Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 37/2017 und das neue Schuljahr hat begonnen

oder …

Rote Fahnen als Begleiter der Woche

Die erste Schulwoche ist vorbei und schon am Freitag hätte ich einen Kran als Aufstehhilfe benötigt! Schulbeginn und die letzten Wochen vor der Bundestagswahl machten platt, obwohl ich, immer noch nicht ganz fit, nicht bei jeder Aktion meiner Partei zum Mitmachen den Finger hob. Der Kalender ist voller Termine und ich habe immer noch nicht begonnen für meine Prüfung zu lernen. Aber am Dienstag war Dabeisein eine gern gemachte Pflichtsache – Martin Schulz sprach in Böblingen auf dem Marktplatz. (Hier ein Link zu seiner Rede.) Zum Glück begann der Regen erst nach der Veranstaltung und Pöbeleien blieben bis auf eine aus.

Dienstag, bei 12 von 12 im September, berichtete ich ja schon über den normalen Schulalltag. Unglaublich wie schnell der Alltag mich wieder eingeholt hat, doch zum Abschluss gab es etwas Besonderes.

Freitag nach Schulschluss setzte ich mich ins Auto um nach Baden-Baden zu fahren, zum NewPop-Festival, mit einem Ticket für das Konzert der isländischen Band Kaleo in der Tasche. Mit dabei die beiden CDs der Band, die, immer hübsch abwechselnd, auf der Fahrt durchgedudelt wurden. Hach! Doch was für eine Fahrt! Der Navi schickte mich nicht über die Autobahnen A81, A8 und A5 nach Baden-Baden, sondern quer durch die Pampa aka Schwarzwald! Vernünftige Entscheidung an einem Freitagnachmittag, wer die Straßensituation im Raum Stuttgart und Karlsruhe kennt. Aber hallo, der digitale Wegbegleiter zeigte eine überraschend gute Ortskenntnis und Vorliebe für Schleichwege (Einspruch: Nur auf dem Hinweg!), so dass ich durch die schmalen, etwas unebenen Straßen ein ganz klein wenig an Island erinnert wurde.

In Baden-Baden angekommen war unüberhörbar Musik in und an allen Ecken der Innenstadt. Direkt neben meinem Hotel spielte eine Folk-Band unter freiem Himmel. In der anderen Richtung konnte man über Boxen ein Konzert von werweißwoher mitverfolgen. Rote Teppiche lagen hier und dort auf den Fußwegen. Dort ein Plakat oder ein Leuchtkasten, auf der anderen Straßenseite ein Geschäft geöffnet zum Late-Night-Shopping und vorbei an der Großbaustelle (wo wird eigentlich nicht gebaut?) am Leopoldsplatz musste ich nur dem Besucherstrom folgen. Wo sonst Kurgäste vor dem Kurhaus flanieren breitete sich das Festival-Gelände aus. Musik und Menschen, Bühnen und Bands, … . Kaleo spielte erst um 23:00 Uhr und, was soll ich sagen, das Warten lohnte sich. (Hier ein Ausschnitt des Konzerts.)

Der Tag danach, nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück – ich durfte glücklicherweise das Auto in der Hotelgarage stehen lassen – machte ich mich auf zur Stadtbesichtigung. Schon auf dem ersten Blick wusste ich, eine Übernachtung war zu wenig geplant für diesen Ort. Baden-Baden! Logisch! Auch ohne NewPop-Festival, oder gerade ohne Festival-Rummel, zeigte sich an fast jeder Ecke die mondäne Vergangenheit und Gegenwart. Es lohnte sich ein Spaziergang durch den Kurgarten, ausgehend von der Trinkhalle mit der Touristeninformation in den frühen Morgenstunden. Plantschen in einer der Thermen, wie die Besichtigung der Ruinen der römischen Soldatentherme hob ich mir für ein anderes Mal auf. Mein Plan führte mich vor meiner Rückfahrt nachhause ins Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle. Das war eine sehr gute Entscheidung!

Bis zum 15.10.2017 ist in der Kunsthalle noch DISTANT tantamount MOUNTAIN von Liang Shuo zu sehen und im Museum Frieder Burda Lightboxes von Rodney Graham bis zum zum 26. November 2017.

Mein Tipp: Anschauen!! Und vor allem bei Rodney Graham lohnen sich die 4,- € für den Audiobegleiter.

Ich werde in einem Blogpost über die beiden Ausstellungen berichten.

 

 

Ganz zum Schluss noch ein Nachtrag zu 12 von 12 im September, bezüglich der Baustelle, die auch Fußgänger – allen voran unsere Schüler – betrifft. Den riesigen Umweg ließen sich vor allem die Schüler meiner Schule nicht lange gefallen. Schon am dritten Tag nach Schulbeginn hatten sie sich entlang des Bauzauns einen Weg getrampelt, während die Schulleiter der betroffenen Schulen Rabatz bei den Verantwortlichen der Stadt und der Schönbuchbahn machten und die noch überlegten eine Holzbrückenkonstruktion in Auftrag zu geben. Am vierten Tag wurde der Trampelpfad professionell ausgebaut und so was von sofort angenommen. Geht doch! 😀

vorher …
nachher …

 

Das war mein Wochenbericht mit Mut zur Lücke. Draußen regnet es jetzt zum dritten Mal an diesem Sonntag wie aus Kübeln. Was bin ich froh meinen Baustellenrundgang schon früh am Morgen erledigt zu haben. Morgen geht es in die nächste Arbeitswoche. Lasst es euch gut gehen!

 

Bis die Tage,

Karin

 

Fünfzehn Fakten über mich und den Sommerurlaub

oder …

Die Magie von Inseln und dem Norden

 

In der Gegend in der ich aufwuchs konnte sich fast keiner einen Sommerurlaub leisten. Die Siedlung war, wie viele andere Stadtteile, Anfang der 1960er Jahre für all die Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und der späteren DDR aus dem Boden gestampft worden. In erster Linie bemühten sich die Familien sich ein neues Leben aufzubauen; da war kein Geld für Urlaubsreisen übrig. Man hatte für die Sommermonate eine Dauerkarte für das Schwimmbad, füllte morgens eine Sprudelflasche mit kaltem Tee, Mutter schmierte ein paar Brote und dann machte sich die (Kinder-)Kolonne auf den Weg zur Abkühlung.

Höhepunkte waren eine Bahnfahrt zum Blühenden Barock mit seinem Märchengarten rund um Schloss Ludwigsburg, oder ein Besuch der Wilhelma, dem Zoo in Stuttgart.

Luxustage, wenn der Vater über das Wochenende den Firmenwagen privat nutzen durfte und wir in den Schwarzwald, auf die Schwäbische Alb oder an den Bodensee fahren konnten.

Irgendwann war „Adria“ das Zauberwort. Wie sich das anhörte: „Ahh.driii.ahhh!“ – hach! So klingt Sonne, Meer, Eis. Noch ein Seufzer. Der erste Wohnwagen stand an der Straße und wir vergaßen beinahe unseren Weg in Richtung kühles Bad: „Mann, die fahr’n an die Adria!“.  Ich durfte dafür zu meinen Großeltern nach Leutenbach, auf der anderen Seite von Stuttgart!

1 Urlaub bei Oma

Wir waren fünf Enkelkinder, doch vor allem mein Cousin und ich entwickelten eine Art Oma-Tourismus. Jeder von uns beiden buchte Oma für zwei Wochen in den Sommerferien und Oma machte mit. Opa auch, was bei seinem etwas schwierigem Charakter selbst über die Jahre nach seinem Ableben noch verwundert.

Von meiner Großmutter lernte ich, dass Urlaub auch einfach ein paar Stunden weg von zuhause sein kann, dass Qualität und nicht die Quantität entscheidet. Von ihrem Beispiel aus entwickelte ich eine ähnliche Tendenz zu Handtaschen mit einer Grundausstattung für alles. Wie sonst konnte mein Sohn, Jahre später, an einem griechischen Sandstrand auf die Idee kommen mich zu fragen, ob ich denn zufällig eine Rolle Tesafilm dabei hätte. Hatte ich zwar „ausnahmsweise“ 😀 nicht, aber er fand den 3 mm Holzbohrer und das angebrochene Tütchen Zucker zusammen mit ein paar Büroklammern, der Schraube und dem Stück Kreide in meinem Mäppchen-Sammelsurium als Alternative super.

Mit Oma Herta gab es Besuche in der Backstube von einer Bäckerei, die noch selber Einback und Zwieback herstellte. Mit Oma wanderte ich, wenn Opa aus dem Haus war, durch die Landschaft um Tiere, Vögel, Insekten zu beobachten. Wir sammelten Blumen, flochten Kränze, sammelten Beeren, Kräuter, Früchte. Und wenn das Wetter nicht so mitmachte gingen wir in die Wilhelma in Stuttgart oder Oma saß an der Nähmaschine, ich daneben sitzend, mit Stoffresten und Garnen spielend, nebenbei häkeln, stricken und nähen lernend.

2 Österreich – Salzburger Land

Der erste richtige Sommerurlaub führte meine Familie ins Salzburger Land.

Mein Vater hatte Überstunden bis zum Abwinken gemacht, um uns diesen Urlaub zu ermöglichen. Wir lebten so sparsam in diesen Tagen, dass das Geld am Ende noch für den Urlaub im nächsten Jahr reichte. Es schreckte uns auch nicht das unbeständige Wetter, meist waren es verregnete Tage im August, der Zeit der Handwerkerferien. Doch im Rückblick finde ich, dass meine Eltern ein gutes Händchen in der Wahl ihrer Quartiere dort hatten. Urlaub auf dem Bauernhof auf der Höhe einer Zwischenalm war das Beste, was mir und meinem Bruder als Kinder angeboten werden konnte. OK, mir bekam gesundheitlich die Höhenluft nicht so gut, aber das drumherum war einfach nur genial natürlich schön. Abends nicht einschlafen zu können weil von draußen keine Autogeräusche zu hören waren, sondern nur das Rauschen von Bäumen im Wind, dem Gurgeln und Gluckern vom Bach, ab und an das Muhen einer Kuh, das Bimmeln der Kuhglocken, … war anfangs ein Problem für mich und meinen Bruder als Stadtkinder.

Doch der Blick morgens auf die Berge vom Bett aus – überwältigend.

Ganz viele Jahre später war Österreich durch den Tauchsport meines Sohns wieder eine Adresse. Vor allem an den Plansee ging es häufig und ich konnte in dem Funkloch dort herrlich gut abschalten!

Plansee Juli 2008

3 England

Am Ende von meinem zweiten Jahr Englisch an der Schule stellte meine damalige Klassenlehrerin uns Schülern eine pen-pal-Aktion vor. Das hörte sich Anfang der 70er-Jahre schon mächtig reizvoll an, richtig exotisch, die Chance sich mit anderen Schülern weltweit in Brieffreundschaften schriftlich austauschen zu können. Klar machte ich mit und erzählte meinem Onkel davon, bzw. ich holte mir mit meinem begrenzten Wortschatz in Englisch Hilfe bei ihm als Englischlehrer. Er führte seit seiner Studenzeit auch eine Brieffreundschaft mit einer englischen Familie, mit der er Zeit seines Lebens auch Kontakt hielt. Über diesen Weg erhielt ich neben den Adressen aus Australien, Norwegen, Indonesien, Südafrika und Pakistan auch Kontakt zu einer Brieffreundin im Süden Londons. Die Kontakte hielten teilweise bis über meine Realschulzeit hinaus, zwei dieser Brieffreundinnen lernte ich dann auch direkt kennen. So kam ich mit 15 zu meinem ersten Flug, der mich zu Jane aus Coulsdon in England führte. Voll cool! Vor allem ihre Eltern, der älteste Bruder und ihre Freundinnen 😉 !

Bis zu diesem Besuch war mir britischer Humor völlig unbekannt (klar, als 15-jähriger) . Ich durfte ihn hautnah in realen Situationen kennenlernen und erleben, zum Beispiel als wir unterwegs nach Eastbourne mit dem Auto liegen blieben. Das Auto war ein Vorkriegsmodell, mit ganz viel Holz in der Innenverkleidung bzw. -ausstattung. Es fuhr selbst in guten Momenten vielleicht 80 km/h und hatte so seine Probleme bei Steigungen. Auf halber Höhe von den Hügeln dampfte es unter der Motorhaube hervor und man musste an den Randstreifen zum Abkühlen anhalten. Bei einem dieser vielen Zwischenstopps gab es dann mal eine zarte Anfrage von der Gastmutter, ob es nicht doch mal an der Zeit für eine neues Auto wäre. Gastvaters Antwort:

„An old pal doesn’t need a new machine!“, machte die Motorhaube auf, spuckte einmal auf den Motor, Deckel zu und das Auto fuhr, „an old car doesn’t need a mechanic!“

 

Später wurde England Familienland, da mein Bruder dort seine Familie gründete. Meine Kinder lernten so spielend Englisch bei Besuchen und Urlauben, leider meine Nichten und Neffen kein Deutsch. London und die Gegend rund um Torquay in Devon, ließ sich mit oder ohne cream tea and scones immer genießen.

 

 

4 Österreich – Kärnten

Endlich ein Badeurlaub!! Meine Freundin und ich hatten uns so sehr einen Urlaub am Meer gewünscht und wir hatten alles versucht umd unsere Eltern zu solch einer Unternehmung zu überreden. Keine Chance. Wieder keine Adria, aber auch keine Aussicht an Nord- oder Ostsee. Unsere Eltern wollten in den Bergen wandern. Tja, da war Kreativität und eigenes Handeln angesagt. Wir gingen zu zweit ins Reisebüro und ließen uns beraten, holten Angebote ein – das ging auch ohne Internet – und schafften unsere Eltern von der gefundenen Alternative zu überzeugen. Wir fuhren gemeinsam nach Seeboden am Millstätter See in Kärnten. So hatten wir Mädels den Badeurlaub und abends die Disco, der Rest der Familie konnte sich in den Bergen tummeln.

 

5 Dänemark, Norwegen und Schweden – Interrail

Meine Liebe zu Skandinavien entwickelte sich mit meinen ersten eigenen Büchern, die zum größten Teil ihre Schauplätze im Norden hatten und es spielten immer wieder auch Tiere, vor allem Vögel, eine Rolle. Da kam mir das Angebot der Bahn zum halben Preis durch Deutschland fahren zu können und sonst durch ganz Europa (und Marokko) kostenlos sehr gelegen. So fuhr ich mit meinem Bruder und einer Studienkollegin kreuz und quer durch Skandinavien, was sich als schwieriger herausstellte als gedacht. Die Bahnstrecken in Norwegen bilden kein Netz sondern eher einen Stern, alle Linien führen irgendwie wieder zurück nach Oslo oder Trondheim. Doch ich konnte meine andere, damalige, Brieffreundin, Tone, im Süden Norwegens treffen.

Mich überwältige die Natur, die Fjorde, die Leere, das Meer und ich wusste, dorthin fahre ich wieder. Doch vorher, mussten wir wieder heim, allerdings mit Umweg. Da wir noch zwei Tage auf dem Interrail-Ticket übrig hatten stiegen mein Bruder und ich in Kopenhagen in das Zugabteil nach Paris und nicht nach Stuttgart.

6 Frankreich

Zu Fuß durch Paris, weil meinem Bruder und mir das Geld fast ausgegangen war:

Gare du Nord – Gare de l’Est (Rucksäcke ins Schließfach) – Le Centre de Pompidou – Notre Dame – Place de la Concorde – Tour Eiffel – Sacre Coeur – Gare de l’Est (Rucksäcke abgeholt) und ab in den Zug nachhause. Es war ein toller Tag, an den ich mich gerne zurück erinnere.

Mit der nächsten Reise begann meine Liste an Rundreisen, denn es ging von der Normandie aus, immer schön der Küste entlang, bis kurz vor Bayonne zuerst in die Pyrenäen. Dort bestätigte sich wieder wie wenig ich mit Höhenluft zurecht komme. Nach dem dritten Pass ging es mir so schlecht, dass Andorra links rechts liegen gelassen wurde. In Südfrankreich angekommen war die Küste so überlaufen, dass es mit Saintes-Maries-de-la-Mer auch nichts wurde, trotzdem schön im Hinterland, denn wir kamen immer wieder.

Bretagne Juli 1979

7 Italien

Südtirol war das Hauptziel von meinen eigenen Schullandheimaufenthalten. Die Toskana musste natürlich auch mal sein, doch richtig herrlich war Sizilien im Herbst 2016, weniger schön die mitgebrachte Lungenentzündung.

Landschaft bei Montalcino, Ostern 1984

8 Sylt

Nach den erfolgreichen Kärnten-Urlauben versuchten meine Freundin und ich die Eltern nun von der Nordsee zu überzeugen. Ich hatte Erfolg, allerdings durch unerwartete Mithilfe. Mein Vater hatte bei Gesprächen mit einem Kunden über Urlaub und Urlaubspläne gesprochen, Erfahrungen ausgetauscht, konträre Familienwünsche beklagt und hatte irgendwann nicht nur eine Urlaubsadresse abends mit nachhause gebracht, sondern schon dort angerufen. OK, es war nicht Föhr, Amrum oder Sylt, sondern nur Büsum, aber an der Nordsee! Leider ohne Freundin und ihrer Familie, die fuhr wieder nach Kärnten.

Büsum blieb für meine Eltern lange das liebste Reiseziel und später übernahm mein Großvater diese Ferienadresse. Mich zog es aber noch weiter in den Norden.

Die ganz große Liebe, die durch die Familie vom Vater meiner Kinder entstand, ist und bleibt Sylt. Hier erholte ich mich nach der Geburt meiner Tochter um Kraft zu tanken! Hier verbrachten wir auch den ersten Familienurlaub mit schwerkrankem Kind, weitere Urlaube dort sollten folgen und später verbrachte ich meine Herbstferien dort.

Sylt Weststrand Oktober 2008

9 Schweden und seine Inseln

Öland Neptuns Äcker 1982

10 Kreta

Durch meine Freundin aus Studententagen kam ich nach Kreta. Ganz spontan hatten wir beiden unsere Kinder und etwas Gepäck eingepackt und flogen mit einem Billigflieger los. Verspätet gestartet ging im Flugzeug der Proviant aus. Er reichte nur für die Passagiere in den ersten Reihen und ich sehe noch, wie meine Freundin entrüstet aufstand und der Stewardess die letzte Dose Bier aus der Hand riss – die tranken wir dann bei Sonnenaufgang, als wir völlig übermüdet im Süden Kretas angekommen waren und uns beinahe mit der Machete durch Gestrüpp zu ihrem Häuschen durcharbeitet hatten. Auch nach Kreta kamen wir nicht nur einmal, doch am schönsten ist und bleibt der Süden.

Chania Juli 2001

11 Spanien – Costa Brava

Und zwischendurch geht es immer wieder zum Seele baumeln lassen zu meiner anderen Freundin, die seit ihrer Pensionierung in Spanien, an der Costa Brava, lebt.

Tossa de Mar 2015

 

Dem Kind zuliebe auch mal Urlaub alles inklusive. Hat was, wenn man sich um fast gar nichts, außer dem Tauchgerödel, kümmern muss. Zudem machte es großen Spaß zusammen mit den anderen tauchenden Vereinsmitgliedern unterwegs zu sein. So kam ich auch in Länder in die ich als überzeugte Alleinreisende sonst nicht reisen würde, wie …

12 Kuba und

Kuba, Juni 2005

13 Ägypten

Abseits von den ganz großen Touristenhochburgen Hurghada und Sharm-el-Sheik sieht die Welt schon ein wenig anders aus und tagsüber auf dem Boot ging es auch die Hitze zu ertragen. Absoluter Höhepunkt wurde jedoch ein Ausflug nach Jordanien zum Weltkulturerbe Petra.

Schlucht vor Petra, Jordanien, Mai 2012

14 Adria 😀

Endlich, bloß nicht wieder und dann doch noch einmal – Tauchurlaub für den Sohn, Schnorcheln für mich. OK, ich war nur in Kroatien, genauer in Istrien, aber nee, nur nett und nicht mein Ding. Nun stelle ich auch noch fest über die letzte Reise dorthin, 2014, nicht gebloggt zu haben.

Amphitheater in Pula, Istrien 2014

15 Island

Was soll ich dazu sagen 😉 – ich werde wieder dorthin fahren. Ganz sicher. Noch sind nicht alle Bilder von der Reise in diesem Jahr gesichtet und sortiert. Kommt noch. Hier und hier gibt es Berichte der letzten Reisen.

 

Mehr Geschichten über den Sommerurlaub gibt es bei Astrid!

Bis die Tage.

Von einer die auszog um kalte Füße zu bekommen

oder …

Der lange Weg zu warmen Socken – Walblick inklusive!

Ich bin die Frau der Packlisten. Für jede Jahreszeit und alle bisherigen Urlaubsziele habe ich Listen, zudem noch in Varianten für verschiedene Anreisearten. Das minimiert den Stress bei den Reisevorbereitungen. So gern ich reise, Koffer packen ist mir ein Graus. Deshalb Packliste raus und nach Anleitung packen. Jede Liste wird nach dem Urlaub überarbeitet, damit bei der nächsten Reise Unnötiges zuhause gelassen wird und dafür Sinnvolles im Gepäck landet.

Aus mir unerfindlichen Gründen fand ich die überarbeitete Island-Packliste für diese Reise nicht, als ich mit dem Packen begann. Ohne Packlisten bin ich vor einer Urlaubsreise ungenießbar und es packte sich bei knapp 30°C schwierig für zu erwartenden 10°C abwärts. Ich kam mir schon einigermaßen komisch vor mit der Winterjacke unter dem Arm, mit Schweiß auf der Stirn, im dämpfigen Stuttgart in den Flieger zu steigen.

Schon im Flugzeug fiel mir ein, was ich so alles vergessen hatte. Das meiste war verzichtbar, jedoch zwei Dinge fehlten mir ganz besonders auf dieser Reise:

a) Föhn – nasse lange Haare an der Luft trocknen zu lassen ist, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist, keine gute Idee

b) Puschen – in vielen Quartieren ist es üblich, wie in Island generell, die Straßenschuhe auszuziehen und da können die Füße ganz schön kalt werden. In zwei Unterkünften hatte ich Steinfußböden und da genügten selbst meine handgestrickten Wollsocken nicht für eine dauerhaft anhaltende Wohlfühlfußwärme.

Nach einer Woche Reise fand ich, zumindest in der Sockenfrage muss ich für Abhilfe sorgen und machte mich auf den Weg zum nächsten, großen Laden. Es sollte ein Ausflug werden, denn bis zum nächsten großen Ort, Egilsstaðir sind es mal so gute 60 km vom Borgarfjörður aus. Wenn ich mir überlege, mit welchen Distanzen ich zuhause rechne, mir überlege ob sich eine Fahrt nach Stuttgart lohnt – das sind 25 km – und dann manchmal ewig herumeiere, bis ich mich entschieden habe, wo ich was dann tatsächlich besorge.

Aus meinem Tagebuch

Jetzt, in diesem Moment, 3°C und scharfer Wind von Nordost plus Regen, von oben bis zu den Knöcheln gut und winddicht eingepackt verfluche ich zum x-ten Mal diese verf…, blöden, nach links und rechts eingeteilten Funktionssocken! Mir ist es so was von egal, ob sie Druckstellen verhindern, atmungsaktiv sind, nach dem Waschen schnell trocknen. Sie wärmen NICHT! Abgesehen davon hängen diese Mikrofasermistdinger jeden Morgen beim Anziehen an jedem Nagelhäutchen fest und am Abend bleiben sie beim Ausziehen an meinen Fingern hängen.

Nachdem ich wieder einmal den Status ‚im-Fußbereich-ordentlich-runtergekühlt‘ erreicht hatte konnte mich weder ein prächtiger Vogel in zwei Meter Nähe noch ein schöne Blüte begeistern. Lieber setzte ich mich ins Auto, wo ich die Heizung hochdrehen und eine Sitzheizung genießen konnte. Ich hatte noch nie ein Auto mit diesem Luxus, und jetzt verzeiht mir meine Wortwahl, das ist ein geiler Scheiß! Das kann man mit den 30°C Außentemperatur, die gerade so im süddeutschen Raum herrschen, vielleicht nicht so richtig nachvollziehen. Momentan ist ja eher die Klimaanlage der Renner. Doch ich schweife schon wieder ab!

Zurück zum Ausgangspunkt:

  • Ort: 64°N
  • Temperatur: 3°C
  • Monat: Juni
  • Status: kalte Füße

Ich fuhr die gut 60 km um diesem Zustand Abhilfe zu leisten. Unterwegs ging es, Popo warm und Füße kalt, über dem Pass auch noch durch Schneegriesel! Auf der anderen Seite sah die Welt schon etwas freundlicher mit 5°C aus, vor allem auch durch die immer wieder Schnappatmung verursachende Aussicht! Mir war alles egal, voll fixiert auf das Ziel: Warme Füße!

Der Name dieser Marke ist echt Programm und nun mache ich ausnahmsweise mal Werbung, für den Netto in Egilsstaðir. Dort gibt es wirklich fast alles und ich hatte endlich richtig dicke, fette, warme Wollsocken. Yes!

Die große Versuchung dicht daneben mit Lettlopi, Plötulopi und Einband schaffte ich, nach wer weiß wie vielen Kurven dran längs, irgendwie ohne Griff in die Regale, ohne Einkauf zu bewältigen. Ein Kraftakt!

Was allerdings viel wichtiger war: Ich hatte mein Tagesziel erreicht – warme Füße!

Um meine momentane Gefühlswelt noch ein wenig mehr in Ordnung zu rücken gönnte ich mir in der direkt daneben liegenden Tankstelle noch einen großen Pott Kaffee. Ob in Skandinavien oder in Island, es gibt an jeder Tankstelle ordentlichen Kaffee. Ein Segen!! Tja nun, der Tag war noch nicht zuende, wärmetechnisch wiederbelebt stand ich mit meinem Kaffee vor einer Reihe Infotafeln zu sehenswerten Plätzen in der Nähe. Wobei der Begriff Nähe relativ zu sehen ist bei den Distanzen vor Ort. Eine Tafel war sehr verlockend – die vom Mjóifjörður.

Der Tag hatte noch ein paar Stunden, überhaupt wurde es in diesen Tagen nie richtig dunkel. Ideale Bedingungen für mich, die in der Dunkelheit immer ein wenig Probleme mit dem Sehen hat. Aber auf was für eine Strecke hatte ich mich da eingelassen! 18% Gefälle bzw. Steigung – zuerst hoch zu den Schneefeldern und dann in Serpentinen runter zum Fjord.

Ein Haus? Hier? Ja! Also hin!

Ein Wrack! Da musste ich auch hin und meinte in der Ferne noch ein paar Häuser zu erkennen. Also hin und stoppte keine 10 m weiter, da sich auf dem Wasser etwas bewegt hatte.

Musste eine Täuschung gewesen sein. Still ruhte der Fjord. Oder doch nicht?

Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Das konnte kein Vogel mit Bauchplatscherlandung ins Wasser sein. Aber ein Wal, soweit im Fjord? Nee, oder?

Doch!

Selbst nach Tagen, mit dem Abstand durch die Heimreise nach Deutschland, dem Temperaturunterschied, fühle ich, wenn ich mir die Fotos anschaue, wieder die Spannung unter der Haut; das Kribbeln, als sich jedes Härchen vibrierend aufrichtete, wenn die erste Fontäne ausgepustet wurde und danach der Bewegungsablauf – Buckel, Rückenflosse, Schwanzflosse. Dazu auch noch die Geräusche, die einfach dazu gehören, wahrnehmen zu können machte alles zusammen zu einem perfekten Moment.

Kalte Füße?

Völlige Nebensache! 😉

 

Mehr Bilder zum Wal des Tages gibt es auf meinem Blog hierundfort.

12 von 12 im Juni 2017

oder …

Urlaubsalltag

Der erste Blick am Morgen geht nach draußen. Dazu begrüßt mich dieses herrliche Relikt aus Omas Jahren auf dem Fenstersims des Badezimmers 😀 .

 

Der zweite Blick führt auf den Wetterbericht. Hmpf. Tja. Ich nehme jede Wolke, wenn sie kein Wasser lässt und es wird etwas besser werden, als angekündigt. So ist es in Island eben.

 

Der dritte Blick lässt mich Schmunzeln. Wie gestern steht mein Frühstück vorbereitet im Kühlschrank, mit einer netten Nachricht von Margret, meiner Vermieterin.

 

Frühstück mit einer Art isländischem Wochenblatt als Lektüre – eine andere Welt mit anderen Prioritäten.

Erste Station heute ist am Borgarfjörður Bakkagerði, ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohnern, zu „meiner“ Bank. Dort habe ich im September 2015 gesessen und mir vorgenommen hierher zurück zu kommen. Erinnert das Haus im Hintergrund nicht an die Geschichten vom Ollen Hansen?

 

Es ist zu windig zum Verweilen und die inzwischen 5°C fühlen sich nicht kuschelig an. Deshalb bewege ich mich lieber, besuche ich die Elfenkönigin auf ihrem Berg Álfaborg. Trolle, Elfen, Zwerge sind in den Sagas und Geschichten in Island fest verankert. So lebte zum Bespiel im Njarðvík das Ungeheuer Naddi.

 

Auf der Passstraße hoch zum Vatnsskarð, der in den Wolken liegt, und hinaus aus dem Fjordgebiet des Borgarfjörður und der Bucht Njarðvík, hinein in die Ebene Héraðssandur.

 

Lakritz-Diät 😉 und danach dann doch noch etwas leckeres im Warmen – Kaffee mit Kleinur, einer Art isländischem Doughnut, den ein Hauch Kardamom einzigartig macht.

 

Zurück in die Bucht Njarðvík, wo irgendwo, ganz weit in der Ferne, mein Quartier liegt.

 

Bloggen zum Tagesabschluss im 1970er Ambiente und allem was der Gesundheit gut tut – Tee, Wasser, Schnupftuch.

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.

Woche 23/2017

oder …

Unterwegs in Island

Wenn ich Bekannten von meinen Urlaubsplänen erzähle schütteln sie die Köpfe. Für jemanden wie mich, die erst über 25°C betriebsfähig wird, fallen Skandinavien und schon ganz und gar Island völlig durch das Raster geeigneter Urlaubsziele. Und trotzdem tauschte ich freiwillig die annähernd 30°C gegen momentan trübe 3°C. Lieber wären mir da schon die herrlich sonnigen 13°C, die ich gestern hatte. Aber ich will nicht meckern, denn ich bin genau dort, wo ich sein wollte. Keine Rundreise sollte es dieses Mal werden, sondern ein gezieltes Anreisen an zwei bestimmte Orte. Nach einigen Tagen auf den Westmännerinseln ist mein zweites Ziel beinahe der äußerste Osten Islands, mit Zwischenstopps in Höfn und Djupivogur.

Blick von Heimaey auf das Festland

 

Am Jökulsarlon im Regen

 

Die Skulptur in Djúpivogur steht nach zwei Jahren noch, leicht verändert. Der Stuhl steht nun an Fuß der Installation.

Blick aus der Gallerie „Free Villi“ in Djúpivogur auf den Hafen

 

Gedanken
Es ist nicht so, dass ich ungern arbeiten gehe. Im Grunde gehe ich gerne in die Schule, mag es zu unterrichten. Viel weniger mag ich putzen, bügeln, den Haushalt in Ordnung halten. Ganz schlimm finde ich die Steuererklärung oder das Einreichen der Arztrechnungen, auch wenn ich gerne das Geld zurück bekomme.
Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte ich, ist, dass Ferien und Urlaub zwei unterschiedliche Dinge sind. Das stelle ich wieder einmal fernab von Schule, Haushalt, Familie und Katern fest. Ferien sind toll, da will ich mich nicht beklagen. Urlaub ist etwas anderes, zwar auch Tage ohne aktiven Broterwerb aber Tage weg aus dem Umfeld mit seinen sonstigen Verpflichtungen, wie Ablenkungen. Im Alltag und zuhause abschalten zu können fällt mir zunehmend schwerer. Trotz Meditation ist in mir eine ständige Spannung, die die Arbeit von manchem Therapeuten erschwert (hat). Mit einem schwerkranken und einem sehr lebhaften zweiten Kind alleinerziehend und berufstätig galt ich als organisierte Powerfrau, die nebenbei noch kreativ und in Ehrenämtern unterwegs sein konnte. Es hieß Kopf hoch, Pobacken zusammenkneifen, Zähne zusammenbeißen, durchhalten und bloß nicht schlapp machen. Zwischen über Jahre kultiviertem „Reiß’ Dich zusammen!“ und dem nun gewünschtem „Machen Sie sich doch mal locker“ muss erst eine Brücke gebaut werden. Wenn da nicht meine Sorge wäre wie ein Kartenhaus zusammenzufallen, wenn ich tatsächlich loslasse. Wie das geht habe ich erlebt, kaum dass das erste Kind aus dem Haus war!
Ein Stückchen Loslassen übe ich jetzt, indem ich zwei Jahre eisern Gespartes in wenigen Tagen mit Genuss ausgebe, in einer herrlichen Umgebung, ab und an mit dem Luxus eines guten Essens, das mir an den Tisch gebracht wird und ein warmes Quartier – nicht bei Hempels unter dem Dach 😉

Seele baumeln lassen, Pflanzen finden und Vögel beobachten oder nur sitzen und schauen, was das Wetter so macht.  Mehr Pflanzenbilder zeige ich auf meinem Blog hierundfort.


Erkenntnis bzw. Einsicht
Vor mir zwei Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, nach oben, zum Wanderweg der zum höchsten Punkt der Insel Heimaey, Island führt. Sehr verlockend. Oben fliegen Vögel und der leichtere Weg führt dicht an einem Felsen mit brütenden Möwen vorbei. Mein linker Fuß schmerzt erträglich, die Muskeln jammern auch nicht, also los. Schon nach den ersten Metern bin ich leicht verunsichert, denn ich fühle mich trotz guter Schuhe nicht trittsicher. Das ich nicht schwindelfrei bin ist eine andere Sache, die zur Erschwernis dazu kommt. Kurz vor dem Vogelfelsen entscheide ich mich zur Aufgabe. Tief durchgeatmet beobachte ich noch zwei Papageientaucher und rutsche, lieber sicher als schick, auf dem Hosenboden die nächsten paar Höhenmeter hinunter. Die letzten Meter abwärts schaffe ich wieder als Zweibeiner. Schluss ist! Ab jetzt verzichte ich auf Touren in die Höhe. Ebenerdig kann man zwar auch fallen, wie ich schon bewiesen habe, aber nicht so tief.
Berge sehen von unten und von der Ferne aus mindestens ebenso schön aus. Dazu gibt es um mich herum und zu meinen Füßen so viel Schönes zu entdecken, was mir von hoch oben entgehen würde.

Strandspaziergang kurz vor Mitternacht

 

Beobachtung, die kein Mensch braucht, mich aber erschreckt
„Wo Du auch immer hinschaust!“ höre ich meine Mutter sagen. Aber was soll ich machen? In manchen Dingen blind erkenne ich anderes, ohne gezielt zu beobachten, aus den Augenwinkeln. Wenn sich Handlungen stetig wiederholen, wie ein „Mama, Mama,…“ oder der tropfende Wasserhahn, das monotone Klappern einer Tür schaut man doch irgendwann mal nach, bzw. hört hin, reagiert. Mit dem Auto unterwegs stehe ich zwangsläufig immer wieder auf Parkplätzen, um Pausen zu machen, Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ein paar Schritte zu laufen, oder körperlichen Bedürfnissen zu folgen. So fiel mir in den Tagen wiederholt auf, wie viele Männer aus Klohäuschen kommend sich erst vor der Tür, in aller Öffentlichkeit, Hose und anderes zurechtrücken. Welche Schlussfolgerung ich denn daraus ziehen? Für mich ganz klar: Keine Hände gewaschen!. Damit will ich eine Bevölkerungsgruppe nicht schlecht machen. Sie orten sich mit diesem Verhalten nur offensichtlich. Viele Frauen ziehen sich in den Waschräumen eher ihren Lippenstift nach und erneuern ihr Deo, statt hygienischen Prinzipien zu folgen. Nationalitätenübergreifend.

 

Ärgernis

Ich komme von einer Wanderung zurück und habe einen Sprung in der Windschutzscheibe vom Mietwagen!

 

 

Wenn sich doch der Husten endlich verabschieden könnte!

Allen Zuhause wünsche ich eine schöne Woche!

 

 

Entlang der Costa Brava auf der Carretera Nacional N-II

oder …

Verirrt in Barcelona!

Sechs Stunden Fahrzeit für rund 160 km sollten von Pals nach Barcelona ausreichen, selbst wenn es gebührenfrei nicht über Autovia oder Autopista gehen soll. Tollstes Wetter versprachen eine angenehme Fahrt entlang der N-II (N2), der alten Nationalstraße, die von der französischen Grenze aus über Barcelona nach Madrid führt.
Noch einmal Routensuche ohne GPS und Navi, wenig unterstützt durch unübersichtliche Straßenbeschilderung, nur mithilfe einer Straßenkarte.
Noch einmal ein Stopp in Tossa de Mar um den Parkscheinautomat zu überlisten! HA! Yes! Geschafft!
Noch einmal durch schmale Straßen stromern, altes Gemäuer bewundern.
Noch einmal Küste und Meer sehen und spüren, bevor es nachhause geht.
Noch ein letztes Gläschen Rosado, gemütlich, in der Sonne mit Blick aufs Meer.
Noch ein Fläschchen Wasser mit einer Tüte Chips, vom Discounter, am Strandweg vor Bardalona.
… und dann …
Noch geschafft, gerade so, das Auto abzugeben und die Tasche aufzugeben!
Noch ein Glas Becher Wein mit Blick auf die letzten Passagiere vor mir in der Warteschlange kurz vor Boarding-Schluss auf dem Flughafen El Prat.
Ein Abenteuer.

Von Pals über Sant Feliu de Guixols nach Tossa de Mar – total entspannt

Ohne Worte.

Getting lost in Barcelona

Mit Worten.

Im Sachen verlieren und sich verirren bin ich Profi. Meine Kinder können Geschichten darüber erzählen! Häufig komme ich damit ganz gut zurecht, finde immer mein Ziel, nutze dazu Kreativität oder den Sonnenstand und habe auf den Umwegen einige richtig schöne Plätzchen entdeckt.

Getting lost is not a waste of time!

Unvergesslich sind meinen Kindern Irrfahrten in England, vor allem eine in London.
Wir waren unterwegs zu meinem Bruder und seiner Familie, die in dieser Zeit in Streatham, im Südwesten Londons wohnte. Bei der Anreise verfehlte ich auf einer der Umgehungstraßen eine Abfahrt und landete irgendwann spätnachmittags zur Feierabendzeit am Crystal Palace. Das wäre mir nicht passiert, wenn ich die Straßenkarte beim Auto packen in der Garage zuhause nicht von hier nach dort gepackt und zuletzt liegen gelassen hätte. Orientierungslos rief ich meine Schwägerin an, in der Hoffnung sie kann mir erklären wie ich von hier zu ihnen kommen kann.
Ganz so einfach war das jedoch nicht.
Selbst wenn sie ihre zwei kleinen Kinder ins Auto gepackt hätte wäre sie zu dieser Tageszeit eine gefühlte Ewigkeit für unsere Rettung unterwegs gewesen und dummerweise schloss der kleine Kiosk am Bahnhof von Crystal Palace kurz bevor ich auf die Idee kam dort eine neue Stadtkarte für London zu kaufen.
Am Ende eines weiteren Telefonats fragte ich einfach nur: „Wenn jetzt um 17:00 Uhr an meinem Standort die Sonne im Westen steht, wo liegt dann Streatham?“ – Antwort: „Im Westen!“
So fuhren wir der Sonne entgegen, bis zum Untergang. Die Kinder hatten die Aufgabe nach bekannten Dingen Ausschau zu halten, was sie auch mit Begeisterung und letztlich erfolgreich taten: „Mutti! Der Park! Der Park!“, „Da ist der Spielplatz!“, „Der icecream shop! Bekommen wir jetzt ein Eis, weil wir den entdeckt haben?“, „Sainsbury’s!“! Tolle Navi-Kinder. Den Rest des Wegs fand ich dann alleine ! 😉

Allerdings kommt an dieser besonderen Art der Stadtrundfahrten nur dann Freude auf, wenn einem kein Zeitdruck im Nacken sitzt, der Tank voll ist, man nicht in einer Sackgasse landet und es draußen noch hell ist!

In Barcelona war alles anders.
Ich war spät dran, die Sonne ging unter, der Tank war fast leer. Einzig die Sackgasse blieb mir erspart. Dafür stehe ich bei dieser Tour unverhofft an der Casa Batlló und hätte so gern einfach das Auto abgestellt und die Gegend erkundet!

Doch dazu war es zu diesem Zeitpunkt einfach zu spät.

Dieses Mal wurde Verirren anstrengend und egal was ich versuchte, es lief richtig blöd!

Es fing an als ich in Bardalona um 16:30 Uhr feststellte, die Straßenkarte mit der geplanten Route durch Barcelona fehlt! In Tossa hatte ich sie noch. Tja.
Richtig nervig wurde es als es langsam dunkel wurde.
Richtig unter Druck stand ich, nachdem ich irgendwann in einem Kreisverkehr die falsche Ausfahrt gewählt hatte, es 17:30 Uhr war, eine halbe Stunde vor Abgabetermin vom Auto am Flughafen, und ich immer noch irgendwo in den Straßenschluchten Barcelonas irgendwie im Verkehrsstrom mitschwamm. Tja.
Einbahnstraßen-Straßendschungel, mehrspurig, spärlichst beschildert und kein Piktogramm für den Flughafen weit und breit zu sehen. Tja.

Es wurde eng, verflixt eng.

Nach einer Stunde Irrfahrt ohne ein Schild mit einem Flugzeug darauf zu sehen, das zum Flughafen leitete, endlich ein bekannter Name auf einem Verkehrsschild, „Sants“, ein Stadtviertel mit einem großen Bahnhof. An einem Bahnhof stehen Taxis. Taxifahrer kennen sich aus. Rettung!
Mein Plan war ein Taxi anzuheuern um mich bis zur nächsten Tankstelle auf direktem Weg zum Flughafen eskortieren zu lassen.
OCH, NEE, Einfahrt verpasst! Ich fluchte alle mir bekannten Flüche in Rekordzeit ab, sah links von meinem Augenwinkel ein Taxi, blieb an der Ampel trotz grünem Licht stehen, ließ das Fahrerfenster runter, lehnte mich raus und signalierte hektisch gestikulierend einem Taxifahrer irgendwelche Zeichen. Irgendwie interpretierte er diese Signale total richtig als „Notstand“  (oder er wollte sich die Vorstellung, wie eine Bekloppte versuchte aus dem Fahrerfenster zu hechten, komplett anschauen), hielt auch an und blockierte damit die andere Spur.
Ich: „Airport?“
Taxifahrer: (es klang wie …) „Huch!“
Ich: „Which way? (ich zeigte auf den Kreisverkehr) First right, second right, straight, ….?“
Taxifahrer: (es klang wie …) „Häh?“
Ich: „Please!!! I’m lost! Airport?“
Es hupt um uns herum ohne Ende!
Taxifahrer: „Right, primera (… verstand ich nicht … ), then bridge.“
Ich: „Primera right or left (ich wedelte meine Hände)?“
Taxifahrer deutete auf meine linke Hand.
Das Hupkonzert steigerte sich. Die Ampel wurde rot! Zeit gewonnen! Ich vergewisserte mich noch einmal: Erste rechts, erste links, dann müsste eine Brücke kommen und „then easy!“
Es wurde wieder grün und unsere Wege trennten sich. Aufatmen, bis zum ersten linken Abzweig.
Nee, oder?
Gesperrt!!
Mannomann aber auch. Schnell denken. Nichts war’s mit „then easy!“. Ich bog die darauffolgende Straße links ab und wünschte mir schon auf den ersten Metern genau DAS nicht getan zu haben. Einspurige Straßenschlucht. Miniaturbürgersteige rechts und links.
An der nächsten Querstraße sah es rechts und links genauso aus. Also geradeaus weiter, bloß nicht abbiegen. Die nächste wieder, die darauffolgende auch, danach noch einmal, noch einmal, noch einmal und eine Ampel. Was tun? Links oder rechts? Von links hatte ich genug und nahm rechts, landete nach kurzer Zeit wieder in einer Einbahnstraße, aber zweispurig. Ein Fortschritt. Der Verkehr geriet ins Stocken. Ein Rückschritt. Aber auch die Chance die Brille herauszuholen um vielleicht ein Internetpaket zu laden, damit ich den Navi aktivieren kann, damit ich Spanien dazubuchen kann, damit ich vielleicht noch mein Flugzeug erreiche. Bloß bei dem miesen Licht nach Sonnenuntergang war diese Aktion mitten im Verkehrsgeschehen extrem schwierig zu bewerkstelligen. Dann doch lieber wieder Passanten ansprechen. Fenster runtergelassen, aus selbigem herausgelehnt und einen jungen Mann angesprochen:
Ich: „Airport?“
Er: (ein déjà-vu, es klang wie …) „Huch!“
Es war 18:15 Uhr. Eine Viertelstunde nach Auto-Abgabetermin auf dem Flughafen. 50 Minuten vor dem Boarding. Ich war immer noch IN Barcelona!
Ich wiederholte mich: „Airport? Please!“
Der junge Mann lief dann im langsam wieder fließenden Verkehr neben meinem Auto mit, suchte nach englischen Worten, fragte dann andere Passanten, sagte dann, dass er glaubt am nächsten Kreisverkehr zu wissen, wie es weiter geht. Also packte ich den Burschen auf meinen Beifahrersitz für die nächsten 500 m. Am Kreisverkehr ging es eine der vielen Straßen links ab und mein Guide stieg aus:
Er, mit den Händen geradeaus wedelnd: „To the big circle! BIG circle! Sign airport!“
Ich: „You’re sure with a sign?“
Er: „Sure. Sign. Circle. BIG!“ und er macht Zeichen für einen großen Kreisverkehr. Mit jedem neuen Ansatz mir zu zeigen, wie groß der Kreisverkehr ist, wurde der Kreis größer und größer! Bevor der Kreis noch größer wurde verabschiedete ich mich von dem jungen Mann.
Der Kreisverkehr kam tatsächlich, auch das Schild zum Flughafen. Alles war wirklich groß und unübersichtlich und ich natürlich auf der falschen Spur. Was sonst?
In diesem Moment erinnerte ich mich an die Instruktionen meiner Schwägerin für den Straßenverkehr in der Londoner City: „Keine Unsicherheit zeigen! Abstand zu den anderen Autos nur so viel halten wie unbedingt nötig! Und durch! You understand? Be aggressive!“. So ging ich jetzt vor, mit Blick auf das Flughafenschild, Spuren gewechselt und ab auf die Schnellstraße! Woohoo! Es hatte nicht einmal ein Auto gehupt! Licht am Horizont! Wieder ein Schild in Richtung Flughafen und eine Tankstelle.
Es wurde 18:30 Uhr. Voll getankt. Das Auto war bereit zu Abgabe. Alles wird gut, redete ich mir ein und war 18:40 Uhr tatsächlich kurz vor dem Flughafen. Fünf Minuten später hatte ich das Auto abgestellt und wartete auf die Ab- und Übergabe, langsam abatmend, dumdidumdidum, Däumchen drehend in einer Warteschlange, in der es nicht voran ging. Sollte meine Abreise im letzten Moment an der schleichend langsamen Abwicklung von der Rückgabe des Autos scheitern?
18:55 Uhr hatte ich die Reisetasche aufgegeben, ohne Wartezeit! Drei freie Schalter und egal welche Spur ich genommen hätte, ich hatte freie Bahn ein freies Band für meinen Koffer.
19:05 Uhr lagen die Sicherheitskontrollen hinter mir. Während ich mir Gürtel, Stiefel etc. wieder auf den Körper packte und meine elektronischen Utensilien zusamme entdeckte ich, dass der Bursche bei der Fahrzeugübergabe ein Papier nicht abgerissen und meine Kopie nicht abgezeichnet hatte! Puh! Noch einmal zurück? Nö. Jetzt ist’s egal. Das Boarding hatte noch nicht begonnen und ich dachte mir:
„Nun ein Glas Wein! In aller Ruhe! Abschied von Spanien mit Stresssymptomen geht gar nicht!“
So beobachtete ich in Ruhe den Beginn vom Boarding meines Flugs, trank mein Weinchen, wartete geduldig den ersten „Last Call“ ab, den zweiten ebenso und war trotzdem nicht die Letzte, die ins Flugzeug einstieg.  In der Zwischenzeit nahm ich mir vor, wenn ich schon mit so viel Elektonik-Schischi unterwegs bin:

„Niemals mehr durch Barcelona ohne Navi oder ähnlichem!“,

obwohl ich mich kürzlich in der Karlruher Innenstadt gerade wegen der Navi-Anleitung ordentlich verfranst hatte. 😀

Tierische Nebenschauplätze unter Spaniens Sonne

oder …

Wer guckt denn da?

Vernebelte Dogge


Und gleich noch einmal.

 

 

Gekko auf Ausschau

 

 Nachtrag: Gekko-Suchbild (für Ute)

 

Frau Möwe, alles unter Kontrolle …
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die Hotelgäste, wie Artgenossen.
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Selbst die Katzen parieren auf Kommando, …

räumen brav das Feld!

 

Anderer Ort, andere Katze. Keine Gäste? Freut sich die Katz‘!

 

Ob’s am Bier liegt, dass die Gäste fehlen? 😉

Schönes Wochenende!

Hoch zum Castell del Montgri

oder …

Ein Stück Costa Brava von oben gesehen

Von den Reisfeldern in der Flussmündungsebene des Ter aus fällt das Auge immer wieder auf eine Reihe grauer Hügel, vor allem auf dem höchsten, direkt hinter Torroella. Dort oben thront unübersehbar auf dem Gipfel des Montgris der Inbegriff einer mittelalterlichen Burg – das Castell del Montgri.

Tatsächlich steht hier nur eine Burgmauer. Das Innenleben wurde nie fertiggestellt, seit rund 700 Jahren. Um zur Burg zu gelangen muss gelaufen werden, denn es führt keine Straße nach oben. Es dauert für Fußkranke, wie mich, ungefähr eine Stunde vom Ort bis auf den Berg. Leider hatte ich meine Wanderschuhe zuhause gelassen und das mitgebrachte Schuhwerk war eigentlich nicht für unebenes, steiniges Gelände geeignet. Hmm, es war ein wenig leichtsinnig, so ausgerüstet die Strecke hochzulaufen. Doch im Vergeich zu einem vor mir laufendem Pärchen war ich bestens gerüstet. Meine Stiefel an den Füßen und die Schultertasche quer getragen waren unter Garantie besser, als die Ballerinas und die Handtasche der jungen Frau. Keine Entschuldigung, beides dämlich und riskant.

Der anfangs breite Wanderweg windet sich in Serpentinen den Hang hoch und wird immer schmaler, steiler und steiniger. Irgendwann konnte ich die Burg für eine Weile nicht mehr sehen und überlegte mir lieber wieder umzudrehen und den Rückzug anzutreten.

Berghoch zu kraxeln ist wahrlich nicht so mein Ding. Das Gemsen-Gen ist bei mir rezessiv angelegt und zeigt seine Wirkung erst in der nächsten Generation, bei meinem Sohn – er klettert gerne. Ich finde Bergtouren eigentlich ätzend und genieße den Anblick von Bergformationen am liebsten von der Ebene aus, liebe die Erfindung von Zahnradbahnen und Seilbahnen. Aber nun war ich einmal zu Fuß hier oben und wollte den Rest nun auch noch schaffen. Sch…schuhwerk hin oder her.

Oben angekommen war die wunderbare Aussicht über die Bucht zwischen L’Estartit und Pals eine herrliche Belohnung, wie auch der Blick über die Ebene des Ter mit dem Reisanbaugebiet.

 

 

Und dann die Burg selbst!

 

Wie vorher schon gesagt besteht dieses Castell nur aus einer Mauer und vier Türmen. Der Ausbau wurde vor der Fertigstellung gestoppt. Viele hundert Jahre später, in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, wurde ein Turm mit einer Wendeltreppe ausgerüstet und der Wehrgang für Besucher ausgebaut.

 

Diesen Turm kletterte ich auch hinauf und klebte, oben angekommen, erst einmal an der Wand! Nichts für Karins mit Höhenangst! Auf mein „ups“ reagierte der Partner der Ballerina-Handtaschendame: „Do you need help?“ und die brauchte ich wirklich, um mich von der Wand wegbewegen zu können. Mit einer Schulter zum Festhalten klappte es mit einem Rundgang um den Wehrgang. Dank an den jungen Mann und auch an seine Freundin, dass sie mir ihren Freund ein paar Minuten ausgeliehen hat.

Der Rückweg zum Auto dauerte knapp 30 Minuten. Doch zuerst noch einmal ein Blick zurück!

Ab jetzt genieße ich wieder den Blick auf das Castell von der Ferne aus, wie hier von Els Masos de Pals aus.

 

In den Reisfeldern von Pals

oder …

Vor dem Montgri

Es wird Reis in Spanien angebaut! Kaum zu glauben, aber, klar, das Nationalgericht im Osten Spaniens ist Paella. Keine Paella ohne Reis und der wird in Katalonien angebaut, hauptsächlich in der Gegend rund um Valencia. Aber auch in der Gegend rund um Pals, am Fuß des grauen Berges, dem Montgri, finden sich weite Flächen, auf denen Reis steht. Jetzt im Herbst wird er geerntet und auf den freien Flächen tummeln sich Vögel in Mengen!

Seit Jahren hatte ich keine Störche mehr gesehen und schon gar nicht in dieser Anzahl. Doch bevor ich mich auf Fotografierweite herangepirscht hatte flogen alte Bekannte vor mir auf – Stare, viele Stare, die sich vom grauen Himmel und Regen nicht verscheuchen ließen.

 

 

 

Mich vertrieb der Regen dann schon. Regen in überfluteten Reisfeldern macht keinen Spaß! Dafür dreckige Stiefel, nasse Füße und der Rest an mir war auch nicht mehr salonfähig.

Tags darauf sah die Welt deutlich besser aus, wie auch die Chance Störche vor die Kamera zu bekommen. Doch zuerst einmal wieder Stare und Möwen.

 

 

 

 

Interessant war, dass sich fast alles Federvieh nach rechts orientierte, egal ob Stare, Möwen, Reiher oder Störche.
Doch einer entschied sich dann doch um, drehte die Kurve und zeigte mir wo es lang gehen sollte für den Rest meines Tages.