Müsli geht immer – selbst gemachtes noch besser

oder …

Was macht der Arm(bruch)?

Tag 18 nach dem Bruch, Tag 12 mit Gips, Tag 3 ohne Schmerzmittel – es geht voran, langsam. Katerchen begreift endlich, dass er irgendwie geartete Kuschelversuche mit den Fingern, die aus diesem blauen, inzwischen müffelnden, Gebilde ragen, lieber lässt. Meine Stimmung ist vergleichbar muffig. Nichts geht so richtig mit dem ich mich sonst gerne beschäftige. Selbst lesen strengt an, sogar mit dem E-Reader. Bleibt die Glotze, ohne Begleitstricken, -häkeln oder sonstiges Gepuzzel. Bis ich auf dem Markt den ersten frischen Bärlauch in diesem Jahr sehe und Lust auf Bärlauchpesto bekomme. Dazu benötige ich auch abgezogene Mandeln und endlich habe ich meine Beschäftigung:

Mandeln überbrühen und enthäuten!

Das geht auch mit einer Hand, plopp plopp plopp, und am Fernseher sitzen ist weniger stupide. Mit dieser Beschäftigung, 500 g Mandeln nackig zu machen, hatte ich eine Weile zu tun. Bis Sohnemann Zeit hatte diese für mich zu verarbeiten schaffte ich es, einen Teil davon, in ein Müsli zu verbacken.

Aber zuerst musste nach dem Abpellen der eigentlich unbeteiligte Arm gekühlt werden. Als Hülle für das Kühl-Pad benutze ich zweckentfremdet eine Kerzenhülle aus Stoff, die mir eine Kollegin zu Weihnachten geschenkt hatte. Der aufgenähte Spruch baut auf!

Warten kann ich. Nicht immer willig und gerne. Aber wenn es hinterher passt ist alles ok. Genug gekühlt und ab in die Küche zum Müsli mischen und knusprig machen. Das Original-Rezept hat irgendwann einmal mein Sohn angeschleppt und es gehört in verschiedensten Modifikationen seit Jahren bei ihm, bei mir und bei meiner Tochter zu den Basis-Vorräten in unseren Küchen. Die Mengenangaben beließen wir, wie beim Original, bei Tasse statt Gramm. Zum Abmessen verwenden wir eine ganz normale Kaffeetasse und nehmen es ansonsten auch nicht so genau mit den Mengen. 😉

Crunchiges Müsli aus dem Backofen

Zutaten
  • 3 Tassen Haferflocken (ich verwende Schmelzflocken, meine Kinder eher die kernigen Haferflocken)
  • 1 Tasse grob gehackte Pecanüsse (oder Walnüsse, oder Haselnüsse, oder andere Kerne, wie z. B. Mandeln, oder irgendwie gemischt)
  • 1/2 Tasse Kokosflocken (ich verwende fertig gekaufte, geröstete Kokoschips, die ich am Schluss, zusammen mit dem Trockenobst ins Müsli gebe)
  • 1 bis 3 Esslöffel braunen Zucker (lasse ich weg, oder nehme höchstens 1 Esslöffel voll)
  • 1/2 bis 1 Teelöffel gemahlenen Zimt
  • 1/2 Teelöffel gemahlenen Ingwer (habe ich nur zur Weihnachtsbäckerei im Haus, deshalb lasse ich ihn meist weg)
  • 1 Prise Salz
  • 1/3 Tasse Honig (oder Agavendicksaft, den ich nicht mag, oder Ahornsirup, oder Rübensaft, oder irgendwie gemischt)
  • 2 Esslöffel Öl
  • 1 Tasse klein geschnittenes gemischtes Trockenobst (es gehen auch getrocknete Beeren, oder für Schokoschnuten Schokostückchen)

Zubereitung
  • Den Backofen auf ca. 150°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Die Haferflocken mit den Nüssen, den Kokosflocken und den Gewürzen in einer Schüssel miteinander verrühren.
  • In einem kleinen Topf den Honig mit dem Öl vermischen und auf kleiner Hitze erwärmen, nicht kochen.
  • Die Honig-Öl-Mischung über die Haferflocken in der Schüssel geben und alles miteinander gut verrühren.

  • Alles zusammen auf dem mit Backpapier ausgelegtem Backblech verteilen. 40 Minuten im Backofen goldbraun rösten und alle 10 Minuten die Mischung wenden.

  • Nach dem Rösten die Haferflockenmischung auskühlen lassen bevor das Trockenobst (Kokoschips, Schokolade oder anderes) untergemischt werden.

Ich esse das Müsli am liebsten mit Joghurt, Milch ist aber auch lecker. 😉

Und Katerchen? Er machte Pause im Einkaufskorb bis es an die Bärlauchpesto ging. Das Rezept gibt es ein anderes Mal.

 

 

 

Flaschen und Gläser verpacken – simpel und trotzdem schön

oder …

Flaschenverpackungen aufpeppen mit Schleife aka Fliege

Egal zu welchem Anlass verschenke ich am liebsten Selbstgemachtes oder Leckeres aus der Region. Das wird gegessen und getrunken, hat den Flair von Heimat oder süddeutschem Lokalkolorit und hinterher muss nichts mehr verstaut oder abgestaubt werden.

Wenn da nicht jedes Mal die Überlegung wäre: Wie verpacke ich Gläser und Flaschen?

Flaschentüte auf, Flasche rein – nein!
Bei mir kommt keine Flasche nackig in die Tüte, schon gar nicht so ganz alleine. Jede Flasche, jedes Glas bekommt zumindest einen Anzug in Form einer Manschette, ob groß oder klein, dick oder dünn. Vorher sind sie nicht reif für eine Tüte.

Flaschen- / Gläserverpackung minimalistisch

Geschenke in Flaschen und Gläsern 2015, Teil 2 aufgereiht (Teil 1 ist schon verschenkt, Teil 2 geht auf Reisen, Teil 3 ist in Vorbereitung)

 

 

Der Tatort.

 

Der Catwalk.

 

 

Der Catplace als Nebenschauplatz.

 

 

How to do …

 

 

Die Höhe vom Flaschenboden bis zur ersten Krümmung messen.
Papierstreifen zuschneiden, der genügend Länge und Breite zum Umschlagen hat.

 

 

Umgeschlagen und gefalzt werden die langen Seiten und die Klebekante. Die Falze an den langen Kanten gibt Stabilität und es sieht einfach besser aus bei dünnem Papier. Eine gerade Schnittkante sieht bei der Manschette nur bei sehr dickem Papier gut aus.

Die fertige Manschette kann jetzt noch nach Geschmack beklebt und verziert werden. Ich bevorzuge es schlicht:
So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Aber manchmal darf es (vor allem bei Flaschen) ein wenig mehr sein.

 

Flaschen- / Gläserverpackung aufgepeppt mit falscher Schleife

Noch ein Catwalk.

 

 

Für die Schleifen habe ich keine feste Schablone und ich schneide sie jedes Mal neu, „aus der Hüfte heraus“, wie es gerade so kommt. Für diesen Post wollte ich es dann mal ordentlich machen und prompt schlich sich ein Fehler in die Zeichnung ein. Beim mittleren Verbindungsstück, dem „Knoten“,  habe ich mich vertan. Er muss fast doppelt so breit sein (auf dem nächsten und vor allem auf dem vorletzten Bild zu sehen).

 

 

Der Tatort.

 

 

Alle vier Teile nach den Schablonen zuschneiden.

 

 

Zuerst die Schleife kleben und darüber das Schleifenband.

 

 

Den Knoten um die Schleifenteile legen und NUR das Schleifenband für den Knoten kleben!

 

 

Das Band für den Flaschenhals durch den „Knoten“ schieben und ihn etwas zurecht drücken.

 

 

 

Die Schleife um den Flaschenhals legen, auf die passende Länge kürzen und kleben. Fertig!

 

 

 

Die Korrektur.

 

Ausgehfertige Flasche.

 

Wenn die Schablone fertig ist geht das Schleifenkleben fix voran und macht Spaß.
Auf jeden Fall ist die Freude der Beschenkten doppelt so groß wenn sie solch eine ausstaffierte Flasche aus der Flaschentüte ziehen.

Adventskranz in the Box

oder …

DIY-PopUp-Advents-Kleinigkeit für Papierbastelfreunde

Eine Fundsache auf Pinterest hatte mich schon im Sommer fasziniert und nun habe ich sie, passend zur Jahreszeit, ausprobiert – ein in der Box versteckter Adventskalender zum Auffalten nach einer Idee von lovelymade!

 

 

 

 

 

 


Auf der Seite von lovelymade gibt es einen Link zu einer perfekten Anleitung, die als PDF heruntergeladen werden kann.

Für begeisterte Papier-Schnippel-Klebe-Werker mit geeignetem Werkzeug, wie Schneidemesser, Kreisschneider, Falzbein, Stanzen und gutem Kleber, passt die Herstellung von diesem Adventskalender perfekt für einen kreativen Mußeabend an einem grauen November(sonn)tag.

Ansonsten ist dieser Adventskalender einfach ein schönes Mitbringsel in der Vorweihnachtszeit. Ich habe mir überlegt, die Teelichter durch LED-Lichter zu ersetzen, damit sich diese Box auch in Krankenhäusern und Pflegeheimen verschenken lässt.

Herbstdeko reloaded – ein müllsortierter Herbstkranz

und …

Werbung für einen ganz besonderen Adventskalender

Die Türdeko hängt, super!
Die Freude daran wäre noch größer wenn der Arbeitstisch nicht so zugemüllt wäre. Dazu tut es in der Seele weh bei all den Materialresten, die jetzt in die Tonne landen sollen müssen.

Den Arm voll mit „Gemülle“ führt mein Weg vom Arbeitstisch zur Tonne entlang einer meiner rappelvollen Material-Sammelkisten für die Schule (Schächtelchen, Schraubgläser, Röhrchen, Papprollen, …). Strategisch ungünstig. Mit angereichertem „Gemülle“ drehe ich eine Kurve zurück zum Arbeitstisch.

Keine 20 Minuten später war mein Wohnzimmer-Ess-Arbeitstisch entmüllt – falsch, bemüllt – falsch, hmm, oder? AHH – müllsortiert und aufgeräumt!

Hier steht das Mülltrennungsdekoprojekt aus einem Platzteller mit einer ganzen Reihe an halbierten leeren Klopapier-Papprollen. In jeder dieser Rollenhälften haben meine Dekoreste einen Platz gefunden, die sonst auf den Müll gelandet wären.

Im Zentrum steht eine mit Sand gefüllte Schale mit Kohle und einer Räucherkugel, parat für duftige Momente in den dunklen Stunden der kommenden Jahreszeit, die sich so langsam ankündigen.

Apropos Jahreszeit!
Ich stolperte bei der Lektüre der 12 von 12 Geschichten in diesem Monat über eine tolle Adventsidee, bei der ich mitmachen möchte/werde und andere noch mitmachen können.
Es geht um die Mitarbeit und die Gestaltung eines Adventskalenders für einen selbst und 23 andere! Ein echtes WOW-Überraschungsprojekt.
Auch Lust dazu einmal einen Adventskalender nicht nur zu bestücken, sondern auch einen zu bekommen?
Dann schaut mal rein in den Blog von Frau Masulzke!!

Herbstliche Dekoration für eine Tür

oder …

Aufgehübschte Fundsachen aus der Natur

Im letzten Blogpost, 12 von 12 im Oktober, hatte ich meine Türdekoration für den Herbst 2015 vorgestellt und eine Anleitung dazu angekündigt. Hmm, diese kann schon schildern, doch leider finde ich die dazu gehörenden Bilddateien nicht mehr alle. Bevor ich das bemerkte, hatte ich das restliche Material schon verarbeitet und für neue Fotos war es dann zu spät. Blöd. Ich versuche es trotzdem.

Ausgang für dieses Gesteck sind Rosen aus Herbstlaub, wie ich sie letztes Jahr hergestellt hatte. Es sieht kompliziert aus, aber meine 12- bis 14jährigen Schüler/innen haben es spätestens beim zweiten Versuch auch hinbekommen.

Zweiter Ausgang sind Rindenstücke! Ich sammelte meine nach einem Sturm im Juli, als die Platanen alle auf einmal ihre Rinde abwarfen. Kurz vor Schuljahresende hatte ich zwar keinen Kopf und keine Idee was ich damit anfangen könnte, doch ich sammelte einen ganzen Schwung davon ein.

Zuhause krumpelten sich die Teile in der Sommerhitze so schnell zusammen, dass ich alle Borkenstücke einweichte (zu Chewbaccas Freude). Wieder weich geworden wickelte ich die Borkenstücke zum Trocknen um Flaschen, fixierte die Gebinde mit Gummibändern und Schnüren und vergaß alles auf dem Balkon.

Bis jetzt. Bis alles auf dem Balkon nach „räum mich auf“ rief. Bis mir beim Aufräumen die getrockneten Rosen des Jahres in die Hände fielen. Bis mir …
Ich schweife ab, sorry. Also noch einmal von vorne.

Material:
Herbstlaub
Draht
Rindenstücke
1 lange Papprolle von Küchenpapier
Nylonschnur
Schaschlikspieß

Werkzeuge:
Schere
Seitenschneider
Nagelbohrer
Heißklebepistole

Herstellung:

  • Herbstlaubrosen nach der Anleitung hier herstellen
  • Rindenstücke über die Papprolle legen und mit Heißkleber festkleben
  • die Drahtenden der „Rosen“ zwischen die Rindenlagen schieben und mit Heißkleber fixieren
  • den Schaschlikspieß in zwei Teile schneiden
  • am oberen Ende der Rinden-Rolle jeweils zwei Löcher auf gleicher Höhe bohren
  • in diese Löcher zwei kurze Stücke vom Schaschlikspieß schieben und festkleben
  • an den Enden der Spieße die Nylonschnur zum Aufhängen befestigen

 

 

Die mit Borke ummantelte Papprolle könnte ich mir auch gut mit Hagebutten, Schlehen, Ebereschenbeeren oder ähnlichem bestückt vorstellen.
Wer die Geduld hat könnte mit Heißkleber auch Samen, Eicheln oder Kastanien aufkleben, aus buntem Laub mit Draht einfache Puschel binden und sie in die Ritzen stecken.
Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Scherenschnitte im zappeligen Vorferienfieber

oder …

Der Countdown zu den Sommerferien läuft

Von wegen: Es passiert ja nichts mehr in den letzten Schultagen in den Schulen und es werden eh‘ nur Filme angeschaut!
Einspruch!!!
An den Titel des letzten Films, als „nur“ Film, den ich mit meinen Schülern angesehen habe kann ich mich nicht einmal erinnern, dafür sprechen die Schüler immer noch von dem Inhalt! 😀
Dafür erinnere ICH mich an die Umstände, als ich dieser Klasse einen Schulfilm zeigen wollte und KEIN Gerät funktionierte!!!

Ich liebe die letzten Schultage, eigentlich.
Endlich die Möglichkeit als Lehrerin zu haben auf die Interessen der Schüler/innen einzugehen und Aktivitäten anbieten, die sie sich im Laufe des Jahres wünschten.
Die Idee, genial.

Es kommt der Tag nach der Bücherabgabe,
der Tag nach der Notenkonferenz,
die Zeugnisse sind gedruckt, aber noch nicht unterschrieben und gesiegelt, auch noch nicht kopiert und die Noten noch nicht in die Karteikarten übertragen,
es ist der Tag, ab dem Schule wertfrei stattfinden und Spaß machen soll …
man legt seine Vorbereitungen auf den Tisch und bietet sie den den Schülern an
und es kommt nach kurzer Zeit die Frage:

„Gibt es dafür Noten?“

ARGH!
Das ist DIE Spaßbremse mit der man nicht nur als Lehrer leben lernen muss.

Und nun?
Ich habe keine Patentlösung für die letzten Schultage! Aber da man sich an die letzten Tage vor einem Wechsel am besten erinnert, sollte man diese mit Leben füllen, mit schönen Erinnerungen.

„Wie fühlst du dich, wenn du an das Schuljahresende denkst!“, war meine Frage an die Schüler.
„Ich könnte in die Luft springen!“, war die Antwort.

Und aus dieser Antwort haben wir etwas gemacht!

Zuerst entstanden Gliederfiguren aus Karton und Musterbeutelklammern, so wie früher auch Hampelmänner gestaltet wurden.

Diese Hampelmann-Glieder-Figuren sollten sich jetzt vor Freude auf schwarzem Papier „bewegen“ um dann im Umriss nachgezeichnet zu werden.

Jetzt noch ausschneiden …

… und den Scherenschnitt zu den anderen Hüpfern bringen …

… wo sie sich auf einmal schneller vermehren, als man sich es erhofft hat!

Unbenotete Vorferienarbeit kann doch einfach nur Spaß machen!

Wo all die Hüpfer dann landeten kommt im nächsten Blogpost, Graffitis zum Ende des Schuljahrs und der Schulzeit.

Kleine Kunstwerke aus Draht ganz frei nach Alexander Calder

und …

Draht-Recycling ganz frei nach dem lebenden Kater-Objekt

„Bewegte Schule“ lautete das Thema der Projektwoche an meiner Schule in diesem Jahr. Da nun nicht jedes Kind Lust und/oder Laune auf sportliche Betätigung hat, vielleicht auch gerade keinen Sport machen kann, mussten auch alternative Angebote her. Mein Angebot lag dann im künstlerischen Bereich: Möglichkeiten in der Kunst Bewegung darzustellen.

Mit diesem Angebot konnte ich mein zweites Projekt verknüpfen, das nebenher laufen musste – die Dekoration für die Abschlussfeier meiner Hauptschulklasse. Ich werde darüber im nächsten Blogpost berichten.

Es kam eine klitzekleine Schülergruppe zusammen, lauter Mädchen im Alter von 11 bis 13 Jahren. Keine der Schülerinnen hatte ich je im Kunstunterricht und nur zwei eine kurze Zeit in Technik. Ich musste mein geplantes Programm umstellen und machte mich auf die Suche nach neuen Ideen im Internet. Dabei fand ich ein Kleinod, das erst einmal für mich Spaß und Fingerwerk versprach! 😀

 

Das Ausgangsmaterial für diese Drahtkatze ist nichts anderes als die Agraffe, der Drahtverschluss, und der Korken einer Sektflasche.

Dazu nutzte ich das Fläschchen aus dem Abschiedsgeschenk meiner Klasse. Dazu sind eine Zange und eine Haushaltsschere sehr hilfreich.

Die Idee fand ich auf Pinterest und dem Blog „Fifi Colston Creative“ – „Craft of the Week!“: Corker!. Ein wenig scrollen ist nötig bis zum eigentlichen Blogpost, wo die Bildanleitung zu finden ist.

Meine paar Mädels in der Projektgruppe hatten ein wenig länger zu biegen, denn sie hatten die Aufgabe eine Figur in Bewegung aus Draht zu biegen. Dazu schauten wir uns erst Bilder von Drahtplastiken an, die Alexander Calder gestaltet hatte. Da keine der Schülerinnen je eine Zange in der Hand gehabt hatte dauerte es etwas, bis sie Ergebnisse gebogen hatten, mit denen sie selbst zufrieden waren.

 

 

 

 

Schnell genähter Rock für heiße Tage

oder …

Luftig und locker im Sommer angezogen

Endlich Sommer! Wenn selbst ich mit ärmellosen Tops das Haus verlasse, dann ist es warm und meine Definition von Sommer erfüllt. Das Zimmerthermometer zeigt selbst abends noch 26°C an – ich liebe es!! Das sind die Temperaturen, von denen ich 11 1/2 Monate im Jahr träume! Mit passender Kleidung und entschleunigtem Arbeitstempo ist es einfach meine Lieblingsjahreszeit!!!

Apropos Kleidung – vernichtete ich doch meinen Lieblingsrock im falschen Waschgang in der Waschmaschine!!! Das gleicht einer mittleren Katastrophe, denn passende Röcke sind wirklich schwierig für Frauen „in mittleren Jahren“ zu bekommen. Der einzige Rock, in den ich bei einer Einkaufstour passte, war in Größe XXL gerade mal so in der Taille passend und hing dann irgendwo sackartig wadenmittig. Irgendwie hat die Bekleidungsindustrie sich noch nicht auf die Mitfünfziger Klientel umgestellt, wie meinereine so gebaut ist. Deshalb nähe ich meine Röcke doch lieber weiter selbst, wie hier schon beschrieben.

Für einen bequemen Sommerrock ohne Firlefanz brauchte ich, mit Schnitt herstellen und nähen gerade einmal eineinhalb Stunden.

Material

80 cm Leinenstoff (140 cm breit liegend) und vorgewaschen
40 cm Strickbündchen (Schlauchware mit 70 cm Umfang)

Der Schnitt

Einfache Regel:
Einmal rundherum, an der dicksten Stelle, ein Maßband um Hüfte bzw. Po legen.
Die gemessenen Zentimeter durch 4 teilen.
Mit den errechneten Zentimetern ein Stück Schnur messen und zuschneiden.
Die Schnur auf ein großes Zeitungsblatt mit einem ganz leichten Bogen legen und diesen Bogen gut sichtbar mit einem dicken Stift nachzeichnen
Von dieser Linie aus mithilfe des Maßbands 40 cm entfernt in regelmäßigen Abständen Markierungen setzen.

Fertig genäht, einmal durchs Wasser gezogen – plus Schnittteile

 

Zuschneiden

Zwei Rockteile mit Umbruch aus dem Schnitt zuschneiden.
Dabei für die Seiten plus 1,5 cm, am Bund 1 cm und für den Saum 2 cm als Nahtzugabe zum Schnitt auf den Stoff einzeichnen.

Nähen

Seitennähte schließen
Das Strickbündchen an den Rock heften, nähen und versäubern oder mit der Oberlockmaschine in einem Rutsch annähen.
Den Rocksaum versäubern und 1,5 cm nach innen umgeschlagen zuerst stecken und dann steppen.
Fertig.

Warum ich einen Strickbund in dieser Länge gewählt habe?

Diese Bundlänge in diesem Material erinnert schon sehr Schwangerschaftsbekleidung. Aber warum soll man nicht die Vorteile dieser nicht kneifenden und einengenden Bekleidung gerade in dieser Jahreszeit nutzen? Der lange flexible Bund lässt sich variabel umklappen und sodie Rocklänge nach Lust und Laune einstellen.

 

Rock mit gekrempeltem Bund

Ein Lieblingsteil, schon nach wenigen Tagen, …

… egal ob in voller Länge

… oder ein ganz klein wenig am Bund gekrempelt, …

… oder ganz kurz getragen.

Der nächste Stoff für diesen Schnitt wartet schon. Angedacht ist ein Wenderock mit einem kleinen Anklang an einen Ballonrock.

 

Die größten Vorteile:

das Ding sitzt, passt und hat Luft! 😉
keine Kaufhaus-Suchtour mit nerviger Klimaanlage
keine Ausbeuter-(Kinder)-Hände bei der Herstellung
Die Dokumentation vom Projekt einer norwegischen Zeitung, die junge Fashion-Victims nach Kambodscha schickten, damit sie sehen, wo ihre Kleidung herkommt ist sehenswert, auch noch nach einem Jahr – Sweatshop. Wer seine T-Shirts nur als Schnäppchenware kauft sollte sich das ansehen!

Rosenzucker

 

oder …

Rosen über Rosen #3

Mitte bis Ende Juni, wenn viele Rosen zum ersten Mal blühen, ist es eine gute Zeit Knospen oder Blütenblätter zu ernten wenn man rosigen Duft und rosiges Aroma mit in die kalte Jahreszeit nehmen möchte.

Meine Rosen stehen direkt vor meinem Balkon und ein Teil der Blüten wachsen in Richtung Hauswand. Diese müssen jedes Jahr daran glauben, machen Bekanntschaft mit der Gartenschere, um auf Trockenblechen im Backofen oder gebündelt und aufgehängt an einem schattigen Platz zu trocknen.

Die nicht so hübschen Teile verarbeite ich in Duftsäckchen, die Knospen kommen erst einmal in Blechdosen, bis sie als Potpourri den grauen November etwas hübschen dürfen.

Ein wenig mehr Arbeit macht dieVorbereitung der Rosenblütenblätter wenn mit ihnen Rosenzucker entstehen soll. Das Rezept dazu fand ich auf der Internetseite der Rosenfreunde Ulm.

Die beste Zeit Rosenblüten zu ernten ist der frühe Morgen. Die Rosen sollten voll aufgeblüht sein aber noch nicht am Verblühen.

Von den Blütenblättern werden die weißen (hellen) Blütenansätze weggeschnitten. Das ist zwar mühselig und zeitaufwendig, aber es lohnt sich sie zu entfernen. In ihnen stecken mehr Bitterstoffe als im Rest der Blüte!

Die getrockneten Blütenblätter werden mit dem Stabmixer portionsweise mit Zucker zerkleinert. Ich habe mit vier Portionen gearbeitet:
eine Portion Zucker plus einer Portion trockener Blütenblätter
zerkleinern
die zweiten Portionen dazu geben
zerkleinern
die dritte … usw.

Meine Rosenblüten ergaben einen leicht pinkvioletten Rosenzucker mit einem herrlichen Aroma.

Mindenstens zwei Wochen sollte der Rosenzucker an einem dunklen Ort ruhen. Dazu verwendete ich ein Schraubglas.
Nach den vierzehn Tagen kann der Zucker in Süßspeisen, Tees oder in Backwerk verarbeitet werden. Die Rosenfreunde Ulm haben auch dazu Rezepte auf ihrer Seite. Mein Rezept für Rosenkekse findet ihr hier.

Tipp: Dieses Rezept funktioniert auch mit Lavendel.

Rosen über Rosen #1

oder …

Rosenwasser zum Beduften und für die Küche

„Rose is a rose is a rose is a rose.“
(Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.“

Eine Zeile aus ‚Sacred Emily‚ von Gertrude Stein, deren Leben und Arbeiten, ihr Umgang mit der Sprache, mich immer wieder faszinieren, nicht nur wenn gerade die Rosen blühen.

Es ist Juni und die Rosen blühen in den Gärten, Parks und in meinem schmalen Gartenstreifen vor dem Balkon. Der ‚Schottische Rosengarten‘ am Unteren See in Böblingen, bei Stuttgart, ist in diesen Tagen ein Fest für alle Sinne. Es duftet, es leuchten die Farben und es summen und brummen Bienen, Hummeln und anderes Getier.

 

 

 

Rote Rosen, gelbe, weiße, duftende Rosen, gefüllte Rosen, veredelte Rosen, wilde Rosen, … viele Rosen.
Viele Rosen duften nicht, sehen einfach nur gut aus, wie eine alte englische Sorte vor meinem Balkon. Dafür duftet die Damaszener Rose, die ein kleines Stück entfernt steht für mindestens zwei!

Diesen Duft möchte ich in die kalte Jahreszeit mitnehmen. Dazu hat mich Inka von blickgewinkelt mit ihren Rosenwasser-Varianten inspiriert. Ich erinnerte mich an meine Experimente mit Rosen- und Lavendelblüten und kramte meine alten Rezepte wieder heraus.

Doch zuallererst müssen Rosenblätter gesammelt werden. Viele Rosenblätter. Sehr viele! Verarbeitet werden können alle Rosenblätter, wenn sie nicht gespritzt wurden und duften!!!
Die beste Pfückzeit ist der frühe Morgen, wenn die Sonne noch nicht zu kräftig scheint. Gepflückt werden die Blüten, die gerade voll aufgeblüht sind.

Vorbereitung

Von den Blüten sollten die Blütenansätze, sie sind meist weiß, weggeschnitten werden. Sie sind bitter, sagt man, egal in welches Rezept man schaut. Warum diese mühsame Prozedur auch bei Rosenwasser zur äußeren Anwendung durchgeführt werden muss steht nirgends. Ich glaube, da hat einer vom anderen abgeschrieben ohne sich selbst Gedanken zu machen und es auszuprobieren. Für Rosenduftwasser werde ich in Zukunft wieder alle Blütenblätter, so wie sie sind verwenden.
Dieses Mal schnitt ich jedoch von allen Blütenblättern die Ansätze ab, ob weiß oder gelb, weg damit!

 

Rosenduftwasser zur äußeren Anwendung

Zutaten

75 g Blütenblätter (im Rezept standen 150 g)
500 ml Wasser (ich verwendete destilliertes Wasser)

Zubereitung

Von den Blütenblättern 25 g in eine Schüssel geben, die heiße Temperaturen aushält.
Das Wasser zum Kochen bringen und dann über die Blütenblätter in der Schüssel leeren. Die Schüssel abdecken und den Blütenblättersud abkühlen lassen. Den Sud in ein Sieb geben um die Blütenblätter von der jetzt schon duftenden, rosafarbenen Flüssigkeit zu trennen. Die abgesiebten Blütenblätter können weggeworfen werden und die Flüssigkeit wird wieder bis zum Sieden erhitzt.
In der Zwischenzeit wieder 25 g Blütenblätter in eine Schüssel geben und mit dem kochenden Sud übergießen. Abdecken, abkühlen lassen, absieben und den Vorgang noch einmal mit den letzten 25 g Rosenblättern wiederholen.

 

Das fertige Rosenwasser in dunkle Fläschchen abfüllen und kühl gestellt aufbewahren. Laut Rezept soll es ca. sechs Monate haltbar sein.
Mit diesem Rosenwasser lassen sich, mit Wasser verdünnt, gut Kompressen für geschwollene Augen machen und mir hilft es auf Insektenstichen.
Wer es mag füllt sich dieses Rosenwasser in einen Zerstäuber für heiße Sommertage.

Rosenwasser zum Kochen

Zutaten

ca. 60 g geputzte Rosenblütenblätter (das sind ungefähr vier kleine Hände voll)
500 ml destilliertes Wasser

Zubereitung

In einen Topf oder eine Schüssel mit Deckel zwei Hände voll Blütenblätter geben. Das Wasser auf ca. 40 bis 50°C erwärmen, über die Blütenblätter gießen und das Gefäß schließen. An einem warmen Ort die Blütenblätter im Wasser zwei bis drei Tage stehen lassen.

Danach die Flüssigkeit im Sieb abgießen, wieder auf 40 bis 50°C erwärmen und die zwei übrigen Handvoll Blütenblätter übergießen. Den Topf mit Blütenblättern und Sud noch einmal zwei bis drei Tag an einem warmen Ort stehen lassen. Abgesiebt und in dunkle Flaschen gefüllt hält dieses Rosenwasser gekühlt etwa ein halbes Jahr. Deshalb friere ich kleine Mengen davon ein, zum Beispiel als Eiswürfel.

Mit diesem Rosenwasser können Süßspeisen aromatisiert werden – in vielen Rezepten mit Marzipan wird Rosenwasser verwendet.

Mein Rosenwasser zum Kochen von dieser Ernte zieht zwar noch, doch es schmeckt ohne die Blütenansätze deutlich besser, als ich es von meinen letzten Versuchen in Erinnerung habe.

Kleine, unvermeidliche Gäste bei der Herstellung   😉

 

Was mir bei der Herstellung jedoch fehlte, waren die dunklen Fläschchen. Die muss ich mir erst noch besorgen. Eigentlich schade, denn das Rosenwasser hat solch eine herrliche Farbe, dass man sie nicht verstecken möchte.

Gegen diese Farbe verblasst selbst ein Gläschen Rosé bzw. Weißherbst völlig und trägt seine rosige Bezeichnung beinahe zu unrecht!

Noch ein Eindruck, gut durchgekühlt!