Entlang der Costa Brava auf der Carretera Nacional N-II

oder …

Verirrt in Barcelona!

Sechs Stunden Fahrzeit für rund 160 km sollten von Pals nach Barcelona ausreichen, selbst wenn es gebührenfrei nicht über Autovia oder Autopista gehen soll. Tollstes Wetter versprachen eine angenehme Fahrt entlang der N-II (N2), der alten Nationalstraße, die von der französischen Grenze aus über Barcelona nach Madrid führt.
Noch einmal Routensuche ohne GPS und Navi, wenig unterstützt durch unübersichtliche Straßenbeschilderung, nur mithilfe einer Straßenkarte.
Noch einmal ein Stopp in Tossa de Mar um den Parkscheinautomat zu überlisten! HA! Yes! Geschafft!
Noch einmal durch schmale Straßen stromern, altes Gemäuer bewundern.
Noch einmal Küste und Meer sehen und spüren, bevor es nachhause geht.
Noch ein letztes Gläschen Rosado, gemütlich, in der Sonne mit Blick aufs Meer.
Noch ein Fläschchen Wasser mit einer Tüte Chips, vom Discounter, am Strandweg vor Bardalona.
… und dann …
Noch geschafft, gerade so, das Auto abzugeben und die Tasche aufzugeben!
Noch ein Glas Becher Wein mit Blick auf die letzten Passagiere vor mir in der Warteschlange kurz vor Boarding-Schluss auf dem Flughafen El Prat.
Ein Abenteuer.

Von Pals über Sant Feliu de Guixols nach Tossa de Mar – total entspannt

Ohne Worte.

Getting lost in Barcelona

Mit Worten.

Im Sachen verlieren und sich verirren bin ich Profi. Meine Kinder können Geschichten darüber erzählen! Häufig komme ich damit ganz gut zurecht, finde immer mein Ziel, nutze dazu Kreativität oder den Sonnenstand und habe auf den Umwegen einige richtig schöne Plätzchen entdeckt.

Getting lost is not a waste of time!

Unvergesslich sind meinen Kindern Irrfahrten in England, vor allem eine in London.
Wir waren unterwegs zu meinem Bruder und seiner Familie, die in dieser Zeit in Streatham, im Südwesten Londons wohnte. Bei der Anreise verfehlte ich auf einer der Umgehungstraßen eine Abfahrt und landete irgendwann spätnachmittags zur Feierabendzeit am Crystal Palace. Das wäre mir nicht passiert, wenn ich die Straßenkarte beim Auto packen in der Garage zuhause nicht von hier nach dort gepackt und zuletzt liegen gelassen hätte. Orientierungslos rief ich meine Schwägerin an, in der Hoffnung sie kann mir erklären wie ich von hier zu ihnen kommen kann.
Ganz so einfach war das jedoch nicht.
Selbst wenn sie ihre zwei kleinen Kinder ins Auto gepackt hätte wäre sie zu dieser Tageszeit eine gefühlte Ewigkeit für unsere Rettung unterwegs gewesen und dummerweise schloss der kleine Kiosk am Bahnhof von Crystal Palace kurz bevor ich auf die Idee kam dort eine neue Stadtkarte für London zu kaufen.
Am Ende eines weiteren Telefonats fragte ich einfach nur: „Wenn jetzt um 17:00 Uhr an meinem Standort die Sonne im Westen steht, wo liegt dann Streatham?“ – Antwort: „Im Westen!“
So fuhren wir der Sonne entgegen, bis zum Untergang. Die Kinder hatten die Aufgabe nach bekannten Dingen Ausschau zu halten, was sie auch mit Begeisterung und letztlich erfolgreich taten: „Mutti! Der Park! Der Park!“, „Da ist der Spielplatz!“, „Der icecream shop! Bekommen wir jetzt ein Eis, weil wir den entdeckt haben?“, „Sainsbury’s!“! Tolle Navi-Kinder. Den Rest des Wegs fand ich dann alleine ! 😉

Allerdings kommt an dieser besonderen Art der Stadtrundfahrten nur dann Freude auf, wenn einem kein Zeitdruck im Nacken sitzt, der Tank voll ist, man nicht in einer Sackgasse landet und es draußen noch hell ist!

In Barcelona war alles anders.
Ich war spät dran, die Sonne ging unter, der Tank war fast leer. Einzig die Sackgasse blieb mir erspart. Dafür stehe ich bei dieser Tour unverhofft an der Casa Batlló und hätte so gern einfach das Auto abgestellt und die Gegend erkundet!

Doch dazu war es zu diesem Zeitpunkt einfach zu spät.

Dieses Mal wurde Verirren anstrengend und egal was ich versuchte, es lief richtig blöd!

