Vorweihnachtsvorwehen und Herbstzeit-Blues

oder …

Ein Doppel-Post!

Was beinahe wie Blogpause in Sachen DIY von Meinereine aussieht hat nichts mit null Bock auf Blog zu tun. Gar nichts. Ganz und gar nichts! Das Problem liegt ganz woanders, ist irgendwie schwierig zu beschreiben, oder kurz und knapp gesagt – ich bin gebloggckt!

Es ist nicht so, dass momentan nichts Kreatives bei mir durch die Finger läuft. Es stehen auch keine leeren Strickkörbe herum. Die frisch geschliffenen Papierscheren funktionieren wieder hervorragend und haben keine Chance Rost anzusetzen. Die Pinsel sind nach dem Auswaschen noch feucht. Kein Klebstoff ist unverarbeitet eingetrocknet.
Keine Kreativpause.
Katerchen trifft auch keine Schuld, wie sonst so oft! 😉

Dabei begann alles so entspannt nach den Sommerferien.
Die neue Klasse begrüßt. Glücklich den neuen Stundenplan mit ganz vielen praktischen Fächern an meinen Kühlschrank gepinnt und mir selbst ein glückliches neues Schuljahr gewünscht.

Wenn da nicht … kaum, dass das Schuljahr begonnen hatte, wie üblich, der Kalender von jetzt auf nachher mit Wirkung einer Schlammlawine von Terminen zugeschüttet worden wäre!
Wenn sich da nicht … schon am zweiten Schultag, völlig unerwartet, meine chronischen Wehwehchen mit Macht zurück gemeldet hätten.

Wegdrücken ging weder das eine noch das andere, schon gar nicht, weil zum Beispiel die im Schulgarten geernteten Kräuter bei mir im Haus auf dem Dachboden trockneten, bevor sie weiterverarbeitet und verpackt auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden können. Irgendwie schafften es meine Kollegin und ich bei mir zuhause vorzubereiten was ging, oder Probe zu verkosten, bevor unsere Schüler an die Herstellung von allerlei Kulinarischem zum Verkauf gehen konnten. Labels entwerfen, Gläser und Tüten bestellen, das konnte ich auch von zuhause aus.

Sicherlich verstanden meine Ärzte etwas anderes unter „kürzer treten“, sie haben ja auch recht. Aber die Teilnahme an diesen Weihnachtsmarkt habe ich mit initiiert und jetzt die Kollegen damit hängen lassen kann ich nicht.

Ist schon seltsam zu einer Jahreszeit in der es die Trauben frisch von den Reben gibt und ich noch keinen Bock auf die getrocknete Variante Rosinen in Stollen habe, an Weihnachten zu denken.
Macht Sinn.
Muss sein.
Müssen andere auch.
Weihnachten beginnt tatsächlich schon im September, spätestens, wenn man an einem Weihnachtsmarkt (wie meine Schule) teilnehmen möchte.

Mittlerweile ist es Ende Oktober.
Die Stellflächen werden knapp in meinem Haushalt. Auf jeder Ablagefläche tummelt sich irgendetwas Ausprobiertes, Angefangenes, Unfertiges. Es ist wie eine Krankheit, eine Seuche. Sogar auf meinem Blog hat sich dieser Halbfertig-Virus ausgebreitet.
An manchen Tagen träume ich von großen schwarzen (Müll-)Säcken und der „Delete“-Taste.

Seit Schuljahresbeginn wird gepflückt, geerntet, genäht, gebastelt, gesägt, geklopft, (ein)gekocht, gebacken und gepackt. Kisten und Kartons füllen sich mit Tüten, Gläsern und Werkstücken. In meinem Kopf wuseln bei der Arbeit gleichzeitig neue Ideen zusammen, was man denn sonst noch so herstellen und anbieten könnte. Nicht einmal auf’s Klo kann ich momentan gehen, ohne das mir irgendeine Idee vom Kopf in die Finger läuft.

Adventskalender für meine Klasse?

