Babyquilt 2017

und …

Baby da, Geschenk überreicht, nun kommen die Bilder vom fertigen Nähwerk

 

Vor allem alte Blümchenstoffe aus der Nähwerkstatt der Weihnachtswiese (erkläre ich gleich noch), Reste der letzten großen Quilts und dazu, für die Rückseite wie Kanten, neue Stoffe arbeitete ich in diesen Babyquilt für eine ganz liebe Kollegin. Lange hat sie darauf warten müssen Mutter zu werden und als sie mir, endlich, eröffnete: „Ich werde Mama!“ strahlte sie wie zu Ostern, Geburtstag und Weihnachten zusammen. In dem Moment wusste ich, von mir wird es für das Baby etwas aus dem Weihnachtwiesenfundus geben.

Ungefähr 1,15 cm x 1,15 cm groß ist die Decke am Ende geworden. Das hat sich so ergeben, da ich völlig ohne Zeichnung und Plan an die Sache herangegangen bin. Es gab eine Skizze auf einem Post-it, der Rest kam intuitiv aus dem Messer, dem Stift, aus der Hüfte – zumindest was die Vorderseite als Patchwork betrifft.

Hätte ich mir doch bloß mehr Gedanken gemacht, wie ich das Gebilde mit meiner Nähmaschine gequiltet bekomme! Ich quilte bevorzugt von Hand und hatte mir deshalb beim (Aus-dem-Bauch-heraus-) Zuschnitt unbeabsichtigt ein paar Hürden gelegt. Meine Nähmaschine ist weniger flexibel als ich und dass mir die Zeit fehlen wird das Werk von Hand auszuarbeiten war von vorne herein klar gewesen hätte mir von Anfang an klar sein sollen. Rechnen kann ich und Kalender lesen auch.

Nun hatte ich selbst zum Fotografieren nicht die Muße, die ich gerne aufgewendet hätte. Das zarte Grün mit den Punkten kommt erst auf einem der nächsten Bilder heraus. Zudem hing die Decke ziemlich schief in der Hecke und kein Helfer zum Halten, Fixieren, Sichern war verfügbar.

 

Die schiefe Ecke muss als der gewollt eingebaute Fehler dieses Quilts herhalten. Ein Fehler in einem Quilt muss sein hat mir in meinen Anfangsquilterzeiten meine erste Kursleiterin erklärt. Nur so erhält ein Quilt seine Seele.

Ich konnte Ende der 1970er durch einige Umwege zuerst in einen Patchwork- und dann in einen Quilt-Kurs aus dem Freizeitangebot für US-Familien reinschlüpfen. Mein Schatz diese wenigen Stunden mit dieser alten Dame, die uns Teilnehmern vor allem Amish Quilting in alter Tradition nahe brachte – weniger ist mehr.

Sorry, ich war wieder einmal abgeschweift.

Das Label, wie immer bei einem meiner Quilts, handgestickt.

 

Die Weihnachtswiese

Wer Peterchens Mondfahrt kennt wie meine Kinder, als sie klein waren, dem ist dieses Kapitel nicht unbekannt. Wer es noch nicht kennt kann es hier nachlesen.

Für meine Kinder war die Weihnachtswiese jedoch auch eine Art Kurort für Puppen und Plüschtiere. Am Nikolaustag verschwanden diese nämlich um sich eben genau dort zu erholen, neu einzukleiden, zum Frisör zu gehen, usw. Da wurden Wunden geflickt, Bäuche aufgepolstert, Haare entwirrt und neu eingeflochten, aber vor allem wurden alle Teilnehmer neu eingekleidet. Weihnachten saßen dann alle wieder, wie neu, unter dem Weihnachtsbaum. Meine Große (er)kannte das Prinzip (verflixt schnell) und kommentierte bei vorbereitenden Besuchen in Stoffgeschäften bei dem einen oder anderen Stöffchen: „Kommt auf die Weihnachtswiese!“ oder auch „Blöd!“. So entstand eine Stoffsammlung für Tochters Puppen. So auch der Name vom allerallerallerersten Babyquilt, entstanden aus allen Restfitzelchen der Puppeneinkleidungsschneiderei. Kein Foto davon, denn Bruno, einer meiner alten Datenspeicher, verweigert leider seit Tagen seine Mitarbeit. Schade.

