Woche 34/2017

und …

Ferienwoche vier

Keines der geplanten Vorhaben erledigt zerrinnen die Ferientage langsam dahin. Geduldig ziehe ich das postoperative Programm, Nase spülen, tropfen, cremen, weiterhin durch und verliere langsam, seit Mitte der Woche, das Gefühl einen Schlag ins Gesicht bekommen zu haben. Tatsächlich bekomme ich endlich besser Luft durch die Nase, doch bitte nicht bücken oder in der Sommersonne aufhalten. Das kann noch dauern sagte mir der Vertreter des Vertretungsarztes. Ich habe ja noch zwei Wochen Ferien. Super.

Positiv denken hilft enorm, wenn …

  • das älteste Bruder-Kind auf seinem Festlandsbesuch bei Tante (mir!) und Großeltern vorbei kommt
  • ein Gewinnerpäckchen bei der Post liegt 😀 😀
  • frau sich in Kreativitäten ohne Sinn und Verstand verlieren kann
  • ein einfaches Blumenfeld glücklicher macht als ein Einkauf beim Künstlerbedarf
  • das Ferien-Trost-Ersatz-Geschenk, das ich mir selbst gönnte, mir wirklich Spaß macht
  • der Documenta-Besuch in Kassel endgültig gecancelt ist und ich mich dafür im September für ein kurzes Wochenende woanders einmiete
  • noch Ferien sind und eine ganze, echte Ferienwoche noch zu erwarten ist.

Nicht positives gab es zwar auch, aber inzwischen habe ich wieder genug Kraft mistige Erfahrungen in die Tonne zu drücken, bevor sie sich in der Seele festsetzen.

Da erinnere ich mich doch lieber ganz kurz an die letzten drei Documenta-Besuche, Seelen-Manna, von 2002, 2007 und 2012.

2002 war ein Versuch, ob ich es schaffe ganz alleine unterwegs sein zu können. Ich konnte! Das war der Beginn meiner Allein-Reisen und gerne hätte ich dieses Jahr ein Gläschen darauf getrunken, mit Blick auf die Rahmenkonstruktion, die Bestandteil meiner allerersten Documenta 1977 war. Trinke ich halt ein Schlückchen mit Blick auf alte Fotos.

2007 bloggte ich noch nicht, aber ich fotografierte wieder. Unvergessen die roten Bänke am Fridericianum und die Bilder der parallel laufenden Caricatura V. . Seitdem möchte ich auf dem Schulgelände rote Bänke haben. Für den Schulgarten wartet die rote Farbe im Werkraum um auf die, frisch vor den Ferien geschliffenen, Bänke zu kommen. Ich kann auch geduldig sein! 😉

 

2012 begleitete mich eine Freundin und ich bloggte inzwischen schon, auch von dieser Reise, von der Unterkunft im Knast-Hotel und meinem Resümee zur dOCUMENTA 13.

 

Zurück zu dieser Woche, der vierunddreißigsten

Eigentlich begann die Woche so wie die letzte, mit einem Ausflug nach Filderstadt-Stetten. Nur bog ich statt zum Künstlerbedarf in die andere Richtung ab, zur Freude meines Auges und Geldbeutels. Auf ein Blumenfeld zum Selberschneiden schienen gerade in diesem Moment ein paar Sonnenstrahlen, die es herrlich beleuchtend ins Szene setzte.

Über mir startete ein Ferienflieger nach dem anderen (großer Seufzer), vor mir tummelten sich die kleinen Flieger beim Anflug und Abflug. Und ich war ohne Konstanze unterwegs, da beide Akkus leer waren. 🙁 So musste das Mobiltelefon herhalten.

 

 

Das Gewinnerpäckchen

Auch mal was zu gewinnen, ist eine feine Sache! Ich gewinne so selten etwas, dass ich alle Gewinne noch an einer Hand abzählen kann. Also bitte jetzt nicht den Spruch: Glück im Spiel, Pech in der Liebe!, ich bin der Gegenbeweis. Lieber zähle ich meine Gewinne auf, die taugen Welten mehr:

  • eine Reliefkarte von Baden-Württemberg – die bekam ich in der 3. Klasse 1967 und war damit der King die Queen in der Klasse!
  • einen Star Trek-Wecker, der mit „Beam me up, Scotty“ weckt  in den 1990er Jahren – wenn ich nur wüsste, wo ich das Teil hingepackt habe
  • eine Nadel zum Nadelbinden, bei Anne spinnt oder war es Nadelbinden? Egal beide Blogs sind von Anne und bei ihr gewann ich die Nadel, die ich in Ehren halte. Irgendwann blicke ich auch diese Technik.
  • und nun dieses Päckchen von Merle alias fraumasulzke – hach, was habe ich mich gefreut!! Katerchen auch. Ihm gefällt vor allem die kleine Beilage mit der Feder, die mir aber auch gefällt und meine ist! Ist dem Burschen wurscht. Er findet jedes Versteck, bis jetzt. Vielleicht sollte ich den Fadentrenner, das bisherige Dauer-Versteckspiel-Utensil wieder etwas sichtbar machen, damit er mir die Feder wieder überlässt?

Leider bin ich, trotz beigelegtem Sofort-Losleg-Material, noch nicht zum Ausprobieren einer der Anleitungen dieses sehr schön gestalteten Buchs gekommen. Zuerst wollte ich die Quatsch-Punk-Werkelei aus unmöglich zusammengewürfelten Bestandteilen, auch aus dem Haus Masulzke, vom Tisch bringen. Ist sie auch, beinahe, leider zuerst durch Katerchen (die mitverwendeten Federn waren schuld!), so dass ich jetzt wieder reparieren muss. Hier erst einmal die verwendeten Zutaten:

 

Das Geschenk für mich

Lange hin und her überlegt und gerechnet gab es nun, endlich, ein neues Objektiv für Konstanze (meine Kamera – BegleiterInnen müssen einen Namen haben). Für meine alte Spiegelreflexkamera habe ich zwar schon eine Makrolinse, die auch auf den neueren Modellen verwendet werden kann, allerdings ohne elektronischer Unterstützung. Die ersten Testbilder natürlich wieder in katerlicher Begleitung, dieses Mal jedoch von Chewie.

