Strickwerk 2013 #4 – Die Anleitung vom Pullover mit Zopfmuster

Die Hieroglyphen meiner Stricknotizen sind nun ins Reine geschrieben und die Anleitung für den hier vorgestellten Pullover mit Zopfmuster steht in Größe 40 zum Download zur Verfügung.

Die von mir verwendete Wolle von smc select TWEED DELUXE ist ein Gemisch aus Alpaka (54%), Schurwolle (32%) und Polyester (14%) und ließ sich wunderbar verstricken. Das Strickzeug glitt regelrecht über die Nadeln, ohne Verhaken, obwohl ein Zopfmuster dazu neigt.
Wie ich heute am 27. Februar 2013 im Internet recherchiert habe gibt es dieses Garn noch in vielen Farben und Schattierungen zu kaufen.
Ich verstrickte die Farbe kamel/braun 07111.

Interessant fand ich die Struktur des Garnes. Es besteht nicht aus miteinander verdrehten, gezwirnten Fäden, sondern wirkt mit seinen vielen Schlaufen wie gehäkelt.

TWEED DELUXE

Es erinnert mich in seiner Struktur an das Alpakagarn, das ich zuerst in Luftmaschenketten häkelte um es dann für ein Strickkissen zu verwenden.

Gehäkelte Strickwolle aus Alpaka

Skeptisch bin ich beim fertigen Pullover immer noch über das Halsbündchen. Das Zopfmuster für das Bündchen übernahm ich aus dem im vorigen Plogpost beschriebenem Buch Amimono. So wie das Bündchen herausgekommen ist liegt es gerade richtig am Hals an: nicht zu fest, nicht zu locker, nicht zu hoch, … Trotzdem denke ich, dass ich das Bündchen noch einmal auftrenne und es ganz einfach 2re 2li ca. 2 cm hoch stricken werde. Hinterher wird sich zeigen, ob ich es noch einmal trennen werde um den Urzustand wieder herzustellen 😉 Es wäre nicht das erste Mal, denn Halsausschnitte mache ich häufig öfter.

Viel Spaß beim Nachstricken!

Strickwerk 2013 #4 – ein Pullover

oder …

Ein potentieller Kunde zum Auftrennen

Amimono – heißt stricken ist ein tolles Buch, das Zopfmuster aus seiner gerne einmal altbacken wirkenden Ecke herausholt und mit neuem Flair frisch, modisch mit japanischem Touch umsetzt. Zwar sind die Anleitungen im Buch alle in Größe 36 angegeben, doch dafür sind die Strickanleitungen vorzüglich aufgebaut und bebildert.

Da ich selten nach einer Anleitung arbeite, weder bei Handarbeiten noch in der Küche, hole ich mir aus diesen Büchern vor allem Ideen oder lasse mich einfach inspirieren. So ging es mir dann neulich, als ich eigentlich nur ein neues Nadelseil bei Zweigart und Sawitzki in Maichingen holen wollte. Morgens hatte ich beim Frühstück im Amimono geblättert und nun sah ich dieses herrliche Material, das auch noch im Regal für Sonderangebote lag, sich so toll anfasste, im braun meiner Wahl in ausreichender Menge vorhanden war und dann erschien doch <schwups>  ein Bild von dem schon fertigen Pullover in Zopfmuster in meinem Hinterkopf. Gekauft! Wieder wurde nichts mit dem Abbau von Liegengebliebenem und Unfertigem!

Zehn Tage Stricken, Auftrennen, Stricken, Nähte schließen, Auftrennen, Stricken, Vernähen, Anziehen. Hmm, naja, nicht zu 100% dem Bild im Hinterkopf entsprechend, aber, bevor ich das Teil wirklich auftrenne und neu stricke will ich doch das neue Stativ und den Fernauslöser ausprobieren.

Dem Aufbau vom Stativ folgt Kater Harry mit Vorsicht aus der Deckung. Änderungen in seinem Wohnumfeld steht er skeptisch gegenüber.

