen und weiterverarbeiten
  12. die geschnittenen, gematschten Brombeerblätter in der Tüte sichten und, wenn fertig fermentiert, trocknen
  13. die Unterlagen und Mitschriften wie Fotos des Seminarwochenendes sichten, ordnen, vielleicht ins Reine schreiben UND lernen!
  14. eine weitere Babydecke fertig stricken und vielleicht noch ein Paar Babysocken (Baby-Boom im Kollegium!)

Es fehlen Punkte, aber wurscht. Während ich die Liste abgetippte begann ich auf Halbzeit den Kopf zu schütteln – entspannte verlängerte Wochenenden sehen anders aus. Späte Einsicht ist auch eine Erkenntnis, deshalb schließe ich heute wirklich etwas früher meinen Tag. Vielleicht. Hoffentlich. Oder auch nicht.

Der Rechner will nach einer Katerattacke, mit Sprung über Drucker, Galopp über das Handy, Siri aktiviert, und die Tastatur, Tastenkombinationen gedrückt von denen ich überhaupt keine Ahnung habe, während ich gerade Bilder von der Kamera überspielte, seit einer halben Stunde nicht mehr so das, was ich so will, ausführen.

Zurück zum Wochenende, meinem Plan, und was daraus wurde 😀

Haushalt

Furchtbar, die beginnende, dunkle Jahreszeit! Herbst ist hübsch, ja, aber die Tage werden kürzer!!! Männo, ich muss zum Putzen die Brille aufsetzen, sonst übersehe ich die Hälfte. Aber bei Lampenlicht kann ich den Aufwand gleich bleiben lassen! Nach zwei Stunden Hausputz bei, durch Hochnebel, abgedämpften Tageslicht, dämpfte ein später Sonnenstrahl am Nachmittag meine Alles-geschafft-Euphorie innerhalb von Sekunden: ARGH! Wenn ich nicht genau gewusst hätte, da ich ja in Echtzeit dabei gewesen war, dass ich Staub gesaugt und gewischt hatte, sowie Auffangbehälter geleert und das Staubtuch ausgeschüttelt, wäre mein erster Gedanke bei einem Besuch „Watt für’ne Pottsau lebt hier?“ gewesen. Nee, so macht Haushalt keinen Spaß, mit Brille auf der Nase und die Hälfte übersehen.

Marktgang

Egal wie schlaff das Gemüse in meinem Kühlschrank irgendwann mal herumliegen sollte, es kommt trotzdem auf den Teller. Im Sommer räume ich mein Gemüsefach oft damit auf, dass ich am Ende der Woche alle Gemüsereste putze, in annähernd gleich große Stücke zurecht schnipple, auf ein Backblech verteile und in den Ofen schiebe. Vorher gebe ich natürlich noch einen ordentlichen Schuss Öl darüber, wie etwas grobes Salz. Nach einmal Wenden und der Zugabe von Knofi und Kräutern gibt es zuletzt noch für die letzten fünf Minuten etwas geriebenen Käse dazu. Superlecker, aber nicht unbedingt etwas für die schmale Hüfte.

In der kalten Jahreszeit, so wie sie sich so langsam anmeldet (was war es heute schattig in unseren Klassenzimmern!), mag ich warme Suppen. Ab dem ersten Herbstnebel kommt das unter der Woche nicht verarbeitete Gemüse in den Topf und ich koche Gemüsebrühe. Damit peppe ich dann den Kichererbseneintopf auf, der, auf Vorrat gekocht, noch für die nächste Mittagspause in der Schule reicht. Das Reisgemüse schmeckt mit eigener Brühe gekocht doppelt lecker und was momentan nicht gebraucht wird, landet in der Tiefkühltruhe.

Müll auf den Wertstoffhof bringen

Das Müll- bzw. Wertstoffverwertungskonzept bietet in meinem Landkreis keinen gelben Sack zur Wertstoffrückführung an. Wir sammeln unsere Wertstoffe zuhause nach eigenem System, um sie dann auf einem Wertstoffhof (kontrolliert) selbstständig, in verschiedene Tonnen zu sortieren. Das läuft nicht immer stressfrei ab, denn auch die Wertstoffhöfe stellen in regelmäßigen Abständen ihre Container um, ähnlich wie Supermärkte ihre Regalinhalte.

Wäsche waschen

Erledigt. Es gibt Menschen, die Bügeln lieben und beruhigend finden. Hmm?! Der Stapel sauberer T-Shirts im Schrank macht Freude. Aber den schmerzenden Rücken nach der Arbeit empfinde ich nicht beruhigend. Katerchens finden dagegen das Bügelbrett toll. Chewie weiß inzwischen, wie das blöde Bügeleisen heruntergeschubst werden kann, ohne sich die Barthaare zu versengen. Also, keine Bügelwäsche aufräumen, bevor die Arbeit erledigt ist.

Schreibarbeiten, Rechnungen bezahlen, …

Erledigt. Es gibt Menschen, die Buchhaltung fasziniert, weil sie so strukturiert und klar sein soll. Hmm!? Mich faszinieren die Kopfschmerzen beim Kopfzerbrechen bei der Arbeit in keiner Weise.

Katerchens sehen das ebenso wie ich und Scotty ist da kurz, knapp, direkt: „Weg mit dem Zeug vom Tisch und mal sehen, wozu der Rest nützlich ist!“

Emails beantworten

Erledigt, und die Werbeflut gelöscht. Leere Postfächer sind cool – mit einem Klick wuschweg 😀 ! Hach, wenn doch anderes auch so schnell erledigt wäre!