So entstehen parallel zu den Waren in diesem Jahr schon die ersten Prototypen für das kommende Jahr.
Doch BLOSS nicht googeln, durch Dawanda, Pinterest & Co. stöbern, wenn das Ergebnis ausgetüftelt ist! Unter Garantie gibt es diese Idee schon ewig und ist viel schöner präsentiert, als man es selber kann.
Und auch nicht darüber bloggen, sonst hat der Nachbarstand auf dem Weihnachtsmarkt den gleichen Artikel im Angebot.
Ach ist das alles blöd.
Zudem blogge ich am liebsten direkt bei und nach der Herstellung. Angefangene Blog-Posts fühlen sich nach Tagen, Wochen, wie liegen gebliebene Bügelwäsche, nach ungeliebter Arbeit an.

Was mache ich erst, wenn ich in die Produktion von Weihnachtsgeschenken für meine Lieben gehe? Noch mehr angefangene Blog-Posts produzieren? Was ist mit denen von den  letzten Jahren?
Mein zweifelnder Blick geht in Richtung Bügelkorb. Hmm?!

Inzwischen ist mein Frustrationsniveau auf unterstem Niveau, die Motivation Ideen auszuprobieren ziemlich im Keller, meine über Jahrzehnte gesammelten, selbst entworfenen  Anleitungen werde ich wohl zum größten Teil nicht mehr veröffentlichen. Schwarzer Sack und fertig!

Wenn ich dann noch in Bastelläden in Päckchen abgepackte Mini-Holzsterne sehe, 8 Stück zu 2,99 €, die dann tatsächlich gekauft werden, rappelt es gewaltig in mir! Die großen Sterne, die meine Schüler gesägt haben, verkauften wir letztes Jahr für 1 € das Stück, sonst hätte sie keiner gekauft.

Trotzdem laufen wieder die Laubsägebogen heiß um Sterne zu produzieren. Daneben entstehen Apfelhäuschen zur Winterfütterung von Vögeln. Die Wildbienenstände werde ich für dieses Jahr nicht mehr ferig bekommen. Doch der nächste Weihnachtsmarkt kommt bestimmt und ein Schuljubiläum steht an.

Trotzdem tüftle ich seit Tagen begeistert und mit Elan an meinem Beitrag für einen DIY-Adventskalender herum, inklusive angefangenen Blogposts :D.
Kann man eigentlich Blogposts ungebügelt veröffentlichen und kann man in ungebügelter Wäsche in der Öffentlichkeit bloggen?

Genug lamentiert. Gar nicht meine Art. Gesagt, gedacht, geschrieben, gehofft.

Herbstzeit-Blues.

Ich bin am Wochenende wohl zu lange durch die Landschaft gepilgert. I’ve got the blues.

Nachdem ich einige Zeit nicht so richtig vor die Tür gekommen war, trommelten die Hummeln unter meinem Hintern nach Ausflug. Deshalb fuhr ich spontan nach meinem obligatorischen samstäglichen Marktbesuch der Sonne nach und landete bei Pforzheim im Wildpark, am Rand vom Nord-Schwarzwald.

So sehr mir die herbstliche Färbung der Wälder gefällt bin ich mir seit heute klar darüber, dass der Herbst nicht mehr eine meiner Lieblingsjahreszeiten ist. Der Herbst macht mich melancholisch und dieses Gefühl mag ich momentan überhaupt nicht er- und ausleben. Nö!

Ein bunt gefärbter Laubbaum sieht nur aus der Ferne schön aus. Aus der Nähe braucht das Laub schon eine reichliche Portion Sonnenstrahlen zum Aufhübschen. Das ist so. Braucht man nicht darüber zu diskutieren.

Wie beim Winter kann ich mir die schönen Seiten auf Fotos festhalten und anschauen. Fertig.
Doch, halt! Was ist denn das?
Gebückt, auf Knien mit Konstanze durch das Laub gerutscht und wieder einmal alles vergessen, was mich die Tage geärgert hat.

Fotogene Pilze.

 

 

Nein, die Schnecke habe ich nicht dorthin platziert! Ich habe sie selbst erst entdeckt, als ich das Teleobjektiv aufgeschraubt hatte und durch den Sucher schaute.

