Woche 44/2017

und …

Kaum fort schon wieder hier!

 

Wenn ich das nächste Mal verreise stelle ich den Anrufbeantworter ab und erst wieder ein, wenn ich den Koffer ausgepackt, den Haushalt versorgt und vor allem meine Kater gestreichelt habe. Obwohl ich weiß, dass dieses blinkende Lämpchen eine total technische Sache ist habe ich trotzdem das Gefühl unterschiedliche Taktungen beim Aufleuchten festzustellen – gemächliches Blink Blink Blink, ungemütliches BlinkBlinkBlink, und aggressives BLINK grrr BLINKKKKK wennDUnichtGLEICHranGEHST gibt es was an den Ballon, katschong!

So empfand ich es als ich nach meinem kurzen Ausflug in den Sommer wieder nachhause kam. Spät abends angekommen begrüßten mich meine zwei Graubärchen und im Hintergrund gab die Lightshow der Telefonanlage ihr bestes. ARRGH!

Ganz schnell ausblenden gelang nur bei der Ankunft – zu müde und um 23:30 Uhr rufe ich niemanden zurück, egal wie dringend (außer wenn es die Eltern und Kinder betrifft).

Ganz schnell einblenden, rückblenden,  die schönen Momente der Woche:

Gut gegessen in einer Tapas Bar in Calella de Palafrugell, die ihr Bezahlsystem ähnlich gestaltet wie Sushi-Restaurants. Man nimmt sich was man mag und am Ende werden Holzsticks nach Größe und Schälchen gezählt. Superlecker!

 

Noch einmal gut gegessen in einem japanischen Selbstbedienungs-Restaurant in Palafrugell.

Über meinen Schatten gesprungen und mich auf eine Halloween-Veranstaltung von den Mittwochs-Frauen meiner Freundin eingelassen. Vor zwei Jahren war ich schon einmal mit dabei in dieser Runde. Allesamt liebe und schätzenswerte Frauen mit denen ich einen lustigen Abend verbringen konnte. Doch meine Verkleidung blieb in Spanien, sauber verpackt in einem Karton, für ein anderes Mal. Hier, zuhause, blende ich Halloween komplett aus. Mit der Nacht vor Allerheiligen beginnt für mich die Zeit der Stille vor der Adventszeit (Hektik ausgeblendet, die durch die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarktaufkommt). Wo bleibt die Tradition ein paar Tage später, wenn die Martinssinger unterwegs sind?

Kunst genossen, obwohl der Künstler nicht zuhause war. Im Can Pau de Llabià werden nicht nur Urlaubsquartiere angeboten. Hier lebt auch ein Künstler, der das Umfeld gestaltet. Leider konnte ich wieder nur seine Ausstellungsstücke außerhalb seiner Werkstatt bewundern, dafür funktionierte dieses Mal die Kamera.

Gelesen habe ich, wirklich! Vor dem Abflug nach Barcelona hatte ich vor einer Woche die Verspätung des Flugzeugs genutzt, indem ich in Geschäften nicht in Magazinen blätterte sondern in Büchern, wie früher. Mir fiel das erst so richtig auf, als ich an der Kasse mit drei Büchern stand, auch wie früher. Ob das nun das erhoffte Ende meiner Leseblockade bedeutet? Es ist ein Anfang.

Ausgeschlafen und danach die vielen Gespräche mit meiner Freundin, wie das Zusammensein mit ihr genossen.

Spaziergänge am Meer unternommen, wie hier am Strand von Calella.

 

Farben der Natur bewundert, auch den herbstlichen Sonnenuntergang.

 

Den Kopf geschüttelt, wie es nicht nur herbstlich kühl im Nordosten Spaniens geworden ist. Es ist frostig zwischen den Befürwortern und den Gegnern der Unabhängigkeit Kataloniens. In der einen Gemeinde wehen Mengen an katalonischen Fahnen, kleben die Fahnen mit dem Aufruf nach „Democracia“ und „Si“ für die Abspaltung von Spanien. Im nächsten Ort ist vieleicht ein Fähnchen zu sehen. Im Hinterland sind unter einigen Ortsschildern nagelneue Schilder angebracht, die deutlich macht, dass der Ort als geschlossene Gemeinde für die Unabhängigkeit Kataloniens ist. Mein erster Gedanke war: Huch!

Als ich abreiste hatten schon ca. 1600 Firmen ihren Firmensitz aus Katalonien in andere Gebiete verlegt und die Verlegung der Produktionsstätten wird vorbereitet. Freixenet gehört zum Beispiel dazu. Doch es sind nicht nur Firmen, die sich eine neue Bleibe suchen. Menschen, die dort zuhause sind überlegen sich ihre Heimat zu verlassen, falls es doch noch zu einer Unabhängigkeit kommen sollte.

 

Den Weg gefunden zu einer Burg, die ich immer wieder aus der Ferne, von der Autobahn aus, gesehen habe. Im Frühjahr hatte ich schon den Weg gesucht und mich ziemlich verfranst in den Ortschaften. Am Ende half mir nicht einmal mehr der Sonnenstand zur Orientierung um zurück zur Autobahn zu finden. Dieses Mal nahm ich eine Ausfahrt früher, Hostalric, und nahm den Weg in Richtung St Hilari Sacalm. Es hörte sich irgendwie richtig an und mit einem Weg muss man ja anfangen. Was für ein kurvenreiches Gegurke! Egal, die Richtung stimmte tatsächlich!!! Leider fehlte mir dann doch die Zeit bis hoch zur Burg zu kommen. Dafür weiß ich jetzt wie Erdbeerbäume aussehen und habe ein neues Vorhaben für meine Bucket-Liste.

 

Abschied von Barcelona, zur richtigen Zeit. Meine Freundin meldete mir im Moment, es stürmt und regnet in den Küstenregionen, inklusive Stromausfall.

 

Ich bin wieder zuhause und ein Jahr älter.

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 43/2017

oder …

Szenenwechsel mit Erholungswert

Ich werde mich kurz halten zu dieser ersten Woche nach meiner Abschlussprüfung, mit der letzten Schulwoche in Ba-Wü vor den Herbstferien und Reisevorbereitungen.

Fünf Stunden vor dem Abflug war der Koffer noch nicht gepackt und ich klappte den Deckel, perfekt in der Zeit, in dem Moment zu, als Tochter-Taxi vor der Tür stand. Wenn ich vorher noch nicht erholungreif gewesen sein sollte, nun war ich es! Mir war klar, dass ich dieses Mal mindestens drei Sachen vergessen hatte einzupacken und es sind zum Glück nur wie üblich drei Dinge die fehlen. Dieses Mal:

  • das Kabel zum Überspielen der Fotos von der Kamera zum Laptop (so ein Mist aber auch)
  • ein Abdeckstift in meiner minimalistischen Schminkabteilung vom Waschbeutel
  • Sonnenschutzcreme

Letzteres kaufte ich heute vor Ort nach, mit riesigen Umständen, denn Sonnenschutzartikel bietet vor Ort kein Geschäft mehr in seinen Regalen an. Man suchte im Keller, im Depot, und wurde für mich fündig. Aber der Rest an vergessenen Sachen ist mir erst einmal egal. So gibt es heute nur Momentaufnahmen vom Mobiltelefon.

Noch zuhause:

Es wird Herbst, wie sich der Himmel im Laufe der Woche bei Sonnenuntergang zur Schau stellt. So lässt sich die übliche Stausituation beinahe etwas genießen. Zum Nachdenken zwingt jedoch der Umstand nach Strom- und Signalanlagenausfall am darauf folgendem Tag. Durch Verkehrspolizisten geregelt gab es trotz hohem Verkehrsaufkommen so gut wie keinen Stau durch die Stadt!

Neue Figuren wurden im Technik-Unterricht zur Gestaltung des Schulgartens fertig gestellt und gleich von zwei Mädels angeschraubt.

Der Blick auf „my hometown“ kurz nach dem Start in Stuttgart-Echterdingen. Etwas zu früh auf den Auslöser gedrückt und so mein Wohnhaus nicht auf das Bild bekommen.

Über den Wolken schlief ich mich erst einmal ein Stündchen aus um den Sonnenuntergang aus anderer Perspektive zu erleben.

Landung, Mietauto abholen, Fahrt an die Costa Brava in stockdunkler Nacht mit den typischen Umwegen von meinereiner um dann doch endlich bei meiner Freundin anzukommen. Wieso ich beinahe jedes Mal die richtige Ausfahrt verpasse ist mir ein Rätsel. Auffallend sind während der Fahrt durch die kleinen Ortschaften im Hinterland der Costa Brava die gefühlte Verdoppelung der katalonischen Flaggen.

Ein Morgen mit diesem Blick …

und diesem macht bei angenehmen Temperaturen einfach nur Freude.

Ferien

und

Eindrücke vom Markt in Palafrugell.

Kunstblumen für Allerheiligen
Kostümstand, nicht nur für Flamenco
Eiweißzugabe im Gemüse
Marktbesucher Hund im Rucksack

Ganz langsam komme ich raus aus der Anspannung und kann entspannen. Endlich! Herrlich mit der guten Freundin zusammen Zeit zu verbringen.

