Rosenzucker

 

oder …

Rosen über Rosen #3

Mitte bis Ende Juni, wenn viele Rosen zum ersten Mal blühen, ist es eine gute Zeit Knospen oder Blütenblätter zu ernten wenn man rosigen Duft und rosiges Aroma mit in die kalte Jahreszeit nehmen möchte.

Meine Rosen stehen direkt vor meinem Balkon und ein Teil der Blüten wachsen in Richtung Hauswand. Diese müssen jedes Jahr daran glauben, machen Bekanntschaft mit der Gartenschere, um auf Trockenblechen im Backofen oder gebündelt und aufgehängt an einem schattigen Platz zu trocknen.

Die nicht so hübschen Teile verarbeite ich in Duftsäckchen, die Knospen kommen erst einmal in Blechdosen, bis sie als Potpourri den grauen November etwas hübschen dürfen.

Ein wenig mehr Arbeit macht dieVorbereitung der Rosenblütenblätter wenn mit ihnen Rosenzucker entstehen soll. Das Rezept dazu fand ich auf der Internetseite der Rosenfreunde Ulm.

Die beste Zeit Rosenblüten zu ernten ist der frühe Morgen. Die Rosen sollten voll aufgeblüht sein aber noch nicht am Verblühen.

Von den Blütenblättern werden die weißen (hellen) Blütenansätze weggeschnitten. Das ist zwar mühselig und zeitaufwendig, aber es lohnt sich sie zu entfernen. In ihnen stecken mehr Bitterstoffe als im Rest der Blüte!

Die getrockneten Blütenblätter werden mit dem Stabmixer portionsweise mit Zucker zerkleinert. Ich habe mit vier Portionen gearbeitet:
eine Portion Zucker plus einer Portion trockener Blütenblätter
zerkleinern
die zweiten Portionen dazu geben
zerkleinern
die dritte … usw.

Meine Rosenblüten ergaben einen leicht pinkvioletten Rosenzucker mit einem herrlichen Aroma.

Mindenstens zwei Wochen sollte der Rosenzucker an einem dunklen Ort ruhen. Dazu verwendete ich ein Schraubglas.
Nach den vierzehn Tagen kann der Zucker in Süßspeisen, Tees oder in Backwerk verarbeitet werden. Die Rosenfreunde Ulm haben auch dazu Rezepte auf ihrer Seite. Mein Rezept für Rosenkekse findet ihr hier.

Tipp: Dieses Rezept funktioniert auch mit Lavendel.

Rosen über Rosen #1

oder …

Rosenwasser zum Beduften und für die Küche

„Rose is a rose is a rose is a rose.“
(Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.“

Eine Zeile aus ‚Sacred Emily‚ von Gertrude Stein, deren Leben und Arbeiten, ihr Umgang mit der Sprache, mich immer wieder faszinieren, nicht nur wenn gerade die Rosen blühen.

Es ist Juni und die Rosen blühen in den Gärten, Parks und in meinem schmalen Gartenstreifen vor dem Balkon. Der ‚Schottische Rosengarten‘ am Unteren See in Böblingen, bei Stuttgart, ist in diesen Tagen ein Fest für alle Sinne. Es duftet, es leuchten die Farben und es summen und brummen Bienen, Hummeln und anderes Getier.

 

 

 

Rote Rosen, gelbe, weiße, duftende Rosen, gefüllte Rosen, veredelte Rosen, wilde Rosen, … viele Rosen.
Viele Rosen duften nicht, sehen einfach nur gut aus, wie eine alte englische Sorte vor meinem Balkon. Dafür duftet die Damaszener Rose, die ein kleines Stück entfernt steht für mindestens zwei!

Diesen Duft möchte ich in die kalte Jahreszeit mitnehmen. Dazu hat mich Inka von blickgewinkelt mit ihren Rosenwasser-Varianten inspiriert. Ich erinnerte mich an meine Experimente mit Rosen- und Lavendelblüten und kramte meine alten Rezepte wieder heraus.

