Metamorphose eines Küchenhandtuchs

oder …

Der Anfang vom Gästezimmer

Wenn sich nicht einmal meine Kater in einem Zimmer aufhalten wollen, das mal ihr Lieblingszimmer war, dann muss etwas geändert werden! Aber ich kann sie ja verstehen! Das Zimmer meines Sohnes spiegelt die Nutzung der letzten Jahre – halb entkernt und entleert zum Studium in Karlsruhe, Zwischenlager während des Praktikums in Island, Rückkehr aus Island, Auffüllen und Teilentleerung des Zwischenlagers, Studium in Karlsruhe und nun, schwupps, Rumpelkammer. Von jetzt auf nachher gab es für ihn eine Chance in Japan die Masterarbeit zu schreiben. Alles musste schnell gehen. Zimmer in Karlsruhe auflösen und nachhause karren. Flugticket, Versicherungen, Papiere, … , wusch, weg. Was nicht in die Kisten zum Einlagern hier oder in den Koffer für dort passte, blieb liegen und liegt seit einem Monat so vor sich hin.

Natürlich könnte ich einfach die Tür schließen und das Chaos dahinter ausblenden. Doch ich gehöre zu den Menschen, die zum Wohlbefinden offene Fenster und Türen brauchen und so fühle ich mich in den kalten Monaten und zur Sicherheit genug eingeschränkt. Also blieb der freie Blick ins Übel mit andauernder Aufforderung:
Tu was!

Manchmal braucht es nur einen kleinen Zünder um einen Prozess anzustoßen.

Mein Zünder war ein Geschirrtuch, dass ich irgendwann geschenkt bekam und ich einfach nicht „verlieren“ konnte, weil mir Farben wie Muster eigentlich gefielen.

Heute standen Geschirrtuch und ich dann kurzzeitig doch vor der endgültigen Trennung, als mir die Nähmaschine und eine Idee dazwischen kamen.

Zwei Knopflöcher und zwei Nähte später hatte das Geschirrtuch eine neue Funktion.

 

Voilà – aus einem Geschirrtuch ist ein Kissenbezug entstanden, der sofort einen Platz fand!

 

Da liegt das neue Kissen auf Sohnemanns entrümpelten Futon und wartet auf mehr: Kissen – Kater – Kuschelfaktor.

 

Sternenregen

oder …

Stars on the line

Pünktlich zum 1. Advent kümmerte sich meine Klasse um die Weihnachtsdekoration im Schulhaus.

Erste wichtige Aufgabe:

Die Sternenketten an die Decke des Treppenaufgangs in unserem Schulgebäude anbringen! Und da hängen sie wieder!

 

Letztes Jahr hatten meine Schüler noch Unterstützung von Schülern meiner letzten Klasse gehabt – eine Generation gibt ihre Erfahrungen an die nächste weiter. Dieses Jahr waren sie auf sich selbst gestellt und mussten sich erinnern, wer was wann und wie gemacht hat. Oh meine Nerven! 😀

Wie in den letzten 15 Jahren pendeln, drehen und bewegen sie sich wieder, viele Sterne, im Luftzug eines geöffneten Fensters oder dem Rückenwind stürmender Schülerscharen.

 

Was man dazu benötigt?

  • Etwas Geometrie zum Zeichnen eines Sterns mit sechs Zacken. Diesen habe ich im Fotokopierer in zwei weitere Größen verkleinert kopiert.
  • Laminierfolie um die Kopien einzuschweißen. Daraus werden die Schablonen für die Sterne geschnitten. Bei einer Klasse mit 22 Schülern reichen sechs Schablonen.
  • Plakatpapier und Plakatkarton in verschiedenen Grau- und Silbertönen.
  • Bleistift zum Umfahren/Aufzeichnen der Schablonen.
  • Scheren.
  • Viele fleißige Hände zum Ausschneiden. Vielen Dank auch an Kolleginnen und Kollegen für ihre Unterstützung!
  • Eine Nähmaschine mit weißem Ober- und Unterfaden. Damit werden die Sterne in unterschiedlicher Anzahl hintereinander zusammen genäht.
  • Büroklammern zum Aufhängen.
  • Leitern
  • In Deckennähe gespannte Drahtseile.
  • Und, unverzichtbar, eine Schiebehilfe, zum Beispiel eine Teleskopstange.

