Schnell genähter Rock für heiße Tage

oder …

Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!

Ein neuer Babyquilt

oder …

Endlich wieder ein Grund zum freuen und quilten

Nicht nur die eigenen Kinder werden groß, größer, flügge und selbstständig um ihr eigenes Leben zu führen. Dem stehen die ehemaligen Spielgefährten aus der Nachbarschaft nicht nach.
Vor 20 Jahren sorgten noch acht bis zwölf Kinder rund ums Haus für Trubel und so viel Leben, dass in dieser Nachbarschaft kein Unbekannter einfach so in einen Hauseingang hineinkam (leider so geschehen, in den letzten Tagen).
Von den Eltern von damals leben noch einige hier. Einige von den Kindern von damals wohnen auch nicht weit weg oder sind sogar wieder echte Nachbarn. Aber echte kleine Krachmacher sind rar bzw. zwei Kinder im Vorschulalter und ein Enkelkind als regelmäßiger Besucher sind zur Belebung eines Hauses mit 24 Wohnungen einfach wenig!
Doch endlich gibt es wieder einen kleinen Schreihals, das zweite Kind aus der Spieltruppe von vor 20 Jahren, mit einer verflixt kräftigen Stimme!! 😀
Solch ein Ereignis muss gefeiert werden und ich hatte einen Grund alles andere liegen zu lassen, YES!

Heute ist er fertig geworden, der Quilt für Martinas Baby, ein Mädchen, aktuell vierzehn Tage jung.

 

Mit den Maßen 90 cm x 110 cm ist dieser Babyquilt größer als üblich. So passt er im Augenblick zwar nicht optimal in einen Kinderwagen, ist jedoch groß genug um noch lange als Bodendecke, Spieldecke oder Bettdecke benutzt werden zu können.

Für die Rückseite passte gerade mal so ein Reststück gepunkteten Stoffes, das im Gegensatz zu den 50er-Jahre-Retrostöffchen der Vorderseite ein kräftiges orange und grüne Sprenkel hat (sieht man nicht auf den Bildern).

Die Retrostoffe für die Vorderseite habe ich von fabricworm. Der Stoff von der Rückseite bekam ich als Reststück im Fabrikverkauf bei Zweigart.

Und nun komme ich zum eingebauten Fehler, den jeder Quilt einfach hat bzw. haben MUSS, aber dieses Mal nicht an der Stelle landete, wo ich ihn aus Verzweiflung (da die Rückseite nun einmal ein knappes Reststück war) einplante … .
Der Nähfehler an dieser Ecke war NICHT geplant!

Geplant war, weil das Stoffstück für die Rückseite einfach nicht von der bedruckten Fläche her passen wollte, dass ich ganz bewusst den weißen Stoffrand mit Firmenlogo etc. einarbeite.

Tja, irgendwie verschwand er dann doch unter dem Schrägband und die Hilfsnaht unter der Ecke kam zutage.

 

Zum Abschluss testete Kater Harry den Quilt, unaufgefordert, und ist zufrieden!

Was habe ich den Burschen gesucht bis ich ihn gefunden hatte!!!

Des Futons neues Kleid

oder …

Nähen mit Hindernissen

Nach dem ersten neu genähten Kissen für das Gästebett ging es in die zweite Runde. Diese Ansammlung an Mobilar aus dem Studentenzimmer meines Sohnes als ein solches zu bezeichnen ist gut gemeint. Momentan besteht das Gästebett aus den zwei aufeinander gestapelten Tatamis und dem darüber liegendem Futon. Dahinter klemmt die aufgeklappte Gästematratze an der Wand und alles wird von einem Berg an Bettzeug gekrönt, für das mir einfach der Stauraum fehlt.
Die schnellste Lösung, einfach über alles eine Decke legen, erwies sich nach einer Fliegenjagd meiner Kater: „Einer für alle, alle für einen!“ als unhübsches Schlachtfeld. Dann lieber so lassen, vorerst, bis jetzt.

Der Futon bekommt einen neuen Bezug!

Wie üblich nähe ich ohne Schnitt, nur messen, schneiden, stecken, heften, nähen, …, hoffen, dass es passt. Heften musste aus aktuellem Hindernis entfallen (siehe Postende).
Da das Prinzip für den Futonbezug ein übergroßer Kissenbezug mit Bändern zum Schließen ist, ist das schnittlose Nähen in diesem Fall kein Problem.

