12 von 12 im September 2017

oder …

Der zweite Schultag nach den Sommerferien

Keine positiven Gefühle wenn sich der Wecker meldet. Zwei Gründe:

  • es fühlt sich herbstlich an mit den kürzer werdenden Tagen und
  • 5:50 Uhr ist wieder Dunkel-Zeit zum Aufstehen

Zwei Fakten:

  • Ich werde nie ein munterer früher Vogel!
  • Ich hasse Wecker! – Ich glaube, ich wiederhole mich mit dieser Aussage!

1 Den ersten Tee gibt es nach Ferienende wieder im Pott und mit Beutelware, dunkelschwarz, stark, leicht gesüßt, mit Milch, denn es muss schnell gehen

2 Eine Runde Therapie zum Durchatmen bevor ich im Bad in den Spiegel schaue, ohne Brille, und ich erinnere mich an eine Aussage von Jerry Hall in diesem Interview von 2014:

… „Jerry added: “I just can’t see very well now so when I look in the mirror, I think I look OK. I never put my glasses on to look in the mirror.“

Ich stimme ihr nach wie vor zu – meine Brille hat morgens Besuchsverbot im Bad, obwohl ich kurz nach dem Aufstehen auch mit Sehhilfe nicht fähig bin scharf zu sehen. Es braucht seine Zeit bis sich meine Augendeckel öffnen. Zum Glück geht Zähneputzen im Dunkelzustand bis sich die Lider von alleine heben, mit dem Glücksmoment im ersten trüben Licht:

„Männo, cool, total faltenfrei!“ 😀

3 Die Brotdose gerichtet und sie aus Zeitnot nur mit Notfallfutter gefüllt. Voll öko, no plastics, alles bio … in den Grundbestandteilen ein gesundes Schulfrühstück und vor Ort gleich rückfällig geworden. KEKSeee! Wieso eigentlich? Ich bin so überhaupt nicht auf Süßes konditioniert, doch kaum in der Schule kommt es über mich.

4 Schulweg im Schülerpulk, denn fast alle kommen durch all die Baustellen selbst als Fußgänger nicht mehr direkt zur Schule. Egal aus welcher Richtung kommend müssen alle Umwege in Kauf nehmen und laufen jetzt meinen Weg. Die Schüler meiner Schule und der Realschule laufen in eine Richtung, die zum Gymnasium in die entgegengesetzte und alles auf einem schmalen Gehweg einer Seitenstraße – gefällt mir gar nicht. Ich nehme mir vor in Zukunft früher aufzustehen und noch früher loszulaufen.

5 Vormittagsunterricht erst mal in der eigenen Klasse – zwischen 14 und 16 Jahren wachsen sie enorm in den Ferien und vorher meine Kleinen füllen als 9er jetzt das Klassenzimmer gewaltig aus, in Masse und, sorry, Ausdünstungen.

6 Es gibt Englisch in den ersten beiden Stunden. Smalltalk about holidays und dann geht es mit dem Buch weiter:

7 Die Baustelle vor den Fenstern ist ein Graus! Störungsfreier Unterricht hört sich anders an.

8 Kunst gibt es nicht wie geplant in der Parallelklasse,  sondern in meiner. Die ersten Vertretungsstunden im neuen Schuljahr und sie machte uns allen Spaß: „Spiel mit grafischen Elementen“, ein Grafikprojekt, das im Laufe des Schuljahres weitergeführt werden wird.

Von den letzten beiden Stunden des Vormittags gibt es leider kein Bild. Wirklich schade Zurück in meiner Klasse für zwei Stunden MNT, Materie-Natur-Technik, einer sinnvollen Fächerkombination für Haupt-, bzw. Werkrealschulen, die in Ba-Wü nun wieder in Biologie, Chemie und Physik aufgedröselt wird. Sehr, sehr schade.

Knappe Mittagspause, die ich für Therapien genutzt mit der Grippeschutzimpfung abgeschlossen habe: Widerstand gegen „The first contact“ von all den Mitbringseln aus aller Herren Länder.

9 Zuhause überrasche ich das Eichhörnchen im Vogelrestaurant aka Katzenkino, per Handy unscharf eingefangen, natürlich.

10 Wie das Eichhörnchen muss ich feststellen, die Gästeräume sind leergefuttert und wie sauber ausgefegt! Sechs Stunden nach dem Auffüllen!!

