Naturfarben aus Pflanzen #2 – ein paar Grundlagen

oder …

Einfache Chromatographie von Blattfarbstoffen

Mit Naturfarben aus Pflanzen zu malen funktioniert ein wenig anders, als mit Farben aus Mineralien. Pflanzenfarben entstehen durch sekundäre Inhaltsstoffe, die nur Pflanzen besitzen. Jede Pflanze besitzt eine ganze Reihe dieser, chemisch sehr unterschiedlich aufgebauten, Stoffe,von denen einige für die Farbgebung zuständig sind, zum Beispiel:

  • Carotinoide für orange, wie in Möhren
  • Anthocyane für rot/blau, wie in Rotkohl, Kirschen, Pflaumen
  • Flavonoide für gelb/orange wie in Ringelblumen, Goldrute, Birkenblättern

Das sind nur ein paar wenige sekundäre Inhaltsstoffe, die in den Pflanzen enthalten sein können und Farben erzeugen. Es gibt noch mehr und eine ungeheure Vielfalt, was die Natur aus ihnen zusammensetzen kann. Manche Farben sehen wir erst im Herbst, wenn sich das Chlorophyll in den Blättern abbaut und sich die Herbstfärbung vor dem Laubfall zeigt. Andere Farben verändern sich, wenn wir Pflanzen oder deren Früchte weiter verarbeiten. Ein aufgeschnittener Apfel reagiert bei Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft und er färbt sich braun. So verändert sich Rotkohl zu Blaukraut beim Kochen und wieder zu Rotkohl sobald ein Apfel mit verkocht wird. Doch darüber mehr im nächsten Blogpost, aber in Sachen Rotkohl/Blaukraut/Rotkraut schon einmal vorab dieser Artikel.  Hier und heute soll es erst einmal um das Auffinden der Farben in ganz normalen Blättern von Laubbäumen gehen.

Blätter von Laubbäumen um diese Jahreszeit? Nee, ich verbrachte meine Weihnachtsferien nicht im Sommer südlich des Äquators (wobei ich da nichts dagegen gehabt hätte) um an frisches Laub zu kommen. Diese Versuche habe ich Ende Oktober gemacht, als es noch Blätter hier auf den Bäumen oder darunter gab. Nur kamen die Bilder, wie der Text, nicht online, weil ich bei den Versuchen in der Schule meine Kamera vergessen hatte, ich nicht mit dem Handy fotografieren wollte und meine dokumentierte Prä-Test-Reihe zuhause mit Küchenutensilien durchgeführt wurde. Inzwischen finde ich es ganz gut zu zeigen, dass dieser Versuch zu den Pflanzenfarben auch mit einfachen Mitteln funktioniert.

Um an die verschiedenen Farben in den grünen Blättern zu kommen verwenden wir ein chemisches Verfahren, die Chromatographie, ein Trennverfahren  mit der wir die in ihnen versteckten Stoffe herauslösen und trennen können. Dazu braucht es ein paar rohe Kräfte und danach etwas Geduld 😉 .

(Optimale) Geräte:

Schere, Porzellan- oder Steinmörser, feines Sieb, Becherglas, Reagenzglas,Reagenzglasständer, starkes Filterpapier in Streifen geschnitten, eventuell Klammern

Küchengeräte:

Messer, Schere, Schneidebrett, stabiler Eierbecher, alter Löffel, hohes Wasserglas, Teefilter, dickes saugfähiges Malpapier, eventuell Wäscheklammer

Material:

Laub von verschiedenen Bäumen, Wasser, Spiritus, Sand (wer keine Vögel hat, der holt sich halt vom nächsten Sandkasten einen Esslöffel voll, aber absieben vor der Verwendung!)