 

Beim Aufhängen und Nähen blieb keine Zeit um Fotos zu schießen. So wie wir neue Sternenketten genäht hatten wurden sie aufgehängt und neue produziert:

„Ey, wir brauchen noch ein Fünfer!“,
„Alter, was hast du da gemacht? Kannst du nicht bis acht zählen? Das sieht doch Sch… aus!“
„Frau Brinker, schicken Sie den Paul (Name geändert) weg! Boah, der macht nur Stress.“
„Was guckst du? Hol ’nen Dreier, aber flott.“

Zum Schluss hängte diese Gruppe noch eine Reihe kurzer Sternenketten ans Ende des Flurbereichs, der zur Schulleitung führt.

Im Klassenzimmer wurde parallel an der Fensterdekoration gefaltet und der Pappweihnachtsbaum von IKEA aufgebaut, wobei sogar Weihnachtslieder gesungen wurden!!! Unaufgefordert!

Und tatsächlich arbeitete der/die eine oder andere zur Abwechslung doch tatsächlich am Tagesplan für die Schule weiter 😉
Der Rest wäre ja auch Hausaufgabe gewesen – wie lästig!

 

Was mich all die Jahre immer wieder freut ist die Tatsache, dass die Sterne tatsächlich zum allergrößten Teil hängen bleiben. Neue Schüler meinen zwar immer wieder, wie auch dieses Jahr: „Das hängt nicht lange!“ doch Schüler Alis derbe Antwort: „Verp… dich, Alter!“ setzte deutlich Maßstäbe. Wenn Schüler aktiv beim Gestalten mithelfen achten sie auch auf ihr Werk.

Lavendel einsacken

oder

Wei.na…sges..enke 2012 – ich mag es noch nicht ausschreiben, es ist doch erst September

Lavendelduft-Säckchen, die ersten

Es herbstelt, vor allem nachts, und das spüre ich auch auf der Arbeit. Die Zimmer auf der Nordseite sind jetzt schon so ausgekühlt, dass einem beim Öffnen der Türen die kalte Luft wie ein Brett entgegenkommt – klatsch – igitt – der Winter kommt. Ich könnte wie jedes Jahr darauf verzichten. Da ich aber nun einmal in Deutschland zuhause bin muss ich eben durch neun Monate schmuddelkalt durch und drei Monate auf eine durchgehende Wärmeperiode hoffen. Meist fällt deutscher Sommer nur auf einzelne Tage, hier in Baden-Württemberg bevorzugt in die Schulzeit vor den Sommerferien.
Was sind wir dieses Jahr mal wieder verwöhnt worden mit den beinahe drei heißen Wochen am Stück!

Die Schule hat begonnen und in den Supermärkten wird Platz gemacht. Gestern begegnete ich in einem von dieser Art dem ersten Weihnachtsstollen 2012!! Oh Schreck, Weihnachten steht vor der Tür, ich habe den geernteten Lavendel im Keller vergessen und wo liegt der Stoff für die Duftsäckchen? Im neu geordnten Haushalt findet sich alles, doch habe ich mich noch nicht an die neuen Wege nach dem Umräumen gewöhnt. Nach diesem Nähwerk weiß ich endlich wieder blind, wo sich meine Nähutensilien befinden. Die ersten Lavendel-DuftSäckchen von der Ernte 2012 sind fertig und somit die ersten Weihnachtsgeschenke (uups, jetzt habe ich es doch ausgeschrieben).

Jedes der Lavendelsäckchen ist ca. 18 cm lang und 8 cm breit, wird aus durchsichtigem Stoff (Organza, Tüll, oder ähnlichem) genäht und mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt.

Aber zuerst der Lavendel, der kaum aufgeblüht im Sommer zum ersten Mal geschnitten werden sollte und ohne direktes Licht getrocknet wird. Normalerweise mache ich kleine Bündel aus den Lavendelblütenstengeln und hänge sie in den Keller. Dieses Jahr blieb der geschnittene Lavendel ungebündelt auf Zeitungspapier ausgebreitet liegen.

Nach dem Trocknen ribbelte ich die Blüten und Blätter von den Stengeln. Für die Lavendelsäckchen verwende ich später nur die Blüten. Die Blätter und Stengel hacke ich klein, befülle damit Gläser und Schüsseln und stelle sie als Raumerfrischer auf oder mische sie in Potpourries.