 

Hauptsache dieses neue Echtwerk hat Freude gemacht – mir beim Herstellen und meiner Kollegin als Geschenk.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

 

Woche 36/2017 – die letzte Ferienwoche

oder …

Vorbereitungen auf das neue Schuljahr und eine alte (Schul-)Tasche aufgepimpt!

Montagmorgen entschied ich, nach einer unglücklichen Bewegung, kein abschließendes Resümee zu den großen Ferien aus meiner Sicht zu schreiben. Beim Nasespülen reichte eine falsche Bewegung beim Griff nach einem Handtuch und die Hexe hatte zugeschlagen – kein Wunder nach fünf Wochen ohne Sport. Ist so, das Leben geht weiter, auch mit Aua und überhaupt.

In der Schule tut sich einiges, inklusive ersten Sichtungen des Klassenzimmers und meiner Fachräume (steht noch alles so wie es soll nach der Partnerstadtolympiade?), Treffen mit Kollegen, der ersten Konferenz, … und einer schönen Überraschung in meinem Klassenzimmer. Damit, dass in meiner restlichen Lehrerlaufzeit die Fenster repariert werden rechne ich nicht mehr, aber was da gerade eingebaut wird gefällt mir auch recht gut, bringt meine Augen zum Leuchten – blink – und die meines Teamkollegen auch. Ich werde berichten.

Der erste Schulbesuch vor dem Ferienende beinhaltet eigentlich:

  • die Rückkehr der Schultasche in die Schule, wo sie auch den Rest des Schuljahres bleiben wird – Schultasche eben
  • den Auszug der Kaffeetasse aus der Spülmaschine, denn nach fünf Wochen in dieser ist sie entseucht genug für das kommende Schuljahr
  • den Arbeitsplatz im Lehrerzimmer einrichten, nach Plan, denn vor Schuljahresende habe ich mir eine Liste (WOHIN habe ich WAS hingeräumt?) in den Schrank gehängt – wer jetzt sagt: „Voll, die Lehrerin!“ bekommt Haue, echt!
  • nette Gespräche mit lieben Kolleginnen und Kollegen, anfangs noch entspannt
  • den Erhalt vom neuen Stundenplan, wodurch sich die Gespräche etwas unentspannter entwickeln
  • so eine Art Warmlaufen in die Schulroutine
  • und die Lektüre diverser Schreiben des Kultusministeriums inklusive des Briefs der Kultusministerin zum Schuljahresbeginn – im Ernst, ich fand das Gespräch mit unserem Ex-Kultusminister, das ich im Laufe der Ferien führen konnte (Facebook-Freunde haben eventuell das Bild gesehen) konstruktiver und motivierender

 

Zuhause brachte ich ein paar Ferienprojekte zuende, wie das vermaledeite, prüfungsrelevante Herbarium für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Es könnte noch ein paar Fotos vertragen, oder ein paar Texte, aber nee, Ende Gelände, Schluss, aus, fertig, babbela. Bilder davon gibt es ein anderes Mal. Ist schon ganz schick, und anders als die anderen, geworden und alleine schon deshalb ein paar Bilder wert.

 

Das Patchwork-Projekt für das Baby einer Kollegin ist fast fertig genäht und benötigt nur noch ein paar Stiche zum fertigen Quilt. Auch von diesem Werk gibt es erst später Bilder. Erst muss es verschenkt sein, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, oder? Alternativ biete ich ein paar Eindrücke vom Nähen mit Kater und unserem Kampf um den Besitz des Nahttrenners! Angus liebt genau DIESES Teil heiß und innig. Wenn ich es nicht in einer Schublade verstecke findet er ihn! Wenn ich ihn in der Hand habe möchte er ihn! Dieses Mal nähte ich ihm beinahe in die Pfote!

 

Und dann stand ich vor meiner in die Jahre gekommenen Frühstücks-/Laptop-/Irgendwas-Transporttasche, die mich eigentlich bis zu meiner Pension hätte begleiten sollen. Es ist zweifelhaft ob dieser Schulterriemen noch sieben Jahre durchhalten wird. Dazu haben die Kater einigen Schaden an der Oberfläche angerichtet, nachdem sie die Tasche als Ersatzkratzfläche benutzt hatten. Sie bröselt an einer Seite mächtig.

Neue Tasche kaufen? Nee, nicht wirklich!