Durchführung:

  • die Blätter klein schneiden, so klein wie möglich
  • im Mörser mit dem Stößel/Pistill, etwas Wasser und etwas Sand fein reiben
  • etwas Spiritus zugeben und die Masse weiter reiben
  • den Mörser abdecken und ca. 30min stehen lassen
  • die Masse filtrieren/absieben
  • ein starkes, saugfähiges Filterpapier/Malpapier (z.B. Fabriano) zu einem langen Streifen schneiden
  • an einem Ende des Streifens eine Markierung in 2 cm Abstand zur unteren Kante mit Bleistift! eine Linie zeichnen
  • diesen Streifen, zum Test in ein Reagenzglas stecken, so dass es ca.1,5 bis 2cm über dem Reagenzglasboden hängt und am oberen Ende abknicken
  • den Papierstreifen aus dem Reagenzglas nehmen
  • in das Reagenzglas etwas Spiritus füllen, bis auf ca. 1,5 bis 2 cm Höhe, und kippsicher abstellen
  • auf die Bleistiftmarkierung des Papierstreifens einen Tropfen, oder einen Strich der filtrierten Blattlösung geben und dieses trocknen gelassen – das habe ich drei Mal wiederholt
  • den Papierstreifen in das Reagenzglas mit dem Spiritus stellen, so dass der Streifen gerade so die Spirituslösung berührt
  • warten
  • beobachten

von links nach rechts: Hartriegel, Feldahorn, Hainbuche

Die Pflanzenfarben verlaufen, wenn sie Spiritus oder Alkohol enthalten, relativ schnell. Das ist auf dem Bild oben gut zu erkennen. Wenn die Papierstreifen im Spiritus stehen geht es jedoch noch schneller voran.

Hainbuche

 

Hartriegel

 

Feldahorn nach 30 Minuten

 

Feldahorn nach 1 Stunde

 

Dieser Versuch hilft zu verstehen warum sich Naturfarben, die man aus Pflanzen herstellt, nicht nach den Grundlagen des Farbkreises mischen lassen. Es sind schon Mischfarben und Mischfarben untereinander gemischt ergeben in der Regel ein unbuntes Graubraun. Aber nicht immer und davon erzähle ich später mehr.

 

 

 

Mit Farbe ins neue Jahr 2017

oder …

Naturfarben aus Pflanzen #1

Schon einmal Rotwein auf einen hellen Teppich oder auf das Sofa verschüttet? Macht richtig gute Flecken und die klappen auch mit rotem Traubensaft, wenn man auf scheckige Polstermöbel steht.

Mich fasziniert auch die Farbe des Suds der beim Kochen von Artischocken entsteht. Leider hat sich dieser tolle grüne Farbton bis jetzt nie auf Papier übertragen lassen, auch nicht auf die Wollfasern, die ich darin ziehen ließ.

Meine Finger waren nach dem letzten selbstgemachten Curry noch über Tage knallgelb, da ich ohne Handschuhe ein Stück selbst geriebene frische Gelbwurzel verarbeitet hatte.

Die Natur bietet so viele tolle Farben, selbst jetzt im Winter ohne sommerliche Blütenpracht, was ich in diesen freien Tagen ausleben möchte. Mein Ziel ist ein paar Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

  • Ausmisten meiner Wollfärbekisten von anno lang ist’s her
  • Aufarbeiten einiger Mitschriebe von Vorträgen aus dem vergangenen Jahr, z.B. auch den von Peter Reichenbach, Gründer von sevengardens, der mich im Juni auf der Landesgartenschau in Öhringen begeistert hat
  • Planung der Bepflanzung eines Beets mit Färberpflanzen im Schulgarten
  • Vorbereitung eines Unterrichtsprojekts ‚Herstellen und Malen mit Pflanzenfarben‘

Ich gab mir dafür, da ich ja auf Erfahrungen aufbauen konnte, einen Tag. Ha! Ich bin inzwischen bei Tag 3, immer noch nicht fertig, geschweige denn mit irgendeiner Dokumentation, noch verwendbaren Arbeitsblättern. Die Küche gleicht einem Schlachtfeld und auf jeder freien Fläche trocknet irgendein Versuchsergebnis.