1. Schritt

Bahn 1 an einer der langen Kanten zwei Mal umklappen, feststecken und mit Stichlänge 2,5mm absteppen.

 

 

2. Schritt

Die ungesäumte lange Kante von Bahn 1 auf eine Kante von Bahn 2 feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm verteilen.
Die beiden Teile zusammensteppen und versäubern.

Auf der Vorderseite schmalkantig mit einer weiteren Steppnaht die Naht mit den Bändern sichern.

 

3. Schritt

Eine Schmalkante von Bahn 3, wie bei Bahn 1, zwei Mal umklappen und feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm in die Kante verteilen.
Absteppen.

Zur Stabilisierung die Bänder auf der Rückseite kurz vor der Kante noch einmal feststeppen.

 

4. Schritt

Beide Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass zueinander gehörenden Bänderpaare zusammen liegen. Feststecken.
Das kurze überstehende Stück über die Bänderkante auf das lange Stück legen und feststecken.
Alle drei offenen Kanten schließen und mit Zickzackstich versäubern.

 

5. Schritt

Da der Futon eine Höhe von ca. 7cm hat müssen die vier Ecken im Bezug innen schräg abgenäht werden.
Dazu lege ich an den Ecken die Nähte aufeinander, stecke sie fest und messe/zeichne mithilfe des Geodreiecks die nötige Naht.

 

6. Schritt

Den Futon beziehen und mit den Bändern schließen.

 

 

Die Hindernisse

Schnell noch eine Stärkung, dachte ich, bevor ich mit dem Nähen beginne. Ruckzuck einen Salat gerichtet und noch schnell ein paar Käsespäne gehobelt, dachte ich. Daumen zwischen Hobelmesser und Käse gerutscht, halbes Blutbad angerichtet.

Nähstube = Katzenspielplatz, so sehen das meine Kater.

 

Metamorphose eines Küchenhandtuchs

oder …

Der Anfang vom Gästezimmer

Wenn sich nicht einmal meine Kater in einem Zimmer aufhalten wollen, das mal ihr Lieblingszimmer war, dann muss etwas geändert werden! Aber ich kann sie ja verstehen! Das Zimmer meines Sohnes spiegelt die Nutzung der letzten Jahre – halb entkernt und entleert zum Studium in Karlsruhe, Zwischenlager während des Praktikums in Island, Rückkehr aus Island, Auffüllen und Teilentleerung des Zwischenlagers, Studium in Karlsruhe und nun, schwupps, Rumpelkammer. Von jetzt auf nachher gab es für ihn eine Chance in Japan die Masterarbeit zu schreiben. Alles musste schnell gehen. Zimmer in Karlsruhe auflösen und nachhause karren. Flugticket, Versicherungen, Papiere, … , wusch, weg. Was nicht in die Kisten zum Einlagern hier oder in den Koffer für dort passte, blieb liegen und liegt seit einem Monat so vor sich hin.

Natürlich könnte ich einfach die Tür schließen und das Chaos dahinter ausblenden. Doch ich gehöre zu den Menschen, die zum Wohlbefinden offene Fenster und Türen brauchen und so fühle ich mich in den kalten Monaten und zur Sicherheit genug eingeschränkt. Also blieb der freie Blick ins Übel mit andauernder Aufforderung:
Tu was!

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zünder um einen Prozess anzustoßen.

Mein Zünder war ein Geschirrtuch, dass ich irgendwann geschenkt bekam und ich einfach nicht „verlieren“ konnte, weil mir Farben wie Muster eigentlich gefielen.

Heute standen Geschirrtuch und ich dann kurzzeitig doch vor der endgültigen Trennung, als mir die Nähmaschine und eine Idee dazwischen kamen.

Zwei Knopflöcher und zwei Nähte später hatte das Geschirrtuch eine neue Funktion.

 

Voilà – aus einem Geschirrtuch ist ein Kissenbezug entstanden, der sofort einen Platz fand!

 

Da liegt das neue Kissen auf Sohnemanns entrümpelten Futon und wartet auf mehr: Kissen – Kater – Kuschelfaktor.

