aufräumen

Spinnen statt filzen

oder …

Ran an die Baustelle 8

Da steht der Korb voll mit Rohwolle vom Schaf, meinem und Nachbarskatern und anderem Getier aus denen noch viele Filzkieselsteine werden sollen. Allerdings fand ich bei genauerem Hinsehen zwei Materialien viel zu schade zum Filzen:

links Gotland-Kammzug – rechts Islandwolle „Polarfuchs“

Beide Materialien habe ich von Wolle-Traub in Winterbach. Durch einen Anteil an Tussahseide hat die Islandwolle einen herrlichen Glanz und ist, zumindest in diesem Zustand, angenehm weich.

Also was tun?

Ich hole mein Spinnrad aus der Ecke, entstaube es und fange an zu spinnen. Herrlich! Die Islandwolle schnurrt nur so durch die Spindel auf die Spule. Mit solch langen Fasern macht das Spinnen Spaß und Freude.

Aber dann … TSCHACKA …: „Och nö!“

Nach dreißig Jahren der erste „Motorschaden“- wieder stellt sich die Frage: „Was tun?“

Leder muss her. Stabiles Leder. Ein alter Gürtel, das wäre es. Aber so einen gibt es seit letztem Jahr nicht mehr in meinem Schrank. Der ist aus- und aufgeräumt. Aber es gibt zum Glück noch die Familie, die gefragt werden kann.

Praktischerweise passte der Lochabstand des Gürtels den mir mein Vater brachte zu den Maßen, die ich für das Ersatzteil benötigte.

Nur noch schmaler schneiden …

 

 

 

… und einschrauben. Fertig!

 

Als Spinnradbesitzer sollte frau doch wirklich immer einen alten Gürtel im Depot behalten.
Wieder was dazu gelernt.
Nun ging das Spinnen flott weiter und die ersten 125g sind fertig gesponnen!
Die Baustelle 8 ist weiter in Bearbeitung und wird wohl noch eine Weile in Anspruch nehmen!

 

 

 

Strickwerk 2013 #3

oder

Neue runde Strickkissen nach altem Zopfmuster

Weiter geht es an den Abbau meiner Baustellen. Vor vielen Jahren hatte ich als Zugabe zu einer großen Bestellung an Rohwolle eine Kiste voller Wollproben bekommen. Alles wurde bis jetzt verstrickt, bis auf einige Stränge sehr grober Teppichwolle. Da diese Wolle so voller Wollfett war ließ sie sich fast nicht verstricken.

Letztes Jahr fiel mir das Material beim Aufräumen wieder in die Hände und mir war jetzt schnell klar was daraus werden wird – daraus stricke ich noch ein paar Bodenkissen, wie schon diese hier. Allerdings wusch ich etwas des Wollfetts vor dem Stricken heraus.

Weil selbst so das Stricken des festen Garns sehr auf meine Gelenke ging „verschob“ sich das angefangene Strickzeug in seinem Korb seit Ende August 2012 Tag für Tag, Woche für Woche etwas weiter weg aus dem Sichtfeld. Bis jetzt!

Wie gesagt, das Material ist sehr fest und stabil. Als es ans Spannen der Kissenplatten ging zeigte sich dadurch die nächste Schwierigkeit.  Die dünnen Stecknadeln verbogen sich beim geringsten Zug und waren zu kurz. Die Stecknadeln zum Quilten sind zwar länger, aber ich hatte kein geeignetes Polster. Nichts war dick genug, dass ich die Nadeln tief genug stecken konnte.

So ging ich das Risiko ein und dämpfte die Teile vorsichtig mit dem Bügeleisen. Ohne ein wenig Nachhelfen klappt es mit der Formgebung nicht und die Mitte steht wie ein Hütchen hoch.

Inzwischen sind die Kissen zum Füllen angekommen. Ich bestelle diese immer bei www.kissenwelt.de.

Ich häkle die Kissenplatten zusammen. Sicher, es wäre schöner wenn sie mit einem Verschluss versehen wären, doch mit Knöpfen oder einem Reißverschluss versehen würden die Kissen schwieriger rund werden und bleiben. Entweder trenne ich den Häkelrand dann auf, wenn ich die Kissen waschen möchte oder ich gebe sie komplett in die Waschmaschine bzw. wasche sie von Hand. Bei 30°C geht das ohne Probleme, denn Innenkissen und deren Füllung (Schaumstoffflocken) sind waschbar.

Zum Zusammenhäkeln lege ich die beiden Innenseiten der Kissenplatten aufeinander und ich häkle feste Maschen. Dazu gehe ich mit der Häkelnadel auf der vorderen Platte zwischen zwei Maschen hindurch …

und genauso auf der hinteren.

Mit der Häkelnadel nehme ich nun eine Schlinge auf und ziehe sie durch beide Kissenplatten nach vorne.

Auf der Häkelnadel liegen nun zwei Schlaufen.

Mit der Nadel nehme ich eine weitere Schlinge. Diese Schlinge ziehe ich nacheinander durch beide Schlaufen.

 

Ist das Kissen zur Hälfte zusammengehäkelt wird das Füllkissen hineingesteckt und die zweite Hälfte mit festen gehäkelten Maschen geschlossen.
Durch die letzte Schlaufe wird der abgeschnittene Wollfaden zum Sichern gezogen. Der Anfangsfaden und der Endfaden werden mit einer dicken Sticknadel vernäht.

 

Jetzt muss das Kissen ein wenig in Form geklopft und gezogen werden.

Noch eine Baustelle weniger! Hurra!! Doch mit was mache ich jetzt weiter?

