Es ist doch noch eine Decke geworden

oder …

Die Fortsetzung vom Restehäkelrosettennichtverzweifelnrettungsprojekt zum graue Haare kriegen

Zwei Ideen hatte ich um aus übrig gebliebenen Häkelrosetten von mehreren Versuchen einen Pullover zu häkeln eine Decke werden zu lassen: bunte Akzente oder Ton in Ton.

Für die bunten Akzente sprach mein Wohnkonzept: Ich lebe bunt!

Die Variante Ton in Ton findet sich in meinem Kleiderschrank, ansonsten würde ich in meinen vier Wänden wie ein Chamäleon wirken.

Die Entscheidung in grau weiter zu arbeiten traf ich, als ich die ersten Rosetten aus der schon zusammengenähten Decke trennte. Ich hatte so sauber genäht, dass ich die vernähten Fäden erst suchen musste und dazu zupfenderweise reichlich Fäden zog.
Und so erweiterte ich die vorhandenen 85 Rosetten auf 94 und häkelte noch 10 halbe Rosetten dazu.

Das nach einer waghalsigen Klettertour einer alten Dame in ihrem Wollgeschäft besorgte Material erwies sich beim Häkeln dunkler als erwartet. Zudem machte mir die geringe Lauflänge der Baumwolle (von Wollservice Geisenfeld) Sorgen:

Reicht das Material?

Es reichte! Knapp!

 

 Ich bin froh darüber weiter in grau gearbeitet zu haben.

Die Farbtonunterschiede der ursprünglichen, teilweise durch Sonnenlicht ausgebleichten, Rosetten ließen die Decke von Anfang an scheckig erscheinen und die zusätzlichen, dunkleren Rosetten machen das auch nicht besser. Mit farbigen Kontrasten hätte ich neben der Musterung durch die Häkelarbeit zusätzliche Unruhe in die Decke gebracht und alles zusammen hätte mich an die Häkeldecken meiner (Ur-)Oma erinnert. Das hätte ich mir auch mit „vintage is an in-thing“ nicht schön reden können.

Da endlich die Sonne scheint ging ich zum Fotografieren in meinen „Garten“.

 

 

 


Von Garten zu sprechen ist wirklich weit hergeholt, denn es sind vielleicht gerade so 7 m x 1 m an meinem Balkon und Wohnung entlang. Für Pflanzen und Gesumm reicht das!  😉

Kleines Bild von meinem kleinen Garten.

 

 


Hauptsache diese Decke ist fertig und ich kann die Häkelnadeln wegräumen um endlich wieder etwas anderen zu machen.

Somit ist die Baustelle 9 ist abgeschlossen.

 

 

Es soll mal eine Decke werden und nicht im Eimer landen

oder …

Restehäkelrosettennichtverzweifelnrettungsprojekt zum graue Haare kriegen

Der Häkelrosettenpullover ist fertig – juhu – und er trägt sich super!
Inzwischen arbeite ich daran die Anleitung zu dem Pullover weitergeben zu können. Sie ist zwar aus dem Jahr 2002, aber da ist das Copyright für dies und das und überhaupt. Ich bin mit dem Verlag im Kontakt und riesig gespannt, was aus dieser Neuveröffentlichung wird.

Daneben machte ich mich daran zu überlegen was ich aus den ursprünglichen 85 ersten Rosetten zusammensetzen kann. Diese Rosetten hatte ich aus einem Baumwollgarn, Schachenmayr Catania in der Farbe 0242 stein, gehäkelt. Als ich merkte, dass die Rosetten größer ausfielen, als in der Anleitung gefordert, kaufte ich kein neues Material nach und ließ diese für den Pullover unbrauchbare Häkelarbeit monatelang liegen.

Nun wollte ich ein Tuch oder eine Decke aus diesen Teilen zusammensetzen. Sie reichten für ein Dreieckstuch. Um eine quadratische oder rechteckige Decke zu fertigen benötigte ich zusätzlich einige halbe Rosetten. Deshalb recherchierte ich im Internet, ob es nicht doch noch irgendwo ein paar Knäuel Catania stein aufzutreiben sind. Ich wurde tatsächlich fündig, am anderen Ende von Baden Württemberg. Glücklich bestellte ich ein paar wenige Knäuel, zahlte brav in Vorkasse, erhielt freundliche Emails über Bestellstatus und Zahlungseingang, um zehn Tage später den Anruf zu bekommen: „Sorry! Wir können das Material nicht mehr beschaffen!“

Hätte ich bloß nicht in der Wartezeit auf das Material die vorhandenen Rosetten zusammengenäht!!!

Nach dem Anruf fühlte ich mich wie das HB-Männchen (wer erinnert sich noch daran? – Werbekult aus den 60er Jahren) und war dabei an die Decke zu gehen. Am liebsten hätte ich das halbfertige Deckenwerk an die Lady des Wollgeschäfts geschickt, damit sie die Teile wieder sauber auftrennen!!

Eine neue Lösung zum Fertigstellen der Decke musste her.

Idee 1:

Ich trenne die Rosetten wieder auseinander, häkle neue bunte Rosetten dazu und setze alles neu zusammen.

 

Idee 2:

Ich suche noch einmal nach ähnlichem Material.