Alte Taschen gesichtet und eine gefunden, die ich, ursprünglich auf einem Afrika-Markt gekauft, auch schon als Proviant- und Notenlistentransporttasche verwendet hatte. Viel benutzt hatte sich in ihr das Futter in der Tasche begonnen an den Nähten aufzulösen und nach einigen Auslaufunfällen von Tee, Saft & Co. waren etliche Flecken unappetitlich nicht mehr zu übersehen (die Fleckenseite zeige ich hier nicht, das Szenario darf sich jeder selbst ausmalen). Von außen immer noch intakt konnte ich mich jedoch nicht von ihr trennen. Deshalb hing sie lange im Keller, bis jetzt. Einmal umgedreht erschien mir eine Wiederbelebung, ein Upcycling, machbar. Katerchen stimmte mir zu.

Futter gesichtet, rausgetrennt, Muster leicht verändert auf einen eigentlich ungeliebten Stoffrest übertragen, zugeschnitten, genäht und voilà … wie Phönix aus der Asche ist das alte Provianttäschchen neu belebt. Jetzt noch das Futter am Rand und am Boden festnähen, einräumen, Equipment (Schlüssel und Haarspange) anpinnen und Montag kann es losgehen.

Bei diesem Nähwerk benutzte ich zum ersten Mal Nähclips und ich finde sie ideal für gerade Nähte. Schwupps dran und genauso schnell wieder entfernt. Einziger Nachteil: Angus mag sie auch! Hmpf!

 

Mit dabei mein neuer Leererkalender (kein Schreibfehler) mit Foto von mir auf dem Einband. Es ist das siebte Exemplar aus diesem Verlag, das mich nun ein Jahr begleiten wird. 2014 hatte ich über diesen etwas anderen Kalender schon einmal berichtet (Link zum Blogpost).

 

 

Für die Baden-Württemberger Schulkinder und Eltern: Guten Start ins neue Schuljahr!

Ansonsten, alles Gute und bis die Tage,

Karin

 

Woche 28/2017

oder …

Unrund!

Die Woche fing so gut an um dann zur Wochenmitte ins Stolpern mit gruseligem Ende zu kommen.

Im Schul-Garten

… können die ersten Gurken geerntet werden. Richtig lecker ist die allgemeine Meinung. Leider müssen wir auch bemerken, wie plötzlich die paar wenigen schwarzen Johannisbeeren verschwinden, bevor sie im Essig landen konnten. Auch die ersten reifen Brombeeren wurden „fremd geerntet“. Wirklich schade.

Ins Glas

… landete am Ende dieser Woche das meiste Obst bevor es ungenießbar wurde. Ich bin und bleibe eine Gemüseesserin. Obst mag ich nur, wenn es geschält und portioniert vor mir liegt, nicht zu sauer ist und auch nicht zu süß. Vielleicht mag ich deshalb Erdbeeren und Aprikosen. Ich hatte es morgens nicht geschafft mir eine Ladung Obst für die Pausen zusammenzustellen. Nun schauten mich nicht nur die Äpfel mit braunen Augen an. Es sollte ein gesundes Wochenende werden, mit mindestens einem Smoothie am Tag. Freitag ging es mit Apfel, Wassermelone und Johannisbeeren an den Start.

In den Armen

… hat sich über Nacht die Fibromylagie mit Schmerzen zurück gemeldet. Ich habe auch so gewusst, dass ich seit dem letzten Urlaub zu wenig Bewegung, wie Entspannung hatte. Deshalb wollte ich mir am Wochenende gemütliches Nähen gönnen.

Im Eimer

… versenkt lag durch eine dumme Bewegung das Handy. Für ein paar Tage liegt mobil Telefonieren auf Eis bzw. gilt iphone on in rice!

In und ran an die Stoffe

… ging es dann doch am Freitagabend, sehr zur Freude vom kleinen Katerchen. Er liebt Stoffe in allen Farben, Hauptsache er kann sich darunter verstecken oder in sie einkuscheln.

In die Motten

… schaute ich fassungslos! Auf der Suche nach Applizier-Vlieseline griff ich ins Grauen, im Fach mit meiner Schwimm- und Schnorchelausrüstung. Vor Wochen hatte ich einen Bericht im Fernsehen verfolgt, der Motten zeigte, die sich durch Kunststoff gefressen hatten. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit meiner Lieblings-Fleecejacke gemacht, die auch die Motten lieb gewonnen hatten; so lieb, dass mir die Trennung nicht mehr schwer gefallen ist. Jetzt schaute ich auf ein Mottenlager in einem Neopren-Anzug! Yuck!! Der Sonntag ist gelaufen – Schmerztablette rein und ran an den Dreck.