 

Projekt-Baustellen aus Wolle

oder …

Welches Werk wird zuerst fertig gestellt?

Die letzten Tage suchte ich gezielt wieder einmal alles Angefangene an Strick- und Nähzeug, Gefilztem und zum Filzen vorbereitetes, Rohwolle und Seide zum Spinnen, Bastelarbeiten und Werkstücke, Pappe, Papier und Malgerätschaften zusammen um den Überblick zu bekommen bevor ich ihn verliere. Ich stelle fest, ich wünsche mir immer noch eine Werkstatt oder zumindest ein Werkstattzimmer NUR für diese Dinge. Und ich versuche mich zu erinnern wie ich all diese kreativen Aktivitäten hier in diesen Wänden organisiert bekommen habe, als beide Kinder klein waren, zuhause lebten und auch noch ihre Aktivitäten auslebten!

Allein die Projekte aus Wolle werden mich eine Weile beschäftigen. Vor ein paar Tagen zählte ich noch die folgenden neun Baustellen, inzwischen fand ich noch zwei! <Stoßseufzer>
Trotzdem machte ich mich schon ans Werk das erste Projekt zu beenden und für dieses Wochenende ist der Abschluss eines zweiten geplant.

 

  1. Zwei Strickkissen nach meiner Anleitung
  2. Ein Schal oder Schultertuch aus Beilaufgarn von Sockenwolle (ja, so etwas wurde einmal mit der Sockenwolle zusammen verkauft), aus vielen gehäkelten Quadraten
  3. Ein Pullover mit Jacquard-Muster
  4. Das Material für einen Schal
  5. Noch ein angefangener Schal bzw. Möbiuskragen/-schal
  6. Ein Pullover
  7. Noch ein Pullover
  8. Filzsteine und jede Menge Rohwolle für noch mehr Filzsteine
  9. Häkelrosetten für einen Sommerpullover

Projekt 5 ist kurz vor dem Abschluss, der Blogpost dazu schon in Vorbereitung, denn mir ist kalt! Und was hilft am Besten gegen Frieren? Ein heißer Tee und ein richtig warmer Schal!

Es grünt im Haus …

und das ganz von alleine!

Auf meinem Haushaltsplan für heute stand ganz weit oben:
– Barbarazweige auf den Kompost

Alle Zweige hatten schon vor Weihnachten prächtige Blüten gezeigt, was ja Glück im neuen Jahr verspricht. Und sie blühen immer noch, dass es mir schwer fällt sie tatsächlich in den Eimer zu stecken.

 

 

Da inzwischen die verblühten Blüten überwiegen und mehr Krümel auf dem Tisch hinterlassen als hübsch auszusehen mache ich mich heute nun doch ans Wegräumen.

Doch dann kann ich meinen Augen kaum trauen! Sicher, den einen oder anderen grünen Trieb hatte ich letztes Wochenende schon entdeckt. Aber als ich die Zweige aus der Vase holte hatte doch jeder Zweig Wurzeln entwickelt!

 

Mir fällt es immer schwer Pflanzen wegzuwerfen und ich bevorzuge beim Kaufen die Pflanzen, die keiner mehr haben will.

Also, was mache ich jetzt?

Ich gebe frisches Wasser in die Vase und stelle die Zweige wieder hinein. So viel Überlebenswillen muss honoriert werden.

Mal sehen, was sich daraus entwickelt!

Fensterbrettliege für Katzen

oder …

Not macht erfinderisch!

Harry auf seinem neuen Logenplatz

Meine zwei Kater Harrison und Chewbacca sind als Britisch Kurzhaarkater nicht gerade zierlich zu nennen. Sie nehmen mit ihren knapp 8 und 6,5 kg reichlich Raum ein und, sind sie dann doch einmal in Fahrt, ist ihr Bremsweg beachtlich. Mit zunehmender Geschwindigkeit steigt auch der Sachschaden! Zum Glück sind beide Burschen stolze Vertreter dieser Rasse und haben eher friedliche, gemütliche Charaktere.

Doch irgendwie oder irgendwas piekt beide Kater seit gestern, denn sie sind heftig auf Krawall gebürstet. Egal wo es sich der dicke gemütliche „Graubär“ Harry gemütlich machte, der Bruder war nicht weit um den Platz einzufordern. Heiß umkämpft waren vor allem die Plätze auf den Fensterbrettern, und zwar die gemütlichen!

Das Fenster auf der Sonnenseite im Wohnzimmer ist sehr begehrt, obwohl heute morgen gar keine Sonne schien.

Fensterplatz mit Katzen-Mini-Quilt für warme Popos (vom November 2011)

Bei der Auseinandersetzung flog nicht nur der Katzenquilt durch die Gegend, sondern die gerade voll gefüllte Gießkanne hinterher! Was für eine Sauerei!

In der zweiten Runde wurde der Hochsitz umkämpft, den ich mit einem ausgedientem Brett, einer alten Papprolle und meinen IKEA-Regalen zusammengezimmert habe (ich glaube, das zu beschreiben ist auch einen Blog-Post wert).

Chewbacca ganz oben (vom März 2012)

Sieger war natürlich Chewie. Wie der King saß er dann, wie auf diesem Foto, ganz oben und schaute sich von dort aus das Papierchaos unten an – meine Briefmarkenkiste war samt Inhalt bei der Auseinandersetzung nach unten „geschneit“.

Harry, der seine Ruhe haben wollte suchte sich einen neuen Platz – die Luxus-Fensterbrettauflage von petfun. Inzwischen hängt diese besondere Art der Fensterbrett-„Extension“ schon an seiner dritten Stelle in meiner Wohnung und die Kater haben jeden Umzug akzeptiert. Es ist ein tolles Teil! Denn in diesen Katzenauflagen haben selbst große Katzen bequem Platz!

