Tiere filzen ohne Ende #2

oder …

Schwabenkater #4 und 5 aus Katzenhaar

Nun kommt er doch noch, der zweite Teil zum Bericht vom Filzkurs in Oberrot, den ich Anfang Juni 2015 gemacht habe (Link zum Teil 1).
Ich hatte vom kardierten Katzenhaar ein Paket dabei und machte mich am zweiten Tag daran das von Gabi von Filzkram Gelernte auch an diesem Material einzusetzen.
Auch der kleine Kater, den ich trocken mit der Nadel gefilzt hatte – der Kleine aus der Spargelschale – war im Gepäck um ihn hier weiter zu bearbeiten.
Trocken genadelter Filz ist wenig stabil und kann nicht so sehr beansprucht werden. Deshalb begannen meine Versuche Katzenhaar nass zu filzen, allerdings waren sie nicht immer erfolgreich, selbst wenn ich es auf einen Korpus auf Schafwolle auffilzte. Vor allem das Haar von Maine-Coon-Kater Francis, das ich bisher verwendete, ist sehr fein und in nass-seifigem Zustand fast nicht in Form zu bringen. Daran lässt sich nichts ändern, aber mit etwas mehr Erfahrung weiß ich nun:

Es geht tatsächlich Katzenhaar von Anfang an nass zu filzen. Es geht, aber es ist wie Laufen auf rohen Eiern.

Zuerst landete der vorbereitete kleine Kater in der heißen Seifenlauge und bekam noch ein paar mehr Schichten Wolle auf seinen „Pelz“.

Hübscher wurde er durch diese Behandlung erst einmal nicht. Doch seine Oberfläche wurde deutlich dichter. Gespült ging es ans Walken und zum Schluss in Form gedrückt kam doch wieder ein Katerchen zutage, deutlich geschrumpft!

Den zweiten Kater filzte ich von der ersten Kugel an mit ansetzen, Schichten auflegen, mit Seifenwasser bearbeiten, usw. nur aus Francis-Wolle. Immer wieder stand ich kurz vor dem Verzweifeln. Ohne die Aufmunterung von den anderen Kursteilnehmerinnen und ohne die Tipps von Gabi als Kursleiterin hätte ich vermutlich aufgegeben. Danke!

So stehen nun zwei stabile Schwabenkater hier, die aus reiner Katzenwolle nassgefilzt entstanden sind.

Der Fototermin zuhause gestaltete sich schwierig. Neugierig, wie Chewbacca nun einmal ist, beäugte und beschnupperte mein Kater die neuen Mitbewohner.

 

Noch schwieriger wurde es, als ich noch einen Geruch dazu brachte!

Meine Freundin hat mir zwei Tüten herausgekämmtes Unterhaar eines Hundes bis aus Spanien mitgebracht, von einem Alaskan Malamute.
Das gibt viel zu tun. Bloß wann?

 

Bis mir einfällt was ich aus diesem Materialberg machen werde wandert der wieder in die Tüten und in den Keller. Die zwei Schwabenkater dürfen in einem Regal Stoffreste bewachen.

 

Noch mehr Katzenwolle

oder …

Andere halten sich ein Schaf

Es ist kaum zu glauben wie viel Haar manche Katze (oder Hund) im Laufe ihres Lebens verliert! Was der Staubsauger nicht schafft landet unerfreulicherweise auf der dunklen Hose, dem schwarzen T-Shirt und auch schon einmal auf dem Brötchen. Meine Staubsaugerbürste verweigert seit einigen Tagen gleich ganz den Dienst. Selbst nach dem allmonatlichen Reinigungsritual – aufschrauben, entfusseln, enthaaren, abpinseln und wieder zusammensetzen – dreht sich die Bürste nicht mehr. Wieder ein Gerät, das nicht hält, was es verspricht, zum Devil aber auch! Garantie hin oder her, der Fachverkäufer wird sicher nicht erfreut sein mich wieder zu sehen. Vielleicht aber doch, denn bei der Häufigkeit, die wir uns sehen, kennt man sich ganz gut mittlerweile. Aber Freunde werden wir wohl nicht.

Dabei tu ich doch alles, damit es dem Staubsauger gut geht!