Bloggen

hierundfort erledigt, fadenspielundfingerwerk (hier) im Moment in Arbeit

Blogs, denen ich folge, lesen

Erledigt. Es ist immer wieder schön zu sehen wie andere ihr Leben leben und manch eine/n würde ich gerne mal mindestens auf eine Tasse Kaffee oder Tee treffen. Was nicht ist, kann ja noch werden.

Eine weitere Babydecke fertig stricken

Die Decke ist fertig, YES, und die Socken entstehen gerade.

Backen und endlich das Rezept für Lavendelkekse ausprobieren

Erledigt und zum Testessen verteilt. Die Portion im Lehrerkollegium war schwuppsdich weg, wie üblich. Es gibt keinen Ort wo Essbares so schnell weg kommt wie in einem Lehrerzimmer. Was ich nicht allen Kollegen vorab gesagt hatte :D, diese Kekse mit Lavendelblüten sind, laut Rezept, gut als Einschlafhilfe.

Die Unterlagen und Mitschriften wie Fotos des Seminarwochenendes sichten, ordnen, vielleicht ins Reine schreiben UND lernen!

??? , aber ich habe mir mit meinem neuen Wissen die Wiese vor meinem Wohnhaus mit offenen Augen angeschaut! Oh-ha! Was da so alles wächst was auf den Teller kann!!

Kochen, plus Vorkochen für die kommende Woche

Mit Hindernissen geschafft. Den Kräuterquark bzw. Kräuterskyr fand auch Katerchen gut und war, von ihm angeschlabbert, nicht mehr meine Wahl für die Vorratsküche. Im „Quark“ hatte ich die Kräuter, wie zum Beispiel Gundermann, aus der Wiese vor meinem Wohnhaus verwendet.

Kräuter vom Dachboden holen und weiterverarbeiten

Der getrocknete Salbei hat ein tolles Aroma und meine Hände duften noch Stunden später nach dem Abstreifen der Blätter. Ich bin gespannt auf die neue Halsweh-Teemischung!

Die geschnittenen, gematschten Brombeerblätter in der Tüte sichten und, wenn fertig fermentiert, trocknen

Erledigt. Die Restwärme nach dem Backen der Lavendelkekse nutzend, trocknete der dritte Versuch mit fermentierten Brombeerblättern zum ersten richtig guten Ergebnis.

Und nun knabbere ich den letzten Lavendelkeks für heute und trinke eine Tasse meines eigenen Kräutertees gegen das Kratzen im Hals.

 

Habt eine geruhsame erste Herbstwoche und alles Gute im Bemühen all den Schnupfen- und Hustentierchen zu entkommen, die gerade so ausgepustet und ausgehustet werden.

Nächstes langes Wochenende packe ich ganz bestimmt nicht so voll. Diesen Vorsatz bekräftige ich mit den Worten meiner Schüler: „Ich schwör!“

 

 

Gougères – Käsegebäck aus Brandteig

oder …

Einer geht noch, einer geht noch rein!

Es gibt Leckereien, die auf den ersten Blick nicht so arg viel versprechen. Weil sie einfach lecker duften folgt garantiert der zweite Blick. Probiert, verführt und meist ist jeder weitere Blick ein suchender: Gibt’s noch welche? Was sind denn das für Dinger?
Es sind französische Käse-Windbeutel, Gougères, fluffiges Käsegebäck aus Brandteig. Höre ich da im Hintergrund ein: „Huch! Brandteig, oje! Das bringe ich niemals hin!“? Wieso dieses allgemeine Erschrecken und der Zweifel an den eigenen Fähigkeiten? Ob es an dem Wortteil „Brand“ liegt? Es wird nichts abgefackelt oder mit Hochprozentigem flambierenderweise gezündelt.
Ich habe bei Brandteig auf jeden Fall noch nie Schiffbruch erlitten, aber zu jeder anderen Teigart mindestens eine Verunglückt-Geschichte parat. Brandteig ist wirklich nicht schwierig und in süß oder salzig einfach lecker. Ein Manko gibt es jedoch, Brandteiggebäck muss frisch auf den Tisch und kann nicht am Tag vorher zubereitet werden*. Macht eh keinen Sinn, denn die Teilchen sind, kaum gebacken, meist sofort weg und keiner war’s!

 

Das Rezept

Zutaten

125 ml Wasser
125 ml Milch
100 g Butter oder Margarine
1 Teelöffel Salz
1 Teelöffel Zucker
etwas Chilipulver

170 g Mehl

60 g frisch geriebener Käse (je würziger umso leckerer) wie Pecorino, Manchego, Bergkäse, … **
2 Esslöffel frische gehackte Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Thymian, … ***

4 Eier

15 bis 20 g geriebener Käse
Mohn
Sesam

Geräte

Messbecher und Waage
Topf (ich nehme dazu immer eine kleine Kasserolle mit 1,75 ml Füllmenge, da ich den Stiel beim Rühren besser in der Hand habe)
Pfannenwender aus Holz (kein Rührlöffel, oder zumindest muss der Löffel zum Topfboden hin flach sein)
Rührgerät mit Knethaken
2 kleine Löffel
Backpapier

 

Zubereitung

Bevor ich einen Brandteig anrühre stelle ich mir die fertig abgewogenen Zutaten zurecht, habe das Rührgerät schon eingesteckt, aber die Eier noch nicht aufgeschlagen. Sonst bin ich mit Vorbereitungen eher etwas nachlässig, aber bei einem Brandteig hat sich dieses Vorgehen bewährt.

Backofen anstellen und auf 180°C vorheizen.

