Schwein gehabt und schon verschenkt

oder …

Frustabbau mit „saumäßigem“ Ergebnis

Eigentlich sollte spätestens heute der zweite Teil meines Berichts vom Filzkurs in Oberrot hier stehen. Ist nicht so, leider. Er kommt noch, versprochen.

Mich hatte die letzten Tage eine emotionale Keule erwischt, die ich verarbeiten musste. Von „ich kündige“ bis „ich wandere aus“ gab es sogar kurz den Gedanken meinen Paladin bei ‚World of Warcraft ‚ zu aktivieren um ordentlich hauen und stechen zu können.
Eine gute Portion Zorn gepaart mit Enttäuschung von menschlicher Seite wollte abreagiert werden und ich fand den kleinen Weg dafür:

Nadeln stechen auf eine Kugel Rohwolle!

Es floss Blut! – Meins. War keine Absicht. Nicht sauber gezielt. Falsch getroffen. Dumm gelaufen.

Trotzdem weiter gemacht. Dabei etwas ruhiger geworden und langsam wieder geerdet ein rosa Schwein zusammengenadelt vor mir liegen gehabt. Das sollte wohl so sein!

 

 

An dieser Stelle wusste ich dann auch, dass sich der Weg von Schwein und mir trennen wird! Bald, gleich am nächsten Tag, zum Geburtstag einer lieben Kollegin.

Dazu musste allerdings noch einmal Blut fließen, beim Schneiden der Rosen in meinem Mini-vor-dem-Balkon-Garten, denn solch ein Schwein in Papier zu verpacken geht gar nicht! Solch ein Schwein passt am besten in einen rosa Rosenstrauß hinein!

 

Naja, am Anfang versuchte sich die kleine Sau noch zu verstecken! Aber dann … 😉

 

 

Großes Glück der kleinen Sau – sie ist NICHT essbar!

Wenn das Kindle schlafen geht #3

oder …

Anleitung für einen E-Reader-Schlafsack mit „falscher“ Strickkante

Eigentlich wollte ich mit der Veröffentlichung der Anleitung im Blog warten bis ich meine fertigen E-Reader-Schlafsäcke auf DaWanda angeboten habe. Aber da ich dabei bin mich als Anbieter von DaWanda zu verabschieden (für’n Appel un‘ Ei plus Kosten und Frust lohnt nicht) mache ich lieber das, was mir Spaß macht:
Ideen ausprobieren, Dinge entstehen lassen, fotografieren, dokumentieren, schreiben und  berichten. Wenn dabei eine Anleitung rüber kommt, dann kommt sie, umsonst, for free, wie jetzt, ohne Kosten-Nutzenrechnung in der letzten Hirnwindung gemacht zu haben!

Meine E-Reader-Schlafsäcke (ich berichtete hier und hier darüber) werde ich wohl eher nicht verkaufen, schon gar nicht unter Wert.
Lieber verschenke ich sie mit Herz oder tausche sie mit Verstand.

Aber vorher kommt sie …

Die Anleitung

Material
ca. 40g Wolle Merino Superfein von Lana Grossa
das heißt 30g bis 35g in der Hauptfarbe und 10g in der Kontrastfarbe zum Ausarbeiten der Naht

Werkzeuge
Stricknadeln 3 oder 3,5 mm (ich stricke mit der Nadelstärke 3)
Häkelnadel 3 mm
dicke Sticknadel

Muster (Rippenmuster)
Randmasche, *2 Maschen rechts, 2 Maschen links*, 2 Maschen rechts, Randmasche

Anleitung
Gestrickt werden zwei Teile mit 32 Maschen im Anschlag und 75 Reihen im Rippenmuster.

Diese zwei Teile werden nun mithilfe einer Häkelnadel und einer Sticknadel so verbunden, dass die Kante hinterher wie gestrickt aussieht:

Die falsche Stricknaht

Für diese Naht wird zwischen der Randmasche und der ersten Maschen im Strickwerk eine halbe feste Masche gehäkelt.
Für den Anfang brauchen wir eine Schlaufe auf der Häkelnadel. Dazu wird die Häkelnadel zwischen der Randmasche und der ersten Masche im Strickwerk eingestochen, ein Wollfaden mit der Häkelnadel gegriffen und als Schlaufe auf die Vorderseite gezogen.

An derselben Stelle wieder mit der Häkelnadel einstechen und von der Rückseite zwei Fäden weiter wieder nach vorne führen.

Den Wollfaden mit dem Haken der Häkelnadel greifen und …

…durch die zwei Fäden auf der Häkelnadel ziehen …

… und danach auch durch die Schlaufe.

