Woche 52/2017

oder …

Die letzte Woche und die letzten Bilder des Jahres!

 

Komisch fühlten sich diese Tage an. Als ich in der Vorwoche am 23sten auf dem Markt meine Einkäufe erledigte war ich völlig im Heiligabend-Modus. Völlig falsch.

Diesen Samstag auf dem Markt war ich mir gefühlsmäßig zwar sicher in Sachen Wochenende, aber dass Silvester logischerweise erst Sonntag ist kam mir erst als ich am zweiten Ort meiner Einkaufstour ankam und vor einer völlig übervölkerten „Lasst uns unser Geld verpulvern“-Theke landete. Ein Vater ermahnte seinen Sohn: „Erst morgen …!“ – Ahh, wieder ein langes Wochenende das ansteht.

Bilder der Weihnachtswoche

Weihnachtsbäume auf dem Stuttgarter Flughafen (Geschmackssache, ich finde sie fürcherlich) – Weihnachtsdeko in einem Blumengeschäft – Sudoku ohne Ende, im Wettstreit mit Sohnemann (wer hat gewonnen? :D) – Katerglück und Katerfrieden an Weihnachten – glücklich Überlebende und nicht im Bräter gelandet – fixe Lavendelsäckchen für den Notfall in der Mützenschublade – Stuttgart Kleiner Schlossplatz – Minikakteen waren der Renner meinen Studentenjahren, jetzt sind sie wieder gefragt – heftiger Wintereinbruch am 29. Dezember zwischen 20:00 Uhr und 23:00 Uhr, danach ging der Schnee ohne Pause in Regen über.

 

Express-Lavendelsäckchen

Wenn es mal schnell gehen muss und die Zeit, wie Lust, fehlt sich an die Nähmaschine zu setzen, können Lavendelsäcken in wenigen Minuten hergestellt werden. Wahrscheinlich ist schon jemand anderes vor mir auf die Idee gekommen, aber was soll’s. Mir kam der Gedanke in dieser Woche, als mir aus der Schublade für Mützen und Handschuhe eine Motte entgegen flog. Jetzt ist die Schublade nur noch halb so voll, der Inhalt übersichtlich sortiert und dazwischen liegen als Mottenschutz neue Lavendelsäckchen.

Material

  • getrocknete Lavendelblüten
  • Einwegfiltertüten für Tee

Werkzeuge

  • Esslöffel
  • Tacker

Vorgehen

Lavendelblüten in der gewünschten Menge, locker, in eine Filtertüte füllen. Das offene obere Ende ein Mal umschlagen und zwei Mal fest tackern, noch einmal umschlagen und in der Mitte noch einmal tackern. In diese Klammer tackerte ich zudem ein kleines Blütenzweiglein.

Fertig.

 

Stuttgart am 29. Dezember, unterwegs auf der Königsstraße, nachdem ich Sohnemann zur Bahn gebracht hatte.

 

Ein Rückblick und der Start vom 60. Lebensjahr

Viele Jahre schrieb ich einen Jahresrückblick für meine Weihnachtspost. Seit einigen Jahren entsteht mein Rückblick eher an meinem Geburtstag. Dieses Jahr bin ich nicht pünktlich mit dem Schreiben fertig geworden. Deshalb dümpelt der angefangene Bericht seit Ende Oktober so vor sich hin. Bevor ich ihn endgültig in den Eimer des Vergessens schiebe hänge ich den Teil an diesen Blogpost an, der passt. So geht aufräumen auch.

Das war es dann, mein letztes Lebensjahr mit dieser hübschen fünf vorne dran, dachte ich mir Ende Oktober – Füße hoch gelegt im sonnigen Süden auf der Terrasse meiner Freundin in Pals, im Nordosten Spaniens. Die fünf vorne hatte mir, im Gegensatz zur vier, keine schlaflosen Nächte mit Weltuntergangsstimmung bereitet. Fünfzig hatte die Aussicht auf ein Ende der Unterrichtsbesuche zur Regelbeurteilung. Fünfzig hatte für mich vor allem den Hauch an Übernahme meines Körpers, an Gewinn von persönlicher Freiheit – so empfand ich den Beginn der Menopause – und hatte vielleicht dadurch fast keine Beschwerden in den Wechseljahrenmonaten. Die empfohlene Hormonbehandlung hatte ich nach kurzer Zeit abgebrochen. Erst die Pille und nun das? Nee! Nicht mit mir.

In meinen 50ern begleitete ich meine Kinder durch ihr Studium und auf ihren Wegen in ihr selbstständiges Leben.

In meinen 50ern zeigte mir aber auch meine Gesundheit ihre Grenzen. Fast genau vor zehn Jahren stieg ich zu Beginn der Herbstferien in Westerland, auf Sylt aus dem Zug, lief noch locker zum Bus nach List, als ich beim Einsteigen mit dem linken Fuß nicht mehr auftreten konnte. Irgendwie kam ich in den Bus, in List auch wieder raus und irgendwie in mein Quartier. Wochen später eröffnete dann die Diagnose, Knocheninfarkt, die unendliche Suche nach der Ursache und geeigneten Therapien. Nach sieben Monaten, als sich mit dem linken Fuß einigermaßen schmerzfrei wieder auftreten ließ, meldete sich schmerzhaft der rechte Fuß. Mir wurde eine psychiatrische Behandlung empfohlen. Ich laufe, selten schmerzfrei, und es bleibt stabil mit einer Reihe an Diagnosen und Therapien. Doch es gibt Tage, da würde ich gerne den Sachbearbeiter für meinen Behindertenausweis an der Krawatte packen um ihn einmal daran im Kreis zu drehen. Aber da er ja weiß, dass es mir nur geringfügig schlechter geht als anderen Frauen vergleichbaren Alters, kann er davon ausgehen, dass ihm mein in die Tat umgesetztes Gedankenspiel nichts antun kann. Er ist garantiert zu Fuß schneller weg, als ich, und könnte weglaufen.