Wasser, Milch, Butter oder Margarine, Salz, Zucker und Chilipulver in einen Topf geben und auf dem Herd kurz aufkochen und danach die Temperatur runterschalten. Mein Herd heizt noch so lange nach, dass ich die Herdplatte ganz abschalte. Der Topf bleibt aber noch auf der Platte.

Wenn die Butter ganz geschmolzen ist wird das Mehl auf einmal in die Flüssigkeit im Topf gegegen und nun muss kräftig, ohne Pause, mit dem Holzlöffel gerührt werden. Wenn die Masse an zu fest geratenen Kartoffelbrei erinnert nehme ich den Topf vom Herd.

Jetzt kommen die 60 g Käse und die Kräuter dazu und es muss kräftig weiter gerührt werden. Nach und nach bildet sich eine Teigkugel, die sich vom Topfboden und dem Topfrand löst – dieser Vorgang nennt sich abbrennen. (Es passiert also nichts Gefährliches in Richtung Abfackeln bei offenem Feuer!)

Viele geben die abgebrannte Teigkugel zur weiteren Verarbeitung in eine Teigschüssel. Ich bin da etwas bequem und warte drei bis vier Minuten, damit sich der Teig etwas abkühlen kann. In dieser Zeit bereite ich das erste Backblech vor, indem ich es mit einer Lage Backpapier ausstatte und ich schlage ich in aller Ruhe drei Eier in eine bereitstehende Schüssel bevor ich mit dem Teig im Topf weiter arbeite. Das reicht als Wartezeit.
Die Teigkugel etwas aufreißen, ein Ei in die entstandene Mulde geben und sofort mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe einarbeiten. Im Anschluss auf mittlerer Stufe die anderen drei Eier einkneten bis ein glatter, zäher Teig entstanden ist.

Bei vielen Rezepten wird der Teig mithilfe eines Spritzbeutels auf das Backblech gespritzt. Mir ist das zu viel Sauerei. Ich nehme zwei Espressolöffel. Mit denen forme ich walnussgroße Häufchen, die ich im Abstand von 2 cm auf ein Backblech setze. Das letzte Mal hatte ich ca. 75 Stück. Wer größere Käsewindbeutel haben möchte kann Teelöffel zum Formen verwenden. Dann werden es ungefähr 50 Stück, doch Achtung, der Abstand der Teilchen auf dem Backblech muss etwas größer sein und die Backzeit verlängert sich.

Auf die Häufchen Käse, Mohn und Sesam streuen.

Die Gougères brauchen bei ungefähr 15 bis 20 Minuten im Backofen bis sie schön aufgegangen und goldbraun sind.

 

 

Gut auskühlen lassen, sonst fallen sie zusammen. Zuerst lasse ich sie auf dem Backblech liegen, dann dürfen sie noch eine Weile auf einem Gitterrost auskühlen. Vorsicht vor diebischen Fingern!

 

 

Erst gut ausgekühlt vertragen es die Gougères in einer Schüssel gestapelt zu werden.

 

 

Und so gingen die 75 70 Käse-Windbeutelchen auf die Silvesterfeier und 68 kamen auf den Tisch. Wir müssen einen blinden Passagier im Auto gehabt haben, anders lässt sich der Schwund nicht erklären.

Mal ein kurzer Blick hinein und man weiß warum sie Windbeutel heißen und so fluffig sind – jede Menge Luft inside!

 

 

 

Viel Spaß beim Nachbacken und Guten Appetit!

Ach ja, und noch alles Gute für das neue Jahr wünsche ich allen Mitleserinnen und Mitlesern!

* Nicht in Plastik eingepackt, sondern nur mit einem Tuch abgedeckt, waren die zwei, drei übrig gebliebenen Stücke von der Silvesterfeier noch am Neujahrsmittag nicht schlecht. Jetzt versuche ich es doch noch einmal mit dem Vorbacken.

** Statt geriebenen Käse verwendete ich dieses Mal die Reste vom weihnachtlichen Raclette. Dazu schnitt ich die entrindeten Raclettekäsescheiben in klitzekleine Würfel und gab dann noch den einen oder anderen Rest dazu.

*** Die Petersilie im Blumenkasten war gelb, der Schnittlauch zu weit weg im Schulgarten, keine Tiefkühlkräuter, deshalb kamen getrockneter Thymian und Majoran von der Sommerernte in die Gougères. Geht alles.

 

 

Rosenzucker

 

oder …

Rosen über Rosen #3

Mitte bis Ende Juni, wenn viele Rosen zum ersten Mal blühen, ist es eine gute Zeit Knospen oder Blütenblätter zu ernten wenn man rosigen Duft und rosiges Aroma mit in die kalte Jahreszeit nehmen möchte.

Meine Rosen stehen direkt vor meinem Balkon und ein Teil der Blüten wachsen in Richtung Hauswand. Diese müssen jedes Jahr daran glauben, machen Bekanntschaft mit der Gartenschere, um auf Trockenblechen im Backofen oder gebündelt und aufgehängt an einem schattigen Platz zu trocknen.

Die nicht so hübschen Teile verarbeite ich in Duftsäckchen, die Knospen kommen erst einmal in Blechdosen, bis sie als Potpourri den grauen November etwas hübschen dürfen.

Ein wenig mehr Arbeit macht dieVorbereitung der Rosenblütenblätter wenn mit ihnen Rosenzucker entstehen soll. Das Rezept dazu fand ich auf der Internetseite der Rosenfreunde Ulm.

Die beste Zeit Rosenblüten zu ernten ist der frühe Morgen. Die Rosen sollten voll aufgeblüht sein aber noch nicht am Verblühen.

