Häkeltücher und ein Hauch von Orient

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Eine Dekoration zur Veröffentlichung eines Häkelbuchs

Ok, es ist schon wieder einige Tage her, dass ich in Reykjavik war – sollen es wirklich schon knapp acht Wochen her sein? – doch beinahe jedes Mal, wenn eine meiner Lieblings-Bloggerinnen einen neuen Post veröffentlicht denke ich wieder an einen bestimmten Buchladen dort. Schon an Ostern hatte ich in gerne in diesem Laden gestöbert und mich nicht nur zum Aufwärmen im Buchcafé aufgehalten. So auch wieder im August/September.

Als ich mich beim ersten Betreten des Ladens im Sommer umsah, war mein erster Gedanke: Ohh! Das muss ich Tabata zeigen!

Von der Decke hingen Mengen an farbigen Dreieckstüchern. Von den Angestellten erfuhr ich, dass diese Dekoration anlässlich einer Buchherausgabe entstanden ist, einem Häkelbuch, übersetzt „Maria’s Häkelbuch“. So erkannte ich beim näheren Hinschauen, die Tücher sind tatsächlich alle gehäkelt und nicht gestrickt, wie Tabatas. Ob gehäkelt oder gestrickt, ich fand diese Anordnung sehr dekorativ und ansprechend.

Wer hinter Tabata und ihrem Blog Tabatawolle steckt? Schaut mal auf ihre Seite. Diese fleißige Bloggerin strickt Tücher schneller als ich blogge 😉 und mit ihrer Tuchsammlung könnte sicherlich eine mindestens ebenso große Fläche abgehängt werden.

Jetzt noch ein paar weitere Eindrücke der mit Tüchern abgehängten Decke, was beinahe orientalisch wirkte und an Tausend-und-eine-Nacht erinnerte.

 

 

 

Wo ich diese Tuch-Dekoration sah?
Im Buchladen Mál og Menning in der Laugavegur, Reykjavik, Island.

Im Übrigen, ich hatte den Leiter der Buchhandlung gefragt, ob ich fotografieren und die Fotos in meinem Blog veröffentlichen darf.

Noch ein Möbiusschal – Strickwerk 2013 #2.xx

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Ein Erinnerungsstück aus Island

Island, Land der Schafe und der Wolle. Da konnte ich nicht widerstehen und kaufte mir doch ein wenig Léttlopi. Dieses Garn besteht aus reiner isländischer Wolle (Lopi) und ist in seiner schnörkellosen einfachen Art wunderschön. Aus den vielen angebotenen Farben wählte ich mir zwei Farben, passend zu den Moosen der Landschaft, aus.

Da liegt er nun, der Erinnerungs-Island-Möbius-Schal:

aus Léttlopi –

herrlich warm am Hals, aber nichts für kratzempfindliche Menschen – und hilft mir dabei die allererste Herbsterkältung des Jahres loszuwerden.

Ich denke, diesen Schal werde ich  auf jeden Fall behalten und er fügt sich zur Palette der restlichen Schals ganz gut ein.

 

 

Wer den Schal nachstricken möchte:

2 Knäuel Léttlopi (kann man online bestellen)
1 Rundstricknadel Nadelstärke 4,5 mit mindestens 1m Schnur

Nach einem Anschlag mit 170 Maschen ergeben sich mit den Zwischenmaschen insgesamt 340 Maschen auf der Rundstricknadel.
Für alle meine Möbiusschals benutzte ich bisher ein Rippenmuster (3-4 Runden rechts, 3-4 Runden links) und zwei Farben.

Eine genaue Anleitung findet ihr hier, mit dem Link zu dem Video von eliZZZa, von der diese Art des Strickens eines Möbiusschals kommt.

Häkelwerk 2013 #2.x – Die Anleitung zum Häkelpullover aus Rosetten

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Es lohnt sich freundlich zu bitten und abzuwarten

Inzwischen sind zwei Monate seit der Fertigstellung meines Häkelpullovers aus Rosetten vergangen.
Ihr erinnert euch?

Es ging um die Realisierung eines Pullovers aus einem Handarbeitsheft (Lena vom Juli 2002) und ich berichtete von den Anfängen, den Höhen und Tiefen, den Problemen und dem Glücksgefühl: Der Pullover ist fertig und passt!

Ich hatte auch angekündigt, dass ich mit dem Verlag Kontakt aufnehmen werde um die Anleitung zu diesem Pullover veröffentlichen zu können.

Was ich verspreche halte ich auch. Es hat ein wenig gedauert bis alle rechtlichen Dinge geklärt waren. Nachdem ich meine Fotos zur Verfügung gestellt habe ist es soweit!

TA-DAAA – Der OZ Verlag hat die Anleitung als Download auf ihrer Homepage freigegeben!!

 

Zur Originalanleitung gibt es ALLE meine Korrekturen zum Häkeln und Ausarbeiten dazu als PDF.

Für weitere Hilfe gibt es noch meine Blog-Posts und die Möglichkeit mich einfach zu fragen 😉

Ich liebe diesen Pullover nach wie vor, auch wenn er nicht zu den Leichtgewichten zählt. Sicherlich lässt er sich auch gut mit einem leichten Shirt darunter im Winter tragen.

Häkelwerk #3 – Handstulpen

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Eine schnelle Häkelarbeit für Zwischendurch

Eigentlich habe ich trotz dem Sonnenschein kalte Füße. Sobald es schattig ist oder die Sonne hinter Häusern oder Bäumen verschwindet bin ich schon wieder im Modus Gänsehaut. Trotzdem entstanden an einem Abend, während ein paar Dauerbrenner-Serien im TV, ein paar Handstulpen.

Eigentlich wollte ich nach der letzten aufwändigen Häkelei die Häkelnadeln in die Schublade ganz unten und dort weit hinten verbannen. Und wenn nicht der Notizblock mit meinen Notizen vom letzten Urlaub, für die Planung der neuen Reise, auf dem Tisch gelegen hätte wäre das auch genau so passiert. Dort hatte ich auch einige Ideen zum Nacharbeiten mit Nadel und Faden gesammelt.

Im Nationalmuseum in Reykjavik hatte ich ein paar gehäkelte Handstulpen gesehen und mir dazu diese Notiz, oder „Anleitung“, gekritzelt. Jetzt, nach Monaten, arbeitete ich die Stulpen nach, allerdings ohne einen Häkelspitzenabschluss, wie ich es im Original gesehen hatte.

 

Material:

50 g feine Merinowolle
1 Häkelnadel 3,5

Kurzanleitung:

Luftmaschen häkeln und zu einem Kreis schließen. Für meine schmalen Hände reichten 44 Luftmaschen.
Gehäkelt wird mit festen Maschen in Runden. Dabei wird beim Häkeln nur der hintere Querfaden durchstochen und der vordere bleibt stehen. Dadurch wird die Häkelarbeit elastischer.

 

Nach 30 Runden wird 5x in jeder 2. Runde eine Masche zugenommen (= 49 Maschen).

Nach 40 Runden noch einmal 10 Runden ohne Zunahme häkeln und mit einer Reihe im Krebsstich abschließen.

 

Ich häkelte mit einem vor Jahrzehnten mit Birkenblättern gefärbten Wollgarn, das mit Alaun gebeizt heute noch den Grünton hat, den ich ursprünglich haben wollte.

Häkelwerk 2013 #2.5 – Ein Häkelpullover aus Rosetten

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Häkelarbeit für Puzzlefreunde mit viel Geduld

Es ist geschafft!!!
Der Häkelpullover aus dem Handarbeitsheft Lena 7/2002 (ich berichtete hier darüber) ist auf dem vierten Anlauf endlich fertig geworden. Und ich möchte nicht wissen, wie viele halbfertige Modelle von dieser Anleitung bzw. diesem Modell in diversen Handarbeitskörben liegen geblieben oder inzwischen im Eimer gelandet sind.
Die Häkelanleitungen sind problemlos nachzuarbeiten, aber beim Zusammennähen wird man ziemlich alleine gelassen. Ich berichtete über mein Problem, die zwei geforderten Dreiecke eingepasst zu bekommen, im letzten Post. Nach dem Aufwand 135 Rosetten zu häkeln (ich rechne mal die paar anderen Teile nicht dazu), zusammenzunähen und zu vernähen, möchte man doch endlich zum Ende und einem Ergebnis kommen! Oder?

Ich probierte hin und her, trennte, schob, zog, nähte, trennte, … – das Dreieck, so wie es war, passte NICHT.

Irgendwann druckte ich die Schemazeichnung aus um sie auszuschneiden und durch falten eine Idee zu bekommen.

Dadurch kam mir auch nicht die Erleuchtung. So, wie dieses gefaltete Muster vor mir lag, ließ sich das Dreieck nicht vernünftig einnähen, nur die Position war klar. Doch dann, beim zehnten, zwölften Versuch, als das x-fach herausgetrennte Dreieck schon durch die Beanspruchung zerfledderte, hatte die Kniffelei ein Ende.

Das Dreieck war zu breit! Mit ein paar Maschen rechts und links weniger konnte ich für den Keil endlich einen Platz finden. Allerdings, trotzdem ich den Dreh herausgefunden hatte, brauchte ich beim zweiten Ärmel noch einmal vier Anläufe, bis alles passte.

 

Endlich konnte ich zum ersten Mal den Pullover anprobieren! Er passte!!! Jubel! Erleichterung!

Die Folge:

 

  • ein Motivationsschub zu später Stunde
  • ein Blick ins Fernsehprogramm
  • völliges Ignorieren der Uhrzeit
  • Häkeln bis die Fingerknöchel knacken

Und hier ist er – mein Häkelwerk #2 in diesem Jahr, ein Pullover aus gehäkelten Rosetten

 

 

 

 

 

Fazit:

Von dem verwendeten Material, Secondo von Lana Grossa, benötigte ich fast 750 g. So ist der Pullover ein echtes Schwergewicht. Durch den Seidenanteil liegt er trotzdem angenehm glatt auf der Haut.
Ich stehe eigentlich überhaupt nicht auf gehäkelte Kleidungsstücke, aber ich lasse mich immer wieder von ausgefallenen Mustern und Materialien verführen. Unvergessen ist mir ein Seidenpullover in tunesischer Häkelei, der bei der Fertigstellung auch ein echtes Schwergewicht war und trotzdem ein Lieblingspullover wurde.

Ob ich diese Häkelarbeit noch einmal machen würde?

JA!
Warum?

Patchwork und Handquilten ist ähnlich arbeitsintensiv und ich liebe es!

Ich habe den Verlag angeschrieben, ob ich die Anleitung mit meinen Verbesserungen veröffentlichen darf. Auf diesem Post ist der Link zur frei gegebenen Anleitung!

Was bleibt?

Die Wollbaustelle 9! Der Häkelpullover ist zwar fertig, aber was mache ich aus den vielen angefangenen Rosetten aus dem letzten Material, das ich nicht mehr nachgekauft bekam?

 

Häkelwerk 2013 #2.4 – Zusammengenäht!

oder …

Langsam sieht es nach einem Pullover aus

denn alle gehäkelten Teile habe ich nach Anleitung zusammengenäht: 135 Rosetten, 4 Halbrosetten und 8 ovale Rosetten.

Alle Teile?
Nein!
Übrig bleiben zwei Keile, deren Position in der Anleitung zwar gezeigt wurde, aber nicht erklärt wie sie eingenäht gehören.

 

Kater Chewie schaute sich dann auch noch die Sache an, zupfte mal hier und dort, und fand keine Lösung.

Doch ich musste nach Chewies Turnübung auf dem halbfertigen Pullover eine Lösung finden, denn, nach Anleitung sollte der Pullover nun gespannt, mit Wasser besprüht und danach getrocknet werden.

In meiner Wohnung ohne Teppichboden und vielen offenen Türen gibt es für solch ein Großprojekt eigentlich keinen Platz wenn Tiere zum Haushalt gehören. Deshalb ging ich das Risiko ein und dämpfte den Pullover mit dem Bügeleisen. Laut Banderole des Materials hält das Baumwoll-, Acryl-, Seidengemisch einen Punkt beim Bügeln aus. Das musste reichen.

Ich gebe zu, ein wenig Bauchweh hatte ich bei der Aktion schon, denn es wäre nicht das erste Mal, dass ich beim Dämpfen viel Arbeit von jetzt auf nachher vernichte. Doch meist klappt es und so auch bei diesem Pullover (was war ich nervös!).

Zum Dämpfen stellte ich das Bügeleisen einen kleinen Strich über einen Punkt ein. Während es aufheizte besprühte ich das Häkelwerk von der linken Seite, der Rückseite, mit Wasser. Dem Wasser ließ ich etwas Zeit um in das Material einzuziehen, damit sich die Feuchtigkeit gleichmäßig verteilt. Danach überbügelte ich die Fläche mit wenig Druck.

Durch das Dämpfen glättet sich die unebene Oberfläche der aus gehäkelten Rosetten zusammengenähten Oberfläche.

 

Jetzt müssen die Seitennähte des Pullovers geschlossen werden und ich bin gespannt, wo die zwei übrig gebliebenen Keile ihren Platz finden.

Häkelwerk 2013 #2.3 – Trennen beim Häkelpullover

oder …

ARGGHH

Nach 80 zusammengenähten Rosetten passte auf einmal gar nichts mehr. Hmm, rätselte ich! Dann fing ich an zu zählen:

Fünf Finger hat eine Hand, sechs „Blätter“ eine Häkelrosette. Das ist doch zählbar! Doch diese eine, gemeine hat …

FÜNF!!!

 

Hätte ich das nicht früher merken können und NICHT erst nach 80 Teilen!

Um das Zusammennähen handlicher zu machen hatte ich zuerst kleine Gruppen miteinander verbunden. Aus diesen Flecken eine größere Gruppe, um zuletzt, von Handgelenk zu Handgelenk eine lange Reihe zu bilden.

Nur ließ sich diese Reihe auf Teufel komm raus nicht schließen – ich hatte von rechts und links gearbeitet, damit die Ärmellänge übereinstimmt! Denn plötzlich kam da dieser Blindgänger mit fünf Blättern statt den vorschriftsmäßigen sechs, den ich wohl irgendwann mitten einer Nacht mit Streichhölzern zum Aufhalten der Augen zusammengepfuscht habe um fertig zu werden.

Da ging auch nichts mehr mit mauscheln. Es musste getrennt werden.

Jetzt hat das Vorderteil mit dem halben Ärmel ein Loch! Blöd – blöd – blöd – grrrrr – BLÖD!

Häkelwerk 2013 #2 – Eine Herausforderung

oder …

Ein Häkelpullover entsteht

Da liegt sie, die eine (Häkelrosette),

eine von vielen.

Als Trekkie seit der ersten Stunde fällt mir bei diesen Worten natürlich ein Zitat ein:

„Ich bin der Anfang, das Ende, die Eine, die Viele ist.“

(von der Borg-Königin aus dem Film ‚Star Trek: Der erste Kontakt‘).

Sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen. 😉

Seit Jahren schon liegt die Anleitung in meinen Wollkörben, ist auf ständiger Wanderschaft und entsprechend in die Jahre gekommen ist das Heft inzwischen.

Zwei Mal wechselte ich das Material, doch nun sind endlich alle erforderlichen 135 Rosetten, 4 Halbrosetten, 8 „ovale“ Rosetten und 2 Keile fertig!

Nach einem einfachem Baumwollgarn – es war zu dick, verwendete ich ein veredeltes – war zu störrisch. Zuletzt häkelte ich mit einem Mischgarn aus Baumwolle (55 %), Polyamid (25 %) und Seide (20 %) von Lana Grossa.

Jetzt muss NUR noch vernäht und zusammengenäht werden. Hoffentlich dauert das nicht weitere elf Jahre