Harrison bei seiner zweiten Lieblingsbeschäftigung: Schlafen! (vom Juni 2012)

Als es jetzt wieder Krach gab hatte selbst der geduldige Harry die Nase voll, brachte seine Massen in Bewegung und jagte seinen Bruder ein paar Runden quer durch meine knapp 85 qm. <aargh> Ich war gerade fertig mit Aufräumen, Staub saugen, dem „bisschen“ Haushalt und dann DAS!!!

Ich konnte beinahe wieder von vorne anfangen!

Aber da lagen die bei der Katerjagd umgekippten Rückwände von einigen, inzwischen glaslosen Bilderrahmen! (Nein, die Gläser kamen nicht heute zu Bruch. Das geschah bei einer heftigen Fliegenjagd im Sommer.)

Beim Aufheben der Bretter kamen meine Hirnzellen in Gang:

  • Im Keller liegt doch noch, zur Entsorgungs bereit, ein Holzklotz aus der Schnitzära meines Sohnes.
  • Und wo liegt das bisher von den Katern abgelehnte Katzenbett?
  • Wenn ich auf dem Schreibtisch das Ding da hinschiebe, die Schachtel dorthin … ?
  • Was ist eigentlich in der Schachtel? <weg damit!>
  • Und wenn ich jetzt den Klotz auf den Schreibtisch befestige und darauf das Brett …? <zu niedrig>
  • Wenn ich doch bloß nicht alle Bretter weggeworfen hätte!
  • Ah, da sind ja noch die überzähligen Bretter vom CD-Regal!

Aus den überzähligen Regalbrettern und dem Holzklotz fügte ich einen Sockel zusammen.
Auf diesen Sockel befestigte ich eines der Rahmenrückwände und legte es auf der gegenüberliegenden Seite auf das Fensterbrett.
Obendrauf kam das seit zwei Jahren verschmähte Katzenbrett und Harry lag sofort drin!

Harry mit Übersicht nach drinnen!

 

Harry mit Übersicht nacht draußen!

Und wenn es morgen wieder hell ist, sein Bruder ihn nicht wieder vertrieben hat, hat Harry von hier aus sein „Katzenkino“ voll im Blick:

Das Futterhäuschen für die Vögel!

Mach Platz für Neues 2012 …

oder …

eine etwas andere Jahresbilanz

Zum Jahreswechsel werden so viele gute Vorsätze getroffen, die in der Regel nicht gehalten werden. Ich weiß, von was ich spreche! Denn es war nicht der 31.12.XXXX, als ich meine letzte Zigarette rauchte, sondern der 22.8.2005.

Trotzdem sprach mich Ende 2011 eine Zeitungsbeilage so an, dass ich mir dachte:
DAS nehme ich beim Wort!
Und ich klebte den Spruch an exponierter Stelle fest, damit ich bei jedem Verlassen meiner Wohnung auch immer daran erinnert werde …

… denn 2012 begann bei mir mit einem ausgerenktem Kiefer. Positiv denken!!! Und was hilft dabei am Besten? Ein anderer Gedanke, neue Ideen, Ablenkung, ein Projekt, ein Jahresprojekt!

Es wurde:
MACH PLATZ FÜR NEUES!
Ich hatte geträumt, wie mir meine Strickmaschine an der betroffenen Backe hing! So seltsam dieser Traum war, für mich war einfach klar, dass ich was tun muss. Obwohl ich in allem gut organisiert bin und in keinem Messie-Haushalt lebe hatte ich das Gefühl von „das ist zu viel um mich herum“. Und so steht in meinem Tagebuch am Samstag, den 7. Januar 2012:

Inzwischen sind 358 Tage vergangen und ich habe fleißig an meinem Umfeld gearbeitet.

Mein Ziel war es, netto, wenigstens eine Sache am Tag wegzugeben, die bei mir mindestens zwei Jahre ungenutzt herumgelegen hat (egal ob im Keller, der Garage oder in der Wohnung). (Ich schrieb darüber schon im Februar.)
Netto deshalb, weil im Jahr auch Dinge in einen Haushalt einziehen – Geschenke, neue Geräte, Bücher, … . Diese zog ich von der Summe der entledigten Altlasten ab.

1208 ist meine Zahl des Jahres!

Von so vielen Teilen habe ich mich 2012 getrennt. Als kleinste Objekte zähle ich die Kosmetikpröbchen und zu dem schwersten Entsorgungsobjekten einen Uralt-Monster-Fernseher. Dazu kam das eine oder andere Möbelstück, doch die sind, da sie zerlegt werden können meist weniger aufwendig.

135 Bücher habe ich weggegeben.
75 davon verkaufte ich über Rebuy oder Momox, 7 bei Amazon.
15 Bücher legte ich in „meiner“ Tankstelle in die Tauschkiste, 20 verschenkte ich und der Rest landete im Altpapier.

165 Fach- und Schulbücher sortierte ich aus.
Die Hälfte gab ich an Junglehrer ab, 22 konnte ich verkaufen und der Rest kam in die Tonne.

CDs, ob mit Musik oder Daten bespielt – es kommen unglaubliche Summen zusammen, wenn man diese bewusst aussortiert. Wenn dann noch die Hüllen dazugezählt werden! Bei mir waren es allein 53 CD-Hüllen!