Von den Blütenblättern werden die weißen (hellen) Blütenansätze weggeschnitten. Das ist zwar mühselig und zeitaufwendig, aber es lohnt sich sie zu entfernen. In ihnen stecken mehr Bitterstoffe als im Rest der Blüte!

Die getrockneten Blütenblätter werden mit dem Stabmixer portionsweise mit Zucker zerkleinert. Ich habe mit vier Portionen gearbeitet:
eine Portion Zucker plus einer Portion trockener Blütenblätter
zerkleinern
die zweiten Portionen dazu geben
zerkleinern
die dritte … usw.

Meine Rosenblüten ergaben einen leicht pinkvioletten Rosenzucker mit einem herrlichen Aroma.

Mindenstens zwei Wochen sollte der Rosenzucker an einem dunklen Ort ruhen. Dazu verwendete ich ein Schraubglas.
Nach den vierzehn Tagen kann der Zucker in Süßspeisen, Tees oder in Backwerk verarbeitet werden. Die Rosenfreunde Ulm haben auch dazu Rezepte auf ihrer Seite. Mein Rezept für Rosenkekse findet ihr hier.

Tipp: Dieses Rezept funktioniert auch mit Lavendel.

Rosenkekse

oder …

Rosen über Rosen #2

Deutschland stöhnt vor Hitze! Ganz Deutschland? Nein! Da gibt es noch ein paar Verrückte, die jetzt endlich tagsüber auf Betriebstemperatur kommen und abends um 10 Uhr sich was zum Überziehen suchen – Menschen wie ich!

Da ist der Nachbar, der seinen Grill auf dem Balkon anschmeißt, obwohl die Sonne gegen 7 Uhr abends noch voll drauf scheint. Ich rufe beim Vorbeigehen mal kurz hoch: „Na, Ihnen scheint es noch nicht warm genug zu sein?“ Zurück kommt ein zweifaches „JA!“. Kein Echo, nein. Zwei Antworten von zwei Balkonen! 😀

Und ich werfe bei für mich angenehmen Außentemperaturen meinen Backofen an:

  • zum einen habe ich ein unangenehmes, lästiges Kratzen im Hals und die Ohren schmerzen (ich hasse Klimaanlagen, wenn sie so kühl eingestellt sind, dass ich mir beim Betreten mancher Geschäfte eine Jacke mit Kapuze wünsche!)
  • zum anderen um zu testen, ob mein Rosenzucker, den ich vor zwei Wochen angesetzt hatte, auch gelungen ist.

Ich backe Kekse  – Rosenkekse

Dazu brauche ich einen Mürbeteig und ich entscheide mich bei den sommerlichen Temperaturen für die Variante ohne Ei:

  • 300 g Mehl (es geht eigentlich jede Sorte – ich nahm Weizenmehl 550)
  • 200 g Margarine oder Butter (heute war es eine Sojamargarine)

und

  • 80 – 100 g Zucker (für Rosenkekse nahm ich den Rosenzucker)
  • 1 Prise Salz

Anmerkung:
Wenn ich einen salzigen Mürbeteig brauche ersetze ich bei diesem Rezept den Zucker mit 1 – 2 Teelöffel Salz.

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und miteinander verkneten. Wenn es schnell gehen soll nehme ich dazu die Rührmaschine mit Knethaken. Doch viel lieber knete ich Mürbeteig zuerst mit der Gabel und dann mit der Hand. Irgendwie wird der Teig dadurch feiner, meine ich.
Ist eine glatte Kugel entstanden kommt der Teig abgedeckt für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank.

Das Kneten mit dem Rosenzucker war ein Traum! Dieser Duft und dazu die leicht rosa-violette Farbe. Ein Fest für die Sinne!

Da mein blütenförmiger Ausstecher nicht zu finden war musste zum Ausstechen ein Schnapsglas her. Doch vorher wurde der Teig auf einer bemehlten Oberfläche dünn ausgerollt.
Die ausgestochenen Plätzchen kamen nun auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und für ca. 12 Minuten in den Backofen, der auf 175°C vorgeheizt war.

In der Zwischenzeit stellte ich aus Puderzucker und Rosenwasser (aus eigener Produktion) eine Glasur für die Kekse her, die sofort nach dem Backen mit einem Backpinsel auf die Kekse gestrichen werden muss.

 

Zum Auskühlen kamen die Plätzchen auf ein Gitter und ich streute noch ein wenig Rosenzucker auf die noch nicht feste Glasur.

 

Es war verflixt schwer abzuwarten, bis die Plätzchen kalt genug zum probieren waren, verflixt schwer 🙂

Wie sie schmecken?

Lecker!

Echte Sommerkekse. Den Geschmack als den von Rosen zu erkennen ist schwierig, aber die Plätzchen haben ein feines Aroma nach … ? … , wir rätseln noch.

Das Rezept für Rosenzucker folgt.

Backwerk nach verloren geglaubtem Rezept

oder …

Nicht suchen, FINDEN :)

Es gibt ein paar Lieblingsgerichte von denen ich weiß, ich werde sie NIE wieder genießen können. Dazu gehören vor allem die Rezepte meiner Oma Herta, die grandiose Gerichte im Backofen zaubern konnte, aber leider nichts aufgeschrieben hat. Unvergessen ist mir ihr Sauerkraut-Kartoffel-Auflauf als einzige Variante wie ich Sauerkraut mag.
Unvergessen ist mir auch ein Kuchen meiner ehemaligen Schwiegermutter! Ganz zu Anfang meiner Ehejahre hatte ich sie gebeten das Rezept aufzuschreiben, was sie auch getan hat. Irgendwie, irgendwo und wann ging es verloren, bzw. es war einfach zu gut aufgeräumt worden. Ich konnte mich über die Jahre nur an das handschriftliche Rezept auf liniertem Papier in DinA5-Klarsichthüllen erinnern. Mir war es ein Rätsel, wo das Rezept gelandet sein konnte und es tauchte selbst bei den letzten Umbaumaßnahmen und Umräumaktionen nicht auf.