Leider weiß ich nicht um was für Pilze es sich handelt. Doch hübsch sahen sie aus.
Nicht weniger hübsch zeigte sich Herr Waldrapp mit seinen Damen. Schwer zu fotografieren durch all den Maschendrahtzaun! Schade!! Trotzdem probiert. Irrer Typ 😉

„Schau mir in die Augen Kleines!“ – Wer kann diesem Blick wohl widerstehen? 😀

 

Bevor jetzt trübe Gedanken Nester in meinem Kopf bauen, richte ich mir mein Gefieder und trinke ein Schlückchen.

Der letzte Blues für heute – Meet me at the bottom – und gut ist’s. In der kommenden Woche werde ich 57 und habe nicht vor mich unterkriegen zu lassen.
Punkt.
.

 

Kopf hoch #2

und …

Happy birthday John

Ein guter Tag! Drei Stunden ohne Zwicken wie Zwacken in irgendeiner Körperregion, endlich kein wuschiger Kopf und die Gelegenheit genutzt die Kilos an Bilder der letzten Wochen auf den „richtigen“ Rechner zu ziehen, um sie in ordentlicher Größe zu sichten. Mit dabei sind all die Fotos aus Island und ich bin erst einmal richtig ab- und eingetaucht in Erinnerungen. Wenn ich könnte würde ich sofort alles stehen und liegen lassen und ab nach Norden. Vor allem heute!
Heute wäre John Lennon 75 Jahre alt geworden und von heute an bis zu seinem Todestag am 8. Dezember leuchtet in Reykjavik nachts, auf der Insel Viðey, der Imagine Peace Tower. Yoko Ono wird das Licht heute wieder anzünden: http://videy.com/en/vidburdir/tendrun-fridarsulunnar-3/
Wie gern wäre ich dabei!
Ich erinnere mich noch gut, wie ich bibbernd am 27. März 2013 around midnight an der Uferstraße Sæbraut stand, nachts von meinem Sohn aus dem Bett geholt: „Mutti, Nordlichter kann ich dir keine mehr bieten, aber den letzten Tag an dem das Licht vom Imagine Peace Tower brennt!“ Also raus aus dem Bett, irgendwas übergezogen (so sah ich dann auch aus!) und raus. Kamera dabei. Akku im Ladegerät liegen gelassen. Die Eindrücke in meinem körpereigenen Speicher eingelagert! 😉 Beeindruckend diese Lichtinstallation!

Bleiben uns hier vor Ort die kleinen Dinge um den Kopf zu heben, damit er uns nicht auf die Schultern sackt, und zu staunen was oben so alles zu sehen ist:

 

 

Faszinierend selbst aus weniger spektakulären Ansichten.

 

Gesehen in Karlsruhe, Europaplatz, im September 2015

Wurmlinger Kapelle

oder …

Kleine Auszeit in der Wochenmitte

Wer zwischen Herrenberg nach Tübingen entlang der B28 fährt, kennt diesen Blickfang. Egal aus welcher Richtung man kommt fällt auf dem Weg die Silhouette mit Türmchen am Horizont ins Auge. Ist man hier zuhause freut einen einfach der hübsche Anblick.
Bis der Gedanke kommt:
„Irgendwann gehe ich da auch mal (wieder) dort hin, zur Wurmlinger Kapelle St. Remigius!“

Es lohnt sich wirklich die Hauptstraße in Unterjesingen in Richtung Rottenburg zu verlassen, um zuerst nach Wurmlingen und von dort aus so nah wie möglich an die Kapelle zu fahren. Letztlich muss das Auto auf einem Parkplatz abgestellt werden und man muss die 1,5 km zur Kapelle zu Fuß laufen. Der Weg geht teilweise sehr steil bergauf, aber, wer sich christlich gesinnt darauf einlässt, kann an 14 Stationen zum Kreuzweg Einhalt einlegen.
Wer mehr weltlich interessiert ist wird über Infotafeln am Weg über den Weinanbau in dieser Gegend kundig gemacht und kann zusehen, wie sich die Weinreben hier entwickeln.

