Woche 14/2017

oder …

April, April, macht was er will

 

und der kleine Kater machte es dem Monat gleich. Momentan steht der junge Mann auf Damenunterwäsche. Nachdem er den Weg vom Katzenkratzbaum auf meine Wäschekommode entdeckt hat nutzte er wohl die Nachtstunden zum Erkunden. In dieser Woche erkannte Angus den Mechanismus von Schubladen, öffnete sie und räumte sie beinahe jede Nacht aus.

Jeden Morgen fand ich meine Überraschung, weicher Untergrund auf dem Fußboden neben meinem Bett, denn Angus räumt seine Schubladen immer komplett aus.

 

Was die Woche noch so brachte:

  • eine Vor-Ferien-Schulwoche
  • das Ende einer Garten-Skulptur-Idee von Schülern – mein persönlicher Aufreger!
  • Besuch von der Züchterin meiner Kater, der „Kleine“ hatte seinen 1. Geburtstag
  • als Osterhäsin am Palmsonntag für den Ortsverein der SPD Böblingen unterwegs
  • ich lese wieder, ein Buch, kein digitales sondern eins so richtig auf Papier und dickem Bucheinband
  • an meinem Herbarium weiter gearbeitet
  • Haus und Katzen von Tochterkind gehütet
  • Tochterkind und Tochtermann zurück aus dem Urlaub begrüßt!!
  • Vorbereitungen für den 80er-Geburtstag meiner Mutter
  • den Frühling

Am besten fange ich mit dem Aufreger an. Im Rahmen der Projektprüfung montierten Schüler ein altes Fahrradgestell auf Baumscheiben. Am Rand vom Schulgarten aufgestellt sollte es nun mit Kapuzinerkresse und anderen rankenden Pflanzen aufgehübscht und verfestigt werden. Heute wollte ich die Sämlinge gießen gehen, fand jedoch nur noch Teile des Fahrrads, abseits des ursprünglichen Standorts. Schade, der erste Fehlschlag unseres, teilweise offenen, Gartens.

Da ging ich doch lieber an unsere Seen um Ostereier zu verteilen –  statt sich aufzuregen hilft oft einfach nur auf Leute zuzugehen und mit ihnen zu sprechen.

Fußtechnisch war ‚auf Menschen zuzugehen‘ für mich nicht so toll – jeder Schritt ein AUA. Aber der Kontakt, die Gespräche mit anderen Böblingern, in der Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern des Stadtverbands der SPD hat Spaß gemacht. Was mussten wir lachen, als unser Größter mit dem kleinsten Korb zum helfen anmarschierte.

Ferien, „schon wieder“ höre ich von manchen, haben in Ba-Wü begonnen und kaum zuhause aus der Schule fielen mir die Augendeckel zu. Wie kann man so müde sein! Nachdem ich peinlicherweise am Donnerstagnachmittag, beim Korrigieren einer Klassenarbeit, im Lehrerzimmer eingeschlafen bin war ich erleichtert, dass ich mir nun ein bequemeres Nickerchen erlauben konnte. Das gerade gekaufte Buch musste warten, die Autobiographie von Phil Collins Da kommt noch was (Not Dead Yet).  Es stand im Buchladen neben der Biographie von Johnny Cash, die ich meinem Vater zum Geburtstag geschenkt habe, und hatte mich zum Schmunzeln gebracht, als ich es durchblätterte. Jedes Kapitel hat eine alternative Überschrift 😀  Das war wie eine Aufforderung zum Kauf, oder?

 

Auf dem Tisch türmen sich die Bücher, in denen meine Pflanzen für das Herbarium gepresst werden. Ich bin kurz davor den Überblick zu verlieren, weshalb ich beginne den Inhalt zu katalogisieren. In der Zwischenzeit passt Angus auf die Bestimmungsbücher auf. Chewie findet alles zum Gähnen langweilig.

Apropos Bestimmungsbücher! In meiner Ausbildung arbeiten wir unter anderem mit einem Buch, das es nur noch antiquarisch zu kaufen gibt, inzwischen zu richtig teuer Geld! Ursprünglich für knapp 30€ zu kaufen ist es momentan nicht mehr unter 100€ zu bekommen. Ich hatte kurzzeitig das Glück über Amazon Kanada ein gebrauchtes Exemplar für knapp 70€ bestellt zu bekommen, doch leider zog der Verkäufer dann sein Angebot zurück, um danach das Buch für 300€ neu einzustellen. Hmpf. Inzwischen war das nächste günstigste Angebot für 120€ auch nicht mehr zu haben und 179€ liegen momentan außerhalb meines Budgets. Wenn jemand Die Enzyklopädie der Blütenpflanzen vom Kosmosverlag im Regal stehen hat und sie nicht mehr benötigt, sich von dem Buch trennen kann und mit 100€ zufrieden wäre, der schreibe mir doch bitte!!