Zu meinem Wegwerf-ABC gehörten unter anderem:

Aufkleber
Benzinkanister
CDs
Duftkerzen – ich hasse sie!
Elektronikschrott
Floppy-discs
Gewürzdosen
Holzbretter
Isomatten
Jacken
Kabel
Lego – in Mengen verkauft!
abgelaufene Medikamente
Notizbücher
O …
Pappkartons
Q …
Ringe – mein alter Ehering wurde neu verwertet
Stereoanlage
Telefonzubehör
U
VHS-Videos
Wollreste
X …
Y …
Zeitschriften

Man glaubt es nicht, was sich über Jahre ansammelt, und dann total aus der Vergessenheit gerät, obwohl man beim Bunkern dachte: Das brauche ich noch. Als ich jetzt mein Tagebuch durchblätterte um ein Fazit zu ziehen war ich an manchen Stellen wirklich verblüfft: Ich konnte mich an so viele Gegenstände nicht mehr erinnern, von denen ich mich befreit habe!

Bei 1208 minus den Dingen, die neu dazugekommen sind, bin ich netto immer noch über 1000! Ziel war es, mich von 365 Dingen im Jahr zu trennen. Dieses habe ich mehr als erfüllt.

Wenn ich mich jetzt umschaue sehe ich den Platz, den ich geschaffen habe und den, den ich noch schaffen könnte! 2013 mache ich weiter!

Kunstpause …

oder …

Warum habe ich mir das angetan?

Dieses Mal gibt es keine bunten Bilder, dafür genug Text um sich seine eigenen Vorstellungen zu machen.

Tag 0
Da sitze ich so und schneide meine Kreise, merke wie sich langsam mein Innenleben auf Distanz zu den Nachwehen des Arbeitsalltags der letzten Schulwochen begibt, freue mich über einen Sommertag.
Meine Kater genießen meine Anwesenheit, folgen mir auf Schritt und Tritt um sich dort erneut zur Ruhe zu legen.
Alles ist so herrlich, aufgeräumt, friedlich, entspannt.
Es könnte so schön sein, wenn da nicht in dieser Ruhe und Muße meine Gedanken und Ideen plötzlich DIE logistische Lösung für ein lange gewälztes Umräumprojekt in meiner Wohnung finden würden, meine Knochen gerade wenig weh tun und ich generell seit Anfang des Jahres auf Veränderung gepolt bin.
Logistik ist wichtig als Single, Frau, gesundheitlich etwas angeschlagen und schwierig bei der Hilfesuche. Helfer zum Umräumen oder Renovieren zu finden ist nicht so schwierig, aber mich auf deren Arbeitstempo und Vorgehen einzurichten. Allzuoft kommt dann hinterher nicht das heraus, was ich mir vorgestellt habe.

Ziel: Zimmertausch in meiner Vierzimmerwohnung und eines der Zimmer muss renoviert werden.

 

Tag 1

Dienstag früh, ich meine richtig früh, 7.00 Uhr (nein, ich bin nicht krank!) hole ich mir mein Rollbrett bzw. Möbeltransportbrett und meinen Akku-Schrauber aus dem Keller. Beides meine genialsten Anschaffungen der letzten Jahre! Wenn die Hände nicht mehr so richtig Kraft haben oder sowieso nicht so wollen wie sie sollen, muss gescheites Werkzeug her. Beim Stöbern im Keller sammle ich gleich noch Pinsel, Farbwalzen und Abstreichgitter zusammen und finde noch einen Eimer Wandfarbe vom letzten Renovieren. Oh oh oh, da kommen Erinnerungen hoch, ein kaltes Grausen kribbelt von Kopf bis zu den Füßen. Vor zwei Jahren wollte ich in einem Zimmer „nur“ eine Wand mit etwas Farbe auffrischen. Nach drei bis vier Strichen mit der Farbwalze kam mir erst eine Flade altem Farbauftrags entgegen um dann dem darunter liegendem Putz freie Bahn zum Runterfallen zu geben. Was folgte waren vier Wochen Baustelle und der Schwur: Karin, Du musst Dich von Büchern trennen!
Ganz ehrlich, ich trenne mich seither tapfer von Büchern, bin inzwischen auch für Alltagsliteratur auf den Kindle umgestiegen, doch obwohl ich seit Anfang 2012 einiges bei Amazon, Momox und Rebuy verkaufen konnte ist der Berg an gebundenem Papier jetzt wieder Schweiß treibend, um ihn in die Kisten und zurück zu transportieren.
Ach ja, die Kisten. Nachdem ich im Keller erfolgreich war führt der nächste Schritt in die Garage, in der Hoffnung noch ein paar Kartons zu finden, die nicht meiner Aufräumeritis der letzten Wochen und Monate zum Opfer gefallen sind. Hurra – Umzugskartons ganz hinten. Leider sind es nur noch vier Stück, aber mit Klappkisten und Körben meine ich zurecht kommen. Dem ist natürlich nicht so. Neben Büchern gibt es auch noch jede Menge CDs, DVDs, Videos und Kassetten zu verstauen. Dazu all der Kleinkram, der zwischen, vor, auf, an, über, etc. Regalen bei mir so steht, klemmt, lehnt, klebt. Alles musste erst einmal raus aus meinem alten Zimmer.
Langsam füllt sich jede Ecke des Zwischenlagers Wohnzimmer mit Kartons und Bücherstapeln. Die dazugehörigen Regale aus dem schwedischen Möbelhaus bugsiere ich mithilfe meines Rollbretts auch noch dazu. Mittags ist mein altes Zimmer leer – das Zimmer, dass mir die oben erwähnte Generalrenovierung beschert hatte. Einmal durchgeputzt sieht es prima aus und ich beginne, ich liebe mein Rollbrett, die Möbel meines Sohnes aus seinem Zimmer in das neue zu transportieren. Nur um es klar zu stellen, diese Aktion ist keine Überraschung für meinen Sohn sondern mit ihm abgesprochen.
Abends habe ich den größten Teil seines Mobiliars am neuen Platz stehen und er könnte jetzt eigentlich vorbeikommen. Zumindest er hat jetzt ein benutzbares Bett. Ich nicht! Mir bleibt erst einmal nichts anderes übrig, als mir irgendwo ein Behelfslager einzurichten. Sohnemanns Futon möchte ich meinem Rücken heute Nacht nicht zumuten.

