Dienstagsfrust durch rasende Aufsitzrasenmäher

oder …

Sag mir wo die Pflanzen sind, wo sind sie geblieben?

Eigentlich wollte ich heute ein kleines Stück erfolgreicher gärtnerischer Bemühungen der letzten Tage, Wochen und Monate meiner SchülerInnen etwas detaillierter vorstellen. Samstag und Sonntag freute ich mich noch, wie sich die Pflanzenwelt auf dem Schulareal entwickelt. Heute wollte ich eigentlich darüber posten, was alles inzwischen an Pflanzen rund um unsere Trockenmauer wächst und gedeiht.

Gestern hörte ich ein aggressives Rasenmähergeräusch, dachte mir aber nichts negatives. Das Trockenmauerareal wurde all die anderen Jahre, als es ungepflegt so vor sich hin zuwucherte,  immer großzügig beim Mähen ausgespart. Deshalb machte ich mir auch keine Sorgen, dass es irgendwann mal anders sein könnte. Falsch gedacht. Dieses Jahr ging die Mähmaschine vor der Mauer platt machend im Turbotempo über Königskerze, Odermennig, Marienblatt, Eberraute, Rainfarn, Baldrian, Malve, Beinwell, … um dann über der Mauer noch eine Schneise zu mähen!

Es war einmal:

Vor der Mauer ist das alles wusch und weg.

Den Schaden oberhalb der Mauer entdeckte ich erst später und hätte dann wirklich heulen können. Wenn an Rändern im Eifer des fertig werden wollens platt gemäht wird kann ich das irgendwie noch verstehen. Aber wenn eine Schneise gemäht wird stehe ich schon vor Rätseln, bzw. es sollte kein Schuldiger in meiner Nähe sein!

Ein ganz klein wenig tröstet mich und die SchülerInnen das rot blühende Pflänzchen, dass sich fern vom Mähareal im „wilden“ Garten selbst ausgesät hat – ein Sommer-Adonisröschen, oder Kleines Teufelsauge.

Ein teuflisch wachsames Auge werde ich auf den nächsten Mähauftritt haben. Rot-weißes Absperrband ist schon besorgt!

 

Mit Farbe ins neue Jahr 2017

oder …

Naturfarben aus Pflanzen #1

Schon einmal Rotwein auf einen hellen Teppich oder auf das Sofa verschüttet? Macht richtig gute Flecken und die klappen auch mit rotem Traubensaft, wenn man auf scheckige Polstermöbel steht.

Mich fasziniert auch die Farbe des Suds der beim Kochen von Artischocken entsteht. Leider hat sich dieser tolle grüne Farbton bis jetzt nie auf Papier übertragen lassen, auch nicht auf die Wollfasern, die ich darin ziehen ließ.

Meine Finger waren nach dem letzten selbstgemachten Curry noch über Tage knallgelb, da ich ohne Handschuhe ein Stück selbst geriebene frische Gelbwurzel verarbeitet hatte.

Die Natur bietet so viele tolle Farben, selbst jetzt im Winter ohne sommerliche Blütenpracht, was ich in diesen freien Tagen ausleben möchte. Mein Ziel ist ein paar Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  • Ausmisten meiner Wollfärbekisten von anno lang ist’s her
  • Aufarbeiten einiger Mitschriebe von Vorträgen aus dem vergangenen Jahr, z.B. auch den von Peter Reichenbach, Gründer von sevengardens, der mich im Juni auf der Landesgartenschau in Öhringen begeistert hat
  • Planung der Bepflanzung eines Beets mit Färberpflanzen im Schulgarten
  • Vorbereitung eines Unterrichtsprojekts ‚Herstellen und Malen mit Pflanzenfarben‘

Ich gab mir dafür, da ich ja auf Erfahrungen aufbauen konnte, einen Tag. Ha! Ich bin inzwischen bei Tag 3, immer noch nicht fertig, geschweige denn mit irgendeiner Dokumentation, noch verwendbaren Arbeitsblättern. Die Küche gleicht einem Schlachtfeld und auf jeder freien Fläche trocknet irgendein Versuchsergebnis.

