Stühle anziehen

oder …

Bestrickt zum Sitzen einladen!

 

Wer mit Katzen lebt kennt das Problem von ramponierten (Polster-)Möbeln. Mein Junior-Kater zieht seine Fäden zum Glück auf der Unterseite der Sessel im Wohnzimmer. Dafür leidet der Barhocker in der Küche mächtig. Der Kunstlederbezug erinnert durch die krallende Dauerbehandlung von der Haptik eher an Schmirgelpapier. Wer denkt, bei Leder passiert das nicht irrt. Mona, die Katze meiner Freundin, könnte ein Diplom in Krallenperforationstechnik erhalten. Abgesehen davon hat sie noch einen Sprachfehler, der die Kommunikation mit ihr nicht immer einfach macht. Aber dieser zerstört zum Glück keine Möbel, eher …, ähm, ich komme vom Thema ab.

Monas Krallen hatten trotz „Mona, lass‘ das!“ deutliche Spuren auf dem Lederbezug der Stühle meiner Freundin hinterlassen. Zum Wegwerfen oder Ersetzen zu schade wurden die Bezüge erneuert doch Mona leistete in kurzer Zeit ganze Arbeit, die Oberflächen an das Vorher anzupassen. 🙁 Katze eben. Damit vor allem die Rückenlehnen nicht so schäbig in der Landschaft stehen hatte meine Freundin die Idee, diese mit einem Strickbezug zu überziehen.

Die ersten Ergebnisse sahen schon einmal recht gut aus und das Strickwerk hat sich bewährt.

 

Überraschenderweise zieht die Katzendame ihre Krallen trotz verlockendem Fadenwerk ein. Die Bezüge sehen nach einem Jahr immer noch wie neu aus! Mona verspielt dann doch lieber Murmeln und Spielsteine.

 

 

 

 

 

 

 

Gestrickte Babydecken

oder …

Willkommen Zara und Liam!

Ich stricke wieder und ich arbeite mich durch Mengen an Wollresten durch. Da passte es, dass sich Nachwuchs im Kollegium angemeldet hatte. Knapp 600 g Reste sind in zwei Decken verstrickt und die beiden Kleinen kuscheln sich inzwischen in die Strickwerke. Kalt genug ist es ja inzwischen für eine warme Decke. In die farblich passenden Socken müssen sie jedoch noch hineinwachsen.

Die Decken sind rauh rechts gestreckt, das heißt in der Hin- wie der Rückreihe strickte ich nur rechte Maschen.

It’s a boy!

 

It’s a girl!

 

Höre ich doch beim Stricken im Radio einen Bericht über typische Farben für Mädchen und Jungen und wie sich die Zuordnung von rot und blau auf das jeweilige Geschlecht im letzten Jahrhundert verändert hat:

  • Blau – die Marienfarbe, und hellblau für die kleine Marias.
  • Rot – Farbe der Krieger und Könige, und rosa für die kleinen Könige/Prinzen.

Tja, die Zeiten ändern sich und letztlich entscheiden die Kinder ihre Lieblingsfarben. Meine Tochter liebte alles was „delb“ ist und Sohnemann „liiila“, nicht pink, richtig lila!

Kurz vor Fertigstellung dieses Blogposts merke ich, dass ich mir wieder nicht aufgeschrieben habe wie die Babysocken nach Anleitung meiner Schwiegermutter, ihrer Mutter, … gestrickt werden. Hoffentlich hält das letzte Exemplar meiner Kinder als Muster noch lange.

 

 

Stulpen für Hände und Arme – noch ein Versuch

oder …

Hauptsache die Finger sind frei und das Handgelenk schön warm!

 

Ich liebe Stulpen! Seit Jahren probiere ich neue Varianten und bin immer noch nicht zufrieden mit den Ergebnissen. Die perfekte Arm- oder Handstulpe oder der perfekte Pulswärmer scheint nicht erreichbar zu sein, egal ob gehäkelt oder gestrickt.

Hand-/Armstulpen 2016

Knackpunkt ist immer wieder der Daumen bzw. die Frage, ob er eine eigene Öffnung bekommt. Wenn die Antwort „ja“ lautet geht das Grübeln und Entscheiden weiter:

  • senkrechter Schlitz?
  • waagerechter Schlitz?
  • angestrickter Daumen?

