oder …
sommerlich und jede frei Minute im Garten
Bis Donnerstagmittag hatte ich kein Leitthema für diesen Wochenrückblick, ich versuchte den Garten für die jährliche Gartenbegehung durch den Vorstand des Kleingartenvereins, so regelkonform wie möglich zu bekommen. Das habe ich nicht geschafft. Doch später mehr dazu.
Donnerstagmittag fiel mir dann eine meiner letzten geernteten, halb vertrockneten Yuccastauden in die Hand und da war die Idee! Meine mühsam angezogenen Baumwollpflänzchen leiden schwer unter der Sonnenbestrahlung und ich wollte zumindest einer Pflanze etwas Schatten verschaffen.
Die Yuccablätter ließen sich etwas widerspenstig vom Strunk abreißen, aber wo ein Wille ist entwickelt sich die Technik. Die trockenen Blätter mussten erst einmal in Wasser eingeweicht werden. Sie sind in trockenem Zustand zu spröde und würden bei der Verarbeitung brechen. Das Einweichen dauerte länger, als erwartet und ich musste sie bis Freitagmorgen in der Wasserwanne lassen, bis die Blätter flexibel genug waren – aber dann wieder zu nass! Blattwerk raus aus der Wanne und erst einmal wieder etwas trocknen lassen. Kein Problem, es war ja warm genug!
Während des Einweichens hatte ich eine Weihnachtsbaumspitze von den Nadeln befreit, als Schirmgrundlage.

Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt weiß, dass ich mit Yucca, als Pflanze, die in meinem Garten wächst, meine Probleme habe. Inzwischen habe ich nur noch eine im Topf, die andere hackte ich im zeitigen Frühjahr heraus. Sie kam nicht auf den Kompost oder auf den Häckselplatz, sie bekam jetzt ihre Chance.
Die eingeweichten Blätter halbierte ich mit einem scharfen Messer.
Die dicken Strünke schnitt ich mit einem scharfen Messer etwas flacher.
Dann ging es ans Flechten, wobei ich die Technik des Zwirnbindens (engl. twining) verwendete. Als dann die Abstände zwischen den Ästen zu groß wurden, überbrückte ich diese durch Schnurdrehung (engl. cording) der Blätter. Ich arbeitete mit zwei Schnursträngen, die jeweils aus drei Blatthälften bestanden, die immer wieder neu angesetzt werden.

Der Schirm steht und ich werde Samstagmorgen die Position überprüfen.

Gartenzeit
Ich schaffte es endlich zu einem Beitrag über das Frühlingsgeschehen in meiner Garten-Parzelle – Link – bevor die ersten Gemüsepflanzen in den Garten und das Hochbeet einzogen. Tatsächlich steht in meinem geplanten Tomatenbeet bisher nur eine Pflanze, die auch noch gekauft ist! Meine Anzucht kümmert vor sich hin, aber ich bleibe voller Hoffnung sie in den nächsten Tagen in den Boden zu bekommen. Zum Glück fand ich Platz für all die geschenkt bekommenen Tomatenpflanzen. Nebeneffekt, ich musste auf der Parzelle aufräumen und schneiden, damit sich die Beanstandungen bei der Gartenbegehung in Grenzen halten. Dabei machte ich auch regelmäßig Pausen im Schatten oder beschäftigte mich mit erfreulicheren Dingen, wie der Ernte von Holunderblüten in einem benachbarten Garten – wir dürfen auf dem Gelände keinen Holunder haben – und ich durfte Blüten sammeln.

Ich hoffe sehr, dass sich im Flachsbeet noch ein Höhenwachstum einstellt. Dagegen begann ich zum Ende vom mähfreien Mai die ersten Bereiche auf der Wiese mit der Sense zu kürzen.

