Weihnachtskarte 2016

und …

Willkommen Weihnachtsstimmung!

Wie das Wetter auch ist, die letzten Tage war und noch werden wird ist mit weißer Weihnacht nicht zu rechnen. Mich macht fehlender Matsch oder Eis auf den Fußwegen und Straßen nicht unglücklich. Dagegen haben mich in den letzten Tagen Frühnebel und dessen Auflösung fasziniert. Leider fehlte mir auf meinem morgendlichen Schulweg die Zeit für Fotos, aber ich hatte meine Idee für die Weihnachtskarte in diesem Jahr.

Bis alle SchülerInnen an ihren Plätzen bei der Arbeit an ihren Werkstücken waren hatte sich die Silberscheibe vom untergehenden Mond leider schon verzogen und ich bekam nur noch dieses Stimmungsbild fotografiert.

Blick in Richtung Felder frühmorgens aus meinem Werkraum

Ich liebe besonders den Moment wenn die Sonne herauskommt und sich die Nebelschicht etwas angehoben hat. Jedes Jahr nehme ich mir morgens vor am Wochenende früh genug aufzustehen um diesen Moment ohne Zeitdruck zu beobachten und Konstanze dabei zu haben. Meist lässt mich die Chance auf die zusätzliche Stunde Schlaf an Nichtschultagen den Wecker ignorieren und wenn ich dann den Hintern aus dem Bett bekomme ist draußen nur graue Soße, wie heute morgen.

Im Kopf blieben die Bilder von Nebel, Silhoutten von Bäumen und der Mondscheibe, die ich auf meine Weihnachtskarte bringen wollte. Deutsche Weihnachten mit Schnee ist einfach unrealistisch. Vom Mond verabschiedete ich mich schnell, denn den würde ich nur durch Prägen vernünftig auf bzw. ins Papier bekommen. Dafür war ich einfach zu spät dran. Ein Stern musste reichen, passt ja auch als Morgenstern, Abendstern, Weihnachtsstern. Beim Prototyp steckte die stilisierte Tanne mit ihrer Spitze in einem Schlitz in der Karte. Als Spitze schnitt schnitzte ich ein Glitter-Maskingtape zurecht. Irgendwie erinnerte mich das zu sehr an Pyramide und das Einfädeln der Baumspitze in den Schlitz fand ich nicht so optimal. Da fiel mir ein Korkrest beim Aufräumen im Werkraum in die Hand und die alternative Notlösung mit Stern aus Kork entpuppte sich bei der weiteren Herstellung als ideale Halterung für das  Baumdreieck.

 

Irgendwann waren die Karten zwischen 2. und 3. Advent halb fertig. Halb? Ja halb, denn es fehlten noch Text/Gedicht und Inhalt, Umschlag plus Adresse! Darum kümmerte ich mich zwischen 3. und 4. Advent. Auf einen zusammenfassenden Jahresrückblick verzichtete ich dieses Jahr. Mit Blick auf meinen immer dünner besiedelten Adventskalender entschied ich mich nur den Freunden und Bekannten eine Karte zukommen zu lassen, die mir in den letzten Jahren auch eine geschickt hatten. Die dadurch übrig gewordenen Karten sind dafür zu ganz neuen Adressen unterwegs.

An dieser Stelle muss, möchte ich ein Dankeschön aussprechen. Im letzten Blogpost hatte ich erwähnt wie ich letztes Jahr meine Adventskalenderschnur nach dem Auspacken der anfangs daran hängenden Päckchen Stück für Stück mit Weihnachtskarten auffüllte und sich dieses Jahr gähnende Leere ankündigt. Zwei Tage später erhielt ich völlig unerwartete Weihnachtspost für meine Adventskalenderstrippe. Was für eine liebe Überraschung!! Ich freue mich jeden Morgen über diese Karte, die inzwischen etwas Verstärkung bekommen hat. Vielen, vielen Dank Juliane!

Freitag vor dem 4. Advent ging es dann an die wirkliche Fertigstellung und an die Versandvorbereitung. Ganz ehrlich, mir hat das Herstellen der Karten deutlich mehr Spaß und Freude gemacht, als dieser Akt. Wer weiß wie viele Umschläge öffnete ich wieder, weil ich nicht mehr wusste, ob ich den richtigen Brief eingetütet hatte. Etliche Male schrottete ich eine Karte durch Schreibfehler ‚argh‘ und schluckte den Frust mit Zitaten von Joachim Ringelnatz (seine Dichterkunst landete auf und in diesen Weihnachtskarten).