Doch zuallererst müssen Rosenblätter gesammelt werden. Viele Rosenblätter. Sehr viele! Verarbeitet werden können alle Rosenblätter, wenn sie nicht gespritzt wurden und duften!!!
Die beste Pfückzeit ist der frühe Morgen, wenn die Sonne noch nicht zu kräftig scheint. Gepflückt werden die Blüten, die gerade voll aufgeblüht sind.

Vorbereitung

Von den Blüten sollten die Blütenansätze, sie sind meist weiß, weggeschnitten werden. Sie sind bitter, sagt man, egal in welches Rezept man schaut. Warum diese mühsame Prozedur auch bei Rosenwasser zur äußeren Anwendung durchgeführt werden muss steht nirgends. Ich glaube, da hat einer vom anderen abgeschrieben ohne sich selbst Gedanken zu machen und es auszuprobieren. Für Rosenduftwasser werde ich in Zukunft wieder alle Blütenblätter, so wie sie sind verwenden.
Dieses Mal schnitt ich jedoch von allen Blütenblättern die Ansätze ab, ob weiß oder gelb, weg damit!

 

Rosenduftwasser zur äußeren Anwendung

Zutaten

75 g Blütenblätter (im Rezept standen 150 g)
500 ml Wasser (ich verwendete destilliertes Wasser)

Zubereitung

Von den Blütenblättern 25 g in eine Schüssel geben, die heiße Temperaturen aushält.
Das Wasser zum Kochen bringen und dann über die Blütenblätter in der Schüssel leeren. Die Schüssel abdecken und den Blütenblättersud abkühlen lassen. Den Sud in ein Sieb geben um die Blütenblätter von der jetzt schon duftenden, rosafarbenen Flüssigkeit zu trennen. Die abgesiebten Blütenblätter können weggeworfen werden und die Flüssigkeit wird wieder bis zum Sieden erhitzt.
In der Zwischenzeit wieder 25 g Blütenblätter in eine Schüssel geben und mit dem kochenden Sud übergießen. Abdecken, abkühlen lassen, absieben und den Vorgang noch einmal mit den letzten 25 g Rosenblättern wiederholen.

 

Das fertige Rosenwasser in dunkle Fläschchen abfüllen und kühl gestellt aufbewahren. Laut Rezept soll es ca. sechs Monate haltbar sein.
Mit diesem Rosenwasser lassen sich, mit Wasser verdünnt, gut Kompressen für geschwollene Augen machen und mir hilft es auf Insektenstichen.
Wer es mag füllt sich dieses Rosenwasser in einen Zerstäuber für heiße Sommertage.

Rosenwasser zum Kochen

Zutaten

ca. 60 g geputzte Rosenblütenblätter (das sind ungefähr vier kleine Hände voll)
500 ml destilliertes Wasser

Zubereitung

In einen Topf oder eine Schüssel mit Deckel zwei Hände voll Blütenblätter geben. Das Wasser auf ca. 40 bis 50°C erwärmen, über die Blütenblätter gießen und das Gefäß schließen. An einem warmen Ort die Blütenblätter im Wasser zwei bis drei Tage stehen lassen.

Danach die Flüssigkeit im Sieb abgießen, wieder auf 40 bis 50°C erwärmen und die zwei übrigen Handvoll Blütenblätter übergießen. Den Topf mit Blütenblättern und Sud noch einmal zwei bis drei Tag an einem warmen Ort stehen lassen. Abgesiebt und in dunkle Flaschen gefüllt hält dieses Rosenwasser gekühlt etwa ein halbes Jahr. Deshalb friere ich kleine Mengen davon ein, zum Beispiel als Eiswürfel.

Mit diesem Rosenwasser können Süßspeisen aromatisiert werden – in vielen Rezepten mit Marzipan wird Rosenwasser verwendet.

Mein Rosenwasser zum Kochen von dieser Ernte zieht zwar noch, doch es schmeckt ohne die Blütenansätze deutlich besser, als ich es von meinen letzten Versuchen in Erinnerung habe.