Tag 2

Mittwoch früh wache ich noch weit vor dem Wecker auf. Nachdem ich jede müde Knoche überzeugt habe aufzustehen klappt es dann nach dem Motto: Alle Mann hoch! Der Plan für heute ist in erster Linie das, nach dem Abbau meines Nachtlagers, nun leer stehende Zimmer zum Streichen vorzubereiten und dann tatsächlich zu streichen. Dann muss ich noch zwei Bücherpakete auf die Post bringen – 49 Bücher gehen Richtung Rebuy und Momox – Material zum Abkleben von Fenster, Türen, etc. besorgen und noch etwas Farbe. Kaum zuhause läuft erst einmal nichts nach Plan:

  • Anruf von meiner Mutter
  • Kater auf dem Balkon überzeugt, nicht über das Geländer zu flüchten
  • Abkleben von Fenstern etc.
  • Anruf von meiner Tochter
  • weiter abgeklebt
  • zur Flucht bereiten Kater wieder überzeugen müssen hier zu bleiben
  • zweiter Kater erbricht sich
  • Nachmittagsbesuch bei meiner Tante im Pflegeheim
  • Lampe versucht abzumontieren und dabei Schrott produziert
  • Decke und die Fensterwand gestrichen
  • die Sonne verschwindet hinter dem Haus
  • der Kantenpinsel war auf das Zeitungspapier gefallen und malt jetzt blau!
  • weiter streichen
  • es wird richtig dunkel
  • mobile Lampen zusammengesucht
  • trotzdem wirkt der Schlussakt dieser Veranstaltung wie „candlelight-painting“

Völlig erschlagen schaffe ich es gerade noch die Pinsel und Walzen auszuwaschen, den Katern Platz zu schaffen zum Schlafen und mir ein Lager aufzubauen. Gute Nacht!

Tag 3

Bei Nacht sind alle Katzen grau, meine sowieso :D, doch bei Tageslicht ist, bis auf eine Wand, alles ordentlich gestrichen. Nein, es nicht die „candlelight“-Wand! Meinen ersten Gedanken: ‚Da kommt sowieso der größte Teil vom Regal hin‘, verwerfe ich, denn vor allem der obere Teil der Wand ist extrem scheckig und das Regal ist nicht deckenhoch. Mir bleibt nichts anderes übrig, als da noch einmal drüberzustreichen. Was für ein tolles Gefühl hinterher alles Abgeklebte abzureißen, das Zeitungspapier und die Folie zum Abkleben zusamenzuknüllen um dann doch Farbkleckse zu finden.
Die Aussicht heute Abend endlich wieder ein festes Bett zu haben beflügelt enorm, auch das Abschrubben von Farbe.

Jetzt kann ich wieder meine Regale aufbauen. Einräumen geht nicht – die Vernunft siegt – bevor sie nicht mit einem Kippschutz versehen sind. An die Bohrmaschine in der Schule komme ich wegen der Ferienzeit nicht heran. Wen könnte ich anrufen, die/der nicht im Urlaub oder auf Arbeit ist? Bleibt mein Papa. Meine Eltern hatte ich bis jetzt nichts von meinem Vorhaben berichtet, da vor allem das Arbeitstempo meines Vaters meist nicht kompatibel zu meinem ist und meine Mutti (ich habe Dich lieb, Mutti!) nicht immer die Sachen dorthin räumt wo sie hingehören und sollen.
Ich rufe meinen Papa an, bestelle ihn mit Bohrmaschine und passenden Bohrern für mindestens zwei bis drei Bohrlöcher: „Ja Papa, ich habe Dübel. Ja Papa, Schrauben habe ich auch. Bring die Bohrmaschine mit. Nein, Du musst nicht sofort kommen. Es reicht heute Nachmittag.“
Wer meinen Papa kennt (Papa ich habe dich auch lieb!) weiß, er ist keine halbe Stunde später da. Genauso läuft es auch heute.
Aus drei Bohrlöchern werden fünf und weil mein Papa Spaß am Umgang mit meinem kleinen Akku-Schrauber hat schraubt er mir gleich noch den Fehlkauf an Gästebett auseinander. So sei ihm gedankt und verziehen, dass wir das eine Regal noch einmal wegen heruntergefallener Schrauben vorziehen mussten. Es war das, was am meisten Mühe zum Ausrichten gekostet hatte.

Endlich kann ich die ersten Kisten leeren, d.h. all die vielen Bücher zurück ins Regal räumen und dieses Mal sortiert, nicht nach dem Chaos-Prinzip des letzten Males, was zu Doppelkäufen geführt hat. Jetzt stehen die „Zwillinge“ brav nebeneinander. Die Dutzende an Star Trek-Bücher waren schon seit der letzten Renovierung durcheinander und ich nehme mir vor dort in diesem Jahr noch Ordnung hineinzubringen.
Bei den CDs bin ich reichlich verblüfft. Eigentlich kaufe ich doch alles inzwischen digital und trotzdem scheinen es mehr zu sein, als beim letzten Verpacken – obwohl, da fehlen plötzlich welche. Hektisches Suchen ist zwecklos, an einige Kartons ist noch nicht heranzukommen. Seufz, da drin müssen ein paar meiner Lieblinge sein, wie Zap Mama oder Manu Chao, ahhh, Aufschrei und Madness, ….
Zumindest schaffe ich es an diesem Tag mein Bett an Ort und Stelle aufzubauen ohne der Aussicht es am nächsten Morgen wieder abbauen zu müssen. Genauso bekommen die Kater ihre neuen festen Plätze zum Schlafen, Ausruhen und drum Kämpfen montiert. Nach dem x-ten Mal des Abrisses nehmen sie die Plätze nur sehr vorsichtig an.

Kaum liegt mein Kopf auf dem Kopfkissen erreicht mich ein Gedankenblitz: Im Trockner liegen noch die frisch gewaschenen Gardinen, inzwischen wohl total zerknittert. Och nö!

Tag 4

Die Verwüstung in der Küche erschlägt mich kaum nach dem Aufstehen. Kein Zimmer scheint inzwischen verschont worden zu sein um mindestens einmal als Durchgangslager herhalten müssen. Sie erinnern schwer an Rast- und Grillplätze – zum Schluss bleibt der Müll liegen. Ich flüchte erst einmal ins Örtchen, doch auch hier, im kleinsten Zimmer der Wohnung finden sich Spuren, Farbspuren im Waschbecken und ich weiß wieder den Grund. Vorgestern hatte ich mir beim Decke streichen ordentlich meine Lieblingshose mit Wandfarbe verkleckert. Um sie zu retten kam sie zum Einweichen ins Waschbecken ins Badezimmer. Dort störte sie erst als ich die Walze auswaschen wollte. In der Badewanne ging das nicht, denn dorthin hatte  Kater Harry zwischen Wäscheständer und Duschvorhang seine Zuflucht gefunden. Die Spüle in der Küche hätte ich erst leerräumen müssen, so nahm ich das Minibecken in der Toilette zum Durchspülen von den Walzen und dem Pinsel. Alles in mir schrie: ‚Schmeiß das Zeug weg! Tu dir das nicht an! Sparen kannst du an anderer Stelle!‘ Ich tat es nicht und siehe da, Tag 3 morgens, ich brauchte sie tatsächlich noch einmal. Aber danach warf ich sie wieder nicht weg. Sauber gespült hatte ich sie in der frei gewordenen Wanne zum Abtropfen gehängt. Anbetracht der Sauerei am Morgen danach erledigte es zumindest eine Walze ausgiebig, anfangs weißlich, später rot-braun rostig. Igitt, Tüte auf, weg damit! Beide Walzen müssen daran gleauben, weil mir zu diesem Zeitpunkt der Aufwand zum Untersuchen, welche der beiden der Übeltäter war, ungerechtfertig groß erscheint.
Nach Duschen und Wanne putzen brauche ich erst einmal einen Tee um den Lichtschein im Chaos zu finden.
Lichtschein 1: Das Bett muss nicht mehr abgebaut werden.
Lichtschein 2: Die verloren geglaubten CDs tauchen auf <wow> Madness, Madness, I call it gladness …
Lichtschein 3 ist zu diesem Zeitpunkt nicht zu finden, dafür scheint die Sonne.

Oh, da taucht doch noch ein Lichtschein auf – meine Tochter.
Mit ihrer Hilfe schaffe ich es den Futon vom ehemaligen Gästebett zu einem transportablen Bündel zurechtzuwürgen.
Und dann frage ich meine Tochter, ob ich mir ihren Mann zum Anbringen einer Lampe ausleihen dürfte. Ein Grinsen ist die Antwort, denn zu ihrer Hochzeit wurde in ihrer Küche die Lampe abmontiert und wartet seither auf ihre Rückkehr. Überhaupt, wenn es ums Montieren geht, könnte sie das auch. Auf meine Rückfrage: Echt, das hast Du schon einmal gemacht? kam die Antwort: Nö, aber oft genug dabei zugeschaut und gehalten. Alles kein Problem.
Nun denn. Mit einem Blick an die Decke begutachte ich die drei vorhandenen Löcher. Hmm, tja, ich habe auch schon bei genug Lampenmontagen zugeschaut und gehalten. Demnach müsste ich das also können.
Es stellt sich Renovierungskoller ein. Ich muss einfach raus hier und zwar nicht auf den Wertstoffhof, das auseinandermontierte Gästebett zu entsorgen. Mir liegt es nach etwas wo es aufgeräumt ist und überhaupt, mir fehlt ja noch Licht in meinem neuen Zimmer. So führt mich der Weg ins schwedische Möbelhaus.
Mit einem Lampenschirm und einer Aufhängung plus Fassung zurück rücke ich die Leiter zurecht um dann angesichts der Kabel ins Grübeln zu kommen. Da gibt es ja nur zwei Kabel, die aus der Decke kommen. Sollten es nicht drei sein? Und dann haben die auch noch andere Farben als die bei meiner Aufhängung. Och nö! Von der Leiter runter und rein ins Internet.
Phasenprüfer geholt und die Kabel getestet. Laut meinem Prüfer hat keines der Kabel Strom, auch wenn die Sicherung drin ist und ich den Schalter in jede nur mögliche Richtung gestellt habe.
Dass hier jemals eine funktionierende Lampe von der Decke hing ist laut Internet nicht möglich – aber bis Mittwoch war es so. Ich entscheide mich das schwarze Kabel aus der Decke an das braune an der Aufhängung anzuklemmen. Das geht auch ganz schnell, hält super fest doch dafür verabschiedet sich das braune aus der Lüsterklemme. Egal wo ich an der Klemme herumdrücke und egal wie stark, das schwarze Kabel steckt bombenfest. Beim Kabelkampf wird mir zudem noch klar, das ich auf einer Leiter eine Sprosse höher stehe als sonst und ich nicht so richtig schwindelfrei bin. Im Taumel löst sich zum Glück endlich das vermaledeite Kabel. Zum Beruhigen und Kabel kürzen von der Aufhängung gönne ich mir den Aufenthalt auf ebener Erde und: Nein, ich schnitt nicht zu wenig ab sondern ließ viel zu viel übrig. Das zeigt sich als die Lampe nach etlichen Kabel einklemmen und rausflutschen endlich am dafür vorgesehenem Loch im Haken an der Decke hängt, ich die Sicherung wieder einschalte und die Lampe wirklich funktioniert. Es hilft alles nicht, die Lampe hängt zu tief. Also Bild vor dem Sicherungskasten abhängen, Sicherung ausschalten, Leiter hoch, Abdeckung lösen, ran ans Kabel um es etwas höher zu ziehen und … es rutscht ein Kabel aus der Lüsterklemme! Es braucht drei Anläufe bis das Kabel endlich die richtige Länge hat und unzählbare Versuche alle Kabel fest in die Lüsterklemme zu bekommen. Mindestens so viele Anläufe benötigt die Montage der Kabelabdeckung bis sie gerade sitzt. Welch ein Genuss endlich die Leiter zusammenklappen zu können und zum Abschluss der Lampenmontage das Bild vor den Sicherungskasten zu hängen. <Pling>, ein Nagel verweigert seine Mitarbeit und landet auf dem Boden. Der Abschluss des Projekts verzögert sich und es geht in die Verlängerung. Der Nagel lässt sich nicht mehr finden, ich brauche einen neuen. Nachdem ein neuer Nagel das Sicherungskastenabdeckungsbild sicher hält reicht es für heute. Ich verordne mir nette Mitmenschen und gehe meine Taucher beim Training besuchen.

