Woche 41/2017

und …

Der Mut zur Lücke!

 

Unausgeschlafen, unkonzentriert, unsortiert, unzufrieden, am Ende unglücklich – es wollte nichts funktionieren in der vergangenen Woche. Prio 1 der Schule und der Arbeit gewidmet blieben nur wenige Minuten zum Lernen für die Prüfung/en. Ich beschloss mich auf die Inhalte der Unterlagen zu konzentrieren, die mich wirklich interessieren und den Rest auf den Lesestapel in der Toilette zu deponieren.

Auf einer dieser Seiten fand ich dieses Zitat von Anaxagoras, einem griechischen Philosophen (499 – 427 v. Chr.):

Die Natur kennt keine Vernichtung, nur Metamorphose.

 

 

Damit der Kopf frei wird hatte ich mir Spaziergänge verordnet, egal ob es irgendwo in meinen Knochen schmerzte, Hauptsache raus in die Natur. Sohnemann, auf Kurzbesuch, hat mir dazu noch den Rücken frei gehalten und Tochter lieh mir das eine oder andere offene Ohr. Danke euch beiden!

Die Wolkenbildung und deren Beleuchtung lud immer wieder ein zum Innehalten.

 

Eine Wolkenbildung am Horizont machte mir am Samstag jedoch Sorgen. Das sah verdächtig nach Rauch am Horizont aus.

Ich hoffe, es ist nicht allzu viel passiert und wenig Schaden entstanden.

Jetzt trainiere ich weiter meine Hirnzellen. Die Papier-Stapel lichten sich. Das wird doch zu schaffen sein, …

 

Bis die Tage,

Karin

 

Nachtrag:

Gerade meine Post der Woche noch bearbeitet und es gibt an meiner Pinnwand „Da-freue-ich-mich-drauf“ eine neue Konzertkarte: Abschlusskonzert der Jazz-Open in Stuttgart – Yeah Yeah Yeah

Ist zwar mein teuerstes Fanta-Ticket, aber meinereine war fast von Anfang der Band an dabei, und ich liebe die Atmosphäre auf dem Schlossplatz in Stuttgart, also nix wie hin! 😀

12 von 12 im Oktober 2017

und …

Zwischen Schule und Prüfungsvorbereitung

 

Eigentlich wollte ich dieses Mal bei 12 von 12 passen. Doch dann hatte ich es heute immer wieder mit Fotos zu tun, die im Laufe des Tages entstanden oder die ich mir für das Herbarium, diverse Ausarbeitungen, die Präsentation usw. zusammensuchte.

Das eine oder andere Bild wird in einem anderen ausgearbeiteten Umfeld wieder hier auf dem Blog erscheinen.

Deshalb heute mal ohne Chronologie des Tages:

1 Letzte Ernte

 

2 Gewürze mahlen zum Verarbeiten der Ernte

 

3 und 4 Den Ärger der letzten Wochen dann doch selbst wieder in Ordnung gebracht.

Ein Kollege hatte ein Info-Plakat mitten auf die von Schülern gesägten Männchen am Zaun genagelt, weil „sie schon so alt und verwittert sind“. Die Sache habe ich heute selbst erledigt, doch nicht ohne besagtem Kollegen und Kollegin eine deutliche Ansage zu geben. Ganz ehrlich, ich bin immer noch … aufgebracht.

 

5 Brombeerranke mit Dornen

 

6 Brennnesselstengel

 

7 Brennnesselblüten

 

8 Brennnesselsamen

 

9  Brennnesselfasern

 

10 Die Lieferung der entkernten, megascharfen Chilischoten für meine Chilisoßenedition 2017. Danke Papa!

Die Transportlösung mithilfe eines alten Gürtels fand ich absolut genial.

 

Es sind nur zehn Bilder dieses Mal geworden, leider.

 

Mehr 12 von 12 Impressionen gibt es bei Caro, für die es jetzt dann doch noch ein Bild gibt.

Mit der letzten Blüte meiner Passionsblume wünsche ich Dir alles Gute zum Geburtstag!

 

Woche 40/2017

und …

Noch 14 Tage bis zum letzten Prüfungstag!

Diese Woche brachte der Schulbetrieb ein Komplettprogramm: Unterricht mit Vorbereitung und Korrekturen, Elterngespräche, Elternabend, Klassenkonferenzen und Schülergespräche. Vor allem letzteres beutelte mich sehr.

Schüler A, aus Afghanistan, hat seinen Abschiebungsbescheid bekommen. In der ersten großen Pause der Woche legte er mir das Papier auf’s Pult und fragte: „Darf ich ins Bürgeramt gehen? Ich muss da noch was erledigen.“ Ein Blick auf das Papier reichte um den Inhalt zu erfassen, nur musste ich mich schwer zusammenreißen um nicht in Tränen auszubrechen. Beinahe entstand die Situation, dass mich mein Schüler hat trösten müssen. Morgens hatte ich noch im Radio einen Kommentar von amnesty international gehört, die Abschiebungen nach Afghanistan als illegal bezeichnen, da dieses Land alles andere als sicher ist.  Ich mag mich nicht damit abfinden, dass einer meiner motiviertesten Schüler demnächst in ein Land reisen muss, aus dem er zwar kommt aber wo er kein Zuhause mehr hat.