Das Nähwerk selbst besteht aus durchsichtigen Stoffen und wird mit verschiedenfarbigen Unter- und Oberfäden genäht. Auf diese Weise komme ich wieder an leere Nähmaschinenspulen, da all die Reste aus vergangenen Näharbeiten aufgebraucht werden können. Ideale Resteverwertung.

 

Beim Zuschnitt gebe ich jeweils oben und an der Seite 1,5 cm dazu, das heißt ich schneide für ein Säckchen zwei Teile mit einer Größe von 19,5 cm auf 9,5 cm zu. Natürlich könnte ich auch ein anderes Maß verwenden, aber ich finde diese lange schmale Form ideal um sie zwischen die Wäsche im Kleiderschrank zu schieben.

Schon beim ersten Stecken merkte ich: Das Material ist anders als das, was ich vor drei Jahren verwendet habe! Es flutschte weg, wo es nur konnte <argh> und so konnte ich nicht die alten Nähschablonen verwenden. Ärgerlich, aber irgendwie schaffte ich es doch beide Längsseiten mit schmalem engen Zickzackstich gerade zu nähen. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz und trotzdem wurde der Stoff nicht so stumpf, wie der zuletzt verwendete.

Genäht wird immer in Steppfußbreite. Für den Bereich in den später der Lavendel eingefüllt werden sollte steckte ich einen Pappstreifen auf das flutschige Material, weil es sich auf Biegen und Brechen nicht dauerhaft gleichmäßig nähen lassen wollte. So ließ sich das „U“ dann endlich auch an den Ecken bewältigen.

 

 

Geschafft! Rechts und links eine Zickzacknaht und in der Mitte das oben offene „U“, <puh>.

Endlich können die Lavendelblüten in das Innere des „U“ gefüllt werden.

 

Die Einfüllöffnung zustecken und mit Zickzackstich verschließen.

An der oberen und unteren schmalen Kante eine weitere Zickzackreihe zum Abschluss nähen. Vorher muss geschaut werden, ob Blüten in die Seiten vom Einfüllen gekommen sind. Die müssen vor dem Zunähen herausgeschüttelt oder herausgerieben werden.

Mit der Schere vorsichtig die überstehenden Ränder abschneiden und das Lavendel-Duftsäckchen ist fertig.

 

 

Balkonien wird aufgerüstet

oder …

IKEA – Gartenmöbel neu eingekleidet

Beim Aufräumen meiner Stoffkisten und Stoffschubladen fiel mir ein Möbelstoff in die Hand, den ich mir vor zwei oder drei Jahren gekauft hatte. Im Ladenlicht sahen die Farben optimal passend zu meinen bunten Balkonkästen aus. Zuhause angekommen, im hellen Licht auf dem Balkon war mir das Pink absolut zu pinkig, <uuhh>, <schüttel>, <yak>, Schrank auf und rein mit dem Stoff.

Gestern stand ich dann vor der Entscheidung:
verschenken
weg damit
verarbeiten

Kater Chewie nahm mir die Entscheidung ab. Er legte sich sofort auf den Stoff und so schnitt ich gerade so viel ab, wie Katerchen es zuließ, dass ich einen Tischläufer für meinen Balkontisch nähen konnte. Es war ein voller Erfolg. Chewie zog vom Stoffhaufen um – auf den Balkontisch!

Ok, dachte ich. Dann nähe ich noch ein paar Kissen für die Balkonstühle. Und wenn ich Kissen mache könnte ich doch gleich die Stühle komplett überziehen, denn selbst nach Nachschleifen und Einölen sehen sie altersentsprechend fleckig aus.

Gesagt, getan.

Da es diese Balkonstühle bei IKEA immer noch zu kaufen gibt, kommt hier der Schnitt für die Bezüge:

 

Für den Bezug der Stühle, wie für die Kissen, benötigte ich Knöpfe. Dazu bezog ich Knopfrohlinge mit demselben Stoff.

Der Knopf auf dem Stoffbezug für die Stühle verhindert das Verrutschen und wird zwischen der ersten und zweiten Sprosse der Sitzfläche hindurch in das Knopfloch auf der Oberseite des Bezugs geschoben.

Es ist quietschebunt und mir immer noch ein wenig zu pink, doch es hat Spaß gemacht zu nähen und Harry (links) und Chewie (rechts) gefällt es.