Ich sitze im Auto und erinnere mich: Im Trockner liegen noch die frisch gewaschenen Gardinen, inzwischen völlig total unrettbar zerknittert. Och nö!

Das Problem Gardinen löse ich dann im Nachtprogramm. Bügeln macht keinen Lärm, Kater Chewie liebt es beim Bügeln „zu helfen“ und ich klappe dann eben doch noch einmal die Leiter auf zum Aufhängen der Teile. Ich habe ja jetzt auch Licht!

Tag 5

Es ist Samstag und eigentlich für mich Markttag. Der Blick in den Kühlschrank bestätigt meine Vermutung – es ist verflixt übersichtlich. Doch wenn ich die Reste zusammenzähle schaffe ich es locker bis zum nächsten am Dienstag. Denn viel lieber möchte ich all das was keinen Platz mehr hier findet auf den Weg bringen. Dazu gehört zuallererst das Gästebett. Es tut mir in der Seele weh es nun auf den Wertstoffhof zu bringen. Zum Einen ist es so gut wie neu, zum Anderen hat es eine Stange Geld gekostet, aber es ließ sich nicht verkaufen, auch nicht an eine caritative Institution abgeben oder verschenken. Ich finde es immer noch schön doch es ist zu groß und unhandlich für meine kleine Wohnung. Mit einer Träne im Auge lade ich das Gebinde nun ins Auto und werfe es weg, ab in den Sperrmüllcontainer. Eine Schande!
Zurück zuhause wird das Werkzeug fürs grobe Geschäft aus dem Weg geschafft. Ok, das hört sich einfacher an, als es ist. Es muss ja alles irgendwo hin, der Farbeimer, die Reste an Abklebematerial, die restliche Folie, … einfach Keller auf und reinstellen ist nicht produktiv. Ich transportiere alles in den Keller und mache erst einmal Platz dafür. Das heißt, ich finde die Farbreste vom letzten Anstrich des Korridors, die Farbreste vom Heizkörper im Bad, den IKEA-Boxen, den Türen, den Rollladenkästen (alles sauber beschriftet) und denke mir: Super-Idee, jetzt kommen die Farbreste von meinem neuen Zimmer dazu!
Zum entspannenden Ausgleich mache ich mich an die Feinarbeiten. Die vielen kleinen Kleinigkeiten, die in Körben und Schüsseln auf den Arbeitsflächen der Küche zwischengelagert wurden verteile ich mit viel Liebe und Muße in den Regalen zwischen, vor, an, auf den Büchern und CDs. Es sind kleine Schätze und Erinnerungsstücke, wie die erste Spardose von meiner Oma in Form eines gelben Briefkastens, die Buchstütze aus Messing (eine Schülerarbeit), ein mechanisches Spielzeug von meinem Opa (mindestens 45 Jahre alt und es funktioniert immer noch ), die Spieluhr im Holzhäuschen von meiner Tochter, Broschen, Nadeln, Steine, Scherben, Münzen, … alles Staubfänger, aber unverzichtbar für mich. Alles findet seinen Platz und in der Küche ist bis auf eine Arbeitsfläche wieder Kochen möglich. Es geht voran!!!
Ich tausche Teppiche aus, die Bilder bleiben abgehängt. Mir liegt der Sinn nach Neuem. Die gestern erst aufgehängten Gardinen muss ich untereinander austauschen. Sie haben unterschiedliche Längen, ursprünglich für die Pflanzen auf den Fensterbrettern. Nun gibt es keine Pflanzen mehr dort, dafür Katzenlagerplätze und die suchen sich die Tiere nun einmal anders aus als wir Menschen.
Zuletzt kümmere ich mich um die vielen kleinen liegengebliebenen Sachen und Sächelchen, die beim Neusortieren einfach keinen Platz mehr finden wollen. Nachdem ich alles an einen Ort zusammengetragen habe fällt mein Blick auf die Uhr. Ich bin für heute Abend eingeladen und mir bleiben 30 Minuten zum Aufrödeln. Verdammt knapp, selbst mit den zusätzlichen 10 bis 15 Minuten, die ich sowieso immer zu spät komme. Ich schaue auf das Sammelsurium vor mir und einmal an mir rauf und runter – es gilt Zeit zu optimieren. Das Sortiment an nichtzuteilbaren Kleinteilen landet im Eimer und ich im Bad. Eine gute Entscheidung um den Abend genießen zu können.