Kleine, unvermeidliche Gäste bei der Herstellung   😉

 

Was mir bei der Herstellung jedoch fehlte, waren die dunklen Fläschchen. Die muss ich mir erst noch besorgen. Eigentlich schade, denn das Rosenwasser hat solch eine herrliche Farbe, dass man sie nicht verstecken möchte.

Gegen diese Farbe verblasst selbst ein Gläschen Rosé bzw. Weißherbst völlig und trägt seine rosige Bezeichnung beinahe zu unrecht!

Noch ein Eindruck, gut durchgekühlt!

 

Häkelkörbe für Strickwerke und mehr

oder …

Häkelwerk 2015 #1

Da steht er endlich, der Häkelkorb als erstes Häkelwerk des Jahres 2015. Es ist ein Schwergewicht, denn es stecken sechs Stränge Dochtwolle à 200 g drin!

Zwei Jahre hingen die Stränge in meinem Kleiderschrank gut ab, nahmen viel Platz weg und mussten nun endlich verarbeitet oder weiter gegeben werden. Sie waren schon im Sack, als ich die Idee hatte:

Ein Korb zum Wegräumen nach Gebrauch!

Mit doppelten Faden und mit halben Stäbchen gehäkelt brauchte ich nur eineinhalb Nachmittage und einen Abend bis zur Fertigstellung:

1. Runde Platte häkeln (wie bei den Häkelkissen)

2. Zunahmen so lange arbeiten, bis der gewünschte Durchmesser erreicht ist. Lieber etwas kleiner bleiben!

3. Ist der gewünschte Durchmesser erreicht ohne weitere Zunahmen einfach hoch häkeln.

 

4. Zum Schluss arbeitete ich zwei Henkel ein.

5. Fertig und in Gebrauch.

 

Wenn der Korb leer ist und nicht mehr gebraucht wird, zusammenfalten (was er fast von alleine macht) und ab in den Schrank geräumt.

 

DIY-Stempel aus Moosgummi #2

oder …

Ein Hauch von Tiefdruck

Die häufigste Form zu drucken ist der Hochdruck, das heißt die Druckfarbe wird auf erhabene Stellen aufgetragen und von dort auf Papier, Stoff oder was sonst noch bedruckt werden kann, übertragen.
Bei einem anderen Druckverfahren, dem Tiefdruck, sollen die Vertiefungen aus dem Druckstock auf dem zu bedruckenden Untergrund landen.

Das Prinzip hatten meine Schüler schnell verstanden und ich ließ sie einfach ausprobieren.

Die Testphase

Bei den ersten Versuchen wurde der Moosgummi mit Nadeln und Teppichmessern geritzt, Kerben geschnitten, Vertiefungen mit Kugelschreibern gedrückt und mit Holzbohrern gebohrt.

Zum Drucken wurde die Druckerfarbe großzügig auf die Druckstöcke gewalzt. Dabei musste darauf geachtet werden, dass die Farbe vor allem in den Vertiefungen landete.

Im nächsten Schritt wurde die Farbe auf dem Druckstock abgewischt, was die Damen und Herren der Schuljugend nicht so genau nahmen, wie die Ordnung am Arbeitsplatz.

Das erste Druckergebnis zeigte auch die ersten Fehler von zuviel und zu wenig Farbe auf dem Druckstock oder in den Vertiefungen.

Eine andere Schülergruppe probierte meinen alten Stempel mit einem Federmotiv aus.

 

 

Nun bin ich gespannt, wie die gesammelten Erkenntnisse in die nächsten Druckversuche umgesetzt werden. Die kommende Woche wird es zeigen.

Allerdings werde ich zum Fotografieren auf meine Handykamera zurückgreifen müssen. Meiner Spiegelreflexkamera hat ein freier Fall von meiner Schulter in die Tiefe nicht gut getan. Ich hoffe, dass der Schaden (bezahlbar) zu reparieren ist.