Bis jetzt!

Rezept gefunden und sofort gebacken!!!

Kaum gebacken und gerade so ausgekühlt musste ich das Backwerk anschneiden und probieren:

Lecker!
So schmeckt Erinnerung!!!

Danke Erika, dass du dir vor über 25 Jahren die Mühe gemacht hast dieses Rezept aufzuschreiben!
 

 

Erikas Früchte- / Frühstücks- / Quarkkuchen

 

Zutaten:

125 g Butter oder Margarine
alternativ 6 – 7 Esslöffel Öl

150 g Zucker
2 Päckchen Vanillinzucker
2 Eier
250 g trockener Quark
1 Prise Salz
375 g Weizenmehl
1 Päckchen Backpulver
3 – 5 Esslöffel Milch
150 – 200 g Rosinen, Zitronat, Orangeat, getrocknetes Obst

Zubereitung:

Das Fett schaumig rühren und den Zucker mit dem Vanillinzucker dazu geben.
Die beiden Eier aufschlagen und in die Fett-Zucker-Masse rühren.
Den Quark durch ein Sieb streichen und mit der Prise Salz in die Masse geben.
Das Backpulver ins Mehl mischen und löffelweise in den Teig unterrühren. Nur so viel Milch dazu geben, dass der Teig fest bleibt.
Die gewaschenen, eingeweichten Rosinen, das klein geschnittene Trockenobst, das Zitronat und Orangeat werden ganz zum Schluss in den Teig gehoben.

Den Teig in eine gut gefettete und mit Semmelbröseln ausgekleidete Kastenform geben.

Backen:

75 Minuten auf der untersten Schiene bei 150 – 175°C
Nach 30 Minuten Backzeit den Kuchen eventuell einschneiden zúnd mit Backpaier abdecken.

Warum ich das Rezept nun doch gefunden habe?

Bei meinen vielen Arztbesuchen hatte ich irgendwann genug von der ausliegenden „Literatur“, holte mir mein Notizbuch und einen Bleistift heraus, beschloss skizzierend für 2015 das Jahres-Projekt von 2012 (Mach Platz für Neues) aufleben zu lassen und gab so dem neuen Jahr, wider aller anderen Vorsätze, doch ein Motto 🙂

Ich werde darüber berichten!

 

Ziel ist es wieder, dass jeden Tag ein nicht gebrauchtes Teil meine Wohnung verlässt. Auf der Suche nach nicht unnötigen Dingen wird dann doch das eine oder andere Objekt etwas genauer betrachtet. So blätterte ich ein altes Schulkochbuch vor dem Wegwerfen noch einmal durch UND es flatterte das verloren geglaubte Kuchenrezept von Schwiegermutter Erika heraus.

Himlamat – ein himmlisches Dessert

oder …

Rote Beeren luftig leicht angerichtet im schwedischen Tiramisu

Es gibt fast kein (Weihnachts-)Fest in meiner Familie ohne Himlamat. Das ist einen schwedischer Nachtisch-Klassiker mit zahlreichen Varianten und auch unter dem Namen Änglamat bekannt.

Die Übersetzung von Himlamat ist schon Aussage genug: Himmlische Mahlzeit! 😉
Hinter Ängla steckt der Begriff Engel, und was Engel mögen kann für uns Menschen nur lecker sein.

Das Grundprinzip der Herstellung ist einfach: Drei Lagen leckerster Bestandteile drei Mal abwechselnd übereinander geschichtet und ab in den Kühlschrank für mindestens 24 Stunden, besser 48, und dann servieren. Zwei Bestandteile sind immer Preiselbeerkompott und geschlagene Sahne.

 

Preiselbeerkompott

500 g Preiselbeeren (es gehen auch tiefgekühlte)
100 ml Wasser
200 – 300 g feiner Zucker

Preiselbeeren, Wasser und Zucker in eineneinen Topf geben, aufkochen und mindestens 8 Minuten köcheln lassen. Dabei muss gerührt werden, damit das Kompott nicht überkocht. 
Abkühlen lassen.
Die Konsistenz sollte flüssiger als Marmelade sein.

Eine Alternative zu Preiselbeeren ist ein Kompott aus Cranberries. Cranberries haben den Vorteil, dass sie etwas weniger Zucker brauchen.

 
Kompott aus Cranberries

340 g Cranberries
340 ml Wasser
175 g Zucker


Cranberries mit Wasser und Zucker langsam aufkochen lassen. Wenn die Flüssigkeit kocht die Temperatur etwas herunterdrehen und gleichmäßig mit einem Holzlöffel rühren bis die Beeren aufplatzen.
Die Beeren noch fünf Minuten köcheln lassen und dann den Topf vom Herd nehmen. Die Flüssigkeit in den Cranberries dickt beim Abkühlen langsam ein.


Wenn ich keine Zeit oder Lust zum selber kochen habe geht das Rezept auch mit Lingonsylt von einem großen schwedischen Möbelhaus oder anderen Preiselbeeren im Glas. Diese müssen auf jeden Fall verdünnt werden, sonst ist der Preiselbeersaft zu zäh um von den Löffelbiskuit aufgesaugt werden zu können.