Frei nach dem Motto: ‚Wehret den Anfängen!‘ musste Kater Harry regelmäßig unter dem Ferminator Haare lassen, damit die Staubsaugerbürste geschont werden konnte. Nachbarskater Francis kennt als langhaariger Maine-Coon diese Prozedur auch, mag diese (im Gegensatz zu Harry) ganz und gar nicht, sehr zum Leidwesen seiner Menschen. Trotzdem flockt es munter weiter aus unseren tierischen Freunden und den optimalen Staubsauger, der mich nicht ins Armenhaus bringt, habe ich noch nicht gefunden. Also muss Francis weiter gebürstet werden und was ist der Bursche ergiebig!

Hier liegen knapp 350 g kardierte Maine-Coon-Wolle, die Francis meist nicht freiwillig zur Staubsaugerentlastung und zum Wohlergehen seiner Menschen in den letzten ein bis zwei Jahren lassen musste.

Den Haufen von Hand aufzuarbeiten gab ich bald auf. Um den Nadelbelag meiner Handkarden stand es nicht zum besten und es dauerte ewig bis ein Haarbällchen entknubbelt war. Die Anschaffung einer Trommelkardiermaschine reizte mich, aber diese Geräte sind nicht unbedingt billig zu nennen. Außerdem fürchtete ich, der Kardiermaschine wird es genauso gehen, wie meiner neuen Nähmaschine. Diese wartet seit dem Kauf immer noch auf ihren ersten Einsatz.

Irgendwann kam mir im Baumarkt die Idee: Wenn man teure Maschinen bzw. Werkzeuge leihen kann gibt es diese Möglichkeit vielleicht auch für eine Karde.
Suchanfrage in Google modifiziert und im Internet tatsächlich fündig geworden. Das-Wollschaf.de macht es möglich! Knapp zwei Wochen später stand eine niegel-nagel-neue Trommelkarde bei mir … bloß ich hatte völlig unverhofft einen zusätzlichen Kübel Arbeit über mich geschüttet bekommen und keine Zeit sie einzusetzen.

Aber jetzt!!

Trotz der Trommelkarde war es nicht einfach das Katzenhaar in Form zu bekommen. Die Maine-Coon-Fasern sind zwar deutlich länger, als die von meinen „Briten“, aber sehr fein und weich. Das Zeug flutschte wo es nur konnte auf die vordere Walze und lud sich ständig elektrisch auf.

 

Zuletzt klappte es dann doch! Haarbällchen nach Haarbällchen landete auf der großen Nadelwalze und dann als kardiertes Vlies zuerst auf den Tisch.

 

 

Jedes Vlies ließ ich zwei Mal durch die Kardiermaschine laufen. Bei einem kleinen Teil ließ ich meinen letzten Rest Merinowolle mitlaufen. Das war eine gute Entscheidung. Das Vlies ist deutlich stabiler.

Arbeit erledigt und ich weiß immer noch nicht, was ich aus dem Material machen soll. Deshalb packte ich alle Vliese in Seidenpapier ein. Vielleicht nehme ich sie zum Filzkurs mit, zu dem ich mich im Juni angemeldet habe.

Fachkundige Kontrolle von Kater Chewie, der, zu seinem Glück, nicht so viele Haare verliert und eher selten den Ferminator an sich lassen muss.

Noch einmal ein Eindruck von der Menge, die ein Maine-Coon-Kater liefern kann. Die Ausbeute kann sich zeigen lassen.

Morgen wird das Gerät abgebaut, wieder eingepackt und es kann seine Rückreise antreten. Die Ausleihgebühr von 20 € haben sich wirklich gelohnt.

Filzen mit Tierhaaren #7 – Heidekätzchen und Schwabenkater #2

oder

Preserve your memories

 

Noch immer denke ich jeden Morgen, dass Kater Harry um die Ecke kommt. Doch er wird es nicht mehr kommen, wie ich im September berichtet hatte. Was bisher blieb sind die Kratzspuren auf der Futterschublade und einiges an Tierhaaren, die er so großzügig von sich gab.
Großzügig mit seinen Haaren ist auch Nachbarkater Francis. Als er krank wurde probierte ich mich zum ersten Mal an einer gefilzten Katze, meinem ersten Schwabenkater, um seine Frau Dosenöffner zu trösten.