Kamera auf das Stativ geschraubt, Fern-Funkauslöser aufmontiert, Taste gedrückt, Lämpchen leuchten und … nichts. Hmm. Den Funkauslöser wieder abmontiert und kontrolliert, ob die Batterien richtig drin sind. Kamera ausgeschaltet, das Teil wieder eingestöpselt, Kamera angestellt, Funkauslöser gedrückt, Lämpchen leuchten und … nichts. Hmm. Kamera und Funkauslöser ausgeschaltet. Bedienungsanleitungen durchgeblättert. Gegoogelt. Viele Hilfeseiten durchsucht. Wieder an die Kamera und es geht weiterhin nichts. Kamera abgeschraubt um wenigstens die Fotos vom Buch zu machen, und <upps> der Akku ist leer! <ARGH>

Den Akku aufgeladen, geladenen Akku in die Kamera, Kamera aufs Stativ, Fernauslöser dran, gedrückt und … aaahhhh 😀

Da ist er der neue Zopfpullover von vorne …

… von hinten …

… und von etwas näher.

Das Strickmuster entspricht der Anleitung der Ärmel und Halspasse des Pullovers aus dem Buch. Die entsprechende Buchdoppelseite ist oben auf dem dritten Bild abgebildet.

Wie gesagt, ganz zufrieden bin ich nicht mit dem Ergebnis, dass ich davon ausgehe den Pullover als Wollknäuel irgendwann wieder im Strickkorb zu haben. Mal sehen.

Die Anleitung für diesen Pullover werde ich in Größe 40 demnächst auf diesem Blog zur Verfügung stellen.

Der Rock, den ich hier anhabe, ist nach einer Anleitung genäht, die ich für mich selbst ausgetüftelt habe. Wie ich den messe, zuschneide und nähe habe ich unter Ein einfacher Rock beschrieben.

Strickwerk 2013 #3

oder

Neue runde Strickkissen nach altem Zopfmuster

Weiter geht es an den Abbau meiner Baustellen. Vor vielen Jahren hatte ich als Zugabe zu einer großen Bestellung an Rohwolle eine Kiste voller Wollproben bekommen. Alles wurde bis jetzt verstrickt, bis auf einige Stränge sehr grober Teppichwolle. Da diese Wolle so voller Wollfett war ließ sie sich fast nicht verstricken.

Letztes Jahr fiel mir das Material beim Aufräumen wieder in die Hände und mir war jetzt schnell klar was daraus werden wird – daraus stricke ich noch ein paar Bodenkissen, wie schon diese hier. Allerdings wusch ich etwas des Wollfetts vor dem Stricken heraus.

Weil selbst so das Stricken des festen Garns sehr auf meine Gelenke ging „verschob“ sich das angefangene Strickzeug in seinem Korb seit Ende August 2012 Tag für Tag, Woche für Woche etwas weiter weg aus dem Sichtfeld. Bis jetzt!

Wie gesagt, das Material ist sehr fest und stabil. Als es ans Spannen der Kissenplatten ging zeigte sich dadurch die nächste Schwierigkeit.  Die dünnen Stecknadeln verbogen sich beim geringsten Zug und waren zu kurz. Die Stecknadeln zum Quilten sind zwar länger, aber ich hatte kein geeignetes Polster. Nichts war dick genug, dass ich die Nadeln tief genug stecken konnte.

So ging ich das Risiko ein und dämpfte die Teile vorsichtig mit dem Bügeleisen. Ohne ein wenig Nachhelfen klappt es mit der Formgebung nicht und die Mitte steht wie ein Hütchen hoch.

Inzwischen sind die Kissen zum Füllen angekommen. Ich bestelle diese immer bei www.kissenwelt.de.

Ich häkle die Kissenplatten zusammen. Sicher, es wäre schöner wenn sie mit einem Verschluss versehen wären, doch mit Knöpfen oder einem Reißverschluss versehen würden die Kissen schwieriger rund werden und bleiben. Entweder trenne ich den Häkelrand dann auf, wenn ich die Kissen waschen möchte oder ich gebe sie komplett in die Waschmaschine bzw. wasche sie von Hand. Bei 30°C geht das ohne Probleme, denn Innenkissen und deren Füllung (Schaumstoffflocken) sind waschbar.

Zum Zusammenhäkeln lege ich die beiden Innenseiten der Kissenplatten aufeinander und ich häkle feste Maschen. Dazu gehe ich mit der Häkelnadel auf der vorderen Platte zwischen zwei Maschen hindurch …

und genauso auf der hinteren.

Mit der Häkelnadel nehme ich nun eine Schlinge auf und ziehe sie durch beide Kissenplatten nach vorne.