Die Begehung liegt hinter mir. Wie üblich wurde zuerst die Wiese beanstandet. Erfreulicherweise war der Fachberaterin der mähfreie Mai ein Begriff, aber zwei Samenstände vom Löwenzahn mussten unverzüglich weg – aus Rücksicht auf die Nachbarn. Am liebsten wäre es ihnen gewesen, wenn ich die ganze Pflanze ausgegraben hätte.
Am wichtigsten jedoch war die Zustimmung für die Art und Weise, wie ich die Ackerbeete nutze.
Ansonsten
Es gibt Erdbeeren aus dem eigenen Garten zum Müsli, jeden Morgen!

Nicht zu erkennen sind die darunter liegenden Johannisbeeren aus dem Vorjahr! Die müssen nun wirklich weg, denn die Ernte 2026 bekommt so langsam Farbe. Ich habe so gehofft durch meinen rigorosen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr die Ernte überschaubar zu bekommen. Wie es aussieht, wird es trotzdem wieder eine reiche Beerenernte.
Mit der Verarbeitung der Brennnessel bin ich noch nicht fertig, doch alle getrockneten Stengel aus den vergangenen Jahren sind zusammengesammelt. Sie warten auf das Auskämmen.

Zum Stricken kam ich nicht, es war mir dazu auch zu warm.
Nicht zu vergessen, ich war wieder einmal unterwegs, um die Sehnsucht nach dem Enkelkind zu stillen. Dieses Mal ging es in eine andere Richtung, da die Sohnemannfamilie die Pfingsttage bei den Eltern der Schwiegertochter verbrachten. Nicht weit entfernt liegt zudem eine wunderbare Staudengärtnerei, die immer einen Halt wert ist. Hier lohnt sich neben dem Einkauf auch das Schlendern durch die Schaugärten.