Eigentlich lag es nahe Harrys letzte Haare in einem Filz-Katerchen zu verewigen. Doch das konnte ich bisher nicht. Ich brauchte noch ein wenig Abstand und einen Anreiz. Den hatte ich, als ich das letzte Katzenhaar von Katzendame Joey, die 22 Jahre alt werden durfte, vor mir hatte um daraus etwas zur Erinnerung herzustellen.

Ihr Haar unterschied sich sehr von dem Haar der Kater, die ich bisher verarbeitet hatte. Harrys Fell war sehr dicht und das ausgekämmte Haar verfilzte oft schon beim Kämmen in meiner Hand. Allerdings fielen aus diesem Filz, wie von selbst, einzelne widerspenstige Haare heraus, oder machten aus gefilzten Perlen kleine Igel. Wie kleine Stacheln standen dort diese Haare heraus.

Bei dem Haar eines anderen Katers ließ sich vor allem der dunkle Teil nur filzen, wenn ich etwas Schafwolle dazu gab.

Francis‘ Wolle lässt sich prima filzen, doch sie verliert dabei völlig den weichen, fluffigen Charakter.

Und nun kam Joeys Wolle, die wieder ganz anders war – superweich und so vielfarbig. Leider ließen sich vor allem die Farben beim Vorbereiten des Katzenhaars nicht so retten, wie ich es mir gewünscht hatte. Zudem kämpfte ich im seifigen heißen Wasser mit dem weichen Material. Es flutschte herrlich, nur nicht so wie ich es wollte. Bis der erste Bursche sein erstes Spülbad nehmen konnte, brauchte es seine Zeit …

… und hinterher musste noch kräftig mit der Filznadel nachgearbeitet werden, damit die Körperteile an Ort und Stelle blieben.

Deshalb fing ich noch einmal an und filzte zuerst einen Korpus aus Schafwolle um darauf Joeys Haare aufzufilzen. Das gefiel den rötlichen Haaren gar nicht. Sie hielten nur wenn etwas von den grauen dazu kamen, wodurch nochmehr von der Farbigkeit des ursprünglichen Fells verloren ging. Schade.

Trotzdem, als sich die beiden dann zum Trocknen zusammenfanden, hatte ich meine Freude und meinen Spaß an ihnen.

So holte ich Harrys Wolle hervor und fing mit dem nächsten Katzentier an, der sich Stunden später zu den beiden anderen gesellte.

Die beiden Katzendamen sind inzwischen unterwegs in die Heide und der Schwabenkater trocknet am Bild des Haargebers noch in Ruhe vor sich hin.

So schlank wie Filz-Harry auf dem Foto aussieht ist er jedoch nicht. Wie am Original hängt ihm ein Bäuchlein an 😉 – kleiner Kopf, schmale Schultern, dicker Bauch, Harry eben.

 

 

Schwabenkater #1

oder, gut schwäbisch …

Daraus mache mer no ebbes, gell?

Meine Nachbarschaft ist total verkatert. Wirklich! Völlig alkoholfrei! Sie heißen Francis, Mogli, Feivel, Findus, Sam und Zieschka, ohne meine beiden Grauen zu erwähnen, und alle sind sie echte Kater!
Sie sind, abgesehen für Allergiker, auch ohne Nebenwirkungen. Außer es ist Fellwechsel! Dann flockt und flust es Katzenhaare vom Bett bis in den Tee. Und für mich gibt es Material! 😀
So hängt zwei Mal im Jahr ein Sack voll herrlicher Maine-Coon-Katerwolle an meiner Wohnungstür.

Aus Katzenhaar lässt sich nicht nur Wolle spinnen! Es lässt sich damit auch herrlich filzen, nicht nur Perlen, Filzsteine und Stuhlgleiter. Dieses Jahr probierte ich was Neues für mich, ein gefilztes Tier und ich verarbeitete Wolle eines Katers naheliegend zu einem Filzkater, anatomisch inkorrekt aber erkennbar.

 

Zur Vorgeschichte:

Irgendwann im letzten Jahr, rund um einen Fellwechsel vor einem neuen Beutel Katerwolle sitzend, traf ich im Internet auf den Blog Filzkram von Gabi, die herrliche und teilweise skurrile Filztiere zaubert.