 

Blümchen vom Schwiegersohn gab es beim kleinen Familien-Lunch am Wochenende.

 

Zum Wochenabschluss, noch mit Tränen im Auge, dass der Besuch unseres ältesten Engländers schon wieder vorbei war, entfaltete sich wieder eine neue Blüte an meiner Passionsblume. Es ist die siebte in diesem Sommer!

 

Ganz zum Schluss, beinahe schon vergessen, doch noch ein Zitat eines Politikers, das ich die Woche in der taz zu Lesen bekam, in einem Interview mit Joschka Fischer:

„Man kann in Deutschland nicht einfach sagen: »Make Germany great again.« Großdeutschland hatten wir, war keine gute Idee. Man kann auch nicht sagen: »Let’s build a wall.« Hatten wir auch, war auch keine gute Idee. Ein paar Dinge sind hier in diesem Land halt anders und sich dessen bewusst zu sein, finde ich für die Gestaltung der Zukunft sehr gut.“

 

 

Allen LeserInnen wünsche ich einen schönen Sonntag und eine gute Woche.

Bis die Tage,

Karin

 

 

Wer jetzt noch ein wenig von mir weiter lesen möchte, auf meinem Reise-/Fotoblog gibt es einen neuen Blogpost:

Ost-Island #1

Spannung im Katzenkino

und …

Eichhörnchen im Futterhaus

Ich gehöre zu den Ganzjahres-Vogelfütterinnen und ganz besonders seit diesem Jahr. Den Grund schilderte ich im Wochenbericht 32 (Link). Im selben Blogpost berichtete ich zudem von dem Eichhörnchen, das das Vogelhaus von oben leer futtert. Jetzt habe ich von ihm doch tatsächlich mit der Kamera ein Beweisfoto festhalten können, zwar nicht beim Öffnen dafür beim „Auslöffeln“, Futtern und Flüchten. 😀

Katerchen hatte mich aufmerksam gemacht, aufgeregt am Katzenkino-Fenster sitzend.

Eigentlich beobachtet er am liebsten die Büsche. In ihnen ist ständig Bewegung durch eine Horde von Haus- und Feldsperlingen. Es rappelt und zappelt und flattert und wusch sind sie weg. Ist ja auch ein lecker Plätzchen für den Nachtisch!

 

Weil ich mich mit dem Auffüllen der Futterstellen verspätet hatte versuchte sich der Eichelhäher, notgedrungen, an der Spatzenstation, die der Buntspecht am unteren Ende nun beinahe vollständig zerhackt hat. Es herrscht Einsturzgefahr. Demnächst fällt der Boden ab und die Birke vor meinem Küchenfenster muss wohl auch gefällt werden, bevor sie beim nächsten Sturm von alleine fällt.

 

Vielen Dank für’s Schauen und bis die Tage,

Karin

Woche 33/2017

oder …

die dritte Woche der Sommerferien

Halbzeit der Ferien, meine Arzttermine brav wahrgenommen, das Therapieprogramm eingehalten und es genossen, ansonsten, in den Tag leben zu können. Klar dreht sich die Waschmaschine und ich begleite den Staubsauger, bringe den Müll in den Container, sortiere Wertstoffe wie im Arbeitsalltag auch, inklusive Aktionen von denen ich eigentlich (noch) Abstand nehmen soll. Egal. Es sind Ferien. Der Wecker meldet sich nicht um 5:50 Uhr. Es ist völlig egal wann ich ins Bett gehe. Total egal. Das freut die Nachteule in mir und ich mich mit ihr!

Was macht man sonst so in den Ferien, oder im Urlaub?

  • Essen gehen – habe ich, mit Tochter
  • ins Café setzen – gemacht
  • Buchläden besuchen – auch mal wieder, gleich mehrfach
  • Zeit zum Zeichnen genommen – könnte mehr sein
  • Geld ausgeben für Dinge, die man nicht wirklich benötigt – musste sein
  • Schläfchen zwischendurch – es gab Zeiten, da meinte ich niemals dazu in der Lage zu sein. Von wegen!

Einfach mal gar nichts tun, in den Himmel schauen, den Vögeln oder den Hummeln zuschauen, Leute beobachten (tut man ja eigentlich nicht) – herrlich.

Dazu sieht die Küche, mit all den Kleinigkeiten die ich ausprobiere, immer wieder aus wie ein Schlachtfeld. Herrlich. Pflanzenfarben verursachen teilweise eine ordentliche Sauerei. Hauptsache es macht mir Spaß.

Zum Glück gibt es zum Ausweichen noch die Schulküche. Dort lassen sich Kräuter und Blüten gerade jetzt in den Ferien besonders gut trocknen, denn Flächen zum Ausbreiten gibt es genug.

 

Auf meinem Balkon fermentieren Brombeerblätter für den Tee, den ich Weihnachten wieder verschenken werde. Nach drei Tagen duftet er schon ganz gut, nur fehlt noch etwas die dunkle Farbe.

Die dunkle Farbe fehlt auch in den Tusche-/Tintenansätzen mit Bananenschale und rostigen Nägeln, Schrauben und ähnlichem. Selbst nach zwei bis drei Monaten geduldigen Wartens ist mir das Ergebnis noch nicht dunkel genug, dafür müffelt das Zeug ordentlich. Yuck! Doch ich scheine auf dem richtigen Weg zu sein.

Zum Entmeucheln gab es etwas Lavendel auf das Papier mit der Farbprobe, was hoffentlich wirkt.

Traurig vor der zurückgeschnittenen Kornelkirsche stehend, erntebereit mit Obstschalen, sprach mich ein Vater mit drei Kindern an: „Blöde Männer, einfach ‚dzzzd‘ weg!“ um dann etwas mit dem ältesten Kind in einer mir unverständlichen Sprache zu sprechen. Sie erklärte mir dann, dass Gärtner die Büsche geschnitten hätten, aber am Spielplatz – es folgte eine sehr genaue Beschreibung, hinter der Wippe stehen Büsche und zwischen zweien steht eine Mauer, usw. … und dahinter … – gäbe es ganz viele und viel bessere Kornelkirschen. Zum Beweis zeigte mir der Vater seine Ernte. Tatsächlich fand ich den Baum! 😀 Fehlt mir nur noch ein Rezept.