Eine schöne Woche wünsche ich.

Bis die Tage,

Karin

Woche 24/2017

und …

Die zweite Urlaubswoche und der Weg zurück!

Kaum zu glauben, die ruhigen, entspannten Tage hoch oben im Norden sind vorbei. Der Koffer ist ausgepackt, die Waschmaschine dreht sich, die Kater sind glücklich und ich schaue mal nach einem USB-Kabel um mir die knapp drei Kilo Bilder einmal richtig anzuschauen. Irgendwie hat das Ding einen Knick im Koffer bekommen und verweigert die Zusammenarbeit seit ein paar Tagen. Mal geschwind zum EDV-Händler um die Ecke ist nicht außerhalb von Reykjavik oder auf den Westmänner-Inseln. Mit ein Grund warum ich die Urlaubstage nicht gebloggt habe. Teilweise hatte ich keinen stabilen Internetzugang, geschweige denn ein Telefonnetz für mein Handy – was in Island selten ist. Meiner Gastgeberin Margret war es wirklich peinlich, doch seit einer Systemumstellung bräuchten sie für das Gästehaus eine ca. 4m hohe Antenne um Siganle für Fernsehen und Telefon zu erhalten. Allerdings würde diese bei den hier auftretenden heftigen Winden nicht lange stehen.

Das Überspielen der Bilder auf den PC dauert gefühlte Ewigkeiten, doch ich habe meine Eltern als geduldige Mitbeobachter bei mir als erste Zuschauer, Begutachter, der Bilderflut. Manche Bilder werde ich noch in den einen oder anderen Blogpost packen.

Was die Woche so brachte:

Montag, noch weit im Osten Islands, Austurland wie die Isländer sagen, berichtete ich mit ein paar Bildern über den Tag im Rahmen von Caros Blogsammlung 12 von 12 (Link zu meinem Beitrag).

 

Den Dienstag verbrachte ich noch einmal mit viel auf den Boden schauen und entdecken – Pflanzen …

… und dann wieder mit nach oben schauen – Vögel.

Ein wenig Abschied genommen von diesem Fleckchen Erde, mit dem Wunsch, wie Hoffnung, hier noch einmal zurückkehren zu können.

Mittwoch ging es langsam auf die Heimreise mit Zwischenstationen in Höfn und Reykjavik.

 

Die Ankunft im Zentrum von Reykjavik war wie eine kalte Dusche, was ja nichts heißen soll nach Urlaubstagen mit einem Mittelwert von 5°C und ordentlichen Windstärken. Es wird weiterhin heftig gebaut, wie in der Nähe meiner Lieblings-Skulptur. Sie steht aber noch und sie faszinierte mich erneut!

Leider hatte ich dieses Mal eher eine Besenkammer als Quartier und wünschte mir, ich hätte in dem kleinen grauen Haus noch Platz gefunden. Leider, leider, leider. Manche Dinge sind zum Davonlaufen, auch im Urlaub.

Doch jetzt gerade positiv gedacht und noch ein paar schöne Dinge unternommen, wie zum Beispiel Essen gehen 😀

 

Am Ende stand ich dann doch am Flughafen in Keflavik, nachdem ich eine horrende Summe für den Steinschlagschaden in der Windschutzscheibe hinlegen musste. Kein Cent mehr übrig um mir noch eine schicke warme Kleinigkeit zu leisten, um warm auf den nächsten Sommer zu warten.

Aber ich kann mir noch einmal meine Wasserflasche auffüllen. Wer in Island Trinkwasser in Plastikflaschen kauft ist selber schuld.

Highlight auf der Rückreise war der Zwischenstopp in Kopenhagen. OK, wenig angenehm war der verspätete Start des Anschlussflugs. Doch als ich bei meinem Rundgang entlang der Läden im Terminal diesen Laden entdeckte ging bei mir die Sonne auf! Die freundliche Dame versorgte mich mit einem reichlich mit Pröbchen gefüllten Trostbeutelchen!

Tja, und dann …

Ganz am Rand bin ich allerdings richtig stolz auf mich. Ich mag zwar einiges, was ich gebraucht hätte, nicht eingepackt haben (z.B. die Reiseführer) ABER ich habe dieses Mal nichts unterwegs vergessen oder liegen gelassen! Eiserne Ordnung: Linke Hosentasche für den Zimmerschlüssel, rechte Hosentasche für den Autoschlüssel! Das Handy war das Sorgenkind mit seiner grauen Hülle. Es passte zu sehr zur Umgebung!