Es fing an als ich in Bardalona um 16:30 Uhr feststellte, die Straßenkarte mit der geplanten Route durch Barcelona fehlt! In Tossa hatte ich sie noch. Tja.
Richtig nervig wurde es als es langsam dunkel wurde.
Richtig unter Druck stand ich, nachdem ich irgendwann in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt gewählt hatte, es 17:30 Uhr war, eine halbe Stunde vor Abgabetermin vom Auto am Flughafen, und ich immer noch irgendwo in den Straßenschluchten Barcelonas irgendwie im Verkehrsstrom mitschwamm. Tja.
Einbahnstraßen-Straßendschungel, mehrspurig, spärlichst beschildert und kein Piktogramm für den Flughafen weit und breit zu sehen. Tja.

Es wurde eng, verflixt eng.

Nach einer Stunde Irrfahrt ohne ein Schild mit einem Flugzeug darauf zu sehen, das zum Flughafen leitete, endlich ein bekannter Name auf einem Verkehrsschild, „Sants“, ein Stadtviertel mit einem großen Bahnhof. An einem Bahnhof stehen Taxis. Taxifahrer kennen sich aus. Rettung!
Mein Plan war ein Taxi anzuheuern um mich bis zur nächsten Tankstelle auf direktem Weg zum Flughafen eskortieren zu lassen.
OCH, NEE, Einfahrt verpasst! Ich fluchte alle mir bekannten Flüche in Rekordzeit ab, sah links von meinem Augenwinkel ein Taxi, blieb an der Ampel trotz grünem Licht stehen, ließ das Fahrerfenster runter, lehnte mich raus und signalierte hektisch gestikulierend einem Taxifahrer irgendwelche Zeichen. Irgendwie interpretierte er diese Signale total richtig als „Notstand“  (oder er wollte sich die Vorstellung, wie eine Bekloppte versuchte aus dem Fahrerfenster zu hechten, komplett anschauen), hielt auch an und blockierte damit die andere Spur.
Ich: „Airport?“
Taxifahrer: (es klang wie …) „Huch!“
Ich: „Which way? (ich zeigte auf den Kreisverkehr) First right, second right, straight, ….?“
Taxifahrer: (es klang wie …) „Häh?“
Ich: „Please!!! I’m lost! Airport?“
Es hupt um uns herum ohne Ende!
Taxifahrer: „Right, primera (… verstand ich nicht … ), then bridge.“
Ich: „Primera right or left (ich wedelte meine Hände)?“
Taxifahrer deutete auf meine linke Hand.
Das Hupkonzert steigerte sich. Die Ampel wurde rot! Zeit gewonnen! Ich vergewisserte mich noch einmal: Erste rechts, erste links, dann müsste eine Brücke kommen und „then easy!“
Es wurde wieder grün und unsere Wege trennten sich. Aufatmen, bis zum ersten linken Abzweig.
Nee, oder?
Gesperrt!!
Mannomann aber auch. Schnell denken. Nichts war’s mit „then easy!“. Ich bog die darauffolgende Straße links ab und wünschte mir schon auf den ersten Metern genau DAS nicht getan zu haben. Einspurige Straßenschlucht. Miniaturbürgersteige rechts und links.
An der nächsten Querstraße sah es rechts und links genauso aus. Also geradeaus weiter, bloß nicht abbiegen. Die nächste wieder, die darauffolgende auch, danach noch einmal, noch einmal, noch einmal und eine Ampel. Was tun? Links oder rechts? Von links hatte ich genug und nahm rechts, landete nach kurzer Zeit wieder in einer Einbahnstraße, aber zweispurig. Ein Fortschritt. Der Verkehr geriet ins Stocken. Ein Rückschritt. Aber auch die Chance die Brille herauszuholen um vielleicht ein Internetpaket zu laden, damit ich den Navi aktivieren kann, damit ich Spanien dazubuchen kann, damit ich vielleicht noch mein Flugzeug erreiche. Bloß bei dem miesen Licht nach Sonnenuntergang war diese Aktion mitten im Verkehrsgeschehen extrem schwierig zu bewerkstelligen. Dann doch lieber wieder Passanten ansprechen. Fenster runtergelassen, aus selbigem herausgelehnt und einen jungen Mann angesprochen:
Ich: „Airport?“
Er: (ein déjà-vu, es klang wie …) „Huch!“
Es war 18:15 Uhr. Eine Viertelstunde nach Auto-Abgabetermin auf dem Flughafen. 50 Minuten vor dem Boarding. Ich war immer noch IN Barcelona!
Ich wiederholte mich: „Airport? Please!“
Der junge Mann lief dann im langsam wieder fließenden Verkehr neben meinem Auto mit, suchte nach englischen Worten, fragte dann andere Passanten, sagte dann, dass er glaubt am nächsten Kreisverkehr zu wissen, wie es weiter geht. Also packte ich den Burschen auf meinen Beifahrersitz für die nächsten 500 m. Am Kreisverkehr ging es eine der vielen Straßen links ab und mein Guide stieg aus:
Er, mit den Händen geradeaus wedelnd: „To the big circle! BIG circle! Sign airport!“
Ich: „You’re sure with a sign?“
Er: „Sure. Sign. Circle. BIG!“ und er macht Zeichen für einen großen Kreisverkehr. Mit jedem neuen Ansatz mir zu zeigen, wie groß der Kreisverkehr ist, wurde der Kreis größer und größer! Bevor der Kreis noch größer wurde verabschiedete ich mich von dem jungen Mann.
Der Kreisverkehr kam tatsächlich, auch das Schild zum Flughafen. Alles war wirklich groß und unübersichtlich und ich natürlich auf der falschen Spur. Was sonst?
In diesem Moment erinnerte ich mich an die Instruktionen meiner Schwägerin für den Straßenverkehr in der Londoner City: „Keine Unsicherheit zeigen! Abstand zu den anderen Autos nur so viel halten wie unbedingt nötig! Und durch! You understand? Be aggressive!“. So ging ich jetzt vor, mit Blick auf das Flughafenschild, Spuren gewechselt und ab auf die Schnellstraße! Woohoo! Es hatte nicht einmal ein Auto gehupt! Licht am Horizont! Wieder ein Schild in Richtung Flughafen und eine Tankstelle.
Es wurde 18:30 Uhr. Voll getankt. Das Auto war bereit zu Abgabe. Alles wird gut, redete ich mir ein und war 18:40 Uhr tatsächlich kurz vor dem Flughafen. Fünf Minuten später hatte ich das Auto abgestellt und wartete auf die Ab- und Übergabe, langsam abatmend, dumdidumdidum, Däumchen drehend in einer Warteschlange, in der es nicht voran ging. Sollte meine Abreise im letzten Moment an der schleichend langsamen Abwicklung von der Rückgabe des Autos scheitern?
18:55 Uhr hatte ich die Reisetasche aufgegeben, ohne Wartezeit! Drei freie Schalter und egal welche Spur ich genommen hätte, ich hatte freie Bahn ein freies Band für meinen Koffer.
19:05 Uhr lagen die Sicherheitskontrollen hinter mir. Während ich mir Gürtel, Stiefel etc. wieder auf den Körper packte und meine elektronischen Utensilien zusamme entdeckte ich, dass der Bursche bei der Fahrzeugübergabe ein Papier nicht abgerissen und meine Kopie nicht abgezeichnet hatte! Puh! Noch einmal zurück? Nö. Jetzt ist’s egal. Das Boarding hatte noch nicht begonnen und ich dachte mir:
„Nun ein Glas Wein! In aller Ruhe! Abschied von Spanien mit Stresssymptomen geht gar nicht!“
So beobachtete ich in Ruhe den Beginn vom Boarding meines Flugs, trank mein Weinchen, wartete geduldig den ersten „Last Call“ ab, den zweiten ebenso und war trotzdem nicht die Letzte, die ins Flugzeug einstieg.  In der Zwischenzeit nahm ich mir vor, wenn ich schon mit so viel Elektonik-Schischi unterwegs bin:

