Vorweihnachtsvorwehen und Herbstzeit-Blues

oder …

Ein Doppel-Post!

Was beinahe wie Blogpause in Sachen DIY von Meinereine aussieht hat nichts mit null Bock auf Blog zu tun. Gar nichts. Ganz und gar nichts! Das Problem liegt ganz woanders, ist irgendwie schwierig zu beschreiben, oder kurz und knapp gesagt – ich bin gebloggckt!

Es ist nicht so, dass momentan nichts Kreatives bei mir durch die Finger läuft. Es stehen auch keine leeren Strickkörbe herum. Die frisch geschliffenen Papierscheren funktionieren wieder hervorragend und haben keine Chance Rost anzusetzen. Die Pinsel sind nach dem Auswaschen noch feucht. Kein Klebstoff ist unverarbeitet eingetrocknet.
Keine Kreativpause.
Katerchen trifft auch keine Schuld, wie sonst so oft! 😉

Dabei begann alles so entspannt nach den Sommerferien.
Die neue Klasse begrüßt. Glücklich den neuen Stundenplan mit ganz vielen praktischen Fächern an meinen Kühlschrank gepinnt und mir selbst ein glückliches neues Schuljahr gewünscht.

Wenn da nicht … kaum, dass das Schuljahr begonnen hatte, wie üblich, der Kalender von jetzt auf nachher mit Wirkung einer Schlammlawine von Terminen zugeschüttet worden wäre!
Wenn sich da nicht … schon am zweiten Schultag, völlig unerwartet, meine chronischen Wehwehchen mit Macht zurück gemeldet hätten.

Wegdrücken ging weder das eine noch das andere, schon gar nicht, weil zum Beispiel die im Schulgarten geernteten Kräuter bei mir im Haus auf dem Dachboden trockneten, bevor sie weiterverarbeitet und verpackt auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden können. Irgendwie schafften es meine Kollegin und ich bei mir zuhause vorzubereiten was ging, oder Probe zu verkosten, bevor unsere Schüler an die Herstellung von allerlei Kulinarischem zum Verkauf gehen konnten. Labels entwerfen, Gläser und Tüten bestellen, das konnte ich auch von zuhause aus.

Sicherlich verstanden meine Ärzte etwas anderes unter „kürzer treten“, sie haben ja auch recht. Aber die Teilnahme an diesen Weihnachtsmarkt habe ich mit initiiert und jetzt die Kollegen damit hängen lassen kann ich nicht.

Ist schon seltsam zu einer Jahreszeit in der es die Trauben frisch von den Reben gibt und ich noch keinen Bock auf die getrocknete Variante Rosinen in Stollen habe, an Weihnachten zu denken.
Macht Sinn.
Muss sein.
Müssen andere auch.
Weihnachten beginnt tatsächlich schon im September, spätestens, wenn man an einem Weihnachtsmarkt (wie meine Schule) teilnehmen möchte.

Mittlerweile ist es Ende Oktober.
Die Stellflächen werden knapp in meinem Haushalt. Auf jeder Ablagefläche tummelt sich irgendetwas Ausprobiertes, Angefangenes, Unfertiges. Es ist wie eine Krankheit, eine Seuche. Sogar auf meinem Blog hat sich dieser Halbfertig-Virus ausgebreitet.
An manchen Tagen träume ich von großen schwarzen (Müll-)Säcken und der „Delete“-Taste.

Seit Schuljahresbeginn wird gepflückt, geerntet, genäht, gebastelt, gesägt, geklopft, (ein)gekocht, gebacken und gepackt. Kisten und Kartons füllen sich mit Tüten, Gläsern und Werkstücken. In meinem Kopf wuseln bei der Arbeit gleichzeitig neue Ideen zusammen, was man denn sonst noch so herstellen und anbieten könnte. Nicht einmal auf’s Klo kann ich momentan gehen, ohne das mir irgendeine Idee vom Kopf in die Finger läuft.

Adventskalender für meine Klasse?