Den besten Sitz hat eine Stulpe, wenn ein Daumenansatz wie bei Handschuhen angestrickt wird. Aber wenn man, wie ich, immer wieder die Stulpen von den Handflächen zu den Handgelenken streift muss der Daumen aus seiner wärmenden Hülle gezogen werden und dieser Zipfel sieht nicht so hübsch am Handgelenk aus. Deshalb lasse ich häufig diesen angestrickten Daumenteil weg und stricke über ca. drei cm einen Schlitz. Aber das sieht beim Hochstreifen auch nur gut aus, wenn die Stulpen richtig lang sind.

Das Modell 2009 – kurz, mit angestricktem Daumen

Stulpenstrickpause. Monate. Zeit zum Überdenken, Suchen, selbst entwickeln, … bis irgendwann durch Vieltragen der Verschleiß nach Nachschub ruft und ein hübsches Bild via Pinterest und Blog von schönstricken.de einfach Lust auf Weitermachen – egal wie – machte.

DSC_0219

Leider. Leiderleiderleider machte ich mir keine Notizen bei der Arbeit. Darüber ärgere ich mich vor allem selbst. Jetzt muss ich mich vor dem Beginn des neuen Pärchens ans Zählen machen. Nervig! Doch ich habe von den Handflächen aus hin zu den Armen gestrickt, einen senkrechten Schlitz für den Daumen eingearbeitet, am Handgelenk ein Bündchenmuster gestrickt und von dort aus in regelmäßigen Abständen Maschen zugenommen.

Als Material verwendete ich für diese Stulpen ein einfach gesponnenes Garn aus Schurwolle von Rowan, das bei mir seit mindestens 20 Jahren liegt und irgendwie nicht weniger zu werden scheint. Das hat auch sein Gutes. Schauen wir mal, wie viel Wärmendes aus den „Resten“ noch entstehen wird.

 

 

Gestrickte Kissenbezüge

oder …

Der Kissen neues Kleid leert volle Wollkörbe

Ein Schrank voller Wollpullover, von denen ich mich schwer trennen kann, und davor, daneben, oben darauf stehen die Körbe voller übrig gebliebener Wollknäuel. Klar weiß ich, dass restliche Wollböppel gegen Kassenzettel oft zurück gegeben werden können. Manchmal nutze ich diesen Service tatsächlich, meist bin ich jedoch froh sie behalten zu haben. Allzuoft trenne ich das erste Strickwerk wieder auf und mache was anderes daraus. Dann bin ich froh über die Reste.
Nun sind wieder einmal alle verfügbaren Körbe voll. Es kullert aus allen Ecken und Enden wenn der Kater auf seinen morgendlichen Spritztouren quer durch die Wohnung dem Aufbewahrungssammelsurium zu nahe kommt.
Viele Jahre brachte ich bei jedem Viel-zu-viel-Status der Wollreste den ganzen Schwung in meine Schule, wo meine Kollegin und ich eine nach Farben sortierte Sammelstation eingerichtet hatten. Viele Kolleginnen beteiligten sich mit ihren Wollresten an dieser Sammlung und so lohnte sich ab und an ein Blick in die Kartons, bevor der Inhalt im Unterricht verarbeitet wurde.
Ich bin mir sicher diese Kartons existieren noch. Doch bevor ich mich auf die Suche nach ihnen mache um meine Knäuel dort einzusortieren, ging ich meinen Bestand noch einmal durch und entschied mich aus einigen Resten wieder Kissenbezüge herzustellen.
Dieses Mal sollen es keine runden Häkelkissen werden und auch keine runden Strickkissen, sondern Exemplare mit dem (den) Prädikat(en) quadratisch praktisch einfach schlicht.

 

Kissen #1 entstand aus den Resten von Strickwerk 2013 #4, einem braunen Alpakagarn. Die beiden Kissenplatten sind rauh rechts gestrickt, also in der Hin- wie der Rückreihe immer mit rechten Maschen.

 

Jede Kissenplatte umhäkelte ich vor dem Zusammennähen mit zwei Reihen fester Maschen, um, wie bei den Kindle-Hüllen, einen Eindruck von gestricktem Rand zu erreichen.