Auf der Häkelnadel liegen nun zwei Schlaufen.

Mit der Nadel nehme ich eine weitere Schlinge. Diese Schlinge ziehe ich nacheinander durch beide Schlaufen.

 

Ist das Kissen zur Hälfte zusammengehäkelt wird das Füllkissen hineingesteckt und die zweite Hälfte mit festen gehäkelten Maschen geschlossen.
Durch die letzte Schlaufe wird der abgeschnittene Wollfaden zum Sichern gezogen. Der Anfangsfaden und der Endfaden werden mit einer dicken Sticknadel vernäht.

 

Jetzt muss das Kissen ein wenig in Form geklopft und gezogen werden.

Noch eine Baustelle weniger! Hurra!! Doch mit was mache ich jetzt weiter?

 

Noch mehr Strickkissen

oder

Strickwerke 2012 #4 und #5

oder

die Resteverwertung geht weiter!

Zur Erinnerung, 2012 steht bei mir unter der Devise: Mach Platz für Neues.
Auch wenn es an manchen Tagen nur klitzekleine Kleinigkeiten sind, es fliegen immer noch jeden Tag Dinge raus aus meinem Haus(halt), die zwei Jahre ungenutzt herumlagen, oder sie müssen eine neue Bestimmung bekommen. Zeitnah.

So fiel mir wieder ein Strickzeug in die Hände, das x-fach angefangen, getrennt, neu angefangen und irgendwann als Unvollendetes eine Ecke füllend nun endlich einfach in den Mülleimer fliegen sollte. Wusch und weg!

Für den Eimer fand ich es wieder zu schade, 500g Plüschwolle und noch einmal so viel Alpakawolle. Letzteres hatte ich vor Jahren angefangen zu Luftmaschenwolle zu verhäkeln, damit das dünne Material in Streifen mit der Plüschwolle annähernd gleiche Stärke zum Verstricken hat.

Luftmaschen häkeln geht so nebenbei, blind, aus dem Handgelenk, im Auto, im Zug, überall.

 

Aber ich kam beim Verstricken wieder an den Punkt – nee, das ist alles nicht meine Farbe zum Anziehen. Und ab ging’s in die Ecke.

Bis jetzt!

Zuerst verarbeitete ich das Plüschmaterial zu einem weiteren runden Kissen: Strickwerk #4

Das helle Material mit den Luftmaschen zu dickere Wolle zu verhäkeln um sie dann zu verstricken schien an dieser Stelle als nette, nicht brauchbare Idee zu enden. Wieder stand die Alpakawolle kurz vor dem Mülleimer, doch ich hielt durch und strickte weiter um am Ende Strickwerk #5 endlich zu einem Ende zu bringen.

Vorderseite
Rückseite

Die Luftmaschen bewirken auf der Oberfläche eine leicht genoppte Struktur, die entfernt an Boucle-Wolle erinnert.

Jetzt sind es schon vier Kissen! Eines davon kann über Dawanda gekauft werden. Weitere Kissen werden folgen.

 

Ein rundes Strickkissen

und endlich …

die Anleitung

für ein Kissen mit ca. 42 bis 45cm Durchmesser im gefüllten Zustand.

Material und Werkzeug:

  • 250g Wolle (meine Wollreste von Gedifra und Lana Grossa hatten bei 50g = 75 – 85m Lauflänge)
  • ca. 500g Füllwatte
  • 1 Rundstricknadel Stärke 6
  • 1 Häkelnadel Stärke 5 bis 6

Hier nun zuerst eine Übersicht zum Vorgehen und einer Erklärung der Symbole für  die folgende Strickanleitung.

Gestrickt wird von außen nach innen.
Maschenabnahmen sehen meiner Meinung nach bei glattem Strickwerk optisch besser aus, als Zunahmen. Letztere bilden oft unhübsche Löcher an Stellen wo keiner sie haben möchte.

Vorderseite
Anschlag mit 210 Maschen und rundstricken über 51 Reihen nach Anleitung:

Rückseite
Anschlag von 210 Maschen und rundstricken nach Anleitung über 46 Reihen.
Die Rückseite benötigt weniger gestrickte Reihen, da kein Zopfmuster den Strick zusammenzieht.