DIY-Stempel aus Moosgummi #1

oder …

Wie kommt die Katze aufs Papier?

Manchmal sitzt man als Lehrer mit leerem Hirn vor seiner Unterrichtsvorbereitung und es will nichts herauskommen, außer: „Schlag das Buch auf!“
Zum Glück gibt es fleißige, kreative Blogger/innen, die mit ihren Ideen einen auf die Sprünge helfen! Mich brachte Stephanies Blog „Kreativprojekte“ mit ihrem Blog-Post über Stempel aus Moosgummi wieder in Schwung, die grauen Zellen, wie meine Beine. Denn letztere waren, kaum dass die Erinnerung wieder eingesetzt hatte, auf den Weg in den Keller um nach meinen Stempeln zu suchen.
Ich wurde nur teilweise fündig, aber es reichte mir als Demonstrationsobjekt für den Unterricht.

Was ich für die Stempel noch vorbereiten und bereit stellen musste:

  • – Holzklötze als Druckstock
  • – Reste von Moosgummi
  • – Schere (oder Schneidemesser)
  • – Flüssigklebstoff

Was noch fehlte und worauf jede/r Schüler/in selbst kommen musste – natürlich
eine IDEE!

Meine Idee zur Demonstration war – wen wundert es? – eine Katze. Das mit der Katze war nicht geplant. Ich fing im Reden einfach an zu zeichnen, und dann war sie da eben wieder, die Katze. Gebt mir ein Stück Ton in die Hand und es wird garanteirt eine Ente. Ist eben so. 😉

Mithilfe der ausgeschnittenen Papierschablone wird das Motiv zuerst auf den Moosgummi übertragen und mit einer scharfen Schere ausgeschnitten. Je besser die Schere ist, umso sauberer werden die geschnittenen Kanten. Für feine, filigrane Arbeiten ist Moosgummi nicht geeignet! Das Material „weicht“ beim Schneiden gerne aus. Nachschneiden zum Nachbessern ist schwierig. Oft ist es besser lieber gleich noch einmal neu anzufangen.

Am einfachsten sind natürlich geometrische Formen zu arbeiten, denn auch mit diesen können schöne Stempelbilder entstehen (aber dazu später mehr).

Die ausgeschnittenen Moosgummiformen werden nun mit dem Kleber auf die Holzklötze geklebt. Nach dem Kleben sollte der Kleber Zeit zum Trocknen haben, bevor mit den Stempeln gedruckt wird.

Wir verwendeten in der Schule Druckfarbe für Linoleumdrucke, mit der Walze auf einer glatten Unterlage ausgewalzt und dann auf die Moosgummistempel übertragen.
Nach dem Farbauftrag ist der erste Druck auf Papier eher dazu gedacht das Zuviel an Farbe vom Stempel abzunehmen. Jeder weitere Abdruck wird heller und gleichmäßiger.

 

 

 

Aber letztlich ist es Geschmackssache und jeder entscheidet selbst wie viel Farbe ihm gefällt.

 

Zuhause probierte ich meinen Muster-Katzenstempel noch mit dem normalen Stempelkissen aus.
Es klappte einfach nur super!

Meinen Schülern hat es riesig Spaß gemacht, wobei deren Stempel noch ein wenig anders gearbeitet werden.

Fortsetzung hier!

An dieser Stelle noch einmal: Danke, Stephanie! Du warst mir DIE Inspiration für vier Stunden Unterricht.

Pullover-Tunika aus Islandwolle mit Anleitung

oder …

Strickwerk 2015 #3

Niemand will im April an den nächsten Winter denken! Die Nächte erinnern noch genug an die kalte Jahreszeit und jedermann und -frau sucht sich doch lieber ein windgeschütztes sonniges Fleckchen um den warmen Pullover auszuziehen.

Tja,
damit hätte ich mir diesen Blogpost eigentlich schenken können. 😉

Wenn ich da nicht diesen Pullover aus Islandwolle, Plötulopi, über dessen Anfänge ich im Januar berichtet hatte, nicht nur fertig gestrickt, sondern inzwischen auch Probe getragen und erfolgreich gewaschen hätte.

