Woche 36/2017 – die letzte Ferienwoche

oder …

Vorbereitungen auf das neue Schuljahr und eine alte (Schul-)Tasche aufgepimpt!

Montagmorgen entschied ich, nach einer unglücklichen Bewegung, kein abschließendes Resümee zu den großen Ferien aus meiner Sicht zu schreiben. Beim Nasespülen reichte eine falsche Bewegung beim Griff nach einem Handtuch und die Hexe hatte zugeschlagen – kein Wunder nach fünf Wochen ohne Sport. Ist so, das Leben geht weiter, auch mit Aua und überhaupt.

In der Schule tut sich einiges, inklusive ersten Sichtungen des Klassenzimmers und meiner Fachräume (steht noch alles so wie es soll nach der Partnerstadtolympiade?), Treffen mit Kollegen, der ersten Konferenz, … und einer schönen Überraschung in meinem Klassenzimmer. Damit, dass in meiner restlichen Lehrerlaufzeit die Fenster repariert werden rechne ich nicht mehr, aber was da gerade eingebaut wird gefällt mir auch recht gut, bringt meine Augen zum Leuchten – blink – und die meines Teamkollegen auch. Ich werde berichten.

Der erste Schulbesuch vor dem Ferienende beinhaltet eigentlich:

  • die Rückkehr der Schultasche in die Schule, wo sie auch den Rest des Schuljahres bleiben wird – Schultasche eben
  • den Auszug der Kaffeetasse aus der Spülmaschine, denn nach fünf Wochen in dieser ist sie entseucht genug für das kommende Schuljahr
  • den Arbeitsplatz im Lehrerzimmer einrichten, nach Plan, denn vor Schuljahresende habe ich mir eine Liste (WOHIN habe ich WAS hingeräumt?) in den Schrank gehängt – wer jetzt sagt: „Voll, die Lehrerin!“ bekommt Haue, echt!
  • nette Gespräche mit lieben Kolleginnen und Kollegen, anfangs noch entspannt
  • den Erhalt vom neuen Stundenplan, wodurch sich die Gespräche etwas unentspannter entwickeln
  • so eine Art Warmlaufen in die Schulroutine
  • und die Lektüre diverser Schreiben des Kultusministeriums inklusive des Briefs der Kultusministerin zum Schuljahresbeginn – im Ernst, ich fand das Gespräch mit unserem Ex-Kultusminister, das ich im Laufe der Ferien führen konnte (Facebook-Freunde haben eventuell das Bild gesehen) konstruktiver und motivierender

 

Zuhause brachte ich ein paar Ferienprojekte zuende, wie das vermaledeite, prüfungsrelevante Herbarium für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin. Es könnte noch ein paar Fotos vertragen, oder ein paar Texte, aber nee, Ende Gelände, Schluss, aus, fertig, babbela. Bilder davon gibt es ein anderes Mal. Ist schon ganz schick, und anders als die anderen, geworden und alleine schon deshalb ein paar Bilder wert.

 

Das Patchwork-Projekt für das Baby einer Kollegin ist fast fertig genäht und benötigt nur noch ein paar Stiche zum fertigen Quilt. Auch von diesem Werk gibt es erst später Bilder. Erst muss es verschenkt sein, sonst ist es ja keine Überraschung mehr, oder? Alternativ biete ich ein paar Eindrücke vom Nähen mit Kater und unserem Kampf um den Besitz des Nahttrenners! Angus liebt genau DIESES Teil heiß und innig. Wenn ich es nicht in einer Schublade verstecke findet er ihn! Wenn ich ihn in der Hand habe möchte er ihn! Dieses Mal nähte ich ihm beinahe in die Pfote!

 

Und dann stand ich vor meiner in die Jahre gekommenen Frühstücks-/Laptop-/Irgendwas-Transporttasche, die mich eigentlich bis zu meiner Pension hätte begleiten sollen. Es ist zweifelhaft ob dieser Schulterriemen noch sieben Jahre durchhalten wird. Dazu haben die Kater einigen Schaden an der Oberfläche angerichtet, nachdem sie die Tasche als Ersatzkratzfläche benutzt hatten. Sie bröselt an einer Seite mächtig.

Neue Tasche kaufen? Nee, nicht wirklich!

Alte Taschen gesichtet und eine gefunden, die ich, ursprünglich auf einem Afrika-Markt gekauft, auch schon als Proviant- und Notenlistentransporttasche verwendet hatte. Viel benutzt hatte sich in ihr das Futter in der Tasche begonnen an den Nähten aufzulösen und nach einigen Auslaufunfällen von Tee, Saft & Co. waren etliche Flecken unappetitlich nicht mehr zu übersehen (die Fleckenseite zeige ich hier nicht, das Szenario darf sich jeder selbst ausmalen). Von außen immer noch intakt konnte ich mich jedoch nicht von ihr trennen. Deshalb hing sie lange im Keller, bis jetzt. Einmal umgedreht erschien mir eine Wiederbelebung, ein Upcycling, machbar. Katerchen stimmte mir zu.

Futter gesichtet, rausgetrennt, Muster leicht verändert auf einen eigentlich ungeliebten Stoffrest übertragen, zugeschnitten, genäht und voilà … wie Phönix aus der Asche ist das alte Provianttäschchen neu belebt. Jetzt noch das Futter am Rand und am Boden festnähen, einräumen, Equipment (Schlüssel und Haarspange) anpinnen und Montag kann es losgehen.

Bei diesem Nähwerk benutzte ich zum ersten Mal Nähclips und ich finde sie ideal für gerade Nähte. Schwupps dran und genauso schnell wieder entfernt. Einziger Nachteil: Angus mag sie auch! Hmpf!

 

Mit dabei mein neuer Leererkalender (kein Schreibfehler) mit Foto von mir auf dem Einband. Es ist das siebte Exemplar aus diesem Verlag, das mich nun ein Jahr begleiten wird. 2014 hatte ich über diesen etwas anderen Kalender schon einmal berichtet (Link zum Blogpost).

 

 

Für die Baden-Württemberger Schulkinder und Eltern: Guten Start ins neue Schuljahr!

Ansonsten, alles Gute und bis die Tage,

Karin

 

Schlüsselanhänger mit Katze

oder …

DIY mit Schrumpffolie

Im Dezember 2016 hatte ich frustriert einen Versuch mit Kunststoffmüll abgebrochen. Mich hatte ein Video auf Youtube inspiriert gehabt und, obwohl ich mitten in vorweihnachtlichen Aktivitäten war, verflixt viel Zeit in eine ganze Reihe an Fehlversuchen gesteckt.

Nun fand ich, ganz nebenbei, die Schachtel mit dem ganzen Kram und das Päckchen Schrumpffolie – gut abgehangen seit Dezember. Die Versuche mit dem frisch gewonnenem Buch, Neues aus der zauberhaften Papierwerkstatt, müssen also weiter warten. Zudem hat der verflixte Kater das beigelegte Material verspielt.

Mithilfe von einfachen Folienstiften kann die Schrumpffolie bemalt werden. Bitte darauf achten, dass es Permanentschreiber sind!

Mit der Schere die Folie mit dem gemalten Bild ausschneiden. Dabei einen Rand stehen lassen und einen Platz berücksichtigen wo das Loch hinkommen soll. Ich verwendete zum Loch stanzen eine entsprechende Zange. Es geht aber auch jeder Locher.

Backofen auf 175°C vorheizen. Das Kunststoffstück auf ein mit Backpapier (keines mit Wabenmuster nehmen, denn dies drückt sich auf dem Kunststoff ab!) abgedecktes Backblech legen und für kurze Zeit in den Backofen schieben. Das geht recht schnell! Sobald das Kunststoffstück geschrumpft ist aus dem Backofen nehmen – Handschuhe! – und sofort mit einem geeigneten Gegenstand flach drücken. Der Kunststoff wellt sich gerne beim Abkühlen. Ich verwendete eine kleine gusseiserne Pfanne. Falls es doch wellig wird einfach noch einmal in den Backofen zurück legen.

 

Wie eingangs beschrieben hatte ich die Versuche mit Kunststoffabfällen abgebrochen und mir Schrumpffolie gekauft. Ich verwendete die unten abgebildete Folie. Sicher geht auch jede andere, die für diese Zwecke im Handel angeboten werden.

Übrigens, dadurch dass die Folie ruckzuck schrumpft entwickelt sich auch kein nennenswerter Geruch nach Kunststoff.

 

Mit vielen Grüßen und bis die Tage,

Karin

 

Unpassendes zusammenpassend bekommen

oder …

Upcycling mit Vorgaben

 

Be my Bastel-Beast (oder Punk ist nicht tot, Punk bastelt jetzt) lautete der Blogpost von fraumasulzke. Die beschriebene Idee zum Zeitvertreib hörte sich verrückt genug an um mitzumachen.

Material:

  • 1 rosa Heftumschlag
  • 1 einsame, verwaiste Socke
  • Perlen

Anleitung:

  • Keine. Macht halt was draus, was lustig, schön, praktisch oder nicht oder einfach nur Trash ist.

Anmerkungen:

  • Gibt es eine Reihe, die bei fraumasulke nachzulesen sind. Ich habe mich dran gehalten, das Bernsteinzimmer nicht verwendet und auch kein Uran.

 

 

Die Anfänge waren heiß. Die erste Idee kam nämlich beim Bügeln. Verbrannte Finger inklusive landete das Zwischenergebnis im Backofen.

Meine Anmerkungen:

  • gut lüften
  • nicht mit kleinen Kindern versuchen

Eigentlich wollte ich aus dem Heftumschlag Eierbecher herstellen und die Socke zu Warmhaltemützen umfunktionieren, die Perlen statt Bommel. Doch als ich abends aufräumte – wobei ich nie die Sachen einfach so zusammenschiebe, sondern eher zusammenlege – hatte ich plötzlich ein anderes Ergebnis vor mir liegen.

 

So kamen die Eier wieder in den Kühlschrank, um tags darauf in der Pfanne zu landen.

 

Also doch ein Monster, mit dem Blick wie Bert von den Krümelmonstern, ein Sockenmonster mit Augenbrauen wie Theo Waigel.

 

Noch voll, in den Gedanken, auf Socke eingestellt schnitzte ich das Brot zur Socke zurecht und das Ei musste irgendwie dort hinein. Mit viel Tricks klappte das auch und die Olive gab es als Perlenersatz obendrauf. Wenn schon dann richtig.

Das kreative Intermezzo war lustig, das Ei lecker. Was will ich mehr. 😀

 

Bis die Tage,

Karin

Woche 28/2017

oder …

Unrund!

Die Woche fing so gut an um dann zur Wochenmitte ins Stolpern mit gruseligem Ende zu kommen.

Im Schul-Garten

… können die ersten Gurken geerntet werden. Richtig lecker ist die allgemeine Meinung. Leider müssen wir auch bemerken, wie plötzlich die paar wenigen schwarzen Johannisbeeren verschwinden, bevor sie im Essig landen konnten. Auch die ersten reifen Brombeeren wurden „fremd geerntet“. Wirklich schade.

Ins Glas

… landete am Ende dieser Woche das meiste Obst bevor es ungenießbar wurde. Ich bin und bleibe eine Gemüseesserin. Obst mag ich nur, wenn es geschält und portioniert vor mir liegt, nicht zu sauer ist und auch nicht zu süß. Vielleicht mag ich deshalb Erdbeeren und Aprikosen. Ich hatte es morgens nicht geschafft mir eine Ladung Obst für die Pausen zusammenzustellen. Nun schauten mich nicht nur die Äpfel mit braunen Augen an. Es sollte ein gesundes Wochenende werden, mit mindestens einem Smoothie am Tag. Freitag ging es mit Apfel, Wassermelone und Johannisbeeren an den Start.

In den Armen

… hat sich über Nacht die Fibromylagie mit Schmerzen zurück gemeldet. Ich habe auch so gewusst, dass ich seit dem letzten Urlaub zu wenig Bewegung, wie Entspannung hatte. Deshalb wollte ich mir am Wochenende gemütliches Nähen gönnen.

Im Eimer

… versenkt lag durch eine dumme Bewegung das Handy. Für ein paar Tage liegt mobil Telefonieren auf Eis bzw. gilt iphone on in rice!

In und ran an die Stoffe

… ging es dann doch am Freitagabend, sehr zur Freude vom kleinen Katerchen. Er liebt Stoffe in allen Farben, Hauptsache er kann sich darunter verstecken oder in sie einkuscheln.

In die Motten

… schaute ich fassungslos! Auf der Suche nach Applizier-Vlieseline griff ich ins Grauen, im Fach mit meiner Schwimm- und Schnorchelausrüstung. Vor Wochen hatte ich einen Bericht im Fernsehen verfolgt, der Motten zeigte, die sich durch Kunststoff gefressen hatten. Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit meiner Lieblings-Fleecejacke gemacht, die auch die Motten lieb gewonnen hatten; so lieb, dass mir die Trennung nicht mehr schwer gefallen ist. Jetzt schaute ich auf ein Mottenlager in einem Neopren-Anzug! Yuck!! Der Sonntag ist gelaufen – Schmerztablette rein und ran an den Dreck.

 

Mir ist die Lust auf’s Nähen vergangen.

 

Später wurde doch noch etwas aus den bereit gelegten Stoffen – ohne Muster, ohne Schablone geht es weiter mit der Babydecke.

 

Ich wünsche eine schöne Woche.

 

Naturfarben aus Pflanzen #3

oder …

Einblicke in (m)einen Workshop

Donnerstag konnte ich im Rahmen eines Workshops zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einer Gruppe interessierter Kolleginnen und Kollegen einen kleinen Einblick in die Welt der Pflanzenfarben geben. In vier Stationen wurden Rotkohl, Karotte, Gelbwurzel und Spinat gerieben, gequetscht und gemörsert, bis sie in verwertbarer Menge ihre Farbstoffe abgegeben hatten.

Die Farbe aus dem Spinat, die eigentlich auf dem Papier verarbeitet werden sollte, landete nicht nur auf dem Malpapier. Es färbte an einer anderen Station noch die Knete (hell)grün.

Zu den vier selbst herzustellenden Farben hatte ich noch aus meinem Fundus Farben mitgebracht, zum Beispiel grün aus Salatgurkenschale und rot-violett aus Aroniabeeren, einen roten Saft und ein klitzekleines Fläschchen Rotwein. Vielleicht hätte einer der Teilnehmer oder Teilnehmerinnen Lust sich auf Udo Lindenbergs gestalterischen Wurzeln zu bewegen. Er malt mit Eierlilör und Rotwein. Den Eierlikör ließ ich zuhause, es musste der  Rotwein reichen, den man auf einer Pflanzenwanderung mit SchülerInnen auch eher in der Tasche lässt.

Ab jetzt begann das Auftragen der Farben auf pH-neutrales Papier und das Spiel mit den pH-Werten. Auf die Farbflächen wurde Kaiser-Natron geträufelt, oder Backpulver, Alaun, Kochsalz, Waschsoda, Essig, aber auch Gewürze wie Currypulver oder Rosenpaprika.

Die Effekte motivierten, wie bei meinen Schülerinnen und Schülern, die Kolleginnen und Kolleginnen zu weiteren Versuchen. Die Ergebnisse begeisterten und motivierten. Am Ende waren von meinem vorbereitetem Papier nur noch wenige Blätter übrig.

 

Es hat Spaß gemacht, den Teilnehmern wie auch mir!

 

 

Mittwochsloch

oder …

Alltagsallergie, oder so, und mein Gegenmittel

Reste von Avocadoschalen, Brokkoli, Tee, Aroniabeeren, Mahonienbeeren, Roter Bete, angebrannten und ausgekochten Zwiebelschalen als Farbe auf das Papier gebracht. Mein Entspannungsprogramm vom „Ahhh“…lltag  und die Ergebnisse aus den ersten Wochentagen, mit passender Altpapierunterlage. 😉 Alltag hat Allergiepotential. 😉 😉

 

Freitag ist der 12te und ich bin dabei bei 12von12!

 

Alte Buchpresse reloaded

und …

Ein Herbarium entsteht #1

 

Viele Jahre stand eine Buchpresse als altes Erbstück auf meinem Balkon. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, als ich mich mit Buchbinden und Papier schöpfen beschäftigt hatte und mir dazu mein Schwiegervater dieses Teil, damals schon in die Jahre gekommen, überließ. Zwischendurch nutzte ich die Presse für Gefilztes, für meine Weihnachtskarten und diverse Druckversuche. Die restliche Zeit stand sie im Weg. Es ließ sich auch kein anderer Platz finden, denn das Ding ist saumäßig richtig schwer. Einfach in den Schrank verstauen und bei Bedarf hervorholen ist eine Idee für Bodybuilder und Stahlschränke.

Vor zwei Sommern holte ich das Teil aus seinem Gammelschlaf, putzte schrubbte, entrostete, polierte, ölte und setzte die Presse auf zwei Bohlenabschnitte, bevor ich alles auf einen Pflanzenroller montierte. Jetzt steht sie in einem Eck unter meinem Schreibtisch und kann als praktisches Schmuckstück oder schmuckes praktisches Werkzeug ohne Probleme hervorgeholt werden.

 

Seit ich meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe ist sie alsPflanzenpresse ständig in Betrieb, bzw. es stecken immer irgendwelche Pflanzen für mein Herbarium zwischen den Platten. Das Herbarium ist prüfungsrelevant, aber darüber berichte ich ein anderes Mal. Kurz vorab und vereinfacht erklärt ist ein Herbarium eine Sammlung an getrockneten Pflanzen und Pflanzenteilen.

Zum Trocknen brauchen sie mindestens zwei Wochen und müssen dazu noch gepresst werden, bevor sie für ein Herbarium weiter verarbeitet werden können – die feuchten Frühblüher brauchen sogar noch länger. Da ist so eine Presse optimal, doch meine ist momentan durch das Frühlingserwachen total überlastet. Deshalb steht bei mir nach einer Presswoche eine Art Bettenwechsel an: altes raus und frisches rein. Die fast fertigen Pflanzenteile trocknen dann mit Steinen und Büchern beschwert weiter.

 

Heute kontrollierte ich meine gepressten Pflänzchen, die ich letzte Woche gesammelt hatte. Das Veilchen hat sich ganz gut vorgeplättet und angetrocknet. Es musste für ein Gänseblümchen Platz machen.

Vom Gänseblümchen gibt es kein Foto. Fotografieren war insgesamt heute nicht einfach und lieferte eher Outtakes:

Wenn ich dann einen Stoßseufzer loslasse höre ich Sohnemanns Stimme mit Schmunzelblick: „Du wolltest Katzen haben!“

Ja.

 

„Chewie, weg da!“

„Scotty, runter.“ – „Scotty!“ – „Scottyyy. Runter!“ – „SCOTTY!“

ANGUS!

„ANGUS!“

 

Stühle anziehen

oder …

Bestrickt zum Sitzen einladen!

 

Wer mit Katzen lebt kennt das Problem von ramponierten (Polster-)Möbeln. Mein Junior-Kater zieht seine Fäden zum Glück auf der Unterseite der Sessel im Wohnzimmer. Dafür leidet der Barhocker in der Küche mächtig. Der Kunstlederbezug erinnert durch die krallende Dauerbehandlung von der Haptik eher an Schmirgelpapier. Wer denkt, bei Leder passiert das nicht irrt. Mona, die Katze meiner Freundin, könnte ein Diplom in Krallenperforationstechnik erhalten. Abgesehen davon hat sie noch einen Sprachfehler, der die Kommunikation mit ihr nicht immer einfach macht. Aber dieser zerstört zum Glück keine Möbel, eher …, ähm, ich komme vom Thema ab.

Monas Krallen hatten trotz „Mona, lass‘ das!“ deutliche Spuren auf dem Lederbezug der Stühle meiner Freundin hinterlassen. Zum Wegwerfen oder Ersetzen zu schade wurden die Bezüge erneuert doch Mona leistete in kurzer Zeit ganze Arbeit, die Oberflächen an das Vorher anzupassen. 🙁 Katze eben. Damit vor allem die Rückenlehnen nicht so schäbig in der Landschaft stehen hatte meine Freundin die Idee, diese mit einem Strickbezug zu überziehen.

Die ersten Ergebnisse sahen schon einmal recht gut aus und das Strickwerk hat sich bewährt.

 

Überraschenderweise zieht die Katzendame ihre Krallen trotz verlockendem Fadenwerk ein. Die Bezüge sehen nach einem Jahr immer noch wie neu aus! Mona verspielt dann doch lieber Murmeln und Spielsteine.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Tinte ausgeht, der Füller versagt

oder …

Schreiben wie ganz früher entdecken!

Im Sommer 2016 stand ich im Kloster Bebenhausen im ehemaligen Scriptorium, der Schreibstube, vor einer Vitrine mit Exponaten, die erklärten, mit was im Mittelalter Farben und Tinten zum Schreiben, Zeichnen und Gestalten hergestellt wurden. Bei einem Exponat fühlte ich geradezu die Aufforderung: Probieren!

Seit Anfang Januar läuft meine Versuchsreihe Tinte aus Weiß- und Schlehdorn, um irgendwann zu lesen, dass dies besser im März funktioniert. Eine andere Quelle verarbeitet nur die Rinde, ein anderes Rezept empfiehlt die Zweige weichzuklopfen, mit Wasser aufzusetzen und abgedeckt, zimmerwarm stehen zu lassen. Im nächsten Tipp müssen rostige Nägel in die Rinden-Wasser-Brühe gegeben werden.

Statt Tinte habe ich mit fast jedem Ansatz vor allem Schimmel produziert.

Inzwischen steht in meiner Küche nach Einkochen, Kühlen, Einfrieren, Auftauen, Abkochen, etc. ein Glas mit dunkelbrauner Flüssigkeit, die an Tinte erinnert und beim Ausprobieren ganz dicht an das Beispiel in Bebenhausen kommt.

Dornentinte funktioniert tatsächlich!

 

Statt Ochsengalle für die Grüntöne und Mennige für Rot verwendete ich flüssige Farben aus Spinat und Rote Bete,

Zum Schreiben mit meiner Dornentinte versuchte ich zuerst Federn, um festzustellen, das ist eine Wissenschaft für sich. Meinen Gänse- und Elsterfedern konnte ich erst nach vielen Versuchen zu einer einigermaßen gleichmäßig funktionierenden Schreibfeder verhelfen. Viel besser ließ es sich mit selbst hergestellten Rohrfedern schreiben, die ich nach dieser Anleitung herstellte.

 

 

Naturfarben aus Pflanzen #2 – ein paar Grundlagen

oder …

Einfache Chromatographie von Blattfarbstoffen

Mit Naturfarben aus Pflanzen zu malen funktioniert ein wenig anders, als mit Farben aus Mineralien. Pflanzenfarben entstehen durch sekundäre Inhaltsstoffe, die nur Pflanzen besitzen. Jede Pflanze besitzt eine ganze Reihe dieser, chemisch sehr unterschiedlich aufgebauten, Stoffe,von denen einige für die Farbgebung zuständig sind, zum Beispiel:

  • Carotinoide für orange, wie in Möhren
  • Anthocyane für rot/blau, wie in Rotkohl, Kirschen, Pflaumen
  • Flavonoide für gelb/orange wie in Ringelblumen, Goldrute, Birkenblättern

Das sind nur ein paar wenige sekundäre Inhaltsstoffe, die in den Pflanzen enthalten sein können und Farben erzeugen. Es gibt noch mehr und eine ungeheure Vielfalt, was die Natur aus ihnen zusammensetzen kann. Manche Farben sehen wir erst im Herbst, wenn sich das Chlorophyll in den Blättern abbaut und sich die Herbstfärbung vor dem Laubfall zeigt. Andere Farben verändern sich, wenn wir Pflanzen oder deren Früchte weiter verarbeiten. Ein aufgeschnittener Apfel reagiert bei Kontakt mit dem Sauerstoff der Luft und er färbt sich braun. So verändert sich Rotkohl zu Blaukraut beim Kochen und wieder zu Rotkohl sobald ein Apfel mit verkocht wird. Doch darüber mehr im nächsten Blogpost, aber in Sachen Rotkohl/Blaukraut/Rotkraut schon einmal vorab dieser Artikel.  Hier und heute soll es erst einmal um das Auffinden der Farben in ganz normalen Blättern von Laubbäumen gehen.

Blätter von Laubbäumen um diese Jahreszeit? Nee, ich verbrachte meine Weihnachtsferien nicht im Sommer südlich des Äquators (wobei ich da nichts dagegen gehabt hätte) um an frisches Laub zu kommen. Diese Versuche habe ich Ende Oktober gemacht, als es noch Blätter hier auf den Bäumen oder darunter gab. Nur kamen die Bilder, wie der Text, nicht online, weil ich bei den Versuchen in der Schule meine Kamera vergessen hatte, ich nicht mit dem Handy fotografieren wollte und meine dokumentierte Prä-Test-Reihe zuhause mit Küchenutensilien durchgeführt wurde. Inzwischen finde ich es ganz gut zu zeigen, dass dieser Versuch zu den Pflanzenfarben auch mit einfachen Mitteln funktioniert.

Um an die verschiedenen Farben in den grünen Blättern zu kommen verwenden wir ein chemisches Verfahren, die Chromatographie, ein Trennverfahren  mit der wir die in ihnen versteckten Stoffe herauslösen und trennen können. Dazu braucht es ein paar rohe Kräfte und danach etwas Geduld 😉 .

(Optimale) Geräte:

Schere, Porzellan- oder Steinmörser, feines Sieb, Becherglas, Reagenzglas,Reagenzglasständer, starkes Filterpapier in Streifen geschnitten, eventuell Klammern

Küchengeräte:

Messer, Schere, Schneidebrett, stabiler Eierbecher, alter Löffel, hohes Wasserglas, Teefilter, dickes saugfähiges Malpapier, eventuell Wäscheklammer

Material:

Laub von verschiedenen Bäumen, Wasser, Spiritus, Sand (wer keine Vögel hat, der holt sich halt vom nächsten Sandkasten einen Esslöffel voll, aber absieben vor der Verwendung!)

Durchführung:

  • die Blätter klein schneiden, so klein wie möglich
  • im Mörser mit dem Stößel/Pistill, etwas Wasser und etwas Sand fein reiben
  • etwas Spiritus zugeben und die Masse weiter reiben
  • den Mörser abdecken und ca. 30min stehen lassen
  • die Masse filtrieren/absieben
  • ein starkes, saugfähiges Filterpapier/Malpapier (z.B. Fabriano) zu einem langen Streifen schneiden
  • an einem Ende des Streifens eine Markierung in 2 cm Abstand zur unteren Kante mit Bleistift! eine Linie zeichnen
  • diesen Streifen, zum Test in ein Reagenzglas stecken, so dass es ca.1,5 bis 2cm über dem Reagenzglasboden hängt und am oberen Ende abknicken
  • den Papierstreifen aus dem Reagenzglas nehmen
  • in das Reagenzglas etwas Spiritus füllen, bis auf ca. 1,5 bis 2 cm Höhe, und kippsicher abstellen
  • auf die Bleistiftmarkierung des Papierstreifens einen Tropfen, oder einen Strich der filtrierten Blattlösung geben und dieses trocknen gelassen – das habe ich drei Mal wiederholt
  • den Papierstreifen in das Reagenzglas mit dem Spiritus stellen, so dass der Streifen gerade so die Spirituslösung berührt
  • warten
  • beobachten

von links nach rechts: Hartriegel, Feldahorn, Hainbuche

Die Pflanzenfarben verlaufen, wenn sie Spiritus oder Alkohol enthalten, relativ schnell. Das ist auf dem Bild oben gut zu erkennen. Wenn die Papierstreifen im Spiritus stehen geht es jedoch noch schneller voran.

Hainbuche

 

Hartriegel

 

Feldahorn nach 30 Minuten

 

Feldahorn nach 1 Stunde

 

Dieser Versuch hilft zu verstehen warum sich Naturfarben, die man aus Pflanzen herstellt, nicht nach den Grundlagen des Farbkreises mischen lassen. Es sind schon Mischfarben und Mischfarben untereinander gemischt ergeben in der Regel ein unbuntes Graubraun. Aber nicht immer und davon erzähle ich später mehr.