 

Lavendel einsacken

oder

Wei.na…sges..enke 2012 – ich mag es noch nicht ausschreiben, es ist doch erst September

Lavendelduft-Säckchen, die ersten

Es herbstelt, vor allem nachts, und das spüre ich auch auf der Arbeit. Die Zimmer auf der Nordseite sind jetzt schon so ausgekühlt, dass einem beim Öffnen der Türen die kalte Luft wie ein Brett entgegenkommt – klatsch – igitt – der Winter kommt. Ich könnte wie jedes Jahr darauf verzichten. Da ich aber nun einmal in Deutschland zuhause bin muss ich eben durch neun Monate schmuddelkalt durch und drei Monate auf eine durchgehende Wärmeperiode hoffen. Meist fällt deutscher Sommer nur auf einzelne Tage, hier in Baden-Württemberg bevorzugt in die Schulzeit vor den Sommerferien.
Was sind wir dieses Jahr mal wieder verwöhnt worden mit den beinahe drei heißen Wochen am Stück!

Die Schule hat begonnen und in den Supermärkten wird Platz gemacht. Gestern begegnete ich in einem von dieser Art dem ersten Weihnachtsstollen 2012!! Oh Schreck, Weihnachten steht vor der Tür, ich habe den geernteten Lavendel im Keller vergessen und wo liegt der Stoff für die Duftsäckchen? Im neu geordnten Haushalt findet sich alles, doch habe ich mich noch nicht an die neuen Wege nach dem Umräumen gewöhnt. Nach diesem Nähwerk weiß ich endlich wieder blind, wo sich meine Nähutensilien befinden. Die ersten Lavendel-DuftSäckchen von der Ernte 2012 sind fertig und somit die ersten Weihnachtsgeschenke (uups, jetzt habe ich es doch ausgeschrieben).

Jedes der Lavendelsäckchen ist ca. 18 cm lang und 8 cm breit, wird aus durchsichtigem Stoff (Organza, Tüll, oder ähnlichem) genäht und mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt.

Aber zuerst der Lavendel, der kaum aufgeblüht im Sommer zum ersten Mal geschnitten werden sollte und ohne direktes Licht getrocknet wird. Normalerweise mache ich kleine Bündel aus den Lavendelblütenstengeln und hänge sie in den Keller. Dieses Jahr blieb der geschnittene Lavendel ungebündelt auf Zeitungspapier ausgebreitet liegen.

Nach dem Trocknen ribbelte ich die Blüten und Blätter von den Stengeln. Für die Lavendelsäckchen verwende ich später nur die Blüten. Die Blätter und Stengel hacke ich klein, befülle damit Gläser und Schüsseln und stelle sie als Raumerfrischer auf oder mische sie in Potpourries.

Das Nähwerk selbst besteht aus durchsichtigen Stoffen und wird mit verschiedenfarbigen Unter- und Oberfäden genäht. Auf diese Weise komme ich wieder an leere Nähmaschinenspulen, da all die Reste aus vergangenen Näharbeiten aufgebraucht werden können. Ideale Resteverwertung.

 

Beim Zuschnitt gebe ich jeweils oben und an der Seite 1,5 cm dazu, das heißt ich schneide für ein Säckchen zwei Teile mit einer Größe von 19,5 cm auf 9,5 cm zu. Natürlich könnte ich auch ein anderes Maß verwenden, aber ich finde diese lange schmale Form ideal um sie zwischen die Wäsche im Kleiderschrank zu schieben.

Schon beim ersten Stecken merkte ich: Das Material ist anders als das, was ich vor drei Jahren verwendet habe! Es flutschte weg, wo es nur konnte <argh> und so konnte ich nicht die alten Nähschablonen verwenden. Ärgerlich, aber irgendwie schaffte ich es doch beide Längsseiten mit schmalem engen Zickzackstich gerade zu nähen. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz und trotzdem wurde der Stoff nicht so stumpf, wie der zuletzt verwendete.

Genäht wird immer in Steppfußbreite. Für den Bereich in den später der Lavendel eingefüllt werden sollte steckte ich einen Pappstreifen auf das flutschige Material, weil es sich auf Biegen und Brechen nicht dauerhaft gleichmäßig nähen lassen wollte. So ließ sich das „U“ dann endlich auch an den Ecken bewältigen.