Rheuma, Fibromyalgie, chronische Bronchitis, Dauerschnupfen, Infektanfälligkeit … egal, ich lebe noch, sagte ich mir im Januar 2017 als meine Freundin aus frühen Kindertagen, wir kannten und begleiteten uns 56 Jahre, ihren Kampf gegen ihren Krebs verlor. Durch meine ständigen Erkältungen hatte sich unser Kontakt in ihren letzten Monaten auf Telefonate beschränkt. Beim letzten Gespräch, an dem wir beide nach Luft rangen, ich durch meine abklingende Lungenentzündung, sie durch Wasser in der Lunge, versprach ich ihr, alles daran zu setzen um wieder durchatmen zu können, fit zu werden und nicht für jedes Virus oder jede Bakterie das Endlager abzugeben. Das war in den Tagen vor Weihnachten 2016. An ihrem Geburtstag Ende Januar lebte sie noch, erlebte ihn jedoch nicht mehr wirklich. Sie fehlt mir so sehr und mir steht bei diesen Zeilen schon wieder das Wasser in den Augen.

 

Wir hatten den Plan und sie die Einladung von meiner Freundin in Spanien, sobald es ihr besser geht, wenn sie dieses Untier in ihr besiegt oder in den Griff bekommt, fliegen wir gemeinsam. Und so saß ich im Herbst mit einem Kloß im Hals auf dem Stuttgarter Flughafen, auf den Abflug in den Süden wartend. Das Flugzeug hatte Verspätung, ich kam ins Grübeln, erste gedankliche Rückblicke auf das vergangene Lebensjahr machten sich breit, denn es war auch der Vortag zu meinem Geburtstag. Nach kurzer Zeit flüchtete ich zur Ablenkung beinahe in die nächste Buchhandlung. Dort schlug ich ein Buch auf, traf auf das Unterkapitel Freunde und las das dazu einführende Sprichwort:

Einmal fragte die Liebe die Freundschaft:

„Warum gibt es dich, wenn es mich schon gibt?“

Darauf antwortete die Freundschaft:

„Um dorthin ein Lächeln zu bringen,

wo du Tränen hinterlässt.“

Kurz danach stand ich an der Kasse und hatte das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth in der Tasche.

Zweischneidige Sache, denn Kraftausdrücke dieser Art sind nicht so meine Sache; so und ähnlich drückte sich gern der Vater meiner Kinder aus, wenn ihm etwas nicht passte. Doch Alexandra Reinwarth nutzt diese Ansicht etwas anders als er. Es war eine interessante Ferienlektüre und ich war sowieso auf einem guten Weg.

 

Stop your sobbing, lamentiert wird ein anderes Mal

Von meiner Reise nach Sizilien hatte ich die Grundlage für die dritte Lungenentzündung im Kalenderjahr 2016 mitgebracht. Auf der Hinreise hatte ich ausreichend viralen und bakteriellen Beschuss von meiner Sitznachbarin im Flieger gehabt, doch für den Rest sorgte ich dann schon selber. Wenn es bei der geringsten Anstrengung in den Lungen brennt sollte man wirklich von Wanderungen und Bergtouren absehen. Als es mir während den Tagen auf Island im Juni 2017 wieder ab und an schwer fiel zu Luft zu kommen war klar, ich muss mich jetzt wirklich aufrappeln und endlich den Facharzt finden, der mir wirklich zuhört und das/mein Problem beim Namen nennen kann. Einmal in der Spur und die Sache angefangen, ging es schneller als erwartet. Das Atemwegsproblem aus meiner frühen Teenagerzeit hat sich zurückgemeldet. Verstärkt durch neue Allergien und den Stäuben, denen ich als Techniklehrerin nun einmal seit Jahren ausgesetzt bin, hatte ich mein Immunsystem schlapp gewirtschaftet und nun Bronchialasthma. Die Rückmeldungen meiner HNO-Ärztin nach ihrer Untersuchung fiel nicht besser aus. Anfang Juli beschloss ich dann Nasenscheidewand und Kieferhöhle operieren zu lassen um einen Entzündungsherd loszuwerden.  …. Fünf Monate nach der OP kann ich sagen, es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Seit dem OP-Tag hatte ich keinen durch Erkältung verursachten Schnupfen mehr. Mithilfe diverser Sprays klappt es auch wieder besser mit der Atmung, zudem begann ich eine Hyposensibilisierung. Mein Immunsystem hat sich erholt und die Infektabwehr scheint zu klappen. Und was sagt mein schlafendes Rheuma dazu? Super – schlagen wir mal wieder zu! : (

 

Was macht die Wunschliste 2017? (ein Auszug)

  • Documenta 14 – gestrichen
  • ein Stück Jakobsweg laufen – gestrichen
  • einen Weg finden ohne Schule ein Auskommen zu haben – in Arbeit
  • eine Whiskey-Verkostung in Schottland genießen – in Arbeit, vorgekostet wurde in der Whiskey-Brennerei im Ammertal
  • die Westmännerinseln sehen und erleben – YES – siehe hier Bilder und hier den Reisebericht
  • Islands Osten wiedersehen – YES – siehe hier
  • meinen Shop bei Dawanda besser aufstellen oder ihn ganz aufgeben – aufgegeben
  • die Burg Guédelon vor der Fertigstellung sehen – gestrichen
  • Kaleo live sehen – YES
  • meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin beenden – YES YES YES

 

Was steht auf der Wunschliste 2018? (ein Auszug)

  • ein Stück Jakobsweg laufen
  • einen Weg finden ohne Schule ein Auskommen zu haben
  • die Ahnentafel voran bringen
  • das Grenzstück zur ehemaligen DDR bei Hof entlanglaufen
  • in der Oberlausitz eine Fototour machen
  • durchs Brandenburger Tor in Berlin laufen! – so was von überfällig!!!
  • den Wohnungsumbau zuende bringen
  • meinen Bilder-, Foto-, Reiseblog weniger stiefmütterlich betreuen und dafür lieber Abstriche bei fadenspiel… in Kauf zu nehmen
  • regelmäßige Besuche im Mineralbad um zu entspannen
  • gesund essen!!! – zwei Monate habe ich durchgehalten und da ist noch Luft nach oben frei!
  • sparen, damit es 2019 wieder in den Norden gehen kann
  • an meinem 60. Geburtstag in NYC sein
  • gesund wie möglich bleiben!

