Mottenkugeln

und …

Rainfarn vom Garten in den Kleiderschrank

Obwohl ich inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte an dieser Schule arbeite suchte ich erst vor drei Jahren nach dem Namen dieses gelb blühenden Gewächses auf dem Schulgelände, weil ein Schüler danach fragte: „Frau Be, was ist das?“. Meinereine hatte keine Ahnung, brauchte Tage um dahinter zu kommen und wusste dann:

  1. ich brauche eine Fortbildung
  2. was da wächst ist Rainfarn, Tanacetum vulgare, und ist giftig!

 

 

Im Grunde genommen ist der Rainfarn meine Auslöserpflanze, dass ich die Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe. Dabei kannte ich den Rainfarn schon längst als Färberpflanze aus meiner Sturm-und-Drang-Zeit in den späten 1970ern und frühen 1980ern! Long time no see im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Rainfarn gilt als alte Heilpflanze, obwohl die frühesten beschriebenen Anwendungen erst rund um die Zeit von Karl dem Großen nachgewiesen sind, in denen ein Einsatz gegen Würmer beschrieben wird. Auch wenn in manchen Quellen, wie von Hildegard von Bingen, Rainfarn als Heilkraut für mancherlei Beschwerden angepriesen wird, Tees und Zubereitungen mit Rainfarn im Internet angeboten werden, im Mittelmeerraum sogar ein Likör aus Rainfarn hergestellt wird, ist für mich dieses Kraut zur innerlichen Einnahme tabu. Schon wenige Gramm lösen Vergiftungserscheinungen aus, bei empfindlichen Menschen reicht schon der Hautkontakt.

Trotzdem ist und bleibt der Rainfarn eine interessante, nützliche Pflanze. Mit Rainfarn kann man im Haus und im Garten gegen Insekten vorgehen. Die Blüten und vor allem das Kraut verströmen beim Zerreiben einen intensiven Duft, den viele Insekten nicht mögen. Deshalb gehörte Rainfarn im Mittelalter hier und in vielen Kulturen andernorts unbedingt zu den Streupflanzen bei wichtigen Anlässen – wehe ein unguter Geist kommt vorbei! :).

Ich erinnerte mich irgendwann an meine Großmutter, die Rainfarn statt Lavendel in den Wäscheschrank gab. Sie fand Rainfarn effektiver gegen Motten und außerdem mögen Männer den duftigen Lavendel nicht, meinte Oma. Deshalb hirnte ich den gesamten Frühsommer dieses Jahres über ein leicht an Schüler zu vermittelndes Konzept, nachdem die Ideenschmiede innerhalb der Klasse kein Ergebnis erbracht hatte.

Ende Juli erntete ich mit meiner Klasse einen großen Teil vom Rainfarn auf diesem Gelände, der Trockenmauer, die hier, wie immer im Sommer zugewachsen ist. An ein paar wenigen Stellen ist die Mauer noch zu sehen. Ich achtete auf Handschuhe bei den Kindern um ja keine allergischen Erscheinungen hervorzurufen. Interessanterweise fanden alle beim Ernten den Geruch eher widerlich und am Ende, nachdem alle Sträußchen zum Trocknen hingen, doch richtig toll. Leider kamen trotz der duftenden Umgebung keine neuen Ideen für die Antimottenproduktion zusammen. Da musste erst ich eine schlaflose Nacht haben.

 

Im Oktober wurden die Blätter und Blüten von den Zweigen gerebbelt. Den größten Teil der gelben Körbchen sortierten wir für Färbearbeiten aus. Aus dem Kraut, den Blättern, die den meisten Anteil an ätherischen Ölen/Duftstoffen haben, sollten Mottenkugeln entstehen.

Und jetzt kam ich mit einer Idee aus einer schlaflosen Nacht …

 

 

 

Mottenkugeln mit Rainfarn

Material

  • getrocknete Rainfarnblätter und -blüten
  • Chiffonreste oder Chiffonzuschnitte in der Größe von 12 x 12 cm
  • Perlgarnreste in verschiedenen Farben

 

 

In die Mitte des Chiffonstücks Rainfarnblätter und -blüten geben, bis sie beim Zusammendrehen in etwa die Größe eine Lollipops ergeben. Das zusammengedrehte Chiffonstück mit farbigen Perlgarn umwickeln, am Ende verknoten und die überstehenden Chiffonecken gerade schneiden.

 

 

Am Ende unserer Mottenkugelproduktion landete doch noch ein großer Teil des Färbematerials in den Kugeln, weil es einfach an Masse fehlte. Nächstes Jahr wird bewusster geerntet.

Trotzdem fanden alle Hersteller-kids unsere Mottenkugeln cool und schick und mega-duftend! Jetzt gehen sie erst einmal auf den Weihnachtsmarkt – wir betreuenden LehrerInnen mit der Hoffnung auf Käufer.

 

Über Rainfarn gibt es eine Menge im Internet zu lesen und bei vielen Berichten fehlt mir die Sachlichkeit bzw. lassen mich die Informationen den Kopf schütteln.

Übersichtlich, kurz, knapp, knackig informativ fand ich vor allem diesen Link:

 

https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/Rainfarn.htm

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 47/2017

und …

endlich Wochenende!

Wenn zwei große Klassen im Praktikum sind hört sich das wie totale Entspannung für die KlassenlehrerInnen an. Ist es nicht. Der Fachunterricht in den anderen Klassen findet statt, die SchülerInnen müssen besucht werden – die Praktikumsstellen liegen meist nicht gleich nebenan – und diejenigen, die keine Praktikumsstelle gefunden haben müssen in der Schule betreut werden. Dazu noch Krankenstand im Kollegium auffangen und Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt vorantreiben, der kommenden Mittwoch beginnen wird, und geduldig bleiben. Blieb ich leider nicht und das Resultat meines genervten Allgemeinbefindens traf am Ende meine alten Eltern, leider leider leider, und nicht die Verursacher.

Die Geräuschkulisse zuhause und in der Schule macht mich inzwischen richtig mürbe. Egal wo ich mich aufhalte, ob im Klassenzimmer, in meinen Werkräumen oder zuhause, die Baustellen entlang der B14 und der Schönbuchbahn sind nur nachts und sonntags still. So sehr mich Baustellen, Maschinen und schweres Gerät faszinieren, aber die erträgliche Dosis ist überschritten. Bloß nicht daran denken wie lange das noch gehen soll!