11 Luxus gegönnt. Friseur mit allem drum und dran. Tochter sagt immer: „Mutti, Du hast keine Haare, sondern Federn!“ und das ist auch so, echt! Immer fusselig, flusig, egal wie geschnitten und föhnen ist vergeudete Liebesmüh‘. Aber diesen Sommer gingen so wenig bleichende Sonnenstrahlen über das Gefussel auf meinem Kopf, dass sich meine ursprüngliche Haarfarbe in die Haarspitzen verflüchtigte und sich ein Straßenköterblond breit machen konnte. Nee, geht nicht. Einmal hole ich mir das „alte“ Blond zurück, bevor das Grau dazwischen den Straßenköter von alleine aufhellt.

So, die Haare sind wieder schön. Und wieder, immer noch, bzw. schon wieder so lang wie auf dem Bild im Hintergrund

12 Kater getröstet. Nach Wochen selten lange alleine zuhaus‘ mochten sie die ersten Tage mit vielen Stunden ohne mich gar nicht so gerne.

Der normale Alltag ist wieder in da!

 

Das sind meine zwölf Bilder, Geschichten, Eindrücke die ich vom zwölften Tag dieses Monats zusammengefasst habe und nun bei „Draußen nur Kännchen“ von Caro in den Pool mit ganz vielen anderen 12 von 12 – Geschichten werfe.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Naturfarben aus Pflanzen #2 – ein paar Grundlagen

oder …

Einfache Chromatographie von Blattfarbstoffen

Mit Naturfarben aus Pflanzen zu malen funktioniert ein wenig anders, als mit Farben aus Mineralien. Pflanzenfarben entstehen durch sekundäre Inhaltsstoffe, die nur Pflanzen besitzen. Jede Pflanze besitzt eine ganze Reihe dieser, chemisch sehr unterschiedlich aufgebauten, Stoffe,von denen einige für die Farbgebung zuständig sind, zum Beispiel:

  • Carotinoide für orange, wie in Möhren
  • Anthocyane für rot/blau, wie in Rotkohl, Kirschen, Pflaumen
  • Flavonoide für gelb/orange wie in Ringelblumen, Goldrute, Birkenblättern

Das sind nur ein paar wenige sekundäre Inhaltsstoffe, die in den Pflanzen enthalten sein können und Farben erzeugen. Es gibt noch mehr und eine ungeheure Vielfalt, was die Natur aus ihnen zusammensetzen kann. Manche Farben sehen wir erst im Herbst, wenn sich das Chlorophyll in den Blättern abbaut und sich die Herbstfärbung vor dem Laubfall zeigt. Andere Farben verändern sich, wenn wir Pflanzen oder deren Früchte weiter verarbeiten. Ein aufgeschnittener Apfel reagiert bei Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft und er färbt sich braun. So verändert sich Rotkohl zu Blaukraut beim Kochen und wieder zu Rotkohl sobald ein Apfel mit verkocht wird. Doch darüber mehr im nächsten Blogpost, aber in Sachen Rotkohl/Blaukraut/Rotkraut schon einmal vorab dieser Artikel.  Hier und heute soll es erst einmal um das Auffinden der Farben in ganz normalen Blättern von Laubbäumen gehen.

Blätter von Laubbäumen um diese Jahreszeit? Nee, ich verbrachte meine Weihnachtsferien nicht im Sommer südlich des Äquators (wobei ich da nichts dagegen gehabt hätte) um an frisches Laub zu kommen. Diese Versuche habe ich Ende Oktober gemacht, als es noch Blätter hier auf den Bäumen oder darunter gab. Nur kamen die Bilder, wie der Text, nicht online, weil ich bei den Versuchen in der Schule meine Kamera vergessen hatte, ich nicht mit dem Handy fotografieren wollte und meine dokumentierte Prä-Test-Reihe zuhause mit Küchenutensilien durchgeführt wurde. Inzwischen finde ich es ganz gut zu zeigen, dass dieser Versuch zu den Pflanzenfarben auch mit einfachen Mitteln funktioniert.

Um an die verschiedenen Farben in den grünen Blättern zu kommen verwenden wir ein chemisches Verfahren, die Chromatographie, ein Trennverfahren  mit der wir die in ihnen versteckten Stoffe herauslösen und trennen können. Dazu braucht es ein paar rohe Kräfte und danach etwas Geduld 😉 .

(Optimale) Geräte:

Schere, Porzellan- oder Steinmörser, feines Sieb, Becherglas, Reagenzglas,Reagenzglasständer, starkes Filterpapier in Streifen geschnitten, eventuell Klammern

Küchengeräte:

Messer, Schere, Schneidebrett, stabiler Eierbecher, alter Löffel, hohes Wasserglas, Teefilter, dickes saugfähiges Malpapier, eventuell Wäscheklammer

Material:

Laub von verschiedenen Bäumen, Wasser, Spiritus, Sand (wer keine Vögel hat, der holt sich halt vom nächsten Sandkasten einen Esslöffel voll, aber absieben vor der Verwendung!)

Durchführung:

  • die Blätter klein schneiden, so klein wie möglich
  • im Mörser mit dem Stößel/Pistill, etwas Wasser und etwas Sand fein reiben
  • etwas Spiritus zugeben und die Masse weiter reiben
  • den Mörser abdecken und ca. 30min stehen lassen
  • die Masse filtrieren/absieben
  • ein starkes, saugfähiges Filterpapier/Malpapier (z.B. Fabriano) zu einem langen Streifen schneiden
  • an einem Ende des Streifens eine Markierung in 2 cm Abstand zur unteren Kante mit Bleistift! eine Linie zeichnen
  • diesen Streifen, zum Test in ein Reagenzglas stecken, so dass es ca.1,5 bis 2cm über dem Reagenzglasboden hängt und am oberen Ende abknicken
  • den Papierstreifen aus dem Reagenzglas nehmen
  • in das Reagenzglas etwas Spiritus füllen, bis auf ca. 1,5 bis 2 cm Höhe, und kippsicher abstellen
  • auf die Bleistiftmarkierung des Papierstreifens einen Tropfen, oder einen Strich der filtrierten Blattlösung geben und dieses trocknen gelassen – das habe ich drei Mal wiederholt
  • den Papierstreifen in das Reagenzglas mit dem Spiritus stellen, so dass der Streifen gerade so die Spirituslösung berührt
  • warten
  • beobachten

von links nach rechts: Hartriegel, Feldahorn, Hainbuche

Die Pflanzenfarben verlaufen, wenn sie Spiritus oder Alkohol enthalten, relativ schnell. Das ist auf dem Bild oben gut zu erkennen. Wenn die Papierstreifen im Spiritus stehen geht es jedoch noch schneller voran.

Hainbuche

 

Hartriegel

 

Feldahorn nach 30 Minuten

 

Feldahorn nach 1 Stunde

 

Dieser Versuch hilft zu verstehen warum sich Naturfarben, die man aus Pflanzen herstellt, nicht nach den Grundlagen des Farbkreises mischen lassen. Es sind schon Mischfarben und Mischfarben untereinander gemischt ergeben in der Regel ein unbuntes Graubraun. Aber nicht immer und davon erzähle ich später mehr.

 

 

 

Mit Punkten punkten

oder …

Entspannung nicht nur mit Stift auf Papier

Das Schuljahr hat in Baden-Württemberg gerade erst vor zwei Wochen begonnen, doch wie in jedem Jahr gibt es Konstellationen, die für Schüler wie Lehrer, nennen wir es mal, unangenehm sind. So kann ein von Schülern eigentlich geliebtes Unterrichtsfach durch ungünstige Position im Stundenplan nicht punkten. Zum Beispiel ist Hauswirtschaft mit Kochen am Montag in den ersten Stunden „nicht so der Burner“! Mathe in den letzten Nachmittagsstunden bringt auch keinem der Anwesenden Freude. Spezielle Mitschüler erfreuen nicht unbedingt den Banknachbarn, auch wenn sie die Kumpels drei Tische weiter links und zwei Plätze davor enorm belustigen. Es gibt Wahlpflichtveranstaltungen die mangels Teilnehmer nicht in den Schwung kommen. Bei anderen Stunden kostet es Mühe den Trubel herunterzudämpfen.

Wenn dann gar nichts mehr zu gehen scheint, selbst der letzte Trick nicht mehr greift macht es keinen Sinn mehr auf der Tagesordnung zu beharren. In solchen Situationen bin ich froh darüber die Hauptverantwortliche über den Schulgarten zu sein. Genau dorthin gehe ich dann mit Klassen, die ich kenne, lasse den Weg auf Englisch erklären oder eine Pflanze beschreiben, eine bestimmte Pflanze suchen, die Wildbienen beobachten, duftende Kräuter für das Klassenzimmer sammeln, …  Frische Luft tut immer gut und Bewegung auch! Unglaublich wie kreativ meine eigene Klasse nach einem Jahr gemeinsamen Arbeitens inzwischen ist, Argumente für einen Schulgartenbesuch als Notwendigkeit für den Unterricht zu finden:

  • Futterhaus befüllen, „die armen Vögel verhungern!“
  • die Reste der abgeknabberten Äpfel vom Schulobst auf den Kompost bringen zum „Regenwürmer füttern!“
  • Reparaturarbeiten ausführen „bevor noch jemand stürzt, wie Sie Frau Be, und sich den Arm bricht!“
  • Schnecken absammeln, denn der Salat gehört UNS!
  • die Ringelblumenblüten sind „reif“ und müssen geerntet werden
  • die Sonne scheint, wir müssen gießen bevor die Erde verdurstet
  • ich muss mit der kleinen Kanne gießen, damit die Erde nicht so weggespült wird und überhaupt „physikalisch habe ich doch wie die mit einer der großen Kannen gearbeitet, oder?“ – schlitzohrig nicht nur Kraft x Weg verstanden 😉

Wenn das Wetter nicht passt oder die Zeit für eine Gartentour nicht reicht (… oder eine andere Leerlaufzeit ansteht) gehe ich zurück auf meine unterrichtstechnischen Wurzeln, der Kunst. Meine Klasse liebt es dann mit Punkten zu punkten …, um kurz vor Unterrichtsschluss „runterzukommen“, …

Punktbilder,

Bilder mit frei gewähltem Inhalt/Thema und Größe. Das Ausgangsblatt ist ein Din A3 Blatt, erschütternd groß wenn der erste Punkt mit einem Fineliner darauf verschwindend klein erscheint: DAS soll ein Bild geben? – Es wird! Als Jahresarbeit, immer mal wieder einen Quadratzentimeter weiter gearbeitet, von mir aufbewahrt.

Interessant ist, wie jede/r meiner SchülerInnen ihr/sein Punktbild beginnt.

 

Alle sind von Anfang an voll dabei, kommen für eine Weile raus aus ihrem Rappel-Zappel-Modus und ich bin gespannt auf die Ergebnisse zum Schuljahresende.

 

Ich selbst punkte und strichle auch wieder ab und an in mein Beruhigungs-Entspannungs-Buch, etwas inspiriert durch ein Buch aus dem Bücher-Tausch-Regal auf unserem Wochenmarkt.

Ein wunderhübsches Buch mit kleinen Lebensweisheiten und hübschen, liebevoll gestalteten Tierbildern.

Alles Palette – Einwegpaletten Upcycling #1

oder …

Neues aus dem Schulgarten #2

Paletten sind eine geniale Erfindung zur Optimierung von Transport und Lagerung, keine Frage.

Und was passiert mit ihnen nach dem Transport und der Lagerung? Europaletten werden oft wiederverwertet, aber was geschieht mit all den anderen?

Wer entsprechend googelt, oder sich auf Pinterest umschaut, findet eine ganze Menge an Ideen, was aus Paletten alles herstellt werden kann bevor sie im Müll oder Ofen landen.

Es war immer wieder ein Wunsch von mir die eine oder andere, aus Paletten gebaute, Fundsache selbst oder in der Schule auszuprobieren. Dazu bin ich bisher nie gekommen. Aber mit meinen Ideen im Kopf, und von März bis Mai gezwungenermaßen als Fußgänger unterwegs, entdeckte ich einen Stapel Paletten vor einem Gebäude in der Nachbarschaft. Tags darauf fiel mein Blick auf einen weiteren Stapel Paletten, im direkten Blickfeld von meinem Balkon aus! Es war Material zum Isolieren der Dachböden unserer Wohnhäuser angeliefert worden. Ich sah eine Chance an Material zu kommen und nutzte meinen direkten Draht um daran zu kommen 😉 :

Zwei Tage später wusste ich, dass es „nur“ Einwegpaletten sind. Aber ich durfte mir davon nehmen soviel ich wollte. Und ich wollte ALLE! 😀 Den ersten Schwung holte ich mit meinen „kleinen“ SchülerInnen – immer zu zweit eine Palette. Die nächste Ladung holte ein Kollege mit einer Delegation seiner 9er. Am Ende waren wir im Besitz von 21 Paletten. Zwei Monate später sind nur noch zwei übrig!

