Woche 16/2017

oder …

April, April und alles hat ein Ende/einen Anfang

 

Mittwochabend erschien mir meine kleine Wohnung, nachdem ich Bruderkind als letzten Gast zum Flughafen gebracht hatte, so etwas von öde und leer! Selbst in meinen Katern fand ich keinen Trost. Auch die beiden saßen mit hängenden Köpfen vor den leeren Betten und suchten nach den streichelnden, oder spielenden Händen der letzten Tage. Am Ende hatte ich dann noch eine ziemlich dicke Träne im Auge, als ich das eine oder andere Dankeschön beim Aufräumen fand.

Aber nun ganz von vorne, was diese Woche so brachte:

  • ein gemütliches Ostermontagsfrühstück nach einer gelungenen 80er Feier für meine Mutter/meine Eltern

 

  • viele Gespräche über Gott und die Welt, den Brexit und hoffentlich nicht einkehrenden Frexit, kurze Nächte, mein Englisch von Schulenglisch zu Alltagsenglisch neu aufpoliert, für die Eltern bis zur Erschöpfung übersetzt (die Kinder meines Bruders sprechen, bis auf den Ältesten, kein Deutsch)
  • einen verregneten Spaziergang durch die Tübinger Altstadt (Bilder gibt es hier zu sehen)

  • die Abreise von Sohnemann
  • einen Ausflug mit Überraschung in die Schwäbische Alb – Burg Lichtenstein im Schnee(sturm), der leider auf dem rechten Bild nicht so zu erkennen ist. Bruderkind war spätestens jetzt überzeugt über meine klare Ansage vor ihrem Reisebeginn: Warm jacket required! Und siehe da, in den Taschen hatte sie sogar noch Handschuhe und Mütze stecken! 😉

  • Flight tracken bis in die Nacht. Das Bruderkind war mit ziemlicher Verspätung zurück nachhause gestartet und hatte am nächsten Tag eine wichtige Prüfung vor sich. Auch wenn ich nichts an der Situation ändern konnte, ich hing am Bildschirm und freute mich über die WhatsApp-Mitteilung meines Bruders, dass sie in den frühen Morgenstunden endlich zuhause waren.
  • einen Ausflug in den Schwarzwald – mein ganz persönlicher Abschied von meiner Freundin, die im Januar ihren Kampf gegen Krebs verloren hatte. Nach 56 Jahren Freundschaft fühle ich nach wie vor eine Lücke in mir, so unbeschreiblich weit und tief …

 

 

  • eine Recherche nach wunderlichen Orten, die mir bei den beiden Ausflügen in der einen oder anderen Weise begegneten. Wer weiß mit Mömpelgard und Niuferon etwas anzufangen? Mömpelgard begegnete mir in der Burg Lichtenstein auf einem Bild von einem Graf Eberhard. Ihm und seiner Frau Henriette war ich tags zuvor schon auf einem Fensterbild in Tübingen begegnet, wie meine Google-Suche ergab (ein Suchergebnis ist hier). Von Niuferon ist nur ein kleiner Teilort von Haiterbach im Schwarzwald übrig geblieben, Altnuifra, mit etwa 50 Einwohnern. Der Name klang mir seltsam genug für einen Abstecher abseits meiner Route, um dann doch nur in einem kleinen Weiler zu landen. 1080 wurde der Ort zum ersten Mal erwähnt, anfangs von Adelsfamilien mal ans Kloster Reichenbach dann an das Kloster Hirsau verschenkt wurde der Flecken Land als Niuferon zuerst an die Kurpfalz, dann nach Württemberg verkauft.