So entstehen parallel zu den Waren in diesem Jahr schon die ersten Prototypen für das kommende Jahr.
Doch BLOSS nicht googeln, durch Dawanda, Pinterest & Co. stöbern, wenn das Ergebnis ausgetüftelt ist! Unter Garantie gibt es diese Idee schon ewig und ist viel schöner präsentiert, als man es selber kann.
Und auch nicht darüber bloggen, sonst hat der Nachbarstand auf dem Weihnachtsmarkt den gleichen Artikel im Angebot.
Ach ist das alles blöd.
Zudem blogge ich am liebsten direkt bei und nach der Herstellung. Angefangene Blog-Posts fühlen sich nach Tagen, Wochen, wie liegen gebliebene Bügelwäsche, nach ungeliebter Arbeit an.

Was mache ich erst, wenn ich in die Produktion von Weihnachtsgeschenken für meine Lieben gehe? Noch mehr angefangene Blog-Posts produzieren? Was ist mit denen von den  letzten Jahren?
Mein zweifelnder Blick geht in Richtung Bügelkorb. Hmm?!

Inzwischen ist mein Frustrationsniveau auf unterstem Niveau, die Motivation Ideen auszuprobieren ziemlich im Keller, meine über Jahrzehnte gesammelten, selbst entworfenen  Anleitungen werde ich wohl zum größten Teil nicht mehr veröffentlichen. Schwarzer Sack und fertig!

Wenn ich dann noch in Bastelläden in Päckchen abgepackte Mini-Holzsterne sehe, 8 Stück zu 2,99 €, die dann tatsächlich gekauft werden, rappelt es gewaltig in mir! Die großen Sterne, die meine Schüler gesägt haben, verkauften wir letztes Jahr für 1 € das Stück, sonst hätte sie keiner gekauft.

Trotzdem laufen wieder die Laubsägebogen heiß um Sterne zu produzieren. Daneben entstehen Apfelhäuschen zur Winterfütterung von Vögeln. Die Wildbienenstände werde ich für dieses Jahr nicht mehr ferig bekommen. Doch der nächste Weihnachtsmarkt kommt bestimmt und ein Schuljubiläum steht an.

Trotzdem tüftle ich seit Tagen begeistert und mit Elan an meinem Beitrag für einen DIY-Adventskalender herum, inklusive angefangenen Blogposts :D.
Kann man eigentlich Blogposts ungebügelt veröffentlichen und kann man in ungebügelter Wäsche in der Öffentlichkeit bloggen?

Genug lamentiert. Gar nicht meine Art. Gesagt, gedacht, geschrieben, gehofft.

Herbstzeit-Blues.

Ich bin am Wochenende wohl zu lange durch die Landschaft gepilgert. I’ve got the blues.

Nachdem ich einige Zeit nicht so richtig vor die Tür gekommen war, trommelten die Hummeln unter meinem Hintern nach Ausflug. Deshalb fuhr ich spontan nach meinem obligatorischen samstäglichen Marktbesuch der Sonne nach und landete bei Pforzheim im Wildpark, am Rand vom Nord-Schwarzwald.

So sehr mir die herbstliche Färbung der Wälder gefällt bin ich mir seit heute klar darüber, dass der Herbst nicht mehr eine meiner Lieblingsjahreszeiten ist. Der Herbst macht mich melancholisch und dieses Gefühl mag ich momentan überhaupt nicht er- und ausleben. Nö!

Ein bunt gefärbter Laubbaum sieht nur aus der Ferne schön aus. Aus der Nähe braucht das Laub schon eine reichliche Portion Sonnenstrahlen zum Aufhübschen. Das ist so. Braucht man nicht darüber zu diskutieren.

Wie beim Winter kann ich mir die schönen Seiten auf Fotos festhalten und anschauen. Fertig.
Doch, halt! Was ist denn das?
Gebückt, auf Knien mit Konstanze durch das Laub gerutscht und wieder einmal alles vergessen, was mich die Tage geärgert hat.

