Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Tag der offenen Tür bei Lutz Ackermann

oder …

Ein Sonntagsausflug in einen ganz besonderen Garten!

Wer von von Stuttgart kommend die A 81 bei Böblingen Ost verlässt, sieht von Böblingen, falls man nicht die Orientierung verloren hat, am Ortseingang die Skulptur von Lutz Ackermann mit drei überdimensionalen Sicheln. Ungefähr an dieser Stelle hat eine der schlimmsten Schlachten des Bauernkriegs in unserer Gegend am 12. Mai 1525 stattgefunden.

Bitte verzeiht mir auf den Verzicht eines aktuellen Fotos an dieser Stelle. Böblingen (BB) ist neben Berlin (B) meines Erachtens an verkehrsbeeinträchtigenden Baustellen am Aufholen, wird es am ersten Juli-Wochenende garantiert für eineWeile überholen. Deshalb meine Bitte, genießt bei Ortseingang die Ampelphasen um die Bauernkriegsstelen zu bewundern und um Kraft zu tanken – und nicht um sie zum Weg frei schlagen zu nutzen. Das nutzt sowieso nichts. BB steht momentan für BBaustelle!

Deshalb mein Tipp, falls es durch Böblingen mal nicht so flüssig durchzufahren ist, Auto abstellen und ins Bauernkriegsmuseum in der Zehntscheuer gehen bis sich der Stau aufgelöst hat. Momentan kommt es immer häufiger vor, dass ich mein Auto in der Stadt stehen lasse und zu Fuß nach Hause gehe. Aber das ist nun eine ganz andere Geschichte wert.

Diese Geschichte begann im April, als ich im Vorbeifahren am Straßenrand, über der Böschung, eher ungewöhnliche Objekte entdeckt hatte. Neugierig geworden wurde zuhause recherchiert, aus den Ergebnissen Zusammenhänge erkannt, um noch einmal vor Ort die Örtlichkeiten zu erkunden , danach die zwei Termine zum Tag der offenen Tür 2017 erfahren, UND diese ganz dick im Kalender markiert!

Lutz Ackermann, der Künstler hinter dem Bauernkriegsdenkmal, lebt und arbeitet im Kreis Böblingen. Was er aus dem Bahnwärterhaus in Gäufelden-Nebringen und dem Gelände geschaffen hat ist beeindruckend.

Eindrücke von außen im April 2017

Eindrücke von innen – Tag der offenen Tür am 25. Juni 2017

Ich nutzte ein paar Stunden vom Tag zum Kraft tanken im Garten von Lutz Ackermann. Werkstätten, Garten, Atelier kombiniert lebt und inszeniert der Künstler als Kunst-Kraftwerk. Und das ist zu spüren!

 

Künstler beim Aufstieg
Das Modell …
Das Original …

 

Wer mehr über den Künstler erfahren möchte, einfach googeln:

Lutz Ackermann Kreis Böblingen

Mehr zum Bauernkrieg in Böblingen, hier!

Keramikmarkt in La Bisbal

oder …

Kopfloser Engel

Karfreitag in Spanien und weit und breit ist nichts von einem stillen Freitag, Kummer, Trauer oder einer einem Fasten- bzw. Abstinenztag zu spüren. Viele Geschäfte sind geöffnet, man trifft sich mit der Familie, genießt die Sonne und feiert einen ansonsten freien Arbeitstag.

Wir sind unterwegs nach La Bisbal d’Empordà, einer Stadt in Katalonien mit einer wunderschönen Altstadt und vielen alten Keramikwerkstätten. Dort findet in diesem Jahr an Karfreitag und Karsamstag entlang des ausgetrocknetem Flussbetts des Daró ein Keramikmarkt statt.

Neben traditionell spanischen Keramikgegenständen finden sich auch einige Stände von Keramikkünstlern, die neue Wege gehen oder Keramik mit anderen Werkstoffen verbinden.