  • aufräumen und mich in meiner Wohnung wieder einrichten
  • die Reinschrift meiner Aufschriebe vom letzten Kräuterseminarwochenende
  • Sammeln von Pflanzen für das Herbarium, bestimmen, pressen, gepresste Pflanzen folieren, katalogisieren, … da liegt noch viel vor mir, sehr viel!
  • Farbmuster von meinen Pflanzenfarben zugeschnitten, sortiert, abgeheftet und schon wieder neue Farben in Arbeit – Andrea von Holunder hat auf einem Blogpost einen Link zu einem Beitrag von Pepper Schmidt von Heimatbaum platziert, in dem es über Färben von Eiern mit Avocadoschalen ging. Klar musste ich das ausprobieren. Besuch hin oder her. Es gibt ja noch Nächte. Auch wenn die entstandene Farbe interessant ist, es ergab leider kein lila.
  • eine Inspiration im Vorbeifahren: „Hallo, was ist DAS denn?, und schon vorbei gewesen – (Die Bilder habe ich nachträglich gemacht und nicht im Vorbeifahren!!!) – mit umdrehen, suchen, finden, sich freuen. Das dies kein „normales“ Wohnhaus mit Garten sein kann war mir sofort klar. Nachdem ich den ersten folgenden Kreisverkehr zur Drehung genutzt hatte war mir bei der zweiten Vorbeifahrt klar, ich will mehr sehen! Ich werde berichten.
  • der Wille die letzten Ferientage zu genießen und so lasse ich es mit einem Besuch auf dem Stuttgarter Messegelände, trotz Kreativ, Garten und Slow Food. Ich verordne mir slow und eine Runde durch den Wald. Auch keine so tolle Idee, beim Blick in meine Taschen! Ich hatte mir wieder jede Menge Pflänzchen für das Herbarium gesammelt, die nun natürlich auch noch fertig bestimmt und gepresst werden müssen. Mannomann, das kann aber auch eine Sucht werden!

Zuguterletzt kommen hier noch ein paar Eindrücke meines Slow-down-Sonntags im Schönbuch:

Gundermann
Knoblauchsrauke
Frühlings-Platterbse
Gelbes Buschwindröschen

Nächste Woche beginnt wieder der ganz normale Alltag bei allen Schulkindern und Schul“Kindern“ und an Schulen Beschäftigten und mir in BaWü UND der Prüfungszeitraum für die WerkrealschülerInnen beginnt.

Jetzt muss ich mich wieder auf Radio und Fernsehen konzentrieren. Die Wahlen in Frankreich sind schon ein Bauchwehthema. Interessant fand ich heute im Laufe des Tages zu hören, dass vor allem im Ausland lebende Franzosen Schlange vor den Wahlbüros in Konsulaten stehen! Wie hier in Quebec in Kanada. Super!

Ich wünsche allen einen guten Wochenstart!

 

 

Woche 12/2017

oder …

Frühlingsgelb zum Frühlingsanfang etc.

Huflattich

So langsam sind die längeren Tageszeiten zu spüren, selbst wenn Hochnebel oder Regenwetter der Sonne im Weg stehen. Montag und Dienstag war es zumindest teilweise trocken und die Sonnenstunden am Nachmittag halfen einer meiner Projektprüfungsgruppen einiges an Außenarbeiten zu erledigen, bevor am Mittwoch der Himmel für Stunden seine Schleusen öffnete. Die Natur braucht den Regen, ich weiß! Das Timing der Wetterfee, irgendeines Wettergottes, oder von Petrus war diese Woche allerdings nicht optimal für ein ökölogisches Thema in der freien Natur. Aber sie schafften ihr Ziel:

Renovierung eines Insektenhotels für die Schule!

Drei aufgeregte junge Menschen drückten mir, von linker zu rechter Backe breit wie glücklich strahlend, am Freitag pünktlich um 12:00 Uhr ihren Ordner mit der Dokumentation der Woche und ihren Datenstick in die Hand: „Frau Be, wir sind fertig! Wir. sind. fertig. FERTIG. Ahhh! Pünktlich! Und aufgeräumt haben wir auch.“ Gerade der letzte Punkt war ihnen besonders wichtig, nachdem sie in der Durchführungswoche dieser Prüfung ihren Arbeitsplatz ab und an in katastrophalem Zustand hinterlassen hatten.