Nur zum Nähen kam ich noch nicht weiter. Der Babyquilt liegt immer noch halbfertig an der Nähmaschine. Es sind ja noch drei Wochen Zeit bis zum Schuljahresbeginn 2017/18.

Das Lernen für die Prüfung schiebe ich vor mir her, wie früher. Manches ändert sich wohl nie. Mit den Vorbereitungen zu meiner prüfungsrelevanten Präsentation sieht es besser aus. Die Idee ist fertig im Kopf, einige Bestandteile in Vorbereitung, zudem kombiniere ich diese mit den Inhalten meiner Kräuterwanderung. Wenn ich schon nicht in den Urlaub fahre nutze ich die freie Zeit jetzt, damit ich das Paket vielleicht schon zu Ferienende für den Tag X bereit stehen habe. So hat meine OP und der lange Weg zur Genesung ihr Gutes.

Und was die Woche sonst noch brachte:

  • Dirty Dancing wurde 30 und meine Nichte 15 Jahre alt – letzteres war ein Grund um zum Boesner (Großhandel für Künstlermaterialien) zu fahren. Wie immer war es enorm schwierig nur das einzukaufen, was auf dem Zettel stand. Ich widerstand lange, auch dem Bildband über den chinesischen Künstler Ai Weiwei (doch nur, weil das Buch gefühlt eine Tonne wog). Dann wurde ich doch schwach! Es war ein Schnäppchen – mal kurz entschuldigend geräuspert. Mal sehen welches Buch dafür ausziehen muss.

 

 

  • Kampf beim Betten beziehen mit dem Chaos-Katerchen Angus. Das nächste Mal wird er ausgesperrt, aber wirklich!

  • Beim Spaziergang die erste Herbstzeitlose entdeckt und das letzte Veilchen (hat sich wohl in der Jahreszeit geirrt)

Jetzt genieße ich noch ein wenig den letzten Tag der dritten Ferienwoche, allerdings gemütlicher als dieser Bursche.

 

Einen schönen Sonntag noch und eine gute Woche!

Bis die Tage,

Karin

 

Wer mag kann noch auf meinem Reiseblog weiterlesen und Bilder schauen:

Jökulsárlón – Faszination Gletschersee

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!

 

Woche 32/2017 – die zweite Ferienwoche

oder …

Wo ist denn der Sommer hin?

Montag

Den frühen Morgen mit leeren Straßen trotz vieler Baustellen genossen. Auf einem der Böblinger Seen treiben noch die Bilder zweier Künstler, Alfredo Pucci und Annette Rappold, als Floating Pictures. Durch das bessere Wetter heute schöner in Szene gesetzt als letzte Woche und letzte Überbleibsel der Partnerstadtolympiade.

Völlig unerwartet werden heute schon die Schienen, die meine operierte Nasenscheidewand stützen, gezogen. Ich hatte meine Spül-, Tropf- und Pflegearbeit wohl richtig gut gemacht gehabt. Für fast zwei Stunden lernte ich ein tolles, freies Nasenatmungsgefühl kennen. Ich werde geduldig sein!

Hmm, Vorsätze sind dazu da gebrochen zu werden. Ich sag jetzt mal nicht, was ich gemacht habe, denn auch mit Ende 50 mag ich keine Vorhaltungen durch meine Eltern, mit meinen Kindern im Schlepptau, und die lesen hier ja mit. Nee, war nicht gut, tat mir nicht gut, ich werde mich bessern 😉 !

 

Dienstag

Den Schulgarten inspiziert, Brombeeren und Lavendel geerntet – nicht alleine! Ich hielt den Korb, dirigierte bzw. kommandierte die „Lakaien“, die brav gehorchten. Die Brombeeren werden im Tiefkühlgerät für die Schulküche gesammelt. Für den Lavendel fehlen mir noch Ideen, denn es ist mehr als ich für Essig, Kekse und Lavendelsäckchen brauche.

 

Mittwoch

Etwas Wahlkampfhilfe für die Bundestagskandidatin meiner Wahl und danach zum Arzt zur Kontrolle. Praktisch, wenn alles gleich in der Nähe ist. Frau Doktor ist sehr zufrieden, ich immer noch nicht. Ja, ich muss geduldig sein. Ja, ich ziehe das Therapieprogramm für zuhause weiter durch. Nein, ich fühle mich nicht besser oder geehrt oder sonstwas, weil ich OP und Erholung von derselben in die Schulferien gelegt habe. Mittags bin ich innerlich so etwas von auf Krawall gebürstet und möchte zum Dampf ablassen am liebsten die Wohnung umräumen, den Garten umgraben, laufen. Darf ich alles noch nicht. Alternativ könnte ich etwas Geschirr zertöppern, doch auch keine gute Idee, da ich mich zum Aufsammeln der Bruchstücke ja bücken muss. Leider habe ich wohl zu laut gedacht. Die Sensoren des jungen Wilden im grauen Pelz empfingen diese Ideen, die er spontan umsetzte. Was er die Woche an beweglichem Inventar zerlegt bekam genügt. Der Eimer ist voll – meine Nase auch, schon wieder.

Schon einmal in Bewegung schaffte es Angus auch wieder auf die andere Seite vom Katzennetz auf dem Balkon. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, wo das Schlupfloch ist. Es ist jedoch nicht so ganz einfach gleichzeitig Katerchen zu beruhigen und das Netz abzubauen, dass der Bursche wieder dort ist wo er sein sollte! Und was macht Onkelchen Chewie? Er schaut zu und kommentiert!

Den übrigen Lavendel in Büschel gebunden, bevor er zu sehr bröselt.