Der Rest steht, zusammen mit drei echten Europaletten verarbeitet, im Schulgarten!

Palettenprojekt 1 – ein Zaun

Um den anderen SchülerInnen die Erweiterung des Schulgartens, das Projekt Staudengarten, ohne große Worte oder Plakate klar zu machen: „Leute, hier entsteht was! Trampelt nicht über diese Fläche und müllt sie nicht zu!“ kam die Idee auf einen Zaun zu gestalten, der hoch genug ist um eine Grenze zu markieren und niedrig genug für freie Sicht.

Drei Gruppen mit je vier SchülerInnen aus den 8. Klassen bauten jeweils ein Zaunelement und benötigten dazu:

  • 1 Einwegpalette
  • Hasendraht
  • Nägel

Drei Unterrichtsstunden später waren die Zaunteile fertig, komplett von Hand gefertigt mit:

  • Meterstab
  • Schreinerwinkel
  • Bleistift
  • Fuchsschwanz
  • Hammer
  • Nägel
  • Krampennägel
  • Seitenschneider
  • (Pinzette für die Entfernung diverser Spreißel, auf hochdeutsch Splitter)

Der Zaun zwei Wochen später – montiert, aufgestellt, gestaltet und bepflanzt!

Ursprünglich wollten die SchülerInnen den Hohlraum zwischen Holz und Hasendraht frei lassen, damit eventuell Pflanzen hochranken können. Jetzt ist er mit Moos vom Vertikutieren der Rasenflächen meiner Wohnanlage gefüllt, das die über den Winter angewurzelten Grünlilien stützt.

Die aus alten Kistenbrettern gesägten Figuren als Gestaltungselement haben ihre eigene Geschichte, denn sie lagen seit dem vergangenem Schuljahr, nur zur Hälfte fertiggestellt, im Technikraum. Keiner hatte sie wegwerfen können, weshalb der Stapel halb ausgesägter und teilweise bemalter Figuren von hier nach dort wanderte. Irgendwann entdeckte eine Schülerin ihr halbfertiges Werk und ließ alles andere an Aufgaben stehen und liegen: „Frau B., kann ich meine Figur anmalen?“. Klar! Warum auch nicht? Eine Stunde später suchte sie sich einen Platz im Schulgarten um ihr Werk anzuschrauben, mit dem Akkuschrauber – drei Mal mit dem Gerät abgerutscht, aber dann, alles fest, eine Schraube verloren, egal, glücklich!

Inzwischen hängen viele fertig gestellte (Altlasten) Menschlein im Schulgarten und es entstehen sogar neue!

 

Palettenprojekt 2 – Halterung und Ablage für Gartengeräte

Zu Recht hatte die Kommission von der Garteninitiative beanstandet, wie wir unsere Gartengeräte, von Hacke bis Spaten, einfach nur am Kompoststand angelehnt abgestellt hatten. Eine weitere, verarbeitete, Einwegpalette später hat alle Gerätschaft einen sicheren Platz.

 

Die Vorstellung der Palettenprojekte 3 und 4 – Bank und Tisch – ist in Vorbereitung.

 

Graffitis zum Ende des Schuljahrs und der Schulzeit

oder …

Mit lachendem und weinendem Auge

Es ist Schuljahresende in Baden-Württemberg und ich rettete die letzten Graffitis meiner Abschlussklasse von den Fenstern. Sie waren Teil der Dekoration ihrer Abschiedsfeier.

 

 

Im April und Mai entstanden diese Werke kurz vor der Hauptschulabschlussprüfung, die in der Projektwoche mit den vielen freudigen Hüpferlis präsentiert wurden. Wie die Hüpfer entstanden sind steht im Blogpost Scherenschnitte im zappeligen Vorferienfieber.

Das Sommer-Graffiti gestaltete eines meiner Projektmädels aus der 6. Klasse! Sie hatte den „Großen“ immer wieder zugeschaut und wollte dann auch einmal!