 

 

Geschafft! Rechts und links eine Zickzacknaht und in der Mitte das oben offene „U“, <puh>.

Endlich können die Lavendelblüten in das Innere des „U“ gefüllt werden.

 

Die Einfüllöffnung zustecken und mit Zickzackstich verschließen.

An der oberen und unteren schmalen Kante eine weitere Zickzackreihe zum Abschluss nähen. Vorher muss geschaut werden, ob Blüten in die Seiten vom Einfüllen gekommen sind. Die müssen vor dem Zunähen herausgeschüttelt oder herausgerieben werden.

Mit der Schere vorsichtig die überstehenden Ränder abschneiden und das Lavendel-Duftsäckchen ist fertig.

 

 

Balkonien wird aufgerüstet

oder …

IKEA – Gartenmöbel neu eingekleidet

Beim Aufräumen meiner Stoffkisten und Stoffschubladen fiel mir ein Möbelstoff in die Hand, den ich mir vor zwei oder drei Jahren gekauft hatte. Im Ladenlicht sahen die Farben optimal passend zu meinen bunten Balkonkästen aus. Zuhause angekommen, im hellen Licht auf dem Balkon war mir das Pink absolut zu pinkig, <uuhh>, <schüttel>, <yak>, Schrank auf und rein mit dem Stoff.

Gestern stand ich dann vor der Entscheidung:
verschenken
weg damit
verarbeiten

Kater Chewie nahm mir die Entscheidung ab. Er legte sich sofort auf den Stoff und so schnitt ich gerade so viel ab, wie Katerchen es zuließ, dass ich einen Tischläufer für meinen Balkontisch nähen konnte. Es war ein voller Erfolg. Chewie zog vom Stoffhaufen um – auf den Balkontisch!

Ok, dachte ich. Dann nähe ich noch ein paar Kissen für die Balkonstühle. Und wenn ich Kissen mache könnte ich doch gleich die Stühle komplett überziehen, denn selbst nach Nachschleifen und Einölen sehen sie altersentsprechend fleckig aus.

Gesagt, getan.

Da es diese Balkonstühle bei IKEA immer noch zu kaufen gibt, kommt hier der Schnitt für die Bezüge:

 

Für den Bezug der Stühle, wie für die Kissen, benötigte ich Knöpfe. Dazu bezog ich Knopfrohlinge mit demselben Stoff.

Der Knopf auf dem Stoffbezug für die Stühle verhindert das Verrutschen und wird zwischen der ersten und zweiten Sprosse der Sitzfläche hindurch in das Knopfloch auf der Oberseite des Bezugs geschoben.

Es ist quietschebunt und mir immer noch ein wenig zu pink, doch es hat Spaß gemacht zu nähen und Harry (links) und Chewie (rechts) gefällt es.

Harrison und Chewbacca

Babyquilt

Das Baby für das ich diesen Quilt im Februar 2012 nähte ist endlich auf der Welt und ich nehme niemandem mehr die Überraschung, wenn ich dieses Nähwerk nun vorstelle!

Nicht zu übersehen ist die vorherrschende Farbe und was schließt man daraus bezüglich des Geschlechts des neuen Babys? Es ist tatsächlich ein kleiner Junge!

Das geübte Auge erkennt vielleicht den Künstler von dem ich mich bei der Herstellung inspirieren ließ. Ja, es ist wirklich ein Muster von Kaffe Fassett!
Was war ich begeistert, als ich sein erstes Buch, Glorious Knitting, kurz nach der Geburt meiner Tochter in die Hand bekam. Ach ja, viele Jahre her! Trotzdem, schon 1985 begeisterten mich beim Öffnen des Buches die Bilder, wie die Strickmuster aus Arrangements die der Alltag bietet entwickelt und gegenübergestellt wurden. Pate dafür standen  Blüten, Knöpfe, Teller, Tassen, Obst und vieles mehr. Damals sensationell neu, heute immer noch strahlend, fröhlich, motivierend.

aus „Glorious Knitting“, Seiten 130/131

Und eines Tages sehe ich das erste Quiltbuch von ihm – haben will! – MEINS – und reihe es in meine Inspirationsbücherecke ein. Dort stehen neben Kunstbüchern auch Bilderbücher, Fotobände, einfach jede Menge hübscher Dinge zum Blättern, Schmökern, Seele baumeln lassen und „Futter“ für diese, damit die kreative Quelle nicht versiegt.