 

Donnerstag

Mein Auto in die Werkstatt zum TÜV gebracht: 17 Jahre alt, erster Motor, erstes Getriebe, … . Geputzt, mit zwei neuen Reifen, neuen Wischerblättern und neuer Plakette konnte ich es abends wieder mit Bezahlbarrechnung abholen. Yeah!

Zwischendurch brütete ich wieder an einem Beitrag zur Linkparty, zu der Astrid eingeladen hat, denn ich weiß inzwischen nicht mehr wie ich das bunte Gemenge gebacken bekomme.

Dafür bekam ich die Blogposts über die Westmännerinseln endlich für meinen Reiseblog hierundfort fertig. Die Reise war im Juni, da wurde es aber auch Zeit:

 

Freitag

Arztbesuch und mich den ganzen Tag unrund im Kreis gedreht. Die Wolken hängen dicht über der Erde, als ob einem der Himmel auf den Kopf fällt. Zumindest falle ich aus ihnen, als ich das nächste Bündel an Terminen beim Arzt erhalte. Es regnet und ich muss mir zumindest keine Hilfe für den Schulgarten suchen.

Bei soviel Zeit bleibt welche um mir meine Vogelschar an den Futterstellen zu beobachten. Das Eichhörnchen muss ich die Tage mal erwischen, wie es den „Kamin“ vom Vogelhaus öffnet. Es geht bei der Futterorganisation damit um, als wäre es ein Joghurtbecher: Deckel auf und den Inhalt auslöffeln.

Die beiden Eichelhäher kommen inzwischen auch ins Vogelhaus hinein um sich den Bauch vollzuschlagen. Überhaupt kommen sehr viele Vögel für einen Sommermonat vorbei. Normalerweise muss ich im August maximal einmal die Woche Futter nachfüllen. Dieses Jahr ist schon nach einem Tag alles ratzeputz weggefuttert. Seit so viele Flächen in der Nachbarschaft für einen Straßen- und Bahnumbau gerodet worden sind fehlen Nist- und Futterflächen.

 

Samstag und 12 von 12 im August

 

Sonntag kommt am Nachmittag endlich wieder etwas die Sonne heraus! So kann ich ohne Schirm die Straßenbaustelle besichtigen gehen. Eineinhalb Jahre soll die B 14 an dieser Stelle unterbrochen bleiben, eine der Hauptzufahrtswege in die Stadt und wichtigste Umleitungsstrecke der A 81. Noch mag ich mir nicht vorstellen, wie es mit dem Verkehr nach Ende der Sommerferien werden wird.

Auf dem Weg einen kurzen Besuch im Schulgarten absolviert und zuerst sieben, dann ACHT Salatgurken gezählt, voll biologisch angebaut!

Dazu noch Ringelblumen, wie Borretschblüten, für Tees und die Färberwerkstatt gesammelt.

Auf dem weiteren Weg fiel mir eine Kornelkirsche auf, die erste, die ich außerhalb eines Gartens hier in der Umgebung gesehen habe. Und sie steht beinahe noch auf dem Schulgelände, weit genug weg von einer Straße, außerhalb des Hundespazierwegs – also pflücken gehen die nächsten Tage.

Jetzt werde ich ein wenig Sonne genießen gehen, mit Kopf im Schatten, und zusammen mit meinen Katern entspannen.

 

Einen schönen Sonntag noch und eine gute Woche!

Bis die Tage,

Karin

 

 

12 von 12 im August 2017

und …

Schon wieder ist ein Monat vorbei!

Hallo, wo sind die letzten 31 Tage geblieben? Zweieinhalb Wochen Sommerferien sind fast herum. Ich warte auf den Sommerferienmodus, der sich bis jetzt bei mir noch nicht eingestellt hat. Jetzt ist jedoch erst einmal Wochenende.

1 Aufstehen ohne Wecker, aber die Kater fordern Futter

2 Therapieprogramm zum Durchatmen

3 Endlich einen dicken, dunkelschwarzen Tee! In den Ferien gibt es diesen mit losen Blättern im Kännchen aufgegossen und nicht die Beutel-direkt-in-Pott-Variation

4 Besuch vom Eichelhäher, trotz Regen

5 Die leidige Wäsche

6 Hübsches, farbiges Pilzchen auf dem Weg zum Müllhaus, am Wegesrand, entdeckt. Ob man damit färben kann?

7 Samstag ist Markttag, mit Besuch beim Bio-Bauern und Käsewagen. Beim letzteren leere Käseschachteln mitgenommen. Ich brauche sie für meine Prüfung im August (mehr unter Punkt 11)

8 Supermarkt, Samstag, 13:00 Uhr und die Tiefgarage ist fast leer! Sonst ist hier um diese Zeit das Hauen und Stechen um einen Parkplatz angesagt! Herrlich wie entspannt Einkaufen in den Ferien ist!!

9 Den fertig ausgezogenen Erdbeer-Basilikumessig in Fläschchen abgefüllt (der Ansatz ist im Juli 12 von 12 zu sehen). Was soll ich sagen? Lecker lecker lecker! 😀

10 Zutaten und Zubehör für den nächsten Essigansatz besorgt. Thymian will im Schulgarten nicht so richtig gedeihen.

11 Post aus England

12 Die mit Naturfarben gebeizten Käseschachteln weiter verarbeitet. Die erste Schachtel ist fertig und schon mit Pflanzenmaterial zum Färben gefüllt.

Der Tag ist zwar noch nicht zuende, aber ich fühle mich so.

Kein Katerbild heute. Die gibt es morgen zum Wochenrückblick.

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 31/2017 – die erste Woche Sommerferien

oder …

Gesundheit sanieren und mehr

Als andere ihre Reiseköfferchen packten, stellte ich meine Utensilien für einen kurzen Krankenhausaufenthalt zusammen. Routineeingriff, heißt es. Etliche Nachbarn, KollegInnen, eine Freundin haben es schon machen lassen, mit unterschiedlichen Resultaten und einer Meinung: YUCK! Nasenscheidewand begradigen, Nasenmuscheln verkleinern, Kehrwoche in den Kieferhöhlen – da musste und bin ich durch am Dienstag.

Mittwochmorgen, am Tag danach, saßen dann mit mir drei andere, wie ich zugerichtete, Gestalten nach einer schlimmen Nacht vor dem Behandlungszimmer der HNO-Abteilung um die Tamponaden ziehen zu lassen. Schade, dass keiner von uns eine Kamera dabei hatte. Jeder von uns mit verklebter Nase und Popelbremse glich unsere Versammlung einem Casting für eine Hannibal-Lecter-Neuauflage.

Mit einem Therapieplan in der Tasche ging es zügig nachhause, viel zu früh für mein Empfinden. Zwar habe ich Familie und Freunde in Rufbereitschaft, aber nachts klingle ich niemanden aus den Betten, eher rufe ich den Notarzt. Ansonsten halte ich meinen Kopf hoch und mich ruhig, bücke mich fast gar nicht, kühle den Nacken, wechsle die Tröpfchen regelmäßig und spüle die Nase – BÄH!

Angus als Seelentröster

Noch fühle ich auch am fünften postoperativen Tag keine echte Besserung in Sachen Nasenatmung und hoffe doch sehr, dass sich diese noch einstellt. Frau Doktor ist jedoch zufrieden. Wenigstens eine!

Glücklicherweise hatte ich den Montag genutzt gehabt die Wohnung auf Vordermann zu bringen, um so wenig wie möglich Arbeit zu haben, wenn ich wieder zuhause bin. Wichtigstes Teil dieses Vorhabens war die Reparatur der Beleuchtung meines Spiegelschranks. Die Badrenovierung ist noch gar nicht so lange her, doch nun hat die Sollbruchstelle am Beleuchtungskabel dieses Teils aus dem schwedischen Möbelhaus nachgegeben. Ich kann mir nicht alle drei Jahre neues Mobiliar leisten, geschweige denn einen ordentlichen Handwerker zur Montage finanzieren. Deshalb die Leiter geholt, der Höhenangst den Kampf angesagt, die Sachlage aus der Nähe begutachtet. Klarer Fall von Fehlkonstruktion, aber pfuschig reparabel.

Werkzeuge organisiert, statt Abisolierzange muss das Schnitzmesser herhalten, Stom abgestellt und den Kabelbruch mit einer Lüsterklemme überbrückt. Runter von der Leiter, Strom angestellt, Lichtschalter an und große Freude – es tut!

 

Was die Woche sonst noch brachte:

Ernte im Rekordtempo. Gewitter waren am Montag angesagt und jetzt ging es den Bauern um das Einholen der Ernte und vom Stroh. Faszinierend wie Hand in Hand arbeitend Mähdrescher, Ballenpresse, Traktoren alles einholten und unter Dach und Fach brachten.

Tatsächlich kam das angesagte Gewitter, allerdings mit einem Tag Verzögerung, mit Blitz und Donner ohne Luftholen dazwischen, das mich im Krankenhaus (es steht auf einem Berg) aus dem Bett hob. Den Rest der Nacht goss es in Strömen. Somit hat der eingeteilte Gießdienst für den Schulgarten mal wieder Glück.

 

Am 2. August war Earth Overshoot Day, das heißt wir Menschen haben an diesem Tag alles aufgebraucht, was die Erde uns regenerativ in einem Jahr zur Verfügung stellt. Danach leben wir eigentlich über unsere Verhältnisse.

Für Deutschland sieht diese Bilanz noch schlechter aus, denn für unser Land war es schon der 24. April!

Nachzulesen ist das auf der Seite des WWF – Overshoot Day.

Wer seine eigene Bilanz ziehen möchte kann seinen persönlichen ökologischen Footprint berechnen, mit dem Footprint Calculator.

Mein persönlicher Overshoot Day liegt demnach am 5. August, liegt demnach ein paar Tage besser als der Durchschnitt, deutlich besser als das deutsche Ergebnis, aber glücklich macht mich das nicht.

Spaßeshalber habe ich etwas mit dem Programm gespielt und mich dann doch gewundert, als ein besseres Ergebnis herauskam nachdem ich mich als Fleischesserin eingetragen und die Vegetarierin herausgenommen hatte.

Morgen, Montag, sitze ich wieder hier und hoffe, dass es in meiner Nase gut aussieht.

 

Inzwischen wühle ich mich durch das doppelte Kilo Bilder vom letzten Island-Urlaub und bin einen Schritt weiter. Ein paar Exemplare fanden ihren Platz im Reisebericht zu den Westmännerinseln. Wer mag kann bei hierundfort hineinschauen.

Bis die Tage und bleibt gesund!

 

Fünfzehn Fakten über mich und den Sommerurlaub

oder …

Die Magie von Inseln und dem Norden

 

In der Gegend in der ich aufwuchs konnte sich fast keiner einen Sommerurlaub leisten. Die Siedlung war, wie viele andere Stadtteile, Anfang der 1960er Jahre für all die Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der späteren DDR aus dem Boden gestampft worden. In erster Linie bemühten sich die Familien sich ein neues Leben aufzubauen; da war kein Geld für Urlaubsreisen übrig. Man hatte für die Sommermonate eine Dauerkarte für das Schwimmbad, füllte morgens eine Sprudelflasche mit kaltem Tee, Mutter schmierte ein paar Brote und dann machte sich die (Kinder-)Kolonne auf den Weg zur Abkühlung.

Höhepunkte waren eine Bahnfahrt zum Blühenden Barock mit seinem Märchengarten rund um Schloss Ludwigsburg, oder ein Besuch der Wilhelma, dem Zoo in Stuttgart.

Luxustage, wenn der Vater über das Wochenende den Firmenwagen privat nutzen durfte und wir in den Schwarzwald, auf die Schwäbische Alb oder an den Bodensee fahren konnten.

Irgendwann war „Adria“ das Zauberwort. Wie sich das anhörte: „Ahh.driii.ahhh!“ – hach! So klingt Sonne, Meer, Eis. Noch ein Seufzer. Der erste Wohnwagen stand an der Straße und wir vergaßen beinahe unseren Weg in Richtung kühles Bad: „Mann, die fahr’n an die Adria!“.  Ich durfte dafür zu meinen Großeltern nach Leutenbach, auf der anderen Seite von Stuttgart!

1 Urlaub bei Oma

Wir waren fünf Enkelkinder, doch vor allem mein Cousin und ich entwickelten eine Art Oma-Tourismus. Jeder von uns beiden buchte Oma für zwei Wochen in den Sommerferien und Oma machte mit. Opa auch, was bei seinem etwas schwierigem Charakter selbst über die Jahre nach seinem Ableben noch verwundert.

Von meiner Großmutter lernte ich, dass Urlaub auch einfach ein paar Stunden weg von zuhause sein kann, dass Qualität und nicht die Quantität entscheidet. Von ihrem Beispiel aus entwickelte ich eine ähnliche Tendenz zu Handtaschen mit einer Grundausstattung für alles. Wie sonst konnte mein Sohn, Jahre später, an einem griechischen Sandstrand auf die Idee kommen mich zu fragen, ob ich denn zufällig eine Rolle Tesafilm dabei hätte. Hatte ich zwar „ausnahmsweise“ 😀 nicht, aber er fand den 3 mm Holzbohrer und das angebrochene Tütchen Zucker zusammen mit ein paar Büroklammern, der Schraube und dem Stück Kreide in meinem Mäppchen-Sammelsurium als Alternative super.

Mit Oma Herta gab es Besuche in der Backstube von einer Bäckerei, die noch selber Einback und Zwieback herstellte. Mit Oma wanderte ich, wenn Opa aus dem Haus war, durch die Landschaft um Tiere, Vögel, Insekten zu beobachten. Wir sammelten Blumen, flochten Kränze, sammelten Beeren, Kräuter, Früchte. Und wenn das Wetter nicht so mitmachte gingen wir in die Wilhelma in Stuttgart oder Oma saß an der Nähmaschine, ich daneben sitzend, mit Stoffresten und Garnen spielend, nebenbei häkeln, stricken und nähen lernend.

2 Österreich – Salzburger Land

Der erste richtige Sommerurlaub führte meine Familie ins Salzburger Land.

Mein Vater hatte Überstunden bis zum Abwinken gemacht, um uns diesen Urlaub zu ermöglichen. Wir lebten so sparsam in diesen Tagen, dass das Geld am Ende noch für den Urlaub im nächsten Jahr reichte. Es schreckte uns auch nicht das unbeständige Wetter, meist waren es verregnete Tage im August, der Zeit der Handwerkerferien. Doch im Rückblick finde ich, dass meine Eltern ein gutes Händchen in der Wahl ihrer Quartiere dort hatten. Urlaub auf dem Bauernhof auf der Höhe einer Zwischenalm war das Beste, was mir und meinem Bruder als Kinder angeboten werden konnte. OK, mir bekam gesundheitlich die Höhenluft nicht so gut, aber das drumherum war einfach nur genial natürlich schön. Abends nicht einschlafen zu können weil von draußen keine Autogeräusche zu hören waren, sondern nur das Rauschen von Bäumen im Wind, dem Gurgeln und Gluckern vom Bach, ab und an das Muhen einer Kuh, das Bimmeln der Kuhglocken, … war anfangs ein Problem für mich und meinen Bruder als Stadtkinder.

Doch der Blick morgens auf die Berge vom Bett aus – überwältigend.

Ganz viele Jahre später war Österreich durch den Tauchsport meines Sohns wieder eine Adresse. Vor allem an den Plansee ging es häufig und ich konnte in dem Funkloch dort herrlich gut abschalten!

Plansee Juli 2008

3 England

Am Ende von meinem zweiten Jahr Englisch an der Schule stellte meine damalige Klassenlehrerin uns Schülern eine pen-pal-Aktion vor. Das hörte sich Anfang der 70er-Jahre schon mächtig reizvoll an, richtig exotisch, die Chance sich mit anderen Schülern weltweit in Brieffreundschaften schriftlich austauschen zu können. Klar machte ich mit und erzählte meinem Onkel davon, bzw. ich holte mir mit meinem begrenzten Wortschatz in Englisch Hilfe bei ihm als Englischlehrer. Er führte seit seiner Studenzeit auch eine Brieffreundschaft mit einer englischen Familie, mit der er Zeit seines Lebens auch Kontakt hielt. Über diesen Weg erhielt ich neben den Adressen aus Australien, Norwegen, Indonesien, Südafrika und Pakistan auch Kontakt zu einer Brieffreundin im Süden Londons. Die Kontakte hielten teilweise bis über meine Realschulzeit hinaus, zwei dieser Brieffreundinnen lernte ich dann auch direkt kennen. So kam ich mit 15 zu meinem ersten Flug, der mich zu Jane aus Coulsdon in England führte. Voll cool! Vor allem ihre Eltern, der älteste Bruder und ihre Freundinnen 😉 !

Bis zu diesem Besuch war mir britischer Humor völlig unbekannt (klar, als 15-jähriger) . Ich durfte ihn hautnah in realen Situationen kennenlernen und erleben, zum Beispiel als wir unterwegs nach Eastbourne mit dem Auto liegen blieben. Das Auto war ein Vorkriegsmodell, mit ganz viel Holz in der Innenverkleidung bzw. -ausstattung. Es fuhr selbst in guten Momenten vielleicht 80 km/h und hatte so seine Probleme bei Steigungen. Auf halber Höhe von den Hügeln dampfte es unter der Motorhaube hervor und man musste an den Randstreifen zum Abkühlen anhalten. Bei einem dieser vielen Zwischenstopps gab es dann mal eine zarte Anfrage von der Gastmutter, ob es nicht doch mal an der Zeit für eine neues Auto wäre. Gastvaters Antwort:

„An old pal doesn’t need a new machine!“, machte die Motorhaube auf, spuckte einmal auf den Motor, Deckel zu und das Auto fuhr, „an old car doesn’t need a mechanic!“

 

Später wurde England Familienland, da mein Bruder dort seine Familie gründete. Meine Kinder lernten so spielend Englisch bei Besuchen und Urlauben, leider meine Nichten und Neffen kein Deutsch. London und die Gegend rund um Torquay in Devon, ließ sich mit oder ohne cream tea and scones immer genießen.

 

 

4 Österreich – Kärnten

Endlich ein Badeurlaub!! Meine Freundin und ich hatten uns so sehr einen Urlaub am Meer gewünscht und wir hatten alles versucht umd unsere Eltern zu solch einer Unternehmung zu überreden. Keine Chance. Wieder keine Adria, aber auch keine Aussicht an Nord- oder Ostsee. Unsere Eltern wollten in den Bergen wandern. Tja, da war Kreativität und eigenes Handeln angesagt. Wir gingen zu zweit ins Reisebüro und ließen uns beraten, holten Angebote ein – das ging auch ohne Internet – und schafften unsere Eltern von der gefundenen Alternative zu überzeugen. Wir fuhren gemeinsam nach Seeboden am Millstätter See in Kärnten. So hatten wir Mädels den Badeurlaub und abends die Disco, der Rest der Familie konnte sich in den Bergen tummeln.

 

5 Dänemark, Norwegen und Schweden – Interrail

Meine Liebe zu Skandinavien entwickelte sich mit meinen ersten eigenen Büchern, die zum größten Teil ihre Schauplätze im Norden hatten und es spielten immer wieder auch Tiere, vor allem Vögel, eine Rolle. Da kam mir das Angebot der Bahn zum halben Preis durch Deutschland fahren zu können und sonst durch ganz Europa (und Marokko) kostenlos sehr gelegen. So fuhr ich mit meinem Bruder und einer Studienkollegin kreuz und quer durch Skandinavien, was sich als schwieriger herausstellte als gedacht. Die Bahnstrecken in Norwegen bilden kein Netz sondern eher einen Stern, alle Linien führen irgendwie wieder zurück nach Oslo oder Trondheim. Doch ich konnte meine andere, damalige, Brieffreundin, Tone, im Süden Norwegens treffen.

Mich überwältige die Natur, die Fjorde, die Leere, das Meer und ich wusste, dorthin fahre ich wieder. Doch vorher, mussten wir wieder heim, allerdings mit Umweg. Da wir noch zwei Tage auf dem Interrail-Ticket übrig hatten stiegen mein Bruder und ich in Kopenhagen in das Zugabteil nach Paris und nicht nach Stuttgart.

6 Frankreich

Zu Fuß durch Paris, weil meinem Bruder und mir das Geld fast ausgegangen war:

Gare du Nord – Gare de l’Est (Rucksäcke ins Schließfach) – Le Centre de Pompidou – Notre Dame – Place de la Concorde – Tour Eiffel – Sacre Coeur – Gare de l’Est (Rucksäcke abgeholt) und ab in den Zug nachhause. Es war ein toller Tag, an den ich mich gerne zurück erinnere.

Mit der nächsten Reise begann meine Liste an Rundreisen, denn es ging von der Normandie aus, immer schön der Küste entlang, bis kurz vor Bayonne zuerst in die Pyrenäen. Dort bestätigte sich wieder wie wenig ich mit Höhenluft zurecht komme. Nach dem dritten Pass ging es mir so schlecht, dass Andorra links rechts liegen gelassen wurde. In Südfrankreich angekommen war die Küste so überlaufen, dass es mit Saintes-Maries-de-la-Mer auch nichts wurde, trotzdem schön im Hinterland, denn wir kamen immer wieder.

Bretagne Juli 1979

7 Italien

Südtirol war das Hauptziel von meinen eigenen Schullandheimaufenthalten. Die Toskana musste natürlich auch mal sein, doch richtig herrlich war Sizilien im Herbst 2016, weniger schön die mitgebrachte Lungenentzündung.

Landschaft bei Montalcino, Ostern 1984

8 Sylt

Nach den erfolgreichen Kärnten-Urlauben versuchten meine Freundin und ich die Eltern nun von der Nordsee zu überzeugen. Ich hatte Erfolg, allerdings durch unerwartete Mithilfe. Mein Vater hatte bei Gesprächen mit einem Kunden über Urlaub und Urlaubspläne gesprochen, Erfahrungen ausgetauscht, konträre Familienwünsche beklagt und hatte irgendwann nicht nur eine Urlaubsadresse abends mit nachhause gebracht, sondern schon dort angerufen. OK, es war nicht Föhr, Amrum oder Sylt, sondern nur Büsum, aber an der Nordsee! Leider ohne Freundin und ihrer Familie, die fuhr wieder nach Kärnten.

Büsum blieb für meine Eltern lange das liebste Reiseziel und später übernahm mein Großvater diese Ferienadresse. Mich zog es aber noch weiter in den Norden.

Die ganz große Liebe, die durch die Familie vom Vater meiner Kinder entstand, ist und bleibt Sylt. Hier erholte ich mich nach der Geburt meiner Tochter um Kraft zu tanken! Hier verbrachten wir auch den ersten Familienurlaub mit schwerkrankem Kind, weitere Urlaube dort sollten folgen und später verbrachte ich meine Herbstferien dort.

Sylt Weststrand Oktober 2008

9 Schweden und seine Inseln

Öland Neptuns Äcker 1982

10 Kreta

Durch meine Freundin aus Studententagen kam ich nach Kreta. Ganz spontan hatten wir beiden unsere Kinder und etwas Gepäck eingepackt und flogen mit einem Billigflieger los. Verspätet gestartet ging im Flugzeug der Proviant aus. Er reichte nur für die Passagiere in den ersten Reihen und ich sehe noch, wie meine Freundin entrüstet aufstand und der Stewardess die letzte Dose Bier aus der Hand riss – die tranken wir dann bei Sonnenaufgang, als wir völlig übermüdet im Süden Kretas angekommen waren und uns beinahe mit der Machete durch Gestrüpp zu ihrem Häuschen durcharbeitet hatten. Auch nach Kreta kamen wir nicht nur einmal, doch am schönsten ist und bleibt der Süden.

Chania Juli 2001

11 Spanien – Costa Brava

Und zwischendurch geht es immer wieder zum Seele baumeln lassen zu meiner anderen Freundin, die seit ihrer Pensionierung in Spanien, an der Costa Brava, lebt.