 

Ob es am Lärm von draußen lag, dass die Schüler nur die ersten Weihnachtskarten sauber geprägt bekamen und danach den Prägestempel schrotteten plus einer nicht unerheblichen Menge an Papier? Das Material für den neuen Prägestempel besetzte dann auch noch sofort der junge Wilde. Wenn etwas anfängt unrund zu laufen, bleibt es auch so. 🙁

 

Zumindest kamen drei Meter Beetumrandung aus Hartriegelzweigen vom Schulgelände in dieser Woche zusammen: „Boah, ist das anstrengend …!“, tönte es immer wieder aus Schülermund. Mit solchen Beetumrandungen wollen wir versuchen einige Bereiche auf dem Schulgelände vor wilden Rasenmähern zu schützen.

 

Eigentlich genug von Umtrieb um mich herum machte ich mich am Samstag doch auf zum Messegelände am Stuttgarter Flughafen. Die „Kreativ“ lief und ich wollte mir ein paar Dinge für die Herstellung meiner Weihnachtsgeschenke besorgen. Was ich nicht bedacht hatte war die Zugkraft des Gebindes an Messen, die zeitgleich stattfanden. Halle 1 teilte sich die Kreativ mit der Spielemesse. Daneben fand die Modell + Technik statt und in den anderen Hallen Familie & Heim, die Babywelt, eat & style und veggie. Das ideale Angebot für die ganze Familie nutzte gefühlt halb Ba-Wü. Im strömenden Regen angekommen hatte ich im allerletzten Eck noch einen Parkplatz gefunden und stand doch tatsächlich wieder vor Baustellen! Wie schön!

Was für ein Trubel! Großkampfzeit für mein Befinden, das bei dieser Menschenmenge eher für Flucht und nichts wie weg stimmte. Ich habe durchgehalten, bin geblieben und überstand den Rummel ohne leeren Geldbeutel. Die gekaufte Ausbeute war übersichtlich, ohne Stöffchen, ohne Perlen, Bändchen, Borten, Stanzen, …

 

 

 

 

 

Am meisten faszinierte mich ein Workshop und Messestand, der Kalebassen zu Lampen verarbeitete. Nicht dass ich jetzt eine Kalebassenlampe brauche, aber ich weiß jetzt wieder warum ich mir vergangenes Jahr eine Dremel zusammengespart hatte. Das Gerät muss ich jetzt unbedingt ausprobieren, UNBEDINGT!

 

 

Kurz danach stand ich an einem anderen Stand mit tollen Maschinen im Kleinformat, eigentlich für den Modellbau, aber ich wäre nicht Karin wenn ich nicht um die Ecke zweckentfremdend denken könnte.

 

Heute, Sonntag, hatte ich noch einmal meine Kartons für den Weihnachtsmarkt gesichtet, dabei hier was abgeschnitten, dort etwas aufgefüllt, Teile zurecht gerückt, … . Ein Segen, dass von draußen kein Getöse kam. So konnte ich in Ruhe vor mich hin werkeln und die letzten Sachen verpacken.

 

 

So müde wie ich war setzte ich trotzdem noch den Teig für die wichtigsten Weihnachtskekse der Familie an – pepparkakor – schwedische Pfefferkuchen. Jetzt wartet er, in Portionen verpackt, im Kühlschrank auf die Weihnachtsbäcker. Petterson und Findus lassen grüßen 😉

 

Ach ja, völlig vergessen! War es bei euch auch heute morgen mit Schnee überzuckert vor der Tür? Meine Kater liefen völlig verzückt auf dem Balkon herum und die Vögel taten halb verhungert rund ums Vogelhaus, wie auch das Eichhörnchen.

Leider hatte ich mal wieder das falsche Objektiv angeschraubt, als ich auf dem Weg zur Futterstelle war. Trotzdem nett, wie der kleine Räuber dort sitzt.

 

Bis die Tage,

Karin

Kräuteressig-Variationen

oder …

Kräuteraroma vom Sommer für den Winter konservieren

Im Schulgarten blühen und gedeihen Gemüse und Kräuter auch in den Sommerferien weiter. So viele Salatgurken wie dieses Jahr hatten wir noch nie. Darüber freuen sich alle, die mir im Garten halfen und helfen. In der Schulküche liegen auf vielen Flächen Kräuter zum Trocknen, die nach den Ferien von den SchülerInnen weiter verarbeitet werden. Fast täglich können Brombeeren geerntet werden, die zum größten Teil im Tiefkühlgerät landen. Aus der heutigen Ernte wollte ich damit, nach dem letzten Frucht-Kräuter-Essigauszug mit Erdbeeren und Basilikum, einen Auszug mit Brombeeren und Rosmarin probieren.

Die Zutaten für den zweiten Essigauszug sind Grundzutaten für den Vierräuberessig, auch als Pestessig bekannt.

Der Legende nach waren zu Pestzeiten Räuber in den Häusern von Pesttoten unterwegs, ohne sich anzustecken. Man versprach ihnen von einer Verhaftung abzusehen, wenn sie verrieten wie sie sich schützten. Ihr Geheimnis, sie nutzten die Wirkstoffe und ätherischen Öle aus verschiedenen Kräutern, die unter anderem antibakteriell, immunstimulierend und entzündungshemmend wirken, in Essig ausgezogen.

Es gibt eine Menge an Rezepten zu Pestessig. Bei manchen frage ich mich wie ein Räuber zu dieser Zeit an die Zutaten kommen konnte. Andere Zusammenstellungen mag ich mir weder unter der Nase oder im Magen vorstellen. Die meisten finde ich als viel zu viel wenn ich mir die Liste an Kräutern so anschaue.

Ich verwende für meinen Vierräuberessig vier bis fünf Kräuter bzw. Gewürze. So bleibt die Wirkung der Kräuter, auch untereinander, übersichtlich und das Ergebnis ist hinterher auch wirklich kulinarisch lecker (und nicht nur als Putzmittelzusatz verwertbar).