Ein Stand hatte es mir dann besonders angetan und ich freue mich, dass Jose Davila mir dann erlaubte seine ausgestellten Objekte zu fotografieren und die Fotos veröffentlichen zu dürfen.
Er verbindet feine Keramik mit Metallblechen, Drähten und Blechdosen zu teilweise skurrilen Objekten.

Da „fliegen“ Engel ohne Flügel mit zu Schalen ausgebauten Heiligenscheinen.

Gleich daneben breiten kopflose Dosenengel ihre Flügel aus.

 

 

Aber Jose Davila kann auch ganz Bodenständiges filigran aus festem und flexiblem Material zaubern, …

… fast so schön wie die Natur nebenan:

Und dann um die Ecke der Nebenschauplatz mit bildnerischem Kontastprogramm:

 

 

Noch einmal Island – Kleines Haus mit großer Geschichte

und …

Fast nebenan ein hübsches Stück Kunst mit verblüffendem Effekt

Nachdem ich einige Tage viel im Auto gesessen bin erlaufe ich mir Reykjavik. Um von meinem Hotel aus an die Bucht von Reykjavik zu laufen komme ich am Gästehaus der isländischen Regierung vorbei: Höfði

So unscheinbar das kleine weiße Haus an der Sæbraut, der Uferstraße Reykjaviks liegt (noch kleiner wirkt es von der anderen Seite aus, denn dahinter stehen etlich große neue Gebäude), hier wurde Weltgeschichte geschrieben. Es ist der Ort an dem sich im Oktober 1986 Ronald Reagan und Michail Gorbatschow zu einem Gipfeltreffen trafen.

Höfði von der Hauptstaße aus gesehen (Aufnahme vom März 2013)

Für noch viel interessanter für mich erwies sich auf dem Weg dorthin ein Kunstgebilde, das mich anfangs etwas irritierte.

Ich stellte mir die Frage: Ist das Ding platt oder wie funktioniert das überhaupt?

Hmm. Das wollte ich jetzt genauer sehen und wissen und lief links dran vorbei.

Aha, Nicht ganz platt, aber fast. Nur ganz schwach hat das Objekt Falten, um die Kanten zu markieren. Im Hintergrund ist schon Höfði zu sehen.

Ich lief weiter drum herum.

Schon nach wenigen Schritten wirkt wieder die optische Täuschung und die Quader scheinen frei zu schweben.

Und zum Schluss noch ein Bild von der Rückseite.

Tolles Ding! Für meine Begriffe konnte die Plastik, die direkt auf dem Grundstück vom Höfði steht nicht damit mit halten.






Unterwegs in Stuttgart – Staatsgalerie

und …

Bleeding Trees

Wenn an freien Tagen das Wetter wenig nach draußen einlädt gehe ich gerne Kunst schauen. So dachte ich gestern, an Himmelfahrt, nur fiel mir keine Ausstellung ein, die mich interessierte. Deshalb hatte ich es mir mit meinem momentanen Häkelwerk in Arbeit schon gemütlich gemacht als eine Freundin anrief. Ihr geht es an Tagen wie diesen ähnlich wie mir und sie machte den Vorschlag – die Staatsgalerie zeigt Bilder aus der aufgekauften Sammlung Domberger in der Ausstellung  Op+Pop – Experimente amerikanischer Künstler ab 1960. Also doch Kunst schauen.
Wir trafen uns dann vor Ort, dem Teil der Galerie, der während unseres Studiums in Planung und im Bau war und wegen seiner Architektur so viel Staub aufgewirbelt hatte – dem neuen Teil. Uns gefällt das Gebäude nach wie vor und mit der Patina der Jahre heute noch mehr als früher.

 

Doch bevor ich mehr Bilder vom Gebäude zeige ein paar persönliche Worte zur Ausstellung und einer tollen Überraschung danach.