„Niemals mehr durch Barcelona ohne Navi oder ähnlichem!“,

obwohl ich mich kürzlich in der Karlruher Innenstadt gerade wegen der Navi-Anleitung ordentlich verfranst hatte. 😀

Tierische Nebenschauplätze unter Spaniens Sonne

oder …

Wer guckt denn da?

Vernebelte Dogge


Und gleich noch einmal.

 

 

Gekko auf Ausschau

 

 Nachtrag: Gekko-Suchbild (für Ute)

 

Frau Möwe, alles unter Kontrolle …
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die Hotelgäste, wie Artgenossen.
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Selbst die Katzen parieren auf Kommando, …

räumen brav das Feld!

 

Anderer Ort, andere Katze. Keine Gäste? Freut sich die Katz‘!

 

Ob’s am Bier liegt, dass die Gäste fehlen? 😉

Schönes Wochenende!

Hoch zum Castell del Montgri

oder …

Ein Stück Costa Brava von oben gesehen

Von den Reisfeldern in der Flussmündungsebene des Ter aus fällt das Auge immer wieder auf eine Reihe grauer Hügel, vor allem auf dem höchsten, direkt hinter Torroella. Dort oben thront unübersehbar auf dem Gipfel des Montgris der Inbegriff einer mittelalterlichen Burg – das Castell del Montgri.