Salbei, Lavendel, Rosmarin, Thymian und als zusätzliches Gewürz Wacholderbeeren. Gerne hätte ich statt Wacholder Eberraute dazu gegeben, aber die hatte man mir ja im Frühsommer abgemäht.

Frische Kräuter müssen absolut gute, frische Qualität haben. Ich mag diese nicht einmal von jedem Händler auf dem Markt kaufen. Meist verwende ich sie aus dem Garten. Dazu warte ich eine regenfreie, warme Periode ab und „wasche“ die Kräuter am Abend vor der Ernte mit der Gartenbrause, auch von der Unterseite. Um die Mittagszeit, wenn die Kräuter trocken und warm sind, wird geerntet. Diese frische Ernte lasse ich immer etwas welken; Wasser aus den Pflanzenzellen verdunstet und im Verhältnis bleiben mehr sekundäre Inhaltsstoffe zum Ausziehen übrig. Weniger Wasser bedeutet zudem weniger Fäulnis- oder Schimmelgefahr.

Anmerkung: Gekaufte frische Kräuter vor der Verwendung zu Waschen ist keine gute Idee, selbst wenn sie hygienisch sinnvoll ist. Vor der Verwendung in einem Auszug in Essig, Öl oder Alkohol sollten, müssen, sie so trocken wie möglich sein.

Kräuter von den Stengeln abzupfen, abrebbeln, so gut es eben geht. Gewürze quetsche und mörsere ich grob. Alles in ein hohes Glasgefäß geben.

Die Kräuter oder Früchte (ich habe ja auch Brombeeren im anderen Essigansatz verwendet) mit gutem Essig aufgießen. Ich verwende Apfelessig in Bio-Qualität, denn ich möchte meine guten Kräuter nicht wie Perlen vor die Säue werfen.

Deckel zu, und zwar luftdicht, wasserdicht, denn ab jetzt muss für mindestens drei bis vier Wochen täglich der Inhalt bewegt werden (ohne dass die Soße heraus läuft).

Der Brombeeressig-Ansatz ist nun völlig in den Hintergrund getreten. Um diesen fertig aufzugießen musste ich noch einmal einkaufen gehen, fand unterwegs etwas was meine Eltern glücklich machen könnte, brachte ihnen dieses auch gleich vorbei um dann auf den Rückweg noch einen ehemaligen Kollegen mit seiner Frau, eine ehemalige Lehrerin von mir, zu treffen. In den Ferien kann ich solche Entwicklungen so was von genießen – schlecht gedeutscht, aber aus der Seele gesprochen!!

Etwas verspätet kam dann der frisch eingekaufte Essig auf die Brombeeren mit Rosmarin. Erschwerte Bedingungen zum Fotografieren, denn nun war das Licht noch schlechter. Sorry.

Ab jetzt heißt es abwarten!

 

Woche 32/2017 – die zweite Ferienwoche

oder …

Wo ist denn der Sommer hin?

Montag

Den frühen Morgen mit leeren Straßen trotz vieler Baustellen genossen. Auf einem der Böblinger Seen treiben noch die Bilder zweier Künstler, Alfredo Pucci und Annette Rappold, als Floating Pictures. Durch das bessere Wetter heute schöner in Szene gesetzt als letzte Woche und letzte Überbleibsel der Partnerstadtolympiade.

Völlig unerwartet werden heute schon die Schienen, die meine operierte Nasenscheidewand stützen, gezogen. Ich hatte meine Spül-, Tropf- und Pflegearbeit wohl richtig gut gemacht gehabt. Für fast zwei Stunden lernte ich ein tolles, freies Nasenatmungsgefühl kennen. Ich werde geduldig sein!

Hmm, Vorsätze sind dazu da gebrochen zu werden. Ich sag jetzt mal nicht, was ich gemacht habe, denn auch mit Ende 50 mag ich keine Vorhaltungen durch meine Eltern, mit meinen Kindern im Schlepptau, und die lesen hier ja mit. Nee, war nicht gut, tat mir nicht gut, ich werde mich bessern 😉 !

 

Dienstag

Den Schulgarten inspiziert, Brombeeren und Lavendel geerntet – nicht alleine! Ich hielt den Korb, dirigierte bzw. kommandierte die „Lakaien“, die brav gehorchten. Die Brombeeren werden im Tiefkühlgerät für die Schulküche gesammelt. Für den Lavendel fehlen mir noch Ideen, denn es ist mehr als ich für Essig, Kekse und Lavendelsäckchen brauche.

 

Mittwoch

Etwas Wahlkampfhilfe für die Bundestagskandidatin meiner Wahl und danach zum Arzt zur Kontrolle. Praktisch, wenn alles gleich in der Nähe ist. Frau Doktor ist sehr zufrieden, ich immer noch nicht. Ja, ich muss geduldig sein. Ja, ich ziehe das Therapieprogramm für zuhause weiter durch. Nein, ich fühle mich nicht besser oder geehrt oder sonstwas, weil ich OP und Erholung von derselben in die Schulferien gelegt habe. Mittags bin ich innerlich so etwas von auf Krawall gebürstet und möchte zum Dampf ablassen am liebsten die Wohnung umräumen, den Garten umgraben, laufen. Darf ich alles noch nicht. Alternativ könnte ich etwas Geschirr zertöppern, doch auch keine gute Idee, da ich mich zum Aufsammeln der Bruchstücke ja bücken muss. Leider habe ich wohl zu laut gedacht. Die Sensoren des jungen Wilden im grauen Pelz empfingen diese Ideen, die er spontan umsetzte. Was er die Woche an beweglichem Inventar zerlegt bekam genügt. Der Eimer ist voll – meine Nase auch, schon wieder.

Schon einmal in Bewegung schaffte es Angus auch wieder auf die andere Seite vom Katzennetz auf dem Balkon. Ich weiß nicht wie er es geschafft hat, wo das Schlupfloch ist. Es ist jedoch nicht so ganz einfach gleichzeitig Katerchen zu beruhigen und das Netz abzubauen, dass der Bursche wieder dort ist wo er sein sollte! Und was macht Onkelchen Chewie? Er schaut zu und kommentiert!

Den übrigen Lavendel in Büschel gebunden, bevor er zu sehr bröselt.