In einem dieser „Auftank-Pausen“ sprach mich ein Quiltmuster in einem der Bücher Kaffe Fassetts an, Economy Blue Patch:

Alle Maßangaben in seinen Patchwork-Büchern sind in Zoll bzw. inch angegeben, weshalb ich in solchen Fällen nicht mit dem Zentimeterband arbeite, sondern mit einem Zollband. Das brachte ich mir irgendwann einmal aus England mit, damit ich mir das Umrechnen sparen kann. Eigentlich müsste uns dieses leichter fallen, denn selbst in den Zentimeter-Meter-Ländern ist Zoll als Maßeinheit gang und gäbe. Wer es nicht glaubt, einfach mal bei Wikipedia reinschauen, ein wenig nach unten scrollen und … aah! Na, wie ist das mit der Schriftgröße beim PC, den Jeansgrößen?

Zurück zum Quilt.
Das Prinzip für einen Economy Blue Patch-Quilt ist einfach, doch beinhaltet es eine Menge an Vorarbeit. Zum Glück ging es bei mir dieses Mal nur um einen kleinen Quilt. Schnell auf einen Zettel die kleinen und großen Blöcke verteilt, durchgezählt,

  • eine Liste geschrieben,
  • Schablonen geschitten,
  • Stoff zugeschnitten,
  • Blöcke zusammengenäht,
  • alle Blöcke auf dem Tisch verteilt und <ups> da fehlt ja was.

Nach einem Kontroll-Blick auf die Skizze konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Ist das der absichtlich eingebaute Fehler in einem Quilt oder gehört das in die Kategorie: blond blöd? Das hätte mir doch auffallen müssen! Schaut selbst!

Peinlich!

Wenn mir meine Schüler einen Entwurf in dieser Art und Weise vorgelegt hätten …! 😀

Nun ist der Quilt trotzdem fertig geworden und ich quiltete ausnahmsweise mal wieder nicht mit der Hand sondern mit der Maschine.

Bei der vorherrschenden Farbe und bei so vielen Punkten war der Quiltname dieses Mal leicht zu finden: Blaupunkt

Neben gepunkteten Stoffen verwendete ich noch Reste mit Batikmustern, die vom Quilt für meinen Sohn übrig geblieben waren.

Und hier noch ein Blick auf die Rückseite, auf der das Quiltmuster deutlicher zu erkennen ist.

„Luxemburgerlis“ #2

Was nützt die tollste Anleitung, wenn hinterher das eine oder andere nicht so ganz stimmig erscheint oder nicht wie gewollt funktioniert.

Der Prototyp gelang mir ruckzuck. Doch schon da war ich mit den letzten Schritten in der Herstellung des „Innenlebens“ der kleinen Dinger nicht so zufrieden. Craftpassion näht die bezogenen Innenscheiben der Knopfrohlinge nur am Gelenk, zwischen den beiden äußeren Knopfhälften, an. Damit sie später nicht verrutschen und den Reißverschluss verklemmen klebt sie die Teile fest. Das wiederstrebt mir total. Ich fixierte die zwei Scheiben mit ein, zwei Knoten gegenüber dem Gelenk, versteckt an der Reißverschlussnaht. Das war zwar nicht optimal, aber funktionierte.

Gestern nun ging es in die Produktion, zusammen mit meiner Tochter.

Damit das Nähen bei diesen winzigen Teilen mit kleinen Stichen besser klappt verwendete ich am Zeigefinger einen Fingerling aus Latex. Das erleichtert das Fassen und Durchziehen der Nadel durch mehrere Stoffschichten – ein Quiltertrick.

 

Alles lief super, bis wir an die oben beschriebene Stelle kamen. Dieses Mal passten die zwei Innenhälften auf Biegen und Brechen nicht einmal in das halbfertige Gehäuse!