Zum Durchhalten und Einstimmen auf Weihnachten holte ich mir reichlich Herz-Schmerz-Tränentrief-Unterstützung aus meinem Fernsehspeicher. Für „Der kleine Lord“ war es mir zu früh. Auch „Die drei Haselnüsse“ mussten noch in die Warteschleife. Mir war es erst einmal nach etwas Bollywood-Theater „Und ganz plötzlich war es Liebe“ um dann zu „Liebe braucht keine Ferien“ zu wechseln und weiß nun wieder wo ich den Spruch „Man sollte in seinem eigenen Leben die Hauptrolle spielen.“ gehört habe. Was war ich froh meine Karten mit wasserfester Farbe gearbeitet zu haben 😉 ! Auf jeden Fall ist meine Weihnachtspost jetzt on tour!

Mein Tisch ist (fast) leer, die Arbeitsgeräte zusammensortiert, fertig für Akt 2 = Geschenke verpacken!

Auf dem Speicher meines Entertain-Teils darf jetzt noch zur Unterstützung der eine und andere Winter-Weihnachts-Schmachtfetzen zutage kommen. „Tatsächlich Liebe“ steht unter anderem in den Startlöchern.

Chick flicks bis zum Abwinken, yeah!

 

Hier geht es zu meinen Weihnachtskarten der letzten Jahre:

2015

2014

Mehr Karten aus vergangenen Jahren

 

Türdekoration aus Naturpapier #2

oder …

Blütentüten und echtes frühlingshaftes Blühwerk zum Wochenende.

 

Gut durchgetrocknet warteten die Blütentüten aus Bananen-, Stroh-, Spargel- und Kirchererbensenschalenpapier, über die ich hier berichtet hatte, auf ihre Stengel und sonstige Weiterverarbeitung.

Im Keller fand ich eine alte Türdekoration – Kunsttulpen (ich hasse Kunstblumen, bekomme aber trotzdem immer wieder welche geschenkt) in einem unfertigen Körbchen aus Peddigrohr. Die „Tulpen“ landeten nach einem Ausflug zum Müllcontainer auf meinem „Kamin“ und das Körbchen kam auf den Arbeitstisch. An jede Strebe fädelte ich eine Blütentüte und sicherte sie mit einer Holzperle in gelb, orange oder braun und einem Tropfen Klebstoff.

 

Da mein verwendetes Peddigrohr nicht so stabil war, um zusätzliches Gewicht zu halten, entwickelte sich kein Blütenstrauß. Das Ergebnis, mit all den hängenden Blüten, sah eher traurig aus. Stärkeres Peddigrohr hatte ich keines im Haus. Draht sah nach nichts aus. Schaschlikspieße! Hmm? Nein, viel zu gerade neben dem Papiertütentrauerflor. Hmm? Die Idee kam mir, als mein Abendessen auf dem Herd stand:

  • Holz lässt sich biegen
  • Gebogen wird unter heißem Wasserdampf
  • Heißen Wasserdampf bekomme ich hin

Gedacht und ausprobiert. Topf mit Wasser auf den Herd gestellt. Aufkochen. Dampfeinsatz hinein gestellt und die Schaschlikspieße dazu gegeben. Nach 3o Minuten einzeln aus dem Topf nehmen und so schnell wie möglich um einen runden Gegenstand legen und in dieser Lage fixieren. Beim Biegen der Spieße in kleinen Schritten arbeiten, sonst bricht das Holz, deshalb Zentimeter für Zentimeter an die runde Fläche drücken. Ich befestigte die Hölzer mit Gummibändern und Wäscheklammern, da ich auf die Schnelle nichts anderes zur Hand hatte.

Nach einem Tag hatte ich meine runden Schaschlikspieße und konnte weitere Blütentüten mit Stengeln versehen.

Stengel ab in das Körbchen und ran an die Tür.

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Und drinnen gesellen sich Weidenkätzchen zu den ersten Primeln und sorgen mit ein paar Sonnenstrahlen für Frühlingsstimmung.

Schönes Wochenende!

 

 

Türdekoration aus Naturpapier #1

oder …

Tüten rollen aus allem möglichen, was sich Papier nennen könnte.

Als ich nach Weihnachten die vertrocknete Mistel von meiner Tür abhängte hatte ich tatsächlich vor die Tür einfach nur nackig zu lassen. Schluss mit Türdekoration. Kein Kranz. Kein Gesteck. Nichts. Leer. Minimalistisch. Tür, halt. Fertig. Punkt.

Es brauchte keine zwei Tage bis die erste Nachbarin vorsichtig anklopfte: „Frau B., geht’s Ihnen nicht gut?“. Abgesehen davon, dass es mir wirklich nicht gut ging und mich meine besorgten Nachbarn rührten, hätte ich es total in Ordnung gefunden bis Ostern ohne was Hübsches an der Tür auszukommen. Es ist zwischen Weihnachten und Ostern eh immer schwierig mit Ideen irgendetwas zu dekorieren. Fasching liegt mir nicht und das ganze Valentinstagsgedöns brauche ich auch nicht.