 

Donnerstag

Mein Auto in die Werkstatt zum TÜV gebracht: 17 Jahre alt, erster Motor, erstes Getriebe, … . Geputzt, mit zwei neuen Reifen, neuen Wischerblättern und neuer Plakette konnte ich es abends wieder mit Bezahlbarrechnung abholen. Yeah!

Zwischendurch brütete ich wieder an einem Beitrag zur Linkparty, zu der Astrid eingeladen hat, denn ich weiß inzwischen nicht mehr wie ich das bunte Gemenge gebacken bekomme.

Dafür bekam ich die Blogposts über die Westmännerinseln endlich für meinen Reiseblog hierundfort fertig. Die Reise war im Juni, da wurde es aber auch Zeit:

 

Freitag

Arztbesuch und mich den ganzen Tag unrund im Kreis gedreht. Die Wolken hängen dicht über der Erde, als ob einem der Himmel auf den Kopf fällt. Zumindest falle ich aus ihnen, als ich das nächste Bündel an Terminen beim Arzt erhalte. Es regnet und ich muss mir zumindest keine Hilfe für den Schulgarten suchen.

Bei soviel Zeit bleibt welche um mir meine Vogelschar an den Futterstellen zu beobachten. Das Eichhörnchen muss ich die Tage mal erwischen, wie es den „Kamin“ vom Vogelhaus öffnet. Es geht bei der Futterorganisation damit um, als wäre es ein Joghurtbecher: Deckel auf und den Inhalt auslöffeln.

Die beiden Eichelhäher kommen inzwischen auch ins Vogelhaus hinein um sich den Bauch vollzuschlagen. Überhaupt kommen sehr viele Vögel für einen Sommermonat vorbei. Normalerweise muss ich im August maximal einmal die Woche Futter nachfüllen. Dieses Jahr ist schon nach einem Tag alles ratzeputz weggefuttert. Seit so viele Flächen in der Nachbarschaft für einen Straßen- und Bahnumbau gerodet worden sind fehlen Nist- und Futterflächen.

 

Samstag und 12 von 12 im August

 

Sonntag kommt am Nachmittag endlich wieder etwas die Sonne heraus! So kann ich ohne Schirm die Straßenbaustelle besichtigen gehen. Eineinhalb Jahre soll die B 14 an dieser Stelle unterbrochen bleiben, eine der Hauptzufahrtswege in die Stadt und wichtigste Umleitungsstrecke der A 81. Noch mag ich mir nicht vorstellen, wie es mit dem Verkehr nach Ende der Sommerferien werden wird.

Auf dem Weg einen kurzen Besuch im Schulgarten absolviert und zuerst sieben, dann ACHT Salatgurken gezählt, voll biologisch angebaut!

Dazu noch Ringelblumen, wie Borretschblüten, für Tees und die Färberwerkstatt gesammelt.

Auf dem weiteren Weg fiel mir eine Kornelkirsche auf, die erste, die ich außerhalb eines Gartens hier in der Umgebung gesehen habe. Und sie steht beinahe noch auf dem Schulgelände, weit genug weg von einer Straße, außerhalb des Hundespazierwegs – also pflücken gehen die nächsten Tage.

Jetzt werde ich ein wenig Sonne genießen gehen, mit Kopf im Schatten, und zusammen mit meinen Katern entspannen.

 

Einen schönen Sonntag noch und eine gute Woche!

Bis die Tage,

Karin

 

 

Woche 29/2017

oder …

Land unter und wieder aufgetaucht – eine Achterbahnfahrt.

Tripsdrill

Jedes Jahr stelle ich mir Mitte/Ende Juli die Frage, warum landläufig angenommen wird, dass Wochen vor den Sommerferien nichts mehr in der Schule laufen würde, außer Ausflüge, wie nach Tripsdrill.

Jedes Jahr stelle ich mir in diesen Tagen die Frage, warum so gegen Noten und dem daraus resultierenden Druck gewettert wird, und die (oft mühsam zusammengestellten) Angebote für SchülerInnen nach Notenkonferenzen etc. als Pillepalle angesehen werden – gibt ja keine Noten, pfft. Kann man schon in Urlaub fahren.

Jedes Jahr sitze ich zum Schuljahresende, trotz diesem Gegenwind, mit meinen Teamkollegen zusammen um die letzten Tage des Jahres mit Schule zum „Es-lohnt-sich-hinzugehen“ zu füllen.

Jedes Jahr wünsche ich mir egal welches Noten-/Zeugnisprogramm zum Teufel und die Papierform zurück, dieses Jahr ganz besonders. Mein Kollege und ich waren fertig mit der Noteneingabe (kein Kommentar zur Anwenderfreundlichkeit dieses Ah-grr-pff 🙁 muss-wohl-sein-Teils) um dann festzustellen, dass das falsche Zeugnisformular im Programm eingegeben war. ARGGH! Alles futsch und noch einmal von vorn, Noten, bestes Fach in Sport/Musik/Kunst, plus Texteingaben, wie an teilgenommenen AGs, Streitschlichtung, SMV, … inklusive versetzt (aber bitte ohne Punkt oder sonstigem Satzzeichen nach diesem Wörtchen, weil dann nicht korrekt) … Ich. Hasse. Zeugnisse!!!

Dieses Jahr beschäftigt mich zudem meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Im Oktober ist die Abschlussprüfung. Das prüfungsrelevante Herbarium sollte vorab schon einmal vorgelegt worden sein. Noch fehlen die Pflanzenbeschreibungen, aber die Pflanzen in den Ordnern sind fertig und als korrekt beschriftet abgesegnet. Eine Hürde ist überwunden.

Donnerstagabend hatte ich, zurück von einem verregnetem Ausflug mit meiner Klasse, dann noch ein krankes Kater-Onkelchen. Eine knappe Stunde suchte ich Chewbacca in meiner Wohnung bis er von alleine aus irgendeinem Versteck auftauchte. Normalerweise ein Schwätzer schaute er mich tonlos an, um sich danach, alle Viere von sich streckend, Pfoten grätschend und rutschend, abzulegen – sieben Kilo schlaffer Kater, den ich tags drauf mit schmerzenden Muskeln zum Tierarzt schleppte.  Nicht gut, aber inzwischen sind wir beide auf dem Weg der Besserung.