Fotogene Pilze.

 

 

Nein, die Schnecke habe ich nicht dorthin platziert! Ich habe sie selbst erst entdeckt, als ich das Teleobjektiv aufgeschraubt hatte und durch den Sucher schaute.

Leider weiß ich nicht um was für Pilze es sich handelt. Doch hübsch sahen sie aus.
Nicht weniger hübsch zeigte sich Herr Waldrapp mit seinen Damen. Schwer zu fotografieren durch all den Maschendrahtzaun! Schade!! Trotzdem probiert. Irrer Typ 😉

„Schau mir in die Augen Kleines!“ – Wer kann diesem Blick wohl widerstehen? 😀

 

Bevor jetzt trübe Gedanken Nester in meinem Kopf bauen, richte ich mir mein Gefieder und trinke ein Schlückchen.

Der letzte Blues für heute – Meet me at the bottom – und gut ist’s. In der kommenden Woche werde ich 57 und habe nicht vor mich unterkriegen zu lassen.
Punkt.
.

 

Kopf hoch #2

und …

Happy birthday John

Ein guter Tag! Drei Stunden ohne Zwicken wie Zwacken in irgendeiner Körperregion, endlich kein wuschiger Kopf und die Gelegenheit genutzt die Kilos an Bilder der letzten Wochen auf den „richtigen“ Rechner zu ziehen, um sie in ordentlicher Größe zu sichten. Mit dabei sind all die Fotos aus Island und ich bin erst einmal richtig ab- und eingetaucht in Erinnerungen. Wenn ich könnte würde ich sofort alles stehen und liegen lassen und ab nach Norden. Vor allem heute!
Heute wäre John Lennon 75 Jahre alt geworden und von heute an bis zu seinem Todestag am 8. Dezember leuchtet in Reykjavik nachts, auf der Insel Viðey, der Imagine Peace Tower. Yoko Ono wird das Licht heute wieder anzünden: http://videy.com/en/vidburdir/tendrun-fridarsulunnar-3/
Wie gern wäre ich dabei!
Ich erinnere mich noch gut, wie ich bibbernd am 27. März 2013 around midnight an der Uferstraße Sæbraut stand, nachts von meinem Sohn aus dem Bett geholt: „Mutti, Nordlichter kann ich dir keine mehr bieten, aber den letzten Tag an dem das Licht vom Imagine Peace Tower brennt!“ Also raus aus dem Bett, irgendwas übergezogen (so sah ich dann auch aus!) und raus. Kamera dabei. Akku im Ladegerät liegen gelassen. Die Eindrücke in meinem körpereigenen Speicher eingelagert! 😉 Beeindruckend diese Lichtinstallation!

Bleiben uns hier vor Ort die kleinen Dinge um den Kopf zu heben, damit er uns nicht auf die Schultern sackt, und zu staunen was oben so alles zu sehen ist:

 

 

Faszinierend selbst aus weniger spektakulären Ansichten.

 

Gesehen in Karlsruhe, Europaplatz, im September 2015

Rosen über Rosen #1

oder …

Rosenwasser zum Beduften und für die Küche

„Rose is a rose is a rose is a rose.“
(Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.“

Eine Zeile aus ‚Sacred Emily‚ von Gertrude Stein, deren Leben und Arbeiten, ihr Umgang mit der Sprache, mich immer wieder faszinieren, nicht nur wenn gerade die Rosen blühen.

Es ist Juni und die Rosen blühen in den Gärten, Parks und in meinem schmalen Gartenstreifen vor dem Balkon. Der ‚Schottische Rosengarten‘ am Unteren See in Böblingen, bei Stuttgart, ist in diesen Tagen ein Fest für alle Sinne. Es duftet, es leuchten die Farben und es summen und brummen Bienen, Hummeln und anderes Getier.

