Woche 45/2017

oder …

Weihnachtsmarktvorbereitungen bei Pullover- und Deckenwetter

Montag war es nach den Herbstferien in der Schule wieder so kalt, dass mich die kalte Luft innerhalb des Schulgebäudes, beim Öffnen der Eingangstür, wie ein Brett frontal mit voller Breitseite erwischte. Wohl dem, der wie ich immer etwas wärmer angezogen ist und eine Wolldecke im Lehrerzimmer deponiert hat. Seit Jahren höre ich die Sprüche:

  • Nein, die Heizung wird abends nicht runtergefahren!
  • Klar, läuft die Heizung auch am Wochenende. Das Haus soll ja nicht auskühlen.

Ich arbeite für die Schule in der Schule und nicht zuhause und wenn ich nachmittags bei meiner Arbeit sitze weiß ich zu welcher Uhrzeit es langsam empfindlich kalt von unten nach oben hochsteigt. Entsprechend bin ich ausgerüstet, wenn ich bis in den späten Nachmittag arbeite oder  am Wochenende im Gebäude bin. Es ist völlig in Ordnung, dass außerhalb der Unterrichtszeiten Energie gespart wird. Mit dichten und zu schließenden Fenstern könnte die Effizienz bestimmt erhöht werden. Seit 24 Jahren an dieser Schule, ziehe ich mich warm an, egal nach welchen Ferien. Argumente wie Sparmaßnahmen, Sanierungsstau, Facharbeitermangel sitze ich in meinem, im Winter kalt und zugigen und im Sommer überhitzten, Klassenzimmer aus. Das wird sich auch in meinen letzten paar Dienstjahren nicht ändern. Deshalb darf mich mein kleiner Heizlüfter wieder begleiten und aus dem Keller ans Licht bzw. wieder mit in die Schule.

Wenn ich nur wüsste wo er ist? So groß ist mein Keller doch gar nicht!

Es war Schulanfang in Ba-Wü nach den Herbstferien, wie gesagt megakalt im Schulhaus und ausnahmsweise nicht im Nebengebäude mit den/“meinen“ Technikräumen. Da will ich mal nicht meckern. So konnte die Fertigstellung der Werkstücke für den Weihnachtsmarkt anlaufen. Das Mini-Weihnachtsdorf, das ich 2015 für den Adventskalender nur für mich (Link und noch ein Link) produziert hatte wird es dieses Jahr, unter anderen schönen Dingen, im Angebot meiner Schule geben.

 

Ich freue mich darauf, wenn all die Häuschen, wie vor zwei Jahren auf meinem Blog, auf dem Weihnachtsmarkt präsentiert werden.

Bei den anderen Produkten aus Holz muss noch kräftig Feinarbeit geleistet werden, doch es geht voran.

Ansonsten …

Vor einem Jahr lag ich zu dieser Zeit schwer erkältet im Bett und kann es kaum glauben, dass ich die ersten sieben, inzwischen acht Schulwochen völlig in diesem Schuljahr ohne Rüsselpest überstanden habe. Das Schniefen und Husten um mich herum sprang mich nicht an wie üblich. Es scheint, dass nach und durch die Operation im Sommer mein Immunsystem wieder das tut, was es soll – für eine Abwehr zu sorgen. Daneben trage ich brav meinen Mundschutz im Technik-Unterricht wenn ich im Maschinenraum arbeite („Ey, Frau Be, wo is‘ Maske?“) und ich habe immer mein Notfallspray dabei. Drei Monate ohne Erkältung erleben zu können fand ich klasse (meine Schulleitung garantiert auch).

Montag begann auch meine Hyposensibilisierung um zumindest mal mit zwei meiner Hauptallergene Frieden zu schließen. Ein Allergen rechts in den Arm unter die Haut und dann das andere links. Danach musste ich eine halbe Stunde unter Beobachtung in der Praxis sitzen. Was war mir schwummrig! Nächste Woche geht es weiter.

Pullover trage ich ja das ganze Jahr, oder zumindest habe ich immer einen dabei, denn es könnte ja kühl werden ;-). Draußen ist es wirklich frisch genug die dicken Dinger aus der hintersten Schrankecke nach vorne zu räumen. Ich liebe Pullover!! Aus Wolle, aus Seide, aus Mohair, aus Kaschmir. Vorzugsweise selbst gestrickt! Pullover aus Baumwolle finde ich zu schwer und sie wärmen mich nicht wirklich. Ein paar meiner Pullover müssen sich diesen Winter damit abfinden aufgeribbelt zu werden um etwas tragbareres zu werden.

Eine neue Strickjacke daraus wäre schön. Mal sehen.

Jetzt genieße ich die kalte, trübe Jahreszeit bei einem Gläschen Wein, zünde eine meiner Kerzen an und genieße etwas Räuchergut. November hat auch seine schönen Seiten, warm eingepackt.

Bis morgen,

denn dann ist der 12te, weshalb es heute schon meinen Wochenrückblick gibt.

Karin

 

Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 20/2017

oder …

Der frühe Vogel … – ein Selbstversuch

Montag

Nach einer beinahe schlaflosen Nacht hatte ich mich am Montagmorgen entschieden nach Stand der Dinge aufzustehen. Die Ziffern auf dem Wecker zeigten 4.30 Uhr. Mir ging zu viel durch den Kopf, dann schmerzte in jeder Schlafposition irgendein anderer Knochen um in eine endlos scheinende Hustenattacke überzuleiten. Was für eine Uhrzeit für mich Nachteule und Morgenmuffel!

Aber siehe da, auch wenn ich anfangs muffelig halbblind durch die Wohnung getigert war, als sich der Wecker regulär um 5.50 Uhr regte hatte ich schon meine tiefdunkelschwarze Schwarztee-Infusion in mir, einige Rechnungen überwiesen und abgelegt, Emails erledigt, den Schreibtisch aufgeräumt! Das fühlte sich richtig gut an! Frühes Aufstehen war, passend an diesem Tag, auch Thema im Radio, mit der Information, dass die vier extrem reichsten Menschen Frühaufsteher sind. Hmm, über diese Aussage möchte ich lieber nachdenken wenn ich wirklich ausgeschlafen bin. Trotzdem nahm ich mir für diese Woche vor weiterhin um 4.30 Uhr aufzustehen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Yeah!!

Dienstag

Kurze Schrecksekunde beim Teewasser kochen. Das schon wache Auge hatte den Geburtstagskalender neben dem Wasserkocher im Blick und die Information über das ausgeschlafene Ohr von der Ansage im Radio richtig verknüpft – es ist der 16. Mai und eine Kollegin hat Geburtstag! Was für ein Glück genug Zeit zu haben jetzt noch ein kleines Geschenk zusammenzustellen bevor ich in der Schule sein musste!

Ein langer Arbeitstag sollte es werden, nicht nur durch die acht Stunden im Stundenplan. Nach Unterrichtsschluss packte ich die ersten zwei Kisten für Workshops, die am Donnerstag stattfinden sollten. Zuhause wurde weiter gepackt, bis ich Hunger hatte, bis ich mir einen Salat richtete, bis ich dazu eine Salatgurke schälte, bis ich die Schale der Salatgurke in der Hand hatte. Die Schale der Salatgurke ist dunkelgrün. Ob die Farbe auch herausgelöst werden kann? Inzwischen 22.00 Uhr war mein Nachteulen-Gen aktiv und mir der Wecker egal, in diesem Moment!

Der frühe Vogel hat schon seine Vorteile.

 

Mittwoch

UHHHHH – WAAAHHH – noch vor dem Wecker landete Kater Angus auf mir, wahrscheinlich auf der Jagd nach irgendetwas Flugfähigem (oder dem frühen Vogel). In den nun zwanzig zusätzlichen Minuten konnte sich zwar die am Vortag gewaschene Wäsche zusammenlegen und eine Aufgabe für den Nachmittag vorzeitig erledigen, doch viel lieber hätte ich die Zeit geschlafen!

Der frühe Vogel schwächelt!

 

Donnerstag

Der frühe Vogel entwickelt sich zum müden Vogel und muss abends mit den Vögeln ins Bett.

 

Freitag

Schlaffer Vogel.

 

Samstag

Mit dem frühen Vogel aufgestanden und dann meinem Bauchgefühl zugestimmt: Zurück ins Bett. Die neuen Rechnungen auf dem Schreibtisch dürfen bis Montag marinieren!

Der frühe Vogel kann mich mal!

 

Sonntag

Dem frühen Vogel den Hals umgedreht und den Katern zum Fressen vorgeworfen. Sie wollten ihn aber auch nicht!

Mir geht durch den Kopf: Wenn Reichtum ursächlich mit dem frühen Aufstehen gekoppelt ist müsste es viel mehr Reiche geben, wenn ich da allein schon an die Putzkolonnen in den Bürogebäuden denke, oder das Personal in medizinisch/pflegerischen Bereichen, die Lokführer, …

Trotz aufgeräumtem Schreibtisch ging mir in dieser Woche einiges ab, denn es fehlte mir eindeutig Kraft für kreative Momente. Die besten Ideen kommen mir abends bzw. nachts und wenn ich diese, mit Frühaufsteherprogramm, auslebte, blieben nur noch vier Stunden Schlaf. Das ist eindeutig zu wenig, wenn am nächsten Tag ein Sack Flöhe in der Schule gehütet werden muss.

Ich verzichte auf materiellen Reichtum und pflege meinen Biorhythmus, soweit es geht!

 

Was die Woche sonst noch brachte:

Vorbereitungen für zwei Workshops in Adelsheim im Landesschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU). Dort verbrachte ich vor genau einem Jahr eine sehr interessante Fortbildung und dieses Jahr bin ich selbst als Referentin dabei – Material- und Werkzeugkisten zusammenstellen und packen ist die kleinste Übung. Diese dann zu transportieren, verwenden und zurückzutransportieren, plus den Inhalt wieder an Ort und Stelle zu räumen eine ganz andere Sache 😉

Morgens bot ich am Donnerstag Stationen zu Pflanzenfarben an (im letzten Blogpost berichtete ich kurz darüber) und am Nachmittag war Gestalten mit Naturmaterialien aus dem Garten Thema.

Die Zeit verging wie im Flug und viele schöne Dinge entstanden. Leider fehlte mir die Zeit für Fotos oder die gemachten sind in der Hektik verwackelt.

Schulgartenarbeit

Langsam entwickeln sich aus den öden Gartenflächen wieder kleine Oasen. Selbst der schwarze Gothic-Beet-Bereich scheint zu gelingen. Dafür wollen die Samen im Färberpflanzenbeet nicht so richtig kommen. Zeigt sich dann mal etwas grün wird es sofort von den Schnecken vernichtet.

Im Vorgarten, dem Gartenprojekt vom Vorjahr, blühen die Lupinen.

Im Klecksbeet sind die Tulpen meiner Klasse endgültig verblüht und der Löwenzahn macht sich breit. Da müssen wir nächste Woche noch einmal dran.

Dagegen funktionieren unsere „Unkrautkisten“ recht gut.

Der „wilde“ Garten ist das Projekt für dieses Jahr. Der Buchsbaum muss raus, wie die Disteln, und dann sehen wir weiter.

Rund um das Insektenhotel fehlen seltsamerweise die Blütenpflanzen, dafür entdeckten wir drei Rosenzweige neben der Hasel.

An der Trockenmauer grünt es in vielen Schattierungen. Rainfarn, Dost, Malve, verschiedene Königskerzen bereiten sich auf ihre Blüte vor. Es hat sich gelohnt die Fläche im zeitigen Frühjahr zu „entrümpeln“.

Schrecksekunde

Katerchen, der junge Wilde, saß auf meinen Balkonblumenkästen. An und für sich kein Problem, doch die Kästen hängen außerhalb des Katzennetzes!! Er hatte eine der zwei Schwachstellen in der Montage des Netzes entdeckt und diese natürlich für einen Ausflug in die große weite Blumenwelt genutzt. Die Bequemlichkeit zwischen dem Grünzeug ließ jedoch zu wünschen übrig und er jammerte nach: „Ich will wieder rein!“. Ich musste das halbe Netz abmontieren, um ihm das zu ermöglichen. Katerchen fand das total lustig und sah die Demontage als Spieleinheit mit Scratch-it für meinereine. Nicht lustig für meine Hände und Unterarme!

 

Schmunzelalarm bei den Suchergebnissen zu „Der frühe Vogel“ bei Google/Bilder 😀

 

Am Fernsehen hängen geblieben – Nowhere Boy über den jungen John Lennon (Trailer) geschaut und am Ende schwer mit den Tränen gekämpft. Zwangsläufig erinnerte ich mich an den Morgen nach seiner Ermordung. Ein kalter Dezembermorgen im äußersten Süden Baden-Württembergs, meiner ersten Dienststelle, gerade einmal 22 Jahre jung, in meinem Zimmer zur Untermiete, mit abgeschalteter Heizung, im Wintermantel verpackt die Nacht verbracht , blau gefroren und dann diese Mitteilung im Radio!

 

Am Ochsenweiher im Schönbuch die Seele baumeln lassen und wieder die Graugansfamilie beobachtet.

Diese Woche wird durch Himmelfahrt eine kurze Arbeitswoche werden. Mal sehen was ich aus ihr mache.

Viele Grüße und macht’s gut!

 

 

 

Woche 6/2017

oder …

Die Woche der Versuche und Prototypen!

Ich weiß nicht, wie es euch so ging, für mich war diese Woche viel zu kurz. An manchen Tagen wünschte ich mir ein paar Stunden Verlängerung, denn wenn sich bei mir eine kreative Idee entwickelt, wollen meine Hände immer sofort loslegen. Das geht in einem (Schul-)Alltag natürlich nicht, aber nach Unterrichtsschluss nutzte ich die Chance dafür in meinen Werkräumen und an den Maschinen – sehr zum Missverfallen der Reinigungstruppe (und meine Ärzte brauchen das auch nicht wissen!).  Dabei kann ich völlig das Zeitgefühl verlieren, dass ich alles andere völlig vergesse. Das bestellte Paket musste ich dann bei der Post abholen. Die Apotheke hatte schon geschlossen und ich durfte die Nacht büßen. Die gewaschene Wäsche lag zu lange in der Waschmaschine und benötigte eine Extrarunde. Die Pflanzen zuhause ließen die Köpfe hängen und meine Kater legten sich demonstrativ vor die Wohnungstür, wenn ich, kaum angekommen, die Jacke wieder anzog um den Müll wegzubringen – es könnte ja länger dauern 😉 .

 

Aus der Werkstatt:

  • Rahmen mit Waldoptik und Elchen nach einer Idee aus Pinterest
  • Meisenknödelhalter aus Asthölzern, auch nach einer Idee aus Pinterest
  • Minigewächshaus aus Bausatzresten
  • Versuche an Schreibwerkzeugen aus Gänsefedern, Schilfrohr und Bambusrohr (noch nicht reif für Bilder)
  • polierte Baum- bzw. Astscheibe mit Geschichte

Mit Bausätzen und manchen Anleitungen habe ich so meine Probleme. Auch wenn sie irgendwie funktionieren gibt es, so empfinde ich es, immer Arbeitsschritte an denen bei mir eine Alarmglocke angeht. Deshalb bestelle ich, wenn ich für meinen Unterricht etwas Neues anbieten möchte, in der Regel zwei Bausätze, einen für die Punkt-für-Punkt-Folge der Anleitung und einen für meinen Weg, inklusive Modifikationen. Privat lasse ich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wie beim Schal fürs Leben, die Finger von Bausätzen und Materialpackungen. Mich stört, abgesehen von den oft ungenau beschriebenen Arbeitsschritten, meist der Resteberg, der nach der Fertigstellung übrig bleibt. Beim Schal hatte ich nach zwei, aus den Materialpaketen gestrickten, Exemplaren genug Wolle für einen dritten Schal übrig. Nur eine Farbe fehlte, die mir mein Wollladen, obwohl die Farbe vergriffen war, irgendwie besorgte. Glück gehabt.

 

Weniger Glück hatte ich bei einer Fundsache. Ich fand bei Aufräumarbeiten an verschiedenen Stellen gleich große Leisten und Folien, von denen ich nicht wusste, für was diese ursprünglich gut waren. Spätestens ab 10 Stück suche ich mir ein Sammelbehältnis und am Ende hatte ich bei dieser Sammlung zwei kleine Kartons voll. Dann tauchte eine geschlossene Plastiktüte auf, gefüllt mit solch Material, ein Originalbausatz, und verriet durch einen Aufkleber, was daraus hergestellt werden kann, ein Mini-Gewächshaus. Keine Anleitung! Trotzdem fanden meine 9er Schüler in Technik diesen Fund nur cool. Als dann noch ein paar knittrige technische Zeichnungen und einige halbfertige Bauteile gefunden wurden, schien das genug Information, dass meine 9er-Schüler motiviert waren, sich nicht abbringen ließen: Wir bauen Mini-Gewächshäuser.

Meine Reaktion: Luft holen, noch einmal durchatmen, Schüler machen lassen, nach der kompletten Anleitung recherchieren und ganz schnell feststellen, nee nee, das geht so nicht, bzw. ist technisch falsch. Was soll das für ein Gewächshaus sein, bei dem nur die Seitenteile mit Kunststofffolie verglast werden und die Giebelseiten offen bleiben? Und warum sollen die Dachteile mit Scharnieren verbunden werden, wenn das Dach, laut Anleitung, nur auf die Giebelschrägen aufgelegt werden soll? Da musste ich tüfteln und modifizieren!

Bei Ideen, die Pinterest liefert erwarte ich keine funktionierende Anleitung. Mir reicht die Idee, im Wissen, die Details muss ich mir selbst überlegen. So ging es mir mit denEntdeckung der „Vogelfutter-Diamanten“ auf Pinterest. Sieht toll aus, aber in der Praxis sind Apfel, Meisenknödel & Co. nur zur Deko hier gut aufgehoben. Meine Eichhörnchen würden bei diesem Angebot sofort zuschlagen und den Fettfutter fressenden Piepmätzen, bevor sie nur die Schnäbel ansetzen können, den Tisch abräumen. Ein eingebauter Nagel ist die Lösung, aber noch sitzt dieser hier nicht perfekt und stabil genug.

Auch von Pinterest inspiriert (Quelle werde ich noch angeben), aber mit eigenen Schablonen für die Elche, entstehen im Unterricht dekorative Fenster- und Wandbilder

Als mir aus meinem Sammelsurium eine halbfertiges Werkstück in die Hand fiel ging dann so etwas wie Sonne in mir auf!

Sie stammt noch aus meiner frühen Zeit als Mutter und Lehrerin. In den Herbstferien fuhr ich viele Jahre für einen Tag nach Zürich. Hier hatte ich in meinem ersten Jahr als Lehrerin viel Zeit verbracht, schöne Plätze gefunden, Bekanntschaften gemacht. Meinen Kindern erzählte ich, ich fahre auf die Weihnachtswiese (in Anlehnung an Peterchens Mondfahrt) und besorgte dort tatsächlich viele Weihnachtsgeschenke für sie. In Zürich gab es in dieser Zeit eines der besten Geschäfte für Holzspielzeug. Daneben besuchte ich an diesem mir sehr speziellen Tag oft die Kunsthalle, ging im nahe gelegenen Restaurant von Agnes Amberg essen (sie hat 1991 schon bewiesen, wie lecker vegetarisches Essen sein kann)  und traf Freunde. An einem dieser Treffen sprachen wir über Schmuck aus Holz: gesägt, gefeilt, geklebt, gefräst, aus Furnier verklebt, gebeizt, gebohrt. Heute polierte ich die Astscheibe, die ich damals frisch geschnitten geschenkt bekommen hatte.

Plötzlich erscheint im Grau des Tages die Sonne! Neu überschliffen, mit Stahlwolle bearbeitet und mit Bienenwachs poliert, glänzt mich in diesem Licht, schmeichelnd glatt, das Scheibchen an.

Nur, leider leider, kann sich die Sonne wieder nicht behaupten. Sie verschwindet in wenigen Minuten im Wolkendunst.

Und dunkel wurde es auch schon! Wieder die Zeit vergessen. Und die sonstigen Höhen und Tiefen der Woche 6? Abgehakt! Wusch, weg!

 

DIY-Adventskalender #24 kleine Freuden 2016

und …

Tag 5 ist mein Tag der Kleinigkeiten

Die Idee – ein Mini-Advents“kranz“-Würfel mit Entschleunigungshilfmittel

übersetzt – ein kleiner Kerzenständer für vier kleine Kerzen und ein süßes pflanzliches Beruhigungsmittel für die Belastungen in der Vorweihnachtszeit.

Tja, hmm, gerne hätte ich ausführlich über die Herstellung berichtet. Leider hat meine Lungenentzündung nicht nur Lücken in meiner eigenen Erinnerung hinterlassen. Mir fehlen auch ALLE Bilder von der Fertigstellung meiner kleinen Freude auf meinem Rechner. Die zweite Novemberwoche hatte es wohl wirklich in sich! Trotzdem habe ich es geschafft meinen Beitrag für die 24 kleinen Freuden, wie ich es mir ergedacht hatte, auf den Weg zu bringen. (Ein paar Bilder fand ich inzwischen nach etlichen Stunden Suche im Datendschungel wieder!)

Nach meinerTeilnahme am DIY-Adventskalender 2015 mit einem Mini-Weihnachtsdorf aus Holz wollte ich dieses Jahr eigentlich mit einem anderem Werkstoff mein Tütchen bestücken. Am Ende meiner gedanklichen Entwicklungsphase stand ich dann doch wieder an der Säge und der Bohrmaschine um alte Palettenbretter neu zu verwerten, aufzuhübschen, statt zu entsorgen oder zu verheizen. Dies sind die allerletzten zwei Paletten von 21 im Frühjahr organisierten, über deren Verwertung ich vor allem hier berichtete. Aus den dicken Bohlenresten auf der Ablage entstanden dieses Jahr erst einmal eine Menge Klötze.

 

Die Anfänge

Aus den Klötzen musste reichlich Material geholt werden. Zuerst bohrte ich ein großes, tiefes Bohrloch auf der Unterseite des Klotzes. Schade um das verlorene Foto mit mir im Zentrum, inmitten von Späne stehend und vom solcher beim Bohren umweht. Nach dreißig Bohrungen stand ich wadentief in Holzspäne. 30 Teile, weil ich immer Ausschuss bei der Weiterverarbeitung einplane, für Prototypen und zum Verschenken an fleißige, geduldige HelferInnen. Höre ich da gerade jemanden „hmpf“ grunzen? 😉 An die Sache selbst lasse ich in der Regel ungern jemanden mit Hand anlegen. Aber ich empfinde den Rücken frei gehalten zu bekommen, um ohne Unterbrechung weiter arbeiten zu können, als echte Hilfe, oder wenn mir jemand beim Aufräumen einer solchen Sauerei hilft. Die ganz grobe Späne wanderte erst einmal in unseren Materialfundus und wird in Nisthilfen für Hummeln verwertet werden.

 

Noch eine benutzte Maschine, etwas zweckentfremdet angewendet, aber …

… nach zwanzig von Hand mit der Bügelsäge gesägten Hülsen für Kerzen dachte ich mir, solche Teile gibt es doch bestimmt auch fertig zu kaufen. Ausschuss eingerechnet hatte ich noch achzig vor mir zum Sägen, die dann auch noch gefeilt und geglättet werden mussten. Statt zu googeln sägte ich fleißig weiter, mit der elektrischen Dekupiersäge. Bloß keine Pause machen! Fertig werden!!!

 

Die Ausarbeitung

Staubmuster auf dem Arbeitstisch nach dem Wegräumen der fertigen Kerzenständer

 

Das Goodie

in der Nummer 5 steckt ein Keks, ein Lavendelkeks. Lavendel hat beruhigend wirkende Inhaltsstoffe, die über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, besonders gut verwertet werden. Das Rezept für diese Kekse, das ich über meine Eltern von einer Bauersfrau aus Soltau erhielt, probierte ich Anfang Oktober aus (ich habe hier kurz darüber berichtet) und etwas abgeändert. Die Zutaten blieben gleich, aber manchmal macht es die (Back-)Form, die aus dem Backwerk herausholen was in ihm steckt. In diesem Fall macht die Form sehr viel aus! Wenn Interesse besteht werde ich das Rezept posten.

 

Die Verpackung

Zuerst mussten die Kekse luftdicht verpackt werden. Zellophantüten für Gebäck lassen sich hervorragend mit einem Folienschweißgerät verpacken. Einmal probiert, gleich funktioniert!

Die Kekse fanden ihren Platz in der großen Bohrung auf der Unterseite der Kerzenständer. Statt einem Keks kann hier später eine Stumpenkerze ihren Platz finden.

 

Jetzt fehlte „nur“ noch eine Rundumverpackung, denn die Kerzen hatte ich schon längst – bestellt, geliefert, fertig. Bloß wie bekomme ich alle Einzelteile als Gebinde versandfreundlich ins Paket?

Eine Tüte? Keine Chance bei diesen Maßen!

Einpacken in Geschenkpapier? Ich habe zwar ein Depot, aber von keinem Papier genug.

Bleibt nur ein Beutel, aus Stoff, genäht, …, oder?

Leider hatte ich von der Farbe meiner Wahl nur noch genug für die ersten Versuche und den Prototyp. Mag blau nicht unbedingt weihnachtlich sein, aber von diesem Stoff hatte ich eine ausreichende Menge zuhause, musste nicht die Krankenstube verlassen, konnte einfach mit dem Nähen loslegen. Was war ich froh über meine Overlockmaschine!

Scotty, der Kontrolleur!

Ich hoffe mit meinem Beitrag Freude in den Adventsalltag der Teilnehmerinnen am DIY-Adventskalender 2016 gebracht zu haben.

Bei mir sind die Versuchsklötze Teile meiner Adventsdekoration. Es wäre zu schade gewesen diese einfach so in den Schrank zu stellen.

Jetzt habe ich den Kopf frei für meine Weihnachtskarte 2016. Aus den Ideen sind nach etlichen Versuchen zwei machbare übrig geblieben. Material habe ich eingekauft, also kann ich loslegen.

 

Einwegpaletten-Upcycling #2

und …

Möbel für den Schulgarten und Tomaten für die Schulküche

 

Das Anlegen von einem offenen, bunt blühenden Staudengarten in direkter Nachbarschaft zum eingezäunten Schulgarten, der als Nutzgarten für Gemüse und Kräuter dient, war ein Ziel meiner Schule im Schuljahr 2015/16. Viele Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 9 haben, nicht nur im Rahmen des Unterrichts, mitgeholfen. Besonders viel Einsatz zeigten die Schüler der 9. Klasse im Fach Natur und Technik, denn es fand sich eine Gruppe, die daraus noch ein Thema für ihre Projektprüfung fand.

Im Werkraum hatte die Beeteinfassung riesig ausgesehen.

 

Vorbereitungen für den Platz an dem eine Bank stehen soll.

Im Hintergrund, im Nutzgarten, war zur gleichen Zeit die andere Projekprüfungsgruppe in Sachen Garten aktiv. Sie bereiteten ein Beet für ihre selbst gezogenen Tomatenpflanzen vor. Nach dem Hacken bauten die Schülerinnen das aus den Vorjahren gerettete Tomatenspalier neu auf.

Große Freude Tage später, da die eigenen Pflanzen nicht so richtig wachsen wollten. Vom Klassenlehrer gab es eine Lieferung aus seiner Anzucht! Die Gruppe war glücklich und hatte ihren Spaß beim Pflanzen.

Die Tomaten im Beet wachsen und gedeihen, denn sie wurden selbst in den Pfingstferien von den SchülerInnen versorgt.

Im Staudengarten ging der Kampf weiter, nicht nur gegen die Pflanzen, die wir hier nicht mehr wollen – Unkraut! Daran hat sich bisher nichts geändert!!

Nach viel Hacken, Wurzeln ziehen, noch einmal Hacken kam eine Schicht Holzschnitzel mit Rindenmulch auf die Fläche auf der nichts wachsen soll.

Anfang Juni 2016 im Staudengarten

Nach dem Besuch der Gartenkommission von der Schulgarteninitiative folgte dann die Präsentation der Projektprüfungen im Schulgarten.

Alles klar!

Glückliche Jungs, die ihre Präsentation von, nach eigenen Entwürfen, selbst gebauten Möbelstücken hinter sich hatten!

Tage später grünt und blüht, wächst und gedeiht es weiter im Schul- und Staudengarten.

Tausend Dank an meine SchülerInnen, die mir die Freigabe dieser Fotos für diesen Bericht gegeben haben!!!

Alles Palette – Einwegpaletten Upcycling #1

oder …

Neues aus dem Schulgarten #2

Paletten sind eine geniale Erfindung zur Optimierung von Transport und Lagerung, keine Frage.

Und was passiert mit ihnen nach dem Transport und der Lagerung? Europaletten werden oft wiederverwertet, aber was geschieht mit all den anderen?

Wer entsprechend googelt, oder sich auf Pinterest umschaut, findet eine ganze Menge an Ideen, was aus Paletten alles herstellt werden kann bevor sie im Müll oder Ofen landen.

Es war immer wieder ein Wunsch von mir die eine oder andere, aus Paletten gebaute, Fundsache selbst oder in der Schule auszuprobieren. Dazu bin ich bisher nie gekommen. Aber mit meinen Ideen im Kopf, und von März bis Mai gezwungenermaßen als Fußgänger unterwegs, entdeckte ich einen Stapel Paletten vor einem Gebäude in der Nachbarschaft. Tags darauf fiel mein Blick auf einen weiteren Stapel Paletten, im direkten Blickfeld von meinem Balkon aus! Es war Material zum Isolieren der Dachböden unserer Wohnhäuser angeliefert worden. Ich sah eine Chance an Material zu kommen und nutzte meinen direkten Draht um daran zu kommen 😉 :

Zwei Tage später wusste ich, dass es „nur“ Einwegpaletten sind. Aber ich durfte mir davon nehmen soviel ich wollte. Und ich wollte ALLE! 😀 Den ersten Schwung holte ich mit meinen „kleinen“ SchülerInnen – immer zu zweit eine Palette. Die nächste Ladung holte ein Kollege mit einer Delegation seiner 9er. Am Ende waren wir im Besitz von 21 Paletten. Zwei Monate später sind nur noch zwei übrig!

Der Rest steht, zusammen mit drei echten Europaletten verarbeitet, im Schulgarten!

Palettenprojekt 1 – ein Zaun

Um den anderen SchülerInnen die Erweiterung des Schulgartens, das Projekt Staudengarten, ohne große Worte oder Plakate klar zu machen: „Leute, hier entsteht was! Trampelt nicht über diese Fläche und müllt sie nicht zu!“ kam die Idee auf einen Zaun zu gestalten, der hoch genug ist um eine Grenze zu markieren und niedrig genug für freie Sicht.

Drei Gruppen mit je vier SchülerInnen aus den 8. Klassen bauten jeweils ein Zaunelement und benötigten dazu:

  • 1 Einwegpalette
  • Hasendraht
  • Nägel

Drei Unterrichtsstunden später waren die Zaunteile fertig, komplett von Hand gefertigt mit:

  • Meterstab
  • Schreinerwinkel
  • Bleistift
  • Fuchsschwanz
  • Hammer
  • Nägel
  • Krampennägel
  • Seitenschneider
  • (Pinzette für die Entfernung diverser Spreißel, auf hochdeutsch Splitter)

Der Zaun zwei Wochen später – montiert, aufgestellt, gestaltet und bepflanzt!

Ursprünglich wollten die SchülerInnen den Hohlraum zwischen Holz und Hasendraht frei lassen, damit eventuell Pflanzen hochranken können. Jetzt ist er mit Moos vom Vertikutieren der Rasenflächen meiner Wohnanlage gefüllt, das die über den Winter angewurzelten Grünlilien stützt.

Die aus alten Kistenbrettern gesägten Figuren als Gestaltungselement haben ihre eigene Geschichte, denn sie lagen seit dem vergangenem Schuljahr, nur zur Hälfte fertiggestellt, im Technikraum. Keiner hatte sie wegwerfen können, weshalb der Stapel halb ausgesägter und teilweise bemalter Figuren von hier nach dort wanderte. Irgendwann entdeckte eine Schülerin ihr halbfertiges Werk und ließ alles andere an Aufgaben stehen und liegen: „Frau B., kann ich meine Figur anmalen?“. Klar! Warum auch nicht? Eine Stunde später suchte sie sich einen Platz im Schulgarten um ihr Werk anzuschrauben, mit dem Akkuschrauber – drei Mal mit dem Gerät abgerutscht, aber dann, alles fest, eine Schraube verloren, egal, glücklich!

Inzwischen hängen viele fertig gestellte (Altlasten) Menschlein im Schulgarten und es entstehen sogar neue!

 

Palettenprojekt 2 – Halterung und Ablage für Gartengeräte

Zu Recht hatte die Kommission von der Garteninitiative beanstandet, wie wir unsere Gartengeräte, von Hacke bis Spaten, einfach nur am Kompoststand angelehnt abgestellt hatten. Eine weitere, verarbeitete, Einwegpalette später hat alle Gerätschaft einen sicheren Platz.

 

Die Vorstellung der Palettenprojekte 3 und 4 – Bank und Tisch – ist in Vorbereitung.

 

Weihnachtsdorf in klein und schlicht

oder …

Mein Beitrag zum DIY-Adventskalender 2015

 

Ein Haus allein ist ein Einsiedlerhof oder eine Einsiedelei. Bei zwei Häusern kann schon von einem kleinen Dorf gesprochen werden, wenn es sich, laut Wikipedia, um eine Gruppensiedlung mit geringer Arbeitsteilung handelt. Ein Haus trägt eine Kerze, das andere einen Stern, bedeutet: Arbeitsteilung, also Dorf. Dreiundzwanzig solcher kleinen Dörfchen stellte ich für den DIY-Adventskalender für dieses Jahr her, obwohl ich ursprünglich mit einem ganz anderen Gegenstand teilnehmen wollte.

Als ich Mitte Oktober über die Blogpostreihe 12 von 12 über die Idee zu diesem Kalender buchstäblich stolperte, war ich gerade mitten im Häkelfieber, nach
2012 Häkelkissen
2013 Aufbewahrungskörbchen in Varianten
auch
2013 das Ende der unendlichen Geschichte vom Pullover aus Rosetten
nun
2015 Mützen und diese Kleinigkeit …

 
…, die ich wegpackte, als klar war, dass wir ein gemischtes Team in Sachen Kalender sein werden.

Eine neue Idee musste her! Mitten in den Vorbereitungen zu einem Weihnachtsmarkt. Mein interner Ideen-Pool wie ausgeschaltet. Kein kreativer Blitzgedanke. Da half auch keine Klositzung. Mit meinen Kindern gesprochen. Zum Schluss meine Geheimwaffe wenn gar nichts mehr geht – Mutter fragen, besser, bei Mutter internen Ballast abladen.
Darauf folgte dieser Dialog.
Mutter: „Wieso willst Du was anderes machen?“

Ich mit ungeduldigem Stoßseufzer: „Was soll ein Mann mit solchem Schnickschnack anfangen?“
Meine Mutter: „Verschenken! Ich würde mich über solch ein Teil freuen!
Okaaayyyy, den Wink mit dem Zaunpfahl habe ich verstanden! liebste Mutti der Welt! *

Einen Tag später, im Maschinenraum, beim Vorbereiten für weitere Produkte, die unsere Schüler für den Weihnachtsmarkt herstellten, war die Alternativ-Idee geboren. Wie üblich sägte ich die Reststücke auf gleiche Größe zu und stellte sie in eine der Sammelkisten. Beim Wegstellen schaute ich noch einmal in diese Kiste …

 

… die Rädchen in meinem Kopf drehten sich, ich erinnerte mich an ein Schaufenster das ich fotografiert hatte, klickte mich durch die Fotogalerie in meinem Handy, wurde im Frühjahr des Jahres fündig, zog meine Jacke wieder aus, stellte den Strom für die Maschinen wieder an.

Eine Stunde danach stand der Prototyp fertig vor mir, bereit für eine Begutachtung durch Kollegen.

Zwei Stunden später waren die Sterne fertig und ich war unterwegs um zusätzliches Material zu besorgen.

 

 

Zwei weitere Arbeitsstunden Stunden später standen die kleinen Häuschen mit Dachschräge, Bohrung für Stern und grob geschliffen in der Kiste.


Zwei Schablonen zum Anzeichen etc. hergestellt und ran an die Kreissäge, Bandsäge, Ständerbohrmaschine, Schleifteller und Schleifband und die Kerzenständerhäuschen reihten sich in der Kiste auf.
Stopp, ich vergaß, die Schornsteine sind reine Handarbeit mit Bügelsäge, Feile und Schleifpapier!

 

 

Alles durchsortiert und abgezählt. Es sollte nicht das letzte Mal sein!
 

 

Passende Kerzen organisiert und es konnte an das Verpacken gehen.

 

Bei diesem Teil bekam ich das Gefühl nicht los, dass dieser Teil der komplizierteste und zweitaufwendigste war. Das konnte auch täuschen, doch zum Schluss steckte alles im Karton, nach zwei Mal auspacken und nachzählen.

 

 

 

Leider habe ich aus irgendeinem Grund keine weiteren Fotos von den verpackten Dörfern gemacht. Es ist mir ein Rätsel.

 
 

 

Nachdem mir die Herstellung so viel Spaß gemacht hatte habe ich mich sehr gefreut Freude mit meinen Häuschen machen zu können – mehr dazu auf meinem letzten Blogpost.

Meine Schule auf dem Weihnachtsmarkt in Böblingen #2

oder …

Spielzeug-Laster aus Holz für einen guten Zweck

Da stehen sie, die ersten fertigen Laster aus einem Gemeinschaftsprojekt an unserer Schule, das Schule machen kann!

Seit zwei Jahren wird „meine“ Theodor-Heuss-Werkrealschule in Böblingen durch eine Gruppe von Senioren und Sportlern bei vielen praktischen Projekten ehrenamtlich unterstützt.
Am Anfang stand ein kleines Senioren-Schüler-Projekt um praktisches Arbeiten zurück in die Werkrealschule zu bringen. Wildbienenkästen wurden gebaut um danach den kompletten Schulgarten gemeinsam rundzuerneuern!

Und nun steht in unseren Werkräumen eine Flotte an Holzlastern!

Das war richtig Arbeit für alle Beteiligten!

Dienstag, den 18. November 2014 besuchte Wolfgang Kimmig-Liebe Schüler und Senioren bei ihrer Arbeit an unserer Schule. Bekannt als ‚Nikolaus aus Leidenschaft‘ und ‚Ein Schwabe in Palästina‚ wird er unseren Erlös vom Weihnachtsmarkt im Dezember in den Nahen Osten bringen. Diese Reise führt ihn jetzt allerdings nicht nach Syrien, wohin wir unseren Erlös eigentlich spenden wollten, denn dort war er im Oktober. Seine neue Reise geht nach Palästina, wo er auch in Bethlehem, der Geburtsstadt von Jesus, Station machen und das internationale Kinderkrankenhaus der Caritas, das Baby Hospital, besuchen wird.

Mich hat der persönliche Bericht von Herrn Kimmig-Liebe sprachlos gemacht und meine von Nationalitäten und Konfessionen bunt gemischte Schülerschar hat ein halber Filmbericht überzeugt:

Unsere Sterne sind für Bethlehem und die Laster auch!

Unser Dank geht an die Helfer, die unsere Schüler und Schule in der Herstellung dieses Angebots tatkräftig unterstützt haben, allen voran Horst Wiedenhorn als ehemaligem Stadtrat und meinem  Fachlehrerkollegen im Unruhestand. Danke Horst!

Und jetzt brauchen wir ab dem 26.11.2014 ganz viele Käufer und Spender an unserem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Böblingen. Unser Verkaufserlös und jede Spende wird vor Ort in Bethlehem ankommen, denn sie wird persönlich von Hand (uns) zu Hand (Wolfgang Kimmig-Liebe) zum Baby Hospital gelangen!