An der Stelle, wo der Häkelfaden aus dem Werkstück kommt wieder zur Rückseite zu einstechen, zwei Fäden weiter wieder nach vorne führen, den Häkelfaden greifen, durch die zwei Fäden und die Schlaufe führen. Und so weiter, … bis rundherum eine gehäkelte Schlaufenkante auf den Vorderseiten der zwei Teile entstanden ist.

ACHTUNG! Die gehäkelten Schlaufen nicht zu fest ziehen! Der E-Book-Schlafsack muss dehnbar sein!

 

 

 

 

Sind drei Seiten umhäkelt – die obere Kante hat keine Häkelkante!!! – wird mit der Sticknadel weiter gearbeitet. Ich arbeite gerne mit Teppichnadeln, da sie eine stumpfe Spitze und ein großes Nadelöhr haben.

Die Teppichnadel führe ich nun mit einem Faden unter eine Schlaufe des ersten Teils und von dort aus unter eine des zweiten Teils.

Vom zweiten Teil aus steche ich unter die nächste Schlaufe und dann wieder zurück in die Ausgangsschlaufe des ersten Teils.

Von hier aus geht es eine Schlaufe weiter und von dort aus in die Ausgangsschlaufe des anderen Teils, eine Schlaufe weiter und so weiter …

Zum Schluss, und wenn alle Fäden vernäht sind, unterscheidet sich die gehäkelte und gestickte Kante nicht von den gestrickten Flächen – eine „falsche“ Strickkante eben 😉

Viel Spaß beim Nacharbeiten!

Wenn das Kindle schlafen geht #2

oder …

Welcher E-Reader-Schlafsack soll es sein?

Immer noch nicht ganz zufrieden mit der Ausarbeitung und immer noch auf der Suche nach der besten Lösung für eine schöne Kante entsteht ein Schlafsack für E-Reader nach dem anderen. Inzwischen ist die Regenbogenpalette voll …  😉 und langsam bin ich zufrieden mit dem Ergebnis.

So arbeite ich inzwischen die Kanten ein wenig nach innen ein. Das klappt nicht immer optimal, aber ich will ja keine Manufaktur aufmachen 😉 auch wenn ich eventuell ein paar der Kindle-bags auf Dawanda einstellen werde.

 

In den nächsten Tagen kommt dann die Anleitung auf den Blog.

Wenn das Kindle schlafen geht #1

oder …

Schlafsack für E-Reader

Einen E-Reader vollzupacken geht ruckzuck.
So erging es mir mit meinem ersten Gerät.
Zweites Gerät gekauft,
erstes Gerät meiner Tochter gegeben und ..
ruckzuck vollgepackt.
Sohn kommt aus den Weihnachtsferien und sagt:
„Habe jetzt auch so ein Gerät!“ und ruckzuck vollgepackt.
Seine Freundin genau so.

Aber was tun, wenn das E-Book nicht benutzt und/oder mitgenommen wird?

Alle Hüllen, die wir uns online anschauten waren entweder zu teuer, zu schickimicki, mit zu viel Schnickschnack versehen, und überhaupt nicht so unser Ding. Klar, selber machen ist die Lösung, aber es fehlt seit Monaten die zündende Idee. Eine Hülle entstand aus einem alten Filzrest, auch nur eine Übergangslösung. An einem Regal hängt noch das Fischleder aus Island, das sich für Hüllen anbieten würde. Aber wie verarbeiten?

Wir wollen es schlicht und einfach „plain“ wenn unsere Kindle schlafen gehen. Und bevor noch mehr Mützen als Hüllenersatz missbraucht und verbeult werden holte ich doch lieber den Strickkorb und die Stricknadeln heraus und strickte auf meinen Transferwegen in Spanien, von und zum Flughafen Barcelona, Verpackungen für die Geräte.

Gleichzeitig überlegte ich mir eine Bezeichnung.
Mütze, Socken, Stiefel – alles Quatsch. Elektronische Geräte haben keine Gliedmaßen (noch nicht!).
Aber wenn sie nicht genutzt werden, im Ruhemodus sind, dann ist das vergleichbar mit schlafen – also Schlaftüten oder besser Schlafsäcke!

Der grüne „Schlafsck“ entstand bei der Anreise, der rote bei der Rückreise. Unklar war mir anfangs jedoch wie ich die Kanten verbinde und gestalte.
Ich entschied mich diese mit einer Kontrastfarbe zu arbeiten.

