„Luxemburgerlis“ #2

Was nützt die tollste Anleitung, wenn hinterher das eine oder andere nicht so ganz stimmig erscheint oder nicht wie gewollt funktioniert.

Der Prototyp gelang mir ruckzuck. Doch schon da war ich mit den letzten Schritten in der Herstellung des „Innenlebens“ der kleinen Dinger nicht so zufrieden. Craftpassion näht die bezogenen Innenscheiben der Knopfrohlinge nur am Gelenk, zwischen den beiden äußeren Knopfhälften, an. Damit sie später nicht verrutschen und den Reißverschluss verklemmen klebt sie die Teile fest. Das wiederstrebt mir total. Ich fixierte die zwei Scheiben mit ein, zwei Knoten gegenüber dem Gelenk, versteckt an der Reißverschlussnaht. Das war zwar nicht optimal, aber funktionierte.

Gestern nun ging es in die Produktion, zusammen mit meiner Tochter.

Damit das Nähen bei diesen winzigen Teilen mit kleinen Stichen besser klappt verwendete ich am Zeigefinger einen Fingerling aus Latex. Das erleichtert das Fassen und Durchziehen der Nadel durch mehrere Stoffschichten – ein Quiltertrick.

 

Alles lief super, bis wir an die oben beschriebene Stelle kamen. Dieses Mal passten die zwei Innenhälften auf Biegen und Brechen nicht einmal in das halbfertige Gehäuse!

Wir wollten nicht Trennen, zumal meine Tochter mit superfeinen exakten Stichen gearbeitet hatte. Viel zu schade zum Trennen! Wir entschieden uns dafür die Innenplatten der beziehbaren Knöpfe durch passende Pappstücke zu ersetzen. Dadurch hatten wir auch Platz, diese innen, entlang der Naht, am Reißverschluss zu fixieren. Eine eindeutige Verbesserung, die auch auf dem Foto zu erkennen ist. Im oberen Döschen sitzt das Innenleben einfach besser.

Unzufrieden, wie ich heute noch war, trennte ich den Prototyp in der Mitte wieder auf und überlegte mir, wie ich ihn verbessern könnte.
So praktikabel die Lösung mit der Pappe war, sie befriedigte mich nicht so richtig. Genausowenig, wie die Innenteile zu kleben.

Nach reichlichem Nachdenken, Stöbern im Keller und in den Werkzeugkisten kam ich in Ermangelung einer Blechschere auf die Alternative – feilen. Die Innenplatten der Knöpfe haben einen flachen Rand, der seinen Sinn und Zweck hat, wenn man die Metallteile für das verwendet, wozu sie gedacht sind – Stoffknöpfe herzustellen. Doch wenn die Platten für innen, die eigentlich nur zum Festklemmen gedacht sind, auch mit Stoff bezogen werden ist das mindestens eine Stoffschicht zu viel. Also feilte ich den flachen überstehenden Rand ab.

Links liegt die gefeilte Knopfplatte ohne Rand und rechts das Original.
Stoff darüber gespannt, ans Innengelenk genäht, außen herum noch Platz genug zum Festnähen an den Reißverschluss gehabt, fertig sind die Teilchen und ich nun endlich zufrieden.

 

„Luxemburgerlis“ mal ganz anders

Luxemburgelis!
Wer diese jemals gekostet hat, weiß um deren Suchtfaktor. Ich hatte das beinahe vergessen, bis ich vor Wochen auf einem meiner Lieblingsblogs einen Post fand, mit schnuckeligen kleinen Stoffgebilden <sooo sweet> und das ‚déjà vu‘ war perfekt. Wahnsinn, zuckersüße Luxemburgelis ohne nach Zürich in die nächste Sprüngli-Filiale fahren zu müssen, und eine Variante die nicht auf die Hüfte geht 😀 !

Oh tat mir es in der Seele weh, nicht sofort mit diesen Teilen beginnen zu können:

  1. Da ist die tägliche Arbeit zum Geld verdienen.
  2. Eine andere Näharbeit, die ich noch vorstellen werde, war in Arbeit.
  3. Und dann war es nicht ganz so einfach das Wichtigste dieser kleinen Teile zu bekommen, die Knopf-Rohlinge.

Doch heute Abend war es soweit. Alle Bedingungen zur erfolgreichen Produktion von „Stoff-Luxemburgerlis“ waren erfüllt, die Vorbereitungen abgeschlossen.

Die Maße aus der Anleitung, dem Tutorial hatte ich dank meines endlich wieder funktionierendem Internets korrekt umgerechnet, sodass ich eine Materialliste mit Zentimeterangaben weitergeben kann.

Für ein „Luxemburgerli“ braucht man“übersetzt“:

  • 2 überziehbare Knöpfe mit 38 mm Durchmesser
  • 1 Stück Stoff  für den Außenbezug 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück Stoff für das Futter 14 cm x 8 cm
  • 1 Stück vom Futterstoff mit ca. 4 cm x 4 cm
  • 1 StückWattierung 10 cm x 5 cm
  • 1 Reißverschluss mit 12 cm
  • 1 Schablone aus Karton mit 3,5 cm Durchmesser für den Außenstoff und das Futter
  • 1 Schablone aus Karton mit 2,5 cm Durchmesser für die Wattierung
  • 1 Stück Band 1 cm breit und 5 cm lang

 

Zusätzlich hatte ich mir das Tutorial von CraftPassion noch ausgedruckt um nicht ständig von Nähtisch zu Computer wechseln zu müssen. Auch wenn es auf Englisch ist, die Bilder sprechen für sich und es lässt sich wirklich gut mit dieser Anleitung arbeiten. Alles funktioniert, wie beschrieben, bis auf eine Kleinigkeit.

 

 

 

 

Ich fixierte die inneren ‚Platten‘ nicht nur an dem Gelenk in der Mitte (wie im Tutorial beschrieben), sondern zusätzlich noch an einem äußeren Punkt.