Himlamat nach Art meiner Familie



Preiselbeerkompott
300 ml frische Sahne           
1 Päckchen Vanillinzucker           
150 g Löffelbiskuit
etwas Kakaopulver


Die Sahne mit dem Vanillinzucker sehr steif schlagen und etwas davon als sehr dünne Schicht auf dem Boden einer hohen Auflaufform verteilen.


Löffelbiskuit einzeln in das Preiselbeerkompott tunken (nicht zu lange) und den Boden der Auflaufform damit auslegen. Der Boden muss ganz bedeckt sein, deshalb müssen manche Biskuit „zurechtgeschnitzt“ werden.

Die Biskuitschicht satt mit Preiselbeeren bedecken und darüber eine Schicht Sahne geben.
Wieder Biskuits tunken und die zweite Schicht in die Auflaufform legen … usw.. Die letzte Schicht muss eine Sahneschicht sein.

Die Auflaufform mit Frischhaltefolie abdecken und für 48 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Kurz vor dem Servieren Kakaopulver über die letzte Sahneschicht geben.

Tipp 1
Es ist besser eine hohe Auflaufform mit einem geringen Durchmesser zu verwenden, als eine große und niedrige Form. Die Mengen der Schichten sind wichtig, drei sollten es mindestens sein.

Tipp 2
Weihnachten verwendete ich statt Löffelbiskuit selbst gebackenen Biskuit. Das hat den Vorteil passende Formen für die Gefäße zuschneiden zu können. Ich füllte das Himlamat in Gläser und schnitt dafür Kreise aus dem Biskuit.

Alternativen
Was statt Biskuit in schwedischen Rezepten noch verwendet wird:

  • Apfelmus
  • Pudding
  • Keksbrösel, die in Milch eingeweicht werden
  • Pfefferkuchen (pepparkaka) zerbröselt

Statt Preiselbeeren werden in manchen Rezepten auch alle anderen roten Beeren verarbeitet.

Dinkelbrot aus eigenem Herd

oder …

Auch Dinkel kann sauer werden

Schon vor Tagen ist mir das Brot ausgegangen und selbst im Tiefkühlgerät war zuletzt auch keine Scheibe mehr zu finden. Brot aus dem Supermarkt esse ich nicht und zum Bäcker der Wahl war durch Baustellen weder ein Durchkommen durch die Stadt noch ein Hinkommen möglich. Und zum Radfahren war es selbst mir zu heiß 😀  – Ja, so etwas gibt es!

„Selber backen“, sagte meine kluge Tochter, die übrigens einen tollen und gut besuchten Kochblog schreibt und bebildert: Der Klang der Zuckerwatte! Schaut doch mal rein!

OK, ich war beim Selberbacken von Brot.
Kein Problem, mache ich seit Jahren, ohne groß zu wiegen: Mehl, Wasser, Hefe, Zucker, Salz – alles zusammenrühren, gehen lassen, kneten, formen, gehen lassen, backen, genießen.

So backe ich seit vielen Jahren mein Brot, ohne Waage und Rezept, als reine Gefühlssache, eine geraume Zeit lang regelmäßig und die letzten Monate selten bis gar nicht. Brot auf Hefebasis schmeckt halt vor allem frisch und mit zunehmendem Flüggewerden meiner Kinder fehlen mir die Esser im Haus.

Die Alternative

Mit Sauerteig gebackenes Brot hält sich länger und schmeckt auch noch nach Tagen, wenn es in einem Brotfach oder entsprechenden Schüsseln gelagert wird. Aber solch ein Brot benötigt Vorbereitung, Zeit, Muße und die Muse, die einem beim Backen mit Ruhe die Hand führt.
Aus Roggenmehl habe ich schon Sauerteig erfolgreich hergestellt, dass es auch mit Weizen funktioniert weiß ich von meiner Tochter und ich wollte es nun unbedingt mit Dinkel probieren, meinem momentanem Lieblingsgetreide.

Ich habe Ferien, also dann mal los und es hat auf Anhieb geklappt!

Bis zum Auskühlen und Probieren muss ich leider noch warten, deshalb probiere ich das Rezept zusammenzufassen und den Werdegang des Sauerteigs zu beschreiben. Ich bemühe mich auch um exakte Mengen- und Zeitangaben.

Dinkelbrot mit Dinkelsauerteig

Brotteig:

  • 500 g Dinkelmehl
  • 120 g Dinkelsauerteig
  • 1 Tüte Trockenbackhefe (ich hatte keine Frischhefe im Haus, sonst hätte ich einen halben Würfel genommen)
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 2-3 Teelöffel Salz
  • 300 – 400 ml warmes Wasser

 

  • 2 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • 70 g Dinkelmehl

Das Dinkelmehl in eine Schüssel geben.
In der Mitte mit einem Löffel eine Vertiefung drücken.
In die Vertiefung die Hefe und den Zucker geben.
An einem Rand der Schüssel das Salz verteilen.
Am gegenüberliegenden Rand den Sauerteig hinzugeben.

Das Wasser langsam in die Vertiefung mit der Hefe und dem Zucker laufen lassen und mit dem Knethaken der Küchenmaschine verrühren – langsam von der Mitte der Schüssel nach außen arbeiten. Vorsicht mit der Wasserzugabe, denn Dinkel kann weniger Wasser aufnehmen als Weizen.
Sobald der Teig eine Kugel bildet mit dem Kneten aufhören. Die entstandene Teigkugel ist noch ziemlich weich, weicher, als ein Teig mit Weizenmehl sein würde.