 

Was die Woche sonst noch brachte:

  • Zeitumstellung und die letzte Frankfurter Sonntagszeitung – Sommerzeit heißt für mich Lesepause, bzw. Zeit vielleicht mal die Zeit oder eine andere Zeitung zu lesen
  • Planung des 80. Geburtstags meines Vaters und dann Kommando zurück, stattdessen musste er zum Arzt
  • der 1. Geburtstag meines kleinem Chaotenkaters – höre ich es etwas wieder auf dem Balkon scheppern? Blumentöpfe sind nicht einmal auf dem Fußboden gestellt bruchsicher genug, wenn Angus drüber weg rennt
  • Besuch vom Sohnemann – immer schön! und hilfreich in technischne Fragen 😉
  • nette Geschichte über einen anderen cleveren Sohn im Internet zugespült bekommen. Ein Vierjähriger hat wohl mit dem Handy seiner Mutter das Leben gerettet. Hier der Link zu einem von vielen Berichten
  • Ideen gesammelt, wie ich mein Herbarium gestalte, das ich zur Prüfung im Herbst vorlegen muss
  • Frühblüher für das Herbarium gesammelt und die schon gepressten Pflänzchen gesichtet
  • auf die Filder gefahren – es ist doch viel schöner Mal- und Zeichenartikel im Fachmarkt auszusuchen, als aus dem Katalog oder Internet zu bestellen. Leider wird man dann auch mehr Geld los 😉
  • VERA 8, die Vergleichsarbeiten, korrigiert und eingegeben – was für ein Aufwand
  • mit Schülern Obstkisten gestrichen – ich möchte Unkrautbeete anlegen mit essbaren Unkräutern, damit wir sie im Jahresverlauf beobachten können
  • am Samstag das herrliche Wetter genossen und zu einem meiner Lieblingsplätze im Schönbuch gelaufen – erschreckend, wie viel Bäume abgeholzt wurden. Keine Ahnung ob es am Asiatischen Laubholzbockkäfer liegt oder die Bäume eine andere Krankheit hatten (hier ein Link zu den Problemen mit dem Käfer in meiner Region)
  • den ersten Bärlauch gepflückt – ich freue mich jetzt schon auf das erste frische Bärlauchpesto, obwohl ich erst vor zwei Wochen eins aus den letzten Vorräten vom Vorjahr zubereitet hatte (Tiefkühler und Einlegen machte es möglich!)
  • Flechten gesammelt, weil sie so schön aussahen. Noch weiß ich nicht wirklich, was ich daraus machen werde. Bis ich das weiß bildet ein Teil der Sammelware die Basis für die Osterdekoration

  • mich über die neuen Markierungen auf der Straße gewundert; wenn die Vermessungstechniker schon keine Ahnung haben, wie sollen dann die Arbeiter verstehen, was zu tun ist? Böblingen und seine Straßenbaustellen sind eine Sache für sich. Doch das was wir bisher an Sperrungen und Umleitungen haben ist noch gar nichts. Richtig eng wird es, wenn für ein Jahr ein Teilstück der B 14 gesperrt sein wird.
  • zu viel in dieser Woche auf den Füßen gewesen, was ich heute büßen muss – aber es war herrlich draußen. Ist es heute zwar auch, aber Fuß sagt: Nö. Zuhause bleiben. – Ok. Auf dem Balkon ist es auch ganz schön, wenn die neuen Scherben weggreräumt sind: „ANGUS, nein!“

 

Eine schöne Woche wünsche ich, und Danke wenn ihr bei mir vorbei geschaut habt!

 

Wer jetzt noch Zeit und Lust auf ein paar Bilder von meinem Schönbuch-Spaziergang hat, die sind einen Klick weiter, auf meinem anderen Blog, hierundfort.

 

 

 

Woche 10/2017

oder …

Keine Zeit für Frühjahrsmüdigkeit

Die Erholung aus den freien Tagen rund um Fasching verpuffte in der ersten Schulwoche wie eine Silvesterrakete, meine Energie zischte einfach mal so weg, wie die Luft aus einem kaputten Fahrradschlauh – pffft – weg.