 

Bevor das Jahr endgültig zuende geht möchte ich mich für die letzten weihnachtlichen Geschenke, die ich im Laufe der Woche erhalten habe, bedanken.

Liebe Astrid, vielen vielen Dank für diese, dir gelungene Überraschung. Deine Adresse habe ich mir jetzt gut aufgehoben, damit mir dieses Missgeschick in Sachen Weihnachtspost nicht wieder passieren kann. Der Kalender passt gut auf meinen inzwischen frei geräumten Arbeitsplatz.

Meine Freundin aus Studientagen überraschte mich bei unserem Treffen zum Kaffee bzw. Tee mit einem Kleinod aus einer Haushaltsauflösung.

Auf meinem Balkon regt sich noch einiges an Blüten zum Jahresende. Die Walderdbeere blüht, wie auch das Gänseblümchen, eine Ringelblume und, natürlich, die Hornveilchen.

Der letzte restliche, eigentlich verpasste, spektakuläre, Sonnenuntergang des Jahres, für den ich einfach nicht schnell genug war ihn einzufangen. Minuten vorher war der Himmel knall orange gefärbt.

Bevor es jetzt Mitternacht wird gönne ich mir noch eine herrlich ungesunde kleine Portion Kartoffelchips, auf die ich mich schon seit Tagen freue!

 

Kommt gut an im Jahr 2018!

Bis die Tage,

Karin

 

An, in und unter den Linden

oder …

Lindenblüten – duftende Helfer

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Es blühen die Linden! Was für ein Duft!

So riecht für mich der Beginn des Sommers – Lindenblütenduft!

Erst kommt er von der Sommerlinde, dann legt die Winterlinde nach. Jetzt ist es an der Zeit um diesen Duft einzufangen und für die Erkältungszeit im Winter zu präparieren. Ende Juni, Anfang Juli ist ein optimaler Zeitpunkt um Lindenblüten zu ernten und zu trocknen. Lindenblütentee ist schweißtreibend und lindert Atemwegsbeschwerden bei Erkältungen.

In meiner direkten Umgebung stehen einige Linden, von denen ich sonst immer meinen Wintervorrat schneide. Was war ich verblüfft, dass sie dieses Jahr in erreichbarer Höhe schon „abgeerntet“ waren, bis ich dazu kam. Auf der Suche nach neuen Erntestellen erlebte ich die nächste Überraschung – die Menge an Linden in meiner Stadt, vor allem entlang den Hauptverkehrsstraßen, war mir bisher nicht aufgefallen. Allerdings macht es wenig Sinn Blüten für Tees von Bäumen so dicht an den Straßen zu ernten, da Linden mit ihrer Fähigkeit optimal Luft filtern zu können, Schadstoffe entsprechend gut speichern. Nachdem ich lange nach DER idealen Linde gesucht hatte, sie fand und meine Lindenblüten geerntet und getrocknet habe, entdeckte ich heute tatsächlich eine noch bessere Quelle! Direkt auf dem Schulhof, fernab einer Straße, … , und ich dachte, ich weiß was auf unserem Schulgelände wächst!

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Der erste Schwung an Lindenblüten ist nach der Ernte …

 

… frisch getrocknet schon in der Teeschüssel gelandet!

 

Lindenblütentee lindert nicht nur im Winter eine Erkältung, er ist auch hilfreich bei Auswirkungen des deutschen Sommers!

Sieben Wochen zu Fuß und per öffentlichem Nahverkehr unterwegs

oder …

Fortbewegung in der meiner Stadt neu entdeckt und Zeit zum Lesen!

 

Sieben Wochen ohne hatte ich zuerst in die Titelzeile getippt, aber als geklautes Motto für viele Fastenaktionen dann doch nicht für meine durch den Armbruch entstandenen Einschränkungen in Sachen Mobilität abnutzen und missbrauchen wollen. Inzwischen sind es neun Wochen geworden und ich freue mich auf den Tag, an dem ich, im Auto sitzend, mit beiden Händen das Lenkrad fassen kann.

Fakt ist, seit dem 12.03.2016 steht mein Fahrzeug in der Garage. Eine Woche nach Gipsabnahme hatte ich es tatsächlich geschafft das Garagentor zu öffnen um nachzuschauen, ob meine treuen, alten Begleiter noch an Ort und  Stelle stehen. Auto wie Fahrrad standen noch dort, wo ich sie abgestellt hatte. Die Fahrradreifen zeigten  jedoch beide einen direkten Bodenkontakt, dem ich spontan abhelfen wollte. Der Versuch die Reifen wieder aufzupumpen scheiterte kläglich mit dem saft- und  kraftlosen, in manchen Bewegungsebenen noch steifen Ärmchen.

Heute fuhr ich wieder die ersten Kilometer auf den, durch den Feiertag, leeren Straßen. Dabei gingen mir einige Gedanken durch den Kopf. Ich komme zwar leichter raus in die Natur, aber dieser Vorteil an Mobilität zieht den Nachteil von geringeren Kontakten und Begegnungen vor der Tür nach sich.

In der Stadt geht es auch ohne Auto, aber mit ist auch ganz nett

Nach Wochen als Fußgängerin und Nutzerin des öffentlichen Nahverkehrs ziehe ich ein Fazit: So viel Begegnungen mit ehemaligen SchülerInnen und Bekannten hatte ich lange nicht mehr! Sicher, auch im Auto unterwegs fällt der Blick ab und an, während einer roten Ampelphase, auf ein bekanntes Gesicht im Auto auf der benachbarten Spur. Der kurze Ampeltakt beschränkt den Kontakt nur auf ein „Winkewinke“ und ein Handzeichen für’s Telefonieren, will man kein Hupkonzert riskieren. Das war’s dann auch. An der Haltestelle, im Bus oder in der Bahn ist das Zeitfenster größer und es kommt von Haltestelle zu Haltestelle eher zu ein paar Worten und Informationsaustausch. Es kamen einige Neuigkeiten zusammen, Schönes, Lustiges, leider auch die eine oder andere traurige Geschichten rund um verliebt, verlobt, verheiratet, (wie viele Kinder wirst du kriegen), geschieden, tot.