Harrison und Chewbacca

Babyquilt

Das Baby für das ich diesen Quilt im Februar 2012 nähte ist endlich auf der Welt und ich nehme niemandem mehr die Überraschung, wenn ich dieses Nähwerk nun vorstelle!

Nicht zu übersehen ist die vorherrschende Farbe und was schließt man daraus bezüglich des Geschlechts des neuen Babys? Es ist tatsächlich ein kleiner Junge!

Das geübte Auge erkennt vielleicht den Künstler von dem ich mich bei der Herstellung inspirieren ließ. Ja, es ist wirklich ein Muster von Kaffe Fassett!
Was war ich begeistert, als ich sein erstes Buch, Glorious Knitting, kurz nach der Geburt meiner Tochter in die Hand bekam. Ach ja, viele Jahre her! Trotzdem, schon 1985 begeisterten mich beim Öffnen des Buches die Bilder, wie die Strickmuster aus Arrangements die der Alltag bietet entwickelt und gegenübergestellt wurden. Pate dafür standen  Blüten, Knöpfe, Teller, Tassen, Obst und vieles mehr. Damals sensationell neu, heute immer noch strahlend, fröhlich, motivierend.

aus „Glorious Knitting“, Seiten 130/131

Und eines Tages sehe ich das erste Quiltbuch von ihm – haben will! – MEINS – und reihe es in meine Inspirationsbücherecke ein. Dort stehen neben Kunstbüchern auch Bilderbücher, Fotobände, einfach jede Menge hübscher Dinge zum Blättern, Schmökern, Seele baumeln lassen und „Futter“ für diese, damit die kreative Quelle nicht versiegt.

In einem dieser „Auftank-Pausen“ sprach mich ein Quiltmuster in einem der Bücher Kaffe Fassetts an, Economy Blue Patch:

Alle Maßangaben in seinen Patchwork-Büchern sind in Zoll bzw. inch angegeben, weshalb ich in solchen Fällen nicht mit dem Zentimeterband arbeite, sondern mit einem Zollband. Das brachte ich mir irgendwann einmal aus England mit, damit ich mir das Umrechnen sparen kann. Eigentlich müsste uns dieses leichter fallen, denn selbst in den Zentimeter-Meter-Ländern ist Zoll als Maßeinheit gang und gäbe. Wer es nicht glaubt, einfach mal bei Wikipedia reinschauen, ein wenig nach unten scrollen und … aah! Na, wie ist das mit der Schriftgröße beim PC, den Jeansgrößen?

Zurück zum Quilt.
Das Prinzip für einen Economy Blue Patch-Quilt ist einfach, doch beinhaltet es eine Menge an Vorarbeit. Zum Glück ging es bei mir dieses Mal nur um einen kleinen Quilt. Schnell auf einen Zettel die kleinen und großen Blöcke verteilt, durchgezählt,

  • eine Liste geschrieben,
  • Schablonen geschitten,
  • Stoff zugeschnitten,
  • Blöcke zusammengenäht,
  • alle Blöcke auf dem Tisch verteilt und <ups> da fehlt ja was.

Nach einem Kontroll-Blick auf die Skizze konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Ist das der absichtlich eingebaute Fehler in einem Quilt oder gehört das in die Kategorie: blond blöd? Das hätte mir doch auffallen müssen! Schaut selbst!

Peinlich!

Wenn mir meine Schüler einen Entwurf in dieser Art und Weise vorgelegt hätten …! 😀

Nun ist der Quilt trotzdem fertig geworden und ich quiltete ausnahmsweise mal wieder nicht mit der Hand sondern mit der Maschine.

Bei der vorherrschenden Farbe und bei so vielen Punkten war der Quiltname dieses Mal leicht zu finden: Blaupunkt

Neben gepunkteten Stoffen verwendete ich noch Reste mit Batikmustern, die vom Quilt für meinen Sohn übrig geblieben waren.

Und hier noch ein Blick auf die Rückseite, auf der das Quiltmuster deutlicher zu erkennen ist.

„Luxemburgerlis“ #2

Was nützt die tollste Anleitung, wenn hinterher das eine oder andere nicht so ganz stimmig erscheint oder nicht wie gewollt funktioniert.

Der Prototyp gelang mir ruckzuck. Doch schon da war ich mit den letzten Schritten in der Herstellung des „Innenlebens“ der kleinen Dinger nicht so zufrieden. Craftpassion näht die bezogenen Innenscheiben der Knopfrohlinge nur am Gelenk, zwischen den beiden äußeren Knopfhälften, an. Damit sie später nicht verrutschen und den Reißverschluss verklemmen klebt sie die Teile fest. Das wiederstrebt mir total. Ich fixierte die zwei Scheiben mit ein, zwei Knoten gegenüber dem Gelenk, versteckt an der Reißverschlussnaht. Das war zwar nicht optimal, aber funktionierte.

Gestern nun ging es in die Produktion, zusammen mit meiner Tochter.

Damit das Nähen bei diesen winzigen Teilen mit kleinen Stichen besser klappt verwendete ich am Zeigefinger einen Fingerling aus Latex. Das erleichtert das Fassen und Durchziehen der Nadel durch mehrere Stoffschichten – ein Quiltertrick.

 

Alles lief super, bis wir an die oben beschriebene Stelle kamen. Dieses Mal passten die zwei Innenhälften auf Biegen und Brechen nicht einmal in das halbfertige Gehäuse!

Wir wollten nicht Trennen, zumal meine Tochter mit superfeinen exakten Stichen gearbeitet hatte. Viel zu schade zum Trennen! Wir entschieden uns dafür die Innenplatten der beziehbaren Knöpfe durch passende Pappstücke zu ersetzen. Dadurch hatten wir auch Platz, diese innen, entlang der Naht, am Reißverschluss zu fixieren. Eine eindeutige Verbesserung, die auch auf dem Foto zu erkennen ist. Im oberen Döschen sitzt das Innenleben einfach besser.

Unzufrieden, wie ich heute noch war, trennte ich den Prototyp in der Mitte wieder auf und überlegte mir, wie ich ihn verbessern könnte.
So praktikabel die Lösung mit der Pappe war, sie befriedigte mich nicht so richtig. Genausowenig, wie die Innenteile zu kleben.

Nach reichlichem Nachdenken, Stöbern im Keller und in den Werkzeugkisten kam ich in Ermangelung einer Blechschere auf die Alternative – feilen. Die Innenplatten der Knöpfe haben einen flachen Rand, der seinen Sinn und Zweck hat, wenn man die Metallteile für das verwendet, wozu sie gedacht sind – Stoffknöpfe herzustellen. Doch wenn die Platten für innen, die eigentlich nur zum Festklemmen gedacht sind, auch mit Stoff bezogen werden ist das mindestens eine Stoffschicht zu viel. Also feilte ich den flachen überstehenden Rand ab.

Links liegt die gefeilte Knopfplatte ohne Rand und rechts das Original.
Stoff darüber gespannt, ans Innengelenk genäht, außen herum noch Platz genug zum Festnähen an den Reißverschluss gehabt, fertig sind die Teilchen und ich nun endlich zufrieden.

 

„Luxemburgerlis“ mal ganz anders

Luxemburgelis!
Wer diese jemals gekostet hat, weiß um deren Suchtfaktor. Ich hatte das beinahe vergessen, bis ich vor Wochen auf einem meiner Lieblingsblogs einen Post fand, mit schnuckeligen kleinen Stoffgebilden <sooo sweet> und das ‚déjà vu‘ war perfekt. Wahnsinn, zuckersüße Luxemburgelis ohne nach Zürich in die nächste Sprüngli-Filiale fahren zu müssen, und eine Variante die nicht auf die Hüfte geht 😀 !

Oh tat mir es in der Seele weh, nicht sofort mit diesen Teilen beginnen zu können:

  1. Da ist die tägliche Arbeit zum Geld verdienen.
  2. Eine andere Näharbeit, die ich noch vorstellen werde, war in Arbeit.
  3. Und dann war es nicht ganz so einfach das Wichtigste dieser kleinen Teile zu bekommen, die Knopf-Rohlinge.

Doch heute Abend war es soweit. Alle Bedingungen zur erfolgreichen Produktion von „Stoff-Luxemburgerlis“ waren erfüllt, die Vorbereitungen abgeschlossen.

Die Maße aus der Anleitung, dem Tutorial hatte ich dank meines endlich wieder funktionierendem Internets korrekt umgerechnet, sodass ich eine Materialliste mit Zentimeterangaben weitergeben kann.

Für ein „Luxemburgerli“ braucht man“übersetzt“:

  • 2 überziehbare Knöpfe mit 38 mm Durchmesser
  • 1 Stück Stoff  für den Außenbezug 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück Stoff für das Futter 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück vom Futterstoff mit ca. 4 cm x 4 cm
  • 1 StückWattierung 10 cm x 5 cm
  • 1 Reißverschluss mit 12 cm
  • 1 Schablone aus Karton mit 3,5 cm Durchmesser für den Außenstoff und das Futter
  • 1 Schablone aus Karton mit 2,5 cm Durchmesser für die Wattierung
  • 1 Stück Band 1 cm breit und 5 cm lang

 

Zusätzlich hatte ich mir das Tutorial von CraftPassion noch ausgedruckt um nicht ständig von Nähtisch zu Computer wechseln zu müssen. Auch wenn es auf Englisch ist, die Bilder sprechen für sich und es lässt sich wirklich gut mit dieser Anleitung arbeiten. Alles funktioniert, wie beschrieben, bis auf eine Kleinigkeit.

 

 

 

 

Ich fixierte die inneren ‚Platten‘ nicht nur an dem Gelenk in der Mitte (wie im Tutorial beschrieben), sondern zusätzlich noch an einem äußeren Punkt.

Stoffkörbe

oder
Weihnachtsgeschenke 2011 #3
Noch zwei Tage bis Heiligabend. Jetzt steht Weihnachten wirklich ganz dicht vor der Tür. In der Schule wichteln meine Schüler und ich bin dafür noch auf beinahe verzweifelter Suche nach richtig alten, old fashioned, Weckern – solchen, die so richtig Krach machen, analog und echt. Die Klasse hat beschlossen den zwei Dauerverschläferinnen unter ihnen diese „Unterstützung“ zu finanzieren. Aber es sollen für die zwei „Damen“ richtige Rasselwecker sein. Bis jetzt waren wir alle erfolglos auf der Suche, denn viel kosten soll es ja auch nicht.
Aber mit den Geschenken für die Meinen bin ich fertig, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die noch mit der Post kommen, sollen, hoffentlich.

Mit den Socken für alle, der Plan für die Bescherung 2011, hat es ja wie berichtet nicht geklappt. In einem meiner Strickkörbe dümpelt die einsame Socke immer noch vor sich hin und wartet auf das Klonen. Zum Glück muss gerade dieser Korb weichen, wenn der Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zieht. Ich wünsche der Socke alles Gute und ich hoffe, sie sucht nicht wieder Zuflucht in irgend einem anderen Korb um dann im neuen Jahr plötzlich wieder bei mir aufzutauchen!

Doch was konnte ich stattdessen schenken?

Neue Ideen entwickeln sich immer während der Vorbereitung oder Ausarbeitung einer anderen. So ist es zumindest bei mir nach eigener Erfahrung. Das ist mit ein Grund warum ich nie nur EIN Strickzeug herumliegen habe, oder beim Nähen eines Objekts oft schon der Stoff für das nächste bereit liegt.
Nicht anders erging es mir auch jetzt wieder als ich Stoff für die Weihnachtsgeschenke #2 nachkaufen musste. Der Stoffladen war voller Kundinnen und ich vertrieb mir die Zeit mit Stoffen anschauen und befühlen, Musterbücher blättern, … als ich mich bei einem Stoff an eine Schaufensterauslage erinnerte mit einem Stoffkorb, den ich völlig überteuert fand. Mit diesem Stoff zwischen den Fingern war eine neue Weihnachtsgeschenkidee geboren – ich nähe Stoffkörbe!




Zuerst der Schnitt.
Erster Schritt – Internet. Nichts Brauchbares gefunden, also wieder selbst ist die Frau. Ansonsten, ich bin ja der Mathematik fähig und kann einen Kreisumfang berechnen 🙂
Der Schnitt für den Boden lässt sich mithilfe eines Zirkels ruckzuck zeichnen.

Bleiben die Maße der Stoffbahn für die Seiten. Die gewünschte Höhe, d.h. die Breite der Stoffbahn kann frei gewählt werden. Ich entschied mich für 20 cm plus zwei Mal Saumzugabe = 21,5 cm.
Zur Feststellung der Länge brauche ich die Formel für den Kreisumfang:
U=2πr.
Wenn der Stoffkorb einen Bodendurchmesser von 20 cm haben soll rechne ich plus Saum mit einem Radius von 10,75 cm und komme auf einen Umfang von 67,51 cm. Rechne ich noch zwei Mal 0,75 cm für die Nahtzugabe dazu komme ich auf 69 cm.
21,5 cm und 69 cm lassen sich gut mit Maßband und Schneiderkreide direkt auf den Stoff zeichnen und ich verzichtete auf einen Papierschnitt.



Pro Stoffkorb braucht man zwei Böden und zwei Stoffbahnen. Ich verwendete keine Füllwatte zum Polstern oder Vlieseline zur Stabilisierung der Körbe, damit die Körbe besser zu Waschen sind. Aber ich verwendete fest gewebten Baumwollköper als Material, vergleichbar mit Jeansstoff, der meines Erachtens nach genügend Stabilität gibt um Obst oder Brötchen am Wegkullern zu hindern.




Und sie halten noch viel mehr aus. Was es sonst noch an Kleinigkeiten gibt packte ich gleich in die Körbe mit hinein. Wie viele Stoffkörbe ich genäht habe? Viele 😀

 

Ein einfacher Rock

Nähstube eröffnet!

Es ist nicht so, dass ich nicht gerne Shoppen gehe. Gerne würde ich den einen oder anderen Euro in diversen Bekleidungsgeschäften und Boutiquen liegen lassen. Doch es scheint so, als ob die Bekleidungsindustrie ihre Kollektionen fern meiner Figur produziert. Sicher, es ist nicht so einfach Mode für alle herzustellen, doch ich komme meist frustiert aus der Anprobe. Vielleicht suche ich in der verkehrten Modeabteilung, doch im Bereich Mode für große Größen und für die gepflegte ältere Dame fühle ich mich absolut deplatziert.

Ich weiß ich bin in den 50ern.
Ich merke selbst, wie sich meine Figur verändert, wie sich die Rundungen vom Pobereich zum Bauch umverlagern – hinten platt und vorne ausgebeult. Die Taille schwindet und trotz aller Gymnastik mutiert aus Kurven ein zerbeulter Zylinder. Trotzdem ist es mein Körper und ich möchte ihn „ordentlich“ eingepackt haben.

Jetzt stand mir der Sinn nach Rock und meinen Ringelstrumpfhosen. Die Strumpfhosen sind zum Glück aus Strickware und passen sich jeder Figur an – ob vorne platt und hinten rund oder umgekehrt, sie passen, noch. 😀
Nicht so bei den Röcken. Die sind auf Taille ausgelegt, egal in welcher Größe, und nicht auf zerbeulte Zylinderfigur. Nachdem ich wieder genug Zeit und Frust in Anprobekabüffchen verbracht hatte – wenn der Bund zu schließen war schlackerte das Teil wie ein Sack um mich herum und wenn der Rock um Po und Hüfte passte ging der Knopf am Bund nicht zu – entschied ich mich für „Selbst-ist-die-Frau“ und kaufte mir Stoff und Reißverschluss im Stoffgeschäft meines Vertrauens. Auf ein Schnittmuster verzichtete ich, einfach davon ausgehend, dass die Schnittmusterindustrie auch von Konfektionsgrößen jenseits meiner Realität ausgeht.


Ich vertraute auf mein Maßband und meine Erinnerung, wie ich früher Röcke genäht hatte. Vom Bund/Taille bis zur Hüfte 17 cm und dann noch 26 cm Rocklänge dazu. Taille messen, Hüftumfang messen … vielleicht auf Papier übertragen
zuschneiden …



Reißverschluss heften …

Reißverschluss einnähen …

restliche Nähte schließen …

Verschluss annähen …

Fertig!





Als Rockstoff hatte ich mir einen gewalkten Wollstoff ausgesucht, der auch dehnbar ist. Einen solchen Stoff hatte ich bisher noch nicht verarbeitet und er dehnte und dehnt sich mehr, als ich beim Anfühlen erwartet hatte. So folgte Nähte trennen und neu nähen.
Aber jetzt ist der Rock fertig, passt, mit Luft zwar :D, weil ich die Dehnbarkeit des Stoffes einfach falsch eingeschätzt habe, aber er sitzt ohne Schlackern, ist schön warm und voll geeignet für die Gelage der kommenden Weihnachtszeit!!!