 

 

 

Rote Rosen, gelbe, weiße, duftende Rosen, gefüllte Rosen, veredelte Rosen, wilde Rosen, … viele Rosen.
Viele Rosen duften nicht, sehen einfach nur gut aus, wie eine alte englische Sorte vor meinem Balkon. Dafür duftet die Damaszener Rose, die ein kleines Stück entfernt steht für mindestens zwei!

Diesen Duft möchte ich in die kalte Jahreszeit mitnehmen. Dazu hat mich Inka von blickgewinkelt mit ihren Rosenwasser-Varianten inspiriert. Ich erinnerte mich an meine Experimente mit Rosen- und Lavendelblüten und kramte meine alten Rezepte wieder heraus.

Doch zuallererst müssen Rosenblätter gesammelt werden. Viele Rosenblätter. Sehr viele! Verarbeitet werden können alle Rosenblätter, wenn sie nicht gespritzt wurden und duften!!!
Die beste Pfückzeit ist der frühe Morgen, wenn die Sonne noch nicht zu kräftig scheint. Gepflückt werden die Blüten, die gerade voll aufgeblüht sind.

Vorbereitung

Von den Blüten sollten die Blütenansätze, sie sind meist weiß, weggeschnitten werden. Sie sind bitter, sagt man, egal in welches Rezept man schaut. Warum diese mühsame Prozedur auch bei Rosenwasser zur äußeren Anwendung durchgeführt werden muss steht nirgends. Ich glaube, da hat einer vom anderen abgeschrieben ohne sich selbst Gedanken zu machen und es auszuprobieren. Für Rosenduftwasser werde ich in Zukunft wieder alle Blütenblätter, so wie sie sind verwenden.
Dieses Mal schnitt ich jedoch von allen Blütenblättern die Ansätze ab, ob weiß oder gelb, weg damit!

 

Rosenduftwasser zur äußeren Anwendung

Zutaten

75 g Blütenblätter (im Rezept standen 150 g)
500 ml Wasser (ich verwendete destilliertes Wasser)

Zubereitung

Von den Blütenblättern 25 g in eine Schüssel geben, die heiße Temperaturen aushält.
Das Wasser zum Kochen bringen und dann über die Blütenblätter in der Schüssel leeren. Die Schüssel abdecken und den Blütenblättersud abkühlen lassen. Den Sud in ein Sieb geben um die Blütenblätter von der jetzt schon duftenden, rosafarbenen Flüssigkeit zu trennen. Die abgesiebten Blütenblätter können weggeworfen werden und die Flüssigkeit wird wieder bis zum Sieden erhitzt.
In der Zwischenzeit wieder 25 g Blütenblätter in eine Schüssel geben und mit dem kochenden Sud übergießen. Abdecken, abkühlen lassen, absieben und den Vorgang noch einmal mit den letzten 25 g Rosenblättern wiederholen.

 

Das fertige Rosenwasser in dunkle Fläschchen abfüllen und kühl gestellt aufbewahren. Laut Rezept soll es ca. sechs Monate haltbar sein.
Mit diesem Rosenwasser lassen sich, mit Wasser verdünnt, gut Kompressen für geschwollene Augen machen und mir hilft es auf Insektenstichen.
Wer es mag füllt sich dieses Rosenwasser in einen Zerstäuber für heiße Sommertage.

Rosenwasser zum Kochen

Zutaten

ca. 60 g geputzte Rosenblütenblätter (das sind ungefähr vier kleine Hände voll)
500 ml destilliertes Wasser

Zubereitung

In einen Topf oder eine Schüssel mit Deckel zwei Hände voll Blütenblätter geben. Das Wasser auf ca. 40 bis 50°C erwärmen, über die Blütenblätter gießen und das Gefäß schließen. An einem warmen Ort die Blütenblätter im Wasser zwei bis drei Tage stehen lassen.

Danach die Flüssigkeit im Sieb abgießen, wieder auf 40 bis 50°C erwärmen und die zwei übrigen Handvoll Blütenblätter übergießen. Den Topf mit Blütenblättern und Sud noch einmal zwei bis drei Tag an einem warmen Ort stehen lassen. Abgesiebt und in dunkle Flaschen gefüllt hält dieses Rosenwasser gekühlt etwa ein halbes Jahr. Deshalb friere ich kleine Mengen davon ein, zum Beispiel als Eiswürfel.