 

 

 

Nach drei Jahren eine Klasse zu verabschieden ist ein tolles Gefühl, vor allem wenn man als Lehrer weiß, dass es gut für die Schulabgänger weiter geht. Das ist für unsere Schüler mit Hauptschulabschluss nicht selbstverständlich!
Mein Team-Kollege und ich haben im vergangenen Schuljahr noch einmal eine Woche Praktikum in Betrieben für alle Schüler ermöglicht, haben Bewerbungsschreiben Korrektur gelesen, angefangen von der Arbeitsagentur bis hin zur Betrieben alle Kontakte genutzt, viele Gespräche mit Schülerpaten und Betreuern geführt und wir waren flexibel, wenn zum Bewerbungsverfahren ein Tagespraktikum nötig war. Fast die Hälfte unserer 25 Schulabgänger beginnt im Herbst eine Ausbildung, vor allem im Handwerk. Ein Viertel wird die 10. Klasse der Werkrealschule besuchten, das andere Viertel geht auf zweijährige berufliche Schulen und unsere zwei Sorgenkinder gehen erst einmal in ein Langzeitpraktikum mit Aussicht auf eine Lehrstelle.

Noch ist nicht alles aufgeräumt und ich gebe mir die Zeit bis zum Wochenende um das Klassenzimmer für die „Neuen“ zu richten.

Nächstes Schuljahr ist für meinen Team-Kollegen und mich dann wieder ein Neuanfang mit einer neuen Klasse. Doch jetzt sind erst einmal …

 

 

 

 

Juhuu!

Scherenschnitte im zappeligen Vorferienfieber

oder …

Der Countdown zu den Sommerferien läuft

Von wegen: Es passiert ja nichts mehr in den letzten Schultagen in den Schulen und es werden eh‘ nur Filme angeschaut!
Einspruch!!!
An den Titel des letzten Films, als „nur“ Film, den ich mit meinen Schülern angesehen habe kann ich mich nicht einmal erinnern, dafür sprechen die Schüler immer noch von dem Inhalt! 😀
Dafür erinnere ICH mich an die Umstände, als ich dieser Klasse einen Schulfilm zeigen wollte und KEIN Gerät funktionierte!!!

Ich liebe die letzten Schultage, eigentlich.
Endlich die Möglichkeit als Lehrerin zu haben auf die Interessen der Schüler/innen einzugehen und Aktivitäten anbieten, die sie sich im Laufe des Jahres wünschten.
Die Idee, genial.

Es kommt der Tag nach der Bücherabgabe,
der Tag nach der Notenkonferenz,
die Zeugnisse sind gedruckt, aber noch nicht unterschrieben und gesiegelt, auch noch nicht kopiert und die Noten noch nicht in die Karteikarten übertragen,
es ist der Tag, ab dem Schule wertfrei stattfinden und Spaß machen soll …
man legt seine Vorbereitungen auf den Tisch und bietet sie den den Schülern an
und es kommt nach kurzer Zeit die Frage:

„Gibt es dafür Noten?“

ARGH!
Das ist DIE Spaßbremse mit der man nicht nur als Lehrer leben lernen muss.

Und nun?
Ich habe keine Patentlösung für die letzten Schultage! Aber da man sich an die letzten Tage vor einem Wechsel am besten erinnert, sollte man diese mit Leben füllen, mit schönen Erinnerungen.

„Wie fühlst du dich, wenn du an das Schuljahresende denkst!“, war meine Frage an die Schüler.
„Ich könnte in die Luft springen!“, war die Antwort.

Und aus dieser Antwort haben wir etwas gemacht!

Zuerst entstanden Gliederfiguren aus Karton und Musterbeutelklammern, so wie früher auch Hampelmänner gestaltet wurden.

Diese Hampelmann-Glieder-Figuren sollten sich jetzt vor Freude auf schwarzem Papier „bewegen“ um dann im Umriss nachgezeichnet zu werden.

Jetzt noch ausschneiden …

… und den Scherenschnitt zu den anderen Hüpfern bringen …

… wo sie sich auf einmal schneller vermehren, als man sich es erhofft hat!

Unbenotete Vorferienarbeit kann doch einfach nur Spaß machen!