 

Lange überlegte ich, ob ich, oder wie ich eine Öffnung bzw. einen Verschluss in den Kissenbezug anbringen kann. Kurz bevor ich die zwei Teile einfach komplett zusammen nähte fand ich einen farblich passenden Reißverschluss noch aus DM-Zeiten zum Sparpreis von DM 2,45. 😉

 

Reißverschluss von Hand eingenäht und passt, der Reißverschluss.

Für die Füllung musste ich ein zweites Kissen in den Bezug stecken, da der Bezug durch das Rauh-Rechts-Muster elastischer ausfiel als erwartet.

 

Inzwischen ist Kissen #2 in Arbeit, wieder aus Resten eines Pullovers, mit 50 Maschen plus 2 Randmaschen als Anschlag. Gestrickt mit Nadelstärke 5.

 

Pullover-Tunika aus Islandwolle mit Anleitung

oder …

Strickwerk 2015 #3

Niemand will im April an den nächsten Winter denken! Die Nächte erinnern noch genug an die kalte Jahreszeit und jedermann und -frau sucht sich doch lieber ein windgeschütztes sonniges Fleckchen um den warmen Pullover auszuziehen.

Tja,
damit hätte ich mir diesen Blogpost eigentlich schenken können. 😉

Wenn ich da nicht diesen Pullover aus Islandwolle, Plötulopi, über dessen Anfänge ich im Januar berichtet hatte, nicht nur fertig gestrickt, sondern inzwischen auch Probe getragen und erfolgreich gewaschen hätte.

Und ich weiß eines gewiss, was ich mir von meiner nächsten Reise nach Island von dort mitbringen werde!
Jedes noch so kleine Eckchen in meinen Taschen werde ich mir mit Plötulopi stopfen!!!

Da es außer mir noch andere weibliche Islandreisende gibt, die gerne stricken, nicht empfindlich gegenüber „kratzende“ Wolle sind und warme, superleichte Pullover lieben gibt es hier meine Anleitung für diesen Pullover.

 

 

Ich wollte die Anleitung nicht mit einem „Wasserzeichen“ verhunzen, deshalb gibt es sie hier nur in klein. Wer sie in höherer Auflösung haben möchte kann mir ein Email schicken.

Plötulopi auf der Nadel

oder …

Stricken und von Island träumen

Der Januar ist noch nicht vorbei und das dritte Strickwerk des Jahres liegt auf der Nadel – wieder ein Pullover für mich. Der nächste Winter kommt bestimmt und ich bin der Meinung, Pullover kann man nicht genug haben! Da ich es fertig bringe selbst in Ägypten zu frieren (nicht tagsüber ;-), aber nachts kann es sich schon empfindlich abkühlen) kann ein weiterer Pullover nicht schaden.

Wie auf dem Foto zu sehen ist stricke ich diesen Pullover nicht aus Knäueln, sondern mit einem Mitbringsel aus Island:

Plötulopi.

 

Der Wortteil lopi bedeutet ungesponnene Wolle, und wer das Garn in den Händen hält kann es nicht glauben, dass daraus tatsächlich tragbares Strickwerk herzustellen ist. Bei diesem Garn ist keine festigende Drehung bei den Fasern zu erkennen, wie sie beim Spinnen von Wolle entsteht.

 

Plötulopi ist dann frei übersetzt Platte aus ungesponnener Wolle, Plattenwolle, obwohl mich das Material, so wie es verkauft wird, eher an runde Scheiben erinnert. Auf jeden Fall haben diese Wollplatten, so flach wie sie sind, ein optimales Stapel- bzw. Lager- und Transportvermögen.

Ostern 2013 füllte die grüne Wolle die Hohlräume in meinem Reisekoffer und im Sommer konnte ich in Kirkjubaejarklaustur nicht an der grauen Wolle vorbeigehen.

Islandwolle ist mir nicht neu. Mit diesem Material machte ich während meines Studiums, Ende der 1970er Jahre, zum ersten Mal Bekanntschaft, als ich mir etwas zusätzliches Taschengeld durch Stricken verdiente.
Ein Auftrag war damals gewesen eine Jacke nachzustricken. Das hörte sich machbar an, die Jacke hatte auch kein anspruchsvolles Muster. Im Zeitrahmen von drei Wochen sah ich auch kein Problem und ich hatte den Job sofort angenommen. Etwas vorschnell, wie sich herausstellen sollte.
Als ich zuhause die Tüte auspackte, das Material aus den Tiefen der Tüte hervor holte, dachte ich erst einmal, da macht sich jemand einen Scherz mit mir! Aus diesem Fusselzeug wird NIE ein Strickwerk!!