Zum Schluss das Sonnenblumenöl mit der Küchenmaschine einarbeiten. Der Teig wird dabei deutlich fester.
Der Grund: Dinkel hat zwar mehr Klebereiweiß als Weizen aber die Kleberqualität ist schlechter. Das können Fette und Öle etwas ausgleichen.

Den Teigkloß zurück in die Schüssel geben, mit einem Tuch abdecken und an einer warmen Stelle gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

Ein Brett bemehlen und den aufgegangen Teig darauf durchkneten. Der Teig ist sehr weich und benötigt Mehl, damit er nicht an Händen und Brett kleben bleibt. Zu viel Kneten verträgt ein Dinkelmehlteig allerdings nicht, deshalb sollte man eine Brotform zügig zusammenkneten.

Den geformten Brotteig in einen sorgfältig bemehlten Brotkorb geben. Alternativ kann eine Kastenform für Kuchen verwendet werden, die gefettet und bemehlt wurde.

Die Form mit einem Tuch bedecken und noch einmal ca. 30 Minuten gehen lassen.

Den Backofen vorheizen: ca. 200 – 220° C.

Das aufgegangene Brot vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech stürzen und in den Backofen auf die mittlere Schiene schieben.
Falls eine Kastenform verwendet wird das Brot NICHT auf das Backblech gestürzt, sondern mit der Form in den Ofen stellen!
Das Brot eventuell noch mit einem Messer an der Oberfläche ca. 1 cm tief einschneiden.
Unten im Backofen sollte eine feuerfeste Schüssel mit Wasser stehen.

Nach 15 Minuten die Schüssel mit Wasser aus dem Backofen nehmen und die Temperatur auf 180° C zurückstellen.

Nach weiteren 40-50 Minuten das Brot aus dem Backofen nehmen und auf einem Rost, mit einem Geschirrtuch abgedeckt, auskühlen lassen.

Kurz mal testen, ob es ausgekühlt ist. Hmm, wie das duftet!!

Ist noch zu warm und ich muss mit dem Anschneiden immer noch warten.

 

Dinkelsauerteig:

1. Tag
1 Handvoll (ca. 2 Esslöffel) Dinkelmehl mit lauwarmen Wasser zu einem zähen Pfannkuchenteig verrühren.
Die Schüssel abgedeckt an einem warmen Ort stehen lassen. Ich stellte meine Schüssel unter eine gläserne Käseglocke, denn ich wollte sehen, was passiert.

2. Tag bis 4./5. Tag
Den Schüsselinhalt mit 1 Handvoll Dinkelmehl auffüllen und mit lauwarmen Wasser wieder zu einem zähen Pfannkuchenteig verrühren.

Mein Teig blubberte zwischendurch mal kräftig, dann wieder war er still und platt. Auch stieg der Pegel mal so an, dass er den Schüsselrand schon fast überwunden hatte um dann wieder total zu sinken.
Kein Problem! Solange der Sauerteigansatz nur sauer riecht und nicht faulig, sich keine farbigen Punkte zeigen oder haarige Schimmelpilzfäden, ist alles im grünen Bereich. Hört sich gruselig an, ist aber halb so wild. Bisher hatte ich noch keine Ekelerfahrungen mit selbstgemachtem Sauerteig.

Den nicht benötigten Sauerteig dickte ich mit Mehl etwas an, füllte ihn in ein Schraubglas und stellte ihn in den Kühlschrank.

Für das nächste Brot werde ich ca. 1 Tag vor dem Backen mit diesem Sauerteigrest einen neuen Sauerteig herstellen:

  • 1-2 Esslöffel alter Sauerteig
  • 1 Handvoll Dinkelmehl
  • so viel warmes Wasser bis daraus wieder eine Masse wie zäher Pfannkuchteig entsteht

Diese Masse muss mindestens 12 bis 18 Stunden abgedeckt an einem warmen Ort stehen um einen brauchbaren Sauerteig für ein neues Brot zu bilden.

Jetzt aber! Der Anschnitt! Außen mit Kruste und innen fluffig!

 

Frisches Brot mit leckerer Pesto und dazu frische Tomaten – ein echtes Sommer-lecker-Abendessen!

 

 

Wenn der Himmel nur noch grau ist …

… knuddel ich meine grauen Kater
… backe Kater-Kekse,

denn ich habe sie zum Naschen gern!

Backergebnis – Katzenkekse

Als ich diese Ausstechform gestern entdeckte musste ich sie einfach haben, beinahe genauso wie ich diese meine beiden Pelztiger, kaum gesehen, vor zwei Jahren auch einfach haben musste.

Chewbacca

 

Harry

Das Wetter heute verleitete ja wirklich zum Trübsalblasen. Grau, nass, der Himmel scheint auf den Kopf fallen zu wollen – November Rain.

Aber, nein, nicht unterkriegen lassen, Rotlichtlampe raus und weiter die Dauer-Rüsselpest bekämpfen um dann aber doch wieder zurück ins Bett zu kuscheln. Mit einer Thermoskanne Tee versorgt und einem Buch ließ es sich den Sonntag genießen. Zudem lagen meine zwei Kater beide wie die Wärmflaschen an für mich strategisch gute Stellen – jetzt nur nicht bewegen, dachte ich mir. Denn meistens liegen sie eher dort, wo es mir nicht so gefällt.