Erstes Fazit:

Farben aus Pflanzen herzustellen ist zwar unter Umständen eine Sauerei, aber es macht richtig Spaß!

 

Zwei Wege um an die Pflanzenfarben zu kommen

Weg 1 – kalt mit Muskelkraft

Wurzeln und Kohl werden am besten mit einer Kartoffelreibe geraspelt bevor sie in in einem Stein- oder Porzellanmörser mit etwas Wasser und Sand weiter zerrieben werden. Der Sand dient als Hilfsmittel um die Zellwände leichter zu öffnen. Blätter, Gräser, auch Blüten (sofern es welche gibt) schneide ich mit einem Messer klein, zerkleinere sie weiter mit einem Wiegemesser auf einem Brett möglichst fein, bevor ich sie in den Mörser gebe. Saftige Beeren gebe ich gleich in den Mörser.

Weg 2 – warm im Topf

Blätter, Früchte, Wurzeln, Stengel, Rinde, usw. können auch kleingeschnitten in Wasser ausgekocht werden. Bei vielen Pflanzen reicht eine kurze Kochzeit von ca. 10 Minuten, andere brauchen länger, oder noch eine Ruhezeit, bis sie ihre Farbstoffe frei geben.

Den entstandenen Sud siebe ich bei beiden Wegen zuerst durch ein feines Haarsieb und danach durch einen Teefilter aus Papier.

Ab und an, oder eher ziemlich häufig, ist die Farbe auf dem Filterpapier erfreulicher und intensiver, als die im Glas aufgefangene. Deshalb sammle ich die getrockneten Filtertüten (so viel zum Thema ‚Haushalt optimieren/reduzieren!‘) um sie später einmal in einer Collage verarbeiten zu können, vielleicht. 😉

Die filtrierten Pflanzensäfte fülle ich in durchnummerierte Gläser ab, wenn ich parallel dazu ein Herstellungsprotokoll führe. Auf jeden Fall müssen die Gläser beschriftet werden, da sich viele Pflanzenfarben über die Tage verändern und man sich nicht mehr erinnert was in welchem Glas abgefüllt ist. Länger als eine Woche halten sich die Farben, selbst im Kühlschrank aufbewahrt, leider nicht.

 

In diesen Farben stecken tatsächlich nur Wasser und das was an sekundären Pflanzenstoffen farblich in einem Kühlschrank, Vorratsschrank oder im Garten drin steckt – Rotkohl, Spinat, rote Beete, Gelbwurz, Möhre, Artischocke, Heidelbeeren, Mahonienbeeren.

 

Wenn mit diesen flüssigen Farben gemalt werden soll ist die Qualität des Papiers entscheidend für ein ansprechendes Ergebnis. Normales Zeichenpapier oder Druckerpapier kann verwendet werden, aber ich empfehle Aquarellpapier.

Manche Farbe entwickelte ihre Farbwirkung erst nach dem Trocknen auf dem Papier, andere veränderten ihre Farbe schon beim Auftragen oder verblassten nach dem Trocknen. Da ich davon ausgehe, dass die eine oder andere Farbe nicht lichtecht sein wird sind zwei Farbmusterkarten entstanden. Die untere Farbpalette liegt im vollen Tageslicht, die obere bleibt abgedeckt im Block. Schon nach einem Tag sind leichte Veränderungen zu erkennen.

Interessant fand ich die Versuche mit diesen Farben zu malen. Wie schon erwähnt verändern sich manche Farben, ein Umstand der in der Regel beim Malen nicht erwünscht ist. Ich war dann doch positiv überrascht und fand den Überraschungsfaktor richtig gut. Was absolut NICHT funktioniert ist das Mischen der flüssigen Farben! Da kann gleich Abwaschwasser auf das Papier gebracht werden. Aber Farbe auftragen, trocknen lassen, andere Farbe auftupfen oder als Akzent auftragen funktioniert.