Für mich bedeutete alles zusammen, in der Summe, eine Reihe von Nachtschichten, aber auch tolle Ergebnisse aus einem Projekt meiner Schüler. Leider, leider, leider ohne verwertbare Fotos entstanden richtig tolle Boote aus „Müll“! Vielleicht schaffen wir es in den allerletzten Schultagen noch zu unverwackelten Fotos. Das regenbogenfarbige Testgebiet, ein aufblasbares Kinderplanschbecken, steht so lange noch im Schulgarten. 😉

Leider planschte es diese Woche auch reichlich von oben und wir mussten feststellen, dass im Schulgarten weiter geklaut wird. Von den schwarzen Johannisbeeren konnten wir nichts ernten und nun „verschwinden“ die Brombeeren.

 

Bis die Tage!

 

12 von 12 im Juli 2017

und …

Wochenmitte auf dem Weg zum Schuljahresende

Vor einem Monat war ich so weit fort, an einem meiner Seelenorte. Jetzt stecke ich wieder mitten im Schulleben und es ist ein typisch, untypischer Schultag.

1 Aufstehen, den Wecker verteufelt und meine Kater beneidet. Angus legte sich nach Frühstück und Onkeljagd erst einmal wieder hin. Beneidenswert.

2 Auf dem Schulweg das Grün genossen und bemerkt, dass ich vergessen hatte ein wichtiges Medikament einzunehmen. Zum Teufel aber auch! Dafür entdeckte ich, ganz versteckt, die sich vom Abmähen erholende Himbeere! Wie schön!! Jetzt ist das Sortenschild nicht mehr so allein.

3 Der Schultag begann mit Vertretungsstunden, die ich bei den 7ern als Informationsstunden für das Wahlpflichtfach Natur und Technik nutzte, denn sie mussten sich heute endgültig für eins von drei Wahlpflichtfächern für die nächsten zwei Schuljahre entscheiden. Dabei machte ich gleich auch ein wenig Werbung für die Mitarbeit im Schulgarten.

4 Die anschließenden Vertretungsstunden in meiner Klasse waren mir sehr willkommen. In der Zeit konnte ich, auch wieder im Rahmen von Natur und Technik bzw. für den Schulgarten, mit den SchülerInnen einiges reparieren und fertigstellen. Vielleicht wird die rot gestrichene Sitzbank doch noch vor den Ferien fertig. Die Farbe probierten wir schon einmal am neuen Gartenschild aus und sie gefiel!

5 Neue Namensschilder für die Pflanzen her- und aufgestellt, dazu noch schnell gegossen, bevor der Regen anfing, der hier kommt.

6 Immer wieder schöne Momente, wenn Schüler nach der Entdeckung von Krabbeltieren oder anderem aufgeregt rufen: „Frau Be, da ist was!“

7 Spätes Mittagessen, Tomate-Mozzarella-Salat mit eigenem Basilikum. Als letzten Pfiff verwendete ich heute noch ein wenig gemörserten Samen der Knoblauchsrauke, die ich letzte Woche geerntet bzw. gesammelt hatte. Die Körnchen schmecken leicht scharf und senfig, unter anderem durch die Senfölglykoside, weshalb ich sie gerne als Pfefferersatz nutze. Außerdem ist Knoblauchsrauke entzündungshemmend und gut gegen Husten, wie Bronchitis, also passt sie in mein Ernährungsprogramm (hier mehr zur Knoblauchsrauke).

8 Haushalt. Während ich den Balkon fegte entdeckte ich drei Blütenstände an meiner Hauswurz.

9 Als Belohnung wollte ich eigentlich in einen Gartencenter fahren, den ich noch nicht kenne, aber wert für einen Besuch sein soll. Im Auto erschreckte mich das Navigationssystem mit der errechneten Fahrzeit. Über drei Stunden für 35 km! Nee, das tat ich mir dann doch nicht an und besuchte die Lieblings-Gärtnerei um die Ecke.

 

10 Meinen Erdbeeressig-Ansatz mit klarem und naturtrüben Essig gewegt. Wie bei den beiden Versuchen mit einem Rezept für Johannisbeerlikör begeistert mich die entstehende Farbe. Auch beim Kräuterbitter passt sich der verwendete Alkohol farblich langsam den Zusätzen an. Ich bin gespannt!

11 Hausaufgaben. Noten ausrechnen liegt an; alle (Halb-)Jahre wieder.

12 Endlich. Ich kann mich an das Stoff-Regal ranmachen! Das erste Patchwork dieses Jahres wird eine Babydecke werden. Im Kopf ist das Stück schon fertig und ich schenke mir den Umweg über einen Entwurf auf Papier. Ich will JETZT ;-)!

 

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.

 

Woche 27/2017 – Mein Herbarium entsteht

und …

Pflanzenkunde rund um die Uhr

Als Untertitel hatte ich „Under Pressure“ geplant, denn seit Tagen sitze ich daran all die gesammelten Pflanzen und Pflanzenteile, die ich seit dem Beginn meiner Ausbildung zur Kräuterpädagin im September 2016 zusammengetragen habe, in eine sinnvolle Ordnung zu bringen. Ich muss zur Prüfung im Oktober 2017 ein Herbarium vorlegen (hätte ich doch bloß nicht für den Link hier auf Wikipedia vorbeigeschaut!) und sitze seit Tagen, bzw. Nächten, daran die Menge an gesammelten Pflanzenteilen zu laminieren, zu beschriften, zu sortieren, abzuheften, umzusortieren, wieder rauszunehmen, neu zu sortieren, … arghh!

Dazu bekam ich Dienstagabend die Aufgabe meine Klasse, die sich Dienstagmorgen am Bahnhof für einen Ausflug einfinden sollte, einzusammeln um sie in Anschluss mit ein paar Stunden Unterricht zu versorgen.