Doch irgendwann war mir dann das Faulenzen dann doch zu wenig um einen wertvollen Sonntag einfach so zuende dümpeln zu lassen. Zudem wollte ich doch nun endlich auch das Lösungswort für die SWR3-Reise nach Island lösen um an dem Gewinnspiel teilnehmen zu können. Ob ich mich als alter Schisser traue am Telefon-Gewinnspiel teilzunehmen weiß ich noch nicht. Aber es ist eine Chance noch vor Ostern nach Island zu kommen, Sohnemann zu sehen, in den Arm zu nehmen und danach zu beschäftigt zu sein, um ihm auf die Nerven zu gehen – <zwinker> Mütter, tss <zwinker> -nachdem ich, wie üblich für alles, zu spät für die Buchung einer günstigen Reise in den Weihnachtsferien gewesen war.

Da Backen meine Hirnzellen öffnet und ich die neue Plätzchenform ausprobieren wollte war es dann wirklich Sonntag: warme Küche, leckere Gerüche, …

Das Plätzchenrezept meiner Mutter musste ich dann allerdings etwas ändern, denn sie macht in ihren Teig immer Orangensaft und Orangenschale hinein. Ich verwendete alternativ Zitronen: Schale und Saft.

Für den Teig benötigte ich:
125 g Butter
2 Eigelb
1 Päckchen Vanillezucker
80 g Zucker
Abrieb einer Zitrone
3 Esslöffel Zitronensaft
250 g Mehl mit 1 Teelöffel Backpulver vermischt

Zuerst wird die Butter schaumig geschlagen, dann nach und nach die Eigelbe, der Zucker, der Zitronensaft und der Abrieb eingearbeitet.
Danach das Mehl in die Teigmischung kneten.

30 Minuten ruhen lassen.

Ausstechen und bei 200°C Ober- und Unterhitze (anderes kann mein Herd seit Jahren nicht mehr) ca. 10 Minuten backen.

Bei den Katzen musste ich beim Backen aufpassen, damit sie keine braunen Füße bekamen. Aber selbst die schmecken lecker!

Aus dem restlichen Zitronensaft rührte ich mit Puderzucker noch eine Glasur an und überpinselte die noch heißen Kekese damit. Dadurch ging zwar etwas von der Struktur verloren, aber dafür haben die Knusperkatzen ein glänzendes „Fell“ 😀

O.k., es sind keine Kater, 😉 , aber niedlich sind sie trotzdem und lecker!

4. Advent

oder

Mutter Annas – Tag
Der größte Teil unserer am 1. Advent gebackenen Weihnachtskekse ist in der Regel schon vor Heiligabend vertilgt wenn ich mich kurz vor dem Fest noch an Annas butterzarte Schokomandelwürfel wage. Jetzt ist die Bauchregion schon genug in die Breite geweitet, dass dieser sündhafte Genuss auch nichts mehr ausmacht.
Warum wir diese Leckerei Mutter Annas nennen weiß keiner mehr so richtig, genauso unklar ist die Herkunft des Rezepts. Ich bekam es von einer Freundin weiter gereicht, die es selbst schon von jemandem hatte und diejenige von jemanden anderen, die es von noch jemand anderen irgendwoher herauskopiert bekommen hat.  Entsprechend sieht die Kopie der Kopie der Kopie auch aus. Gerade noch lesbar mit zum Alien mutierten Lebkuchenmann.
Hauptbestandteile sind, wie der Originalname verspricht: Schokolade und Mandeln, Zucker, viel Butter und Eier, aber nur ganz wenig Mehl.
Ganz genau:
500 g grob gemahlene oder gehackte Mandeln
2 Tafeln zartbittere, geraspelte Schokolade
135 g Zucker
135 g Butter
35 g Mehl
1 Päckchen Vanillzucker
5 mittelgroße Eier
3 Esslöffel Rum, optional
2 Packungen Kuvertüre
Die Mandeln kaufe ich gestiftelt, das ist dann nur noch die halbe Arbeit sie mit dem Messer zu hacken.
Die Schokolade zu reiben artet leicht in eine Schmiererei aus, weshalb ich lieber mit kleinen Stücken arbeite und die Reste dann wieder mit dem Messer hacke.
Alle Zutaten …
 … gut vermischen.
Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech ungefähr 1 cm hoch verteilen und im vorgeheizten Backofen ca. 18 Minuten bei 175°C backen.

Gut auskühlen lassen.

UND

Vor gierigen Katern schützen!
Chewie liebt Schokolade und findet selbst den kleinsten Krümel. Zur Not holte er sich das Schokoladenpapier aus dem Mülleimer. Ewig hungriger Harry leistete bisher immer gute Vorarbeit und brachte jeden noch so verkeilten Mülleimerdeckel auf um an Wurst-, Käse- und Butterpapier zu kommen, oder an die leeren Katzenfuttertüten. Das was er nicht verwenden wollte, wie Schokoladenpapiere überließ er gnädig seinem Bruder. Allerdings ist für die beiden seit einer Woche diese Spielwiese geschlossen. Der neue Mülleimer schließt deutlich besser und Harry kam bisher nicht hinter den Schließmechanismus. Ich traue es ihm jedoch zu dieses Problem zu lösen.

Zurück zu Mutter Annas. Nachdem das Gebäck ausgekühlt ist wird die Oberfläche mit geschmolzener Kuvertüre bestrichen.

Ist die Schokolade ausgehärtet werden kleine Würfel geschnitten. Spätestens jetzt ist es Zeit für eine erste Kostprobe – und da muss es nicht unbedingt ein Randstück sein 😀
Damit nicht alles im Magen und danach auf den eigenen Hüften landet sollten die Würfel so schnell wie möglich in Blechdosen zum Verschenken verpackt werden.

Nicht vergessen, eine Dose bleibt im Haus :D!!