Ich war sofort vor allem von ihren gefilzten Katzen begeistert, die sie in einem Blog-Post liebevoll „Ostfriesenmiezen“ nannte. Darauf hatte ich mit Blick auf meine Katzenwolle die Idee Katzen aus Katzenhaar zu filzen, schickte Gabi den Kommentar: „Auf diese Miezen werde ich mit Schwabenkatern antworten,“ worauf Gabi schrieb: „Nur zu!“

Das war von meiner Seite her ziemlich hoch gegriffen, da Filzen für mich immer noch eine Technik ist, die sich mir nicht so richtig erschließen will – vor allem klappt es trotz aller Tipps und Literatur nicht so, wie ich es gerne hätte.

Egal, es ist wieder Frühjahr, die Katzen haaren wie der Teufel und das Zeug muss weg – vorzugsweise verarbeitet werden. Deshalb ging es ran an die Filznadeln und da ist er nun, mein erster Schwabenkater! Zuerst habe ich ihn natürlich Gabi von Filzkram gezeigt und nun darf der Bursche auch auf meinen Blog.

 

 

Ein wenig zu lang gestreckt wie ein Spargel fand sich für den Burschen nicht so schnell ein guter Ruheplatz. Dabei sind ihm seine Froschpfoten an den Hinterbeinen auch etwas hinderlich.

 

Kater Chewie wollte den Kater mit der fremd riechenden Wolle und den komischen Pfoten auch nicht in seiner Nähe haben.

Doch nun hat der neue Kater im Haus einen sicheren Platz gefunden und „hält“ als falscher Kater auf dem falschen Kaminsims den Blumentopf fest!

 

Ob es zu diesem Exemplar noch Schwabenbrüder geben wird und ob sie auf ewig nackt bleiben werden? 😉
Das wird sich zeigen.

Filzen mit Tierhaaren #6 & Katzenhaar-Filzgleiter für Stühle

oder …

2. Akt vom Fingerwerk „Warme Füße für nackte Stuhlbeine“

Maine-Coon-Filzgleiter
Britisch-Kurzhaar-Filzgleiter

Noch eine Woche und der Mai ist zuende und vom Frühling ist keine Sicht. Die Heizung angeschaltet und im warmen Wollpullover plus Wollschal verpackt versuche ich mich auf warme Gedanken zu bringen. Doch egal wie das Wetter draußen ist vor allem für meinen Kater Harry ist Fellwechsel angesagt! Selbst ihn stören die Flocken, die ihm ohne sich groß zu bewegen um die Nase wehen. Also half ich ihm dabei sein winterliches warmes Unterfell loszuwerden. Gleiches hatte Kater Nachbars Kater, der schönste „Löwe“ der Welt, Francis letzten Herbst über sich ergehen lassen. So kam einiges an Katzenhaar zusammen.

Francis-Wolle und der Spender

Das Tierhaar dieses Main Coon Katers ist sehr fein mit langen Fasern. Vor dem Filzen habe ich es mit Handkarden kardiert, damit die Fasern in einer Richtung liegen.

 

 

Harry beim Bürsten

Als typischer Vertreter eines Britisch Kurzhaar Katers bringt Harrison nur kurze Haare aus seinem Unterfell. Wenn man es sich genauer betrachtet ist es nicht glatt sondern leicht wellig. Diese Oberfläche führt schon beim Bürsten und Sammeln der Haare in der Hand zum Verfilzen. Was mich ursprünglich auf den Gedanken brachte mit Harrys Flocken zu filzen.

 

Vom Filzprozess versuchte ich einen Film zu drehen, was mir nicht glückte. Aber zum Glück gibt es reichlich Videos zum Filzen von Hohlformen im Internet und ich fand eine Anleitung von „filzeninfo“ (leider ohne funktionierendem Link zu weiteren Informationen), die ähnlich wie ich arbeitet:

Die Hohlform am oberen Ende vorsichtig mit einer Schere aufschneiden nicht vergessen!

Im Video wird nur gezeigt wie das Filzwerk der Länge nach im Handtuch gewalkt wird. Dadurch schrumpft der Filz auch vor allem in der Länge.
Um auch quer eine Festigung und Schrumpfung zu erreichen muss auch in dieser Richtung gewalkt werden.