Diese Idee kam mir mithilfe einer sehr betagten Inhaberin eines der ältesten Wollgeschäfte, das ich kenne, in Sindelfingen.
Wir suchten sämtliche Catania-Tüten im Laden durch und sicherlich wäre sie mit etwas mehr Zeit, um in den tiefsten Tiefen ihres Lagers zu suchen, auf den einen oder anderen Knäuel gestoßen, aber es kam neue Kundschaft in den Laden und wir brachen die Suche ab. Als ich schon die Ladentür in der Hand hatte rief sie mich zurück, denn sie meinte ein ähnliches Material in greifbarer Nähe zu haben.
Mit über 80 kletterte sie daraufhin über ein ausziehbares Regalbrett ihr Wollregal hoch, eine echte wagemutige Angelegenheit zwischen Uraltverkaufstisch und dem beinahe antiken Wollregal mit Glasschiebetüren ab halber Höhe. Von ganz weit oben zauberte sie dann drei Knäuel Baumwolle von Wollservice Geisenfeld in einem Grauton hervor, der nur einen Ticken dunkler ist als besagte Catania. Doch ich glaube ich hätte nach diesem waghalsigem Abenteuer beinahe alles von ihr abgekauft!
Was war ich froh, als die alte Dame wieder wohlbehalten auf festem Boden stand!!!

Der etwas andere Farbton stört überhaupt nicht, denn durch die lange „Lagerung“ der Rosetten waren die oberen aus den Stapeln ausgebleicht und deutlich heller. Deshalb werde ich die eine und andere Rosette aus der Mitte der Decke heraustrennen und durch eine dunklere ersetzen, bevor ich halbe Rosetten für den Rand herstelle.

Hauptsache es geht voran, wie mit dem Wetter!

Nach dem letzten Regenguss rettete ich aus meinem Minigarten ein paar Rosen und Pfingstrosen als Stimmungsaufheller für das Wohnzimmer.

 

 

Häkelwerk 2013 #1.2 – Noch mehr Häkelkörbchen

oder …

Die Anleitung

links Baumwolle, Mitte Leinen, rechts der Kaufartikel

Inzwischen sind vier weitere Körbchen entstanden, alle nach dem gleichen Prinzip –  es wird quer gehäkelt.

Die Anzahl der Luftmaschen/Maschen entscheidet über die Höhe der Körbchen,
die Anzahl der Reihen über die Breite.
Gehäkelt wird mit festen Maschen.

Verwendet habe ich Baumwollgarn und Leinenbindfaden aus der Krabbelkiste in der Gartenabteilung eines Reste-Discounters. Normales Topflappengarn fand ich im Ergebnis als unbefriedigend, es war ganz einfach zu weich und gab den Körbchen zu wenig Festigkeit. Das Baumwollband bzw. -garn ist im Vergleich mit dem Kunststoffband vom Prototyp-Körbchen fast genauso fest und deutlich besser zu verarbeiten. Allerdings eben nicht geeignet für Nassräume.

Als Beispiel zur Anleitung erkläre ich das Körbchen in der Mitte aus dem Leinengarn.

Vom Leinengarn brauchte ich 2 Docken und häkelte mit einer 4,5er-Nadel.

Anschlag: 30 Luftmaschen + 1 Luftmasche zum Wenden
Danach: 24 Reihen feste Maschen

Die 25. Reihe ist zugleich die 1. Reihe der zweiten Seite!
Nach der Luftmasche zum Wenden wird die erste Masche von hinten aufgenommen und …

… die Nadel in die Vorreihe eingestochen bevor eine feste Masche gehäkelt wird.

 

Dadurch entsteht eine Rippe, die die Kante des Körbchens markiert und festigt.

 

Auf diese Rippenreihe 23 Reihen feste Maschen häkeln = 24 Reihen und die zweite Seite wie vorher beschrieben mit der 25. Reihe bzw. 1. Reihe der neuen Seite beenden.

Die vierte Seite nur 23 Reihen hoch häkeln.

Mit der 24 Reihe wird das Körbchen geschlossen.

Dazu zuerst eine Luftmasche zum Wenden häkeln.
Danach aus dem Luftmaschenanschlag einen Faden aufnehmen, dann die zwei Fäden aus der letzten Reihe …

… und eine feste Masche häkeln. Wiederholen bis die Seite geschlossen ist.

Der Boden wird direkt angehäkelt!

Zuerst 1 Luftmasche zum Wenden häkeln.
Aus der nächsten Kante 23 feste Maschen heraushäkeln und …

… insgesamt 23 Reihen feste Maschen häkeln.

Den Faden mit einer Schlaufe sichern und abschneiden – nicht zu kurz, damit er noch zum Zusammennähen reicht.

Nun noch ein paar Ansichten meiner Häkelergebnisse.

 

Das Leinengarn-Körbchen ohne ungeklappten Rand.

 

Manches Garn lässt sich richtig toll verabeiten, obwohl es fest ist. Andere sind die Pest!!! Es hakt im Haken der Häkelnadel, das Zeug rutscht nicht über den Nadelschaft <argh> und dann passierte etwas, was man mir nie zutrauen würde:

Ich verbiege und zerbreche Metalle!!! Cool!
Solange es nicht die eigenen Knochen betrifft, Materialermüdung die aufbaut 😀 !