 

Mir ist die Lust auf’s Nähen vergangen.

 

Später wurde doch noch etwas aus den bereit gelegten Stoffen – ohne Muster, ohne Schablone geht es weiter mit der Babydecke.

 

Ich wünsche eine schöne Woche.

 

Kissenbezüge für den Balkon

oder …

Nähen mit Hindernissen

Der erste Versuch für eine richtige Näharbeit,  4 1/2 Monate nach meinem Armbruch und einen Monat nach dem Einzug von Jungkaterchen, gestaltete sich von Anfang an als eine echte Herausforderung. Meine Ergotherapeutin hatte mir so viel Mut zugesprochen wieder mit dem Nähen zu beginnen, dass ich es einfach wieder probieren wollte. Nachdem es mit Häkeln und Stricken wieder richtig gut klappt, sollte es mit beidhändigem Fieselkram an der Nähmaschine auch wieder funktionieren. Ein Denkansatz, der eine Lücke aufweist!

Der Plan

Die Kissen und Bezüge meiner Balkonmöbel, die ich im Mai 2012 genäht hatte, sahen schon im letzten Sommer reichlich ausgeblichen aus und trotz einer kräftigen Farbwäsche in Knallorange war die Sommersonne 2016 gnadenlos entfärbend. Da fiel mir auf der Suche nach meinen Gerätschaften zum Papierschöpfen im Keller ein Stöffchen als Vorhang in die Hand, das wohl Jahrgang 1980 +/- 5 sein muss. Sieb, Schöpfrahmen, Wanne etc. waren kurzzeitig nur Nebensache, denn im Kopf wuselte sich schon die Weiterverarbeitung der Fundsache zurecht – keine Hussen mehr für die Stühle, aber Kissenbezüge.

 

Zuschneiden

Zum Zuschneiden von Stoffen benötigt man zwei Hände und bewegliche Handgelenke und nicht noch zusätzlich einen überaktiven, gelenkigen, jungen Kater, der mit einer Kralle geschwind einen meiner mit der Stecknadel beschäftigen Finger auf den Punkt fixiert – AHH – ANGUS (auf Scotty hört er in Notsituationen noch nicht) ! Der Blutfleck landete nicht auf dem Stoff und die mit dem Rollmesser geschnittene Kurve konnte ich später ausgleichen. Mannomann, da braucht man drei Anläufe um schmerzfrei und fest ein Lineal zu halten und dann schlägt Katerchen zu, nicht in die rechte Bewegungs-mit- dem Rollmesser-Hand, nein, in die linke, nicht so funktionierende Festhaltehand! Saboteur!!

Es wäre gemein alles auf Katerchen zu schieben, aber so schlecht habe ich ein paar gerade Stücke schon lange nicht mehr zugeschitten. Mir fehlt einfach noch ein Tick vom Cocktail Kraft, Gelenkigkeit und Geschick um mit links wieder voll da zu sein.

 

Nähmaschine aufbauen

Die Maschine irgendwie vom Regal gewuchtet, auf den Tisch gestellt, die Teleskopstange mit den Garnrollen ausgezogen … oje, Scottys glänzten nicht nur vor Freude, da ging ein Feuerwerk hoch!!! Wow! Nicht nur EIN Faden zum Spielen, sondern gleich VIER! Wie toll ist DAS denn!

„AHH!“

„ANGUS!“

„NEIN!“ – Er: „Doch!“ 😉 und sich so richtig mitten in die Fäden eingefädelt.

Aber beim Ausfädeln sich auch nicht helfen lassen wollen! Oh, Katerchen.

Nach erledigter Rettung musste er draußen vor der Tür bleiben, was auch nicht so einfach war. Chewie saß bei mir auf der einen Seite der Tür und Scotty auf der anderen. Chewie miaute, Scotty miaute. Also schob ich Chewie geschwind zu seinem Neffen auf seine Seite, um die Tür schnell wieder zu schließen. Auch nicht gut, denn es folgte erst einmal Fauchen, Knurren und etwas Gepolter um dann gemeinsam jaulend an der Tür zu sitzen. Ich musste spontan an einen 80er-Jahre Stück von Trio denken: … Mama 😉 … „…  Anna, …. lass mich rein, lass mich raus … “ (Was habe ich diese Band geliebt in all ihrem Minimalismus und noch habe ich zwei originale Musikkassetten von Trio.)