Chewbacca als Bildwächter

 

Fortsetzung folgt.

Frühstart in Balkonien

oder …

Vom nicht abwarten können

Samstag ist bei mir Markttag, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit. Hier kaufe ich bewusst regionale Produkte und nach der Saison ein. Das fällt manchmal schwer, vor allem im Frühling!

Auch heute hatte ich versucht standhaft zu bleiben und kaufte „nur“ eine handvoll Erdbeeren aus Italien. Wenn ich dann nicht noch in den Baumarkt gemusst hätte, für ein paar spezielle Schrauben, die ich dann nicht einmal bekommen habe!

Zwischen Parkplatz und Eingangsbereich stand ein Angebot mit Pflanzen, denen ich zuerst keinen Blick gönnte, gar keinen, überhaupt nicht, wirklich.
„Keine Balkonpflanzen VOR den Eisheiligen.“

Ich musste jedoch noch einmal zurück zum Auto um meinen vergessenen Notizzettel zu den Schrauben zu holen.
Ist auch so eine spezielle Geschichte. Da klaut jemand die Rollen, inklusive Befestigungsmaterial, aus der Tür eines Gewächshauses mitten aus einem Schulgarten, dazu noch eine Scheibe und eine Führung für die Gleitschiene. Nur eine Führung, die andere steckt noch!
Ok, ich musste also noch einmal an diesem Pflanzenaufbau vorbei, höre mit einem Ohr : „… des Pflänzle nur 50 Cent, gell Babba, da nehmet mer a Korb voll mit …!“ und schaute dann doch genauer hin. Sah ein Pflänzchen. Es zog mich magisch an! Es war wie die Übernahme der Menschheit durch die Borg bei Star Trek:
„Widerstand ist zwecklos!“

Kofferraum voll, Rückbank voll, Geldbeutel leer!
Und dieses Pflänzchen ist schuld! 😉

Zuhause angekommen kann es der nächste nicht abwarten!

 

 

Ohne Rücksicht auf meine Kaffeetasse!

Kater, kleiner Genießer, (noch) glücklich und ich konnte mich endlich um die anderen Pflanzentöpfe kümmern. Beim Auspacken musste ich wiederholt den Kopf über mich selbst schütteln:
„Viel zu früh! Du hättest abwarten müssen!“

Ach, was soll’s. Es wird schon gut gehen! Bis jetzt hat es mir eine Menge Spaß gemacht!! Und sind diese Blüten nicht herrlich?

 

 

Tja, Chewbacca, der auch nicht abwarten konnte, hat die ersten Nebenwirkungen hinter sich!

Hoffentlich bleiben meinen Pflanzen allzu viele Unannehmlichkeiten erspart. Die Eisheiligen enden übrigens mit der „kalten Sophie“ am 15. Mai.

Blumen an die Fenster

oder …

Ostern ist vorbei und eine neue Deko muss her

 

Voller Enthusiasmus, dass es doch langsam Frühling werden muss, hatte ich vor Ostern in meinem Klassenzimmer meine alte Tulpendeko an die Fenster geklebt.

Sie schienen mir passend zu den Vögeln, die ich mit meiner Klasse gebastelt und aufgehängt hatte (ich berichtete hier darüber).

Tja, die Tulpen! Eigentlich sind sie beinahe schon ein Relikt an meiner Schule. Ursprünglich waren es einmal ca. 50 Stück, die wir in der Osterzeit im ganzen Schulhaus auf den Fenstern verteilten. Stabil aus Wellpappe geschnitten und geklebt, zusätzlich auf der Rückseite mit stabilem Papier kaschiert wanderten sie nach Ostern in die Schuldekokiste um auf die nächste Saison zu warten. Nun sind nur noch 12 Stück übrig.