Wo all die Hüpfer dann landeten kommt im nächsten Blogpost, Graffitis zum Ende des Schuljahrs und der Schulzeit.

Kleine Kunstwerke aus Draht ganz frei nach Alexander Calder

und …

Draht-Recycling ganz frei nach dem lebenden Kater-Objekt

„Bewegte Schule“ lautete das Thema der Projektwoche an meiner Schule in diesem Jahr. Da nun nicht jedes Kind Lust und/oder Laune auf sportliche Betätigung hat, vielleicht auch gerade keinen Sport machen kann, mussten auch alternative Angebote her. Mein Angebot lag dann im künstlerischen Bereich: Möglichkeiten in der Kunst Bewegung darzustellen.

Mit diesem Angebot konnte ich mein zweites Projekt verknüpfen, das nebenher laufen musste – die Dekoration für die Abschlussfeier meiner Hauptschulklasse. Ich werde darüber im nächsten Blogpost berichten.

Es kam eine klitzekleine Schülergruppe zusammen, lauter Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Keine der Schülerinnen hatte ich je im Kunstunterricht und nur zwei eine kurze Zeit in Technik. Ich musste mein geplantes Programm umstellen und machte mich auf die Suche nach neuen Ideen im Internet. Dabei fand ich ein Kleinod, das erst einmal für mich Spaß und Fingerwerk versprach! 😀

 

Das Ausgangsmaterial für diese Drahtkatze ist nichts anderes als die Agraffe, der Drahtverschluss, und der Korken einer Sektflasche.

Dazu nutzte ich das Fläschchen aus dem Abschiedsgeschenk meiner Klasse. Dazu sind eine Zange und eine Haushaltsschere sehr hilfreich.

Die Idee fand ich auf Pinterest und dem Blog „Fifi Colston Creative“ – „Craft of the Week!“: Corker!. Ein wenig scrollen ist nötig bis zum eigentlichen Blogpost, wo die Bildanleitung zu finden ist.

Meine paar Mädels in der Projektgruppe hatten ein wenig länger zu biegen, denn sie hatten die Aufgabe eine Figur in Bewegung aus Draht zu biegen. Dazu schauten wir uns erst Bilder von Drahtplastiken an, die Alexander Calder gestaltet hatte. Da keine der Schülerinnen je eine Zange in der Hand gehabt hatte dauerte es etwas, bis sie Ergebnisse gebogen hatten, mit denen sie selbst zufrieden waren.

 

 

 

 

Spiralen an die Fenster

oder …

Aus eckig wird rund

„Mir ist langweilig“, gibt es nicht in meiner Klasse. Für all diejenigen, die meinen ihre Aufgaben erledigt zu haben, habe ich immer etwas zu sammeln, schneiden und zu falten. Meine Schüler machen das gerne, egal ob in Klasse 7, 8 oder 9. Auch in unerwartete Vertretungsstunden bringe ich meine Arbeitskisten mit. Momentan werden wieder Nautilus-Spiralen aus Transparentpapier gefaltet, eine Aufgabe, die der Labbé-Onlineshop fertig zugeschnitten mit Anleitung und Faltschablone anbietet.

Meine Schüler fasziniert es immer wieder, wie sich aus dem Papierdreieck Schritt für Schritt eine Spirale entwickelt.

 

 

 

 

Nicht jedes Kind schafft es immer exakt zu falten, aber das ist nicht unbedingt wichtig. Manche Spirale bekommt gerade WEIL sie nicht so genau gearbeitet wurde ihren eigenen Charakter.

 

 

 

Leider hängen diese Gebilde oft nicht lange im Schulhaus und von groben Kinderhänden von den Fenstern gerissen, ist das zarte Transparentpapier schnell zerstört. Deshalb laminiere ich die Spiralen, die an die Fenster im Schulhaus gehängt werden, und lasse sie mit einem schmalen Rand ausschneiden.

Diese Spirale hängt jetzt schon zum dritten Mal am Fenster, inzwischen schon etwas ausgebleicht, doch immer noch schön.

Laminiert verlieren die Spiralen etwas von ihrem leichten Charakter, doch so können sie nach der Saison abgehängt, aufgehoben und im nächsten (übernächsten) Jahr wieder aufgehängt werden. Nicht jedes Jahr ist Zeit und Muße für ansprechende Dekorationen.