Sechs Platten hatte ich zur Verfügung, die teilweise durch Transportschäden entsprechend verrupft etliche Fadenanfänge anboten. Das gestrickte Probestück war eine Katastrophe, doch ab dann wollte ich es mir selbst beweisen. Ganz so zuversichtlich war meine Mutter nicht. Meinen Kampf beobachtend, reparierte sie stillschweigend nebenher schon einmal die alte Jacke des Kunden, an der er so hing. Falls meine Bemühungen mit der neuen Jacke daneben gehen sollte, wäre die Reparatur wenigstens ein kleiner Ausgleich, dachte sie sich.

Für Anfänger mit festem Griff von Nadeln und Wolle ist Plötulopi nicht zu empfehlen. Für Strickerinnen und Stricker mit Erfahrung ist dieses leichte, fragile Garn eine tolle Sache.

Gestrickt wird die Plattenwolle mit zwei bis drei Fäden. Ich stricke mit zwei Fäden. Ein Faden wird aus der Mitte der Platte geholt und der zweite Faden wird von außen genommen. Manche wickeln zuerst Knäuel bevor sie mit dem Stricken beginnen. Mir ist es jedoch lieber direkt von der Platte weg zu arbeiten. „Verdünnisiert“ sich doch einmal ein Faden, wird das abgerissene Stück einfach wieder, etwas überlappend, angesetzt und man kann weiter stricken. Dabei muss nichts vernäht werden!

Auftrennen ist keine gute Idee! Erst denken, dann handeln, damit Fehler sich ersparen.

Im übrigen wurde es damals eine schöne Jacke!
Jedes abgerissene Fitzelchen hatte ich gesammelt und hinterher daraus einen stabilen Faden zum Zusammennähen gesponnen.

Nun ist mein Pullover in Tunikalänge aus Plötulopi im Entstehen. Die Farben erinnern an das Land, das ich es bei jedem Stich vor Augen habe.

 

 

Dazu gibt vor allem die graue Wolle, die in Folie eingeschweißt verkauft wurde, das passende, bis zum Auspacken konservierte, Schafaroma ab! Islandgefühl mit allen Sinnen! Fernweh!

 

 

Strickwerk 2015 #2 im Fotosession-Selbstversuch

oder …

Zum Glück gibt es die digitale Fotografie ;)

Tag 18 des neuen Jahres 2015 strahlte morgens sonnig in mein Schlafzimmer und ich beschloss:
Toller Tag für Fotos vom letzten Pullover am lebenden Objekt – mir! 😉

Also, zuerst den nervenden Kater gefüttert, danach noch einmal in die Federn gekrochen und den Sonnenstrahlen folgend so lange gedöst, hmm, geplant, bis die Strahlen das Bett verlassen hatten. Keine Frage, diese planerische Phase war Inspiration und wichtig!

Kamera, Objektive, Filter, Akku?, Akku!, Stativ, Fernauslöser für die Kamera … irgendwann war alles komplett und dann stand ich grübelnd da: „Wie ging das noch einmal mit dem Fernauslöser?“

Entscheidung 1:
Erst einmal ein häuslicher Trockenkurs

  • Stativ aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 in die Kamera gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt

Ergebnis 1:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

Wieder einmal alles vergessen, wie ein technisches Teil funktioniert?
Wieder ALLES vergessen!

Lösung 1:
In Bedienungsanleitungen recherchieren

  • Bedienungsanleitung der Kamera durchforstet
  • Bedienungsanleitung des Fernauslösers zu entziffern versucht – was für eine schlechte Übersetzung!!
  • alle Tipps ausprobiert

Ergebnis 2:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

In Gameshows gäbe es jetzt den Telefonjoker oder die 50:50 Lösung!!
Mein Telefonjoker lebt allerdings in Karlsruhe, schläft um diese Uhrzeit wahrscheinlich noch und die 50:50-Geschichte erledigt sich wahrscheinlich bei jedem meiner neuen Versuche irgendwann von selbst.
Also mache ich weiter!