Tatsächlich steht hier nur eine Burgmauer. Das Innenleben wurde nie fertiggestellt, seit rund 700 Jahren. Um zur Burg zu gelangen muss gelaufen werden, denn es führt keine Straße nach oben. Es dauert für Fußkranke, wie mich, ungefähr eine Stunde vom Ort bis auf den Berg. Leider hatte ich meine Wanderschuhe zuhause gelassen und das mitgebrachte Schuhwerk war eigentlich nicht für unebenes, steiniges Gelände geeignet. Hmm, es war ein wenig leichtsinnig, so ausgerüstet die Strecke hochzulaufen. Doch im Vergeich zu einem vor mir laufendem Pärchen war ich bestens gerüstet. Meine Stiefel an den Füßen und die Schultertasche quer getragen waren unter Garantie besser, als die Ballerinas und die Handtasche der jungen Frau. Keine Entschuldigung, beides dämlich und riskant.

Der anfangs breite Wanderweg windet sich in Serpentinen den Hang hoch und wird immer schmaler, steiler und steiniger. Irgendwann konnte ich die Burg für eine Weile nicht mehr sehen und überlegte mir lieber wieder umzudrehen und den Rückzug anzutreten.

Berghoch zu kraxeln ist wahrlich nicht so mein Ding. Das Gemsen-Gen ist bei mir rezessiv angelegt und zeigt seine Wirkung erst in der nächsten Generation, bei meinem Sohn – er klettert gerne. Ich finde Bergtouren eigentlich ätzend und genieße den Anblick von Bergformationen am liebsten von der Ebene aus, liebe die Erfindung von Zahnradbahnen und Seilbahnen. Aber nun war ich einmal zu Fuß hier oben und wollte den Rest nun auch noch schaffen. Sch…schuhwerk hin oder her.

Oben angekommen war die wunderbare Aussicht über die Bucht zwischen L’Estartit und Pals eine herrliche Belohnung, wie auch der Blick über die Ebene des Ter mit dem Reisanbaugebiet.

 

 

Und dann die Burg selbst!

 

Wie vorher schon gesagt besteht dieses Castell nur aus einer Mauer und vier Türmen. Der Ausbau wurde vor der Fertigstellung gestoppt. Viele hundert Jahre später, in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde ein Turm mit einer Wendeltreppe ausgerüstet und der Wehrgang für Besucher ausgebaut.

 

Diesen Turm kletterte ich auch hinauf und klebte, oben angekommen, erst einmal an der Wand! Nichts für Karins mit Höhenangst! Auf mein „ups“ reagierte der Partner der Ballerina-Handtaschendame: „Do you need help?“ und die brauchte ich wirklich, um mich von der Wand wegbewegen zu können. Mit einer Schulter zum Festhalten klappte es mit einem Rundgang um den Wehrgang. Dank an den jungen Mann und auch an seine Freundin, dass sie mir ihren Freund ein paar Minuten ausgeliehen hat.

Der Rückweg zum Auto dauerte knapp 30 Minuten. Doch zuerst noch einmal ein Blick zurück!

Ab jetzt genieße ich wieder den Blick auf das Castell von der Ferne aus, wie hier von Els Masos de Pals aus.

 

In den Reisfeldern von Pals

oder …

Vor dem Montgri

Es wird Reis in Spanien angebaut! Kaum zu glauben, aber, klar, das Nationalgericht im Osten Spaniens ist Paella. Keine Paella ohne Reis und der wird in Katalonien angebaut, hauptsächlich in der Gegend rund um Valencia. Aber auch in der Gegend rund um Pals, am Fuß des grauen Berges, dem Montgri, finden sich weite Flächen, auf denen Reis steht. Jetzt im Herbst wird er geerntet und auf den freien Flächen tummeln sich Vögel in Mengen!

Seit Jahren hatte ich keine Störche mehr gesehen und schon gar nicht in dieser Anzahl. Doch bevor ich mich auf Fotografierweite herangepirscht hatte flogen alte Bekannte vor mir auf – Stare, viele Stare, die sich vom grauen Himmel und Regen nicht verscheuchen ließen.

 

 

 

Mich vertrieb der Regen dann schon. Regen in überfluteten Reisfeldern macht keinen Spaß! Dafür dreckige Stiefel, nasse Füße und der Rest an mir war auch nicht mehr salonfähig.

Tags darauf sah die Welt deutlich besser aus, wie auch die Chance Störche vor die Kamera zu bekommen. Doch zuerst einmal wieder Stare und Möwen.