Beide Kater wurden aus ihrem Exil entlassen, aber es blieb weiterhin schwierig mit dem jungen Wilden.

 

Irgendwann musste ich mir eine Bremse für „Fang den Fuß“ einfallen lassen!

 

Das Ergebnis

Sechs Balkonkissen sind aus einem der alten Vorhänge entstanden, die die Balkonstühle ganz gut hübschen (finde ich).

 

Und Chewie nach seinem kurzen Exil und trotz dem Umtrieb vom jungen Wilden? Voll entspannt!

 

Ein neuer Babyquilt

oder …

Endlich wieder ein Grund zum freuen und quilten

Nicht nur die eigenen Kinder werden groß, größer, flügge und selbstständig um ihr eigenes Leben zu führen. Dem stehen die ehemaligen Spielgefährten aus der Nachbarschaft nicht nach.
Vor 20 Jahren sorgten noch acht bis zwölf Kinder rund ums Haus für Trubel und so viel Leben, dass in dieser Nachbarschaft kein Unbekannter einfach so in einen Hauseingang hineinkam (leider so geschehen, in den letzten Tagen).
Von den Eltern von damals leben noch einige hier. Einige von den Kindern von damals wohnen auch nicht weit weg oder sind sogar wieder echte Nachbarn. Aber echte kleine Krachmacher sind rar bzw. zwei Kinder im Vorschulalter und ein Enkelkind als regelmäßiger Besucher sind zur Belebung eines Hauses mit 24 Wohnungen einfach wenig!
Doch endlich gibt es wieder einen kleinen Schreihals, das zweite Kind aus der Spieltruppe von vor 20 Jahren, mit einer verflixt kräftigen Stimme!! 😀
Solch ein Ereignis muss gefeiert werden und ich hatte einen Grund alles andere liegen zu lassen, YES!

Heute ist er fertig geworden, der Quilt für Martinas Baby, ein Mädchen, aktuell vierzehn Tage jung.

 

Mit den Maßen 90 cm x 110 cm ist dieser Babyquilt größer als üblich. So passt er im Augenblick zwar nicht optimal in einen Kinderwagen, ist jedoch groß genug um noch lange als Bodendecke, Spieldecke oder Bettdecke benutzt werden zu können.

Für die Rückseite passte gerade mal so ein Reststück gepunkteten Stoffes, das im Gegensatz zu den 50er-Jahre-Retrostöffchen der Vorderseite ein kräftiges orange und grüne Sprenkel hat (sieht man nicht auf den Bildern).

Die Retrostoffe für die Vorderseite habe ich von fabricworm. Der Stoff von der Rückseite bekam ich als Reststück im Fabrikverkauf bei Zweigart.

Und nun komme ich zum eingebauten Fehler, den jeder Quilt einfach hat bzw. haben MUSS, aber dieses Mal nicht an der Stelle landete, wo ich ihn aus Verzweiflung (da die Rückseite nun einmal ein knappes Reststück war) einplante … .
Der Nähfehler an dieser Ecke war NICHT geplant!

Geplant war, weil das Stoffstück für die Rückseite einfach nicht von der bedruckten Fläche her passen wollte, dass ich ganz bewusst den weißen Stoffrand mit Firmenlogo etc. einarbeite.

Tja, irgendwie verschwand er dann doch unter dem Schrägband und die Hilfsnaht unter der Ecke kam zutage.

 

Zum Abschluss testete Kater Harry den Quilt, unaufgefordert, und ist zufrieden!

Was habe ich den Burschen gesucht bis ich ihn gefunden hatte!!!

Des Futons neues Kleid

oder …

Nähen mit Hindernissen

Nach dem ersten neu genähten Kissen für das Gästebett ging es in die zweite Runde. Diese Ansammlung an Mobilar aus dem Studentenzimmer meines Sohnes als ein solches zu bezeichnen ist gut gemeint. Momentan besteht das Gästebett aus den zwei aufeinander gestapelten Tatamis und dem darüber liegendem Futon. Dahinter klemmt die aufgeklappte Gästematratze an der Wand und alles wird von einem Berg an Bettzeug gekrönt, für das mir einfach der Stauraum fehlt.
Die schnellste Lösung, einfach über alles eine Decke legen, erwies sich nach einer Fliegenjagd meiner Kater: „Einer für alle, alle für einen!“ als unhübsches Schlachtfeld. Dann lieber so lassen, vorerst, bis jetzt.