 

 

Der grüne Kindle-Schlafsack ruht inzwischen in Japan bei meinem Sohn. Der rote geht die nächsten Tage auf die Reise nach Neuseeland, zur Freundin meines Sohnes.

Jetzt fehlen noch weitere Exemplare: für mich, meine Tochter, für …. und vielleicht stelle ich auch noch eine Anleitung auf den Blog.

Armbänder aus Gummiringen

oder …

Bunt und elastisch – ein Mitbringsel aus Spanien

Da saßen meine Freundin und ich an Ostermontag im verregneten Nordspanien und entdeckten für uns den ultimativen Hype der dort ansässigen Jugend und jung Gebliebenen. Vor uns lagen einige Bastelpakete und wir versuchten eben das daraus zu machen, was alle so faszinierte: Armbänder aus quietschebunten Gummiringen!
Kaum das ich den Dreh heraus hatte war mir klar: Das MUSS ich meinen Schülern und Schülerinnen zeigen!
Damit ich in Deutschland nicht auf Materialsuche gehen musste brachte ich einige Päckchen mit Gummiringen aus Spanien mit und schon am ersten Schultag nach den Ferien zeigte ich den Kindern in der Ganztagesbetreuung mein Mitbringsel.

 

Allein schon die vielen Farben der Gummiringe gefiel den Schülerinnen und Schülern, machte sie neugierig. Diese Neugierde steigerte sich, als ich noch Plastikgabeln aus der Tüte holte.

Kaum hatte ich eine Gabel in der Hand und legte die ersten Gummiringe über die Zinken hatte ich links ein Mädchen und rechts einen Jungen stehen, die unbedingt mitmachen wollten – ohne wirklich zu wissen was hinterher daraus entstehen wird.

 

 

 

Je nachdem man seine Farben wählt sieht das Ergebnis ziemlich bunt durcheinander aus oder …

… wie hier, regelmäßig gestreift in zwei Farben.

Doch die Möglichkeiten, die Gummiringe miteinander zu verarbeiten sind vielfältig.

Das Prinzip ist ein regelmäßiges Legen und Verdrehen und Übereinanderheben von den Gummiringen über Gabelzinken, wie es zum Beispiel in diesem Video auf Youtube zu sehen ist – die Technik, die ich heute mit meinen Schülern verwendet hatte.

Irgendwann hatte ein Schüler keine Lust mehr mit der Gabel zu arbeiten und legte die Gummiringe um seine Finger statt um die Zinken.

 

Wer mit den Fingern Gummiringe verarbeitet muss allerdings schnell arbeiten! Die Ringe sind zwar elastisch aber klein und ziemlich stabil.

Nach einer Stunde waren etliche Handgelenke geschmückt mit den Ergebnissen.

Nächste Woche probieren wir eine Technik mit zwei Gabeln aus!

More to love #3

seit Wochen verfolge ich die Entwicklung einer neuartigen Tasse, die mir richtig gut gefällt …

The Floating Mug

Die Homepage ist zwar immer noch im Aufbau, aber auf Facebook ist die Floating Mug Company sehr aktiv. Inzwischen sieht es so aus, dass es diese Tasse wirklich einmal zum Kaufen gibt. Zumindest wird nun das Frühjahr 2013 in Aussicht gestellt.

Und dann lohnt es sich meines Erachtens mal wieder netten Schnickschnack aus Korea anzuschauen. Das letzte Mal hatte ich im Februar und März 2012 über connect design berichtet. Seit ich letztes Weihnachten einige Weihnachtsgeschenke dort bestellt hatte bekomme ich von denen regelmäßig einen Newsletter zugeschickt. So auch jetzt wieder. Es weihnachtet sehr.

Dieses Mal bieten sie eine nette Weihnachts-, Neujahrsidee an – einen Jahreskalender als Bäumchen:

 

Genial finde ich zudem die „finger-it sticky notes„.

 

Ich sagte ja vorab, es ist netter Schnickschnack. Doch inzwischen bereue ich es mir im März nicht selbst die kleinen Salz- und Pfefferstreuer geschenkt zu haben, die ich hier vorgestellt habe, denn die gibt es leider nicht mehr. Tja, so ist es halt.