Ohrwurm der Woche
Macht’s gut, bleibt gesund und bis die Tage

Verlinkt mit dem Samstagsplausch von Andrea Karminrot
Kommentare
Für diese Vereinsmeierei hätte ich so gar keinen Nerv. Da bewundere ich dich, aber auch für deine Experimente mit Pflanzenmaterial. Der Schirm ist klasse! Klasse auch, dass du die Kleine sehen konntest.- Ich habe derweil das Konzept meines Bruders zur Renaturierung auf dem ehemaligen Elterngelände genossen ( und verstanden ) und u.a. auch einen Biberdamm in meinem Kaff bewundern können. Das hat mich gefreut, dass sie ihn nicht vertrieben haben. Schau mal in meinen Blog ( irgendwie spinnt Blogger heute ), da kannst du mehr sehen.
Dir einen schönen Sonntag!
Astrid
Alles Liebe
Ich habe mich ja bewusst auf den Verein eingelassen und komme häufig genug nicht aus dem Kopfschütteln heraus. Das hatte ich erwartet und ich kann damit leben. Inzwischen bin ich in meiner Andersartigkeit akzeptiert und habe den Luxus, durch den Ruhestand, meine kleine Oase zu Zeiten zu nutzen, wenn es ruhig auf der Anlage ist. Zudem gibt es auch schöne Gemeinsamzeiten, wie am heutigen Abend.
Auf deinen Blog schaute ich heute Mittag kurz und nehme mir gleich etwas mehr Zeit dafür.
Schönen Sonntag, mit vielen lieben Grüßen
Karin
Ja, fühlt sich sehr nach „summertime“ an. Zu sehr.
😉
Schön, dass es mit dem Begehen des Gartens soweit gut gegangen ist. Soweit.
Und Dein Schirmchen… hoffe sehr es ist groß genug, sonst kann man vielleicht in die runden Verstrebungen noch etwas längst einflechten was übersteht?
Und schön, dass Du Enkelinnenzeit hattest.
Liebe Wochenendgrüße
Nina
Die Abstände im Flechtwerk des Schirms sind Absicht und die Größe reicht, bis die Pflanze kräftig genug ist. Dann will Baumwolle Sonne pur und Wasser. Wasser ist ein Problem und die paar einstelligen Millimeter, die eventuell die nächsten Tage fallen könnten reichen nicht die Zisterne aufzufüllen. Positiv denken und weitermachen. 😊
Schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Karin
erstmal bin ich mit dir richtig froh, dass die gartenbegeher doch verständnis für dein gartenkonzept haben und immerhin auch den mähfreien mai einigermaßen durchgehen lassen. ja, der löwenzahn ist offensichtlich der feind aller kleingärtner :))! ich freu mich gerade so über einen garten in meinem blickfeld, wo überall der mohn blüht, während direkt gegenüber absolut kahlheit vorherrscht. offensichtlich duldet hier die vereinsmeierei beides.
schön, dass du lieblingsmenschlein-zeit hattest und du die sommerlichen tage so gut im garten genießen konntest.
dein sonnenschirmchen habe ich gestern schon bei insta bewundert – eine ganz schöne idee und sieht noch toll aus.
liebe sonntagsgrüße von mano
Ich habe ganz andere Pflanzen im Garten, die ich problematisch finde. Ganz oben steht die Winde, gefolgt vom Kriechenden Hahnenfuß, gefolgt von einer Flockenblumenart, die sich überall breit macht.
Ein solches Kontrastprogramm zeigt mein direkter Nachbargarten, den ich gerade in Pflege habe – wirklich nette Nachbarn, ganz anderes gärtnern und trotzdem gibt es jedes Jahr Beanstandungen. Muss nicht verstanden werden.
Die selbst hergestellten Kleinigkeiten, die sich in meinem Garten befinden, halfen zu verstehen, warum ich statt Kartoffeln Flachs, Fasernessel, Einkorn, usw. anbaue, ein Färberpflanzenbeet habe und Gemüsepflanzen nicht im Vordergrund stehen.
Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche,
mit vielen lieben Grüßen
Karin
Bin von Instagram hier rüber gehüpft, weil ich den Schirm so toll finde und mehr lesen wollte. Du hast einen wundervollen Garten und deine Kreativität finde ich umwerfend! Kann man denn je zu viele Beeren haben? Ich kenne Zucchinischwemmen, wenn alle Gartenbesitzer diese verzweifelt aufdrängen (habe selber keinen Garten).
Liebe Grüße
Martina
Danke, Martina. Schön, dass du auch hier vorbeischaust!
In meinem Garten steckt schon einiges an Tat drin, damit er sich aus einer braunen Wüste heraus entwickeln konnte. Noch bin ich nicht am Ziel.
Die Beerenernte des vergangenen Jahres füllte zwei Fächer im Tiefkühlgerät. Ich füllte etliche Gläser als Gelee und Flaschen als Saft, trocknete Beeren für Teemischungen. Ich habe viel verschenkt und trotzdem mochte ich irgendwann keine Tiefkühlbeeren mehr im Müsli.
Zucchini baue ich keine mehr an, mir reichen die Gaben aus den Nachbargärten. 😊
Liebe Grüße
Karin
Wie schön die Schirme sind! Und wie toll, dass die Yucca-Palme so zu ihrer Aufgabe gekommen ist. Bei mir spenden Tontöpfe, die irgendwann kaputt gingen, Schatten. Ähnlich wie Standmuscheln schützen sie vor Sonne und Austrockung. Erdbeeren und Johannisbeeren sind hier noch nicht so weit, aber ich freue mich jeden Tag auf baldige Ernte 🙂
Hab eine wunderbare Woche – Carina.
Meine Daumen sind gedrückt, dass deine Beeren sich ein Beispiel an meinen nehmen. Trotz meiner vielen Schnecken kann ich wirklich reichlich Erdbeeren ernten. Die Wärme hat ihnen einen Schub gegeben.
Selbst die Sonne liebenden Pflanzen hatten während der heißen Tage Problem und hatten an den Blättern Sonnenbrand. Hier und da baute ich auch kleine Gestelle aus Stöcken und dem ersten Wiesenschnitt.
Einen guten Start in die neue Woche,
mit lieben Grüßen
Karin