Erstes Fazit:

Farben aus Pflanzen herzustellen ist zwar unter Umständen eine Sauerei, aber es macht richtig Spaß!

 

Zwei Wege um an die Pflanzenfarben zu kommen

Weg 1 – kalt mit Muskelkraft

Wurzeln und Kohl werden am besten mit einer Kartoffelreibe geraspelt bevor sie in in einem Stein- oder Porzellanmörser mit etwas Wasser und Sand weiter zerrieben werden. Der Sand dient als Hilfsmittel um die Zellwände leichter zu öffnen. Blätter, Gräser, auch Blüten (sofern es welche gibt) schneide ich mit einem Messer klein, zerkleinere sie weiter mit einem Wiegemesser auf einem Brett möglichst fein, bevor ich sie in den Mörser gebe. Saftige Beeren gebe ich gleich in den Mörser.

Weg 2 – warm im Topf

Blätter, Früchte, Wurzeln, Stengel, Rinde, usw. können auch kleingeschnitten in Wasser ausgekocht werden. Bei vielen Pflanzen reicht eine kurze Kochzeit von ca. 10 Minuten, andere brauchen länger, oder noch eine Ruhezeit, bis sie ihre Farbstoffe frei geben.

Den entstandenen Sud siebe ich bei beiden Wegen zuerst durch ein feines Haarsieb und danach durch einen Teefilter aus Papier.

Ab und an, oder eher ziemlich häufig, ist die Farbe auf dem Filterpapier erfreulicher und intensiver, als die im Glas aufgefangene. Deshalb sammle ich die getrockneten Filtertüten (so viel zum Thema ‚Haushalt optimieren/reduzieren!‘) um sie später einmal in einer Collage verarbeiten zu können, vielleicht. 😉

Die filtrierten Pflanzensäfte fülle ich in durchnummerierte Gläser ab, wenn ich parallel dazu ein Herstellungsprotokoll führe. Auf jeden Fall müssen die Gläser beschriftet werden, da sich viele Pflanzenfarben über die Tage verändern und man sich nicht mehr erinnert was in welchem Glas abgefüllt ist. Länger als eine Woche halten sich die Farben, selbst im Kühlschrank aufbewahrt, leider nicht.

 

In diesen Farben stecken tatsächlich nur Wasser und das was an sekundären Pflanzenstoffen farblich in einem Kühlschrank, Vorratsschrank oder im Garten drin steckt – Rotkohl, Spinat, rote Beete, Gelbwurz, Möhre, Artischocke, Heidelbeeren, Mahonienbeeren.

 

Wenn mit diesen flüssigen Farben gemalt werden soll ist die Qualität des Papiers entscheidend für ein ansprechendes Ergebnis. Normales Zeichenpapier oder Druckerpapier kann verwendet werden, aber ich empfehle Aquarellpapier.

Manche Farbe entwickelte ihre Farbwirkung erst nach dem Trocknen auf dem Papier, andere veränderten ihre Farbe schon beim Auftragen oder verblassten nach dem Trocknen. Da ich davon ausgehe, dass die eine oder andere Farbe nicht lichtecht sein wird sind zwei Farbmusterkarten entstanden. Die untere Farbpalette liegt im vollen Tageslicht, die obere bleibt abgedeckt im Block. Schon nach einem Tag sind leichte Veränderungen zu erkennen.

Interessant fand ich die Versuche mit diesen Farben zu malen. Wie schon erwähnt verändern sich manche Farben, ein Umstand der in der Regel beim Malen nicht erwünscht ist. Ich war dann doch positiv überrascht und fand den Überraschungsfaktor richtig gut. Was absolut NICHT funktioniert ist das Mischen der flüssigen Farben! Da kann gleich Abwaschwasser auf das Papier gebracht werden. Aber Farbe auftragen, trocknen lassen, andere Farbe auftupfen oder als Akzent auftragen funktioniert.