Auf dem (Fuß-)weg zum Bahnhof – Auto ist keine gute Idee morgens in dieser Stadt – hatte ich meine Unterrichtsvorbereitung zuhause gelassen. Ich wohne gleich neben der Schule und wollte den ganzen Kladderadatsch nicht 20 Minuten in eine Richtung und dann, mit einem meuterndem Haufen, mindestens 30 Minuten zurück schleppen. Dieses Gepäck wollte ich mit einem kleinen Abstecher, Klopause für die kids vor Ort, nach der Ankunft abholen. Brauchte ich aber nicht.

Unterwegs zum Bahnhof ging mir durch den Kopf, wie oft ich diese Strecke 2016, nach meinem Armbruch, gelaufen bin. Mir war in diesen Wochen aufgefallen wie viele Pflanzen entlang der Wege, auf den Brachflächen und entlang der Bahnstecke wuchsen, ohne ihre Namen zu kennen. Das sah dieses Mal ganz anders aus! Woohooo!! Motivationsschub für die kommende schwere Aufgabe!

Bei der ersten noch nicht für das Herbarium gesammelten Pflanze fiel mir auf, dass ich tatsächlich ohne Plastiktüte in der Hosentasche unterwegs war. Seit dem Beginn der Ausbildung fehlte diese als Ausrüstung NIE, doch ich hatte am Wochenende zuvor geschlossen gehabt: Schluss, und alles Tütenmaterial zum Pflanzen sammeln weggepackt. Hmm, es fiel schwer vorbeizugehen. Bei der zweiten Pflanze grummelte es in mir, bei der dritten kam mir die Idee und danach zählte ich rechts und links nur noch die verschiedenen Pflanzen. Ich zählte 24. Danach zählte ich meine Schülerzahl im Gedanken durch, 21, passt, YES! Die zuhause liegende Unterrichtsvorbereitung benötigte ich nicht mehr.

Wie erwartet war meine Klasse nicht erfreut, als ich ihnen um 8:00 Uhr am Bahnhof das Ende des Ausflugs verkündete. Die Begeisterung, nun gemeinsam in die Schule zu gehen, hielt sich in Grenzen, denn dienstags haben sie in der Regel erst um 9:30 Uhr Schule. Mein Ziel war es alle, gemeinsam, zurück zu bringen, ohne Stress, mit einer Aufgabe. Die hatte ich mit zwei hübschen, blühenden, duftenden Hilfsmitteln in der Hand dabei.

 

Pflanzenkunde in den Schulalltag umgesetzt!

Meine Ansage: Ich habe 24 verschiedene Pflanzen von hier bis zur Schule gezählt. Das bekommt ihr doch auch hin! Schaut euch an was da wächst, beobachtet, vergleicht, sprecht miteinander!

Alle SchülerInnen hatten die Aufgabe unterwegs eine blühende Pflanze zu sammeln (ohne in Gärten einzusteigen). Jede/r sollte eine andere Pflanze haben. Um das zu gewährleisten machte es Sinn, dass alle zusammen blieben, damit die neue Fundsache verglichen werden konnte!

Der Anfang war schwer, denn die fixen aus der Klasse fackelten nicht lange und rissen ab, was da so da gerade so neben ihnen wuchs. Blöd nur, dass von fünf Pflänzchen vier die gleichen waren. Die vier mussten sich entscheiden, wer diese Pflanze/n weiter tragen durfte. Schülerin fünf hatte Glück und ich auch, denn der Rest der Klasse hatte verstanden wie das Spiel geht.

An der Schule angekommen hatten wir sogar 28 verschiedene Pflanzen gesammelt!

Aufgabe 2: Bestimme deine gefunde Pflanze. Nutze die Schülerbücherei und das Internet.

Tatsächlich konnten in der verfügbaren Zeit 21 von den 28 Pflanzen bestimmt werden. Dabei gab es viele „ahhs“ und „ohhs“. Beim Jakobs-Kreuzkraut hingen dann etliche SchülerInnen an einem Computer: „Boah, wie ist das schlimm!“.

Aufgabe 3: Presse deine gesammelte Pflanze! Lege deine gesammelten Informationen dazu!

 

Es macht wirklich richtig Sinn Pflanzen beim Pressen so viel wie möglich Informationen mitzugeben. Nach zwei Wochen Trocknungszeit weiß niemand mehr so richtig wo und wann dieses Exemplar gesammelt wurde, da sich nicht nur die Farben der Blüten verändert haben. Das wollte ich bei meiner Klasse verhindern. Erfahrung halt.

Nicht immer ordentlich vor dem Pressen beschriftet, gibt mir das eine oder andere Pflänzchen meiner Sammlung eine Rätselaufgabe auf, für die ich zum Lösen eigentlich keine Zeit habe. Wer jedoch schon einmal Pflanzen gepresst hat, der weiß mit welch einem Aufwand das verbunden ist. Und wenn dann solch ein Exemplar ohne Beschriftung auch noch richtig hübsch ist will man ich auf jeden Fall wissen was das nun ist. Arbeit, die ich mir hätte ersparen können.

Doch nun ist der Grundstock meines Herbariums fertig. Es fehlen nur noch 30 inhaltliche Ausarbeitungen. Nur! Plus einer Hausaufgabe. Ich habe dummerweise das Heidekraut gezogen. Das wächst nicht um die Ecke, findet sich deshalb auch nicht in meinem „Musterbuch“ und wieder ist Kreativität in der Grübelei gefragt.

 

Katerchens mopstens ich einiges in dieser Woche, es war ihnen zu warm und überhaupt … – Angus liebte den noch feuchten Wassereimer nach dem Gießen.

Chewie belagerte lieber meinen PC oder andere Arbeitsplätze und schaffte es tatsächlich auch einmal ohne Knurren viele Mußeminuten mit seinem Neffen auszuhalten!

 

Pflanzen- und Kräuterkunde in der Küche

Frischen Estragon zu Kräutersalz verarbeitet und dann noch Erdbeer-Essig angesetzt. Jeden Tag freue ich mich über die Veränderung im Essig-Glas, wie sich der Frühsommer für den Herbst- und Wintergenuss konserviert!

 

Pflanzen- und Kräuterkunde beim Arzt

Nee, nicht Heilpraktiker oder sonstwie, ganz konservativ. Ich sitze mich wieder durch eine Reihe an Wartezimmern von Fachärzten. Es ist Sommer und ich schnupfe und huste weiter, zwar nicht in dem Ausmaß wie zwischen November und März, aber eben doch schnief, schnupf, schneuz, hust.