Meinen Helferinnen und Helfern machte ich es oft nicht leicht – als Einzelfrau lebend nahm ich Hilfe erst dann an, wenn ich mir wirklich nicht mehr selbst helfen konnte. Es reichte völlig aus, dass ich in der ersten Zeit eine liebe Nachbarin zum Rollladen öffnen morgens hatte, meinen Friseur wöchentlich besuchte, eine Fußpflegerin suchte, die Familie zum Betten beziehen, Wäsche zusammenlegen und Staubsaugen einspannte und in der Schule immer einen lieben Kollegen ansprechen konnte, wenn ein Brett wirklich akkurat zugesägt werden musste oder ein Gartengerät Reparatur benötigte. Alles andere erledigte ich selbst oder es blieb liegen. Durch die Wohnzimmerfenster sehen alle geparkten Autos draußen an der Straße grau aus, müssten mal alle in die Waschstraße. 😉

Viele Wege, die ich sonst mit dem Auto erledigte, werde ich nach den Erfahrungen der letzten Wochen weiterhin mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehen bzw. fahren. Ohne lästige Parkplatzsuche bin ich so schneller bei der Post oder auf dem Wochenmarkt.

Keinen Spaß machten mir in diesen Wochen Abendveranstaltungen. Das Hinkommen war in der Regel kein Problem, aber das Heimkommen. Nicht immer fand sich jemand, der mich (wenn ich wollte) nachhause fuhr. Der letzte Bus fuhr wenn die „Party“ richtig schön zu werden versprach, Taxi ist bei Regelmäßigkeit zu teuer, nächtliche Spaziergänge quer durch die Stadt bis an den Stadtrand nicht immer schön. Die Aussicht durch Motorisierung oder Fahrrad wieder flexibel meine Abende und Wochenenden gestalten zu können baut meine Seele auf.

Vor allem freue ich mich auf den ersten gemeinsamen Ausflug mit Konstanze, meiner Kamera. Seit wenigen Tagen reichen Kraft und Geschick in der linken Hand um den Objektivdeckel zu öffnen. Noch fluppt er ab und an wie ein Frisbee in alle Richtungen weg, aber es wird. Doch die Wartezeit, bis Fotografieren in gewohnter Weise geht, verkürze ich mit Lesen.

Ein Lesetipp: Die Luna-Chroniken von Marissa Meyer

Spätestens wenn man alle Magazine und Heftchen in den Wartezimmern durchgeblättert und ge“lesen“ hat bringt man seinen eigenen Lesestoff mit. Auf Empfehlung lud ich mir den ersten Band der Luna-Chroniken, Wie Monde so silbern, auf meinen E-Reader. Die nächsten Bände folgten schnell. Was für ein Spaß, bekannte Märchen in neuem Gewand zu erleben! Da ist es auch einmal egal, wenn manche Charaktere etwas blass rüber kommen – aber allein schon die Idee von Cinderella als Cyborg finde ich der Knaller. Was für ein Kontrast zum Disney-Mädele!

 

Herr Doktor, der Gips drückt

oder …

Frau, hilf dir selbst!

Tag 11 nach meinem Sturzflug und am späten Nachmittag startete Eurowings Flug 4U 2520 nach Barcelona. Allerdings blieb Sitz 9C frei – kein Flug mit Gips, wenn er keine Dehnungsfuge hat. 🙁 Dummerweise hatte ich den Flug auch noch mit der Kreditkarte gebucht, die keine Reiserücktrittsversicherung inklusive hat. Ärgerlich. Lehrgeld bezahlt. Dafür ging die Stornierung vom Mietwagen ruckzuck: ein Anruf, eine Emailbestätigung, zwei Mausklicks, zwei Tage später das Geld auf dem Konto, fertig. Muss ja nicht alles dumm laufen.

Aber der Gips drückt. Zwei Mal ging ich zum Nachbessern in die Praxis. Dort wurde hier etwas weggeflext, dort etwas abgeschnitten, mit Pflaster abgeklebt, … und es drückt. Ich nutzte meine Informationsquelle an der Schule und frage meinen gerade erst vom Gips befreiten Schüler:

  • „Sag mal, wie lief es bei Dir?“.
  • „Oh, Frau B.! Ich sagte doch, zwei/drei Wochen tut’s weh.“
  • „Und danach!“
  • „Nervt’s! Aber wie!“

OK. Ich glaube ihm. Mich nervt der Gips schon jetzt, abgesehen davon, dass ich mit ihm meine Freundin in Spanien nicht besuchen kann, wie geplant. Muss das Ding schon wieder so am Daumen drücken? Ich will nicht noch einmal vor der nächsten Kontrolle in irgendeinem Wartezimmer die Zeit tot schlagen.

Druck abgebaut. Ein paar Tränen laufen gelassen. Zur Tagesordnung übergegangen. Es sind Osterferien und Ferientage muss man genießen!

Den Nähplatz aufgeräumt. So leer war er sonst NIE! Alle Nadeln liegen sortiert in Dosen oder Schachteln oder stecken in Nadelkissen. Keine Garnrolle steht oder kullert mehr einsam herum – ähm, fast keine, denn irgendwo tauchen, wie von Zauberhand, wieder welche auf. Als nächstes löste ich den Korb mit den angefangenen Häkelwerken auf. Ich hatte gerade eine Reihe an Utensilien-Körbchen begonnen. Die kommen erst einmal ab in Kartons.

Beim Sortieren und Wegräumen der Häkelnadeln klemmte es wieder rund um den Daumen im Gips. Bevor ich zum Nachdenken kam, hatte ich mir eine Nadel von der Öffnung für die Hand zum Daumen durchgesteckt: Ahhhh! Tut gut! Idee!!

Mit einem durchgefummelten Satinband verschaffte ich meinem Daumen mehr Platz. Leider war das gelbe Band zu breit, schlug Falten und diese könnten scheuern. Aber der Gedanke, mithilfe von Stecknadeln – Akupunktur für den Gips 😀 – das Band zu fixieren, um es dann festzunähen, funktionierte.

In der Kiste mit Geschenkbändern wurde ich zuguterletzt fündig. Das gelbe Band war schnell durch ein weißes, schmales Band ersetzt – dank Häkelnadel ;-). Alles gut festgezogen und festgesteckt.

