Tag der offenen Tür bei Lutz Ackermann

oder …

Ein Sonntagsausflug in einen ganz besonderen Garten!

Wer von von Stuttgart kommend die A 81 bei Böblingen Ost verlässt, sieht von Böblingen, falls man nicht die Orientierung verloren hat, am Ortseingang die Skulptur von Lutz Ackermann mit drei überdimensionalen Sicheln. Ungefähr an dieser Stelle hat eine der schlimmsten Schlachten des Bauernkriegs in unserer Gegend am 12. Mai 1525 stattgefunden.

Bitte verzeiht mir auf den Verzicht eines aktuellen Fotos an dieser Stelle. Böblingen (BB) ist neben Berlin (B) meines Erachtens an verkehrsbeeinträchtigenden Baustellen am Aufholen, wird es am ersten Juli-Wochenende garantiert für eineWeile überholen. Deshalb meine Bitte, genießt bei Ortseingang die Ampelphasen um die Bauernkriegsstelen zu bewundern und um Kraft zu tanken – und nicht um sie zum Weg frei schlagen zu nutzen. Das nutzt sowieso nichts. BB steht momentan für BBaustelle!

Deshalb mein Tipp, falls es durch Böblingen mal nicht so flüssig durchzufahren ist, Auto abstellen und ins Bauernkriegsmuseum in der Zehntscheuer gehen bis sich der Stau aufgelöst hat. Momentan kommt es immer häufiger vor, dass ich mein Auto in der Stadt stehen lasse und zu Fuß nach Hause gehe. Aber das ist nun eine ganz andere Geschichte wert.

Diese Geschichte begann im April, als ich im Vorbeifahren am Straßenrand, über der Böschung, eher ungewöhnliche Objekte entdeckt hatte. Neugierig geworden wurde zuhause recherchiert, aus den Ergebnissen Zusammenhänge erkannt, um noch einmal vor Ort die Örtlichkeiten zu erkunden , danach die zwei Termine zum Tag der offenen Tür 2017 erfahren, UND diese ganz dick im Kalender markiert!

Lutz Ackermann, der Künstler hinter dem Bauernkriegsdenkmal, lebt und arbeitet im Kreis Böblingen. Was er aus dem Bahnwärterhaus in Gäufelden-Nebringen und dem Gelände geschaffen hat ist beeindruckend.

Eindrücke von außen im April 2017

Eindrücke von innen – Tag der offenen Tür am 25. Juni 2017

Ich nutzte ein paar Stunden vom Tag zum Kraft tanken im Garten von Lutz Ackermann. Werkstätten, Garten, Atelier kombiniert lebt und inszeniert der Künstler als Kunst-Kraftwerk. Und das ist zu spüren!

 

Künstler beim Aufstieg
Das Modell …
Das Original …

 

Wer mehr über den Künstler erfahren möchte, einfach googeln:

Lutz Ackermann Kreis Böblingen

Mehr zum Bauernkrieg in Böblingen, hier!

Wurmlinger Kapelle

oder …

Kleine Auszeit in der Wochenmitte

Wer zwischen Herrenberg nach Tübingen entlang der B28 fährt, kennt diesen Blickfang. Egal aus welcher Richtung man kommt fällt auf dem Weg die Silhouette mit Türmchen am Horizont ins Auge. Ist man hier zuhause freut einen einfach der hübsche Anblick.
Bis der Gedanke kommt:
„Irgendwann gehe ich da auch mal (wieder) dort hin, zur Wurmlinger Kapelle St. Remigius!“

Es lohnt sich wirklich die Hauptstraße in Unterjesingen in Richtung Rottenburg zu verlassen, um zuerst nach Wurmlingen und von dort aus so nah wie möglich an die Kapelle zu fahren. Letztlich muss das Auto auf einem Parkplatz abgestellt werden und man muss die 1,5 km zur Kapelle zu Fuß laufen. Der Weg geht teilweise sehr steil bergauf, aber, wer sich christlich gesinnt darauf einlässt, kann an 14 Stationen zum Kreuzweg Einhalt einlegen.
Wer mehr weltlich interessiert ist wird über Infotafeln am Weg über den Weinanbau in dieser Gegend kundig gemacht und kann zusehen, wie sich die Weinreben hier entwickeln.