Erstes Ergebnis: Einmal Allergiker, bleibt Allergiker. Nach zwanzig Jahre ohne Beschwerden habe ich wieder ein Ganzjahresgebinde zusammen.

Das zweite Ergebnis hat zwar nichts mit Kräutern etc. zu tun, aber schickt mich in meinen Sommerferien ins Krankenhaus.

Hauptsache durchatmen zu können!

 

Pflanzen und Kräuter aus dem Schulgarten

Mädesüß geerntet und Samen der Knoblauchsrauke. Die Wildhummeln tummeln sich an den Zwiebelblüten.

 

 

Und ganz am Ende der Woche mein Konzept vom Herbarium noch einmal umgeschmissen und zum Sammeln in die Wiese gegangen. Dabei wollte ich nicht mehr mit Sammeln, Pressen etc. anfangen. Aber Angus freute sich!

 

Jetzt habe ich den unfertigen Mittwochs-Blogpost doch noch mit in den Wochenrückblick zusammengemischt bekommen. 😉

 

Was mich sonst noch bewegte:

die Tatsache, dass Deniz Yücel immer noch in Haft sitzt, ohne Anklageschrift

die Aktion mit den 100o grauen Gestalten in Hamburg

die furchtbare Aggression einiger Gruppierungen während des G20-Gipfels in Hamburg

und ein Zitat, das ich leider nur am Rande beim Radiohören mitbekam, SWR3 am Freitagabend, zum Thema Tattoos: „… es würde ja auch niemand einen Aufkleber auf  seinem Bentley anbringen …“

 

Bis die Tage!

 

Dienstagsfrust durch rasende Aufsitzrasenmäher

oder …

Sag mir wo die Pflanzen sind, wo sind sie geblieben?

Eigentlich wollte ich heute ein kleines Stück erfolgreicher gärtnerischer Bemühungen der letzten Tage, Wochen und Monate meiner SchülerInnen etwas detaillierter vorstellen. Samstag und Sonntag freute ich mich noch, wie sich die Pflanzenwelt auf dem Schulareal entwickelt. Heute wollte ich eigentlich darüber posten, was alles inzwischen an Pflanzen rund um unsere Trockenmauer wächst und gedeiht.

Gestern hörte ich ein aggressives Rasenmähergeräusch, dachte mir aber nichts negatives. Das Trockenmauerareal wurde all die anderen Jahre, als es ungepflegt so vor sich hin zuwucherte,  immer großzügig beim Mähen ausgespart. Deshalb machte ich mir auch keine Sorgen, dass es irgendwann mal anders sein könnte. Falsch gedacht. Dieses Jahr ging die Mähmaschine vor der Mauer platt machend im Turbotempo über Königskerze, Odermennig, Marienblatt, Eberraute, Rainfarn, Baldrian, Malve, Beinwell, … um dann über der Mauer noch eine Schneise zu mähen!

Es war einmal:

Vor der Mauer ist das alles wusch und weg.

Den Schaden oberhalb der Mauer entdeckte ich erst später und hätte dann wirklich heulen können. Wenn an Rändern im Eifer des fertig werden wollens platt gemäht wird kann ich das irgendwie noch verstehen. Aber wenn eine Schneise gemäht wird stehe ich schon vor Rätseln, bzw. es sollte kein Schuldiger in meiner Nähe sein!

Ein ganz klein wenig tröstet mich und die SchülerInnen das rot blühende Pflänzchen, dass sich fern vom Mähareal im „wilden“ Garten selbst ausgesät hat – ein Sommer-Adonisröschen, oder Kleines Teufelsauge.

Ein teuflisch wachsames Auge werde ich auf den nächsten Mähauftritt haben. Rot-weißes Absperrband ist schon besorgt!

 

Woche 20/2017

oder …

Der frühe Vogel … – ein Selbstversuch

Montag

Nach einer beinahe schlaflosen Nacht hatte ich mich am Montagmorgen entschieden nach Stand der Dinge aufzustehen. Die Ziffern auf dem Wecker zeigten 4.30 Uhr. Mir ging zu viel durch den Kopf, dann schmerzte in jeder Schlafposition irgendein anderer Knochen um in eine endlos scheinende Hustenattacke überzuleiten. Was für eine Uhrzeit für mich Nachteule und Morgenmuffel!

Aber siehe da, auch wenn ich anfangs muffelig halbblind durch die Wohnung getigert war, als sich der Wecker regulär um 5.50 Uhr regte hatte ich schon meine tiefdunkelschwarze Schwarztee-Infusion in mir, einige Rechnungen überwiesen und abgelegt, Emails erledigt, den Schreibtisch aufgeräumt! Das fühlte sich richtig gut an! Frühes Aufstehen war, passend an diesem Tag, auch Thema im Radio, mit der Information, dass die vier extrem reichsten Menschen Frühaufsteher sind. Hmm, über diese Aussage möchte ich lieber nachdenken wenn ich wirklich ausgeschlafen bin. Trotzdem nahm ich mir für diese Woche vor weiterhin um 4.30 Uhr aufzustehen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Yeah!!

Dienstag

Kurze Schrecksekunde beim Teewasser kochen. Das schon wache Auge hatte den Geburtstagskalender neben dem Wasserkocher im Blick und die Information über das ausgeschlafene Ohr von der Ansage im Radio richtig verknüpft – es ist der 16. Mai und eine Kollegin hat Geburtstag! Was für ein Glück genug Zeit zu haben jetzt noch ein kleines Geschenk zusammenzustellen bevor ich in der Schule sein musste!

Ein langer Arbeitstag sollte es werden, nicht nur durch die acht Stunden im Stundenplan. Nach Unterrichtsschluss packte ich die ersten zwei Kisten für Workshops, die am Donnerstag stattfinden sollten. Zuhause wurde weiter gepackt, bis ich Hunger hatte, bis ich mir einen Salat richtete, bis ich dazu eine Salatgurke schälte, bis ich die Schale der Salatgurke in der Hand hatte. Die Schale der Salatgurke ist dunkelgrün. Ob die Farbe auch herausgelöst werden kann? Inzwischen 22.00 Uhr war mein Nachteulen-Gen aktiv und mir der Wecker egal, in diesem Moment!