Persönliche Worte
Wer Pop-Art mag findet in dieser Ausstellung ein paar wirklich schöne Bilder bzw. Serigraphien zum Beispiel von Robert Indiana, Robert Rauschenberg, Josef und Anni Albers, Richard Anuszkiewicz, die mich wieder beeindruckten und etliche Werke von Richard Estes. Letzterer ist ein Wegbereiter bzw. der Vertreter des Fotorealismus.  Die Ansichten in seinen Bildern wirken fotografisch genau, haben einen hohen Wiedererkennungswert, doch sind sie in Teilen zusammengesetzt. Fotografieren durfte ich nicht, aber es lohnt sich hier unter diesem Wikipedia-Link unter Bilder von Richard Estes zu klicken.
Ein besonderes Wiedersehen hatte ich mit einem ausgestelltem Bild von Richard Estes, bei dessem Entstehen ich am Rande teilnehmen durfte und einem Exemplar lange sehr nahe war und mir ganz sicher sein kann: Estes hat auf einem meiner Wohnzimmerstühle gesessen und handgeschabte schwäbische Spätzle gegessen.
Lang ist es her.

Tolle Überraschung
Aus der Ausstellung kommend, die im alten Gebäude der Staatsgalerie gezeigt wird, liefen wir zwei außerhalb der Gebäude zurück zum neuen Teil um sofort die roten Banderolen an den Bäumen wie Eyecatcher wahrzunehmen – bleeding trees!
Diesen Teil der dOCUMENTA 13 hatte ich letztes Jahr nicht gesehen und nur darüber gelesen. In dieser Zeit im Habichtswald in Kassel-Wilhelmshöhe installiert, wollte der Künstler Alfred Bradler den Menschen deutlich machen, dass in die Natur eingegriffen wird und schaffte damit eine recht eindrucksvolle Wirkung. Wie gesagt, ich hatte bisher nur darüber gelesen, z. B. hier.
Und plötzlich hatte ich diese Bäume vor mir, völlig unerwartet. Dass eine Adaption dieser Installation als „Land-Art“ in Stuttgart stattfand, eigentlich schon zuende ist, ist mir durchgegangen. Im Internet fand ich dazu jetzt diese Seite.  Zum Glück steht diese Installation noch in Teilen entlang der Staatsgalerie.

vom alten zum neuen Teil der Staatsgalerie

 

„bleeding trees“

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Ausstellungsbesuch landet der eine oder andere Ausstellungssticker auf den nächsten Ampelmasten

Mein Sticker klebt in meinem Tagebuch. Ob der meiner Freundin auf der Säule klebt? Fragt sie. Auf jeden Fall fand ich noch einige von einer Ausstellung, die mich letztes Jahr bewegt hat, von Turner-Monet-Twombley.

Nach einem Ausstellungsbesuch lohnt es sich vor allem bei gutem Wetter noch eine kleine Einkehr im stilvollen kleinem Cafe vor der Galerie. Mein Tee mit frischer Minze war einfach lecker!

 

 

Kunst-Hand-Werk im wahrsten Sinn des Wortes

oder …

Sprachlos!

Einfach nur schauen und staunen!

 

 

 

 

 

 

 

Die Kunst-Hand-Werke stammen von Guido Daniele – klicken und noch mehr Fotobeispiele anschauen.
Danke an Resis Werkstatt für diesen Tipp.

Und noch viel größeren Dank an Guido Daniele, der mir erlaubt hat diese, seine Bilder auf meinem Blog zu zeigen.

Zurück von der dOCUMENTA 13 #2

oder …

Was mich beeindruckt hat!

Vorab für diejenigen, die die Documenta nicht kennen: Es ist eine internationale Kunstausstellung, die alle fünf Jahre für 100 Tage in Kassel stattfindet.
Meine zweieinhalb Tage dort waren viel zu kurz, für einige Ausstellungsorte blieb mir nicht die Zeit und ich hätte gerne das eine oder andere Objekt noch ein zweites Mal angeschaut.
Zum Glück hatte ich mir kurz vor der Abreise nach vielen Hin- und Herüberlegungen doch die „richtige“ Kamera in den Koffer gepackt und kann jetzt der Erinnerung mit einem Berg an Bildern auf die Sprünge helfen.

