und …
den Frühling entdecken
Vergangene Woche hatte ich schon meine Hände und Finger in meinen Wollboxen und war in das Wochenende mit herrlich gelber, gekämmter Rohwolle gegangen. Samstagabend liefen die Fasern über das Spinnrad auf die Spindeln. Knapp 100 g Garn mit ca. 300 m Lauflänge bekam ich am Ende aus den mit Färberkamille gefärbten Fasern heraus.
Deshalb machte ich mit den Färbungen aus Färberhülse weiter. Der gelbe Farbton hatte nicht die Intensität der Färberkamille, aber ich wollte einfach die Materialbox leer bekommen. Nach Kämmen, Spinnen, Abwickeln zum Strang und Entspannungsbad hängte ich die Wolle auf einen Haken zum Abtropfen. Ein hübscher Haken, aus Eisen, handgeschmiedet, der mir so praktisch in diesem Moment erschien, ohne nachzudenken. Eisenoxid wird gezielt beim Färben eingesetzt, um einen Grünton zu erreichen. Genau das wollte ich in diesem Fall nicht, schon gar nicht einen solchen ungleichmäßigen Grünstreifen. Was tun? Seife und ausspülen brachte nichts. Dann versuchte ich es mit Fleckensalz und weichte das Garn damit ein. Überraschung nach ein paar Stunden, der Streifen war fast nicht mehr erkennbar und das komische blasse Gelb zeigte einen kräftigeren Farbton. Super! 40 g mit 150 m Lauflänge gerettet und aufgehübscht.

Zudem hatte ich zwei Boxen frei, die ich für meine Fortbildungen füllen wollte, leider in der falschen Größe. Eine passende hatte ich zwar, doch in der war – natürlich – noch mehr Rohwolle. 🫣🤭

Statt das Material in einen Sack vorübergehend zu parken holte ich die gerade weggepackten Wollkämme wieder hervor und machte mich ans Werk. Mehr als 500 g Rohwolle von Hand zu verarbeiten, nachdem ich schon einiges versponnen hatte, war eine Herausforderung, die ich nicht ganz geschafft habe.



Den Rest nehme ich mit auf die anstehenden Fortbildungen.
Hauptsache eine Box ist frei für die Materialien und Pflanzen zum Herstellen von Tinten und Farben zum Färben von Wolle. Es ist noch so viel zu tun!

Werkstatteinblicke
- Tinten und Farben einfach einzupacken funktionierte nicht, nebenher probierte ich eine Alternative zu Eichengallen
- was tun mit der Ausschusswolle vom Kämmen der Rohwolle? Die kam in einen ausgedienten Meisenknödelhalter, als Nistmaterialspender (ähnlich diesem, in der 6. Woche vorgestellten, Link)
Ganz wichtig, die Wolle muss angefilzt werden, damit die Vögel beim Herausrupfen nicht den ganzen Inhalt auf einmal herausziehen!

Ansonsten
- der älteste Lieblingsmensch fühlt sich in seiner neuen Bleibe gut aufgehoben und wohl
- für Blumendekoration von einem Iftar gesorgt – die Reste stehen nun bei mir
- Endspurt in den Fortbildungsvorbereitungen
- den Frühling entdecken …




