Von einer die auszog um kalte Füße zu bekommen

oder …

Der lange Weg zu warmen Socken – Walblick inklusive!

Ich bin die Frau der Packlisten. Für jede Jahreszeit und alle bisherigen Urlaubsziele habe ich Listen, zudem noch in Varianten für verschiedene Anreisearten. Das minimiert den Stress bei den Reisevorbereitungen. So gern ich reise, Koffer packen ist mir ein Graus. Deshalb Packliste raus und nach Anleitung packen. Jede Liste wird nach dem Urlaub überarbeitet, damit bei der nächsten Reise Unnötiges zuhause gelassen wird und dafür Sinnvolles im Gepäck landet.

Aus mir unerfindlichen Gründen fand ich die überarbeitete Island-Packliste für diese Reise nicht, als ich mit dem Packen begann. Ohne Packlisten bin ich vor einer Urlaubsreise ungenießbar und es packte sich bei knapp 30°C schwierig für zu erwartenden 10°C abwärts. Ich kam mir schon einigermaßen komisch vor mit der Winterjacke unter dem Arm, mit Schweiß auf der Stirn, im dämpfigen Stuttgart in den Flieger zu steigen.

Schon im Flugzeug fiel mir ein, was ich so alles vergessen hatte. Das meiste war verzichtbar, jedoch zwei Dinge fehlten mir ganz besonders auf dieser Reise:

a) Föhn – nasse lange Haare an der Luft trocknen zu lassen ist, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist, keine gute Idee

b) Puschen – in vielen Quartieren ist es üblich, wie in Island generell, die Straßenschuhe auszuziehen und da können die Füße ganz schön kalt werden. In zwei Unterkünften hatte ich Steinfußböden und da genügten selbst meine handgestrickten Wollsocken nicht für eine dauerhaft anhaltende Wohlfühlfußwärme.

Nach einer Woche Reise fand ich, zumindest in der Sockenfrage muss ich für Abhilfe sorgen und machte mich auf den Weg zum nächsten, großen Laden. Es sollte ein Ausflug werden, denn bis zum nächsten großen Ort, Egilsstaðir sind es mal so gute 60 km vom Borgarfjörður aus. Wenn ich mir überlege, mit welchen Distanzen ich zuhause rechne, mir überlege ob sich eine Fahrt nach Stuttgart lohnt – das sind 25 km – und dann manchmal ewig herumeiere, bis ich mich entschieden habe, wo ich was dann tatsächlich besorge.

Aus meinem Tagebuch

Jetzt, in diesem Moment, 3°C und scharfer Wind von Nordost plus Regen, von oben bis zu den Knöcheln gut und winddicht eingepackt verfluche ich zum x-ten Mal diese verf…, blöden, nach links und rechts eingeteilten Funktionssocken! Mir ist es so was von egal, ob sie Druckstellen verhindern, atmungsaktiv sind, nach dem Waschen schnell trocknen. Sie wärmen NICHT! Abgesehen davon hängen diese Mikrofasermistdinger jeden Morgen beim Anziehen an jedem Nagelhäutchen fest und am Abend bleiben sie beim Ausziehen an meinen Fingern hängen.

Nachdem ich wieder einmal den Status ‚im-Fußbereich-ordentlich-runtergekühlt‘ erreicht hatte konnte mich weder ein prächtiger Vogel in zwei Meter Nähe noch ein schöne Blüte begeistern. Lieber setzte ich mich ins Auto, wo ich die Heizung hochdrehen und eine Sitzheizung genießen konnte. Ich hatte noch nie ein Auto mit diesem Luxus, und jetzt verzeiht mir meine Wortwahl, das ist ein geiler Scheiß! Das kann man mit den 30°C Außentemperatur, die gerade so im süddeutschen Raum herrschen, vielleicht nicht so richtig nachvollziehen. Momentan ist ja eher die Klimaanlage der Renner. Doch ich schweife schon wieder ab!

Zurück zum Ausgangspunkt:

  • Ort: 64°N
  • Temperatur: 3°C
  • Monat: Juni
  • Status: kalte Füße

Ich fuhr die gut 60 km um diesem Zustand Abhilfe zu leisten. Unterwegs ging es, Popo warm und Füße kalt, über dem Pass auch noch durch Schneegriesel! Auf der anderen Seite sah die Welt schon etwas freundlicher mit 5°C aus, vor allem auch durch die immer wieder Schnappatmung verursachende Aussicht! Mir war alles egal, voll fixiert auf das Ziel: Warme Füße!

Der Name dieser Marke ist echt Programm und nun mache ich ausnahmsweise mal Werbung, für den Netto in Egilsstaðir. Dort gibt es wirklich fast alles und ich hatte endlich richtig dicke, fette, warme Wollsocken. Yes!

Die große Versuchung dicht daneben mit Lettlopi, Plötulopi und Einband schaffte ich, nach wer weiß wie vielen Kurven dran längs, irgendwie ohne Griff in die Regale, ohne Einkauf zu bewältigen. Ein Kraftakt!

Was allerdings viel wichtiger war: Ich hatte mein Tagesziel erreicht – warme Füße!

Um meine momentane Gefühlswelt noch ein wenig mehr in Ordnung zu rücken gönnte ich mir in der direkt daneben liegenden Tankstelle noch einen großen Pott Kaffee. Ob in Skandinavien oder in Island, es gibt an jeder Tankstelle ordentlichen Kaffee. Ein Segen!! Tja nun, der Tag war noch nicht zuende, wärmetechnisch wiederbelebt stand ich mit meinem Kaffee vor einer Reihe Infotafeln zu sehenswerten Plätzen in der Nähe. Wobei der Begriff Nähe relativ zu sehen ist bei den Distanzen vor Ort. Eine Tafel war sehr verlockend – die vom Mjóifjörður.

Der Tag hatte noch ein paar Stunden, überhaupt wurde es in diesen Tagen nie richtig dunkel. Ideale Bedingungen für mich, die in der Dunkelheit immer ein wenig Probleme mit dem Sehen hat. Aber auf was für eine Strecke hatte ich mich da eingelassen! 18% Gefälle bzw. Steigung – zuerst hoch zu den Schneefeldern und dann in Serpentinen runter zum Fjord.

Ein Haus? Hier? Ja! Also hin!

Ein Wrack! Da musste ich auch hin und meinte in der Ferne noch ein paar Häuser zu erkennen. Also hin und stoppte keine 10 m weiter, da sich auf dem Wasser etwas bewegt hatte.

Musste eine Täuschung gewesen sein. Still ruhte der Fjord. Oder doch nicht?

Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Das konnte kein Vogel mit Bauchplatscherlandung ins Wasser sein. Aber ein Wal, soweit im Fjord? Nee, oder?

Doch!

Selbst nach Tagen, mit dem Abstand durch die Heimreise nach Deutschland, dem Temperaturunterschied, fühle ich, wenn ich mir die Fotos anschaue, wieder die Spannung unter der Haut; das Kribbeln, als sich jedes Härchen vibrierend aufrichtete, wenn die erste Fontäne ausgepustet wurde und danach der Bewegungsablauf – Buckel, Rückenflosse, Schwanzflosse. Dazu auch noch die Geräusche, die einfach dazu gehören, wahrnehmen zu können machte alles zusammen zu einem perfekten Moment.

Kalte Füße?

Völlige Nebensache! 😉

 

Mehr Bilder zum Wal des Tages gibt es auf meinem Blog hierundfort.

Woche 24/2017

und …

Die zweite Urlaubswoche und der Weg zurück!

Kaum zu glauben, die ruhigen, entspannten Tage hoch oben im Norden sind vorbei. Der Koffer ist ausgepackt, die Waschmaschine dreht sich, die Kater sind glücklich und ich schaue mal nach einem USB-Kabel um mir die knapp drei Kilo Bilder einmal richtig anzuschauen. Irgendwie hat das Ding einen Knick im Koffer bekommen und verweigert die Zusammenarbeit seit ein paar Tagen. Mal geschwind zum EDV-Händler um die Ecke ist nicht außerhalb von Reykjavik oder auf den Westmänner-Inseln. Mit ein Grund warum ich die Urlaubstage nicht gebloggt habe. Teilweise hatte ich keinen stabilen Internetzugang, geschweige denn ein Telefonnetz für mein Handy – was in Island selten ist. Meiner Gastgeberin Margret war es wirklich peinlich, doch seit einer Systemumstellung bräuchten sie für das Gästehaus eine ca. 4m hohe Antenne um Siganle für Fernsehen und Telefon zu erhalten. Allerdings würde diese bei den hier auftretenden heftigen Winden nicht lange stehen.

Das Überspielen der Bilder auf den PC dauert gefühlte Ewigkeiten, doch ich habe meine Eltern als geduldige Mitbeobachter bei mir als erste Zuschauer, Begutachter, der Bilderflut. Manche Bilder werde ich noch in den einen oder anderen Blogpost packen.

Was die Woche so brachte:

Montag, noch weit im Osten Islands, Austurland wie die Isländer sagen, berichtete ich mit ein paar Bildern über den Tag im Rahmen von Caros Blogsammlung 12 von 12 (Link zu meinem Beitrag).

 

Den Dienstag verbrachte ich noch einmal mit viel auf den Boden schauen und entdecken – Pflanzen …

… und dann wieder mit nach oben schauen – Vögel.

Ein wenig Abschied genommen von diesem Fleckchen Erde, mit dem Wunsch, wie Hoffnung, hier noch einmal zurückkehren zu können.

Mittwoch ging es langsam auf die Heimreise mit Zwischenstationen in Höfn und Reykjavik.

 

Die Ankunft im Zentrum von Reykjavik war wie eine kalte Dusche, was ja nichts heißen soll nach Urlaubstagen mit einem Mittelwert von 5°C und ordentlichen Windstärken. Es wird weiterhin heftig gebaut, wie in der Nähe meiner Lieblings-Skulptur. Sie steht aber noch und sie faszinierte mich erneut!

Leider hatte ich dieses Mal eher eine Besenkammer als Quartier und wünschte mir, ich hätte in dem kleinen grauen Haus noch Platz gefunden. Leider, leider, leider. Manche Dinge sind zum Davonlaufen, auch im Urlaub.

Doch jetzt gerade positiv gedacht und noch ein paar schöne Dinge unternommen, wie zum Beispiel Essen gehen 😀

 

Am Ende stand ich dann doch am Flughafen in Keflavik, nachdem ich eine horrende Summe für den Steinschlagschaden in der Windschutzscheibe hinlegen musste. Kein Cent mehr übrig um mir noch eine schicke warme Kleinigkeit zu leisten, um warm auf den nächsten Sommer zu warten.

Aber ich kann mir noch einmal meine Wasserflasche auffüllen. Wer in Island Trinkwasser in Plastikflaschen kauft ist selber schuld.

Highlight auf der Rückreise war der Zwischenstopp in Kopenhagen. OK, wenig angenehm war der verspätete Start des Anschlussflugs. Doch als ich bei meinem Rundgang entlang der Läden im Terminal diesen Laden entdeckte ging bei mir die Sonne auf! Die freundliche Dame versorgte mich mit einem reichlich mit Pröbchen gefüllten Trostbeutelchen!

Tja, und dann …

Ganz am Rand bin ich allerdings richtig stolz auf mich. Ich mag zwar einiges, was ich gebraucht hätte, nicht eingepackt haben (z.B. die Reiseführer) ABER ich habe dieses Mal nichts unterwegs vergessen oder liegen gelassen! Eiserne Ordnung: Linke Hosentasche für den Zimmerschlüssel, rechte Hosentasche für den Autoschlüssel! Das Handy war das Sorgenkind mit seiner grauen Hülle. Es passte zu sehr zur Umgebung!

Zurück im Alltag.

 

12 von 12 im Juni 2017

oder …

Urlaubsalltag

Der erste Blick am Morgen geht nach draußen. Dazu begrüßt mich dieses herrliche Relikt aus Omas Jahren auf dem Fenstersims des Badezimmers 😀 .

 

Der zweite Blick führt auf den Wetterbericht. Hmpf. Tja. Ich nehme jede Wolke, wenn sie kein Wasser lässt und es wird etwas besser werden, als angekündigt. So ist es in Island eben.

 

Der dritte Blick lässt mich Schmunzeln. Wie gestern steht mein Frühstück vorbereitet im Kühlschrank, mit einer netten Nachricht von Margret, meiner Vermieterin.

 

Frühstück mit einer Art isländischem Wochenblatt als Lektüre – eine andere Welt mit anderen Prioritäten.

Erste Station heute ist am Borgarfjörður Bakkagerði, ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohnern, zu „meiner“ Bank. Dort habe ich im September 2015 gesessen und mir vorgenommen hierher zurück zu kommen. Erinnert das Haus im Hintergrund nicht an die Geschichten vom Ollen Hansen?

 

Es ist zu windig zum Verweilen und die inzwischen 5°C fühlen sich nicht kuschelig an. Deshalb bewege ich mich lieber, besuche ich die Elfenkönigin auf ihrem Berg Álfaborg. Trolle, Elfen, Zwerge sind in den Sagas und Geschichten in Island fest verankert. So lebte zum Bespiel im Njarðvík das Ungeheuer Naddi.

 

Auf der Passstraße hoch zum Vatnsskarð, der in den Wolken liegt, und hinaus aus dem Fjordgebiet des Borgarfjörður und der Bucht Njarðvík, hinein in die Ebene Héraðssandur.

 

Lakritz-Diät 😉 und danach dann doch noch etwas leckeres im Warmen – Kaffee mit Kleinur, einer Art isländischem Doughnut, den ein Hauch Kardamom einzigartig macht.

 

Zurück in die Bucht Njarðvík, wo irgendwo, ganz weit in der Ferne, mein Quartier liegt.

 

Bloggen zum Tagesabschluss im 1970er Ambiente und allem was der Gesundheit gut tut – Tee, Wasser, Schnupftuch.

Und nun bin ich gespannt auf die anderen 12 von 12 Geschichten. Vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung, 12 Bilder am 12ten eines Monats, zur Verfügung stellt.

Woche 23/2017

oder …

Unterwegs in Island

Wenn ich Bekannten von meinen Urlaubsplänen erzähle schütteln sie die Köpfe. Für jemanden wie mich, die erst über 25°C betriebsfähig wird, fallen Skandinavien und schon ganz und gar Island völlig durch das Raster geeigneter Urlaubsziele. Und trotzdem tauschte ich freiwillig die annähernd 30°C gegen momentan trübe 3°C. Lieber wären mir da schon die herrlich sonnigen 13°C, die ich gestern hatte. Aber ich will nicht meckern, denn ich bin genau dort, wo ich sein wollte. Keine Rundreise sollte es dieses Mal werden, sondern ein gezieltes Anreisen an zwei bestimmte Orte. Nach einigen Tagen auf den Westmännerinseln ist mein zweites Ziel beinahe der äußerste Osten Islands, mit Zwischenstopps in Höfn und Djupivogur.

Blick von Heimaey auf das Festland

 

Am Jökulsarlon im Regen

 

Die Skulptur in Djúpivogur steht nach zwei Jahren noch, leicht verändert. Der Stuhl steht nun an Fuß der Installation.

Blick aus der Gallerie „Free Villi“ in Djúpivogur auf den Hafen

 

Gedanken
Es ist nicht so, dass ich ungern arbeiten gehe. Im Grunde gehe ich gerne in die Schule, mag es zu unterrichten. Viel weniger mag ich putzen, bügeln, den Haushalt in Ordnung halten. Ganz schlimm finde ich die Steuererklärung oder das Einreichen der Arztrechnungen, auch wenn ich gerne das Geld zurück bekomme.
Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte ich, ist, dass Ferien und Urlaub zwei unterschiedliche Dinge sind. Das stelle ich wieder einmal fernab von Schule, Haushalt, Familie und Katern fest. Ferien sind toll, da will ich mich nicht beklagen. Urlaub ist etwas anderes, zwar auch Tage ohne aktiven Broterwerb aber Tage weg aus dem Umfeld mit seinen sonstigen Verpflichtungen, wie Ablenkungen. Im Alltag und zuhause abschalten zu können fällt mir zunehmend schwerer. Trotz Meditation ist in mir eine ständige Spannung, die die Arbeit von manchem Therapeuten erschwert (hat). Mit einem schwerkranken und einem sehr lebhaften zweiten Kind alleinerziehend und berufstätig galt ich als organisierte Powerfrau, die nebenbei noch kreativ und in Ehrenämtern unterwegs sein konnte. Es hieß Kopf hoch, Pobacken zusammenkneifen, Zähne zusammenbeißen, durchhalten und bloß nicht schlapp machen. Zwischen über Jahre kultiviertem „Reiß’ Dich zusammen!“ und dem nun gewünschtem „Machen Sie sich doch mal locker“ muss erst eine Brücke gebaut werden. Wenn da nicht meine Sorge wäre wie ein Kartenhaus zusammenzufallen, wenn ich tatsächlich loslasse. Wie das geht habe ich erlebt, kaum dass das erste Kind aus dem Haus war!
Ein Stückchen Loslassen übe ich jetzt, indem ich zwei Jahre eisern Gespartes in wenigen Tagen mit Genuss ausgebe, in einer herrlichen Umgebung, ab und an mit dem Luxus eines guten Essens, das mir an den Tisch gebracht wird und ein warmes Quartier – nicht bei Hempels unter dem Dach 😉

Seele baumeln lassen, Pflanzen finden und Vögel beobachten oder nur sitzen und schauen, was das Wetter so macht.  Mehr Pflanzenbilder zeige ich auf meinem Blog hierundfort.


Erkenntnis bzw. Einsicht
Vor mir zwei Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, nach oben, zum Wanderweg der zum höchsten Punkt der Insel Heimaey, Island führt. Sehr verlockend. Oben fliegen Vögel und der leichtere Weg führt dicht an einem Felsen mit brütenden Möwen vorbei. Mein linker Fuß schmerzt erträglich, die Muskeln jammern auch nicht, also los. Schon nach den ersten Metern bin ich leicht verunsichert, denn ich fühle mich trotz guter Schuhe nicht trittsicher. Das ich nicht schwindelfrei bin ist eine andere Sache, die zur Erschwernis dazu kommt. Kurz vor dem Vogelfelsen entscheide ich mich zur Aufgabe. Tief durchgeatmet beobachte ich noch zwei Papageientaucher und rutsche, lieber sicher als schick, auf dem Hosenboden die nächsten paar Höhenmeter hinunter. Die letzten Meter abwärts schaffe ich wieder als Zweibeiner. Schluss ist! Ab jetzt verzichte ich auf Touren in die Höhe. Ebenerdig kann man zwar auch fallen, wie ich schon bewiesen habe, aber nicht so tief.
Berge sehen von unten und von der Ferne aus mindestens ebenso schön aus. Dazu gibt es um mich herum und zu meinen Füßen so viel Schönes zu entdecken, was mir von hoch oben entgehen würde.

Strandspaziergang kurz vor Mitternacht

 

Beobachtung, die kein Mensch braucht, mich aber erschreckt
„Wo Du auch immer hinschaust!“ höre ich meine Mutter sagen. Aber was soll ich machen? In manchen Dingen blind erkenne ich anderes, ohne gezielt zu beobachten, aus den Augenwinkeln. Wenn sich Handlungen stetig wiederholen, wie ein „Mama, Mama,…“ oder der tropfende Wasserhahn, das monotone Klappern einer Tür schaut man doch irgendwann mal nach, bzw. hört hin, reagiert. Mit dem Auto unterwegs stehe ich zwangsläufig immer wieder auf Parkplätzen, um Pausen zu machen, Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ein paar Schritte zu laufen, oder körperlichen Bedürfnissen zu folgen. So fiel mir in den Tagen wiederholt auf, wie viele Männer aus Klohäuschen kommend sich erst vor der Tür, in aller Öffentlichkeit, Hose und anderes zurechtrücken. Welche Schlussfolgerung ich denn daraus ziehen? Für mich ganz klar: Keine Hände gewaschen!. Damit will ich eine Bevölkerungsgruppe nicht schlecht machen. Sie orten sich mit diesem Verhalten nur offensichtlich. Viele Frauen ziehen sich in den Waschräumen eher ihren Lippenstift nach und erneuern ihr Deo, statt hygienischen Prinzipien zu folgen. Nationalitätenübergreifend.

 

Ärgernis

Ich komme von einer Wanderung zurück und habe einen Sprung in der Windschutzscheibe vom Mietwagen!

 

 

Wenn sich doch der Husten endlich verabschieden könnte!

Allen Zuhause wünsche ich eine schöne Woche!

 

 

Woche 22/2017

oder …

Ein Dreiteiler heute!

Teil 1 – Bilder des Wochenanfangs

Geburtstagskarten mit einem Motiv vom letzten Spanienbesuch bei  meiner Freundin, dank Tochter endlich fertig!

Wie ärgerlich, dass die Wiese vor der Schule nicht erst Ende der Pfingstferien gemäht wurde. Nun sind viele Kräuter einfach weg. Auch vom Mädesüß am Bachrand blieb nicht mehr viel.

Die allerletzte Lakritzpraline, mit Karamell und Meersalz, genossen und danach meinen Dawanda-Shop beherzt gelöscht.

Auch wenn es draußen 30°C heiß war, drinnen lief die Produktion für den Weihnachtsmarkt 2017.

Mistviech!

Blühendes Fünffingerkraut

 

Teil 2 – Ein abgewürgter Wochenbericht

Die Woche begann mit einem dieser Mistviecher, das ich mir von einem Spaziergang am Sonntag mitgebracht haben musste. Trotz sorgfältigem Absuchen und Duschen hatte sich eine Zecke dicht neben meinem Bauchnabel verankert. Hmpff. Das Zeckenentfernungsequipment bereit gestellt und mich ans Entfernen gemacht. Das Mistviech hielt verteufelt gut fest und wollte nicht loslassen. Leider gab es irgendwann einen leichten Knackton zu hören und ich erkannte mitten in einem kleinen Blutstropfen ein braunes Pünktchen. Verflixt aber auch. Mir fehlte mindestens eine Hand um mich ans Operieren zu machen – Haut straff ziehen, mit der Nadel puhlen, die Lupe halten und dann noch die Pinzette, schwierig. Nun denn, die fehlenden Hände ersetzte mir ein Arzt, der auch nur zwei Hände hatte :D, denn ich hielt ihm die Lampe. Statt einer Stecknadel piekte eine Kanüle den Rüssel raus, denn zum Glück hatte ich den Kopf der Zecke doch mit dem Körper erwischt.

Verabschiedung einer Kollegin, die in späten Jahren doch noch Mutter wird. Das war ein Grund zum Feiern und ich brachte eine spanische Kartoffeltortilla mit. Nachdem ich endlich ein Rezept gefunden habe mit dem ich das auch hinbekomme ist es in den letzten Wochen mein Standardbeitrag für ein kaltes Buffet. Das Video, das mir geholfen hat findet ihr hier.

Trümmer beseitigen, die der junge Wilde (Kater Angus Scotsman) in regelmäßigen Abständen hinterließ. Zuerst gefiel er sich mit dem Hinunterwerfen meiner Pflanzenfarben. Der rot-orangene Farbauszug aus Aroniabeeren zeigte sich dann noch als äußerst hartnäckig beim Entfernen. Hartnäckig blieb Angus auch mit seinen Ausbruchsversuchen auf dem Balkon.Er findet immer noch Schlupflöcher. Bei jedem Versuch gehen dazu noch jede Menge Blumentöpfe kaputt. Als es dann noch meine mühsam gepäppelten kleinen isländischen Pflänzchen betraf war es mit meiner Geduld – ist doch ein Katerchen, das es nicht besser versteht – zuende, aber ganz und gar! Jetzt ist das Katzennetz an den neuralgischen Punkten doppelt und dreifach gesichert und ich muss mir etwas einfallen lassen, um an meine Balkonpflanzen zu kommen.

Noch mehr Nerven bewahren galt es auf der jährlichen Eigentümerversammlung von der WEG, in der ich wohne. Seit einigen Jahren prüfe ich mit den anderen Beiräten unter anderem die Belege für den Jahresabschluss. Ich bin zwar nicht die hellste in Steuertricks, aber rechnen kann ich. Doch es gibt immer wieder Leute, die sich Stunden Zeit nehmen um auch selbst den allerletzten Cent zu überprüfen, ob es nicht ein falscher ist. Das kann sehr anstrengend sein.

Anstrengend war auch die Wartezeit, die ich im Flughafen Kopenhagen sitzend, mit dem Schreiben dieses Berichts, verbrachte. Schon ab Stuttgart ging es durch Regen und Unwetter nicht pünktlich los. Vierzig Minuten im Flieger zu sitzen um auf den Start zu warten sind anstrengend. Als es danach ich Kopenhagen auch nicht pünktlich weiterging musste zuerst mit einem guten Essen überbrückt werden. Drei Stunden halte ich es jedoch nicht in einem Flughafenrestaurant aus. Lieber setzte ich mich in die Transferzone. Dort ist Tageslicht, wenn es noch hell ist, und keine Musikberieselung! Meine Gastgeber hatte über die Verspätung informiert, wie die Mietwagenfirma. Beide waren herrlich entspannt: „No problem. We are used to it!“. Es wurde, nach deutscher Zeit, 1:40 Uhr bis wir landeten und dann hatte ich noch nicht meinen Koffer und noch nicht den Mietwagen. Aber ich bin angekommen! Nach zwei Jahren bin ich wieder in Island.

 

Teil 3 – Bilder des Wochenendes

Was für ein Urlaubsstart! Nach brütender Hitze ein Aufguss!

Nach dem Regen endlich der Start, in den Regenbogen hinein.

Lesen und, die Skandinavier können es eben, dazu leckeren schokoladig-salzigen Nachschub: Lakritzkonfekt 😀

Endlich gestartet und mich von Kopenhagen verabschiedet, den Abend hinter mir lassend.

þingvellir und ich kann tatsächlich wieder durchatmen!

Ich wünsche alles Gute für die neue Woche!

 

 

Woche 21/2017

oder …

Der Sommer ist da – mit ihm irrsinnige Rasenmäher, rasende Radfahrer & rasante Klimaanlagen!

Sommerliche Temperaturen, endlich, doch ich trage immer noch Halstuch und habe die  Jacke dabei. Im Schatten finde ich es zu kühl, und in vielen Geschäften bläst die Klimaanlage, wie ich es unangenehm empfinde, in Frostgrade runtergekühlte Luft direkt auf die Kundschaft. In diesem Ambiente möchte ich nicht arbeiten und bedauer die vor Rüsselpest schnüffelnde Angestellte beim Einräumen der Regale, wie die hustende Kassierin, die jedoch im ärmellosen T-Shirt an der Kasse sitzt.

Ich hasse billige und schlecht eingestellte Klimaanlagen, wobei ich eigentlich gar keine brauche. Sommer bedeutet doch endlich warm und dazu gehört auch schwitzen, zum Kühlen – das hat die Natur doch cool eingerichtet! Oder? Klimaanlagen finde ich nur in Autos cool prima, entsprechend einer Wortschöpfung meiner Kinder: „Mutti, mach‘ doch die Primaanlage an!“!

Nein, ich mag diese Temperaturstürze von heiß auf arktisches Gebläse nicht. Gesunde Sauna geht anders!

Da gehe ich doch lieber hinaus ins Grüne, egal ob Wald, Wiese oder Schulgarten, Hauptsache draußen. Wenn danach auf meinem falschen Kaminsims ein Wildblumenstrauß mir Freude bringen kann, war es eine gute Entscheidung!

Sommerliche Temperaturen bedeuten auch Sonne. Endlich! Doch 🙁 , vielleicht die falsche Entscheidung bei meiner neuen Brille getroffen? Ich hatte mich im Januar wieder für eine Gleitsichtbrille und gegen selbst tönendeBrillengläser entschieden. Nun, Ende Mai, im strahlendem Sonnenschein, kneife ich gut sehend, aber wegen gleißendem Sonnenlicht, entweder die Augen zusammen, oder setze alternativ die Sonnenbrille auf, um ungeblendet alles unscharf zu sehen. Blöd. Ich suchte nach einer Lösung gegen geblendet blind und unscharf  blind bei Sommersonnenlicht. Zum Optiker meiner Wahl gegangen und mit einer „CoverMe“ herausgegangen, einer Brille über der Brille – schwuppsdich drauf und ebenso ab! Adlerauge again. So cool, wie keine arktisch eingestellte Klimaanlage wirken kann! 😉

Was die Woche sonst noch so brachte:

  • den absolut uncoolsten Rasen mähenden Typen auf einem Aufsitzrasenmäher, der wohl per gemähtem Quadratmeter pro Sekunde unterwegs war! Ich berichtete hier darüber!
  • einen Unfall, als ich von einem jungen Fahrradfahrer im Wald umgemäht wurde, bei dem ich stürzte und mir das rechte Knie verletzte
  • eine Quetschung von Fingergelenken, die ich mir bei unsachgemäßer Handhabung von schweren Geräten selbst zugefügt habe
  • es kratzt wieder im Hals – weg gedrückt
  • die Nase ist wieder zu – weg gedrückt
  • ich huste – weg gedrückt
  • Aufräumarbeiten und dazu meine zu pressenden Pflanzen für das Herbarium in die Schule ausgelagert: Ich werde NIE WIEDER eine Richtplatte ohne Hilfe bewegen!

  • Brennnessel für Tee geerntet, männliche, die ordentlich genesselt haben – Männer halt 😉

Wobei es egal ist bei Brennesseln, denn die Brennnesselmädels brennen genau so eklig, trotzdem geerntet 😀

  • Kater Chewbacca hatte seinen 7. Geburtstag und fühlte sich wohl als „Chef“,

der  kleine Neffe Wilde hatte ein wenig das Nachsehen, ein ganz klitzeklitzekleines 😉

Traut diesem harmlosen Blick nicht. Er hat es faustdick hinter den Ohren!

 

Ich wünsche allen meinen LeserInnen eine gute Woche vor Pfingsten!

Dienstagsfrust durch rasende Aufsitzrasenmäher

oder …

Sag mir wo die Pflanzen sind, wo sind sie geblieben?

Eigentlich wollte ich heute ein kleines Stück erfolgreicher gärtnerischer Bemühungen der letzten Tage, Wochen und Monate meiner SchülerInnen etwas detaillierter vorstellen. Samstag und Sonntag freute ich mich noch, wie sich die Pflanzenwelt auf dem Schulareal entwickelt. Heute wollte ich eigentlich darüber posten, was alles inzwischen an Pflanzen rund um unsere Trockenmauer wächst und gedeiht.

Gestern hörte ich ein aggressives Rasenmähergeräusch, dachte mir aber nichts negatives. Das Trockenmauerareal wurde all die anderen Jahre, als es ungepflegt so vor sich hin zuwucherte,  immer großzügig beim Mähen ausgespart. Deshalb machte ich mir auch keine Sorgen, dass es irgendwann mal anders sein könnte. Falsch gedacht. Dieses Jahr ging die Mähmaschine vor der Mauer platt machend im Turbotempo über Königskerze, Odermennig, Marienblatt, Eberraute, Rainfarn, Baldrian, Malve, Beinwell, … um dann über der Mauer noch eine Schneise zu mähen!

Es war einmal:

Vor der Mauer ist das alles wusch und weg.

Den Schaden oberhalb der Mauer entdeckte ich erst später und hätte dann wirklich heulen können. Wenn an Rändern im Eifer des fertig werden wollens platt gemäht wird kann ich das irgendwie noch verstehen. Aber wenn eine Schneise gemäht wird stehe ich schon vor Rätseln, bzw. es sollte kein Schuldiger in meiner Nähe sein!

Ein ganz klein wenig tröstet mich und die SchülerInnen das rot blühende Pflänzchen, dass sich fern vom Mähareal im „wilden“ Garten selbst ausgesät hat – ein Sommer-Adonisröschen, oder Kleines Teufelsauge.

Ein teuflisch wachsames Auge werde ich auf den nächsten Mähauftritt haben. Rot-weißes Absperrband ist schon besorgt!

 

Woche 20/2017

oder …

Der frühe Vogel … – ein Selbstversuch

Montag

Nach einer beinahe schlaflosen Nacht hatte ich mich am Montagmorgen entschieden nach Stand der Dinge aufzustehen. Die Ziffern auf dem Wecker zeigten 4.30 Uhr. Mir ging zu viel durch den Kopf, dann schmerzte in jeder Schlafposition irgendein anderer Knochen um in eine endlos scheinende Hustenattacke überzuleiten. Was für eine Uhrzeit für mich Nachteule und Morgenmuffel!

Aber siehe da, auch wenn ich anfangs muffelig halbblind durch die Wohnung getigert war, als sich der Wecker regulär um 5.50 Uhr regte hatte ich schon meine tiefdunkelschwarze Schwarztee-Infusion in mir, einige Rechnungen überwiesen und abgelegt, Emails erledigt, den Schreibtisch aufgeräumt! Das fühlte sich richtig gut an! Frühes Aufstehen war, passend an diesem Tag, auch Thema im Radio, mit der Information, dass die vier extrem reichsten Menschen Frühaufsteher sind. Hmm, über diese Aussage möchte ich lieber nachdenken wenn ich wirklich ausgeschlafen bin. Trotzdem nahm ich mir für diese Woche vor weiterhin um 4.30 Uhr aufzustehen.

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Yeah!!

Dienstag

Kurze Schrecksekunde beim Teewasser kochen. Das schon wache Auge hatte den Geburtstagskalender neben dem Wasserkocher im Blick und die Information über das ausgeschlafene Ohr von der Ansage im Radio richtig verknüpft – es ist der 16. Mai und eine Kollegin hat Geburtstag! Was für ein Glück genug Zeit zu haben jetzt noch ein kleines Geschenk zusammenzustellen bevor ich in der Schule sein musste!

Ein langer Arbeitstag sollte es werden, nicht nur durch die acht Stunden im Stundenplan. Nach Unterrichtsschluss packte ich die ersten zwei Kisten für Workshops, die am Donnerstag stattfinden sollten. Zuhause wurde weiter gepackt, bis ich Hunger hatte, bis ich mir einen Salat richtete, bis ich dazu eine Salatgurke schälte, bis ich die Schale der Salatgurke in der Hand hatte. Die Schale der Salatgurke ist dunkelgrün. Ob die Farbe auch herausgelöst werden kann? Inzwischen 22.00 Uhr war mein Nachteulen-Gen aktiv und mir der Wecker egal, in diesem Moment!

Der frühe Vogel hat schon seine Vorteile.

 

Mittwoch

UHHHHH – WAAAHHH – noch vor dem Wecker landete Kater Angus auf mir, wahrscheinlich auf der Jagd nach irgendetwas Flugfähigem (oder dem frühen Vogel). In den nun zwanzig zusätzlichen Minuten konnte sich zwar die am Vortag gewaschene Wäsche zusammenlegen und eine Aufgabe für den Nachmittag vorzeitig erledigen, doch viel lieber hätte ich die Zeit geschlafen!

Der frühe Vogel schwächelt!

 

Donnerstag

Der frühe Vogel entwickelt sich zum müden Vogel und muss abends mit den Vögeln ins Bett.

 

Freitag

Schlaffer Vogel.

 

Samstag

Mit dem frühen Vogel aufgestanden und dann meinem Bauchgefühl zugestimmt: Zurück ins Bett. Die neuen Rechnungen auf dem Schreibtisch dürfen bis Montag marinieren!

Der frühe Vogel kann mich mal!

 

Sonntag

Dem frühen Vogel den Hals umgedreht und den Katern zum Fressen vorgeworfen. Sie wollten ihn aber auch nicht!

Mir geht durch den Kopf: Wenn Reichtum ursächlich mit dem frühen Aufstehen gekoppelt ist müsste es viel mehr Reiche geben, wenn ich da allein schon an die Putzkolonnen in den Bürogebäuden denke, oder das Personal in medizinisch/pflegerischen Bereichen, die Lokführer, …

Trotz aufgeräumtem Schreibtisch ging mir in dieser Woche einiges ab, denn es fehlte mir eindeutig Kraft für kreative Momente. Die besten Ideen kommen mir abends bzw. nachts und wenn ich diese, mit Frühaufsteherprogramm, auslebte, blieben nur noch vier Stunden Schlaf. Das ist eindeutig zu wenig, wenn am nächsten Tag ein Sack Flöhe in der Schule gehütet werden muss.

Ich verzichte auf materiellen Reichtum und pflege meinen Biorhythmus, soweit es geht!

 

Was die Woche sonst noch brachte:

Vorbereitungen für zwei Workshops in Adelsheim im Landesschulzentrum für Umwelterziehung (LSZU). Dort verbrachte ich vor genau einem Jahr eine sehr interessante Fortbildung und dieses Jahr bin ich selbst als Referentin dabei – Material- und Werkzeugkisten zusammenstellen und packen ist die kleinste Übung. Diese dann zu transportieren, verwenden und zurückzutransportieren, plus den Inhalt wieder an Ort und Stelle zu räumen eine ganz andere Sache 😉

Morgens bot ich am Donnerstag Stationen zu Pflanzenfarben an (im letzten Blogpost berichtete ich kurz darüber) und am Nachmittag war Gestalten mit Naturmaterialien aus dem Garten Thema.

Die Zeit verging wie im Flug und viele schöne Dinge entstanden. Leider fehlte mir die Zeit für Fotos oder die gemachten sind in der Hektik verwackelt.

Schulgartenarbeit

Langsam entwickeln sich aus den öden Gartenflächen wieder kleine Oasen. Selbst der schwarze Gothic-Beet-Bereich scheint zu gelingen. Dafür wollen die Samen im Färberpflanzenbeet nicht so richtig kommen. Zeigt sich dann mal etwas grün wird es sofort von den Schnecken vernichtet.

Im Vorgarten, dem Gartenprojekt vom Vorjahr, blühen die Lupinen.

Im Klecksbeet sind die Tulpen meiner Klasse endgültig verblüht und der Löwenzahn macht sich breit. Da müssen wir nächste Woche noch einmal dran.

Dagegen funktionieren unsere „Unkrautkisten“ recht gut.

Der „wilde“ Garten ist das Projekt für dieses Jahr. Der Buchsbaum muss raus, wie die Disteln, und dann sehen wir weiter.

Rund um das Insektenhotel fehlen seltsamerweise die Blütenpflanzen, dafür entdeckten wir drei Rosenzweige neben der Hasel.

An der Trockenmauer grünt es in vielen Schattierungen. Rainfarn, Dost, Malve, verschiedene Königskerzen bereiten sich auf ihre Blüte vor. Es hat sich gelohnt die Fläche im zeitigen Frühjahr zu „entrümpeln“.

Schrecksekunde

Katerchen, der junge Wilde, saß auf meinen Balkonblumenkästen. An und für sich kein Problem, doch die Kästen hängen außerhalb des Katzennetzes!! Er hatte eine der zwei Schwachstellen in der Montage des Netzes entdeckt und diese natürlich für einen Ausflug in die große weite Blumenwelt genutzt. Die Bequemlichkeit zwischen dem Grünzeug ließ jedoch zu wünschen übrig und er jammerte nach: „Ich will wieder rein!“. Ich musste das halbe Netz abmontieren, um ihm das zu ermöglichen. Katerchen fand das total lustig und sah die Demontage als Spieleinheit mit Scratch-it für meinereine. Nicht lustig für meine Hände und Unterarme!

 

Schmunzelalarm bei den Suchergebnissen zu „Der frühe Vogel“ bei Google/Bilder 😀

 

Am Fernsehen hängen geblieben – Nowhere Boy über den jungen John Lennon (Trailer) geschaut und am Ende schwer mit den Tränen gekämpft. Zwangsläufig erinnerte ich mich an den Morgen nach seiner Ermordung. Ein kalter Dezembermorgen im äußersten Süden Baden-Württembergs, meiner ersten Dienststelle, gerade einmal 22 Jahre jung, in meinem Zimmer zur Untermiete, mit abgeschalteter Heizung, im Wintermantel verpackt die Nacht verbracht , blau gefroren und dann diese Mitteilung im Radio!

 

Am Ochsenweiher im Schönbuch die Seele baumeln lassen und wieder die Graugansfamilie beobachtet.

Diese Woche wird durch Himmelfahrt eine kurze Arbeitswoche werden. Mal sehen was ich aus ihr mache.

Viele Grüße und macht’s gut!

 

 

 

Naturfarben aus Pflanzen #3

oder …

Einblicke in (m)einen Workshop

Donnerstag konnte ich im Rahmen eines Workshops zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einer Gruppe interessierter Kolleginnen und Kollegen einen kleinen Einblick in die Welt der Pflanzenfarben geben. In vier Stationen wurden Rotkohl, Karotte, Gelbwurzel und Spinat gerieben, gequetscht und gemörsert, bis sie in verwertbarer Menge ihre Farbstoffe abgegeben hatten.

Die Farbe aus dem Spinat, die eigentlich auf dem Papier verarbeitet werden sollte, landete nicht nur auf dem Malpapier. Es färbte an einer anderen Station noch die Knete (hell)grün.

Zu den vier selbst herzustellenden Farben hatte ich noch aus meinem Fundus Farben mitgebracht, zum Beispiel grün aus Salatgurkenschale und rot-violett aus Aroniabeeren, einen roten Saft und ein klitzekleines Fläschchen Rotwein. Vielleicht hätte einer der Teilnehmer oder Teilnehmerinnen Lust sich auf Udo Lindenbergs gestalterischen Wurzeln zu bewegen. Er malt mit Eierlilör und Rotwein. Den Eierlikör ließ ich zuhause, es musste der  Rotwein reichen. den man auf einer Schülerwanderung doch eher in der Tasche lässt.

Ab jetzt begann das Auftragen der Farben auf pH-neutrales Papier und das Spiel mit den pH-Werten. Auf die Farbflächen wurde KaiserNatron geträufelt, oder Backpulver, Alaun, Kochsalz, Waschsoda, Essig, aber auch Gewürze wie Currypulver oder Rosenpaprika.

Die Effekte motivierten, wie bei meinen Schülerinnen und Schülern, die Kolleginnen und Kolleginnen zu weiteren Versuchen. Die Ergebnisse begeisterten und motivierten. Am Ende waren von meinem vorbereitetem Papier nur noch wenige Blätter übrig.

 

Es hat Spaß gemacht, den Teilnehmern wie auch mir!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

reichten um sich mit der Handhabung vertraut zu machen

Woche 19/2017

und …

Ohne Untertitel

Samstagabend wollte ich diesen Blogpost vorbereiten und war überfordert. Ein ganz großer Teil an Eindrücken steckte noch in der Verarbeitungsphase, bzw. in der Warteschleife; dazu noch meine Rüsselpest, die einen klaren Kopf wenig förderte. Die Entscheidung mich auf die Highlights zu konzentrieren brachte auch nichts, denn das betraf ja genau diejenigen in Verarbeitung und die, die gerne auch dabei sein sollten. Wo fange ich an?

Sonntagabend sitze ich wieder vor dem Bildschirm. Mit einem Kräuterseminar-Wochenende hinter mir, im Kopf wie in den Knochen, klicke ich mich durch die 1000 Bilder der Woche, lenke meinen Blick auf den Kalender, versuche den Blick in Richtung Papierberg auf den Schreibtisch auszublenden.

Donnerstag war der beste Tag der Woche, wie meine Freundin und ich bei einem Telefonat gemeinsam abstimmten. Wir hatten zusammen einen herrlichen Tag auf der Mainau verbracht, mit ein paar kleinen Einblicken hinter die Kulissen. Die Gartenakademie BW und die BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft) Schulgarten hatten für das 14. Schulgartenforum  diesen fantastischen Ort in diesem Jahr ausgewählt. Das dann auch noch das Wetter so fantastisch mitspielte kam völlig unerwartet. Schon bei der Anfahrt hatten wir kurz  „Schnappatmungsalarm“ angesichts der Bergkulisse vor uns. Eine Föhnwetterlage bot eine Fernsicht bis in die Alpen. Einfach grandios, selbst für Ortsansässige!

Das Wochenende war wieder voll verplant für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin, mit Wetterkapriolen und einem Ausflug in den botanischen Garten in Stuttgart Hohenheim.

Kaum zuhause ging es an die Planung für die nächste Woche. Die Bananenschalen „veredeln“ leider nur langsam, denn ich benötige sie in braun.

 

Was diese Woche sonst so brachte:

vor allem eine unverständliche Umbuchung für einen Teil meiner Urlaubsanreise, die einen Rattenschwanz an nötigen Erledigungen nach sich zog

eine Reihe an Telefonaten, um diese Umbuchung zu verstehen, abzuwenden, zu verändern  – selbst der Servicemensch am anderen Ende der Leitung konnte es nicht verstehen, wie ein Anreisesegment so verlegt werden kann, dass der Anschlussflug schon vor Reiseantritt garantiert nicht erreicht werden kann

ein Neu-, bzw. Umbuchungsabenteuer, denn …

für den geplanten Anreisetag konnte nichts mehr gebucht werden – hmm

am Tag vorher auch nicht – hmm

es kam die Frage der Fluggesellschaft: „Wollen Sie nicht lieber stornieren?“ – Ich: „Wer übernimmt die Stornokosten für das Parkhaus, den Mietwagen, das Schiff, die Quartiere, …?“

es kam die nächste Frage: „Soll ich noch einen Tag vorher schauen?“ – Ich: „JA!“

noch eine Frage, „ob ich eine Weile in der Warteschleife warten könnte?“ – „Aber sicher doch, wenn ich einen Flug bekomme!“

turaluraluralu – ich muss warten und … dann sagt die Stimme am Telefon: „Frau Be, ich kann Ihen am Samstsg, XX.XX. einen Flug anbieten!“

YES YES YES YES, aber

Parkplatz für das Anreiseauto umbuchen

Mietwagen umbuchen, was nicht ohne Drama zu erledigen ging, da die Mietwagenfirma nicht zwei Tage dazu buchte, sondern die vorliegende, „aktuelle“ Buchung nur zwei Tage vorverlegte, inklusive Umbuchungszuschlag. Die Originalbuchung wiederherzustellen ging nicht mehr und ich musste meinen Mietwagen neu buchen. ARRGH!

dann noch zwei zusätzliche Übernachtungsplätze suchen und finden – puh! Da war ich einmal frühzeitig mit meiner Urlaubsplanung fertig und dann so etwas!

 

Was ich eigentlich erledigen wollte:

  • Fortbildungsunterlagen und -utensilien richten
  • am Herbarium arbeiten
  • die Steuererklärung beginnen
  • gesund werden

Morgen stehe ich mit den Vögeln auf und schaue wie weit ich komme – wenn ich die Augen endlich auf bekommen habe 😉

 

Eine schöne Woche wünsche ich!