Chewbacca als Bildwächter

 

Fortsetzung folgt.

An, in und unter den Linden

oder …

Lindenblüten – duftende Helfer

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Es blühen die Linden! Was für ein Duft!

So riecht für mich der Beginn des Sommers – Lindenblütenduft!

Erst kommt er von der Sommerlinde, dann legt die Winterlinde nach. Jetzt ist es an der Zeit um diesen Duft einzufangen und für die Erkältungszeit im Winter zu präparieren. Ende Juni, Anfang Juli ist ein optimaler Zeitpunkt um Lindenblüten zu ernten und zu trocknen. Lindenblütentee ist schweißtreibend und lindert Atemwegsbeschwerden bei Erkältungen.

In meiner direkten Umgebung stehen einige Linden, von denen ich sonst immer meinen Wintervorrat schneide. Was war ich verblüfft, dass sie dieses Jahr in erreichbarer Höhe schon „abgeerntet“ waren, bis ich dazu kam. Auf der Suche nach neuen Erntestellen erlebte ich die nächste Überraschung – die Menge an Linden in meiner Stadt, vor allem entlang den Hauptverkehrsstraßen, war mir bisher nicht aufgefallen. Allerdings macht es wenig Sinn Blüten für Tees von Bäumen so dicht an den Straßen zu ernten, da Linden mit ihrer Fähigkeit optimal Luft filtern zu können, Schadstoffe entsprechend gut speichern. Nachdem ich lange nach DER idealen Linde gesucht hatte, sie fand und meine Lindenblüten geerntet und getrocknet habe, entdeckte ich heute tatsächlich eine noch bessere Quelle! Direkt auf dem Schulhof, fernab einer Straße, … , und ich dachte, ich weiß was auf unserem Schulgelände wächst!

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Der erste Schwung an Lindenblüten ist nach der Ernte …

 

… frisch getrocknet schon in der Teeschüssel gelandet!

 

Lindenblütentee lindert nicht nur im Winter eine Erkältung, er ist auch hilfreich bei Auswirkungen des deutschen Sommers!

Vorweihnachtsvorwehen und Herbstzeit-Blues

oder …

Ein Doppel-Post!

Was beinahe wie Blogpause in Sachen DIY von Meinereine aussieht hat nichts mit null Bock auf Blog zu tun. Gar nichts. Ganz und gar nichts! Das Problem liegt ganz woanders, ist irgendwie schwierig zu beschreiben, oder kurz und knapp gesagt – ich bin gebloggckt!

Es ist nicht so, dass momentan nichts Kreatives bei mir durch die Finger läuft. Es stehen auch keine leeren Strickkörbe herum. Die frisch geschliffenen Papierscheren funktionieren wieder hervorragend und haben keine Chance Rost anzusetzen. Die Pinsel sind nach dem Auswaschen noch feucht. Kein Klebstoff ist unverarbeitet eingetrocknet.
Keine Kreativpause.
Katerchen trifft auch keine Schuld, wie sonst so oft! 😉

Dabei begann alles so entspannt nach den Sommerferien.
Die neue Klasse begrüßt. Glücklich den neuen Stundenplan mit ganz vielen praktischen Fächern an meinen Kühlschrank gepinnt und mir selbst ein glückliches neues Schuljahr gewünscht.

Wenn da nicht … kaum, dass das Schuljahr begonnen hatte, wie üblich, der Kalender von jetzt auf nachher mit Wirkung einer Schlammlawine von Terminen zugeschüttet worden wäre!
Wenn sich da nicht … schon am zweiten Schultag, völlig unerwartet, meine chronischen Wehwehchen mit Macht zurück gemeldet hätten.

Wegdrücken ging weder das eine noch das andere, schon gar nicht, weil zum Beispiel die im Schulgarten geernteten Kräuter bei mir im Haus auf dem Dachboden trockneten, bevor sie weiterverarbeitet und verpackt auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden können. Irgendwie schafften es meine Kollegin und ich bei mir zuhause vorzubereiten was ging, oder Probe zu verkosten, bevor unsere Schüler an die Herstellung von allerlei Kulinarischem zum Verkauf gehen konnten. Labels entwerfen, Gläser und Tüten bestellen, das konnte ich auch von zuhause aus.