Nur noch festnähen. Nur. Man nehme die Nadel in eine Hand und den Faden in die andere …, hmm. OK, man nehme den Faden in die eine Hand und die Nadel …, geht auch nicht. Ich glaube, ich habe das erste Mal in meiner Nählaufbahn diese Einfädelhilfe mit der Drahtschlaufe zum Faden einfädeln benutzt und nicht zum Zecken ziehen oder ähnlichem. Tschack, die Nähnadel in das Polster zwischen Hand und Gips gedrückt, Drahtschlaufe durchs Öhr, Faden durch, Einfädelhilfe aus dem Nadelöhr ziehen, Faden drin. Toll.

Alles hübsch festnähen, Faden sichern, Faden abschneiden und der Daumen hat zumindest an einer Stelle Platz an einer seidigen Schmeichelzone.

Mit aufgepimpten Gips klappte es deutlich besser beim Kochen. Zum Glück steht noch etwas Kräutersalz aus schuleigener Herstellung in meinem Gewürzregal. So muss ich nichts selber mischen und/oder mörsern und kann alle unsere Sorten noch einmal testen. Das Salat-Kräutersalz passt super zu Bratkartoffeln und ein anderes Salz erspart mir mit seinem Chilianteil die Pfeffermühle.

Schrittweise schaffe ich es wieder mit der Spiegelreflexkamera zu fotografieren. Zum Einstellen der Entfernung am Objektiv muss ich die Kamera ablegen, weshalb ich die letzten Tage vor allem draußen nur mit dem Handy Fotos gemacht habe. Ein paar meiner Eindrücke als Fußgänger auf meinen Wegen zum Arzt habe ich auf hier und fort gepostet.

 

 

 

Armbruch ist (k)ein Handicap

oder …

Das mache ich doch mit links rechts!

Tag 7 nach meiner Bruchlandung in der eigenen Wohnung. Die Schwellung am linken Armgelenk hat sich verzogen. Die Haut ist bunt, die Finger blau. Die Gipsschiene kommt runter, die Knochenteile der Speiche liegen gut und ich komme um eine Operation herum. Damit die Heilung voran gehen kann bekommt mein linker Arm einen „Gips“ aus Polyurethan. Farblich passend zum Bluterguss in den Fingern, blau, und so gar nicht meine Kleiderfarbe! Mein geschiedener Mann mochte mich in blau (gekleidet) und ich fand und finde die Farbe steht mir nicht. Jetzt mache ich, wie damals, das Beste daraus. Was tut man nicht alles für sich und andere und überhaupt. Das Ding kommt ja wieder weg.

Gips 1 kommt schneller weg als geplant. Schon nach drei Stunden hatte ich das Gefühl: „Nee. Das Ding drückt!“, mich aber entschieden nicht zimperlich zu sein. So ein Knochen braucht einfach Halt zum Heilen. Weitere drei Stunden später, inzwischen 16:30 Uhr, beschloss ich das blaue Gebinde lieber noch einmal den Ärzten in der nächsten, per Bahn und zu Fuß erreichbaren, unfall-chirurgischen Praxis zu zeigen, als wieder den Notdienst, im Krankenhaus oben auf dem Berg in der benachbarten großen Kreisstadt, in Anspruch zu nehmen. Oh, Schmerz lass nach!

Gips runter und ein neuer drauf.

Ich denke an einen Schüler, der sechs Wochen lang, trotz einer eingegipsten Hand, brav an meinem Technik-Unterricht teilgenommen hatte. Genau diesem jungen Burschen war ich kurz nach meinem Desaster begegnet. Nur konnten mich zu diesem Zeitpunkt seine realistischen und verflixt ehrlichen Äußerungen nicht trösten: „Oje Frau B.! Was ist passiert? Hand gebrochen? Blöd! Ach ich kann Sie beruhigen. In zwei bis drei Wochen ist der Schmerz weg!“.

Inzwischen weiß ich seine wahren Worte tatsächlich zu schätzen. Nach sieben, acht Tagen ist der ganz scharfe Schmerz weg. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis bei jeder zweiten Bewegung in irgendeinen Tisch oder andere verfügbaren Holzmöbel beißen zu wollen, wovon mir meine Kollegen die Tage dringendst abgeraten haben um nicht noch meinen Zahnstatus zu beeinträchtigen. Stimmt! Dafür bearbeite ich nächtens wieder kräftig meine Beißschiene. Diese am nächsten Morgen einhändig zu putzen ist dann allerdings wieder eine echte Herausforderung! Wenn man die Zeit und die Muße hat könnte es Spaß machen die Flugbahn von über elektrischen Zahnbürsten angetriebenen Beißschienen zu verfolgen. Hat was von Bumerang, oder Frisbee, nach der Wurfart: „Ups, das wollte ich nicht!“. Ich besorgte mir Sprudel-Reinigungs-Tabs für Zahnspangen, obwohl mir von der Verwendung abgeraten wurde. Keine weitere beinahe unendliche Suche krabbelnd auf drei „Beinen“. Der Blick auf die Ablage im Badezimmer, das Wasserglas mit der Schiene und der sich mit Bläschen auflösenden Tablette im Fokus, wirft mich gedanklich Jahrzehnte zurück. So sprudelte es morgens ums Gebiss meiner Oma. Was fühle ich mich alt!

Der erste Versuch mir alleine die Haare zu waschen glückte. Das tropfende Gewuschel zu trocknen ging voll daneben. König der Löwen, eben. Gekämpft mit Bürstenkrallen und Wüstenföhnwind. Das letzte Mal standen mir am Bandgenerator die Haare genau so ab, elektrostatisch aufgeladen bis in die Haarwurzeln. Gehe ich, seit ich die Haare wieder länger trage, vielleicht zwei Mal im Jahr zum Haare schneiden, rief ich nun meinen Friseur an, machte einen Termin außer der Reihe zum Schneiden, Waschen, Föhnen. Das tat SO gut, dass ich mir ‚Haare schön‘ bis zur Gipsabnahme weiter gönnen werde. Und schwupps war ich in meinen Gedanken wieder zurück bei Anno Oma, die sich auch jede Woche 1 x Waschen und Legen gegönnt hat. Was fühle ich mich alt!