Ich picke aus meiner Bilderflut die vier Künstler heraus, die ich gerne noch ein zweites Mal auf der Documenta „besucht“ hätte oder von denen ich mehr Werke an anderen Orten sehen möchte.

Haegue Yang, Kulturbahnhof

Über einem still gelegtem Gleis hängen Jalousien, die sich einzeln oder in Gruppen öffnen und schließen, wie Züge in Bahnhöfe ein- und ausfahren. Das Surren der Motoren, oder der Lichteinfall der Neonröhren verändern so immer wieder den Gesamteindruck. Auf dem ersten Blick nicht spektakulär, aber es verleitet zum Verweilen.

 

Geoffrey Farmer, Neue Galerie

Seine imposante Collage ist auf dem Deckblatt der Sonderausausgabe vom Kunstmagazin art zur Documenta 13 zu sehen. Es ist eine gewaltige Sammlung von ausgeschnittenen Bildern aus Ausgaben des Magazins Life von 1935 bis 1985, die wie Schattenspielfiguren auf Stäbe montiert und, neu sortiert, zu Leaves of Grass angeordnet wurden. Eine Art Tagebuch der besonderen Art.

 

„Kopfende“ von Leaves of Grass

 

Leaves of Grass von außen – die 11 Fenster im ersten Stock!

 

Yan Lei, Documenta-Halle

Das Limited Art Project dieses Künstlers aus China zeigt 360 Einzelbilder, die der Künstler als Bildausschnitte je nach Laune aus Quellen im Internet entnommen und auf Leinwand übertragen hat – ein chinesisches Jahr lang. Diese Bilder hängen von der Decke oder an der Wand eines Raumes, oder stehen in Lagerregalen. Während der Documenta wird vom Künstler und seinem Team ein Bild abgehängt, in einer Autofabrik mit einer Farbe übermalt und wieder an seinen ursprünglichen Platz angebracht.

 

 

Das fehlende Bild des Tages

 

Llyn Foulkes, Fridericianum

Im Magazin art wurde im Juni 2012 wurde dieser Künstler mit den Worten beschrieben: Mit 76 Jahren  immer noch ein Geheimtipp.

 

Für mich war Llyn Foulkes ist ein ganz besonderes Erlebnis auf der Documenta.  Nicht nur seine dreidimensionalen Bilder sind ein Erlebnis, er beeindruckt auch musikalisch. Die ersten Tage auf der Documenta konnte man ihn als One-Man-Band-Musiker mit seiner „machine“ öffentlich auftreten sehen. Doch auch die Videoaufzeichnungen waren beeindruckend, die, dank youtube, auch online zu sehen sind. Er lebt seine Aussage, Kunst ist eine Qual und Musik seine Freude. Einfach mal bei youtube nach seinen Auftritten googeln oder hier klicken, wer sich ein Ohr von ihm an seiner machine machen möchte. 2013 soll es eine große Retrospektive zu seinen Arbeiten im Hammer Museum in L.A. geben. Schade, Kalifornien ist sooo weit weg!

Genauso schade fand ich bisher keine Aufzeichnungen von den Exponaten zu haben, die mit Bild und Klang vorgestellt wurden, wie zum Beispiel das Video-Schattenspiel von Nalimi Malani oder die Installation der betenden Automotoren von Thomas Bayrle in der Documenta-Halle. Aber, wie ihr seht, ich wurde auch dazu im Internet fündig.

Und dann wären da noch Sopheap Pich, Khadim Ali, Seth Price, Susan Hiller, Lara Favaretto mit ihren Schrottbergen, István Csákány mit seiner Nachbildung einer Nähwerkstatt in Holz, Fiona Hall, Sam Duran mit seiner „schwebenden“ Galgenkonstruktion – die Karlsaue hatte einiges an Kunstobjekten zu bieten – und Goshka Macuga. Von ihr hängt ein fotorealistisch gewebter Wandteppich im Fridericianum und ein Gegenstück in Kabul.

 

Mittlerer Ausschnitt vom Wandteppich

 

Detailansicht

 

An dieser Stelle wurde es deutlich, dass zu dieser Documenta gleichzeitig Parallelveranstaltungen an anderen Orten auf dem Globus laufen und liefen, wie in Kabul, Alexandria, Kairo und Banff.

Ein tolles Erlebnis und nun heißt es wieder fünf Jahre warten.

 

 

 

Zurück von der dOCUMENTA 13 #1

Jedes internationale Multi-Kulti-Treffen für Spiel, Sport, Spannung … Kunst … braucht in der Regel ein paar Tage zum Teilnehmen und danach ein paar Tage zum „Absetzen“. Jede Menge Erinnerungen spulen sich im Kopf hin und her, kreuz und quer. Deshalb gibt es einen Zweiteiler zu meinem Documenta-Besuch in Kassel, der mit der Unterkunft für die letzten drei Nächte beginnt.

Die Elwe

Wer sich für einige Tage auf einen Kunstbesuchsmarathon begibt braucht eine Bleibe. Die Füße müssen mal hochgelegt und der Kopf zum Ruhen gebettet werden. Und dann gibt es noch einige andere körperliche Bedürfnisse zu befriedigen – eine Unterkunft muss her, sauber, zentral gelegen und bezahlbar. Gibt es, bzw. gab es während der Documenta 13 in einem ehemaligen Gefängnis in der Leipziger Straße 11 (elf = elwe in der Umgangssprache), der Elwe, dem Knasthotel.

Das Ankommen war befremdlich, denn wer von uns Otto-Normal-Menschen war schon einmal in einem Gefängnis? An der Rezeption gab es zuerst ein Bündel Bettwäsche zum Bett beziehen, ein Handtuch und … Schlüssel, einen für die Zelle und einen für den Ausgang. Was für eine Beruhigung!

 

Erdgeschoss – auf dem Weg zu meiner Zelle

 

„Zuhause“

 

Ein Bett, ein Tisch, ein Waschbecken, eine Toilette, …

 

Ausgang

 

 

Erster Innenhof

 

 

Im Freiganghof

 

 

Blick in den Freiganghof

 

Manch einer fand diese Art der Unterkunft beängstigend. Ich schlief die Nächte in der Elwe überraschenderweise richtig gut. Ob das an der vielen Bewegung von einem Ausstellungsort zum anderen lag oder an der guten Luft in den spartanisch eingerichteten Zellen, weiß ich nicht. Zumindest gab es keinen Firlefanz rundherum, in dem eine Milbe oder ähnliches Gefallen zum Bleiben gefunden hätte. Die Gemeinschaftsduschen waren sauber und wer seine Zellentoilette nicht benutzen wollte hatte gepflegte Ausweichmöglichkeiten auf den Fluren. Einziges Manko war die fehlende Gastronomie in der direkten Nachbarschaft.

 

 

 

Auf dem Weg …

zur

dOCUMENTA (13)

1977 besuchte ich zum ersten Mal eine Documenta in Kassel, die Documenta 6. Das pädagogische Fachinstitut und Fachseminar in Stuttgart, wo ich zu dieser Zeit in der Ausbildung war, wurde für ein paar Tage geschlossen und Studenten, Kollegium wie Personal machten sich gemeinsam auf den Weg um drei Tage Kunst pur zu genießen..

Die Documenta ist für Kunstinteressierte das Zentrum für eine Art Bestandsaufnahme zeitgenössischer Kunst. Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt und läuft 100 Tage.

Mein Koffer ist gepackt und nun bleibt Zeit um mich noch einmal durch die Bilder der letzten Documenta zu klicken.

Documenta 12 mit Blick auf das Fridericianum

 

Documenta 12 – vom Fridericianum mit Blick auf den Rahmenbau von der Documenta 6

 

Homepage der Documenta 13 vom September 2012

Und natürlich werde ich mir auch die Begleitveranstaltung Caricatura im Kulturbahnhof anschauen, die mir 2007 so viel Spaß gemacht hat.
Wer keinen Sinn für Kunst aber dafür Freude an Karikaturen hat, anschauen!