Ich habe mich vorerst für eine Notlösung entschieden und mir die englische Orgininalausgabe antiquarisch besorgt, für 1,39€!!! Das Exemplar kam mit einem etwas ramponierten, fleckigem Umschlag an, der inzwischen geflickt und abgewaschen ordentlich aussieht, und ist innen wie neu. Nur leider klappte es trotzdem nicht mit der genauen Bestimmung dieses Wolfsmilchgewächses, das ich im Schulgarten gefunden habe.

Auf dem Balkon freute ich mich über die Entwicklung meines kleinen Isländers. Vor zwei Jahren hatte ich es als abgebrochenen Winzling, auf einem Parkplatz liegend, vor dem Überfahren gerettet. Zwei Winter hat er inzwischen überlebt, hat vier Geschwister bekommen und vielleicht blüht er dieses Jahr schon, wie seine Brüder und Schwestern im hohen Norden, in leuchtendem Orange.

Rosenwurz

 

Ansonsten musste das Abendessen warten, denn mich hat die Farbe vom Kochwasser des grünen Spargels fasziniert. Die Pflanzenfarben lassen mich einfach nicht los.

Im Hintergrund läuft im Fernsehen einer der Filme, die in meiner Kindheit Sehnsüchte nach fernen Ländern weckten, von denen Restbestände immer noch in meiner Bucket-List stehen: Hatari, mit John Wayne und Hardy Krüger. Ich liebe den Film immer noch! Allerdings schüttle ich schon den Kopf bei der Menge an konsumierten Zigaretten, selbst im Krankenhaus werden welche geraucht, oder Auto fahren mit einer guten Portion Alkohol intus, oder generell das Fangen von Tieren für Zoos. Sehr fragwürdig. Trotzdem, die Landschaftsaufnahmen sind immer noch toll anzusehen und die Story hat schon ihren Witz. Seit mein Bruder und ich den Film gesehen hatten haben wir unseren Vater, wenn er allzu sehr den Familienchef markierte, immer „Ja, Bwana“ geantwortet, wie ‚Pockets‘ zu John Wayne, und uns auch so vor ihm verneigt. 😉 Lang ist’s her.

Jetzt geht es in die letzte Woche vor Ostern. Besuch hat sich angekündigt. Draußen grünt und blüht es. Herrlich!

Ich wünsche allen eine gute Woche auf dass wir Ostern genießen können.

 

Woche 9/2017

oder …

Kaum fort schon wieder hier – wie ins kalte Wasser geworfen

Ich stelle fest: Kurzreisen fallen mir immer schwerer zu verarbeiten! Heute Abend nehme ich mir als Bettlektüre „Rolling Thunder“ von Dough Boyd mit, ein alter Schinken aus den 70er Jahren, aber immer noch interessant. An irgendeiner Stelle steht wie sich der Schamane, Rolling Thunder, nach einer Zugfahrt auf die Erde legt und auf die Ankunft seiner Seele wartet. So fühle ich mich im Moment auch – ich warte … .

Was die Woche so brachte:

  • Ferien, schulfrei, abschalten
  • auf Besuch bei meiner Freundin, die an der Costa Brava lebt
  • viele schöne Gespräche und intensive Spieleabende 😀
  • Meeresbrise schnuppern und Sonnenstrahlen genießen
  • etwas Kulturgeschichte entdecken
  • ein niegelnagelneues Auto fahren 😀 😀 😀
  • ein Buch gelesen!
  • Besuch beim Tierarzt
  • den Balkon für Balkonien 2017 vorbereitet
  • die Schultasche aus ihrem Verließ geholt

Ferien sind schön! Hatte ich mich Ende letzter Woche noch gefragt welcher Teufel mich geritten hat einen Flug zu buchen, für den ich im fliegenden Wechsel die Schultasche gegen den Reisekoffer austausche, war ich Anfang dieser Woche doch ganz glücklich es genau so gemacht zu haben. Bei den einstelligen Temperaturen, Regen und Wind zuhause wärmte sich so mancher Karnevalsfreund den übrigen Glühwein aus der Weihnachtszeit wieder auf, um betriebsfähig auf der Gass‘ dabei zu sein. Mir war zuhause beim Taschenwechsel keine Zeit mehr geblieben für mein obligarorisches Gläschen Sekt zum Ferienbeginn. Das holte ich dann in angenehmer Gesellschaft bei angenehmen Temperaturen nach.