ABER, ich habe diese ersten sieben Tage mit Schmerz und Bewegungsbeeinträchtigung geschafft und hinter mir. Als Fußgängerin oder Nutzerin von Bus und Bahn musste zuerst einmal die Handtasche ausgemistet werden. Was man so alles mit sich herum trägt!?! Vom Equipment zur Behandlung der eben erst überwundenen Rüsselpest konnte ich mich trennen. Im Austausch dazu zog Kleingeld für den ÖPNV ein – Kurzstrecke 1,30€, Automat im Waggon. Schon einmal probiert einhändig Münzgeld einzuwerfen ohne sich auf kurviger Strecke festhalten zu können? Ein Sch…schwierig zu lösendes Problem. Zum Glück steigen an meiner Haltestelle auch viele Schüler meiner Schule ein. Da fällt es mir leicht das Lösen der Fahrkarte zu delegieren. 😉

Auch schwierig, die Garderobenfrage. Normalerweise steht dieses typisch weibliche Problem für mich völlig außer Frage. Auf meinen Körper kommen im Winter meist Pullover, T-Shirt und Jeans. Bloß schafft es fast keiner meiner Pullover über die Barriere Gips mit seinem erheblichen Reibungsfaktor. Nach dem dritten Tag im selben Pulli erinnerte ich mich an die Taucherzeit meines Sohnes. Klemmt es beim Anziehen von Taucheranzügen an Arm- und Beinabschlüssen sind unter anderem Plastiktüten hilfreich. (Schon mal eine Mülltüte einhändig von der Rolle gerissen?) Tüte über Hände oder Füße ziehen und den Anzug drüber ziehen, Tüte abziehen. Das muss doch auch mit Pullovern klappen. Probiert. Geklappt! 😀 Ist auch super bei Jacken und Mänteln.

Nach der Plastiktüte mausert sich der ‚Dreizack‘ aus und in der Küche zu meinem zweiten Lieblingsgerät. Das Ding piekst mir nicht nur das Toastbrot aus dem Toaster. Damit bekomme ich mein Obst und Gemüse geschnitten und vieles andere vergipst grobmotorisch festgehalten, entweder senkrecht nach unten …

oder nach oben, gesichert in der Tülle eines Trichters, der wiederum sicher in einem anderen Gefäß steht.

Sechs Tage Nudeln und Reis und ich freute mich auf ein Stück Kartoffel auf dem Teller!

Freude! Außer dem Mittelfinger lässt sich der Daumen wieder etwas benutzen. Heute kann er den Flaschendeckel tragen. Morgen werden wir weiter sehen!

Keine Freude brachten mir etliche bisher sehr liebe Haushaltsfreunde. Auf Kriegsfuß stand ich die Tage mit echter Tupperware und ihrem Frische-pfft. Hilfreiche Freunde versorgten mich mit Vorgekochtem: „Brauchst du nur aufmachen und in der Mikrowelle aufwärmen!“. Besonders dieser gelbe Pott ließ sich einhändig nicht öffnen, auch nicht mit Verrenkungen auf dem Fußboden und Gummisohlen an den Füßen.

Versuch 1: Schüssel zwischen den Füßen eingeklemmt, Nippel hochgezogen, damit automatisch den Deckel runtergedrückt, pfft, Schüssel wieder zu – der hochgelobte Frische-Klick.

Beim zweiten Versuch, die Schüssel wieder zwischen den Füßen eingeklemmt, kam der Gipsarm quer über den Deckel, der rechte Daumen auf den Gips, rechter Mittelfinger hebt den Nippel, den Zeigefinger wollte ich beim Öffnen in zwischen Deckel und Schüssel klemmen. So weit kam ich jedoch nicht. Die Schüssel rutschte weg. Pfft, und zu! Bloß gut nette Nachbarn zu haben! Sie öffnen mir morgens Rollläden, öffnen Flaschen und Schraubgläser, die Deckel von Mülltonnen und zur Not auch widerspenstige Frischhalteobjekte.

Trotz alledem ist der Schulgarten zum größten Teil umgegraben, die Bretter für die Umrandungen vom geplanten Staudengarten sind zugesägt, neue Werkstücke entstehen. Es geht tatsächlich ohne Vor- und Zuarbeiten von mir an den großen Maschinen.

 

Nach der Reise ist vor der Reise

und …

Ein paar Vorsätze für mein nächstes Reisegepäck

Blick auf den Pantà de Sau in Katalonien

Kennt noch jemand dieses Gefühl?

Mein Blick wandert, kaum von einer Reise zurück, schon am Heimatflughafen oder -bahnhof wie magisch angezogen zu den Tafeln mit den Abfahrts- und Abflugszeiten! Dort klebt er wie Pattex an Orten wo ich noch hin möchte oder mich Erinnerungen hintransportieren. Im Gedanken gehe ich ab und an auch schon einmal den Kofferinhalt durch, ob er ein paar Tage länger tragbar ist, ohne die Geruchsnerven meiner Mitmenschen allzu sehr zu belästigen.
Ich kann auch niemanden zum Bahnhof oder zum Flughafen bringen ohne Tagtraumkino im Kopf. Zwar habe ich dann kein eigenes Reisegepäck dabei, doch einen Geldbeutel! 😀 Mit Bahncard! 😀

Wenn ihr dieses Gefühl kennt, was macht ihr dagegen?

Ich habe für mein Wohlbefinden immer eine Konzertkarte zum Daraufhinfreuen an der Pinnwand hängen und eine Reise in Aussicht.
Ersteres fördert meine Freude nachhause zu kommen und der Ausblick auf eine Reise gibt mir die Chance meine Kräfte vom Start zum Ziel einzuteilen.

So gern ich reise, so ungern packe ich Koffer. Inzwischen weiß ich woran das lag und noch liegt. Entsprechend arbeite ich daran und so laufen Reisevorbereitungen von Mal zu Mal entspannter.
Zuallererst hatte ich irgendwann angefangen nach einer Reise den Kofferinhalt genauer anzuschauen und aufgelistet, was ich tatsächlich gebraucht hatte. So entstanden für vergleichbare Reiseziele meine Packlisten.
Wenn dann noch der Inhalt vom Kleiderschrank untereinander farblich kompatibel ist, reduziert sich der zeitliche Aufwand zum Packen für Kleidung erheblich.