Mit diesem Rosenwasser können Süßspeisen aromatisiert werden – in vielen Rezepten mit Marzipan wird Rosenwasser verwendet.

Mein Rosenwasser zum Kochen von dieser Ernte zieht zwar noch, doch es schmeckt ohne die Blütenansätze deutlich besser, als ich es von meinen letzten Versuchen in Erinnerung habe.

Kleine, unvermeidliche Gäste bei der Herstellung   😉

 

Was mir bei der Herstellung jedoch fehlte, waren die dunklen Fläschchen. Die muss ich mir erst noch besorgen. Eigentlich schade, denn das Rosenwasser hat solch eine herrliche Farbe, dass man sie nicht verstecken möchte.

Gegen diese Farbe verblasst selbst ein Gläschen Rosé bzw. Weißherbst völlig und trägt seine rosige Bezeichnung beinahe zu unrecht!

Noch ein Eindruck, gut durchgekühlt!

 

Wurmlinger Kapelle

oder …

Kleine Auszeit in der Wochenmitte

Wer zwischen Herrenberg nach Tübingen entlang der B28 fährt, kennt diesen Blickfang. Egal aus welcher Richtung man kommt fällt auf dem Weg die Silhouette mit Türmchen am Horizont ins Auge. Ist man hier zuhause freut einen einfach der hübsche Anblick.
Bis der Gedanke kommt:
„Irgendwann gehe ich da auch mal (wieder) dort hin, zur Wurmlinger Kapelle St. Remigius!“

Es lohnt sich wirklich die Hauptstraße in Unterjesingen in Richtung Rottenburg zu verlassen, um zuerst nach Wurmlingen und von dort aus so nah wie möglich an die Kapelle zu fahren. Letztlich muss das Auto auf einem Parkplatz abgestellt werden und man muss die 1,5 km zur Kapelle zu Fuß laufen. Der Weg geht teilweise sehr steil bergauf, aber, wer sich christlich gesinnt darauf einlässt, kann an 14 Stationen zum Kreuzweg Einhalt einlegen.
Wer mehr weltlich interessiert ist wird über Infotafeln am Weg über den Weinanbau in dieser Gegend kundig gemacht und kann zusehen, wie sich die Weinreben hier entwickeln.

 

 

 

 

 

An der Kapelle angekommen fällt einem, schwer schnaufend nach der Steigung hier hinauf, zuerst ein Gedicht von Ludwig Uhland ins Auge, bevor man entdeckt, dass die Kapelle nur an Sonntagen zu besichtigen ist, rund um die Kapelle ein Friedhof liegt und rundherum ein atemberaubender Ausblick auf den Schönbuch und die Schwäbische Alb ist.

 

 

 

 

 

 

Nebenschauplätze auf dem Weg …

 

 

 

 

 

Wohin der nächste Ausflug geht? Vielleicht zu diesem Ort, der von hier aus auf der Schwäbischen Alb zu sehen ist – die Burg Hohenzollern.

 

Es war ein herrlich entspannter Mittwochnachmittag, den ich allerdings schon Anfang Mai 2015 hatte.

Unterwegs zum Federsee

und …

Vorsätze wahr machen

Es ist nicht immer einfach an seinen Vorsätzen dran zu bleiben um sie wahr werden zu lassen bzw. sie durchzuhalten. So geht es mir gerade. Es gleicht einem Kampf gegen Titanen, dass nicht auch noch das letzte freie Minütchen von Notwendigkeiten gefressen wird.

Mein Jahresprojekt „Mach Platz für Neues“ klappt als Selbstläufer erfolgreich einfach nebenher – Schrank auf, brauche ich nicht, weg damit. So lautet die Zahl des Monats Februar 173, denn 197 Teile flogen raus und 24 kamen dazu.