 

 

 

 

Interessant war, dass sich fast alles Federvieh nach rechts orientierte, egal ob Stare, Möwen, Reiher oder Störche.
Doch einer entschied sich dann doch um, drehte die Kurve und zeigte mir wo es lang gehen sollte für den Rest meines Tages.

 

 

 

Küstenfahrt entlang der Costa Brava

und …

Anspruchsvoller Parkscheinautomat

Wieder unterwegs, wieder auf dem Weg zu meiner Freundin, wieder in Spanien, wieder an der Costa Brava. Mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Barcelona 105 Minuten in der Luft und die weiteren rund 140 km nach Norden mit dem Zug oder mit dem Bus bis Flaca oder Palafrugell, um dort mit dem Auto abgeholt zu werden. So mache ich die Reise normalerweise.
Das ist die günstigste Variante, hat jedoch den Nachteil, dass man unterwegs nicht einfach so anhalten und verweilen kann.
Wer mehr (und) Meer sehen möchte kommt nicht um einen Mietwagen herum. Für mich alleine muss es ja kein großes und schon gar kein Luxusmodell sein und mithilfe eines Vergleichportals im Internet hatte ich auch ein günstiges Angebot für ein kleines, feines Wägelchen gefunden. Das lohnt sich – das Preise vergleichen und ein Wägelchen – wenn es aus den Großstädten raus gehen soll.

Ankunft vom Flieger in Barcelona 8:20 Uhr am Morgen. Die Sonne schien und eine Stunde später quälte ich mich nicht durch Barcelona, sondern ich versuchte immer noch mich in der richtigen Richtung auf den Ringstraßen von der Stadt weg zu bewegen! NEIN, ich wollte NICHT nach Tarragona, auch nicht nach Manresa, auch nicht auf die Bezahlautobahn, selbst wenn die Richtung, Girona, grundsätzlich stimmte. Ich zahlte die 80 Cent um nach ein paar hundert Metern wieder runter von der Strecke zu kommen und landete bei Mataro endlich doch noch an der Küste. Nur wird es einem mit der Beschilderung an den Straßen nicht leicht gemacht am Meer zu bleiben! Nicht beirren lassen, nach dem Sonnenstand fahren und sich auf die eigenen Augen verlassen! Wasser rechts, Sonne schräg von rechts am Hinterkopf, stimmte alles! So ging das Spiel bis Blanes und Lloret de Mar. Doch dann lief es wie am Schnürchen entlang der Costa Brava. Mit vielen Kurven auch ein Paradies für Motorrad-, wie Radfahrer, windet sich die Küstenstraße entlang der rauhen, „wilden“ Küste.

 

Vorsichtig fahren ist angesagt. Trotz der herrlichen Aussicht ist es zudem schwierig die Augen auf der Straße zu halten. Deshalb nutzte ich regelmäßig Haltebuchten um mich gefahrlos umzuschauen!