 

 

 

 

 

An der Kapelle angekommen fällt einem, schwer schnaufend nach der Steigung hier hinauf, zuerst ein Gedicht von Ludwig Uhland ins Auge, bevor man entdeckt, dass die Kapelle nur an Sonntagen zu besichtigen ist, rund um die Kapelle ein Friedhof liegt und rundherum ein atemberaubender Ausblick auf den Schönbuch und die Schwäbische Alb ist.

 

 

 

 

 

 

Nebenschauplätze auf dem Weg …

 

 

 

 

 

Wohin der nächste Ausflug geht? Vielleicht zu diesem Ort, der von hier aus auf der Schwäbischen Alb zu sehen ist – die Burg Hohenzollern.

 

Es war ein herrlich entspannter Mittwochnachmittag, den ich allerdings schon Anfang Mai 2015 hatte.

Unterwegs zum Federsee

und …

Vorsätze wahr machen

Es ist nicht immer einfach an seinen Vorsätzen dran zu bleiben um sie wahr werden zu lassen bzw. sie durchzuhalten. So geht es mir gerade. Es gleicht einem Kampf gegen Titanen, dass nicht auch noch das letzte freie Minütchen von Notwendigkeiten gefressen wird.

Mein Jahresprojekt „Mach Platz für Neues“ klappt als Selbstläufer erfolgreich einfach nebenher – Schrank auf, brauche ich nicht, weg damit. So lautet die Zahl des Monats Februar 173, denn 197 Teile flogen raus und 24 kamen dazu.

Um Vorsatz 2 steht es nicht so gut. „Tu dir was Gutes, solange du dich noch hast“ scheint zu egoistisch und zu hoch gegriffen. Trotzdem ich dieses Vorhaben mit Klauen und Zähnen verteidigt habe, war ich mit dem Ergebnis im Februar nicht zufrieden, überhaupt nicht zufrieden, bis ich am letzten Tag des Monats kurz entschlossen die Notbremse zog. Obwohl ich erst zur Mittagszeit los kam und es eigentlich viel zu spät für einen Tagesausflug war, fuhr ich los, in Richtung Schwäbische Alb, durch Reutlingen und Zwiefalten und immer weiter, mit dem Ziel Federsee bei Bad Buchau.
Die Kamera im Gepäck, die Wanderschuhe im Auto, warm angezogen brauchte ich zweieinhalb Stunden 😉 etwas länger als mir der Routenplaner ausgerechnet hatte. Für mich kein Wunder! Ich habe keinen Navi, verlasse mich auf mein Gedächtnis und fahre ansonsten nach dem Sonnenstand. Das bringt mich oft an unerwartete und nette Orte und deshalb bleibe ich dabei.

Am Federsee angekommen war ich zuerst einmal verblüfft. Im Stuttgarter Raum konnte man den Frühling schon sehen und  spüren, doch hier lag noch Schnee und der See war teilweise noch mit mit Eis bedeckt. Das kümmerte jedoch die Vögel wenig. Ihnen reichten die ersten Sonnenstrahlen für Frühlingsgefühle.

Für den Rundweg von 16 km Länge war ich viel zu spät dran, das Museum ist in den Wintermonaten nur an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und es war inzwischen 15.45 Uhr an einem Samstagnachmittag. Keine so guten Voraussetzungen aber davon ließ ich mich nicht beirren. Mir blieb der Steg zum See, was sich bei herrlichem Sonnenschein wirklich lohnte. Vor allem jetzt, außerhalb der Saison, war es herrlich ruhig und die wenigen Spaziergänger unterwegs verteilten sich.
Endlich entspannte Menschen um mich zu haben tat so gut!
Seele baumeln lassen auf einer der Bänke und Vögel beobachten, mehr brauchte ich erst einmal nicht.

Auf dem Steg zum Federsee

 

 

 

 

Auf den Eisflächen hinterlässt der Frühling auf der angetauten Oberfläche interessante Spuren.

 

In den schon offenen Teilen des Sees tummeln sich Blesshühner, Schwäne und Stockenten.

 

 

 

Auch Rotwild fühlt sich sicher in diesem Naturschutzgebiet. Obwohl sich einige Spaziergänger auf dem Steg bewegten, teilweise mit Hunden, ließ sich eine Gruppe Rehe nicht beim Abendessen stören.

 

Zum Schluss noch ein Eindruck vom Federseemuseum und als Erinnerungshilfe die Tafel am Eingang mit den Öffnungszeiten! Im Winter, von November bis Ende März, ist das Museum nur sonntags und an Feiertagen zu besichtigen.

 

Ein Ausflug zum Federsee lohnt sich!
Auch wenn es im März mit meinen guten Vorsätzen genau so weitergeht, wie im Februar, mir bleibt ein wunderbarer Nachmittag mit mir und meiner Kamera.

 

Unterwegs zum Kloster Lorch #3

oder …

Eulen und mehr Federtiere in der Stauferfalknerei

Gleich neben dem Kloster liegt die Stauferfalknerei Kloster Lorch, ein Familienbetrieb, der seine Greifvögel und Falken in Flugschauen hautnah und dicht über den Köpfen erleben lässt. Dazu gibt es eine Menge an Informationen zu den Vögeln, ihren Besonderheiten und zusätzliche Erklärungen, wenn man Fragen hat.
Mir hatten es vor allem die Eulen angetan, ob mit „Ohren“, ob Uhu oder Kauz, groß oder klein – egal, obwohl die Greifvögel in ihrer Größe und mit ihren Spannweiten schon beeindruckten.
Unglücklicherweise muss ich gestehen, dass mir von all den Informationen, die uns gegeben wurden, nur Bruchstücke hängen geblieben sind.

Was ich mir merken konnte?
1. Das Maskottchen der Falknerei, ein Virginia-Uhu namens Oskar
2. Ein Zwergkauz, der sich, laut Falkner, riesig vorkommt bzw. benimmt, und auf den gewaltigen Namen Atilla hört

Daneben fallen mir zwar noch die Namen Momo, Sheila, Pedro, Paco, Shark, … ein, aber ich kann sie nicht mehr sicher zu Bussarden, Adlern, Harris Hawk, …  bzw. meinen Fotos zuordnen. Schande!

Bleiben die Bilder und die Erinnerungen an einen schönen Tag, den ich mit meiner Mutter zusammen verbringen konnte!

Virginia-Uhu Oskar

 

 

 

Attilla der „Große“ 😉

 

 

„Ich hasse Kameras!“

 

Eine sechs Wochen alte junge Eule, noch flugunfähig

 

 

 

Mehr Informationen zur Stauferfalknerei gibt es auf ihrer Homepage:
Stauferfalknerei
Einfach einmal durchklicken. Unter „Überblick“ gibt es zudem eine ganze Fotoreihe anzuschauen.

Unterwegs zum Kloster Lorch #2

oder …

Es summt und flattert im Sonnenhut

Alte Kloster- und Bauerngärten ziehen mich magisch an. So erging es mir auch in dem kleinen, feinen Gärtchen des Klosters Lorch. Bevor wir unsere Besichtigung der Anlage beginnen konnten stand ich schon zwischen den Kräuter- und Heilpflanzenbeeten, mitten im Gesumm.

Ganz besonders angetan hatte es mir eine Staude Echinacea, zu deutsch Sonnenhut, in der sich Hummeln tummelten, zusammen mit etlichen Schmetterlingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronenfalter-Weibchen

 

Unterwegs zum Kloster Lorch #1

oder …

Kultur rund um Stuttgart

Von Stuttgart aus zwischen Schorndorf und Schwäbisch Gmünd liegend ist am Hang das alte Stauferkloster Lorch zu sehen (nicht zu verwechseln mit dem Kloster Lorsch, das in Hessen zu sehen ist). Auf jeden Fall lohnt es sich an Lorch nicht nur vorbei zu fahren, sondern nach dem Vorbeifahren umzudrehen (eine Beschilderung zum Kloster von der B29 aus fehlt!!).
Die Klosteranlage liegt direkt am Limesweg (alte römische Grenzanlage) und so ist am Parkplatz auch ein Nachbau eines Wachturms mit Holzwall zu sehen.
Davor steht die Staufer-Stele zu Ehren von Irene von Byzanz, die den jüngsten Sohn des Kaisers Friedrich Babarossa, Philipp von Schwaben, geheiratet hatte.

Wer gotische Architektur wie Fachwerkbau liebt und vor ausuferndem Glanz und Gloria barocker Auswüchse, insbesondere in Kirchen, gerne flüchtet kann hier einige schöne Stunden etwas abseits von Trubel verbringen.

 

Meine Mutter unterwegs im Kräutergarten

Vom ehemaligen Benediktinerkloster Lorch sind die Kirche, der Kreuzgang mit nahe gelegenem Kapitelsaal erhalten, wie dem Refektorium und vor allem einige Nebengebäude, in dem ein Pflegeheim untergebracht ist.
Schön fand ich, dass das Refektorium tatsächlich noch als Speisesaal genutzt wird. Das Klostergelände war heute voller Gesang und Musik durch viele junge musizierende Menschen, die dort eine Freizeit verbringen.
Der runde Turm kann vom Kirchenschiff aus über 113 Steinstufen bestiegen werden, die dann in eine schmale eiserne Wendeltreppe übergehen. Die letzten paar Stufen waren nichts für mich, vor allem auf dem Rückweg (ich bin nicht schwindelfrei) und oben angelangt war ich ein wenig enttäuscht. Die Rundbögen sind bis zur oberen Kante mit einem Drahtnetz gesichert, wodurch ein freier Rundumblick eingeschränkt ist.

Vom Kreuzgang aus war unser erstes Ziel die Kirche. Sie hat eine Gewölbedecke im Altarbereich und eine Holzdecke im Kirchenschiff. Die Gewölbedecke wie die Seitenwände des Kirchenschiffs sind mit Fresken verziert.
Ich fand diese Kirche in ihren klaren, beinahe minimalistischen Formen wunderschön und beruhigend.

 

In einer Ecke der Kirche stehen und liegen die Grabplatten einiger Würdenträger der Staufer. Der im Zentrum stehende Sarkophag ist leider auf den zwei oberen Fotos nur undeutlich im Vordergrund zu erkennen. In diesem Hochgrab hat ein Abt im Mittelalter alle vorhandenen Überreste aus Gräbern der Staufer sammeln lassen.

 

Nebenschauplätze

 

Eine besondere Tür

Diese Kirchentür fand ich faszinierend. Bisher kannte ich nur die zweiteiligen Haustüren, die „Schwatz-Türen“, bei denen zum Unterhalten der obere Teil geöffnet werden kann.
Bei dieser Tür, die aus der Kirche hinaus führt, kann beim Hinunterklappen des oberen Teils höchstens der Kopf oben heraus schauen!

 

Der Kreuzgang und seine Bewohner

Ich liebe Kreuzgänge und jeder hat seine eigene Magie.

Diese Magie muss Frau Schwalbe, ich denke es ist eine Rauchschwalbe, auch empfunden haben als sie ihr Nest in die Streben der Gewölbedecke baute.

Die Entdeckung des Nests veranlasste mich zurück zum Auto zu laufen um ein anderes Objektiv für die Kamera zu holen. Leider hatte sich bis zu meiner Rückkehr der Trubel im Kreuzgang vervielfacht und Mutter Schwalbe passte besser auf ihre Kinder auf.

 

 

Doch irgendwann einmal ließ auch Familie Schwalbe der Trubel kalt, denn: Was tun, wenn sich der Darm mit seiner Verdauung meldet?  …

Ärschle raus … plopp … und dann wird selbst in den Kreuzgang gekackert:

Das sichtbare Zeichen: Achtung! Hier nicht durchlaufen!

 

Faszination Brunnen

Dieser Brunnen war eigentlich leer, aber das Wasser plätscherte in der warmen Sonne herrlich meditativ vor sich hin.