 

 

 

 

 

An der Kapelle angekommen fällt einem, schwer schnaufend nach der Steigung hier hinauf, zuerst ein Gedicht von Ludwig Uhland ins Auge, bevor man entdeckt, dass die Kapelle nur an Sonntagen zu besichtigen ist, rund um die Kapelle ein Friedhof liegt und rundherum ein atemberaubender Ausblick auf den Schönbuch und die Schwäbische Alb ist.

 

 

 

 

 

 

Nebenschauplätze auf dem Weg …

 

 

 

 

 

Wohin der nächste Ausflug geht? Vielleicht zu diesem Ort, der von hier aus auf der Schwäbischen Alb zu sehen ist – die Burg Hohenzollern.

 

Es war ein herrlich entspannter Mittwochnachmittag, den ich allerdings schon Anfang Mai 2015 hatte.

Unterwegs in Stuttgart – Staatsgalerie

und …

Bleeding Trees

Wenn an freien Tagen das Wetter wenig nach draußen einlädt gehe ich gerne Kunst schauen. So dachte ich gestern, an Himmelfahrt, nur fiel mir keine Ausstellung ein, die mich interessierte. Deshalb hatte ich es mir mit meinem momentanen Häkelwerk in Arbeit schon gemütlich gemacht als eine Freundin anrief. Ihr geht es an Tagen wie diesen ähnlich wie mir und sie machte den Vorschlag – die Staatsgalerie zeigt Bilder aus der aufgekauften Sammlung Domberger in der Ausstellung  Op+Pop – Experimente amerikanischer Künstler ab 1960. Also doch Kunst schauen.
Wir trafen uns dann vor Ort, dem Teil der Galerie, der während unseres Studiums in Planung und im Bau war und wegen seiner Architektur so viel Staub aufgewirbelt hatte – dem neuen Teil. Uns gefällt das Gebäude nach wie vor und mit der Patina der Jahre heute noch mehr als früher.

 

Doch bevor ich mehr Bilder vom Gebäude zeige ein paar persönliche Worte zur Ausstellung und einer tollen Überraschung danach.

Persönliche Worte
Wer Pop-Art mag findet in dieser Ausstellung ein paar wirklich schöne Bilder bzw. Serigraphien zum Beispiel von Robert Indiana, Robert Rauschenberg, Josef und Anni Albers, Richard Anuszkiewicz, die mich wieder beeindruckten und etliche Werke von Richard Estes. Letzterer ist ein Wegbereiter bzw. der Vertreter des Fotorealismus.  Die Ansichten in seinen Bildern wirken fotografisch genau, haben einen hohen Wiedererkennungswert, doch sind sie in Teilen zusammengesetzt. Fotografieren durfte ich nicht, aber es lohnt sich hier unter diesem Wikipedia-Link unter Bilder von Richard Estes zu klicken.
Ein besonderes Wiedersehen hatte ich mit einem ausgestelltem Bild von Richard Estes, bei dessem Entstehen ich am Rande teilnehmen durfte und einem Exemplar lange sehr nahe war und mir ganz sicher sein kann: Estes hat auf einem meiner Wohnzimmerstühle gesessen und handgeschabte schwäbische Spätzle gegessen.
Lang ist es her.

Tolle Überraschung
Aus der Ausstellung kommend, die im alten Gebäude der Staatsgalerie gezeigt wird, liefen wir zwei außerhalb der Gebäude zurück zum neuen Teil um sofort die roten Banderolen an den Bäumen wie Eyecatcher wahrzunehmen – bleeding trees!
Diesen Teil der dOCUMENTA 13 hatte ich letztes Jahr nicht gesehen und nur darüber gelesen. In dieser Zeit im Habichtswald in Kassel-Wilhelmshöhe installiert, wollte der Künstler Alfred Bradler den Menschen deutlich machen, dass in die Natur eingegriffen wird und schaffte damit eine recht eindrucksvolle Wirkung. Wie gesagt, ich hatte bisher nur darüber gelesen, z. B. hier.
Und plötzlich hatte ich diese Bäume vor mir, völlig unerwartet. Dass eine Adaption dieser Installation als „Land-Art“ in Stuttgart stattfand, eigentlich schon zuende ist, ist mir durchgegangen. Im Internet fand ich dazu jetzt diese Seite.  Zum Glück steht diese Installation noch in Teilen entlang der Staatsgalerie.

vom alten zum neuen Teil der Staatsgalerie

 

„bleeding trees“

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Ausstellungsbesuch landet der eine oder andere Ausstellungssticker auf den nächsten Ampelmasten

Mein Sticker klebt in meinem Tagebuch. Ob der meiner Freundin auf der Säule klebt? Fragt sie. Auf jeden Fall fand ich noch einige von einer Ausstellung, die mich letztes Jahr bewegt hat, von Turner-Monet-Twombley.