Der Futon bekommt einen neuen Bezug!

Wie üblich nähe ich ohne Schnitt, nur messen, schneiden, stecken, heften, nähen, …, hoffen, dass es passt. Heften musste aus aktuellem Hindernis entfallen (siehe Postende).
Da das Prinzip für den Futonbezug ein übergroßer Kissenbezug mit Bändern zum Schließen ist, ist das schnittlose Nähen in diesem Fall kein Problem.

1. Schritt

Bahn 1 an einer der langen Kanten zwei Mal umklappen, feststecken und mit Stichlänge 2,5mm absteppen.

 

 

2. Schritt

Die ungesäumte lange Kante von Bahn 1 auf eine Kante von Bahn 2 feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm verteilen.
Die beiden Teile zusammensteppen und versäubern.

Auf der Vorderseite schmalkantig mit einer weiteren Steppnaht die Naht mit den Bändern sichern.

 

3. Schritt

Eine Schmalkante von Bahn 3, wie bei Bahn 1, zwei Mal umklappen und feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm in die Kante verteilen.
Absteppen.

Zur Stabilisierung die Bänder auf der Rückseite kurz vor der Kante noch einmal feststeppen.

 

4. Schritt

Beide Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass zueinander gehörenden Bänderpaare zusammen liegen. Feststecken.
Das kurze überstehende Stück über die Bänderkante auf das lange Stück legen und feststecken.
Alle drei offenen Kanten schließen und mit Zickzackstich versäubern.

 

5. Schritt

Da der Futon eine Höhe von ca. 7cm hat müssen die vier Ecken im Bezug innen schräg abgenäht werden.
Dazu lege ich an den Ecken die Nähte aufeinander, stecke sie fest und messe/zeichne mithilfe des Geodreiecks die nötige Naht.

 

6. Schritt

Den Futon beziehen und mit den Bändern schließen.

 

 

Die Hindernisse

Schnell noch eine Stärkung, dachte ich, bevor ich mit dem Nähen beginne. Ruckzuck einen Salat gerichtet und noch schnell ein paar Käsespäne gehobelt, dachte ich. Daumen zwischen Hobelmesser und Käse gerutscht, halbes Blutbad angerichtet.

Nähstube = Katzenspielplatz, so sehen das meine Kater.

 

Metamorphose eines Küchenhandtuchs

oder …

Der Anfang vom Gästezimmer

Wenn sich nicht einmal meine Kater in einem Zimmer aufhalten wollen, das mal ihr Lieblingszimmer war, dann muss etwas geändert werden! Aber ich kann sie ja verstehen! Das Zimmer meines Sohnes spiegelt die Nutzung der letzten Jahre – halb entkernt und entleert zum Studium in Karlsruhe, Zwischenlager während des Praktikums in Island, Rückkehr aus Island, Auffüllen und Teilentleerung des Zwischenlagers, Studium in Karlsruhe und nun, schwupps, Rumpelkammer. Von jetzt auf nachher gab es für ihn eine Chance in Japan die Masterarbeit zu schreiben. Alles musste schnell gehen. Zimmer in Karlsruhe auflösen und nachhause karren. Flugticket, Versicherungen, Papiere, … , wusch, weg. Was nicht in die Kisten zum Einlagern hier oder in den Koffer für dort passte, blieb liegen und liegt seit einem Monat so vor sich hin.

Natürlich könnte ich einfach die Tür schließen und das Chaos dahinter ausblenden. Doch ich gehöre zu den Menschen, die zum Wohlbefinden offene Fenster und Türen brauchen und so fühle ich mich in den kalten Monaten und zur Sicherheit genug eingeschränkt. Also blieb der freie Blick ins Übel mit andauernder Aufforderung:
Tu was!

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zünder um einen Prozess anzustoßen.

Mein Zünder war ein Geschirrtuch, dass ich irgendwann geschenkt bekam und ich einfach nicht „verlieren“ konnte, weil mir Farben wie Muster eigentlich gefielen.

Heute standen Geschirrtuch und ich dann kurzzeitig doch vor der endgültigen Trennung, als mir die Nähmaschine und eine Idee dazwischen kamen.