Um Vorsatz 2 steht es nicht so gut. „Tu dir was Gutes, solange du dich noch hast“ scheint zu egoistisch und zu hoch gegriffen. Trotzdem ich dieses Vorhaben mit Klauen und Zähnen verteidigt habe, war ich mit dem Ergebnis im Februar nicht zufrieden, überhaupt nicht zufrieden, bis ich am letzten Tag des Monats kurz entschlossen die Notbremse zog. Obwohl ich erst zur Mittagszeit los kam und es eigentlich viel zu spät für einen Tagesausflug war, fuhr ich los, in Richtung Schwäbische Alb, durch Reutlingen und Zwiefalten und immer weiter, mit dem Ziel Federsee bei Bad Buchau.
Die Kamera im Gepäck, die Wanderschuhe im Auto, warm angezogen brauchte ich zweieinhalb Stunden 😉 etwas länger als mir der Routenplaner ausgerechnet hatte. Für mich kein Wunder! Ich habe keinen Navi, verlasse mich auf mein Gedächtnis und fahre ansonsten nach dem Sonnenstand. Das bringt mich oft an unerwartete und nette Orte und deshalb bleibe ich dabei.

Am Federsee angekommen war ich zuerst einmal verblüfft. Im Stuttgarter Raum konnte man den Frühling schon sehen und  spüren, doch hier lag noch Schnee und der See war teilweise noch mit mit Eis bedeckt. Das kümmerte jedoch die Vögel wenig. Ihnen reichten die ersten Sonnenstrahlen für Frühlingsgefühle.

Für den Rundweg von 16 km Länge war ich viel zu spät dran, das Museum ist in den Wintermonaten nur an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet und es war inzwischen 15.45 Uhr an einem Samstagnachmittag. Keine so guten Voraussetzungen aber davon ließ ich mich nicht beirren. Mir blieb der Steg zum See, was sich bei herrlichem Sonnenschein wirklich lohnte. Vor allem jetzt, außerhalb der Saison, war es herrlich ruhig und die wenigen Spaziergänger unterwegs verteilten sich.
Endlich entspannte Menschen um mich zu haben tat so gut!
Seele baumeln lassen auf einer der Bänke und Vögel beobachten, mehr brauchte ich erst einmal nicht.

Auf dem Steg zum Federsee

 

 

 

 

Auf den Eisflächen hinterlässt der Frühling auf der angetauten Oberfläche interessante Spuren.

 

In den schon offenen Teilen des Sees tummeln sich Blesshühner, Schwäne und Stockenten.

 

 

 

Auch Rotwild fühlt sich sicher in diesem Naturschutzgebiet. Obwohl sich einige Spaziergänger auf dem Steg bewegten, teilweise mit Hunden, ließ sich eine Gruppe Rehe nicht beim Abendessen stören.

 

Zum Schluss noch ein Eindruck vom Federseemuseum und als Erinnerungshilfe die Tafel am Eingang mit den Öffnungszeiten! Im Winter, von November bis Ende März, ist das Museum nur sonntags und an Feiertagen zu besichtigen.

 

Ein Ausflug zum Federsee lohnt sich!
Auch wenn es im März mit meinen guten Vorsätzen genau so weitergeht, wie im Februar, mir bleibt ein wunderbarer Nachmittag mit mir und meiner Kamera.

 

Unterwegs zum Kloster Lorch #3

oder …

Eulen und mehr Federtiere in der Stauferfalknerei

Gleich neben dem Kloster liegt die Stauferfalknerei Kloster Lorch, ein Familienbetrieb, der seine Greifvögel und Falken in Flugschauen hautnah und dicht über den Köpfen erleben lässt. Dazu gibt es eine Menge an Informationen zu den Vögeln, ihren Besonderheiten und zusätzliche Erklärungen, wenn man Fragen hat.
Mir hatten es vor allem die Eulen angetan, ob mit „Ohren“, ob Uhu oder Kauz, groß oder klein – egal, obwohl die Greifvögel in ihrer Größe und mit ihren Spannweiten schon beeindruckten.
Unglücklicherweise muss ich gestehen, dass mir von all den Informationen, die uns gegeben wurden, nur Bruchstücke hängen geblieben sind.