Sicherlich verstanden meine Ärzte etwas anderes unter „kürzer treten“, sie haben ja auch recht. Aber die Teilnahme an diesen Weihnachtsmarkt habe ich mit initiiert und jetzt die Kollegen damit hängen lassen kann ich nicht.

Ist schon seltsam zu einer Jahreszeit in der es die Trauben frisch von den Reben gibt und ich noch keinen Bock auf die getrocknete Variante Rosinen in Stollen habe, an Weihnachten zu denken.
Macht Sinn.
Muss sein.
Müssen andere auch.
Weihnachten beginnt tatsächlich schon im September, spätestens, wenn man an einem Weihnachtsmarkt (wie meine Schule) teilnehmen möchte.

Mittlerweile ist es Ende Oktober.
Die Stellflächen werden knapp in meinem Haushalt. Auf jeder Ablagefläche tummelt sich irgendetwas Ausprobiertes, Angefangenes, Unfertiges. Es ist wie eine Krankheit, eine Seuche. Sogar auf meinem Blog hat sich dieser Halbfertig-Virus ausgebreitet.
An manchen Tagen träume ich von großen schwarzen (Müll-)Säcken und der „Delete“-Taste.

Seit Schuljahresbeginn wird gepflückt, geerntet, genäht, gebastelt, gesägt, geklopft, (ein)gekocht, gebacken und gepackt. Kisten und Kartons füllen sich mit Tüten, Gläsern und Werkstücken. In meinem Kopf wuseln bei der Arbeit gleichzeitig neue Ideen zusammen, was man denn sonst noch so herstellen und anbieten könnte. Nicht einmal auf’s Klo kann ich momentan gehen, ohne das mir irgendeine Idee vom Kopf in die Finger läuft.

Adventskalender für meine Klasse?

So entstehen parallel zu den Waren in diesem Jahr schon die ersten Prototypen für das kommende Jahr.
Doch BLOSS nicht googeln, durch Dawanda, Pinterest & Co. stöbern, wenn das Ergebnis ausgetüftelt ist! Unter Garantie gibt es diese Idee schon ewig und ist viel schöner präsentiert, als man es selber kann.
Und auch nicht darüber bloggen, sonst hat der Nachbarstand auf dem Weihnachtsmarkt den gleichen Artikel im Angebot.
Ach ist das alles blöd.
Zudem blogge ich am liebsten direkt bei und nach der Herstellung. Angefangene Blog-Posts fühlen sich nach Tagen, Wochen, wie liegen gebliebene Bügelwäsche, nach ungeliebter Arbeit an.

Was mache ich erst, wenn ich in die Produktion von Weihnachtsgeschenken für meine Lieben gehe? Noch mehr angefangene Blog-Posts produzieren? Was ist mit denen von den  letzten Jahren?
Mein zweifelnder Blick geht in Richtung Bügelkorb. Hmm?!

Inzwischen ist mein Frustrationsniveau auf unterstem Niveau, die Motivation Ideen auszuprobieren ziemlich im Keller, meine über Jahrzehnte gesammelten, selbst entworfenen  Anleitungen werde ich wohl zum größten Teil nicht mehr veröffentlichen. Schwarzer Sack und fertig!

Wenn ich dann noch in Bastelläden in Päckchen abgepackte Mini-Holzsterne sehe, 8 Stück zu 2,99 €, die dann tatsächlich gekauft werden, rappelt es gewaltig in mir! Die großen Sterne, die meine Schüler gesägt haben, verkauften wir letztes Jahr für 1 € das Stück, sonst hätte sie keiner gekauft.