Ferien. Flug von Stuttgart nach Barcelona, späte Ankunft, bis ich den Mietwagen hatte war es dunkel. Das hatte ich erwartet und mir bewusst einen Typ Kleinwagen vorbestellt, den ich schon kannte. Wieso sind die Bedienungsanleitungen der Mietwagen immer nur in der jeweiligen Landessprache, im Handschuhfach liegend, verfügbar? Eine Kurzübersicht zur Handhabung mit Bildern und zumindest in englischer Sprache wäre eine Supersache: Licht – Scheibenwischer – Fensterheber als Basisinformation. Nichts ist lästiger als am Anfang einer Schlange von einer Zahlstelle auf der Autobahn zu stehen und das Fenster nicht geöffnet zu bekommen (aussteigen nicht möglich, da die Zwischenräume in diesen Schleusen zu eng sind und vorne die Schranke), oder hinterher nicht mehr zu. Dieses Mal begriff ich die Funktion vom Scheibenwischer erst nach drei Tagen (man muss ja nicht alles googeln, oder?), denn ich bekam keinen bestellten kleinen Hüpfer, sondern eine Nummer größer und mehr. Mein Auto zuhause ist inzwischen fast 17 Jahre alt, hat 105.000km auf dem Tacho und nun sagte mir allein schon der Geruch nach dem Öffnen des Mietwagens: Uih uih uih (noch einmal schnuppern) NEU! Boah, ey, cool, toll, … oje … nicht einmal 5000km wurde das Teil bisher gefahren und nun komme ich.

Ferien. Zeit zum Lesen und endlich wieder ein Buch bis zum Ende geschafft. Nicht gekauft. Kein eBook, echt gedruckt auf Papier, mitgenommen aus dem Bücherregal für alle am Rand des Sindelfinger Marktplatzes. Normalerweise stelle ich Bücher aus meinem Fundus dort ab, doch ab und an nehme ich mir auch ein Buch mit. So gelangte vor zwei Wochen die „Heilige Kuh“ von David Duchovny in meinen Einkaufskorb. Der Text auf der Rückseite war ausschlaggebend gewesen. Tiere als Protagonisten, das hörte sich skurril an. Ganz bewusst verzichtete ich auf die Suche nach Kritiken im Internet bevor ich mit dem Lesen begann. Schon auf den ersten Seiten beginnt die Geschichte von der Kuh Elsie, meist in Ich-Form geschrieben, dem zum Judentum konvertiertem Schwein Schalom und dem Truthahn Tom herrlich schräg.

Zitat von Seite 12: „Also, persönlich halte ich das für ein bisschen krank, dass man die Milch von anderen Tieren trinkt. Ihr werdet jedenfalls nie sehen, dass ich zu irgendeiner Menschenfrau hingehe, die gerade gekalbt hat, und sie frage: „Ey, kann ich auch mal ’n Schluck?“ Krank, stimmt’s? Geht gar nicht. Irgendwie fies. Aber deshalb mögt ihr uns.“

Elsie, Shalom und Tom machen sich auf eine große Reise um nicht auf diversen Tellern zu landen. Die Geschichte bleibt kurzweilig, auch wenn ich bei Halbzeit doch einen Durchhänger hatte. In der Übersetzung spricht ein unfähiger Drogensuchhund ziemlich nervig Kölsch. Ich legte etwas entnervt eine Lesepause ein und befürchtete schon wieder ein Buch zum Abstauben auf der Bettkante liegen zu haben. Zum Glück taucht ein abgehalftertes K(C)amel-Model auf, dass das Trio, im Nahen Osten angekommen, unterstützt.

Nett fand ich auch die Vorgaben von Elsies Verlegerin, Kapitel 7, mit dem passenden Titel „Bullshit“. Die im Vordergrund stehende Geschichte zieht einen Bogen von Ernährungsformen über menschliches wie tierisches Verhalten, nicht nur bei der Partnersuche, um dann zwischen den Fronten der Weltreligionen zu landen. All in all fand ich dieses Buch, nicht nur weil es das erste komplett von mir gelesene Buch seit Monaten ist, saukuhl und werde es an meine Kuhlleginnen weitergeben.

Ferien. Zeit für etwas Kultur und Natur. Bei meinem sehr kurzen Aufenthalt reichte es nur für einen Ausflug, der uns zu den Ausgrabungen einer iberischen Stadt aus der Eisenzeit führte:

Leider machte am diesen Tag die Sonne etwas Pause, was die herrlichen Anemonen nicht störte, die auf der Anlage blühten umrahmt von Geflecktem Knabenkraut.

Kleiner Abstecher nach Llabià um einen Künstler zu besuchen. Leider war die kleine Galerie an diesem Tag geschlossen.

Ferien. Urlaubsende. Wenn ich die Zeit habe fahre ich immer ein Stück Küstenstrecke, vorzugsweise das Teilstück zwischen Sant Feliu de Guíxols und Tossa de Mar, um mich von der Costa Brava zu verabschieden.