Lösung 2:
Von vorne anfangen

  • Stativ noch einmal aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 an die Kamera neu gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt


Ergebnis 3:

Licht grün, Licht rot
nichts
kein Klick, gar nichts
hmm?

Entscheidung 2:
Ich baue alles wieder ab und gehe zurück ins Bett!

  • Fernauslöser Teil 2 abgestellt
  • Fernauslöser von der Kamera gelöst
  • Kamera vom Stativ abmontiert
  • Stativ abgebaut
  • Objektiv ausgewechselt
  • Kamera ausschalten … wollen, …
  • was nicht ging, …
  • DENN sie war gar nicht eingeschaltet!!! AARGH!


Ergebnis 4:
erst einmal gehörig ärgern
Haare raufen

Entscheidung 3:
Noch einmal von vorne anfangen – aber JETZT!

  • Stativ wieder aufgestellt
  • Kamera montiert
  • Fernauslöser Teil1 an die Kamera gesteckt
  • Kamera eingestellt
  • Fernauslöser von Teil 2 gedrückt

Ergebnis 5:
Licht grün, Licht rot
Klick
Woohoo!!
😀

Geht doch!
Ich habe Mengen an schrägen Fotos geschossen, einfach nur um meinen Frust über die eigene Dummheit abzubauen. Aber es macht auch Spaß dieses ganz persönliche Stressabbau-Sammelsurium zu genießen.

Oh, Mann, Mann, diese Technik! Und dann nur vergessen einzuschalten!

 

 

 

 

 

Spieglein, Spieglein an der Wand …: Keine/r ist so schön wie er im Land – Chewbacca! 😉

 

Noch ein Pullover wird Strickwerk 2015 #2

oder …

Ein Prototyp, hoffentlich

Immer noch auf Sofa und Sessel zur Ruhe verbannt griff ich wieder zu den Stricknadeln. Was mir fehlte war Material in ausreichender Menge und die Möglichkeit der Materialbeschaffung in einem Wollgeschäft. Also (ver)griff ich mich in die Materialkiste zum Stricken lernen für meine Schüler, wo ich für schweißige Kinderhände nicht filzende „Wolle“ eines Discounters mit vier Buchstaben lagere. Dort fand ich 600g von einer erträglichen Farbe und tröstete mich damit, erst einmal nur ein Probemodell zu stricken um es später mit reiner Wolle nachzustricken. Zudem hoffe ich, dass ich das verbrauchte Material bald wieder durch ein Angebot auffüllen kann.

Wie üblich ging ich ohne Anleitung die Sache an und entschied mich für falsches Patent als Strickmuster:

Hinreihe
RM 2re 1li * 3re 1li * 2re RM

Rückreihe
RM 1li * 3re 1li* RM

Mithilfe von farbigen Markierungen half ich mir beim Zählen für Zu- bzw. Abnahmen.

 

Die Kunstfaser/Wollmischung des Materials verzieh mir das Auftrennen, wenn ich mal wieder nicht mit der Weite des Ärmels zufrieden war, oder der Halsausschnitt zuerst zu schmal und dann viel zu weit ausfiel oder sich ganz einfach ein Strickfehler eingeschlichen hatte. Insgesamt habe ich den Pullover wohl 1 1/2 mal gestrickt 😉 bis ich den letzten Faden vernäht hatte.

Jetzt ist er also fertig – der zweite Pullover dieses noch recht kurzen Jahres. Morgen wird das Strickwerk Probe getragen und dann entscheide ich, was daraus wird …

 

Ein langer Pullover wird Strickwerk 2015 #1

oder …

Aus alt mach neu!

Feiertage heißen schlemmen und genießen mit geruhsamen Stunden, vor allem an Weihnachten. Ich schaffte es noch den Kühlschrank zu füllen, ein paar Flaschen Wein ins Weinregal zu stellen und einen Kasten Wasser in die Garage zu bringen um mich dann zusammen mit einer Wärmflasche auf die geruhsamen Stunden zu beschränken. 🙁

Glücklicherweise bot das Fernsehen über die Feiertage ein umfangreiches Programm für eine Krankenstube. Nach der x-ten Wiederholung von „Stirb langsam“, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ und „Tatsächlich Liebe“ bin ich die Tage bei „Drei Männer im Schnee“ angekommen, immer noch nicht gesund aber mit einem fertigen Pullover!

Einfach nur so vor der Glotze zu hängen war mir auf die Dauer zu wenig Ablenkung von den Leckereien in der Küche. Zu umtriebig durfte das Begleitprogramm jedoch nicht sein, damit das aufgeheizte Kirschkernkissen nicht vom Bauch rutschen konnte.

Stricken – JA!
Sessel, Kuscheldecke, Tischchen mit Teetasse rechts, Strickkorb links, Kater mittendrin – tolle Idee!
Aber mit was?
Der Kühlschrank voll (wenn man nichts essen kann muss man IMMER zuerst daran denken) aber in den Wollkisten und -körben nichts richtig motivierendes in ausreichender Menge! Wie blöd ist DAS denn?!
Auf meiner Materialsuche opferte ich den Pullover aus dem Kleiderschrank, den ich am seltensten angezogen habe und ribbelte ihn auf. Das war das Ende von Strickwerk 2012 #1.

Höre ich nach dem Klick auf den Link einen Aufschrei?

Lohnt sich nicht!

Gelohnt hat sich dafür das neue Strickwerk. Aus dem teilweise sehr filigranem Strickpullover entstand ein wirklich tragbarer, einfacher, langer Pullover in der Länge einer Tunika – ohne Anleitung, Reihe für Reihe passend auf meine körperlichen Gegebenheiten gearbeitet, die je nach Körperpartie irgendwo zwischen Größe 38 und 42 liegen. Wie das eben so ist bei Frauen Mitte/Ende 50.

 

Es ist mein momentaner Lieblingspullover und ich überlege ihn mit Islandwolle noch einmal in Variation zu stricken. Dann gibt es die Anleitung in Reinschrift.

Ein kleiner Anzug für Mutters Handy

oder …

So schnell geht das!

So zwischen Halbzeit und der 70. Minute im Endspiel der WM 2014 passierte zwischen Deutschland und Argentinien nichts. Kein Ball rutschte über eine Torlinie, dafür meine Leserklicks über die 100.000-Marke!!!

Na, sooo langweilig ist das Spiel nun doch nicht, oder?

Ich beschäftigte mich die Tage mit einer klitzekleinen Notwendigkeit, nachdem ich herausfand, wie meine Mutter ihr Mobiltelefon in ihre Tasche verpackt und in die tiefsten Tiefen steckt!

Alles, damit dem kleinen Teil bloß nichts passiert!

ARGH!

Ein einfaches: „Mutti, gib mir mal dein Handy. Ich will schauen, ob meine neue Handynummer eingespeichert ist!“ löste eine umfangreiche Suche im Taschendschungel meiner Mutter aus. Irgendwann hatte sie ein Taschentuchbündel in der Hand, das sie mit Bedacht und Vorsicht auswickelte – es könnte ja was kaputt gehen –  und nun wusste ich warum es immer so lange dauert bis sie an ihr Handy geht, wenn man sie unterwegs anruft! (Psst, ihr nicht verraten, ich höre mein Handy meistens ganz und gar nicht! Aber ich weiß dafür, wie man zurückruft!! :D)

Nach dem Nummerncheck verpackte meine liebe Mutter wieder sorgfältig ihr Handy und versenkte es wieder in die tiefen Taschengefilde.
Handlungsbedarf! Optimierung! Stricknadeln aktiviert und dem Handy einen Anzug verpasst, im Stil der Kindle-Schlafsäcke, nur eine gute Nummer kleiner!

Mit 20 Maschen (2 Randmaschen und 18 Maschen 2re 2li) und 46 Reihen hoch entstand das Anzügle für das kleine altengerechte Mobiltelefon meiner Mutter. Sie ist glücklich, ich zufrieden, denn das kleine Teil ist schneller parat.

Kindle-Schlafsäcke im Vergleich mit dem Handy-Anzügeleinchen

 

 

 

 

Und jetzt könnten noch zwei Tore fallen, denn ich habe 1:1 nach 120 Minuten getippt!