Wir wollten nicht Trennen, zumal meine Tochter mit superfeinen exakten Stichen gearbeitet hatte. Viel zu schade zum Trennen! Wir entschieden uns dafür die Innenplatten der beziehbaren Knöpfe durch passende Pappstücke zu ersetzen. Dadurch hatten wir auch Platz, diese innen, entlang der Naht, am Reißverschluss zu fixieren. Eine eindeutige Verbesserung, die auch auf dem Foto zu erkennen ist. Im oberen Döschen sitzt das Innenleben einfach besser.

Unzufrieden, wie ich heute noch war, trennte ich den Prototyp in der Mitte wieder auf und überlegte mir, wie ich ihn verbessern könnte.
So praktikabel die Lösung mit der Pappe war, sie befriedigte mich nicht so richtig. Genausowenig, wie die Innenteile zu kleben.

Nach reichlichem Nachdenken, Stöbern im Keller und in den Werkzeugkisten kam ich in Ermangelung einer Blechschere auf die Alternative – feilen. Die Innenplatten der Knöpfe haben einen flachen Rand, der seinen Sinn und Zweck hat, wenn man die Metallteile für das verwendet, wozu sie gedacht sind – Stoffknöpfe herzustellen. Doch wenn die Platten für innen, die eigentlich nur zum Festklemmen gedacht sind, auch mit Stoff bezogen werden ist das mindestens eine Stoffschicht zu viel. Also feilte ich den flachen überstehenden Rand ab.

Links liegt die gefeilte Knopfplatte ohne Rand und rechts das Original.
Stoff darüber gespannt, ans Innengelenk genäht, außen herum noch Platz genug zum Festnähen an den Reißverschluss gehabt, fertig sind die Teilchen und ich nun endlich zufrieden.

 

„Luxemburgerlis“ mal ganz anders

Luxemburgelis!
Wer diese jemals gekostet hat, weiß um deren Suchtfaktor. Ich hatte das beinahe vergessen, bis ich vor Wochen auf einem meiner Lieblingsblogs einen Post fand, mit schnuckeligen kleinen Stoffgebilden <sooo sweet> und das ‚déjà vu‘ war perfekt. Wahnsinn, zuckersüße Luxemburgelis ohne nach Zürich in die nächste Sprüngli-Filiale fahren zu müssen, und eine Variante die nicht auf die Hüfte geht 😀 !

Oh tat mir es in der Seele weh, nicht sofort mit diesen Teilen beginnen zu können:

  1. Da ist die tägliche Arbeit zum Geld verdienen.
  2. Eine andere Näharbeit, die ich noch vorstellen werde, war in Arbeit.
  3. Und dann war es nicht ganz so einfach das Wichtigste dieser kleinen Teile zu bekommen, die Knopf-Rohlinge.

Doch heute Abend war es soweit. Alle Bedingungen zur erfolgreichen Produktion von „Stoff-Luxemburgerlis“ waren erfüllt, die Vorbereitungen abgeschlossen.

Die Maße aus der Anleitung, dem Tutorial hatte ich dank meines endlich wieder funktionierendem Internets korrekt umgerechnet, sodass ich eine Materialliste mit Zentimeterangaben weitergeben kann.

Für ein „Luxemburgerli“ braucht man“übersetzt“:

  • 2 überziehbare Knöpfe mit 38 mm Durchmesser
  • 1 Stück Stoff  für den Außenbezug 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück Stoff für das Futter 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück vom Futterstoff mit ca. 4 cm x 4 cm
  • 1 StückWattierung 10 cm x 5 cm
  • 1 Reißverschluss mit 12 cm
  • 1 Schablone aus Karton mit 3,5 cm Durchmesser für den Außenstoff und das Futter
  • 1 Schablone aus Karton mit 2,5 cm Durchmesser für die Wattierung
  • 1 Stück Band 1 cm breit und 5 cm lang

 

Zusätzlich hatte ich mir das Tutorial von CraftPassion noch ausgedruckt um nicht ständig von Nähtisch zu Computer wechseln zu müssen. Auch wenn es auf Englisch ist, die Bilder sprechen für sich und es lässt sich wirklich gut mit dieser Anleitung arbeiten. Alles funktioniert, wie beschrieben, bis auf eine Kleinigkeit.

 

 

 

 

Ich fixierte die inneren ‚Platten‘ nicht nur an dem Gelenk in der Mitte (wie im Tutorial beschrieben), sondern zusätzlich noch an einem äußeren Punkt.