 

Ob ich sie noch einmal aufhängen werde weiß ich nicht. Aber noch finde ich sie zu schade für die Tonne.

Trotzdem, Ostern ist vorbei. Und auch wenn das Wetter durch seine niedrigen Tempraturen die echten Tulpen am Sprießen hinderte – in meinem Zwergengarten blüht auch jetzt noch keine einzige – war mir der Sinn nach einer Neudekoration. Denn ich hatte eine Idee aus Island mitgebracht, eine von vielen, von sehr sehr vielen.

Die Idee kam mir im Cafe Loki, wo ich mich mit meinem Sohn und seiner Freundin zu einem isländischem Imbiss getroffen hatte. An den Fenstern hingen zur Dekoration gehäkelte Blütenrosetten einer isländischen Textildesignerin.

 

Übrigens, ich hatte vor dem Fotografieren um Erlaubnis gefragt! Das gehört sich so. Nur leider habe ich den Namen der Designerin nicht richtig verstanden. Schade.

Auf jeden Fall inspirierten mich diese stilisierten Blüten und es entstanden in den letzten Tagen drei Prototypen: Mohnblumen und Pusteblume. Dazu sollten es dann noch Löwenzahn in gelb und orange geben.

 

Material:

  • Transparentpapier / Drachenpapier
  • Kopierpapier in verschiedenen Farben
  • dickes Wollgarn oder dicke Schnur in grün
  • Musterklammern, vorzugsweise mit rundem Kopf
  • Tesafilm

 

Werkzeuge:

  • Bleistift
  • Schere
  • runde Formen (Teller, Gläser) als Schablone

 

Für jede Blüte werden vier unterschiedlich große Kreisformen benötigt. Die drei großen Kreise werden mithilfe der Teller- oder Glasschablonen auf Transparentpapier gezeichnet und ausgeschnitten. In der Mitte jeder Blüte sitzt der kleinste Kreis. Dieser wird aus dem Kopierpapier hergestellt.

Die vier Kreise aufeinander legen und in der Mitte mit der Schere durchbohren. Dabei die Schere soweit durch die Papierkreise schieben, dass eine Musterklammer durch diesen Schlitz passt.

 

 

 

 

Die zwei Klammern der Musterklammer auf der Rückseite vorsichtig umbiegen. Vorsichtig, weil das Transparentpapier schnell reißt. Bei meinen Prototypen verwendete ich Musterklammern mit einem flachen, rechteckigem Kopf. Die gehen zwar auch, doch finde ich die Klammern mit den runden Köpfen für diese Arbeit schöner.

Von der Schnur soviel abschneiden, dass man einen Stiel in der gewünschten Länge erhält. Ein Ende wird unter die umgebogenen Klammern der Musterklammer geschoben …

 

… und mit einem Streifen Tesafilm fixiert. Das andere Ende des Stiels hängt später lose nach unten.

Damit die Pusteblume ihren fedrigen Charakter erhält werden die drei Kreise aus Transparentpapier mit der Schere an den Rändern eingeschnitten.

 

 

 

 

So hängen die ersten Sommerblumen im Klassenzimmer, obwohl der Frühling noch nicht einmal richtig Einzug genommen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Vögel sind schon da

oder …

Mehr Papiervögel – modifiziert, neu erklärt und farbig bunt

Im Sommer 2012 hatte ich schon einmal über Papiervögel gepostet. Im Herbst stellte ich mit meiner neuen 7. Klasse einige dieser Vögel her, wobei sich die Schüler/innen mit dem Falten des Flügelfächers sehr, sehr schwer taten. Messen war so gar nicht ihr Ding und wenn nicht genau gemessen wird klappt es schon gar nicht mit dem Falten. Zum Schluss blieben nur wenig Vögel übrig, die die Klasse zur Dekoration aufhängen wollte und wir beschlossen gemeinsam dieses Projekt im Frühjahr wieder aufzunehmen, „wenn die Vögel wieder kommen“.

Letzte Woche fiel mir die magere Vogelausbeute wieder in die Hand und die Klasse fragte: „Geht das auch in bunt?“ Klar, geht das. Und wenn schon bunt, dann machen wir das richtig knalle-, quietschebunt. Dazu habe ich mein kleines Depot an farbigen Druckerpapier!

Seit Jahren schon nehme ich mir von farbigen Kopier- bzw. Druckerpapier bei mir an der Schule ein paar Blätter weg. Aus dieser Sammlung wird natürlich regelmäßig etwas verbraucht, aber es bleibt immer etwas übrig, Farbtöne und Farbgeschmack ändern sich, neue Farbtöne kommen dazu, andere fallen weg. So sind über die Jahre viele unterschiedliche Farbtöne zusammengekommen. Zusammen mir meinen farbigen Fabriano-Fehldruckpapieren (ich berichtete hier darüber) werden wir wirklich eine bunte Vogelschar für das Klassenzimmer hinbekommen, wenn …, ja wenn ich eine Lösung für das Messen und Falten finde.

Ich fand!

Zum Falten des Flügelfächers muss nicht mehr gemessen werden! Wichtig ist nur eine saubere Ecke, wo das zu faltende Papier angelegt werden kann. Da ich keine solche Ecke bei mir in der Wohnung fand faltete ich ein Papier und klebte es zwischen Fensterbrett und Fensterrahmen fest. Das war nötig, weil bei mir zwischen Fensterrahmen und -brett ein klitzekleiner Spalt ist (siehe Pfeile) in den das Papier hineinflutscht wie nichts. Mit dem gefaltetem Papier machte ich diese Ritze dicht!

Nun kann das farbige Din A4-Papier mit der schmalen Kante genau am Fensterrahmen angelegt werden.

Das gegenüberliegende schmale Ende des Papierbogens auch an den Fensterrahmen anlegen und falten. Die gefalzte Kante mit dem Falzbein nachfahren. Das geht natürlich auch mit dem Fingernagel, aber welcher Schüler oder welche Schülerin hat mit 12/13 Jahren geeignete Fingernägel?

Das nun halbierte Papier an der Fensterkante angelegt lassen, die gegenüberliegende gefalzte Kante an den Fensterrahmen führen, andrücken, falten und nachfalzen.

Das Blatt inzwischen geviertelte Blatt wird noch einmal in Richtung Fensterrahmen angelegt und gefaltet, …

… danach gedreht …

…, dass die offene Kante zur Person zeigt.

Das obere Stück des gefalteten Papiers an das Fensterbrett anlegen, falten und nachfalzen.

 

Das Faltwerk umdrehen und die andere Seite ans Fensterbrett anlegen, falten und nachfalzen.

Wenn das Papier aufgefaltet ist stimmen die Berg- und Talfalten noch nicht für eine Fächerfaltung überein. Doch das lässt sich beim Zusammenlegen leicht durch Gegenfalten ändern, WENN jeder Faltvorgang vorher sauber mit dem Falzbein gearbeitet worden ist.

 

Zum Schluss wird einmal in der Mitte des Fächers ein Falz angelegt, der hinterher aber wieder geglättet werden muss. Er soll nur ungefähr markieren, wo der Fächer im Vogelkörper platziert werden soll.

Den Vogelkörper schneide ich aus einer Vorlage (hier geht es zum Download), die ich auf Pappe übertragen habe, zwei Mal aus Karton oder stärkeren Papier aus. Meine Schüler hatten ein Auge für die Vögel eingefordert.
Zwei Ideen hatte ich dazu:

  • Konfetti mit dem Locher aus den Restpapieren stanzen und aufkleben
  • ein Augenloch stanzen

Ich entschied mich für das Ausstanzen. Dazu verwende, zweckentfremde, ich meine Leder-/Lochzangen 😉 was Besseres fiel mir nicht ein.