Tag 6

Trotz Wecker verschlafe ich absichtlich. Es ist Wochenende, oder? Mir ist zwar schon klar, dass ich noch nicht so richtig fertig bin mit dem Zimmertausch, doch es schläft sich so schön in dem neuen Umfeld.
Um 10.00 Uhr ist dann doch Aufstehen angesagt, denn ich habe meine Eltern zum Kaffee eingeladen und meiner Mutter erlaubt einen Kuchen mitzubringen. Bis dahin möchte ich dann auch den Tausch der Zimmer komplett haben. Die deckenhohen Kleiderschränke blieben nämlich in den Zimmern und nun muss der Inhalt getauscht werden. Ich mag übersichtlich aufgeräumte Kleiderschränke. Mein Sohn ganz offensichtlich auch. Aber was in den tiefsten Tiefen eines Kleiderschranks beim völligen Leerräumen zutage kommt ist unbeschreiblich! Details dazu gibt es nur im persönlichem Gespräch und auch nur wenn ihr selbst eure Schränke in den tiefsten Tiefen erforscht habt.
Drei Spaziergänge zu Sammelcontainern für Kleidung etc. habe ich heute hinter mir, zudem stehen Eimer zur Kleidersammlung vor jeder Eingangstür unserer Wohnanlage. Einer ist schon mit Schuhen voll gewesen, die anderen habe ich gefüllt.

Was jetzt noch in den Schränken liegt ist ein Berg an Hintergrundarbeit, der noch einige Zeit zum Bewältigen brauchen wird. So ist es gut, dass meine Eltern mit einem leckeren Kirschkuchen zum Kaffee vorbeikommen. Kaffeepause und morgen, am siebten Tag, werde ich ruhen und eine Arbeitspause einlegen.

Ein Traum: Keine Hände bewegen, Füße hochlegen, Finger schonen, Fingerspitzen wieder fühlen, …
morgen … schön!

Badges

oder, neudeutsch

Buttons

und die Frage: Was mache ich mit den Dingern, wenn sie nicht mehr gebraucht werden?

Bis jetzt hingen sie an diversen Pinnwänden, Magnettafeln, wenn sie nicht noch an den Jacken steckten und nach der letzten Demo gegen Stuttgart 21 dort vergessen wurden. Im Laufe der vergangenen Woche sammelte sich ein Häufchen dieser Badges an, das ich jetzt spontan auf eine Leinwand steckte:

Aufgeräumt und ein Bild entstand …

Wenn ich zurück von der Arbeit komme suche ich nach dem Lagerplatz der restlichen Dinger und es wird weiter gesteckt.

Noch mehr Strickkissen

oder

Strickwerke 2012 #4 und #5

oder

die Resteverwertung geht weiter!

Zur Erinnerung, 2012 steht bei mir unter der Devise: Mach Platz für Neues.
Auch wenn es an manchen Tagen nur klitzekleine Kleinigkeiten sind, es fliegen immer noch jeden Tag Dinge raus aus meinem Haus(halt), die zwei Jahre ungenutzt herumlagen, oder sie müssen eine neue Bestimmung bekommen. Zeitnah.

So fiel mir wieder ein Strickzeug in die Hände, das x-fach angefangen, getrennt, neu angefangen und irgendwann als Unvollendetes eine Ecke füllend nun endlich einfach in den Mülleimer fliegen sollte. Wusch und weg!

Für den Eimer fand ich es wieder zu schade, 500g Plüschwolle und noch einmal so viel Alpakawolle. Letzteres hatte ich vor Jahren angefangen zu Luftmaschenwolle zu verhäkeln, damit das dünne Material in Streifen mit der Plüschwolle annähernd gleiche Stärke zum Verstricken hat.

Luftmaschen häkeln geht so nebenbei, blind, aus dem Handgelenk, im Auto, im Zug, überall.

 

Aber ich kam beim Verstricken wieder an den Punkt – nee, das ist alles nicht meine Farbe zum Anziehen. Und ab ging’s in die Ecke.

Bis jetzt!

Zuerst verarbeitete ich das Plüschmaterial zu einem weiteren runden Kissen: Strickwerk #4

Das helle Material mit den Luftmaschen zu dickere Wolle zu verhäkeln um sie dann zu verstricken schien an dieser Stelle als nette, nicht brauchbare Idee zu enden. Wieder stand die Alpakawolle kurz vor dem Mülleimer, doch ich hielt durch und strickte weiter um am Ende Strickwerk #5 endlich zu einem Ende zu bringen.

Vorderseite
Rückseite

Die Luftmaschen bewirken auf der Oberfläche eine leicht genoppte Struktur, die entfernt an Boucle-Wolle erinnert.

Jetzt sind es schon vier Kissen! Eines davon kann über Dawanda gekauft werden. Weitere Kissen werden folgen.