Zurück im Alltag.

 

12 von 12 im Juni 2017

oder …

Urlaubsalltag

Der erste Blick am Morgen geht nach draußen. Dazu begrüßt mich dieses herrliche Relikt aus Omas Jahren auf dem Fenstersims des Badezimmers 😀 .

 

Der zweite Blick führt auf den Wetterbericht. Hmpf. Tja. Ich nehme jede Wolke, wenn sie kein Wasser lässt und es wird etwas besser werden, als angekündigt. So ist es in Island eben.

 

Der dritte Blick lässt mich Schmunzeln. Wie gestern steht mein Frühstück vorbereitet im Kühlschrank, mit einer netten Nachricht von Margret, meiner Vermieterin.

 

Frühstück mit einer Art isländischem Wochenblatt als Lektüre – eine andere Welt mit anderen Prioritäten.

Erste Station heute ist am Borgarfjörður Bakkagerði, ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohnern, zu „meiner“ Bank. Dort habe ich im September 2015 gesessen und mir vorgenommen hierher zurück zu kommen. Erinnert das Haus im Hintergrund nicht an die Geschichten vom Ollen Hansen?

 

Es ist zu windig zum Verweilen und die inzwischen 5°C fühlen sich nicht kuschelig an. Deshalb bewege ich mich lieber, besuche ich die Elfenkönigin auf ihrem Berg Álfaborg. Trolle, Elfen, Zwerge sind in den Sagas und Geschichten in Island fest verankert. So lebte zum Bespiel im Njarðvík das Ungeheuer Naddi.

 

Auf der Passstraße hoch zum Vatnsskarð, der in den Wolken liegt, und hinaus aus dem Fjordgebiet des Borgarfjörður und der Bucht Njarðvík, hinein in die Ebene Héraðssandur.

 

Lakritz-Diät 😉 und danach dann doch noch etwas leckeres im Warmen – Kaffee mit Kleinur, einer Art isländischem Doughnut, den ein Hauch Kardamom einzigartig macht.

 

Zurück in die Bucht Njarðvík, wo irgendwo, ganz weit in der Ferne, mein Quartier liegt.

 

Bloggen zum Tagesabschluss im 1970er Ambiente und allem was der Gesundheit gut tut – Tee, Wasser, Schnupftuch.

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.

Woche 23/2017

oder …

Unterwegs in Island

Wenn ich Bekannten von meinen Urlaubsplänen erzähle schütteln sie die Köpfe. Für jemanden wie mich, die erst über 25°C betriebsfähig wird, fallen Skandinavien und schon ganz und gar Island völlig durch das Raster geeigneter Urlaubsziele. Und trotzdem tauschte ich freiwillig die annähernd 30°C gegen momentan trübe 3°C. Lieber wären mir da schon die herrlich sonnigen 13°C, die ich gestern hatte. Aber ich will nicht meckern, denn ich bin genau dort, wo ich sein wollte. Keine Rundreise sollte es dieses Mal werden, sondern ein gezieltes Anreisen an zwei bestimmte Orte. Nach einigen Tagen auf den Westmännerinseln ist mein zweites Ziel beinahe der äußerste Osten Islands, mit Zwischenstopps in Höfn und Djupivogur.

Blick von Heimaey auf das Festland

 

Am Jökulsarlon im Regen

 

Die Skulptur in Djúpivogur steht nach zwei Jahren noch, leicht verändert. Der Stuhl steht nun an Fuß der Installation.

Blick aus der Gallerie „Free Villi“ in Djúpivogur auf den Hafen

 