Lavendel einsacken

oder

Wei.na…sges..enke 2012 – ich mag es noch nicht ausschreiben, es ist doch erst September

Lavendelduft-Säckchen, die ersten

Es herbstelt, vor allem nachts, und das spüre ich auch auf der Arbeit. Die Zimmer auf der Nordseite sind jetzt schon so ausgekühlt, dass einem beim Öffnen der Türen die kalte Luft wie ein Brett entgegenkommt – klatsch – igitt – der Winter kommt. Ich könnte wie jedes Jahr darauf verzichten. Da ich aber nun einmal in Deutschland zuhause bin muss ich eben durch neun Monate schmuddelkalt durch und drei Monate auf eine durchgehende Wärmeperiode hoffen. Meist fällt deutscher Sommer nur auf einzelne Tage, hier in Baden-Württemberg bevorzugt in die Schulzeit vor den Sommerferien.
Was sind wir dieses Jahr mal wieder verwöhnt worden mit den beinahe drei heißen Wochen am Stück!

Die Schule hat begonnen und in den Supermärkten wird Platz gemacht. Gestern begegnete ich in einem von dieser Art dem ersten Weihnachtsstollen 2012!! Oh Schreck, Weihnachten steht vor der Tür, ich habe den geernteten Lavendel im Keller vergessen und wo liegt der Stoff für die Duftsäckchen? Im neu geordnten Haushalt findet sich alles, doch habe ich mich noch nicht an die neuen Wege nach dem Umräumen gewöhnt. Nach diesem Nähwerk weiß ich endlich wieder blind, wo sich meine Nähutensilien befinden. Die ersten Lavendel-DuftSäckchen von der Ernte 2012 sind fertig und somit die ersten Weihnachtsgeschenke (uups, jetzt habe ich es doch ausgeschrieben).

Jedes der Lavendelsäckchen ist ca. 18 cm lang und 8 cm breit, wird aus durchsichtigem Stoff (Organza, Tüll, oder ähnlichem) genäht und mit getrockneten Lavendelblüten gefüllt.

Aber zuerst der Lavendel, der kaum aufgeblüht im Sommer zum ersten Mal geschnitten werden sollte und ohne direktes Licht getrocknet wird. Normalerweise mache ich kleine Bündel aus den Lavendelblütenstengeln und hänge sie in den Keller. Dieses Jahr blieb der geschnittene Lavendel ungebündelt auf Zeitungspapier ausgebreitet liegen.

Nach dem Trocknen ribbelte ich die Blüten und Blätter von den Stengeln. Für die Lavendelsäckchen verwende ich später nur die Blüten. Die Blätter und Stengel hacke ich klein, befülle damit Gläser und Schüsseln und stelle sie als Raumerfrischer auf oder mische sie in Potpourries.

Das Nähwerk selbst besteht aus durchsichtigen Stoffen und wird mit verschiedenfarbigen Unter- und Oberfäden genäht. Auf diese Weise komme ich wieder an leere Nähmaschinenspulen, da all die Reste aus vergangenen Näharbeiten aufgebraucht werden können. Ideale Resteverwertung.

 

Beim Zuschnitt gebe ich jeweils oben und an der Seite 1,5 cm dazu, das heißt ich schneide für ein Säckchen zwei Teile mit einer Größe von 19,5 cm auf 9,5 cm zu. Natürlich könnte ich auch ein anderes Maß verwenden, aber ich finde diese lange schmale Form ideal um sie zwischen die Wäsche im Kleiderschrank zu schieben.

Schon beim ersten Stecken merkte ich: Das Material ist anders als das, was ich vor drei Jahren verwendet habe! Es flutschte weg, wo es nur konnte <argh> und so konnte ich nicht die alten Nähschablonen verwenden. Ärgerlich, aber irgendwie schaffte ich es doch beide Längsseiten mit schmalem engen Zickzackstich gerade zu nähen. Ich schimpfte wie ein Rohrspatz und trotzdem wurde der Stoff nicht so stumpf, wie der zuletzt verwendete.

Genäht wird immer in Steppfußbreite. Für den Bereich in den später der Lavendel eingefüllt werden sollte steckte ich einen Pappstreifen auf das flutschige Material, weil es sich auf Biegen und Brechen nicht dauerhaft gleichmäßig nähen lassen wollte. So ließ sich das „U“ dann endlich auch an den Ecken bewältigen.

 

 

Geschafft! Rechts und links eine Zickzacknaht und in der Mitte das oben offene „U“, <puh>.

Endlich können die Lavendelblüten in das Innere des „U“ gefüllt werden.

 

Die Einfüllöffnung zustecken und mit Zickzackstich verschließen.

An der oberen und unteren schmalen Kante eine weitere Zickzackreihe zum Abschluss nähen. Vorher muss geschaut werden, ob Blüten in die Seiten vom Einfüllen gekommen sind. Die müssen vor dem Zunähen herausgeschüttelt oder herausgerieben werden.

Mit der Schere vorsichtig die überstehenden Ränder abschneiden und das Lavendel-Duftsäckchen ist fertig.