 

 

Schafe

„I’m blue dabbadidabbadei…“ 😀

 

Wer mehr zum Kloster wissen möchte:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Lorch
http://www.kloster-lorch.com/
http://www.schloesser-und-gaerten.de/monumente/kloester/kloster-lorch/kloster/gebaeude/klosterkirche/grablegen-in-der-klosterkirche/

Unterwegs in Stuttgart – Staatsgalerie

und …

Bleeding Trees

Wenn an freien Tagen das Wetter wenig nach draußen einlädt gehe ich gerne Kunst schauen. So dachte ich gestern, an Himmelfahrt, nur fiel mir keine Ausstellung ein, die mich interessierte. Deshalb hatte ich es mir mit meinem momentanen Häkelwerk in Arbeit schon gemütlich gemacht als eine Freundin anrief. Ihr geht es an Tagen wie diesen ähnlich wie mir und sie machte den Vorschlag – die Staatsgalerie zeigt Bilder aus der aufgekauften Sammlung Domberger in der Ausstellung  Op+Pop – Experimente amerikanischer Künstler ab 1960. Also doch Kunst schauen.
Wir trafen uns dann vor Ort, dem Teil der Galerie, der während unseres Studiums in Planung und im Bau war und wegen seiner Architektur so viel Staub aufgewirbelt hatte – dem neuen Teil. Uns gefällt das Gebäude nach wie vor und mit der Patina der Jahre heute noch mehr als früher.

 

Doch bevor ich mehr Bilder vom Gebäude zeige ein paar persönliche Worte zur Ausstellung und einer tollen Überraschung danach.

Persönliche Worte
Wer Pop-Art mag findet in dieser Ausstellung ein paar wirklich schöne Bilder bzw. Serigraphien zum Beispiel von Robert Indiana, Robert Rauschenberg, Josef und Anni Albers, Richard Anuszkiewicz, die mich wieder beeindruckten und etliche Werke von Richard Estes. Letzterer ist ein Wegbereiter bzw. der Vertreter des Fotorealismus.  Die Ansichten in seinen Bildern wirken fotografisch genau, haben einen hohen Wiedererkennungswert, doch sind sie in Teilen zusammengesetzt. Fotografieren durfte ich nicht, aber es lohnt sich hier unter diesem Wikipedia-Link unter Bilder von Richard Estes zu klicken.
Ein besonderes Wiedersehen hatte ich mit einem ausgestelltem Bild von Richard Estes, bei dessem Entstehen ich am Rande teilnehmen durfte und einem Exemplar lange sehr nahe war und mir ganz sicher sein kann: Estes hat auf einem meiner Wohnzimmerstühle gesessen und handgeschabte schwäbische Spätzle gegessen.
Lang ist es her.

Tolle Überraschung
Aus der Ausstellung kommend, die im alten Gebäude der Staatsgalerie gezeigt wird, liefen wir zwei außerhalb der Gebäude zurück zum neuen Teil um sofort die roten Banderolen an den Bäumen wie Eyecatcher wahrzunehmen – bleeding trees!
Diesen Teil der dOCUMENTA 13 hatte ich letztes Jahr nicht gesehen und nur darüber gelesen. In dieser Zeit im Habichtswald in Kassel-Wilhelmshöhe installiert, wollte der Künstler Alfred Bradler den Menschen deutlich machen, dass in die Natur eingegriffen wird und schaffte damit eine recht eindrucksvolle Wirkung. Wie gesagt, ich hatte bisher nur darüber gelesen, z. B. hier.
Und plötzlich hatte ich diese Bäume vor mir, völlig unerwartet. Dass eine Adaption dieser Installation als „Land-Art“ in Stuttgart stattfand, eigentlich schon zuende ist, ist mir durchgegangen. Im Internet fand ich dazu jetzt diese Seite.  Zum Glück steht diese Installation noch in Teilen entlang der Staatsgalerie.

vom alten zum neuen Teil der Staatsgalerie

 

„bleeding trees“

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Ausstellungsbesuch landet der eine oder andere Ausstellungssticker auf den nächsten Ampelmasten

Mein Sticker klebt in meinem Tagebuch. Ob der meiner Freundin auf der Säule klebt? Fragt sie. Auf jeden Fall fand ich noch einige von einer Ausstellung, die mich letztes Jahr bewegt hat, von Turner-Monet-Twombley.

Nach einem Ausstellungsbesuch lohnt es sich vor allem bei gutem Wetter noch eine kleine Einkehr im stilvollen kleinem Cafe vor der Galerie. Mein Tee mit frischer Minze war einfach lecker!