Zwei Knopflöcher und zwei Nähte später hatte das Geschirrtuch eine neue Funktion.

 

Voilà – aus einem Geschirrtuch ist ein Kissenbezug entstanden, der sofort einen Platz fand!

 

Da liegt das neue Kissen auf Sohnemanns entrümpelten Futon und wartet auf mehr: Kissen – Kater – Kuschelfaktor.

 

Babyquilt

Das Baby für das ich diesen Quilt im Februar 2012 nähte ist endlich auf der Welt und ich nehme niemandem mehr die Überraschung, wenn ich dieses Nähwerk nun vorstelle!

Nicht zu übersehen ist die vorherrschende Farbe und was schließt man daraus bezüglich des Geschlechts des neuen Babys? Es ist tatsächlich ein kleiner Junge!

Das geübte Auge erkennt vielleicht den Künstler von dem ich mich bei der Herstellung inspirieren ließ. Ja, es ist wirklich ein Muster von Kaffe Fassett!
Was war ich begeistert, als ich sein erstes Buch, Glorious Knitting, kurz nach der Geburt meiner Tochter in die Hand bekam. Ach ja, viele Jahre her! Trotzdem, schon 1985 begeisterten mich beim Öffnen des Buches die Bilder, wie die Strickmuster aus Arrangements die der Alltag bietet entwickelt und gegenübergestellt wurden. Pate dafür standen  Blüten, Knöpfe, Teller, Tassen, Obst und vieles mehr. Damals sensationell neu, heute immer noch strahlend, fröhlich, motivierend.

aus „Glorious Knitting“, Seiten 130/131

Und eines Tages sehe ich das erste Quiltbuch von ihm – haben will! – MEINS – und reihe es in meine Inspirationsbücherecke ein. Dort stehen neben Kunstbüchern auch Bilderbücher, Fotobände, einfach jede Menge hübscher Dinge zum Blättern, Schmökern, Seele baumeln lassen und „Futter“ für diese, damit die kreative Quelle nicht versiegt.

In einem dieser „Auftank-Pausen“ sprach mich ein Quiltmuster in einem der Bücher Kaffe Fassetts an, Economy Blue Patch:

Alle Maßangaben in seinen Patchwork-Büchern sind in Zoll bzw. inch angegeben, weshalb ich in solchen Fällen nicht mit dem Zentimeterband arbeite, sondern mit einem Zollband. Das brachte ich mir irgendwann einmal aus England mit, damit ich mir das Umrechnen sparen kann. Eigentlich müsste uns dieses leichter fallen, denn selbst in den Zentimeter-Meter-Ländern ist Zoll als Maßeinheit gang und gäbe. Wer es nicht glaubt, einfach mal bei Wikipedia reinschauen, ein wenig nach unten scrollen und … aah! Na, wie ist das mit der Schriftgröße beim PC, den Jeansgrößen?

Zurück zum Quilt.
Das Prinzip für einen Economy Blue Patch-Quilt ist einfach, doch beinhaltet es eine Menge an Vorarbeit. Zum Glück ging es bei mir dieses Mal nur um einen kleinen Quilt. Schnell auf einen Zettel die kleinen und großen Blöcke verteilt, durchgezählt,

  • eine Liste geschrieben,
  • Schablonen geschitten,
  • Stoff zugeschnitten,
  • Blöcke zusammengenäht,
  • alle Blöcke auf dem Tisch verteilt und <ups> da fehlt ja was.

Nach einem Kontroll-Blick auf die Skizze konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Ist das der absichtlich eingebaute Fehler in einem Quilt oder gehört das in die Kategorie: blond blöd? Das hätte mir doch auffallen müssen! Schaut selbst!

Peinlich!

Wenn mir meine Schüler einen Entwurf in dieser Art und Weise vorgelegt hätten …! 😀

Nun ist der Quilt trotzdem fertig geworden und ich quiltete ausnahmsweise mal wieder nicht mit der Hand sondern mit der Maschine.

Bei der vorherrschenden Farbe und bei so vielen Punkten war der Quiltname dieses Mal leicht zu finden: Blaupunkt

Neben gepunkteten Stoffen verwendete ich noch Reste mit Batikmustern, die vom Quilt für meinen Sohn übrig geblieben waren.

Und hier noch ein Blick auf die Rückseite, auf der das Quiltmuster deutlicher zu erkennen ist.