Tossa de Mar 2015

 

Dem Kind zuliebe auch mal Urlaub alles inklusive. Hat was, wenn man sich um fast gar nichts, außer dem Tauchgerödel, kümmern muss. Zudem machte es großen Spaß zusammen mit den anderen tauchenden Vereinsmitgliedern unterwegs zu sein. So kam ich auch in Länder in die ich als überzeugte Alleinreisende sonst nicht reisen würde, wie …

12 Kuba und

Kuba, Juni 2005

13 Ägypten

Abseits von den ganz großen Touristenhochburgen Hurghada und Sharm-el-Sheik sieht die Welt schon ein wenig anders aus und tagsüber auf dem Boot ging es auch die Hitze zu ertragen. Absoluter Höhepunkt wurde jedoch ein Ausflug nach Jordanien zum Weltkulturerbe Petra.

Schlucht vor Petra, Jordanien, Mai 2012

14 Adria 😀

Endlich, bloß nicht wieder und dann doch noch einmal – Tauchurlaub für den Sohn, Schnorcheln für mich. OK, ich war nur in Kroatien, genauer in Istrien, aber nee, nur nett und nicht mein Ding. Nun stelle ich auch noch fest über die letzte Reise dorthin, 2014, nicht gebloggt zu haben.

Amphitheater in Pula, Istrien 2014

15 Island

Was soll ich dazu sagen 😉 – ich werde wieder dorthin fahren. Ganz sicher. Noch sind nicht alle Bilder von der Reise in diesem Jahr gesichtet und sortiert. Kommt noch. Hier und hier gibt es Berichte der letzten Reisen.

 

Mehr Geschichten über den Sommerurlaub gibt es bei Astrid!

Bis die Tage.

Woche 30/2017

oder …

Schuljahresende und Ferienbeginn etwas anders

Zwei Ereignisse bestimmten hauptsächlich den Ablauf dieser Woche. Sie beanspruchten so viel Energie, dass die üblichen wichtigsten Geschehen in solchen Tagen in den Hintergrund rutschten – das Ende des Schuljahres und der Beginn der Sommerferien.

Mitte der Woche begann ein großes Sportereignis in Böblingen, die Partnerstadtolympiade. Dazu reiste aus Bergama (Türkei), Geleen (Niederlande), Glenrothes (GB, ähm Schottland ;-)), Krems (Österreich), Alba (Italien) und Pontoise (Frankreich) die Sportjugend an, um sich in verschiedenen Sportarten drei Tage lang zu messen. Dazu mussten einige Schulen vor dem Ferienbeginn schon (auf)geräumt und Betten in den Klassenräumen aufgebaut werden. Ich musste neben meinem Klassenzimmer auch noch meinen Kunstraum so vorbereiten, dass nicht allzuviel kaputt gehen kann. Nebenbei wurde plötzlich repariert, was das Zeug hielt, darunter auch noch Schäden auf deren Behebung schon so lange gewartet worden war, dass sich manche Kollegen nicht mehr an ihre Entstehung erinnern konnten. Aber es wurden auch Lampenabdeckungen mit Kabelbindern an den Platten der abgehängten Decke fixiert, damit ja kein Gast beim Schlafen zu Schaden kommen wird. Meine Frage, ob solche Teile nur nachts die Tendenz zum Fallen haben, da unsere Schüler tagsüber seit Jahren darunter sitzen, erhielt keine Antwort. Ich dachte nicht mehr nach, versuchte die Klasse zu beschäftigen, brachte mit ihr wertvolle Geräte und Unterlagen unter Verschluss, verließ die kabelbindenden Lampenabdeckungsfixierer und ging in den Schulgarten. Der Lohn für den Aufwand, einen Tag früher Ferienbeginn, hörte sich ganz nett an. So geht es allerdings nach den Ferien ans Zurückräumen und wirkliche Aufräumen vom Klassenzimmer. Viel lieber hätte jedoch ich den gewohnten, ganz normalen Schuljahresendwahnsinn gehabt.

Das zweite Programm soll mir wieder mehr Luft bringen und füllte die Tage mit einer Reihe an Untersuchungen und Facharztbesuchen. Nach etlichen Jahren erhöhter Infektanfälligkeit, Dauerrüsselpest und Husten scheint die Ursache wohl gefunden, bzw. präziser, wird eine Reaktionskette diagnostiziert, die mich noch eine Weile beschäftigen wird. Um das herauszufinden saß ich mich durch die etlichen Wartezimmer und Untersuchungsräume. Während andere ihre Urlaubstaschen packten plante ich mein „Reisegepäck“ für die kommende Woche, statt einer Auffrischung für die Reiseapotheke holte ich mir meinen „Proviant“ aus der Apotheke.

Was die Woche sonst noch so brachte:

Regen zum Ferienbeginn und was für eine Menge, dazu noch wenig sommerliche Temperaturen!!!

endlich die Steuererklärung fertig bekommen und auf den Weg gebracht – yeah!

ohne Zeitdruck zur Ruhe gekommen und viel spazieren gegangen, dabei fotografiert und KEINE neuen Pflanzen für das Herbarium gesammelt. Es ist genug!

wieder Spaß gehabt als ich ein wenig mit Pflanzen bzw. Pflanzenfarben experimentiert habe – ich plane so schon für meine Prüfung im Oktober

vernünftig gekocht und leckeres Liebstöckelpesto zusammengemixt. Bei den Vorbereitungen wieder eine Idee gehabt, mal sehen was daraus wird

in Schulgarten immer wieder Präsenz gezeigt, damit bei all dem Trubel auf dem Gelände nicht zu viel kaputt geht

mein Schuljahresbeginn-Geschenk aus dem Briefkasten geholt kann auch als Zielvorgabe von meinem Sommerferien-Genesungsprogramm angesehen werden. Bis zu diesem Zeitpunkt muss ich fit sein! Selbst wenn ich wohl die älteste Teilnehmerin an diesem Konzert sein werde fahre ich dort hin.

Bis die Tage und geht sie in Ruhe an,

Karin