Was ich mir merken konnte?
1. Das Maskottchen der Falknerei, ein Virginia-Uhu namens Oskar
2. Ein Zwergkauz, der sich, laut Falkner, riesig vorkommt bzw. benimmt, und auf den gewaltigen Namen Atilla hört

Daneben fallen mir zwar noch die Namen Momo, Sheila, Pedro, Paco, Shark, … ein, aber ich kann sie nicht mehr sicher zu Bussarden, Adlern, Harris Hawk, …  bzw. meinen Fotos zuordnen. Schande!

Bleiben die Bilder und die Erinnerungen an einen schönen Tag, den ich mit meiner Mutter zusammen verbringen konnte!

Virginia-Uhu Oskar

 

 

 

Attilla der „Große“ 😉

 

 

„Ich hasse Kameras!“

 

Eine sechs Wochen alte junge Eule, noch flugunfähig

 

 

 

Mehr Informationen zur Stauferfalknerei gibt es auf ihrer Homepage:
Stauferfalknerei
Einfach einmal durchklicken. Unter „Überblick“ gibt es zudem eine ganze Fotoreihe anzuschauen.

Unterwegs zum Kloster Lorch #2

oder …

Es summt und flattert im Sonnenhut

Alte Kloster- und Bauerngärten ziehen mich magisch an. So erging es mir auch in dem kleinen, feinen Gärtchen des Klosters Lorch. Bevor wir unsere Besichtigung der Anlage beginnen konnten stand ich schon zwischen den Kräuter- und Heilpflanzenbeeten, mitten im Gesumm.

Ganz besonders angetan hatte es mir eine Staude Echinacea, zu deutsch Sonnenhut, in der sich Hummeln tummelten, zusammen mit etlichen Schmetterlingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zitronenfalter-Weibchen

 

Unterwegs um Material zum Spinnen zu finden

oder …

Endlich Frühling im Ländle

Wer bei solch schönem Wetter wie heute die Chance hatte raus in die Natur zu fahren wurde richtig belohnt! Ich war unterwegs nach Seebronn bei Rottenburg um mir neues Material zum Spinnen zu kaufen. Etwas abgelegen, Richtung Wurmlingen, liegt der Heuberger Hof bzw. das Lager von Seehawer und Siebert. Dort kann mittwochs zwischen 14.00 Uhr und 17.00 Uhr gestöbert werden – so schön!
Online verkaufen sie nur an Wiederverkäufer und Schulen, doch an diesen Nachmittagen wird nicht nach einem Ausweis gefragt. Mir lag heute der Sinn nach edleren Fasern, wie Kaschmir, Seide, Kamelhaar oder noch exotischerem Material, wie Yak.

Toll fand ich die Möglichkeit an gefärbtem Kammzug aus Merinowolle und Seide soviel abzupfen zu dürfen, wie man möchte oder braucht.

Und ich bekam alle Naturmaterialien und Chemikalien zum Beizen, die ich zum Pflanzenfärben von Wolle und Seide brauche. Nachdem ich die Tage wieder meine alten Unterlagen zum Färben gefunden hatte möchte ich es doch wieder einmal probieren.

Glücklicherweise muss bar vor Ort bezahlt werden und der nächste Bankautomat ist weit weit weg! 😀
Da ich kurz vorher noch mein Auto betankt hatte (günstige Tankstelle – also tanken!) war der Geldbeutelinhalt überschaubar. Keine Chance für einen ausufernden Kaufrausch! Zumal sich herausstellte, dass mein vor ca. einem Jahr entdeckter Lieblingswollladen gerade mal eine Ortschaft weiter ist.
Um nicht noch in Versuchung zu kommen, dort auch noch vorbeizufahren, nahm ich für den Rückweg nicht die Autobahn Richtung Stuttgart, sondern fuhr über Land. Es hat sich gelohnt! Ein Augenschmaus selbst für mich Stadtmensch – das Hecken- und Schlehengäu im Frühling.