Ohrwurm der Woche
Nachdem ich Lola Young zum erstem Mal bei Inas Nacht im vergangenen Dezember hörte – Link – stand sie auf meiner Ohrwurm-Auswahl, wurde dann immer wieder verdrängt. Jetzt aber …
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot.
Kommentare
Na, das war doch eine so wollige Überraschung und Du so fleißig
Das Du neben der ganzen Kämmerei und Spinnerei auch noch im Garten warst, … 😉
Die Meldung, dass sich Dein Vater wohlfühlt, freut mich wirklich sehr!
Ich h8ffe, Du hast jetzt aber alles für die Fortbildung zusammen, Du klingst ein kleines bißchen abgesetzt in der Richtung. Aber man möchte da ja auch eben immer sein Bestes geben
Hab ein schönes Wochenende, hier hat es endlich auch mal ein paar Tropfen gegeben, immerhin.
Mit ganz lieben Grüßen
Nina
Wenn es in Richtung Fortbildungstage geht wünsche ich mir ein MAteriallager auf Rädern, das ich so auch übers Jahr nutzen kann. Alles drin und nur losfahren müssen und nicht entscheiden, was ich mitnehmen kann und was zuhause bleiben muss. Was dann in diesen drei Tagen fehlt muss improvisiert werden.
Auf jeden Fall hilft das Wissen, der Vater ist versorgt!
Ein schönes Wochenende, mit vielen lieben Grüßen
Karin
So schön das erste Foto, noch schöner die Nachricht, dass der Vater wohl aufgehoben ist! Dein Fleiß in puncto Wolle ist ja märchenhaft, ich muss immer an die Müllerstochter denken ( aber du wirst doch kein Rumpelstilzchen einschalten? )
Den Frühling wirst du in BadSib vermissen, dafür aber interessierte Kolleg*innen antreffen, hoffe ich. Ich wünsche dir eine auch sozial gesehen angenehme Zeit!
💚lich
Astrid
Auf interessierte KollegInnen hoffe ich sehr. Auf jeden Fall bin ich gut vorbereitet, anders als in meinen vier Wänden. Da muss ich noch ran, denn im Anschluss hat sich Besuch angesagt
Stroh zu Gold spinnen zu können, tja,… schön wär’s. 😂 Ich verzichte aber lieber auf das Rumpelstilzchen.
Schönen sonntag und viele liebe Grüße
Karin
Ganz viel geschafft und jetzt geht es sicher bald ans stricken. Es ist sicher beruhigend für dich den Vater am richtigen Ort zu wissen und er sich wohl fühlt.
L G Pia
Den Vater in guten Händen und in einer sichereren Umgebung zu wissen beruhigt tatsächlich.
Das gesponnene Garn ist für ein Pulloverstrickwerk zu rauh. Ich werde wahrscheinlich damit weben.
Liebe Grüße
Karin
Wunderschöne Bilder – mal wieder! Und wie so oft, habe ich auch bei diesem Blogpost viel dazu gelernt.
Danke!
Carina.
Dann haben wir beide dazu gelernt! 😁
Ich werde demnächst einmal gezielt beim Färben das Fleckensalz einsetzen.
Liebe Grüße
Karin
Wow, liebe Karin, die gelben Garne sind fantastisch! Und dein Spinnen finde ich ebenso klasse. Aber sooo schön, dass dein Vater sich in seinem neuen Domizil wohlfühlt!
Liebe Grüße
Ingrid
Ich bin erleichtert, dass mein Vater sein neues Zuhause annimmt und das beste daraus macht. Mich erleichtert zudem, dass ich dieses Mal mit ruhigem Gewissen meine Lehrgänge planen und durchführen konnte.
Die gelben Garne passen zur Jahreszeit, finde ich. Und ich weiß was ich daraus machen werde, doch zuerst muss ich die helle Wolle noch fertig spinnen.
Viele liebe Grüße
Karin
das schier endlos zusammensuchen von materialien für workshops kenne ich noch von meinen eigenen. ich habe damals nur gebrauchtes zeugs verwendet (papiere, naturmaterialien, alte stoffe, altholz etc) und bin dafür immer von a nach z gefahren, um alles für die teilnehmerinnen einzusammeln. das hat gefühlt immer länger gedauert als der workshop selbst.
das foto mit deinen wollknäueln sieht traumhaft aus, die viele arbeit dahinter sieht man ja erstmal nicht. aber bei dir ist es ja leidenschaft und es ist sicher ein tolles gefühl, wenn aus rohwolle solch schönes entsteht.
die beste meldung ist aber sicher, dass es deinem vater in seiner neuen umgebung gut geht!
liebe grüße von mano
Eine gute Portion meiner Leidenschaft habe ich hoffentlich meinen Teilnehmerinnen – dieses Mal waren es tatsächlich nur Frauen – mitgegeben. Auf jeden Fall waren sie alle interessiert, motiviert und äußerst fleißig. Vom gesammelten Material habe ich nur wenig wieder mit heim genommen. Der Schwerpunkt des Kurses war die Verwendung von Naturmaterialien, von Pflanzen zum Färben, über pflanzliches und tierisches Fasermaterial, bis zu Blätter, Ästen und Hölzern.
Jetzt bin ich rechtschaffen müde 😀
Liebe Grüße
Karin