Und ich weiß eines gewiss, was ich mir von meiner nächsten Reise nach Island von dort mitbringen werde!
Jedes noch so kleine Eckchen in meinen Taschen werde ich mir mit Plötulopi stopfen!!!

Da es außer mir noch andere weibliche Islandreisende gibt, die gerne stricken, nicht empfindlich gegenüber „kratzende“ Wolle sind und warme, superleichte Pullover lieben gibt es hier meine Anleitung für diesen Pullover.

 

 

Ich wollte die Anleitung nicht mit einem „Wasserzeichen“ verhunzen, deshalb gibt es sie hier nur in klein. Wer sie in höherer Auflösung haben möchte kann mir ein Email schicken.

Spiralen an die Fenster

oder …

Aus eckig wird rund

„Mir ist langweilig“, gibt es nicht in meiner Klasse. Für all diejenigen, die meinen ihre Aufgaben erledigt zu haben, habe ich immer etwas zu sammeln, schneiden und zu falten. Meine Schüler machen das gerne, egal ob in Klasse 7, 8 oder 9. Auch in unerwartete Vertretungsstunden bringe ich meine Arbeitskisten mit. Momentan werden wieder Nautilus-Spiralen aus Transparentpapier gefaltet, eine Aufgabe, die der Labbé-Onlineshop fertig zugeschnitten mit Anleitung und Faltschablone anbietet.

Meine Schüler fasziniert es immer wieder, wie sich aus dem Papierdreieck Schritt für Schritt eine Spirale entwickelt.

 

 

 

 

Nicht jedes Kind schafft es immer exakt zu falten, aber das ist nicht unbedingt wichtig. Manche Spirale bekommt gerade WEIL sie nicht so genau gearbeitet wurde ihren eigenen Charakter.

 

 

 

Leider hängen diese Gebilde oft nicht lange im Schulhaus und von groben Kinderhänden von den Fenstern gerissen, ist das zarte Transparentpapier schnell zerstört. Deshalb laminiere ich die Spiralen, die an die Fenster im Schulhaus gehängt werden, und lasse sie mit einem schmalen Rand ausschneiden.

Diese Spirale hängt jetzt schon zum dritten Mal am Fenster, inzwischen schon etwas ausgebleicht, doch immer noch schön.

Laminiert verlieren die Spiralen etwas von ihrem leichten Charakter, doch so können sie nach der Saison abgehängt, aufgehoben und im nächsten (übernächsten) Jahr wieder aufgehängt werden. Nicht jedes Jahr ist Zeit und Muße für ansprechende Dekorationen.

Türkranz aus Samenkapseln der Herbstanemone

oder …

Eine Metamorphose, die sich Zeit gelassen hat!

Im frühen Herbst hatte ich die Idee zu diesem Türkranz, als ich die blühenden Herbstanemonen in meinem Minigarten stehen sah. Mitte Oktober schnitt ich zur Realisation, und zur Verhinderung weiteren Wucherns dieses „Unkraut“ für kleine Gärten, die verblühende Pracht.

Ich liebe Herbstanemonen und ganz besonders liebe ich die Samenkapseln.

Nach dem ersten Frost platzen diese auf und bilden hübsche, wollige Wattepuschel auf denen die kleinen Samenkörnchen sitzen. Ich dachte immer schon, daraus muss (s)ich doch was machen (lassen), so dekorativ wie diese Gebilde aussehen.

Ein Türkranz sollte es wieder werden, damit ich den Herbstkranz der letzten Jahre nicht mehr abstauben und anschauen muss.

Dazu schnitt ich von den geernteten Herbstanemonenstengeln die Samenkapseln in ca. 5 cm Länge ab.