Trotzdem laufen wieder die Laubsägebogen heiß um Sterne zu produzieren. Daneben entstehen Apfelhäuschen zur Winterfütterung von Vögeln. Die Wildbienenstände werde ich für dieses Jahr nicht mehr ferig bekommen. Doch der nächste Weihnachtsmarkt kommt bestimmt und ein Schuljubiläum steht an.

Trotzdem tüftle ich seit Tagen begeistert und mit Elan an meinem Beitrag für einen DIY-Adventskalender herum, inklusive angefangenen Blogposts :D.
Kann man eigentlich Blogposts ungebügelt veröffentlichen und kann man in ungebügelter Wäsche in der Öffentlichkeit bloggen?

Genug lamentiert. Gar nicht meine Art. Gesagt, gedacht, geschrieben, gehofft.

Herbstzeit-Blues.

Ich bin am Wochenende wohl zu lange durch die Landschaft gepilgert. I’ve got the blues.

Nachdem ich einige Zeit nicht so richtig vor die Tür gekommen war, trommelten die Hummeln unter meinem Hintern nach Ausflug. Deshalb fuhr ich spontan nach meinem obligatorischen samstäglichen Marktbesuch der Sonne nach und landete bei Pforzheim im Wildpark, am Rand vom Nord-Schwarzwald.

So sehr mir die herbstliche Färbung der Wälder gefällt bin ich mir seit heute klar darüber, dass der Herbst nicht mehr eine meiner Lieblingsjahreszeiten ist. Der Herbst macht mich melancholisch und dieses Gefühl mag ich momentan überhaupt nicht er- und ausleben. Nö!

Ein bunt gefärbter Laubbaum sieht nur aus der Ferne schön aus. Aus der Nähe braucht das Laub schon eine reichliche Portion Sonnenstrahlen zum Aufhübschen. Das ist so. Braucht man nicht darüber zu diskutieren.

Wie beim Winter kann ich mir die schönen Seiten auf Fotos festhalten und anschauen. Fertig.
Doch, halt! Was ist denn das?
Gebückt, auf Knien mit Konstanze durch das Laub gerutscht und wieder einmal alles vergessen, was mich die Tage geärgert hat.

Fotogene Pilze.

 

 

Nein, die Schnecke habe ich nicht dorthin platziert! Ich habe sie selbst erst entdeckt, als ich das Teleobjektiv aufgeschraubt hatte und durch den Sucher schaute.

Leider weiß ich nicht um was für Pilze es sich handelt. Doch hübsch sahen sie aus.
Nicht weniger hübsch zeigte sich Herr Waldrapp mit seinen Damen. Schwer zu fotografieren durch all den Maschendrahtzaun! Schade!! Trotzdem probiert. Irrer Typ 😉

„Schau mir in die Augen Kleines!“ – Wer kann diesem Blick wohl widerstehen? 😀

 

Bevor jetzt trübe Gedanken Nester in meinem Kopf bauen, richte ich mir mein Gefieder und trinke ein Schlückchen.

Der letzte Blues für heute – Meet me at the bottom – und gut ist’s. In der kommenden Woche werde ich 57 und habe nicht vor mich unterkriegen zu lassen.
Punkt.
.

 

Wandern in den Pyrenäen

oder …

Rund um den Pantà de Sau

Inzwischen sind zwei Wochen vergangen, seit ich von einem Besuch bei meiner Freundin in Spanien zurück bin. Das gefühlte Kilo an Fotos dümpelt auf dem Rechner und die Erinnerungen verblassen langsam im Alltag. Heute waren die Urlaubsbilder sofort wieder präsent, als ich mich mit einer lieben Nachbarin über unsere vergangenen Urlaube unterhielt. Sie hantierte gerade mit ihren Frühjahrsblumen in einem Gartenstück, wir sprachen darüber, wie unterschiedlich weit die Vegetation hier und dort ist und da waren sie wieder, zuerst in meinem Kopf und dann am Bildschirm, die Bilder von meinem Ausflug in die Pyrenäen.

Unvergesslich sind mir vor allem die Mengen an wilden Narzissen und Traubenhyazinthen. Wiesen voll davon, zwar winzig, doch durch die Anzahl überwältigend.

 

Wer mich kennt weiß es, Berge sind nicht so meine Sache. Sie sehen hübsch aus und bis zu einer gewissen Höhe mag ich sie auch. Doch spätestens ab 1800 m geht es mir nicht mehr gut, da ich zu den Spezies gehöre, die schon unter 2000 m an Höhenkrankheit leiden. Das ist Stress für mich, aber auch für meine Mitreisenden. Sehr schade, denn Nepal und Tibet sind somit aus meiner Traumreiseliste gestrichen. Aber vielleicht, mit entsprechender Vorbereitung und ganz, ganz viel Zeit, wer weiß.

Zurück zu Spanien und den Pyrenäen.
Nach meinem Sturz eine Woche vor der Reise hatte ich meine Wanderschuhe gar nicht erst eingepackt. Wer mit Rückenprellungen keine Treppen steigen kann (und seinen Koffer in gebückter Haltung nicht vom Rollband bekommt) denkt nicht an Wandern in den Bergen. Nicht im Traum!

Ich hatte diese Rechnung ohne meine Freundin und ohne ihre nette Wandertruppe gemacht, denn bei deren Überredungspotential wird selbst eine Lahme schwach.
So ging es dann von der Costa Brava, wo meine Freundin lebt, zuerst nach Vic und von dort aus zum Stausee Pantà de Sau. Treffpunkt und Start der Wanderung war ein Palador-Hotel, dass zum Träumen und Übernachten einlud.

Wer möchte nicht mit solch einem Blick abends einschlafen und morgens aufwachen?

Von hier aus ging es zu siebt plus Hund zu Fuß querfeldein zum Kloster Monestir de Sant Pere Casserres. Die ersten dreißig Minuten ging es moderat bergauf und -ab.

links das Kloster und in der Ferne die Gipfel der Pyrenäen

Meine Prellungen und ich fanden uns mit dem Schmerz ab, denn die Aussicht auf Stausee und Gebirge war bei Sonnenschein mit leichter Brise einfach nur schön. Ansonsten half die prophylaktisch eingenommene Ration Ibuprofen, bis wir vor einem Steilstück standen.
Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich den Rückzug angetreten. Aber jetzt stand ich hier, überredet zur Teilnahme an der Wanderung, mit Panik im Nacken und Schmerz im Rücken – trotzdem wurde der Buckel nicht flacher, der Weg nicht breiter und mir stand schon beim Gedanken: „Da geht es hoch!“ der Schweiß auf der Stirn.

Ich kam den Weg hoch, mit Unterstützung. Vorn gezogen und von hinten geschoben ging es, irgendwie, auauau, voran. Dazu noch ordentlich die Zähne zusammengebissen, man will ja nicht öffentlich aufgeben und überhaupt, von so ein bisschen Prellung lässt sich meinereine doch nicht unterkriegen.
Tja, nun, die nächsten Tage habe ich einen Zahnarztermin. Eine Keramikverblendung von einem Zahnkrone hat den Stresstest nicht gut überstanden.

Am Kloster angekommen standen wir leider vor einem geschlossenen Cafe und geschlossenen Toren. Alles geschlossen in der Woche nach Ostern. Schade.

Doch so hatten wir auf dem Weg zurück zu unseren Autos und vor dem Mittagessen etwas mehr Zeit, die ich auch mit der Kamera nutzte.

Vieles, was rechts und links am Wegrand blühte, findet sich auch in den Wäldern hier, wie Veilchen, Buschwindröschen, Schlüsselblumen und Leberblümchen.

Keiner von uns rechnete jedoch damit in dieser Höhe mit Kakteen auf einer Waldlichtung.

Nach der Mittagspause erkundeten wir mit dem Auto den Stausee und fuhren dazu auf Straßen, bei denen man hofft keinen Gegenverkehr zu haben.

Wie beim Reschensee in Südtirol schaut auch hier beim Pantà de Sau der Kirchturm einer überfluteten Ortschaft aus dem See heraus. Laut Wikipedia ist der Kirchturm selbst bei voller Füllhöhe des Stausees 2 Meter hoch zu sehen. Wir sahen gerade mal die Spitze des Turms und den Hahn in der Sonne blitzen.
Weiter ging es über schmale Straßen und schmale Wege, querfeldein, bis wir anhielten um einen letzten Spaziergang zu einem Wasserfall zu machen.
Auch hier blühten wieder Mengen an wilden Narzissen. Winzig, im Vergleich zu den Exemplaren, die in unseren Gärten wachsen. Um sich die Größe besser vorstellen zu können, habe ich hier rechts neben den Blüten eine 1-Euro-Münze gelegt.

 

 

Hier noch Wiesen voller Narzissen und eine Kopfdrehung weiter öffnet sich eine grandiose Landschaft.

 

 

 

 

Und zu diesem kleinen Bäumchen, auf dem Felsen links, machten wir uns auf den Weg.
Vorbei an dem Wasserfall, der leider zum späten Nachmittag im Schatten lag, …

… kamen wir zum Aussichtspunkt.

Zum Abschluss dieses Ausflugs hielten wir noch in Rupit, einem lohnenswertem Ausflugsziel, bevor es abends noch vor dem Sonnenuntergang im Schatten versank.

Müde schlenderten wir durch die Gassen der malerischen Felsenstadt, durch die ein Wildbach fließt.
Über eine Hängebrücke kann man diesen überqueren und dabei auch ein wenig besser die kunstvoll angelegten Gärten an den Häusern bewundern.

 

Zu der Uhrzeit, als wir ankamen, war die Ortschaft schon von allen Touristen verlassen. So hatten wir Zeit und Muße die alten, liebevoll hergerichteten Gebäude zu genießen und zu bewundern.

Besonders viel Spaß hatten wir an den üppigen Auslagen und Fenstern mit Kitsch und was sonst dazu gehört.

 

Frühstart in Balkonien

oder …

Vom nicht abwarten können

Samstag ist bei mir Markttag, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Hier kaufe ich bewusst regionale Produkte und nach der Saison ein. Das fällt manchmal schwer, vor allem im Frühling!

Auch heute hatte ich versucht standhaft zu bleiben und kaufte „nur“ eine handvoll Erdbeeren aus Italien. Wenn ich dann nicht noch in den Baumarkt gemusst hätte, für ein paar spezielle Schrauben, die ich dann nicht einmal bekommen habe!

Zwischen Parkplatz und Eingangsbereich stand ein Angebot mit Pflanzen, denen ich zuerst keinen Blick gönnte, gar keinen, überhaupt nicht, wirklich.
„Keine Balkonpflanzen VOR den Eisheiligen.“

Ich musste jedoch noch einmal zurück zum Auto um meinen vergessenen Notizzettel zu den Schrauben zu holen.
Ist auch so eine spezielle Geschichte. Da klaut jemand die Rollen, inklusive Befestigungsmaterial, aus der Tür eines Gewächshauses mitten aus einem Schulgarten, dazu noch eine Scheibe und eine Führung für die Gleitschiene. Nur eine Führung, die andere steckt noch!
Ok, ich musste also noch einmal an diesem Pflanzenaufbau vorbei, höre mit einem Ohr : „… des Pflänzle nur 50 Cent, gell Babba, da nehmet mer a Korb voll mit …!“ und schaute dann doch genauer hin. Sah ein Pflänzchen. Es zog mich magisch an! Es war wie die Übernahme der Menschheit durch die Borg bei Star Trek:
„Widerstand ist zwecklos!“

Kofferraum voll, Rückbank voll, Geldbeutel leer!
Und dieses Pflänzchen ist schuld! 😉

Zuhause angekommen kann es der nächste nicht abwarten!

 

 

Ohne Rücksicht auf meine Kaffeetasse!

Kater, kleiner Genießer, (noch) glücklich und ich konnte mich endlich um die anderen Pflanzentöpfe kümmern. Beim Auspacken musste ich wiederholt den Kopf über mich selbst schütteln:
„Viel zu früh! Du hättest abwarten müssen!“

Ach, was soll’s. Es wird schon gut gehen! Bis jetzt hat es mir eine Menge Spaß gemacht!! Und sind diese Blüten nicht herrlich?

 

 

Tja, Chewbacca, der auch nicht abwarten konnte, hat die ersten Nebenwirkungen hinter sich!

Hoffentlich bleiben meinen Pflanzen allzu viele Unannehmlichkeiten erspart. Die Eisheiligen enden übrigens mit der „kalten Sophie“ am 15. Mai.

Rosen im Schnee

oder …

Weihnachten ist vorbei und nun schneit es doch!

Heiligabend ohne Schnee.
Der 1. Weihnachtstag ohne Schnee.
Der 2. Weihnachtstag, Boxing Day, ohne Schnee.
Aber dann, am Tag danach, meinte Frau Holle all ihr Potential auf einmal in Süddeutschland in großen Flocken herunterrieseln lassen zu müssen.

Oh meine Rosen, die noch vor Tagen so herrlich blühten! Jetzt sind sie mit Schnee bedeckt!

Und es schneit weiter, und weiter, und weiter …

… bis die Schwerkraft siegt.

 

Kater Chewie hat sich die Lage nur kurz auf dem Balkon angeschaut.

Zu kalt, zu nass, zu windig – nee, da gibt es besserer Plätze für ein Schläfchen mit Garantie für warmen Po und Pelz.

 

Ein Schal für die kühlen Stunden im Frühling

oder …

Wieder ein Strickwerk, einfach glatt hoch!

Da ist er, der frisch gestrickte Schal in meiner Lieblingsfarbe, grün! Er ist ein luftig lockeres Leichtgewicht mit gerade einmal 50 g und das bei einer stattlichen Länge von 210 cm und 40 cm Breite.

 

Das Material, ein Mohairgarn, wandert schon seit Dezember 2008 von einem Strickkorb in den anderen. Ursprünglich hatte ich vor kleine Quadrate ins Strickwerk einzuarbeiten um meine Seidenreste verarbeiten zu können. Später sollte es mit einem Ajourmuster verarbeitet werden.

Doch immer wenn ich das Garn anschaute dachte ich mir: Viel zu schön für ein Muster oder mit anderen Farben/Materialien verstrickt zu werden.

Also, wieder einmal, wie meine letzten beiden Pullover, glatt rechts hoch!
Langweilig!
Stimmt!
Aber dieses langweilige Nadelklappern lohnt sich!!

Ich garantiere ein langes Tragen, wenn mit guten Materialien gearbeitet wurde und einem die Farbe wirklich gefällt :-)!

Da kann nichts aus der Mode kommen und das Material entfaltet seine ganz eigene Wirkung!

Mit 6er Nadeln verstrickt entstand aus dem Mohairgarn nun ein leicht transparentes Strickwerk. Der Schal wirkt so nicht winterlich und auch optisch leicht.

 

 

 

Durch die relativ große Nadelstärke für das feine Material haben die Mohairfasern Platz sich aufzuplustern. Das ist jedoch nicht unbedingt jedermanns Sache! Mancheine/r empfindet das als kratzend!

Was ich als Vorteil von dem einfachen Strickmuster – glatt rechts bzw. eine Reihe rechte Maschen, eine Reihe linke Maschen – empfand, war der sich nach links rollende Rand. Diese Eigenheit verträgt sich gut mit dem leichten Material. Der Schal rollt sich wie zu einem Schlauch und lässt sich leicht um den Hals legen.

Gutes Mohairgarn ist nicht günstig, aber es lohnt sich! Wer beim Einkauf auf die Banderole schaut wird erkennen, dass die Lauflänge oft deutlich höher ist, als z.B. bei Wolle. Meine 50 g haben vor fünf Jahren 12 Euro gekostet.