Sind beide Teile fertig gestrickt, werden sie auf einem Teppich oder einer anderen festen, gepolsterten Oberfläche mit Stecknadeln in Form gespannt und mit Wasser besprüht. Die Teile einige Stunden lang trocknen lassen bevor sie zusammengehäkelt werden können.

Wenn noch 10 bis 15cm Öffnung übrig sind das Innere mit der locker ausgezupften Füllwatte füllen und dann die letzten Maschen häkeln.

Bei meinem zweiten Kissen packte ich die Füllwatte in ein aus Stoff genähtes Innenkissen.

Vorteil: Die Füllwatte kann nicht von den Katzen nach außen gezupft werden.
Nachteil: Ein Kissen lässt sich deutlich schwieriger einhäkeln.
Meine Meinung: Ich würde wieder ein Kissen einhäkeln. Es ist einfach eine sauberere Sache und das Kissen für sich scheint formstabiler.

Und somit ist Strickwerk # 2-2012 in doppelter Ausführung beendet!

Mach Platz für Neues

oder

Ein rundes Strickkissen

Da liegt der Prototyp von einem runden Kissen mit Zopfmuster und, mal ganz anders, von außen nach innen gestrickt.

Gestricktes für jede Situation ist ein in-Ding! Neben Wärmendes für Hals und Kopf erobert Strickwerk für Smartphones, Teepötte, Kannen  bis hin zu Bilderrahmen als Überzug, neudeutsch Cover :D, den Alltag.

Die Frage stellt sich, ob ich denn jeden Zeitgeist mitmachen soll, muss, kann?
Aus der Situation heraus entwickelte sich die Version „kann“.

Die Ausgangslage:

Eine Fundsache über die ich entscheiden musste – wieder ein Bündel mit Wollknäueln unterschiedlichem Zustands, zusammen mit einem angefangenen Strickzeug.
Daneben steht mein Projekt für 2012
Jeden Tag muss etwas aus meinem Haushalt seine Daseinsberechtigung verteidigen. Was zwei Jahre lang nicht benutzt wurde fliegt raus oder wird neu verwendet.
Für mich heißt das täglich mit offenen Augen durch Wohnung und Keller zu gehen und Schränke wie Regale mit ihren Verstecken zu durchforsten, in Schachteln, Schächtelchen, Dosen, Kästchen und Kasten zu stöbern.
Angefangenes Strickzeug ribbelte ich bis jetzt auf und brachte die Knäuel zusammen mit den anderen Wollresten in das Wolldepot meiner Schule. Aber bei diesem Gebinde hatte ich ein Problem es einfach so abzugeben: zu viele Originalknäuel, zudem in MEINEN Farben, allerdings in zwei Farbnuancen und Wollqualitäten.
Spontan entschied ich mich für die Variante „neu verwenden“ mit einer Einschränkung: Schaffe ich es nicht aus diesem Garngewusel innerhalb einer Woche etwas brauchbares herzustellen MUSS weggeworfen werden.
Für meine Idee eines runden Strickkissens fand ich im Internet keine Anleitung, was ich auch nicht erwartet hatte.
So fing ich spontan an, mit 210 angeschlagenen Maschen auf einer Rundstricknadel. Mir erschien es einfach einfacher von außen nach innen eine runde Platte zu stricken. Und es klappte auf Anhieb.

Die gestrickte Kissenplatte pinnte ich mit Stecknadeln auf mein Sofa, besprühte sie mit Wasser und ließ sie über Nacht trocknen.

Die Rückseite strickte ich aus der dunkleren Baumwolle in einem einfachen Muster.

Nachdem ich die Rückseite mit dem Dampfbügeleisen in Form gedämpft hatte häkelte ich die beiden Teile zusammen. Kurz vor dem Ende füllte ich das Kissen mit Füllwatte, die ich nicht extra kaufen musste. Sie kam zum passenden Zeitpunkt aus einer Kellerecke zutage – Weiterverwertung <ja!>.

Die Rückseite des Strickkissens nach dem Zusammennähen.

Nach dem Prototyp versuchte ich mich heute an einer Ausarbeitung, da das aus dem Bauch heraus gearbeitete Zopfmuster zwar aufging aber optisch eine Verbesserung brauchte.

Deshalb gibt es eine Anleitung erst nach der Überarbeitung meiner Notizen – morgen, übermorgen, …

… oder ihr werdet daraus schlau.