 

Da ich meinen Bindedraht für Schülerversuche in der Schule hatte (wir wickelten Chromosomenmodelle) und die Munition der Heißklebepistole nicht aufzufinden war, mobilisierte ich zum befestigen der Samenkapseln meinen Möbeltacker. Das lief so ruckzuck mit dem Gerät, dass ich es nicht mehr so weit wegräumen werde.
Auf einen Strohkranz setzte ich Gruppen von zwei bis drei Samenkapseln – nicht zu dicht, denn es sollte noch Platz sein für die aufgepoppten Puschel.

So sah Ende Oktober der fertige Kranz aus, bevor ich ihn an die Tür hängte (oder nachdem ich ihn zwei Tage später wieder abgehängt hatte)!

Im schon winterlich dunklen Hausflur gefiel mir dieser Kranz schon nach kurzer Zeit ganz und gar nicht. Das Grün der Kapseln kam bei dem geringen Lichteinfall nicht richtig zur Wirkung. Es fehlte der Kontrast durch das wollige Weiß der der aufgeplatzten Samenkapseln. Ohne ein wenig frostige Kälte würde sich dieser Effekt aber nicht in einem normalen Hausflur einstellen. Deshalb schickte ich den Türkranz für einige Tage ins Tiefkühl-Sibirien.
Leider war dieser Versuch nicht so erfolgreich, wie erhofft.

 

Die Kapseln waren nach diesem erzwungenem Ausflug nur im Ansatz aufgeplatzt und ich war ziemlich enttäuscht. Trotzdem trennte ich mich nicht von diesem Kranz und hängte ihn auf den Balkon.

Jetzt, Mitte Februar, zeigt sich nach einigen heftigen Frosttagen, mit den ersten kräftigeren Sonnenstrahlen endlich doch der Effekt, den ich mir für diesen Türkranz erhofft hatte! Plopp!!

 

 

 

Manchmal lohnt sich Geduld. Gut Ding will Weile haben.

Herzig gepixelte Popup-Karte nicht nur zum Valentinstag

oder …

Ein Kartengruß mit Herz, der 365 Tage im Jahr passt!

Eigentlich suchte ich nach einer Idee, wie ich meine kranken Kolleginnen mit einer Grußkarte aufmuntern kann. Gar nicht so einfach. Anfang Februar ist Karnevals- und Faschingssaison mit „Helau“, „Alaaf“ und „Narri-Narro“. Das ist nicht jedermanns Sache und man muss damit aufgewachsen sein, um den Spaß der Sache freudig erleben zu können oder um den Ernst dahinter zu verstehen.
Im Zweifelsfall ist eine fröhliche Karnevalskarte keine gute Idee für Genesungswünsche.

Als Alternative wird in diesen Tagen DER Tag der Tage für den Süßwaren-, Geschenk- und Blumenhandel mit viel rosa und Herz angeboten:

Valentinstag.

Hmm. Ich persönlich fange wenig mit diesem Tag an. Aber ich erinnere mich an das Entsetzen einer meiner Neffen, als ich ihm erklärte noch nie eine Valentinskarte bekommen zu haben. „Auntie, never? Really never? Never?“ Er war unglücklich, weil auf seinem Regal deutlich weniger Karten gestanden hatten, als bei seinem jüngeren Bruder. Ein großes Drama zwischen den damals sechs und acht Jahre alten Burschen! Ich versuchte zu vermitteln und zu trösten. Irgendwie bekam der jüngere Bruder das Gespräch mit und wollte mich auf seine stille Art trösten. Dazu schnitt und bemalte er kleine Blumen, die er mir nachts als Überraschung an meine neuen Schuhe klebte. Mir kommen immer noch die Tränen wenn ich daran denke, wie die Geschichte ausging – überhaupt nicht in meinem Interesse und schon gar nicht für little J.!

Nach Abwägen meiner persönlichen Befindlichkeiten entschied ich mich für meine Grußkarten für meine Kolleginnen für die Richtung Herz und Valentinskarte, unter Ausschluss von ROSA, obwohl ich weiß, dass eine der beiden betroffenen diese Farbe liebt. ROSA scheint in den Papiergeschäften gerade ausverkauft zu sein, <pff> und Stirn gewischt. KnallePINK war leider auch nicht im Angebot. Das hätte ich zwar genommen, doch das rote Papier finde ich nach wie vor als gute Wahl.

Im Internet recherchiert, mit Suchwort „Herz“ und meinen Treffer in Bonbonfarben, inklusive ROSA, gefunden, eine Popup-Karte mit Herz.

Ausprobiert und umgesetzt zuerst in weiß …

… in rot und weiß …

… in rot-weiß-rot … um dann in Wikipedia zu lesen:

 

In Südafrika wird der (Valtentins)Tag auch als öffentliches Fest gefeiert. Es ist dort Brauch, Kleidung in den Farben weiß und rot für die Reinheit und Liebe zu tragen.

Prima.
Da habe ich mit der Farbwahl schon einmal keinen Fehlgriff getan. 😉

Zudem kann ich ein paar Tipps weitergeben, die bei der Herstellung der Popup-Karten mit Herz hilfreich sind.

Die Anleitung von Mini eco ist auf Englisch, hübsch, mit Schneideplan als ‚template‘, doch knapp beschrieben. Über Gamergirls gibt es eine deutsche Anleitung mit einem Schneideplan als ‚gif‘, den ich nach Download verwendet habe.

Meine Tipps zur Herstellung

Man braucht

  • Schneidematte
  • Pergamentpapier
  • Papier mit mindestens 120 g/m2
  • Schneidemesser oder besser ein Skalpell
  • Stecknadel
  • Falzbein
  • Tesafilm oder besser Maskingtape

Zum Vorgehen
Zuerst die Schneidevorlage auf das Pergamentpapier ausdrucken.
Das Pergamentpapier mit der ausgedruckten Schneidevorlage auf das zu schneidende Papier legen und mit Maskingtape auf einer Schneideunterlage fixieren.

Die Eckpunkte der Linien werden nun mit einer Stecknadel, oder einem anderen spitzen Gegenstand, durch das Transparentpapier in das später zu schneidende Papier durchgedrückt.

Sind alle Eckpunkte durchgestochen wird das Transparentpapier entfernt. Es sind dann nur noch die Eckpunkte zu sehen.

Jetzt heißt es aufpassen, welche Verbindungen zwischen den Punkten mit dem Messer geschnitten und welche mit dem Falzbein zum falten geprägt werden!!!

Wenn alles geschnitten und geprägt ist muss vorsichtig alles in Form geschoben, gedrückt, gebogen, gefalzt werden. Das braucht Muße und ich denke, dass da jeder seine eigene Technik entwickeln muss.

Ich beginne mit dem Kartenfalz, rechts und links vom Herz. Danach falte ich die zwei oberen Herzbögen um dann langsam die Karte zusammenzufalten. Mithilfe einer Stricknadel (die lag dort gerade herum) oder einem Stift können die schmalen Streifen in die richtige Richtung dirigiert werden. Zum Schluss liegt meine Karte dann so platt da.

Die Karten für meine Kolleginnen kaschierte ich auf der Rückseite mit einem Bogen Druckerpapier und schnitt sie auf Briefumschlaggröße zu.

Als ich wieder zuhause war dachte ich mit, ich hätte die Karten einfach so lassen sollen, denn hier standen die ersten Versuchskarten noch auf meinem Arbeitstisch als Stillleben.

 

 

 

Und ganz zum Schluss erinnerte ich mich, dass es Zeiten gab, in denen ich als Kind Fasching und Karneval geliebt habe. Gemeinsam saßen wir als Familie am Fernseher und sahen uns die Übertragungen aus Mainz, Köln und Düsseldorf an. Und bei einem dieser Anlässe hörte ich Ende der 1960er zum ersten Mal DAS Heilerlied von mit Ernst Neger neu interpretiert, was inzwischen Kulturgut ist:

Wer hat seinem Kind noch nicht Heile, heile Gänschen vorgesungen?
Ich schon!!
Karneval kann doch zur Gesundheit beitragen!