Was die erste zweistellige Woche dieses Jahres so brachte:

  • Schule mit Schülergesprächen, Elterngesprächen, Vorbereitungen zur Projektprüfung, Tag der offenen Tür, Unterricht nach Stundenplan und Vertretungsstunden (ja, ich weiß, Lehrer haben viele Ferien und sind faule Säcke, … ein Auszug an „Bonmots“ der Woche)
  • Mithilfe bei der Veranstaltung bzw. Ehrung der Böblingerinnen des Jahres ( ein Pressebericht dazu hier)
  • Weltfrauentag und Rosen verteilen zum Feierabend mit ParteikollegInnen und der Bundestagskandidatin Jasmina Hostert
  • viel Bücken nach Pflänzchen für mein Herbarium
  • Sonne genießen mit Tochter-Kind und Katern
  • Sonne genießen auf einem alten Weg (Fotos auf hierundfort)
  • bloggen für 12tel-Blick und so müde gewesen, dass ich meinen Beitrag zwei Mal eingestellt habe, peinlich
  • bloggen für 12von12 im März, pünktlich
  • mehr ging nicht

 

Im Wald sieht es auf dem ersten Blick noch wenig nach Frühling aus. Auch hier muss man sich bücken um das erste Frühlingsgrün pflücken zu können.

Scharbockskraut

Tja, und Mitte der Woche meldete sich nach knapp 10 Jahren eine lange schlafende Plage in meinem linken Fuß wieder. Passt vom Zeitpunkt, denn gestern war Jahrestag meines Armbruchs.

 

Eine schöne Woche – es soll ja etwas frühlingshafter werden.

Das Ende der Bärlauch-Zeit

oder …

Der Mai ist gekommen!

Kaum zu glauben, der April ist vorbei. Ganz einfach so. Wo ist der Monat nur geblieben? Ohne Fotoausflüge in den Schönbuch und zur Obstbaumblüte ins Gäu fehlt mir dieses Jahr ein kleines Stückchen Frühlingserwachen. Sicher hätte ich eine Chauffeuse oder einen Chauffeur für eine Ausfahrt gefunden: „Sag’s, wenn ich dir helfen kann!“. Doch ohne Konstanze einfach so durch die Landschaft tappen? Mit der/m ruhig gestellten Hand/Arm war seit dem Armbruch kein Fotografieren mit der Spiegelreflexkamera möglich. Aber es geht voran.

Seit gestern kann ich, wenn ich mit der rechten Hand die Kamera halte, mit der linken den Objektivdeckel aufschnippen. Tolle Sache! Kleines Stückchen Glückseligkeit. Zum Schließen muss ich mich bücken und suchen, wo das Teil hingeflogen ist. Um den Deckel wieder aufzusetzen brauche ich noch die rechte Hand.

Heute schaffte ich mit links den Wasserhahn im Spülbecken der Küche zu öffnen. Yeah! Es ist ja „nur“ ein Hebel und es klappte super – fragt meinen Kater! 🙂 Das Ergebnis war eine Riesensauerei, hatte die Qualität ‚Zustand nach Wasserschlacht‘. Aber ich habe den Wasserhahn öffnen können, grobmotorisch zwar, auch noch etwas schmerzhaft, doch effektiv. 😀 Allerdings werde ich den zweiten Versuch mit dem Hahn besser erst nach der nächsten Ergotherapiesitzung versuchen. Habe ich Katerchen versprochen, denn er fand die Springflut aus der Spüle gar nicht lustig. 😉

Doch zurück zum verpassten Frühling draußen in der Natur.

Mit dem Cast rund um Hand und Unterarm konnte ich dieses Jahr auch nicht zu meinem Plätzchen zur Bärlauchernte radeln. Schade! Ich tröstete mich mit ein, zwei gekauften Bünden vom Markt. Als Pesto verarbeitet war es ruckzuck weg gefuttert. Bei den nächsten vier gekauften Bünden hatte ich dann das Pech, dass sie, wohl nass gepflückt und gleich eng gebündelt, im Bund schon schimmelten – bei einem Preis von 1,50€ pro 100g recht ärgerlich. Ich fand mich damit ab dieses Jahr ohne Bärlauch-Depot auszukommen.

Und dann kam ein Gespräch unter Nachbarn, denen ich eigentlich nur ein Päckchen angenommen hatte und ihnen nur abgeben wollte. Als Dankeschön hatte ich von ihnen eine Tüte selbst geernten Bärlauch in die Hand gedrückt bekommen!

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Drei Tage später fragte mich mein Nachbar, ob er mir noch einmal Bärlauch mitbringen soll/kann. Ich antwortete: „Oh, das wäre schön. Ein wenig könnte ich noch brauchen.“ – Wenig ist eine vage Aussage, die unterschiedlich interpretiert werden kann.