Bleibt das Problem der Schuhe, die so viel Platz im Reisegepäck benötigen. Ich ziehe bei der Reise immer die schwersten Schuhe an, auch wenn ich manchmal mit kochenden Füßen andere Mitreisende in ihren luftigen Schläppchen beneide. Um eine Venenentzündung zu vermeiden trage ich jedoch seit Jahren Stützstrümpfe, wenn langes Sitzen in Fliegern, Bahn, Bus oder sonstwo zu erwarten ist. Einmal Elefantenfuß hat mir gereicht! Und wer weiß, was mich am Zielort an Wetter und sonst so erwartet?
Ballerinas und Flip-Flops nehmen zudem deutlich weniger Platz im Koffer ein, als ein Paar Wanderschuhe oder Stiefel. Zur Not kann man die schweren Dinger unterwegs im Flieger auch ausziehen und auf den Socken weiter laufen. Trotzdem ist es mir dieses Mal tatsächlich gelungen die Ballerinas zu vergessen! DAS darf NICHT mehr passieren!

Auch nicht mehr passieren wird, dass ich meinen Laptop zuhause lasse! Den vermisste ich zuletzt zum ich-weiß-nicht-wie-häufigstem Mal auf dieser Reise im Flughafen von Barcelona. Während meiner durch den Streik der französischen Fluglotsen verlängerten Wartezeit auf meinem Rückflug, nach einer herrlichen Woche bei meiner Freundin an der Costa Brava, war es zum Haare raufen langweilig.
Wenn ich in diesen Stunden der Warterei meinen Laptop dabei gehabt hätte, hätte ich spätestens jetzt meine in den Tagen vor Ort gemachten Fotos endlich „richtig“ sehen und sortieren können!
Es reicht die Tatsache, dass spätestens mit 50 Lenzen so langsam die Sehkraft schwindet und der Blick auf ein Kamera-Display nichts mehr mit impressionistischer Unschärfe zu tun hat, sondern einfach ein Bild völlig ohne Aussagekraft liefert! Da hilft auch die beste Brille nichts und keine ordentlichen Kontaktlinsen. Wie soll ich ein Bild auf einem Kameradisplay beurteilen, wenn ein Briefmarkensammler zum Beurteilen seiner Marke eine Lupe verwendet?
Manch einer mag es ja lieben nach seinem Urlaub ein Kilo Bilder am Stück auf den Rechner zu laden um dann diese bis zum nächsten Urlaub zu photoshoppen und aufzuhübschen. Ich habe das Bündel jetzt von der Kamera auf den Rechner ins Archiv „Ostern 2015“ geschoben. Das sind mir, kaum zuhause, einfach zu viele Bilder auf einmal. Mir hätte es mehr gefallen, sie jeden Abend gemeinsam mit meiner Freundin anzuschauen, um den Tag Revue passieren lassen zu können. Der Schrott an Bildern wäre so auch gleich im Eimer gelandet.
War ein Fehler mich auf das Tablet zu reduzieren.
Auch wenn ein Laptop schwerer als ein Tablet ist, ich werde es auf die nächste Reise mitnehmen. Mir wird schon noch einfallen, was ich alternativ zuhause lassen kann.

Trotzdem, mit oder ohne Ballerinas oder Laptop …

irgendwann steige ich ganz sicher spontan in den TGV von Stuttgart nach Paris.
Und irgendwann ziehe ich vielleicht auf dem Flughafen die Kurve von „Arrivals“ zu „Departures“, ganz aus dem Moment heraus.

Auf einem Fenster im Flughafen Keflavik im März 2013

Im Übrigen bin ich auch gerne zuhause. Hier ist meine Familie, mein Katerchen, meine kreative Basis. Wenn da nicht … der Alltag … wäre.

Spiralen an die Fenster

oder …

Aus eckig wird rund

„Mir ist langweilig“, gibt es nicht in meiner Klasse. Für all diejenigen, die meinen ihre Aufgaben erledigt zu haben, habe ich immer etwas zu sammeln, schneiden und zu falten. Meine Schüler machen das gerne, egal ob in Klasse 7, 8 oder 9. Auch in unerwartete Vertretungsstunden bringe ich meine Arbeitskisten mit. Momentan werden wieder Nautilus-Spiralen aus Transparentpapier gefaltet, eine Aufgabe, die der Labbé-Onlineshop fertig zugeschnitten mit Anleitung und Faltschablone anbietet.

Meine Schüler fasziniert es immer wieder, wie sich aus dem Papierdreieck Schritt für Schritt eine Spirale entwickelt.

 

 

 

 

Nicht jedes Kind schafft es immer exakt zu falten, aber das ist nicht unbedingt wichtig. Manche Spirale bekommt gerade WEIL sie nicht so genau gearbeitet wurde ihren eigenen Charakter.

 

 

 

Leider hängen diese Gebilde oft nicht lange im Schulhaus und von groben Kinderhänden von den Fenstern gerissen, ist das zarte Transparentpapier schnell zerstört. Deshalb laminiere ich die Spiralen, die an die Fenster im Schulhaus gehängt werden, und lasse sie mit einem schmalen Rand ausschneiden.

Diese Spirale hängt jetzt schon zum dritten Mal am Fenster, inzwischen schon etwas ausgebleicht, doch immer noch schön.

Laminiert verlieren die Spiralen etwas von ihrem leichten Charakter, doch so können sie nach der Saison abgehängt, aufgehoben und im nächsten (übernächsten) Jahr wieder aufgehängt werden. Nicht jedes Jahr ist Zeit und Muße für ansprechende Dekorationen.