Um die Mittagszeit herum erreichte ich Tossa de Mar, wo sich ein richtiger Stopp lohnt, und machte Bekanntschaft mit einem dieser neuen Parkscheinautomaten in Spanien. Schon mal einen Parkscheinautomaten mit Tastatur gesehen? Gerne würde ich ihn hier mit einem Bild vorstellen. Leider knallte für ein Foto die Sonne zu sehr auf das Display dieses Maschinen-Monsters. Aber ein ähnliches Modell fand ich hier im Internet, allerdings fehlte an „meiner“ Maschine die Anleitung!
Da stand ich nun an diesem Gerät und versuchte daraus schlau zu werden. Nach kurzer Zeit hatte ich eine Partnerin und gemeinsam versuchten wir aus diesem Ding das herauszuholen, was wir wollten, einen Parkschein. Die kleinen abgebildeten Flaggen versprachen zumindest die Funktion, in einer verständlichen Sprache, miteinander kommunizieren zu können. Auf die englische Fahne getippt. Es tat sich nichts. Also sind es keine Geräte mit Touch-Screen. Hmm, Knöpfchensuche und Tippversuche. Es war die graue, abgegriffene Taste links unten, die verblasste Reste von einem Fähnchenumriss erahnen ließ. Prima, ging doch, und wir klickten uns durch Spanisch, Catalan, Französisch ins englische Menü durch. Zu früh gefreut. Nicht eindeutig erklärt, wie man sich für den Bezahlmodus entscheiden kann, schmiss uns die Maschine aus dem Programm, wegen Zeitüberschreitung.
Aha, ein Spanier, der nach der Uhr arbeitet!
Noch einmal von vorn.
Wir bekamen Verstärkung. Ein Brite schloss sich unserer Forschungsgruppe an, mit nicht mehr Ahnung, als wir, im Umgang mit diesem Automaten.
Zumindest konnten wir zwei Frauen die ersten Schritte der Bedienung inzwischen zügig durcharbeiten und blieben erst wieder am Bezahlmodus stecken. Dieses Mal klemmte der Schlitz für das Münzgeld. Zeit überschritten, Abbruch, klimpernd fielen die wenigen Münzen, die es bis in die Maschine geschafft hatten, wieder heraus.
Unser britischer Mitstreiter scharrte ungeduldig mit den Füßen und wir überließen ihm das Feld.
Sprache gewählt, Parkdauer ausgewählt, Bezahlmodus ausgewählt, Geld eingeworfen und dann wollte das Gerät etwas, dass selbst drei Köpfe mit drei Paar Augen und sechs Händen zum Abschirmen der strahlenden Sonne nicht schnell genug auf dem Display zu lesen bekommen hatten. Klack, klimper, Schluss.
Ich schaute mich um und suchte nach der versteckten Kamera. Die Dame wurde von ihrem Mann gerufen, der wartend im Auto saß: „Geht’s noch lange?“
Wir drei gingen wieder ans Werk und schafften es zügig voran, ohne dass die Maschine bockte. Der Brite murmelte was von „inaccurate translation“ , stockte plötzlich, um heftig fluchend zurück zu seinem Auto zu gehen. Ich schaffte gerade noch einen kurzen Blick auf das Display bevor der Vorgang wieder abgeschaltet wurde. Doch nun wusste ich Bescheid über den Sinn und Zweck der Tastatur: Man muss vor dem Abschluss des Parkscheinkaufs noch das Nummernschild seines Fahrzeugs eingeben! Wozu das gut sein soll? Keine Ahnung. Aber ohne Nummernschildeingabe gibt es keinen Parkschein! Tolle Sache, wenn man mit einem Mietfahrzeug, wie wir drei, unterwegs ist!

Auf der Weiterfahrt verlockte mich ein Wegweiser zu einer Einsiedelei, der „Ermita Sant Grau„. Ungefähr fünf Kilometer schlängelt und windet sich die schmale Straße entlang von Felsen bergauf. Unterwegs begegneten mir keine Radfahrer, auf die Warnschilder am Straßenrand hinweisen, aber Jogger!
Ein schönes Plätzchen für eine Wallfahrtskirche inmitten von Korkeichen. Schade, dass es mit einer Ferienanlage in dieser Gegend nicht geklappt hat. Übrig sind nur noch die Reste einiger Freizeiteinrichtungen.

 

 

Bei einem kleinem Spaziergang entdeckte ich viele geschälte Korkeichen und kann mir nun wirklich vorstellen, wie Kork „geerntet“ wird.

Die kleine Kirche mit ihren Wohngebäuden hat ein Café im Innenhof, wo es sich schön sitzen lässt. Wie ich genossen noch einige Wanderer die Ruhe hier bevor sich jeder von uns wieder auf seinen Weg machte.

 

 

 

 

Auf jeden Fall lohnt sich die Strecke von Lloret de Mar über Tossa de Mar nach Sant Feliu de Guixols einmal selbst zu befahren.

Wandern in den Pyrenäen

oder …

Rund um den Pantà de Sau

Inzwischen sind zwei Wochen vergangen, seit ich von einem Besuch bei meiner Freundin in Spanien zurück bin. Das gefühlte Kilo an Fotos dümpelt auf dem Rechner und die Erinnerungen verblassen langsam im Alltag. Heute waren die Urlaubsbilder sofort wieder präsent, als ich mich mit einer lieben Nachbarin über unsere vergangenen Urlaube unterhielt. Sie hantierte gerade mit ihren Frühjahrsblumen in einem Gartenstück, wir sprachen darüber, wie unterschiedlich weit die Vegetation hier und dort ist und da waren sie wieder, zuerst in meinem Kopf und dann am Bildschirm, die Bilder von meinem Ausflug in die Pyrenäen.

Unvergesslich sind mir vor allem die Mengen an wilden Narzissen und Traubenhyazinthen. Wiesen voll davon, zwar winzig, doch durch die Anzahl überwältigend.

 

Wer mich kennt weiß es, Berge sind nicht so meine Sache. Sie sehen hübsch aus und bis zu einer gewissen Höhe mag ich sie auch. Doch spätestens ab 1800 m geht es mir nicht mehr gut, da ich zu den Spezies gehöre, die schon unter 2000 m an Höhenkrankheit leiden. Das ist Stress für mich, aber auch für meine Mitreisenden. Sehr schade, denn Nepal und Tibet sind somit aus meiner Traumreiseliste gestrichen. Aber vielleicht, mit entsprechender Vorbereitung und ganz, ganz viel Zeit, wer weiß.

Zurück zu Spanien und den Pyrenäen.
Nach meinem Sturz eine Woche vor der Reise hatte ich meine Wanderschuhe gar nicht erst eingepackt. Wer mit Rückenprellungen keine Treppen steigen kann (und seinen Koffer in gebückter Haltung nicht vom Rollband bekommt) denkt nicht an Wandern in den Bergen. Nicht im Traum!

Ich hatte diese Rechnung ohne meine Freundin und ohne ihre nette Wandertruppe gemacht, denn bei deren Überredungspotential wird selbst eine Lahme schwach.
So ging es dann von der Costa Brava, wo meine Freundin lebt, zuerst nach Vic und von dort aus zum Stausee Pantà de Sau. Treffpunkt und Start der Wanderung war ein Palador-Hotel, dass zum Träumen und Übernachten einlud.

Wer möchte nicht mit solch einem Blick abends einschlafen und morgens aufwachen?

Von hier aus ging es zu siebt plus Hund zu Fuß querfeldein zum Kloster Monestir de Sant Pere Casserres. Die ersten dreißig Minuten ging es moderat bergauf und -ab.

links das Kloster und in der Ferne die Gipfel der Pyrenäen

Meine Prellungen und ich fanden uns mit dem Schmerz ab, denn die Aussicht auf Stausee und Gebirge war bei Sonnenschein mit leichter Brise einfach nur schön. Ansonsten half die prophylaktisch eingenommene Ration Ibuprofen, bis wir vor einem Steilstück standen.
Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich den Rückzug angetreten. Aber jetzt stand ich hier, überredet zur Teilnahme an der Wanderung, mit Panik im Nacken und Schmerz im Rücken – trotzdem wurde der Buckel nicht flacher, der Weg nicht breiter und mir stand schon beim Gedanken: „Da geht es hoch!“ der Schweiß auf der Stirn.

Ich kam den Weg hoch, mit Unterstützung. Vorn gezogen und von hinten geschoben ging es, irgendwie, auauau, voran. Dazu noch ordentlich die Zähne zusammengebissen, man will ja nicht öffentlich aufgeben und überhaupt, von so ein bisschen Prellung lässt sich meinereine doch nicht unterkriegen.
Tja, nun, die nächsten Tage habe ich einen Zahnarztermin. Eine Keramikverblendung von einem Zahnkrone hat den Stresstest nicht gut überstanden.

Am Kloster angekommen standen wir leider vor einem geschlossenen Cafe und geschlossenen Toren. Alles geschlossen in der Woche nach Ostern. Schade.

Doch so hatten wir auf dem Weg zurück zu unseren Autos und vor dem Mittagessen etwas mehr Zeit, die ich auch mit der Kamera nutzte.

Vieles, was rechts und links am Wegrand blühte, findet sich auch in den Wäldern hier, wie Veilchen, Buschwindröschen, Schlüsselblumen und Leberblümchen.

Keiner von uns rechnete jedoch damit in dieser Höhe mit Kakteen auf einer Waldlichtung.

Nach der Mittagspause erkundeten wir mit dem Auto den Stausee und fuhren dazu auf Straßen, bei denen man hofft keinen Gegenverkehr zu haben.

Wie beim Reschensee in Südtirol schaut auch hier beim Pantà de Sau der Kirchturm einer überfluteten Ortschaft aus dem See heraus. Laut Wikipedia ist der Kirchturm selbst bei voller Füllhöhe des Stausees 2 Meter hoch zu sehen. Wir sahen gerade mal die Spitze des Turms und den Hahn in der Sonne blitzen.
Weiter ging es über schmale Straßen und schmale Wege, querfeldein, bis wir anhielten um einen letzten Spaziergang zu einem Wasserfall zu machen.
Auch hier blühten wieder Mengen an wilden Narzissen. Winzig, im Vergleich zu den Exemplaren, die in unseren Gärten wachsen. Um sich die Größe besser vorstellen zu können, habe ich hier rechts neben den Blüten eine 1-Euro-Münze gelegt.

 

 

Hier noch Wiesen voller Narzissen und eine Kopfdrehung weiter öffnet sich eine grandiose Landschaft.

 

 

 

 

Und zu diesem kleinen Bäumchen, auf dem Felsen links, machten wir uns auf den Weg.
Vorbei an dem Wasserfall, der leider zum späten Nachmittag im Schatten lag, …

… kamen wir zum Aussichtspunkt.

Zum Abschluss dieses Ausflugs hielten wir noch in Rupit, einem lohnenswertem Ausflugsziel, bevor es abends noch vor dem Sonnenuntergang im Schatten versank.