Nach einem Ausstellungsbesuch lohnt es sich vor allem bei gutem Wetter noch eine kleine Einkehr im stilvollen kleinem Cafe vor der Galerie. Mein Tee mit frischer Minze war einfach lecker!

 

 

Herbstspaziergang im Pomeranzengarten Leonberg

oder …

Neue Wege gehen

Oberste Terrasse und Zentrum des Pomeranzengartens in Leonberg

 

 

 

 

Blick auf die Arkaden, wo früher die Winterhäuser für die Zitruspflanzen standen.

 

 

Heute bieten die Arkaden Platz zum Sitzen und Schutz vor der Sonne
Schmetterlingparadies

 

 

 

Namensgeber des Pomeranzengartens

 

Und unterhalb liegt eine Parkanlage mit schönem Baumbestand

Wie viele schöne Plätze es in der umliegenden Gegend gibt entdecke ich jetzt erst nach und nach.
„Jetzt“ heißt, nachdem meine Kinder ihre eigenen Wege gehen, kein Mutti-Taxi mehr gebraucht wird, kein „Mutti, mir ist so langweilig“ nach einem Animationsprogramm ruft, der vielspaltige Organisationsplan in der Küche mehr Leerfelder als Eintragungen für Termine irgendwelcher Art aufweist, … .
„Jetzt“ auszufüllen hat eine Weile gebraucht. Um für meine Kinder rund um Stuttgart ein spannendes Programm zu finden half mir über viele Jahre der Ratgeber „Kind in Stuttgart„, der seit – lasst mich zurückrechnen – mindestens 17 Jahren jährlich herausgegeben wird.
„Jetzt“ schenke ich den Veranstaltungshinweisen in den Tageszeitungen und meiner Sonntagszeitung  deutlich mehr Beachtung, wie auch dem einen oder anderen Hinweisschild rechts oder links meiner ganz alltäglichen Wege, denn …
„jetzt“ heißt inzwischen „du darfst“, nämlich, an dich selber denken.

So lese ich auf der Rückfahrt von Karlsruhe nach Stuttgart, eine Strecke die ich schon vor dem Studium meines Sohnes in Karlsruhe oft gefahren bin, auf der A8 kurz vor Leonberg zum ersten Mal bewusst das Hinweisschild „Pomeranzengarten Leonberg„. Leonberg gehört zum Kreis Böblingen und auch ich wohne dort seit vielen, sehr vielen, hmm … zweistelligen Jahren, allerdings eher Stuttgart-orientiert und wohl etwas drumherum blind. Dem wollte ich nun abhelfen und machte mich an diesem Wochenende auf den Weg nach Leonberg. Kaum auf der A8 auf der Autobahn steckte ich natürlich im Stau. Aber, mal ehrlich, A8 oder A81 ohne Stau bringt doch nur halb erlebtes Autobahnfeeling! Dann Leonberg entlang diverser Einkaufszentren durchfahren, den Schildern Richtung Altstadt und Pomeranzengarten folgen, die Orientierung verlieren und keinen Parkplatz finden. Die Straße in die Altstadt endet am Finanzamt. Ich lasse das Auto in der ersten freien Parkbucht stehen und folge einer Gruppe, die mit Kamera und Stadtkarte ausgerüstet besser auf einen Stadtrundgang vorbereitet ist als ich. Ihr Weg führt zurück zum Finanzamt = Schloss und dahinter liegt mein Ziel.

Der Pomeranzengarten ist Teil des Witwensitzes der Württemberger Herzoge und der einzige Terrassengarten der Spätrenaissance in Deutschland.
Nach meinem Spaziergang durch die Parkanlage folgte ich noch einem Teil des historischen Rundwegs durch die Altstadt und lief an Johannes Keplers Elternhaus, wie an seiner ersten Schule vorbei. Ich denke, ich werde mich demnächst in Weil der Stadt umschauen, der Keplerstadt in der Nachbarschaft.

Und dann ging mein Blick zurück über die Giebel der Altstadt Leonbergs: