Woche 52/2017

oder …

Die letzte Woche und die letzten Bilder des Jahres!

 

Komisch fühlten sich diese Tage an. Als ich in der Vorwoche am 23sten auf dem Markt meine Einkäufe erledigte war ich völlig im Heiligabend-Modus. Völlig falsch.

Diesen Samstag auf dem Markt war ich mir gefühlsmäßig zwar sicher in Sachen Wochenende, aber dass Silvester logischerweise erst Sonntag ist kam mir erst als ich am zweiten Ort meiner Einkaufstour ankam und vor einer völlig übervölkerten „Lasst uns unser Geld verpulvern“-Theke landete. Ein Vater ermahnte seinen Sohn: „Erst morgen …!“ – Ahh, wieder ein langes Wochenende das ansteht.

Bilder der Weihnachtswoche

Weihnachtsbäume auf dem Stuttgarter Flughafen (Geschmackssache, ich finde sie fürcherlich) – Weihnachtsdeko in einem Blumengeschäft – Sudoku ohne Ende, im Wettstreit mit Sohnemann (wer hat gewonnen? :D) – Katerglück und Katerfrieden an Weihnachten – glücklich Überlebende und nicht im Bräter gelandet – fixe Lavendelsäckchen für den Notfall in der Mützenschublade – Stuttgart Kleiner Schlossplatz – Minikakteen waren der Renner meinen Studentenjahren, jetzt sind sie wieder gefragt – heftiger Wintereinbruch am 29. Dezember zwischen 20:00 Uhr und 23:00 Uhr, danach ging der Schnee ohne Pause in Regen über.

 

Express-Lavendelsäckchen

Wenn es mal schnell gehen muss und die Zeit, wie Lust, fehlt sich an die Nähmaschine zu setzen, können Lavendelsäcken in wenigen Minuten hergestellt werden. Wahrscheinlich ist schon jemand anderes vor mir auf die Idee gekommen, aber was soll’s. Mir kam der Gedanke in dieser Woche, als mir aus der Schublade für Mützen und Handschuhe eine Motte entgegen flog. Jetzt ist die Schublade nur noch halb so voll, der Inhalt übersichtlich sortiert und dazwischen liegen als Mottenschutz neue Lavendelsäckchen.

Material

  • getrocknete Lavendelblüten
  • Einwegfiltertüten für Tee

Werkzeuge

  • Esslöffel
  • Tacker

Vorgehen

Lavendelblüten in der gewünschten Menge, locker, in eine Filtertüte füllen. Das offene obere Ende ein Mal umschlagen und zwei Mal fest tackern, noch einmal umschlagen und in der Mitte noch einmal tackern. In diese Klammer tackerte ich zudem ein kleines Blütenzweiglein.

Fertig.

 

Stuttgart am 29. Dezember, unterwegs auf der Königsstraße, nachdem ich Sohnemann zur Bahn gebracht hatte.

 

Ein Rückblick und der Start vom 60. Lebensjahr

Viele Jahre schrieb ich einen Jahresrückblick für meine Weihnachtspost. Seit einigen Jahren entsteht mein Rückblick eher an meinem Geburtstag. Dieses Jahr bin ich nicht pünktlich mit dem Schreiben fertig geworden. Deshalb dümpelt der angefangene Bericht seit Ende Oktober so vor sich hin. Bevor ich ihn endgültig in den Eimer des Vergessens schiebe hänge ich den Teil an diesen Blogpost an, der passt. So geht aufräumen auch.

Das war es dann, mein letztes Lebensjahr mit dieser hübschen fünf vorne dran, dachte ich mir Ende Oktober – Füße hoch gelegt im sonnigen Süden auf der Terrasse meiner Freundin in Pals, im Nordosten Spaniens. Die fünf vorne hatte mir, im Gegensatz zur vier, keine schlaflosen Nächte mit Weltuntergangsstimmung bereitet. Fünfzig hatte die Aussicht auf ein Ende der Unterrichtsbesuche zur Regelbeurteilung. Fünfzig hatte für mich vor allem den Hauch an Übernahme meines Körpers, an Gewinn von persönlicher Freiheit – so empfand ich den Beginn der Menopause – und hatte vielleicht dadurch fast keine Beschwerden in den Wechseljahrenmonaten. Die empfohlene Hormonbehandlung hatte ich nach kurzer Zeit abgebrochen. Erst die Pille und nun das? Nee! Nicht mit mir.

In meinen 50ern begleitete ich meine Kinder durch ihr Studium und auf ihren Wegen in ihr selbstständiges Leben.

In meinen 50ern zeigte mir aber auch meine Gesundheit ihre Grenzen. Fast genau vor zehn Jahren stieg ich zu Beginn der Herbstferien in Westerland, auf Sylt aus dem Zug, lief noch locker zum Bus nach List, als ich beim Einsteigen mit dem linken Fuß nicht mehr auftreten konnte. Irgendwie kam ich in den Bus, in List auch wieder raus und irgendwie in mein Quartier. Wochen später eröffnete dann die Diagnose, Knocheninfarkt, die unendliche Suche nach der Ursache und geeigneten Therapien. Nach sieben Monaten, als sich mit dem linken Fuß einigermaßen schmerzfrei wieder auftreten ließ, meldete sich schmerzhaft der rechte Fuß. Mir wurde eine psychiatrische Behandlung empfohlen. Ich laufe, selten schmerzfrei, und es bleibt stabil mit einer Reihe an Diagnosen und Therapien. Doch es gibt Tage, da würde ich gerne den Sachbearbeiter für meinen Behindertenausweis an der Krawatte packen um ihn einmal daran im Kreis zu drehen. Aber da er ja weiß, dass es mir nur geringfügig schlechter geht als anderen Frauen vergleichbaren Alters, kann er davon ausgehen, dass ihm mein in die Tat umgesetztes Gedankenspiel nichts antun kann. Er ist garantiert zu Fuß schneller weg, als ich, und könnte weglaufen.

Rheuma, Fibromyalgie, chronische Bronchitis, Dauerschnupfen, Infektanfälligkeit … egal, ich lebe noch, sagte ich mir im Januar 2017 als meine Freundin aus frühen Kindertagen, wir kannten und begleiteten uns 56 Jahre, ihren Kampf gegen ihren Krebs verlor. Durch meine ständigen Erkältungen hatte sich unser Kontakt in ihren letzten Monaten auf Telefonate beschränkt. Beim letzten Gespräch, an dem wir beide nach Luft rangen, ich durch meine abklingende Lungenentzündung, sie durch Wasser in der Lunge, versprach ich ihr, alles daran zu setzen um wieder durchatmen zu können, fit zu werden und nicht für jedes Virus oder jede Bakterie das Endlager abzugeben. Das war in den Tagen vor Weihnachten 2016. An ihrem Geburtstag Ende Januar lebte sie noch, erlebte ihn jedoch nicht mehr wirklich. Sie fehlt mir so sehr und mir steht bei diesen Zeilen schon wieder das Wasser in den Augen.

 

Wir hatten den Plan und sie die Einladung von meiner Freundin in Spanien, sobald es ihr besser geht, wenn sie dieses Untier in ihr besiegt oder in den Griff bekommt, fliegen wir gemeinsam. Und so saß ich im Herbst mit einem Kloß im Hals auf dem Stuttgarter Flughafen, auf den Abflug in den Süden wartend. Das Flugzeug hatte Verspätung, ich kam ins Grübeln, erste gedankliche Rückblicke auf das vergangene Lebensjahr machten sich breit, denn es war auch der Vortag zu meinem Geburtstag. Nach kurzer Zeit flüchtete ich zur Ablenkung beinahe in die nächste Buchhandlung. Dort schlug ich ein Buch auf, traf auf das Unterkapitel Freunde und las das dazu einführende Sprichwort:

Einmal fragte die Liebe die Freundschaft:

„Warum gibt es dich, wenn es mich schon gibt?“

Darauf antwortete die Freundschaft:

„Um dorthin ein Lächeln zu bringen,

wo du Tränen hinterlässt.“

Kurz danach stand ich an der Kasse und hatte das Buch „Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth in der Tasche.

Zweischneidige Sache, denn Kraftausdrücke dieser Art sind nicht so meine Sache; so und ähnlich drückte sich gern der Vater meiner Kinder aus, wenn ihm etwas nicht passte. Doch Alexandra Reinwarth nutzt diese Ansicht etwas anders als er. Es war eine interessante Ferienlektüre und ich war sowieso auf einem guten Weg.

 

Stop your sobbing, lamentiert wird ein anderes Mal

Von meiner Reise nach Sizilien hatte ich die Grundlage für die dritte Lungenentzündung im Kalenderjahr 2016 mitgebracht. Auf der Hinreise hatte ich ausreichend viralen und bakteriellen Beschuss von meiner Sitznachbarin im Flieger gehabt, doch für den Rest sorgte ich dann schon selber. Wenn es bei der geringsten Anstrengung in den Lungen brennt sollte man wirklich von Wanderungen und Bergtouren absehen. Als es mir während den Tagen auf Island im Juni 2017 wieder ab und an schwer fiel zu Luft zu kommen war klar, ich muss mich jetzt wirklich aufrappeln und endlich den Facharzt finden, der mir wirklich zuhört und das/mein Problem beim Namen nennen kann. Einmal in der Spur und die Sache angefangen, ging es schneller als erwartet. Das Atemwegsproblem aus meiner frühen Teenagerzeit hat sich zurückgemeldet. Verstärkt durch neue Allergien und den Stäuben, denen ich als Techniklehrerin nun einmal seit Jahren ausgesetzt bin, hatte ich mein Immunsystem schlapp gewirtschaftet und nun Bronchialasthma. Die Rückmeldungen meiner HNO-Ärztin nach ihrer Untersuchung fiel nicht besser aus. Anfang Juli beschloss ich dann Nasenscheidewand und Kieferhöhle operieren zu lassen um einen Entzündungsherd loszuwerden.  …. Fünf Monate nach der OP kann ich sagen, es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Seit dem OP-Tag hatte ich keinen durch Erkältung verursachten Schnupfen mehr. Mithilfe diverser Sprays klappt es auch wieder besser mit der Atmung, zudem begann ich eine Hyposensibilisierung. Mein Immunsystem hat sich erholt und die Infektabwehr scheint zu klappen. Und was sagt mein schlafendes Rheuma dazu? Super – schlagen wir mal wieder zu! : (

 

Was macht die Wunschliste 2017? (ein Auszug)

  • Documenta 14 – gestrichen
  • ein Stück Jakobsweg laufen – gestrichen
  • einen Weg finden ohne Schule ein Auskommen zu haben – in Arbeit
  • eine Whiskey-Verkostung in Schottland genießen – in Arbeit, vorgekostet wurde in der Whiskey-Brennerei im Ammertal
  • die Westmännerinseln sehen und erleben – YES – siehe hier Bilder und hier den Reisebericht
  • Islands Osten wiedersehen – YES – siehe hier
  • meinen Shop bei Dawanda besser aufstellen oder ihn ganz aufgeben – aufgegeben
  • die Burg Guédelon vor der Fertigstellung sehen – gestrichen
  • Kaleo live sehen – YES
  • meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin beenden – YES YES YES

 

Was steht auf der Wunschliste 2018? (ein Auszug)

  • ein Stück Jakobsweg laufen
  • einen Weg finden ohne Schule ein Auskommen zu haben
  • die Ahnentafel voran bringen
  • das Grenzstück zur ehemaligen DDR bei Hof entlanglaufen
  • in der Oberlausitz eine Fototour machen
  • durchs Brandenburger Tor in Berlin laufen! – so was von überfällig!!!
  • den Wohnungsumbau zuende bringen
  • meinen Bilder-, Foto-, Reiseblog weniger stiefmütterlich betreuen und dafür lieber Abstriche bei fadenspiel… in Kauf zu nehmen
  • regelmäßige Besuche im Mineralbad um zu entspannen
  • gesund essen!!! – zwei Monate habe ich durchgehalten und da ist noch Luft nach oben frei!
  • sparen, damit es 2019 wieder in den Norden gehen kann
  • an meinem 60. Geburtstag in NYC sein
  • gesund wie möglich bleiben!

 

Bevor das Jahr endgültig zuende geht möchte ich mich für die letzten weihnachtlichen Geschenke, die ich im Laufe der Woche erhalten habe, bedanken.

Liebe Astrid, vielen vielen Dank für diese, dir gelungene Überraschung. Deine Adresse habe ich mir jetzt gut aufgehoben, damit mir dieses Missgeschick in Sachen Weihnachtspost nicht wieder passieren kann. Der Kalender passt gut auf meinen inzwischen frei geräumten Arbeitsplatz.

Meine Freundin aus Studientagen überraschte mich bei unserem Treffen zum Kaffee bzw. Tee mit einem Kleinod aus einer Haushaltsauflösung.

Auf meinem Balkon regt sich noch einiges an Blüten zum Jahresende. Die Walderdbeere blüht, wie auch das Gänseblümchen, eine Ringelblume und, natürlich, die Hornveilchen.

Der letzte restliche, eigentlich verpasste, spektakuläre, Sonnenuntergang des Jahres, für den ich einfach nicht schnell genug war ihn einzufangen. Minuten vorher war der Himmel knall orange gefärbt.

Bevor es jetzt Mitternacht wird gönne ich mir noch eine herrlich ungesunde kleine Portion Kartoffelchips, auf die ich mich schon seit Tagen freue!

 

Kommt gut an im Jahr 2018!

Bis die Tage,

Karin

 

Müsli geht immer – selbst gemachtes noch besser

oder …

Was macht der Arm(bruch)?

Tag 18 nach dem Bruch, Tag 12 mit Gips, Tag 3 ohne Schmerzmittel – es geht voran, langsam. Katerchen begreift endlich, dass er irgendwie geartete Kuschelversuche mit den Fingern, die aus diesem blauen, inzwischen müffelnden, Gebilde ragen, lieber lässt. Meine Stimmung ist vergleichbar muffig. Nichts geht so richtig mit dem ich mich sonst gerne beschäftige. Selbst lesen strengt an, sogar mit dem E-Reader. Bleibt die Glotze, ohne Begleitstricken, -häkeln oder sonstiges Gepuzzel. Bis ich auf dem Markt den ersten frischen Bärlauch in diesem Jahr sehe und Lust auf Bärlauchpesto bekomme. Dazu benötige ich auch abgezogene Mandeln und endlich habe ich meine Beschäftigung:

Mandeln überbrühen und enthäuten!

Das geht auch mit einer Hand, plopp plopp plopp, und am Fernseher sitzen ist weniger stupide. Mit dieser Beschäftigung, 500 g Mandeln nackig zu machen, hatte ich eine Weile zu tun. Bis Sohnemann Zeit hatte diese für mich zu verarbeiten schaffte ich es, einen Teil davon, in ein Müsli zu verbacken.

Aber zuerst musste nach dem Abpellen der eigentlich unbeteiligte Arm gekühlt werden. Als Hülle für das Kühl-Pad benutze ich zweckentfremdet eine Kerzenhülle aus Stoff, die mir eine Kollegin zu Weihnachten geschenkt hatte. Der aufgenähte Spruch baut auf!

Warten kann ich. Nicht immer willig und gerne. Aber wenn es hinterher passt ist alles ok. Genug gekühlt und ab in die Küche zum Müsli mischen und knusprig machen. Das Original-Rezept hat irgendwann einmal mein Sohn angeschleppt und es gehört in verschiedensten Modifikationen seit Jahren bei ihm, bei mir und bei meiner Tochter zu den Basis-Vorräten in unseren Küchen. Die Mengenangaben beließen wir, wie beim Original, bei Tasse statt Gramm. Zum Abmessen verwenden wir eine ganz normale Kaffeetasse und nehmen es ansonsten auch nicht so genau mit den Mengen. 😉

Crunchiges Müsli aus dem Backofen

Zutaten
  • 3 Tassen Haferflocken (ich verwende Schmelzflocken, meine Kinder eher die kernigen Haferflocken)
  • 1 Tasse grob gehackte Pecanüsse (oder Walnüsse, oder Haselnüsse, oder andere Kerne, wie z. B. Mandeln, oder irgendwie gemischt)
  • 1/2 Tasse Kokosflocken (ich verwende fertig gekaufte, geröstete Kokoschips, die ich am Schluss, zusammen mit dem Trockenobst ins Müsli gebe)
  • 1 bis 3 Esslöffel braunen Zucker (lasse ich weg, oder nehme höchstens 1 Esslöffel voll)
  • 1/2 bis 1 Teelöffel gemahlenen Zimt
  • 1/2 Teelöffel gemahlenen Ingwer (habe ich nur zur Weihnachtsbäckerei im Haus, deshalb lasse ich ihn meist weg)
  • 1 Prise Salz
  • 1/3 Tasse Honig (oder Agavendicksaft, den ich nicht mag, oder Ahornsirup, oder Rübensaft, oder irgendwie gemischt)
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1 Tasse klein geschnittenes gemischtes Trockenobst (es gehen auch getrocknete Beeren, oder für Schokoschnuten Schokostückchen)

Zubereitung
  • Den Backofen auf ca. 150°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Die Haferflocken mit den Nüssen, den Kokosflocken und den Gewürzen in einer Schüssel miteinander verrühren.
  • In einem kleinen Topf den Honig mit dem Öl vermischen und auf kleiner Hitze erwärmen, nicht kochen.
  • Die Honig-Öl-Mischung über die Haferflocken in der Schüssel geben und alles miteinander gut verrühren.

  • Alles zusammen auf dem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. 40 Minuten im Backofen goldbraun rösten und alle 10 Minuten die Mischung wenden.

  • Nach dem Rösten die Haferflockenmischung auskühlen lassen bevor das Trockenobst (Kokoschips, Schokolade oder anderes) untergemischt werden.

Ich esse das Müsli am liebsten mit Joghurt, Milch ist aber auch lecker. 😉

Und Katerchen? Er machte Pause im Einkaufskorb bis es an die Bärlauchpesto ging. Das Rezept gibt es ein anderes Mal.

 

 

 

Flaschen und Gläser verpacken – simpel und trotzdem schön

oder …

Flaschenverpackungen aufpeppen mit Schleife aka Fliege

Egal zu welchem Anlass verschenke ich am liebsten Selbstgemachtes oder Leckeres aus der Region. Das wird gegessen und getrunken, hat den Flair von Heimat oder süddeutschem Lokalkolorit und hinterher muss nichts mehr verstaut oder abgestaubt werden.

Wenn da nicht jedes Mal die Überlegung wäre: Wie verpacke ich Gläser und Flaschen?

Flaschentüte auf, Flasche rein – nein!
Bei mir kommt keine Flasche nackig in die Tüte, schon gar nicht so ganz alleine. Jede Flasche, jedes Glas bekommt zumindest einen Anzug in Form einer Manschette, ob groß oder klein, dick oder dünn. Vorher sind sie nicht reif für eine Tüte.

Flaschen- / Gläserverpackung minimalistisch

Geschenke in Flaschen und Gläsern 2015, Teil 2 aufgereiht (Teil 1 ist schon verschenkt, Teil 2 geht auf Reisen, Teil 3 ist in Vorbereitung)

 

 

Der Tatort.

 

Der Catwalk.

 

 

Der Catplace als Nebenschauplatz.

 

 

How to do …

 

 

Die Höhe vom Flaschenboden bis zur ersten Krümmung messen.
Papierstreifen zuschneiden, der genügend Länge und Breite zum Umschlagen hat.

 

 

Umgeschlagen und gefalzt werden die langen Seiten und die Klebekante. Die Falze an den langen Kanten gibt Stabilität und es sieht einfach besser aus bei dünnem Papier. Eine gerade Schnittkante sieht bei der Manschette nur bei sehr dickem Papier gut aus.

Die fertige Manschette kann jetzt noch nach Geschmack beklebt und verziert werden. Ich bevorzuge es schlicht:
So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Aber manchmal darf es (vor allem bei Flaschen) ein wenig mehr sein.

 

Flaschen- / Gläserverpackung aufgepeppt mit falscher Schleife

Noch ein Catwalk.

 

 

Für die Schleifen habe ich keine feste Schablone und ich schneide sie jedes Mal neu, „aus der Hüfte heraus“, wie es gerade so kommt. Für diesen Post wollte ich es dann mal ordentlich machen und prompt schlich sich ein Fehler in die Zeichnung ein. Beim mittleren Verbindungsstück, dem „Knoten“,  habe ich mich vertan. Er muss fast doppelt so breit sein (auf dem nächsten und vor allem auf dem vorletzten Bild zu sehen).

 

 

Der Tatort.

 

 

Alle vier Teile nach den Schablonen zuschneiden.

 

 

Zuerst die Schleife kleben und darüber das Schleifenband.

 

 

Den Knoten um die Schleifenteile legen und NUR das Schleifenband für den Knoten kleben!

 

 

Das Band für den Flaschenhals durch den „Knoten“ schieben und ihn etwas zurecht drücken.

 

 

 

Die Schleife um den Flaschenhals legen, auf die passende Länge kürzen und kleben. Fertig!

 

 

 

Die Korrektur.

 

Ausgehfertige Flasche.

 

Wenn die Schablone fertig ist geht das Schleifenkleben fix voran und macht Spaß.
Auf jeden Fall ist die Freude der Beschenkten doppelt so groß wenn sie solch eine ausstaffierte Flasche aus der Flaschentüte ziehen.

Adventskranz in the Box

oder …

DIY-PopUp-Advents-Kleinigkeit für Papierbastelfreunde

Eine Fundsache auf Pinterest hatte mich schon im Sommer fasziniert und nun habe ich sie, passend zur Jahreszeit, ausprobiert – ein in der Box versteckter Adventskalender zum Auffalten nach einer Idee von lovelymade!

 

 

 

 

 

 


Auf der Seite von lovelymade gibt es einen Link zu einer perfekten Anleitung, die als PDF heruntergeladen werden kann.

Für begeisterte Papier-Schnippel-Klebe-Werker mit geeignetem Werkzeug, wie Schneidemesser, Kreisschneider, Falzbein, Stanzen und gutem Kleber, passt die Herstellung von diesem Adventskalender perfekt für einen kreativen Mußeabend an einem grauen November(sonn)tag.

Ansonsten ist dieser Adventskalender einfach ein schönes Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit. Ich habe mir überlegt, die Teelichter durch LED-Lichter zu ersetzen, damit sich diese Box auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen verschenken lässt.

Herbstdeko reloaded – ein müllsortierter Herbstkranz

und …

Werbung für einen ganz besonderen Adventskalender

Die Türdeko hängt, super!
Die Freude daran wäre noch größer wenn der Arbeitstisch nicht so zugemüllt wäre. Dazu tut es in der Seele weh bei all den Materialresten, die jetzt in die Tonne landen sollen müssen.

Den Arm voll mit „Gemülle“ führt mein Weg vom Arbeitstisch zur Tonne entlang einer meiner rappelvollen Material-Sammelkisten für die Schule (Schächtelchen, Schraubgläser, Röhrchen, Papprollen, …). Strategisch ungünstig. Mit angereichertem „Gemülle“ drehe ich eine Kurve zurück zum Arbeitstisch.

Keine 20 Minuten später war mein Wohnzimmer-Ess-Arbeitstisch entmüllt – falsch, bemüllt – falsch, hmm, oder? AHH – müllsortiert und aufgeräumt!

Hier steht das Mülltrennungsdekoprojekt aus einem Platzteller mit einer ganzen Reihe an halbierten leeren Klopapier-Papprollen. In jeder dieser Rollenhälften haben meine Dekoreste einen Platz gefunden, die sonst auf den Müll gelandet wären.

Im Zentrum steht eine mit Sand gefüllte Schale mit Kohle und einer Räucherkugel, parat für duftige Momente in den dunklen Stunden der kommenden Jahreszeit, die sich so langsam ankündigen.

Apropos Jahreszeit!
Ich stolperte bei der Lektüre der 12 von 12 Geschichten in diesem Monat über eine tolle Adventsidee, bei der ich mitmachen möchte/werde und andere noch mitmachen können.
Es geht um die Mitarbeit und die Gestaltung eines Adventskalenders für einen selbst und 23 andere! Ein echtes WOW-Überraschungsprojekt.
Auch Lust dazu einmal einen Adventskalender nicht nur zu bestücken, sondern auch einen zu bekommen?
Dann schaut mal rein in den Blog von Frau Masulzke!!

Herbstliche Dekoration für eine Tür

oder …

Aufgehübschte Fundsachen aus der Natur

Im letzten Blogpost, 12 von 12 im Oktober, hatte ich meine Türdekoration für den Herbst 2015 vorgestellt und eine Anleitung dazu angekündigt. Hmm, diese kann schon schildern, doch leider finde ich die dazu gehörenden Bilddateien nicht mehr alle. Bevor ich das bemerkte, hatte ich das restliche Material schon verarbeitet und für neue Fotos war es dann zu spät. Blöd. Ich versuche es trotzdem.

Ausgang für dieses Gesteck sind Rosen aus Herbstlaub, wie ich sie letztes Jahr hergestellt hatte. Es sieht kompliziert aus, aber meine 12- bis 14jährigen Schüler/innen haben es spätestens beim zweiten Versuch auch hinbekommen.

Zweiter Ausgang sind Rindenstücke! Ich sammelte meine nach einem Sturm im Juli, als die Platanen alle auf einmal ihre Rinde abwarfen. Kurz vor Schuljahresende hatte ich zwar keinen Kopf und keine Idee was ich damit anfangen könnte, doch ich sammelte einen ganzen Schwung davon ein.

Zuhause krumpelten sich die Teile in der Sommerhitze so schnell zusammen, dass ich alle Borkenstücke einweichte (zu Chewbaccas Freude). Wieder weich geworden wickelte ich die Borkenstücke zum Trocknen um Flaschen, fixierte die Gebinde mit Gummibändern und Schnüren und vergaß alles auf dem Balkon.

Bis jetzt. Bis alles auf dem Balkon nach „räum mich auf“ rief. Bis mir beim Aufräumen die getrockneten Rosen des Jahres in die Hände fielen. Bis mir …
Ich schweife ab, sorry. Also noch einmal von vorne.

Material:
Herbstlaub
Draht
Rindenstücke
1 lange Papprolle von Küchenpapier
Nylonschnur
Schaschlikspieß

Werkzeuge:
Schere
Seitenschneider
Nagelbohrer
Heißklebepistole

Herstellung:

  • Herbstlaubrosen nach der Anleitung hier herstellen
  • Rindenstücke über die Papprolle legen und mit Heißkleber festkleben
  • die Drahtenden der „Rosen“ zwischen die Rindenlagen schieben und mit Heißkleber fixieren
  • den Schaschlikspieß in zwei Teile schneiden
  • am oberen Ende der Rinden-Rolle jeweils zwei Löcher auf gleicher Höhe bohren
  • in diese Löcher zwei kurze Stücke vom Schaschlikspieß schieben und festkleben
  • an den Enden der Spieße die Nylonschnur zum Aufhängen befestigen

 

 

Die mit Borke ummantelte Papprolle könnte ich mir auch gut mit Hagebutten, Schlehen, Ebereschenbeeren oder ähnlichem bestückt vorstellen.
Wer die Geduld hat könnte mit Heißkleber auch Samen, Eicheln oder Kastanien aufkleben, aus buntem Laub mit Draht einfache Puschel binden und sie in die Ritzen stecken.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Scherenschnitte im zappeligen Vorferienfieber

oder …

Der Countdown zu den Sommerferien läuft

Von wegen: Es passiert ja nichts mehr in den letzten Schultagen in den Schulen und es werden eh‘ nur Filme angeschaut!
Einspruch!!!
An den Titel des letzten Films, als „nur“ Film, den ich mit meinen Schülern angesehen habe kann ich mich nicht einmal erinnern, dafür sprechen die Schüler immer noch von dem Inhalt! 😀
Dafür erinnere ICH mich an die Umstände, als ich dieser Klasse einen Schulfilm zeigen wollte und KEIN Gerät funktionierte!!!

Ich liebe die letzten Schultage, eigentlich.
Endlich die Möglichkeit als Lehrerin zu haben auf die Interessen der Schüler/innen einzugehen und Aktivitäten anbieten, die sie sich im Laufe des Jahres wünschten.
Die Idee, genial.

Es kommt der Tag nach der Bücherabgabe,
der Tag nach der Notenkonferenz,
die Zeugnisse sind gedruckt, aber noch nicht unterschrieben und gesiegelt, auch noch nicht kopiert und die Noten noch nicht in die Karteikarten übertragen,
es ist der Tag, ab dem Schule wertfrei stattfinden und Spaß machen soll …
man legt seine Vorbereitungen auf den Tisch und bietet sie den den Schülern an
und es kommt nach kurzer Zeit die Frage:

„Gibt es dafür Noten?“

ARGH!
Das ist DIE Spaßbremse mit der man nicht nur als Lehrer leben lernen muss.

Und nun?
Ich habe keine Patentlösung für die letzten Schultage! Aber da man sich an die letzten Tage vor einem Wechsel am besten erinnert, sollte man diese mit Leben füllen, mit schönen Erinnerungen.

„Wie fühlst du dich, wenn du an das Schuljahresende denkst!“, war meine Frage an die Schüler.
„Ich könnte in die Luft springen!“, war die Antwort.

Und aus dieser Antwort haben wir etwas gemacht!

Zuerst entstanden Gliederfiguren aus Karton und Musterbeutelklammern, so wie früher auch Hampelmänner gestaltet wurden.

Diese Hampelmann-Glieder-Figuren sollten sich jetzt vor Freude auf schwarzem Papier „bewegen“ um dann im Umriss nachgezeichnet zu werden.

Jetzt noch ausschneiden …

… und den Scherenschnitt zu den anderen Hüpfern bringen …

… wo sie sich auf einmal schneller vermehren, als man sich es erhofft hat!

Unbenotete Vorferienarbeit kann doch einfach nur Spaß machen!

Wo all die Hüpfer dann landeten kommt im nächsten Blogpost, Graffitis zum Ende des Schuljahrs und der Schulzeit.

Kleine Kunstwerke aus Draht ganz frei nach Alexander Calder

und …

Draht-Recycling ganz frei nach dem lebenden Kater-Objekt

„Bewegte Schule“ lautete das Thema der Projektwoche an meiner Schule in diesem Jahr. Da nun nicht jedes Kind Lust und/oder Laune auf sportliche Betätigung hat, vielleicht auch gerade keinen Sport machen kann, mussten auch alternative Angebote her. Mein Angebot lag dann im künstlerischen Bereich: Möglichkeiten in der Kunst Bewegung darzustellen.

Mit diesem Angebot konnte ich mein zweites Projekt verknüpfen, das nebenher laufen musste – die Dekoration für die Abschlussfeier meiner Hauptschulklasse. Ich werde darüber im nächsten Blogpost berichten.

Es kam eine klitzekleine Schülergruppe zusammen, lauter Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Keine der Schülerinnen hatte ich je im Kunstunterricht und nur zwei eine kurze Zeit in Technik. Ich musste mein geplantes Programm umstellen und machte mich auf die Suche nach neuen Ideen im Internet. Dabei fand ich ein Kleinod, das erst einmal für mich Spaß und Fingerwerk versprach! 😀

 

Das Ausgangsmaterial für diese Drahtkatze ist nichts anderes als die Agraffe, der Drahtverschluss, und der Korken einer Sektflasche.

Dazu nutzte ich das Fläschchen aus dem Abschiedsgeschenk meiner Klasse. Dazu sind eine Zange und eine Haushaltsschere sehr hilfreich.

Die Idee fand ich auf Pinterest und dem Blog „Fifi Colston Creative“ – „Craft of the Week!“: Corker!. Ein wenig scrollen ist nötig bis zum eigentlichen Blogpost, wo die Bildanleitung zu finden ist.

Meine paar Mädels in der Projektgruppe hatten ein wenig länger zu biegen, denn sie hatten die Aufgabe eine Figur in Bewegung aus Draht zu biegen. Dazu schauten wir uns erst Bilder von Drahtplastiken an, die Alexander Calder gestaltet hatte. Da keine der Schülerinnen je eine Zange in der Hand gehabt hatte dauerte es etwas, bis sie Ergebnisse gebogen hatten, mit denen sie selbst zufrieden waren.

 

 

 

 

Schnell genähter Rock für heiße Tage

oder …

Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!