Ferienende. Bei Kater Chewbacca hatte ich während ich mein Reisegepäck klar machte einen Knubbel entdeckt, der dort nicht hingehört. Es soll nichts Bösartiges sein, sagt der Tierarzt. Das hoffe ich doch sehr.

Ferienende. Kamera Konstanze ist wieder erblindet. Das vor sechs Wochen gekaufte Objekt will nicht so, wie es soll. Irgendetwas blockiert im Gerät, dass sich weder manuell noch automatisch die Schärfe einstellen lässt. 🙁 Abgeschraubt, eingepackt, zurück ins Geschäft gebracht, warten.

Ferienende. Sonntag. Es ist Zeit für einen Spaziergang, mit Umweg zu meinen Eltern (die Telefonumstellung fertigstellen) und freue mich zuhause über das bisschen Gelb, das ich mir aus den Urlaubstagen heim gerettet habe.

 

Eine schöne Woche wünsche ich allen!

E-Book oder Echt-Buch?

oder …

Wie ich zum Kindle kam!

Ich kam zu meinem Kindle wie zu meinem ersten Computer:
„Oh, nö, bäh, wer braucht denn sowas, blöd,  das führt zu Werteverfall, geht mir bloß weg damit, …, NEVER!“ um danach eine der ersten im ganzen Bekanntenkreis zu sein, die so ein Ding hatte! – Kaum war das Ding hochgefahren und ich die Finger auf den Tasten: „Boah, wie cool ist DAS denn!“:D
So zog vor über 30 Jahren von jetzt auf nachher ein Atari, dann ein Commodore 64 und im Frühjahr 1990 der erste „richtige“ PC bei uns ein. Ein Olivetti. Toller Style. Keine Soundkarte und Boxen aber mit Drucker, TOLL! Windows 3.0 kam ein Jahr später drauf, Commander Keen konnte gespielt werden und ich machte meine ersten Unterrichtsvorbereitungen am Computer.

Zum ersten E-Reader kam ich nach einem missglücktem Neuanstrich einer Wand in meiner Wohnung. Neue Farbe drauf und der Putz kam runter. Super! Jetzt hatte ich die Renovierung, die ich vermeiden wollte. Zwei Zimmer waren von dem Bröselputz betroffen und mussten renoviert werden. Es ging nun darum Tonnen von Büchern aus wer-weiß-wie-vielen Regalen zu räumen, in Kisten zu verpacken und einen Platz zum Deponieren zu finden, für Bücherkisten und Regale.
Was. Sind. Bücher. Schwer!
Wochenlang herrschte in den anderen Zimmern Belagerungszustand, bis der Putz saniert war und ich wieder einziehen konnte. Beim Aus- und Einräumen fielen mir Berge von Büchern in die Hand an die ich mich nicht einmal im entferntesten erinnern konnte! Hmm. Es musste gehandelt werden!
Zuerst verordnete ich mir als Bücherkaufjunkie eine Einkaufsperre inklusive Besuchsverbot meiner Lieblingsbuchhandlungen.
Das. Tat. Weh.
Danach sortierte ich aus

  • Kinder- und Jugendbücher für die Schulbücherei
  • Hand- und Schulbücher für junge Kolleginnen und Kollegen
  • Chick-Lit-Romane für die Ablage im Hochhaus meiner Eltern oder die Lesekiste in meiner Tankstelle

Nebenbei entdeckte ich reBuy und momox, eröffnete ein Konto bei AmazonMarketplace und verkaufte, bzw. verkaufe immer noch das eine oder andere Buch, das bei mir ungenutzt in den Regalen steht. Reich kann man von diesem Buchverkauf nicht werden, wie auch dieser Artikel im Spiegel von 2011 berichtet. Aber da ich keine Bücher wegwerfen kann gebe ich sie lieber einfach so oder für einen Apfel und Ei weg. Hauptsache sie landen nicht im Müll.

Von den ersten Erlösen aus den Buchverkäufen kaufte ich mir,  nach vielem Hin- und Herüberlegen was es denn für einer sein wird, meinen ersten E-Reader, einen Kindle.
Bücher zum einfach Runterlesen kaufe ich seither keine mehr in Papierform, wenn ich nicht genau weiß an wen ich das Buch später weiter geben kann.
In meine Regale schaffen es nur noch Kunstbücher und Reiseführer oder Bücher die mich wirklich in der Seele erreichen. Alles andere bleibt digital auf dem E-Book bzw. in der Cloud.

Ich liebe Bücher!

Meine Bücherregale sind nach wie vor gut gefüllt, aber nicht mehr dreireihig!

Auf meinem Nachttisch liegen immer noch echte Bücher, aber ausgesuchte im Hardcover.

Im Reisegepäck liegen jedoch keine drei Kilo Bücher mehr, sondern das Ladegerät und der Steckeradapter.

Danke E-Book, dass es dich gibt.