Gedanken
Es ist nicht so, dass ich ungern arbeiten gehe. Im Grunde gehe ich gerne in die Schule, mag es zu unterrichten. Viel weniger mag ich putzen, bügeln, den Haushalt in Ordnung halten. Ganz schlimm finde ich die Steuererklärung oder das Einreichen der Arztrechnungen, auch wenn ich gerne das Geld zurück bekomme.
Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte ich, ist, dass Ferien und Urlaub zwei unterschiedliche Dinge sind. Das stelle ich wieder einmal fernab von Schule, Haushalt, Familie und Katern fest. Ferien sind toll, da will ich mich nicht beklagen. Urlaub ist etwas anderes, zwar auch Tage ohne aktiven Broterwerb aber Tage weg aus dem Umfeld mit seinen sonstigen Verpflichtungen, wie Ablenkungen. Im Alltag und zuhause abschalten zu können fällt mir zunehmend schwerer. Trotz Meditation ist in mir eine ständige Spannung, die die Arbeit von manchem Therapeuten erschwert (hat). Mit einem schwerkranken und einem sehr lebhaften zweiten Kind alleinerziehend und berufstätig galt ich als organisierte Powerfrau, die nebenbei noch kreativ und in Ehrenämtern unterwegs sein konnte. Es hieß Kopf hoch, Pobacken zusammenkneifen, Zähne zusammenbeißen, durchhalten und bloß nicht schlapp machen. Zwischen über Jahre kultiviertem „Reiß’ Dich zusammen!“ und dem nun gewünschtem „Machen Sie sich doch mal locker“ muss erst eine Brücke gebaut werden. Wenn da nicht meine Sorge wäre wie ein Kartenhaus zusammenzufallen, wenn ich tatsächlich loslasse. Wie das geht habe ich erlebt, kaum dass das erste Kind aus dem Haus war!
Ein Stückchen Loslassen übe ich jetzt, indem ich zwei Jahre eisern Gespartes in wenigen Tagen mit Genuss ausgebe, in einer herrlichen Umgebung, ab und an mit dem Luxus eines guten Essens, das mir an den Tisch gebracht wird und ein warmes Quartier – nicht bei Hempels unter dem Dach 😉

Seele baumeln lassen, Pflanzen finden und Vögel beobachten oder nur sitzen und schauen, was das Wetter so macht.  Mehr Pflanzenbilder zeige ich auf meinem Blog hierundfort.


Erkenntnis bzw. Einsicht
Vor mir zwei Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, nach oben, zum Wanderweg der zum höchsten Punkt der Insel Heimaey, Island führt. Sehr verlockend. Oben fliegen Vögel und der leichtere Weg führt dicht an einem Felsen mit brütenden Möwen vorbei. Mein linker Fuß schmerzt erträglich, die Muskeln jammern auch nicht, also los. Schon nach den ersten Metern bin ich leicht verunsichert, denn ich fühle mich trotz guter Schuhe nicht trittsicher. Das ich nicht schwindelfrei bin ist eine andere Sache, die zur Erschwernis dazu kommt. Kurz vor dem Vogelfelsen entscheide ich mich zur Aufgabe. Tief durchgeatmet beobachte ich noch zwei Papageientaucher und rutsche, lieber sicher als schick, auf dem Hosenboden die nächsten paar Höhenmeter hinunter. Die letzten Meter abwärts schaffe ich wieder als Zweibeiner. Schluss ist! Ab jetzt verzichte ich auf Touren in die Höhe. Ebenerdig kann man zwar auch fallen, wie ich schon bewiesen habe, aber nicht so tief.
Berge sehen von unten und von der Ferne aus mindestens ebenso schön aus. Dazu gibt es um mich herum und zu meinen Füßen so viel Schönes zu entdecken, was mir von hoch oben entgehen würde.

Strandspaziergang kurz vor Mitternacht

 

Beobachtung, die kein Mensch braucht, mich aber erschreckt
„Wo Du auch immer hinschaust!“ höre ich meine Mutter sagen. Aber was soll ich machen? In manchen Dingen blind erkenne ich anderes, ohne gezielt zu beobachten, aus den Augenwinkeln. Wenn sich Handlungen stetig wiederholen, wie ein „Mama, Mama,…“ oder der tropfende Wasserhahn, das monotone Klappern einer Tür schaut man doch irgendwann mal nach, bzw. hört hin, reagiert. Mit dem Auto unterwegs stehe ich zwangsläufig immer wieder auf Parkplätzen, um Pausen zu machen, Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ein paar Schritte zu laufen, oder körperlichen Bedürfnissen zu folgen. So fiel mir in den Tagen wiederholt auf, wie viele Männer aus Klohäuschen kommend sich erst vor der Tür, in aller Öffentlichkeit, Hose und anderes zurechtrücken. Welche Schlussfolgerung ich denn daraus ziehen? Für mich ganz klar: Keine Hände gewaschen!. Damit will ich eine Bevölkerungsgruppe nicht schlecht machen. Sie orten sich mit diesem Verhalten nur offensichtlich. Viele Frauen ziehen sich in den Waschräumen eher ihren Lippenstift nach und erneuern ihr Deo, statt hygienischen Prinzipien zu folgen. Nationalitätenübergreifend.

 

Ärgernis

Ich komme von einer Wanderung zurück und habe einen Sprung in der Windschutzscheibe vom Mietwagen!

 

 

Wenn sich doch der Husten endlich verabschieden könnte!

Allen Zuhause wünsche ich eine schöne Woche!