Aber da lag noch der Versuch Papier aus Kichererbsenschalenmatsche herzustellen in der Küche, daneben der aufgetaute Spargelfaserbrei vom letzten Jahr (ich berichtete darüber bei 12 von 12 im Januar 2016). Bevor der, nach all dem Aufwand ihn herzustellen, in den Gammelzustand wechseln konnte, musste daraus das hergestellt werden, wozu ich ihn vorbereitet hatte – Papier. Also rauf auf’s Sieb, gerüttelt, gepresst, getrocknet.

Aber was nun? Was damit anstellen? Naturpapier ist enorm spröde, außer man gibt ihm für kurze Zeit ein wenig Feuchtigkeit. Mit Fingerspitzengefühl! Doch zuerst schnitt ich aus dem Spargelpapier Kreise, denn das Kichererbsenschalenpapier war wie mein Bananen-Wiesengras-Papier eher rund und ich wollte annähernd gleich große und gleich geformte Papierstücke. Vorsichtig befeuchtet brachte ich sie in Tütenform und fixierte die Tüten, falls nötig, mit Wäscheklammern.

Der Unterschied zwischen den Papieren ist gut zu erkennen. Bananenfasern sind immer sehr dunkel. Spargel hat eine goldgelbe Farbe und der Versuch mit der Kirchererbse ergab dieses etwas unebene, helle Etwas (sehr empfindlich, doch am Ende wunderhübsch).

 

Und nun?

Vage, ganz vage, hatte ich am Anfang Blütenkelche vor meinen Augen gehabt, irgendwie an Narzissen erinnernd, ohne eine Vorstellung wie aus dem Zeug zwischen meinen Händen vielleicht so etwas werden könnte.

Nach einem Tag Trocknung füllte sich das Tablett mit einer Reihe an Tütchen und, Dank einer Eichel die gerade so im Weg lag :), war ich gedanklich in meinem Blütenprojekt einen Schritt weiter.

 

 

Fortsetzung folgt!

 

Wie Lose zu Fischen werden

oder …

Manchmal läuft es auf die Schnelle und dann doch wieder ganz anders

Unsere Tauchabteilung des Sportvereins vor Ort hat sein 40jähriges Jubliäum dieses Jahr, es darf gefeiert werden und eine Tombola mit Losen soll es geben, aber bitte nicht 08/15.
Letzteres so entschieden und in meine Hände gelegt – „Du hast doch immer die tollen Ideen!“ – zweieinhalb Wochen vor der Veranstaltung.

Ich schlage vor die Lose als Angelspiel anzubieten und habe gleich ganz schlechte Karten:
Taucher und Angler mögen zwar beide Fische, aber die einen zum gucken und die anderen zum fangen/essen.
Nicht kompatibel, geht gar nicht.

Ich schlage die Alternative Dartscheibe vor, da es ja doch auch Taucher/Fischer mit Harpune gibt.
Die Reaktionen zeigen mir schnell – Keine gute Idee!

Okay.
Durchatmen.
Hilft nicht.

Kurze Trotzidee: Vierzig numerierte Äpfel zum Apfelschnappen im großen Bottich.
Wir bekommen so schnell keinen Bottich in der Größe, also gecancelt.

Ich hänge, während die Festplanungstruppe schon einen Schritt weiter bei der Verköstigung ist, immer noch in der Schleife:
Boah, nee! Und dazu die Blicke von wegen ‚Du schaffst das schon‘!

Drei Tage später, während einer Facetime-Session mit meinem Sohn, der momentan nicht gerade um die Ecke lebt, schildere ich ihm diese vermaledeite Losgeschichte. Immer noch überzeugt, dass Fische als Losträger optimal sind schnippel ich vor der Kamera aus einem Papierfetzen Freihand einen Fisch, haue mir dem Locher ein Loch für ein Losröllchen hinein und stecke ein entsprechendes Teil hinein.

Sohnemann ist überzeugt.
Einziger, nachvollziehbarer Einwand ist das Loch für das Losröllchen.  Am Auge sitzend ist das Ganze nicht optimal. Aber als Flosse, optimal.
Wahnsinn, was so via Facetime-Video so über ca. 9300 km besprochen werden kann!!

Eine Nachtschicht folgte mit Aufzeichnen und Ausschneiden. Zum Glück bot das Fernsehen ausnahmsweise ein unterstützendes Programm.

Zuletzt setzte ich dann doch noch aus Locherresten Augen auf die Fische.

 

Das Jubiläum wurde gefeiert und dann wurde nichts mehr aus der Verlosung. Bevor es soweit war stolperte ich, fiel, rettete zwar das Glas in meiner Hand, aber nicht meine Knochen.
Die Verlosung wurde vertagt.

Zum Glück hatte ich mir nichts gebrochen, aber ich war genug außer Gefecht gesetzt. Profitiert hat dadurch meine Schule. So hatte ich Muße mich um all die anderen Festprogramme und Verabschiedungen zu kümmern, die zum Schuljahresende anlagen.