Und das sind die Ergebnisse aus meinem Testlauf, ab morgen geht es in die Produktion mit meiner Klasse.

 

Grün grün grün …

… sind alle viele meiner Kleider 

und heute ging ich einen kleinen Schritt weiter. Ich hatte eine Art „green day“ als ich eigentlich nur ein paar bunt gemusterte Aufbewahrungsboxen kaufen wollte. Tja, aus dem Laden kam ich mit einer grünen Tüte voller grüner Dinge für die Wohnung.

Die gemusterten Boxen waren zum Glück so gut wie ausverkauft. So praktisch sie mit einem transparenten Fenster auf der Vorderseite sind, hätten sie in einem Regal mit bunten Stoffen und verschiedenfarbigen Buchrücken für ein Zuviel an Farbe und Formen gesorgt. Und die grüne Farbe lachte mich zwischen all dem rosa und blau einfach nur an 🙂

Genauso erging es mir bei der Türgarderobe. Mit meinem Faible für alles runde, wie Perlen und Murmeln, konnte ich auch hier nicht ohne Zuzugreifen vorbeigehen.

Und weil ich gerade einen Schwung Handtücher entsorgt habe machte ich an diesem Regal gerade so weiter.

All diese Dinge bietet momentan Strauss an.

Habe ich vor Weihnachten so gut wie kein Geld ausgegeben hat es jetzt richtig Spaß gemacht!

Eigentlich ist grün „nur“ meine  Lieblingsfarbe wenn es um den Inhalt meines Kleiderschrankes geht, oder wenn es den Schnickschnack betrifft, den man so mit sich herumträgt.
Grün in meiner Wohnung war bis vor einiger Zeit nur auf meine Pflanzen beschränkt gewesen  – einzige Ausnahme, ein Teppich, als Kontrast.

Nachdem ich im Sommer schon einen „green day“ hatte (den ich hier beschrieben habe) muss ich jetzt schauen, wieviel grün mein Umfeld noch vertragen kann. Denn um mich herum dominiert eine andere Lieblingsfarbe. Zum Wohlfühlen brauche ich die Sonne und weil sie draußen nicht immer scheint umgebe ich mich gerne mit gelb-orange-rot als Sonnenfarben. Das ist unübersehbar sobald man meine Wohnung betritt.

Herbstfarben …

oder

… endlich wieder Sonne und blauer Himmel

Was bin ich froh mein Smartphone in der Tasche gehabt zu haben, als ich eine Hohlstunde für einen persönlichen Servicegang nutzte. Fiel uns hier tagelang der Himmel auf den Kopf, wie Asterix es ausdrücken würde, war es heute für kurze Zeit strahlend blau. Dazu brachte die strahlende Sonne all die Farben des Herbstes herrlich zum Leuchten – meine Lieblingsfarben!

Was bin ich froh auf diesem kurzen Weg gleich die Fotos geschossen zu haben und mich nicht erst nach dem Schulschluss auf den Weg machte um mit der „richtigen“ Kamera zu arbeiten. Denn langsam zieht sich der Himmel wieder zu und überhaupt, es wird ja früher dunkel.

 

 

 

 

Und dann ging mein Blick nach oben und mein Finger auf die falsche „Taste“ :D. Nun es ist passiert, ich lichtete mich selber ab, weiterhin rotnasig geplagt von (m)einer Rüsselpest, aber dieses Bild nun einmal Teil in dieser Bilder-Reihe ist, musste es hier rein.

Was für ein Hintergrund für diese Farben!

 

 

 

 

This is the end …

Lieblings-Strickwerk

Es gibt Tage und Wochen an denen so viel anderes läuft, dass man sich fast völlig aus den Augen verliert. Die Minuten der täglichen 24 Stunden ticken viel zu schnell vorbei und scheinen nicht zu reichen für die täglichen Pflichtaufgaben. Wenn es auf Schülerseite oft heißt, in den letzten Schultagen passiert nichts mehr an Unterricht an der Schule brummt auf Seiten der Lehrer dagegen der Bär in den Lehrerzimmern. Ich weiß, dafür sind bald sechs Wochen Ferien und sobald die anfangen werde auch nicht mehr klagen. Doch im Augenblick mag sicher keiner mit mir tauschen. Wenn es nicht gerade in den Europapark nach Rust geht hat sich die Lust und Motivation der kids auf Bildung auf niedrigem Ferien-Niveau eingependelt. Selbst mit Filmen holt man sie nicht mehr hinter dem Ofen vor und Fußball spielt es sich in der Freizeit viel schöner.

Wie motiviere ich mich jeden Morgen für die letzten Tage des Schuljahres? Ich ziehe mir ein geliebtes Kleidungsstück an.
Heute entschied ich mich für mein Lieblings-Strickwerk, eine Strickjacke nach eigenem Entwurf und selbst geformten Knöpfen.

 

Zwei Jahre arbeitete ich daran, weil ich auf Halbzeit den Strickentwurf für die Ärmel versehentlich weggeworfen hatte. Da saß ich nun mit fertigen Rücken- und Vorderteilen und den angefangenen Ärmeln. Ein Jahr lang sah es beinahe so aus, als ob das Strickwerk mit zu den Unvollendeten wandern würde – zum Aufribbeln in die Schule – da fand ich einen Vorentwurf bei Aufräumarbeiten. Juhu!!! Ostern 2010 strickte ich die Jacke endlich fertig und ich liebe dieses Teil, wie am Tag seiner Fertigstellung.

Zum Stricken verwendete ich als Material  „Merino 2000“ von Lana Grossa. Das ist reine Schurwolle die sich herrlich verarbeiten lässt. Und es gibt dieses Material in einer großen Farbpalette.
Die Knöpfe formte ich aus Fimo, da ich unbedingt passende Knöpfe zum gestrickten Muster haben wollte. Das ging superschnell nachdem die Knetmasse endlich weich geknetet war. Wer das Material nicht kennt, es lässt sich nach dem Kneten im Backofen härten.

 

Samstag ist Markttag

Jedes Wochenende zieht es mich am Wochenende in den Nachbarort Sindelfingen, zum Markt. Ich liebe es Obst und Gemüse frisch vor Ort zu kaufen, der Saison nach, vom Stand weg in den Korb gepackt und ohne große Anfahrtswege. Für mich wichtig sind die zwei Marktstände, die biologisch angebaute Produkte anbieten.  Letzten Samstag war der Besuch nicht ganz so beschaulich, da alle Stände ihren angestammten Platz auf dem Marktplatz für das internationale Straßenfest räumen mussten.

Da die Sonne so schön schien machte ich auf dem Rückweg Halt in einem Örtchen in der Nachbarschaft, Darmsheim, um dort über den 31. Töpfermarkt zu schlendern. Es kam, wie es kommen musste. Obwohl ich mir nichts kaufen wollte, wirklich gar nichts, konnte ich einem kleinen, grün glasiertem Väschen nicht widerstehen. Später kam dann noch eine grüne Schwimmkugel dazu und, hmm, tja, da stand dann diese große Schale beinahe mitten auf meinem Weg! Drei Mal bin ich ihr ausgewichen :D. Als ich dann wieder an ihr drumherum gehen „musste“ kaufte ich sie dann lieber, damit ich auch mal heim kam.

Beim Ausladen meines Autos folgte der Blick in meinen grünen Einkaufkorb und es leuchteten mir alle Käufe im gleichen Farbton entgegen – wie das nur passieren konnte (ganz unschuldig gezwinkert).

Und kaum, dass etwas auf Chewies Balkontisch steht muss er zur Kontrolle erscheinen.