Der frühe Vogel hat schon seine Vorteile.

 

Mittwoch

UHHHHH – WAAAHHH – noch vor dem Wecker landete Kater Angus auf mir, wahrscheinlich auf der Jagd nach irgendetwas Flugfähigem (oder dem frühen Vogel). In den nun zwanzig zusätzlichen Minuten konnte sich zwar die am Vortag gewaschene Wäsche zusammenlegen und eine Aufgabe für den Nachmittag vorzeitig erledigen, doch viel lieber hätte ich die Zeit geschlafen!

Der frühe Vogel schwächelt!

 

Donnerstag

Der frühe Vogel entwickelt sich zum müden Vogel und muss abends mit den Vögeln ins Bett.

 

Freitag

Schlaffer Vogel.

 

Samstag

Mit dem frühen Vogel aufgestanden und dann meinem Bauchgefühl zugestimmt: Zurück ins Bett. Die neuen Rechnungen auf dem Schreibtisch dürfen bis Montag marinieren!

Der frühe Vogel kann mich mal!

 

Sonntag

Dem frühen Vogel den Hals umgedreht und den Katern zum Fressen vorgeworfen. Sie wollten ihn aber auch nicht!

Mir geht durch den Kopf: Wenn Reichtum ursächlich mit dem frühen Aufstehen gekoppelt ist müsste es viel mehr Reiche geben, wenn ich da allein schon an die Putzkolonnen in den Bürogebäuden denke, oder das Personal in medizinisch/pflegerischen Bereichen, die Lokführer, …

Trotz aufgeräumtem Schreibtisch ging mir in dieser Woche einiges ab, denn es fehlte mir eindeutig Kraft für kreative Momente. Die besten Ideen kommen mir abends bzw. nachts und wenn ich diese, mit Frühaufsteherprogramm, auslebte, blieben nur noch vier Stunden Schlaf. Das ist eindeutig zu wenig, wenn am nächsten Tag ein Sack Flöhe in der Schule gehütet werden muss.

Ich verzichte auf materiellen Reichtum und pflege meinen Biorhythmus, soweit es geht!

 

Was die Woche sonst noch brachte:

Vorbereitungen für zwei Workshops in Adelsheim im Landesschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU). Dort verbrachte ich vor genau einem Jahr eine sehr interessante Fortbildung und dieses Jahr bin ich selbst als Referentin dabei – Material- und Werkzeugkisten zusammenstellen und packen ist die kleinste Übung. Diese dann zu transportieren, verwenden und zurückzutransportieren, plus den Inhalt wieder an Ort und Stelle zu räumen eine ganz andere Sache 😉

Morgens bot ich am Donnerstag Stationen zu Pflanzenfarben an (im letzten Blogpost berichtete ich kurz darüber) und am Nachmittag war Gestalten mit Naturmaterialien aus dem Garten Thema.

Die Zeit verging wie im Flug und viele schöne Dinge entstanden. Leider fehlte mir die Zeit für Fotos oder die gemachten sind in der Hektik verwackelt.

Schulgartenarbeit

Langsam entwickeln sich aus den öden Gartenflächen wieder kleine Oasen. Selbst der schwarze Gothic-Beet-Bereich scheint zu gelingen. Dafür wollen die Samen im Färberpflanzenbeet nicht so richtig kommen. Zeigt sich dann mal etwas grün wird es sofort von den Schnecken vernichtet.

Im Vorgarten, dem Gartenprojekt vom Vorjahr, blühen die Lupinen.

Im Klecksbeet sind die Tulpen meiner Klasse endgültig verblüht und der Löwenzahn macht sich breit. Da müssen wir nächste Woche noch einmal dran.

Dagegen funktionieren unsere „Unkrautkisten“ recht gut.

Der „wilde“ Garten ist das Projekt für dieses Jahr. Der Buchsbaum muss raus, wie die Disteln, und dann sehen wir weiter.

Rund um das Insektenhotel fehlen seltsamerweise die Blütenpflanzen, dafür entdeckten wir drei Rosenzweige neben der Hasel.

An der Trockenmauer grünt es in vielen Schattierungen. Rainfarn, Dost, Malve, verschiedene Königskerzen bereiten sich auf ihre Blüte vor. Es hat sich gelohnt die Fläche im zeitigen Frühjahr zu „entrümpeln“.

Schrecksekunde

Katerchen, der junge Wilde, saß auf meinen Balkonblumenkästen. An und für sich kein Problem, doch die Kästen hängen außerhalb des Katzennetzes!! Er hatte eine der zwei Schwachstellen in der Montage des Netzes entdeckt und diese natürlich für einen Ausflug in die große weite Blumenwelt genutzt. Die Bequemlichkeit zwischen dem Grünzeug ließ jedoch zu wünschen übrig und er jammerte nach: „Ich will wieder rein!“. Ich musste das halbe Netz abmontieren, um ihm das zu ermöglichen. Katerchen fand das total lustig und sah die Demontage als Spieleinheit mit Scratch-it für meinereine. Nicht lustig für meine Hände und Unterarme!

 

Schmunzelalarm bei den Suchergebnissen zu „Der frühe Vogel“ bei Google/Bilder 😀

 

Am Fernsehen hängen geblieben – Nowhere Boy über den jungen John Lennon (Trailer) geschaut und am Ende schwer mit den Tränen gekämpft. Zwangsläufig erinnerte ich mich an den Morgen nach seiner Ermordung. Ein kalter Dezembermorgen im äußersten Süden Baden-Württembergs, meiner ersten Dienststelle, gerade einmal 22 Jahre jung, in meinem Zimmer zur Untermiete, mit abgeschalteter Heizung, im Wintermantel verpackt die Nacht verbracht , blau gefroren und dann diese Mitteilung im Radio!

 

Am Ochsenweiher im Schönbuch die Seele baumeln lassen und wieder die Graugansfamilie beobachtet.

Diese Woche wird durch Himmelfahrt eine kurze Arbeitswoche werden. Mal sehen was ich aus ihr mache.

Viele Grüße und macht’s gut!