Frischer Bärlauch in Salaten ist lecker. Nur leider kann er nur kurze Zeit im Frühjahr geerntet werden. Deshalb verarbeite und konserviere ich jedes Frühjahr einen Teil meiner Ernte um auch später im Jahr Bärlauch genießen zu können.

Bärlauchpesto auf Brot oder zu Spaghetti ist ein toller Einsstieg in die (Basilikum-)Pestosaison, oder auch eine Alternative dazu, denn Bärlauchpesto kommt im Gegensatz zu der mit Basilikum ohne Knoblauch aus. Das hat schon Vorteile! 😀

Von meiner unerwarteten Bärlauchschwemme habe ich

  • die Blätter in Öl püriert
  • die Blätter in Öl püriert, mit Mandeln und Parmesan zu Pesto verarbeitet (Verhältnis Bärlauch:Mandeln:Parmesan – 1:1:1 in Gramm, Öl nach Gefühl und Konsistenz)
  • die Blätter eingefroren
  • die Blätter im Dörrautomat getrocknet
  • die Stengel, wie Gurken, süß-sauer eingelegt
  • die Knospen in Öl eingelegt
  • die restlichen Knospen einfach blühen lassen.

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Tipps aus dem Internet, die ich ausprobiert habe:

Bärlauch haltbar machen

Das ganze Jahr über Bärlauch

Und was ich noch ausprobieren möchte:

Bärlauchkäse – vegan

 

Der Frühling scheint nun wirklich angekommen zu sein!

 

 

Türdekoration aus Naturpapier #2

oder …

Blütentüten und echtes frühlingshaftes Blühwerk zum Wochenende.

 

Gut durchgetrocknet warteten die Blütentüten aus Bananen-, Stroh-, Spargel- und Kirchererbensenschalenpapier, über die ich hier berichtet hatte, auf ihre Stengel und sonstige Weiterverarbeitung.

Im Keller fand ich eine alte Türdekoration – Kunsttulpen (ich hasse Kunstblumen, bekomme aber trotzdem immer wieder welche geschenkt) in einem unfertigen Körbchen aus Peddigrohr. Die „Tulpen“ landeten nach einem Ausflug zum Müllcontainer auf meinem „Kamin“ und das Körbchen kam auf den Arbeitstisch. An jede Strebe fädelte ich eine Blütentüte und sicherte sie mit einer Holzperle in gelb, orange oder braun und einem Tropfen Klebstoff.

 

Da mein verwendetes Peddigrohr nicht so stabil war, um zusätzliches Gewicht zu halten, entwickelte sich kein Blütenstrauß. Das Ergebnis, mit all den hängenden Blüten, sah eher traurig aus. Stärkeres Peddigrohr hatte ich keines im Haus. Draht sah nach nichts aus. Schaschlikspieße! Hmm? Nein, viel zu gerade neben dem Papiertütentrauerflor. Hmm? Die Idee kam mir, als mein Abendessen auf dem Herd stand:

  • Holz lässt sich biegen
  • Gebogen wird unter heißem Wasserdampf
  • Heißen Wasserdampf bekomme ich hin

Gedacht und ausprobiert. Topf mit Wasser auf den Herd gestellt. Aufkochen. Dampfeinsatz hinein gestellt und die Schaschlikspieße dazu gegeben. Nach 3o Minuten einzeln aus dem Topf nehmen und so schnell wie möglich um einen runden Gegenstand legen und in dieser Lage fixieren. Beim Biegen der Spieße in kleinen Schritten arbeiten, sonst bricht das Holz, deshalb Zentimeter für Zentimeter an die runde Fläche drücken. Ich befestigte die Hölzer mit Gummibändern und Wäscheklammern, da ich auf die Schnelle nichts anderes zur Hand hatte.

Nach einem Tag hatte ich meine runden Schaschlikspieße und konnte weitere Blütentüten mit Stengeln versehen.

Stengel ab in das Körbchen und ran an die Tür.

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Und drinnen gesellen sich Weidenkätzchen zu den ersten Primeln und sorgen mit ein paar Sonnenstrahlen für Frühlingsstimmung.

Schönes Wochenende!

 

 

12 von 12 im Mai 2015

oder …

Mathe-Prüfung und mit Umwegen Frühlingsgrün genießen

7.35 Uhr
Mein erster Weg heute morgen ging in den Schulgarten, denn ich übernahm für meine Schüler das Gießen und das Abnehmen der Folien von den Frühbeeten. Die Hauptschulabschlussprüfung in Mathematik stand an und die Nerven meiner „Gartenkids“ lagen blank.

Käfer mit Maske auf den Erdbeerpflanzen

8.20 Uhr
Anwesenheitsliste zur Prüfung führen, heutzutage: Handys durchzählen! Alle 25 da!

9.15 Uhr
Pause zwischen den Prüfungsteilen und ein Einblick in eine Frühstücksbox – und, JA, gesundes Frühstück war in allen drei Schuljahren, die ich diese Klasse hatte, Thema!

11.30 Uhr
Zwei Handys blieben übrig und wurden auch nachmittags nicht abgeholt. Seltsam. Sehr seltsam, denn spätestens ab dem 10ten Lebensjahr ist die Symbiose Handy-zu-kid fest geknüpft. Aber selbst in den folgenden drei Stunden gab es weder ein hektisches Auftauchen eines überdrehten Jugendlichen noch ein hysterisches Gekreisch: „Ahhh, wo ist mein Handy? Mein Ein und Alles?“
Sind ja „nur“ zwei Samsung.

13.00 Uhr
Ich brach nach drei/vier/fünf /… Jahren Wartezeit im Werkraum meiner Schule einen Schrank auf, für den niemand einen Schlüssel hat.

14.00 Uhr
Der Nachmittagsunterricht begann und meine 10er hatten in Technik genug zu tun, dass ich den Inhalt des aufgebrochenen Schranks sortieren und entsorgen konnte.
Zuletzt machte ich mit dem Inhalt von diesem Eimer einen Kollegen aus der Realschule richtig glücklich! Hauptsache, ich bekomme den Eimer zurück!

16.00 Uhr
Noch einmal in den Schulgarten um den Salat und die Tomatenpflanzen vor dem angekündigtem Regen zu schützen und ich entdeckte die ersten Blüten!!!

17.00 Uhr
Ein wenig Auszeit mit dem Fahrrad und Abtauchen in das Gelb-Grün der Natur im Frühling.

 

18.00 Uhr
Natur nachhause gebracht.

18.30 Uhr
Die große Frage: Was mache ich heute?

a.) Weiter spinnen?

 

b.) Weiter stricken?

 

c. Filzen?

 

Lief alles nicht so, wie gewünscht …
aber,

 

An dieser Stelle noch ein kleiner Abgesang an meine Spiegelreflexkamera, die sich am Samstag mit einem satten „tschock“ von meiner Schulter auf den Boden verabschiedet hat.
Deshalb gibt es bis zur Diagnose von Doktor Nikon nur Handybilder, sorry.

12 von 12 ist eine Blogpostidee, auf die ich über Caro von Draußen nur Kännchen gekommen bin.
12 von 12 heißt, man postet am 12ten jeden Monats 12 Bilder und dazu noch ein stückweit etwas über den Tagesablauf.
Tolle Idee.

Wandern in den Pyrenäen

oder …

Rund um den Pantà de Sau

Inzwischen sind zwei Wochen vergangen, seit ich von einem Besuch bei meiner Freundin in Spanien zurück bin. Das gefühlte Kilo an Fotos dümpelt auf dem Rechner und die Erinnerungen verblassen langsam im Alltag. Heute waren die Urlaubsbilder sofort wieder präsent, als ich mich mit einer lieben Nachbarin über unsere vergangenen Urlaube unterhielt. Sie hantierte gerade mit ihren Frühjahrsblumen in einem Gartenstück, wir sprachen darüber, wie unterschiedlich weit die Vegetation hier und dort ist und da waren sie wieder, zuerst in meinem Kopf und dann am Bildschirm, die Bilder von meinem Ausflug in die Pyrenäen.

Unvergesslich sind mir vor allem die Mengen an wilden Narzissen und Traubenhyazinthen. Wiesen voll davon, zwar winzig, doch durch die Anzahl überwältigend.

 

Wer mich kennt weiß es, Berge sind nicht so meine Sache. Sie sehen hübsch aus und bis zu einer gewissen Höhe mag ich sie auch. Doch spätestens ab 1800 m geht es mir nicht mehr gut, da ich zu den Spezies gehöre, die schon unter 2000 m an Höhenkrankheit leiden. Das ist Stress für mich, aber auch für meine Mitreisenden. Sehr schade, denn Nepal und Tibet sind somit aus meiner Traumreiseliste gestrichen. Aber vielleicht, mit entsprechender Vorbereitung und ganz, ganz viel Zeit, wer weiß.

Zurück zu Spanien und den Pyrenäen.
Nach meinem Sturz eine Woche vor der Reise hatte ich meine Wanderschuhe gar nicht erst eingepackt. Wer mit Rückenprellungen keine Treppen steigen kann (und seinen Koffer in gebückter Haltung nicht vom Rollband bekommt) denkt nicht an Wandern in den Bergen. Nicht im Traum!

Ich hatte diese Rechnung ohne meine Freundin und ohne ihre nette Wandertruppe gemacht, denn bei deren Überredungspotential wird selbst eine Lahme schwach.
So ging es dann von der Costa Brava, wo meine Freundin lebt, zuerst nach Vic und von dort aus zum Stausee Pantà de Sau. Treffpunkt und Start der Wanderung war ein Palador-Hotel, dass zum Träumen und Übernachten einlud.

Wer möchte nicht mit solch einem Blick abends einschlafen und morgens aufwachen?

Von hier aus ging es zu siebt plus Hund zu Fuß querfeldein zum Kloster Monestir de Sant Pere Casserres. Die ersten dreißig Minuten ging es moderat bergauf und -ab.

links das Kloster und in der Ferne die Gipfel der Pyrenäen

Meine Prellungen und ich fanden uns mit dem Schmerz ab, denn die Aussicht auf Stausee und Gebirge war bei Sonnenschein mit leichter Brise einfach nur schön. Ansonsten half die prophylaktisch eingenommene Ration Ibuprofen, bis wir vor einem Steilstück standen.
Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre, hätte ich den Rückzug angetreten. Aber jetzt stand ich hier, überredet zur Teilnahme an der Wanderung, mit Panik im Nacken und Schmerz im Rücken – trotzdem wurde der Buckel nicht flacher, der Weg nicht breiter und mir stand schon beim Gedanken: „Da geht es hoch!“ der Schweiß auf der Stirn.

Ich kam den Weg hoch, mit Unterstützung. Vorn gezogen und von hinten geschoben ging es, irgendwie, auauau, voran. Dazu noch ordentlich die Zähne zusammengebissen, man will ja nicht öffentlich aufgeben und überhaupt, von so ein bisschen Prellung lässt sich meinereine doch nicht unterkriegen.
Tja, nun, die nächsten Tage habe ich einen Zahnarztermin. Eine Keramikverblendung von einem Zahnkrone hat den Stresstest nicht gut überstanden.

Am Kloster angekommen standen wir leider vor einem geschlossenen Cafe und geschlossenen Toren. Alles geschlossen in der Woche nach Ostern. Schade.

Doch so hatten wir auf dem Weg zurück zu unseren Autos und vor dem Mittagessen etwas mehr Zeit, die ich auch mit der Kamera nutzte.

Vieles, was rechts und links am Wegrand blühte, findet sich auch in den Wäldern hier, wie Veilchen, Buschwindröschen, Schlüsselblumen und Leberblümchen.

Keiner von uns rechnete jedoch damit in dieser Höhe mit Kakteen auf einer Waldlichtung.

Nach der Mittagspause erkundeten wir mit dem Auto den Stausee und fuhren dazu auf Straßen, bei denen man hofft keinen Gegenverkehr zu haben.

Wie beim Reschensee in Südtirol schaut auch hier beim Pantà de Sau der Kirchturm einer überfluteten Ortschaft aus dem See heraus. Laut Wikipedia ist der Kirchturm selbst bei voller Füllhöhe des Stausees 2 Meter hoch zu sehen. Wir sahen gerade mal die Spitze des Turms und den Hahn in der Sonne blitzen.
Weiter ging es über schmale Straßen und schmale Wege, querfeldein, bis wir anhielten um einen letzten Spaziergang zu einem Wasserfall zu machen.
Auch hier blühten wieder Mengen an wilden Narzissen. Winzig, im Vergleich zu den Exemplaren, die in unseren Gärten wachsen. Um sich die Größe besser vorstellen zu können, habe ich hier rechts neben den Blüten eine 1-Euro-Münze gelegt.

 

 

Hier noch Wiesen voller Narzissen und eine Kopfdrehung weiter öffnet sich eine grandiose Landschaft.

 

 

 

 

Und zu diesem kleinen Bäumchen, auf dem Felsen links, machten wir uns auf den Weg.
Vorbei an dem Wasserfall, der leider zum späten Nachmittag im Schatten lag, …

… kamen wir zum Aussichtspunkt.

Zum Abschluss dieses Ausflugs hielten wir noch in Rupit, einem lohnenswertem Ausflugsziel, bevor es abends noch vor dem Sonnenuntergang im Schatten versank.

Müde schlenderten wir durch die Gassen der malerischen Felsenstadt, durch die ein Wildbach fließt.
Über eine Hängebrücke kann man diesen überqueren und dabei auch ein wenig besser die kunstvoll angelegten Gärten an den Häusern bewundern.

 

Zu der Uhrzeit, als wir ankamen, war die Ortschaft schon von allen Touristen verlassen. So hatten wir Zeit und Muße die alten, liebevoll hergerichteten Gebäude zu genießen und zu bewundern.

Besonders viel Spaß hatten wir an den üppigen Auslagen und Fenstern mit Kitsch und was sonst dazu gehört.

 

Frühstart in Balkonien

oder …

Vom nicht abwarten können

Samstag ist bei mir Markttag, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Hier kaufe ich bewusst regionale Produkte und nach der Saison ein. Das fällt manchmal schwer, vor allem im Frühling!

Auch heute hatte ich versucht standhaft zu bleiben und kaufte „nur“ eine handvoll Erdbeeren aus Italien. Wenn ich dann nicht noch in den Baumarkt gemusst hätte, für ein paar spezielle Schrauben, die ich dann nicht einmal bekommen habe!

Zwischen Parkplatz und Eingangsbereich stand ein Angebot mit Pflanzen, denen ich zuerst keinen Blick gönnte, gar keinen, überhaupt nicht, wirklich.
„Keine Balkonpflanzen VOR den Eisheiligen.“

Ich musste jedoch noch einmal zurück zum Auto um meinen vergessenen Notizzettel zu den Schrauben zu holen.
Ist auch so eine spezielle Geschichte. Da klaut jemand die Rollen, inklusive Befestigungsmaterial, aus der Tür eines Gewächshauses mitten aus einem Schulgarten, dazu noch eine Scheibe und eine Führung für die Gleitschiene. Nur eine Führung, die andere steckt noch!
Ok, ich musste also noch einmal an diesem Pflanzenaufbau vorbei, höre mit einem Ohr : „… des Pflänzle nur 50 Cent, gell Babba, da nehmet mer a Korb voll mit …!“ und schaute dann doch genauer hin. Sah ein Pflänzchen. Es zog mich magisch an! Es war wie die Übernahme der Menschheit durch die Borg bei Star Trek:
„Widerstand ist zwecklos!“

Kofferraum voll, Rückbank voll, Geldbeutel leer!
Und dieses Pflänzchen ist schuld! 😉

Zuhause angekommen kann es der nächste nicht abwarten!

 

 

Ohne Rücksicht auf meine Kaffeetasse!

Kater, kleiner Genießer, (noch) glücklich und ich konnte mich endlich um die anderen Pflanzentöpfe kümmern. Beim Auspacken musste ich wiederholt den Kopf über mich selbst schütteln:
„Viel zu früh! Du hättest abwarten müssen!“

Ach, was soll’s. Es wird schon gut gehen! Bis jetzt hat es mir eine Menge Spaß gemacht!! Und sind diese Blüten nicht herrlich?

 

 

Tja, Chewbacca, der auch nicht abwarten konnte, hat die ersten Nebenwirkungen hinter sich!

Hoffentlich bleiben meinen Pflanzen allzu viele Unannehmlichkeiten erspart. Die Eisheiligen enden übrigens mit der „kalten Sophie“ am 15. Mai.