Müde schlenderten wir durch die Gassen der malerischen Felsenstadt, durch die ein Wildbach fließt.
Über eine Hängebrücke kann man diesen überqueren und dabei auch ein wenig besser die kunstvoll angelegten Gärten an den Häusern bewundern.

 

Zu der Uhrzeit, als wir ankamen, war die Ortschaft schon von allen Touristen verlassen. So hatten wir Zeit und Muße die alten, liebevoll hergerichteten Gebäude zu genießen und zu bewundern.

Besonders viel Spaß hatten wir an den üppigen Auslagen und Fenstern mit Kitsch und was sonst dazu gehört.

 

Verregnete Ostern in Spanien

oder …

Unterwegs nach Monells

Selbst an Ostern wird in Spanien der Müll abgeholt, die Supermärkte sind geöffnet und in der Porzellanmanufaktur hinter La Bisbal warten zwei Angestellte auf Kundschaft. Das ist wirklich befremdlich.

Wir verbringen die Mittagszeit in Monells, einer alten Ortschaft westlich von La Bisbal, und genießen, trotz des verpassten Osterumzugs und Regens, das Ambiente bei einem Glas Wein und Tapas.

 

 

Das Hotel Secon-Hand-Laden und Wellnessbereich in Monells

Rund um den Hauptplatz des alten Stadtbereichs kann man unter Arkaden gemütlich einkehren. Und wir waren nicht so allein, wie es auf den Fotos aussehen mag. Es waren viele Spanier unterwegs!

 

 

 

 

 

 

Keramikmarkt in La Bisbal

oder …

Kopfloser Engel

Karfreitag in Spanien und weit und breit ist nichts von einem stillen Freitag, Kummer, Trauer oder einer einem Fasten- bzw. Abstinenztag zu spüren. Viele Geschäfte sind geöffnet, man trifft sich mit der Familie, genießt die Sonne und feiert einen ansonsten freien Arbeitstag.

Wir sind unterwegs nach La Bisbal d’Empordà, einer Stadt in Katalonien mit einer wunderschönen Altstadt und vielen alten Keramikwerkstätten. Dort findet in diesem Jahr an Karfreitag und Karsamstag entlang des ausgetrocknetem Flussbetts des Daró ein Keramikmarkt statt.

Neben traditionell spanischen Keramikgegenständen finden sich auch einige Stände von Keramikkünstlern, die neue Wege gehen oder Keramik mit anderen Werkstoffen verbinden.

Ein Stand hatte es mir dann besonders angetan und ich freue mich, dass Jose Davila mir dann erlaubte seine ausgestellten Objekte zu fotografieren und die Fotos veröffentlichen zu dürfen.
Er verbindet feine Keramik mit Metallblechen, Drähten und Blechdosen zu teilweise skurrilen Objekten.

Da „fliegen“ Engel ohne Flügel mit zu Schalen ausgebauten Heiligenscheinen.

Gleich daneben breiten kopflose Dosenengel ihre Flügel aus.

 

 

Aber Jose Davila kann auch ganz Bodenständiges filigran aus festem und flexiblem Material zaubern, …

… fast so schön wie die Natur nebenan:

Und dann um die Ecke der Nebenschauplatz mit bildnerischem Kontastprogramm:

 

 

Impressionen von der Costa Brava

oder …

Flucht aus meiner Baustelle

Nach drei Wochen ohne Badezimmer boten mir die Herbstferien in Baden-Württemberg die Chance: Raus aus den ersten trüben Herbstagen, weg aus Staub und Dreck und hin zu meiner Freundin an Spaniens Costa Brava.
Auch wenn dort die Saison zuende ist und es den Anschein hat, dass alle Restaurants geschlossen werden und auch die Fußwege hochgeklappt, die Sonne scheint weiter. Gerade im Herbst und im Frühjahr zeigt die Gegend so richtig ihre Schönheit – Costa Brava – wilde Küste.

Am Strand von Platja de Pals

 

 

 

 

 

Im Garten meiner Freundin

 

 

Am Strand von Kastell

 

 

 

 

Spaziergang durch Torroella Palamos

 

 

Nebenbei feierte ich meinen 55. Geburtstag, in der Sonne! Letztes Jahr, 2012, hatten wir in Deutschland schon den ersten Schnee an diesem Tag!!!

Und damit ich meine Katerchen nicht vermisse kuschelte sich Katzendame Mona unter meine Bettdecke.

Die Tage hatten mir gut getan! Erholt und mit neuer Kraft konnte ich mich den Tatsachen stellen, die in meiner Baustelle zuhause vor alle NICHT passiert sind. Ich werde darüber berichten!