Leerer Kalender – Leererkalender – Lehrerkalender

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Ein Notizbuch-, Kalendertipp nicht nur für Lehrer

Es gab Zeiten, da lieferten Sparkassen und andere Unternehmen unaufgefordert postkartengroße Büchlein an Schulen, mit Kalender und Notentabellen, in die Termine und Noten eintragen werden konnten. Mein Eindruck als Schülerin war, dass die roten Dinger vor allem immer dann von Lehrern gezückt wurden, wenn man mal nichts wusste!
Jahre später stand ich selbst als Lehrerin vor einer Klasse, zog mein kleines blaues! Notenbuch aus der Tasche, holte kraftvoll mit dem Rotstift zum Schwung aus, um nach entsprechendem Anlass den gefürchteten Kringel zu zeichnen, als der betreffende Schüler stimmbruchkieksbrummtrocken meinte: „Nee, echt, nicht noch ein „Posthorn“!
Ich war ausgebremst, kicherte innerlich über den Vergleich einer 6 mit dem Kennzeichen der Post und wurde mit dessen Horn eigentlich wach getrötet:
Schülerleistungen in so einem Minibüchle zu sammeln geht gar nicht!

Das ist 30 Jahre her.

Seit dieser Zeit suche ich nach einem Notenbuch, das auf meinen Lehreralltag zugeschnitten ist.
Gleichzeitig suchte ich nach einem Kalender, der schon von außen deutlich erkennbar MEINER ist.

Im Sommer 2011 fand ich im Internet ein Angebot, das meiner Idee (m)eines Lehrerkalenders so nahe kam, dass ich es einfach ausprobieren musste:

  • Jahresübersicht nach Bundesländern
  • auswählbares Kalendarium
  • Notenlisten
  • verschiedene Seiten zur Organisation
  • weitere Notizseiten
  • und die Möglichkeit den Umschlag mit einem eigenen Foto zu gestalten!!

Drei Kalender-Notizbücher haben mich inzwischen drei Schuljahre begleitet und mich mit dem Umschlagfoto an schöne Momente erinnert:

2011/12 Passionsblume in der Stuttgarter Wilhelma
2012/13 Weststrand/Sylt
2013/14 Raven’s Nest in Reykjavik (ich berichtete hier darüber)

Das Konzept des Verlags Leererkalender.de hat mich überzeugt und ich habe meinen vierten Kalender zusammengestellt, den Umschlag gestaltet und bestellt.

 

Auch hinter dem Umschlag des neuen Kalenders steckt eine Erinnerung, eine Geschichte an die ich mich mit Schmunzeln erinnere!

Das Umschlagfoto entstand im April, als ich bei meiner Freundin in Spanien war, ein Spiegelrahmen neue Farbe benötigte, die Sprühaktion im brachliegenden Nachbargrundstück stattfand, die drumherum entstandenen Sprühschäden einen Platz in der Vase fanden, um das vor Jahren in einer Hühnchenbraterei gerettete Brett, weil es in uns ein Pferd/Fisch/Fischpferd 😀 assoziiert hatte, vor seiner endgültigen Entsorgung zu zieren …

 

 

 

 

 

Der Tipp:
Ohne Notenlisten und den anderen Lehrerorganisationskram kann man sich auch ein ganz normales Notizbuch gestalten.

Filzen mit Tierhaaren #6 & Katzenhaar-Filzgleiter für Stühle

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2. Akt vom Fingerwerk „Warme Füße für nackte Stuhlbeine“

Maine-Coon-Filzgleiter
Britisch-Kurzhaar-Filzgleiter

Noch eine Woche und der Mai ist zuende und vom Frühling ist keine Sicht. Die Heizung angeschaltet und im warmen Wollpullover plus Wollschal verpackt versuche ich mich auf warme Gedanken zu bringen. Doch egal wie das Wetter draußen ist vor allem für meinen Kater Harry ist Fellwechsel angesagt! Selbst ihn stören die Flocken, die ihm ohne sich groß zu bewegen um die Nase wehen. Also half ich ihm dabei sein winterliches warmes Unterfell loszuwerden. Gleiches hatte Kater Nachbars Kater, der schönste „Löwe“ der Welt, Francis letzten Herbst über sich ergehen lassen. So kam einiges an Katzenhaar zusammen.

Francis-Wolle und der Spender

Das Tierhaar dieses Main Coon Katers ist sehr fein mit langen Fasern. Vor dem Filzen habe ich es mit Handkarden kardiert, damit die Fasern in einer Richtung liegen.

 

 

Harry beim Bürsten

Als typischer Vertreter eines Britisch Kurzhaar Katers bringt Harrison nur kurze Haare aus seinem Unterfell. Wenn man es sich genauer betrachtet ist es nicht glatt sondern leicht wellig. Diese Oberfläche führt schon beim Bürsten und Sammeln der Haare in der Hand zum Verfilzen. Was mich ursprünglich auf den Gedanken brachte mit Harrys Flocken zu filzen.

 

Vom Filzprozess versuchte ich einen Film zu drehen, was mir nicht glückte. Aber zum Glück gibt es reichlich Videos zum Filzen von Hohlformen im Internet und ich fand eine Anleitung von „filzeninfo“ (leider ohne funktionierendem Link zu weiteren Informationen), die ähnlich wie ich arbeitet:

Die Hohlform am oberen Ende vorsichtig mit einer Schere aufschneiden nicht vergessen!

Im Video wird nur gezeigt wie das Filzwerk der Länge nach im Handtuch gewalkt wird. Dadurch schrumpft der Filz auch vor allem in der Länge.
Um auch quer eine Festigung und Schrumpfung zu erreichen muss auch in dieser Richtung gewalkt werden.

Zum Schluss passte ich die Filzgleiter direkt auf den Stuhlbeinen an, auf die sie hinterher benutzt werden.
Um das Holz mit der Feuchtigkeit des unfertigen Filzgleiters nicht zu schädigen und um diesen leichter entfernen zu können schützte ich das Stuhlbein mit Klarsichtfolie.

Passen alle Filzgleiter zog ich diese von den Stuhlbeinen und nutzte den alten Fingerpuppenständer meiner Tochter um sie zu trocknen.

 

 

Nach dem Trocknen die Filzgleiter auf einer Schneideunterlage ausrichten und mit einem Rollmesser in eine Länge schneiden.

 

Anziehen und fertig!

 

Wie sich diese Filzgleiter bewähren muss sich zeigen. Auf jeden Fall gleiten sie, wie das Strickfilzmodell, beinahe gefährlich leicht über den Fußboden. Den Haltbarkeitstest müssen alle erst noch durchlaufen. Ich werde darüber berichten.