Zum Schluss passte ich die Filzgleiter direkt auf den Stuhlbeinen an, auf die sie hinterher benutzt werden.
Um das Holz mit der Feuchtigkeit des unfertigen Filzgleiters nicht zu schädigen und um diesen leichter entfernen zu können schützte ich das Stuhlbein mit Klarsichtfolie.

Passen alle Filzgleiter zog ich diese von den Stuhlbeinen und nutzte den alten Fingerpuppenständer meiner Tochter um sie zu trocknen.

 

 

Nach dem Trocknen die Filzgleiter auf einer Schneideunterlage ausrichten und mit einem Rollmesser in eine Länge schneiden.

 

Anziehen und fertig!

 

Wie sich diese Filzgleiter bewähren muss sich zeigen. Auf jeden Fall gleiten sie, wie das Strickfilzmodell, beinahe gefährlich leicht über den Fußboden. Den Haltbarkeitstest müssen alle erst noch durchlaufen. Ich werde darüber berichten.

Filzkieselsteine

oder …

Filzen mit Tierhaaren #6

Im August 2012 schrieb ich von meinen ersten Erfahrungen kleine gefilzte Steine herzustellen, die an Kieselsteine erinnern. Dazu verwendete ich die aus dem Fell gebürsteten Haare von meinen und Nachbarkatern. Nun fand ich in einer kleinen Tüte Tierhaare von unserem längst verstorbenen Zwergkaninchen. Das flockte jeden Frühling dermaßen, dass wir es auch bürsteten.

Inzwischen filze ich die Steine zu Anfang meist trocken mit Filznadeln. Nur wenn der Anteil an kurzfaserigen Tierhaaren, wie die oben abgebildeten Haare aus dem Unterfell eines Kaninchens, sehr groß ist bevorzuge ich das Matschen, Quetschen, Drücken, Drehen in heißem Seifenwasser. Ansonsten ist das Trockenfilzen eine angenehme kleine Nebenbeschäftigung abends beim Fernsehen.

Für die meisten Steine verwende ich innen helle Schafwolle und lege außen die Effekte mit den Tierhaaren. Manchmal reicht die Menge, die bei meinem Kater Harry bei einer Streicheleinheit abfällt völlig aus.

Da beim Filzen das Material ziemlich schrumpft muss die Wollmenge großzügig bemessen werden.

Ich arbeite am liebsten mit drei mittleren Filznadeln, die in einem Griffstück eingesetzt werden können. Filznadeln haben an der Spitze kleine Widerhaken, die die Wollfasern zum Verhaken, zum Verfilzen bringen.

Dieses Nadelpaket stecke ich immer wieder in den Filzknäuel, den ich in der Hand halte und immer wieder drehe.
Anfangs denkt man: Das wird nie was!, doch Ausdauer zahlt sich aus. Je nach Wollmenge ist der Filzstein in 30 bis 45 Minuten fertig.
Unebenheiten steche ich mit einer einzelnen Nadel noch einmal nach.

 

 

 

 

 

Das ist die Ausbeute nach einem Spielfilm.

 

Wenn ich 10 bis 15 Filzkiesel zusammen habe (egal ob sie bis jetzt trocken oder nass gefilzt worden sind) geht es ans Walken, das ich von meiner Waschmaschine erledigen lasse. Dazu stecke ich die Kiesel in einen Wäschebeutel und lege ihn mit in eine dunkle Wäsche bei mindestens 40°C. Ein Wäschenetz geht auch, doch durch die großen Löcher wandert der möglicherweise entstehende Wollabrieb in die Maschine und verstopft mir unter Umständen das Flusensieb.

Vor der Wäsche

 

und nach der Wäsche

Nach der Wäsche sind die Steine noch einmal geschrumpft und deutlich fester.

Mein Ziel ist es nach wie vor so viele Steine zu filzen, dass ich aus ihnen einen kleinen Teppich zusammensetzen kann. Inzwischen reicht es für eine große Fußmatte. 

Ich weiß nun, warum die Filzsteinkissen und -teppiche, die bei „my amenity“ angeboten werden so teuer sind. Eigentlich sind sie es nicht wirklich, wenn ich zusammenrechne, wie viel Zeit ich für meine Steine benötigt habe.

Noch macht es mir Spaß 😀 und so wird die Wollbaustelle 8 wohl noch eine Weile brauchen, bis sie fertig gestellt ist.