 

 

 

 

 

Herbstspaziergang im Pomeranzengarten Leonberg

oder …

Neue Wege gehen

Oberste Terrasse und Zentrum des Pomeranzengartens in Leonberg

 

 

 

 

Blick auf die Arkaden, wo früher die Winterhäuser für die Zitruspflanzen standen.

 

 

Heute bieten die Arkaden Platz zum Sitzen und Schutz vor der Sonne
Schmetterlingparadies

 

 

 

Namensgeber des Pomeranzengartens

 

Und unterhalb liegt eine Parkanlage mit schönem Baumbestand

Wie viele schöne Plätze es in der umliegenden Gegend gibt entdecke ich jetzt erst nach und nach.
„Jetzt“ heißt, nachdem meine Kinder ihre eigenen Wege gehen, kein Mutti-Taxi mehr gebraucht wird, kein „Mutti, mir ist so langweilig“ nach einem Animationsprogramm ruft, der vielspaltige Organisationsplan in der Küche mehr Leerfelder als Eintragungen für Termine irgendwelcher Art aufweist, … .
„Jetzt“ auszufüllen hat eine Weile gebraucht. Um für meine Kinder rund um Stuttgart ein spannendes Programm zu finden half mir über viele Jahre der Ratgeber „Kind in Stuttgart„, der seit – lasst mich zurückrechnen – mindestens 17 Jahren jährlich herausgegeben wird.
„Jetzt“ schenke ich den Veranstaltungshinweisen in den Tageszeitungen und meiner Sonntagszeitung  deutlich mehr Beachtung, wie auch dem einen oder anderen Hinweisschild rechts oder links meiner ganz alltäglichen Wege, denn …
„jetzt“ heißt inzwischen „du darfst“, nämlich, an dich selber denken.

So lese ich auf der Rückfahrt von Karlsruhe nach Stuttgart, eine Strecke die ich schon vor dem Studium meines Sohnes in Karlsruhe oft gefahren bin, auf der A8 kurz vor Leonberg zum ersten Mal bewusst das Hinweisschild „Pomeranzengarten Leonberg„. Leonberg gehört zum Kreis Böblingen und auch ich wohne dort seit vielen, sehr vielen, hmm … zweistelligen Jahren, allerdings eher Stuttgart-orientiert und wohl etwas drumherum blind. Dem wollte ich nun abhelfen und machte mich an diesem Wochenende auf den Weg nach Leonberg. Kaum auf der A8 auf der Autobahn steckte ich natürlich im Stau. Aber, mal ehrlich, A8 oder A81 ohne Stau bringt doch nur halb erlebtes Autobahnfeeling! Dann Leonberg entlang diverser Einkaufszentren durchfahren, den Schildern Richtung Altstadt und Pomeranzengarten folgen, die Orientierung verlieren und keinen Parkplatz finden. Die Straße in die Altstadt endet am Finanzamt. Ich lasse das Auto in der ersten freien Parkbucht stehen und folge einer Gruppe, die mit Kamera und Stadtkarte ausgerüstet besser auf einen Stadtrundgang vorbereitet ist als ich. Ihr Weg führt zurück zum Finanzamt = Schloss und dahinter liegt mein Ziel.

Der Pomeranzengarten ist Teil des Witwensitzes der Württemberger Herzoge und der einzige Terrassengarten der Spätrenaissance in Deutschland.
Nach meinem Spaziergang durch die Parkanlage folgte ich noch einem Teil des historischen Rundwegs durch die Altstadt und lief an Johannes Keplers Elternhaus, wie an seiner ersten Schule vorbei. Ich denke, ich werde mich demnächst in Weil der Stadt umschauen, der Keplerstadt in der Nachbarschaft.

Und dann ging mein Blick zurück über die Giebel der Altstadt Leonbergs: