Kissenbezüge für den Balkon

oder …

Nähen mit Hindernissen

Der erste Versuch für eine richtige Näharbeit,  4 1/2 Monate nach meinem Armbruch und einen Monat nach dem Einzug von Jungkaterchen, gestaltete sich von Anfang an als eine echte Herausforderung. Meine Ergotherapeutin hatte mir so viel Mut zugesprochen wieder mit dem Nähen zu beginnen, dass ich es einfach wieder probieren wollte. Nachdem es mit Häkeln und Stricken wieder richtig gut klappt, sollte es mit beidhändigem Fieselkram an der Nähmaschine auch wieder funktionieren. Ein Denkansatz, der eine Lücke aufweist!

Der Plan

Die Kissen und Bezüge meiner Balkonmöbel, die ich im Mai 2012 genäht hatte, sahen schon im letzten Sommer reichlich ausgeblichen aus und trotz einer kräftigen Farbwäsche in Knallorange war die Sommersonne 2016 gnadenlos entfärbend. Da fiel mir auf der Suche nach meinen Gerätschaften zum Papierschöpfen im Keller ein Stöffchen als Vorhang in die Hand, das wohl Jahrgang 1980 +/- 5 sein muss. Sieb, Schöpfrahmen, Wanne etc. waren kurzzeitig nur Nebensache, denn im Kopf wuselte sich schon die Weiterverarbeitung der Fundsache zurecht – keine Hussen mehr für die Stühle, aber Kissenbezüge.

 

Zuschneiden

Zum Zuschneiden von Stoffen benötigt man zwei Hände und bewegliche Handgelenke und nicht noch zusätzlich einen überaktiven, gelenkigen, jungen Kater, der mit einer Kralle geschwind einen meiner mit der Stecknadel beschäftigen Finger auf den Punkt fixiert – AHH – ANGUS (auf Scotty hört er in Notsituationen noch nicht) ! Der Blutfleck landete nicht auf dem Stoff und die mit dem Rollmesser geschnittene Kurve konnte ich später ausgleichen. Mannomann, da braucht man drei Anläufe um schmerzfrei und fest ein Lineal zu halten und dann schlägt Katerchen zu, nicht in die rechte Bewegungs-mit- dem Rollmesser-Hand, nein, in die linke, nicht so funktionierende Festhaltehand! Saboteur!!

Es wäre gemein alles auf Katerchen zu schieben, aber so schlecht habe ich ein paar gerade Stücke schon lange nicht mehr zugeschitten. Mir fehlt einfach noch ein Tick vom Cocktail Kraft, Gelenkigkeit und Geschick um mit links wieder voll da zu sein.

 

Nähmaschine aufbauen

Die Maschine irgendwie vom Regal gewuchtet, auf den Tisch gestellt, die Teleskopstange mit den Garnrollen ausgezogen … oje, Scottys glänzten nicht nur vor Freude, da ging ein Feuerwerk hoch!!! Wow! Nicht nur EIN Faden zum Spielen, sondern gleich VIER! Wie toll ist DAS denn!

„AHH!“

„ANGUS!“

„NEIN!“ – Er: „Doch!“ 😉 und sich so richtig mitten in die Fäden eingefädelt.

Aber beim Ausfädeln sich auch nicht helfen lassen wollen! Oh, Katerchen.

Nach erledigter Rettung musste er draußen vor der Tür bleiben, was auch nicht so einfach war. Chewie saß bei mir auf der einen Seite der Tür und Scotty auf der anderen. Chewie miaute, Scotty miaute. Also schob ich Chewie geschwind zu seinem Neffen auf seine Seite, um die Tür schnell wieder zu schließen. Auch nicht gut, denn es folgte erst einmal Fauchen, Knurren und etwas Gepolter um dann gemeinsam jaulend an der Tür zu sitzen. Ich musste spontan an einen 80er-Jahre Stück von Trio denken: … Mama 😉 … „…  Anna, …. lass mich rein, lass mich raus … “ (Was habe ich diese Band geliebt in all ihrem Minimalismus und noch habe ich zwei originale Musikkassetten von Trio.)

Beide Kater wurden aus ihrem Exil entlassen, aber es blieb weiterhin schwierig mit dem jungen Wilden.

 

Irgendwann musste ich mir eine Bremse für „Fang den Fuß“ einfallen lassen!

 

Das Ergebnis

Sechs Balkonkissen sind aus einem der alten Vorhänge entstanden, die die Balkonstühle ganz gut hübschen (finde ich).

 

Und Chewie nach seinem kurzen Exil und trotz dem Umtrieb vom jungen Wilden? Voll entspannt!

 

Kissen – gestrickt und gehäkelt

oder …

So geht ein trüber Wintersonntag!

 

 

Der Kissenberg wächst auch wenn ich die Stricknadeln nach dem fertig gestellten zweiten Strickkissen (in dunklem Moosgrün) gegen die Häkelnadel getauscht habe. Im direkten Vergleich sind die gehäkelten Kissen viel stabiler, als die Strickkissen. Dafür sind die gestrickten eher mit Kuschelfaktor ausgestattet. Deshalb werde ich bei Kuschelkissen weiterhin auf gute, echte Wolle Wert legen. Bei den runden, auch für den Boden geeigneten Kissen, ist es dagegen wichtig, dass das Material strapazierfähig ist. Deshalb verwende ich dafür, ausnahmsweise, denn ich mag Plastik nicht so unbedingt, bevorzugt Garn mit einem hohen Anteil an Kunstfasern. Unter anderem schont das auch den Geldbeutel!

 

 

An einem trüben nassen Sonntag geht für mich die Sonne auf, wenn ich mich in meine Sessel kuscheln kann, Kaffee und oder Tee in Reichweite, etwas zum Naschen und eine gute DVD bereithalte, oder eine Freundin zum gemeinsamen Handarbeiten vorbei kommt. So kann die Nadel flitzen.

 

Ein wenig erschrocken war ich allerdings, als ich die neuen Preise für die Innenkissen sah, die ich bisher verwendet habe! Zum Glück hatte ich noch zwei Kissen von der letzten Lieferung übrig.

Fertig und auf DaWanda eingestellt.

 

 

 

Nun geht es erst einmal ein wenig nach draußen. Nachschauen was die Vögel zu ihrem neuen Futterhaus sagen zwitschern. Gestern, am Tag 1 nach dem Aufstellen, war die Irritation sehr groß – Ungetüm in der Einflugschneise. Heute morgen saß dann doch die eine oder andere Meise im Futterhaus. Hauptsache Futter!

DSC_0120 Kopie

 

Gestrickte Kissenbezüge

oder …

Der Kissen neues Kleid leert volle Wollkörbe

Ein Schrank voller Wollpullover, von denen ich mich schwer trennen kann, und davor, daneben, oben darauf stehen die Körbe voller übrig gebliebener Wollknäuel. Klar weiß ich, dass restliche Wollböppel gegen Kassenzettel oft zurück gegeben werden können. Manchmal nutze ich diesen Service tatsächlich, meist bin ich jedoch froh sie behalten zu haben. Allzuoft trenne ich das erste Strickwerk wieder auf und mache was anderes daraus. Dann bin ich froh über die Reste.
Nun sind wieder einmal alle verfügbaren Körbe voll. Es kullert aus allen Ecken und Enden wenn der Kater auf seinen morgendlichen Spritztouren quer durch die Wohnung dem Aufbewahrungssammelsurium zu nahe kommt.
Viele Jahre brachte ich bei jedem Viel-zu-viel-Status der Wollreste den ganzen Schwung in meine Schule, wo meine Kollegin und ich eine nach Farben sortierte Sammelstation eingerichtet hatten. Viele Kolleginnen beteiligten sich mit ihren Wollresten an dieser Sammlung und so lohnte sich ab und an ein Blick in die Kartons, bevor der Inhalt im Unterricht verarbeitet wurde.
Ich bin mir sicher diese Kartons existieren noch. Doch bevor ich mich auf die Suche nach ihnen mache um meine Knäuel dort einzusortieren, ging ich meinen Bestand noch einmal durch und entschied mich aus einigen Resten wieder Kissenbezüge herzustellen.
Dieses Mal sollen es keine runden Häkelkissen werden und auch keine runden Strickkissen, sondern Exemplare mit dem (den) Prädikat(en) quadratisch praktisch einfach schlicht.

 

Kissen #1 entstand aus den Resten von Strickwerk 2013 #4, einem braunen Alpakagarn. Die beiden Kissenplatten sind rauh rechts gestrickt, also in der Hin- wie der Rückreihe immer mit rechten Maschen.

 

Jede Kissenplatte umhäkelte ich vor dem Zusammennähen mit zwei Reihen fester Maschen, um, wie bei den Kindle-Hüllen, einen Eindruck von gestricktem Rand zu erreichen.

 

Lange überlegte ich, ob ich, oder wie ich eine Öffnung bzw. einen Verschluss in den Kissenbezug anbringen kann. Kurz bevor ich die zwei Teile einfach komplett zusammen nähte fand ich einen farblich passenden Reißverschluss noch aus DM-Zeiten zum Sparpreis von DM 2,45. 😉

 

Reißverschluss von Hand eingenäht und passt, der Reißverschluss.

Für die Füllung musste ich ein zweites Kissen in den Bezug stecken, da der Bezug durch das Rauh-Rechts-Muster elastischer ausfiel als erwartet.

 

Inzwischen ist Kissen #2 in Arbeit, wieder aus Resten eines Pullovers, mit 50 Maschen plus 2 Randmaschen als Anschlag. Gestrickt mit Nadelstärke 5.

 

Des Futons neues Kleid

oder …

Nähen mit Hindernissen

Nach dem ersten neu genähten Kissen für das Gästebett ging es in die zweite Runde. Diese Ansammlung an Mobilar aus dem Studentenzimmer meines Sohnes als ein solches zu bezeichnen ist gut gemeint. Momentan besteht das Gästebett aus den zwei aufeinander gestapelten Tatamis und dem darüber liegendem Futon. Dahinter klemmt die aufgeklappte Gästematratze an der Wand und alles wird von einem Berg an Bettzeug gekrönt, für das mir einfach der Stauraum fehlt.
Die schnellste Lösung, einfach über alles eine Decke legen, erwies sich nach einer Fliegenjagd meiner Kater: „Einer für alle, alle für einen!“ als unhübsches Schlachtfeld. Dann lieber so lassen, vorerst, bis jetzt.

Der Futon bekommt einen neuen Bezug!

Wie üblich nähe ich ohne Schnitt, nur messen, schneiden, stecken, heften, nähen, …, hoffen, dass es passt. Heften musste aus aktuellem Hindernis entfallen (siehe Postende).
Da das Prinzip für den Futonbezug ein übergroßer Kissenbezug mit Bändern zum Schließen ist, ist das schnittlose Nähen in diesem Fall kein Problem.

1. Schritt

Bahn 1 an einer der langen Kanten zwei Mal umklappen, feststecken und mit Stichlänge 2,5mm absteppen.

 

 

2. Schritt

Die ungesäumte lange Kante von Bahn 1 auf eine Kante von Bahn 2 feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm verteilen.
Die beiden Teile zusammensteppen und versäubern.

Auf der Vorderseite schmalkantig mit einer weiteren Steppnaht die Naht mit den Bändern sichern.

 

3. Schritt

Eine Schmalkante von Bahn 3, wie bei Bahn 1, zwei Mal umklappen und feststecken. Dabei drei Bänder im Abstand von ca. 25cm in die Kante verteilen.
Absteppen.

Zur Stabilisierung die Bänder auf der Rückseite kurz vor der Kante noch einmal feststeppen.

 

4. Schritt

Beide Teile rechts auf rechts aufeinanderlegen, so dass zueinander gehörenden Bänderpaare zusammen liegen. Feststecken.
Das kurze überstehende Stück über die Bänderkante auf das lange Stück legen und feststecken.
Alle drei offenen Kanten schließen und mit Zickzackstich versäubern.

 

5. Schritt

Da der Futon eine Höhe von ca. 7cm hat müssen die vier Ecken im Bezug innen schräg abgenäht werden.
Dazu lege ich an den Ecken die Nähte aufeinander, stecke sie fest und messe/zeichne mithilfe des Geodreiecks die nötige Naht.

 

6. Schritt

Den Futon beziehen und mit den Bändern schließen.

 

 

Die Hindernisse

Schnell noch eine Stärkung, dachte ich, bevor ich mit dem Nähen beginne. Ruckzuck einen Salat gerichtet und noch schnell ein paar Käsespäne gehobelt, dachte ich. Daumen zwischen Hobelmesser und Käse gerutscht, halbes Blutbad angerichtet.

Nähstube = Katzenspielplatz, so sehen das meine Kater.

 

Strickwerk 2013 #3

oder

Neue runde Strickkissen nach altem Zopfmuster

Weiter geht es an den Abbau meiner Baustellen. Vor vielen Jahren hatte ich als Zugabe zu einer großen Bestellung an Rohwolle eine Kiste voller Wollproben bekommen. Alles wurde bis jetzt verstrickt, bis auf einige Stränge sehr grober Teppichwolle. Da diese Wolle so voller Wollfett war ließ sie sich fast nicht verstricken.

Letztes Jahr fiel mir das Material beim Aufräumen wieder in die Hände und mir war jetzt schnell klar was daraus werden wird – daraus stricke ich noch ein paar Bodenkissen, wie schon diese hier. Allerdings wusch ich etwas des Wollfetts vor dem Stricken heraus.

Weil selbst so das Stricken des festen Garns sehr auf meine Gelenke ging „verschob“ sich das angefangene Strickzeug in seinem Korb seit Ende August 2012 Tag für Tag, Woche für Woche etwas weiter weg aus dem Sichtfeld. Bis jetzt!

Wie gesagt, das Material ist sehr fest und stabil. Als es ans Spannen der Kissenplatten ging zeigte sich dadurch die nächste Schwierigkeit.  Die dünnen Stecknadeln verbogen sich beim geringsten Zug und waren zu kurz. Die Stecknadeln zum Quilten sind zwar länger, aber ich hatte kein geeignetes Polster. Nichts war dick genug, dass ich die Nadeln tief genug stecken konnte.

So ging ich das Risiko ein und dämpfte die Teile vorsichtig mit dem Bügeleisen. Ohne ein wenig Nachhelfen klappt es mit der Formgebung nicht und die Mitte steht wie ein Hütchen hoch.

Inzwischen sind die Kissen zum Füllen angekommen. Ich bestelle diese immer bei www.kissenwelt.de.

Ich häkle die Kissenplatten zusammen. Sicher, es wäre schöner wenn sie mit einem Verschluss versehen wären, doch mit Knöpfen oder einem Reißverschluss versehen würden die Kissen schwieriger rund werden und bleiben. Entweder trenne ich den Häkelrand dann auf, wenn ich die Kissen waschen möchte oder ich gebe sie komplett in die Waschmaschine bzw. wasche sie von Hand. Bei 30°C geht das ohne Probleme, denn Innenkissen und deren Füllung (Schaumstoffflocken) sind waschbar.

Zum Zusammenhäkeln lege ich die beiden Innenseiten der Kissenplatten aufeinander und ich häkle feste Maschen. Dazu gehe ich mit der Häkelnadel auf der vorderen Platte zwischen zwei Maschen hindurch …

und genauso auf der hinteren.

Mit der Häkelnadel nehme ich nun eine Schlinge auf und ziehe sie durch beide Kissenplatten nach vorne.

Auf der Häkelnadel liegen nun zwei Schlaufen.

Mit der Nadel nehme ich eine weitere Schlinge. Diese Schlinge ziehe ich nacheinander durch beide Schlaufen.

 

Ist das Kissen zur Hälfte zusammengehäkelt wird das Füllkissen hineingesteckt und die zweite Hälfte mit festen gehäkelten Maschen geschlossen.
Durch die letzte Schlaufe wird der abgeschnittene Wollfaden zum Sichern gezogen. Der Anfangsfaden und der Endfaden werden mit einer dicken Sticknadel vernäht.

 

Jetzt muss das Kissen ein wenig in Form geklopft und gezogen werden.

Noch eine Baustelle weniger! Hurra!! Doch mit was mache ich jetzt weiter?

 

Kissenparade

Nun sind die runden Häkelwerke fertig!

 

 

 

Jetzt beginnt die nächste Stufe – für DaWanda verkaufsfertig machen.
Für die Perlen, Ohrringe und Ketten aus Filz, wie für die Ringdöschen habe ich mir inzwischen eine passende Verpackung ausgedacht und auf Vorrat erarbeitet. Doch für die Auszeichnung für die Strick- und Häkelkissen brauche ich was Neues.
Grundüberlegung ist, den Kissen Material zum Wiederverschließen beizulegen. Falls sie doch einmal nach Rotwein-, Cola-, Saftunfällen gewaschen werden müssten und sich jemand die Mühe machen will diese zu öffnen ist dann das passende Garn vorhanden.
Kleine Knäuel anzuknoten sieht nicht gut aus.
Kleine Schleifenbündel aus dem Garn in kleine Tüten dazu gepackt – hmm, gefällt mir auch nicht wirklich.
Irgendwie soll dann noch die Beschriftung dazu und das kleine „Karin-Label“. Zum Glück lugen immer ein paar bunte Papiere aus meinem Regal hervor.

Das Ergebnis
Aus stärkerer Pappe schnitt ich 4 cm schmale Streifen und arbeitete mit einem Schneidemesser eine Aussparung heraus. Dort hinein wickelte ich kleine Garnpakete. Oben drüber blieb genügend Platz für die Beschriftung. Mit bunten Papieren abgedeckt verzichtete ich auf das übliche Aufnähen meiner kleinen Label und schrieb hier meinen Namen direkt darauf.

 

Nur noch fotografieren, Labels anknoten und ab zu DaWanda

… naja, erst einmal in mein DaWanda-Depot.

Runde Häkelkissen …

… statt runde Papierstücke

Nach den groben Arbeiten zum Umräumen und Renovieren brauchte ich etwas Ablenkung vor der Versorgung der liegengebliebenen, nicht zuzuordnenden Kleinteile und den Reparaturarbeiten, die solch eine Aktion so mitbringen. Nein, ich hatte keine Lust die hängende Schranktür geradezurichten, diese oder jene Schraube festzuziehen oder ein übrig gebliebenes Loch zuzugipsen. Die Schraubengeschichte werde ich erledigen wenn sich das linke Handgelenk arbeitswillig zurückmeldet und für das Loch werde ich bis dahin einen Zweck für eine Schraube finden.
Bis dahin ist Stricken nicht möglich, also wird gehäkelt. Denn ich fand bei aller Räumerei einen Berg an Wolle in rosa und rot.

Rosa war eigentlich eher das Ding meiner Tochter. Obwohl, ab und an brauche selbst ich etwas rosa auf der Haut – aber dann MUSS es pink sein. Nach dem letzten Aufräumen vorsortiert wollte ich aus dem Material eigentlich Strickkissen herstellen. Da das nun nicht mit dem störrischen linken Handgelenk gehen wollte suchte ich mir zum Verarbeiten Häkelnadeln und verschiedene Anleitungen heraus. Letzteres war kontraproduktiv und ich frage mich jetzt warum ich nicht auf meine eigene Häkelerfahrung vertraut hatte.

Mein Ziel waren runde Häkelkissen mit halben Stäbchen herzustellen. Feste Maschen finde ich zu kompakt und ganze Stäbchen bilden zu viele „Luftlöcher“. Häkelkissen hatten schon meine Uroma (oh wie liebte ich als Kind das Kissen mit den Häkelblüten) und meine Oma, die 1898 geboren wurde, hergestellt. Solche Kissen wollte ich nicht nacharbeiten, mir lag es an Schlichterem.

Vier Maschen häkeln und zu einem Ring schließen waren und sind der Anfang.

Erster Versuch

Ich häkelte von diesem Ring aus in Reihen, das heißt jede Reihe begann mit zwei Luftmaschen und endete mit einer Kettmasche. Selbst wenn ich mich zu 100 % an die Anleitungen hielt schaffte ich keine gerade Linie der Reihenabschlüsse. Ich fand jedes Ergebnis unbefriedigend. Auch erreichte ich keine runde flache Platte.

Auftrennen.

Zweiter Versuch

Statt Reihen häkelte ich in Spiralen. Um die Übersicht nicht zu verlieren legte ich am Ende jeder Spiralreihe einen Faden ein. Auch hier schaffte ich es nicht im Erscheinungsbild gerade Reihenabschlüsse zu erreichen. Doch nach dem Ziehen des Hilfsfadens fällt das nicht mehr auf. Allerdings war die Maschenangabe für die erste Reihe auf dem Luftmaschenring in jeder Anleitung zu hoch angegeben.

Auftrennen.

Dritter Versuch

und die Anleitung für ein rundes Häkelkissen ø ca. 36 cm

Material:
200 g Wolle (Lauflänge ca. 150 m/50g)
1 Kissen ø 40 cm
Häkelnadel 6 mm  –>

Anleitung:
Gearbeitet wird mit zwei Fäden bzw. zwei Knäueln. Zwei Knäuel reichen für eine Kissenseite.

 

Zwei solcher Kissenflächen werden dann von Hand zusammengenäht. Zuerst die zwei Hälften rechts auf rechts aufeinanderlegen und auf der Innenseite Masche für Masche verbinden.

Wenn eine ca. 22 cm lange Öffnung übrig bleibt das Häkelkissen wenden, in die Öffnung das Innenkissen füllen und dann mit Nadel und Faden weiter verschließen.

 

Und bevor ich jetzt weiterhäkeln kann kommt der Einspruch von Kater Chewbacca:

„Besetzt! Bevor Du nicht mit mir spielst oder Futter gibst ist das mein Platz!“

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Balkonien wird aufgerüstet

oder …

IKEA – Gartenmöbel neu eingekleidet

Beim Aufräumen meiner Stoffkisten und Stoffschubladen fiel mir ein Möbelstoff in die Hand, den ich mir vor zwei oder drei Jahren gekauft hatte. Im Ladenlicht sahen die Farben optimal passend zu meinen bunten Balkonkästen aus. Zuhause angekommen, im hellen Licht auf dem Balkon war mir das Pink absolut zu pinkig, <uuhh>, <schüttel>, <yak>, Schrank auf und rein mit dem Stoff.

Gestern stand ich dann vor der Entscheidung:
verschenken
weg damit
verarbeiten

Kater Chewie nahm mir die Entscheidung ab. Er legte sich sofort auf den Stoff und so schnitt ich gerade so viel ab, wie Katerchen es zuließ, dass ich einen Tischläufer für meinen Balkontisch nähen konnte. Es war ein voller Erfolg. Chewie zog vom Stoffhaufen um – auf den Balkontisch!

Ok, dachte ich. Dann nähe ich noch ein paar Kissen für die Balkonstühle. Und wenn ich Kissen mache könnte ich doch gleich die Stühle komplett überziehen, denn selbst nach Nachschleifen und Einölen sehen sie altersentsprechend fleckig aus.

Gesagt, getan.

Da es diese Balkonstühle bei IKEA immer noch zu kaufen gibt, kommt hier der Schnitt für die Bezüge:

 

Für den Bezug der Stühle, wie für die Kissen, benötigte ich Knöpfe. Dazu bezog ich Knopfrohlinge mit demselben Stoff.

Der Knopf auf dem Stoffbezug für die Stühle verhindert das Verrutschen und wird zwischen der ersten und zweiten Sprosse der Sitzfläche hindurch in das Knopfloch auf der Oberseite des Bezugs geschoben.

Es ist quietschebunt und mir immer noch ein wenig zu pink, doch es hat Spaß gemacht zu nähen und Harry (links) und Chewie (rechts) gefällt es.

Harrison und Chewbacca

Noch mehr Strickkissen

oder

Strickwerke 2012 #4 und #5

oder

die Resteverwertung geht weiter!

Zur Erinnerung, 2012 steht bei mir unter der Devise: Mach Platz für Neues.
Auch wenn es an manchen Tagen nur klitzekleine Kleinigkeiten sind, es fliegen immer noch jeden Tag Dinge raus aus meinem Haus(halt), die zwei Jahre ungenutzt herumlagen, oder sie müssen eine neue Bestimmung bekommen. Zeitnah.

So fiel mir wieder ein Strickzeug in die Hände, das x-fach angefangen, getrennt, neu angefangen und irgendwann als Unvollendetes eine Ecke füllend nun endlich einfach in den Mülleimer fliegen sollte. Wusch und weg!

Für den Eimer fand ich es wieder zu schade, 500g Plüschwolle und noch einmal so viel Alpakawolle. Letzteres hatte ich vor Jahren angefangen zu Luftmaschenwolle zu verhäkeln, damit das dünne Material in Streifen mit der Plüschwolle annähernd gleiche Stärke zum Verstricken hat.

Luftmaschen häkeln geht so nebenbei, blind, aus dem Handgelenk, im Auto, im Zug, überall.

 

Aber ich kam beim Verstricken wieder an den Punkt – nee, das ist alles nicht meine Farbe zum Anziehen. Und ab ging’s in die Ecke.

Bis jetzt!

Zuerst verarbeitete ich das Plüschmaterial zu einem weiteren runden Kissen: Strickwerk #4

Das helle Material mit den Luftmaschen zu dickere Wolle zu verhäkeln um sie dann zu verstricken schien an dieser Stelle als nette, nicht brauchbare Idee zu enden. Wieder stand die Alpakawolle kurz vor dem Mülleimer, doch ich hielt durch und strickte weiter um am Ende Strickwerk #5 endlich zu einem Ende zu bringen.

Vorderseite
Rückseite

Die Luftmaschen bewirken auf der Oberfläche eine leicht genoppte Struktur, die entfernt an Boucle-Wolle erinnert.

Jetzt sind es schon vier Kissen! Eines davon kann über Dawanda gekauft werden. Weitere Kissen werden folgen.