Schüler B, geboren in Saudi-Arabien, hat jahrelang mit der Familie in Syrien gelebt. Bei Kriegsausbruch ist die Familie getrennt worden. Ein Teil der Familie kam nach Deutschland, ein anderer Teil flüchtete zurück nach Saudi-Arabien. Obwohl er sich in Deutschland gut eingelebt hat, sich mit der Familie des Onkels gut versteht, mit seinen Cousins vertraut ist wie mit Geschwistern möchte er doch zu den Eltern. Diese leben wieder in Saudi-Arabien und jetzt wird seit Monaten gerungen welche Staatsangehörigkeit Schüler B nun hat. Nach Aufenthaltsstatus darf er nur in sein Herkunftsland vor seiner Flucht ausreisen – also Syrien. Was soll er aber alleine in diesem Land? So wartet er, und wartet, und wartet, darauf, zu seinen Eltern in Saudi-Arabien ausreisen zu dürfen. Inzwischen findet er sich mehr und mehr mit der Situation ab, denn er hat Sorge zu viel von seinen Arabisch-Kenntnissen verloren zu haben um in Saudi-Arabien einen guten Schulabschluss machen zu können.

Zur Entspannung weite ich meinen Heimweg, ein Fußweg der eigentlich nur fünf Minuten dauert, aus. Ich laufe Schleifen, gehe über die Wiesen, in den Schulgarten. Unterwegs sammle ich immer ein paar Gegenstände mit denen ich meinen Herbstteller auf dem Esstisch peu à peu auffülle. Leider geht er immer wieder zwischen Büchern und Blättern und anderem Material unter.

Zuhause sieht es nicht nur in der Küche immer chaotischer aus. Ich komme immer wieder auf neue Ideen für die Abschlusspräsentation und für die mündliche Prüfung. Hier trocknen gerade Farbproben aus roter Zwiebelschale auf Baumwollstöffchen und Wolle zwischen den Küchengeräten. Auf der Herdplatte liegt ein anderes Farbergebnis und die Vorbereitung für die nächste Farbprobe. Daneben stehen Fläschchen und Gläser mit Samen, Auszügen in Öl oder Alkohol, und mehr.

Zum Kochen bin ich die Tage nicht viel gekommen, es wurde gegessen was gerade schnell verfügbar war, und so war heute Morgen der Blick auf die Anzeige der Personenwaage unerfreulich. Kein Wunder, dass meine Füße wieder so schmerzen. Bei der Gewichtszulage würde ich auch meutern. Kein Sport seit Anfang August rächt sich jetzt deutlich.

Dafür bekommt die Nase Luft! Zudem sind zehn Wochen ohne Rüsselpest einfach super. Da rutschen die Mehrkilos auf den Hüften und am Bauch erst einmal in die Ablage -> später zu erledigen.

Nicht zu erledigen waren dann jedoch ein paar Räumarbeiten. Sohnemann hat sich bei einem Telefonat ganz nebenbei für einen Besuch angemeldet: „Ach, übrigens, … ich komme dann mal wieder vorbei!“. Die anschließende Schrecksekunde (Wie bekomme ich das Zimmer auf die Schnelle besucherfertig?  bzw. Wo räume ich all‘ das Zeug für die Prüfung hin?) zeigte mir, dass dieser Besuch jedoch das Beste ist was mir in diesen Tagen passieren konnte.

Zum einen habe ich Sohnemann wieder um mich, was immer gut tut!

Zum anderen wurde mir beim Abräumen seines Schreibtischs, auf dem ich alle Präsentationsteile lagerte, klar, es reicht an Objekten, Beispielen, Mustern, …

Was mir beim Fotografieren in der Wohnung auch klar wurde, ist das mangelhafte Licht. In Zukunft muss der Baustrahler wieder aufgestellt werden. Für heute kam noch einmal kurz die Sonne heraus und das letzte Foto sollte auf dem Pflanzen-/Katzentisch gemacht werden.

Kater Angus war über so viel Platzübernahme wenig begeistert. Alle Lockversuche ihn vom Tisch zu holen waren vergebens. Sein Tisch! Zur Not wird mit Tatze und Kralle sein Territorium verteidigt.

Am Ende klappte es zumindest mit einem Bild von meiner wachsenden Farbsammlung. Pflanzenfarben zum Malen wie Schreib- und Zeichentinte werden Thema meines Präsentationstisches sein.

Ich habe für mich meine persönliche Nische in der Kräuterpädagogik gefunden: Farben aus der Natur. Meine bisherige Kenntnis hat durch die Ausbildung eine gute Portion Fundament bekommen. Zu wissen wo ich welche Pflanze finden kann, sie zu erkennen, über Inhaltsstoffe in den Pflanzen Bescheid zu wissen, eine bessere Kenntnis über Giftpflanzen zu haben gibt Sicherheit. Gleichzeitig bin ich vorsichtiger geworden bei Tipps aus Magazinen, Büchern und dem Internet.

Doch für heute genug.

Eine gute Woche wünsche ich allen LeserInnen.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Beinahe vergessen,

ab heute, dem 9. Oktober, leuchtet wieder bis zum 8. Dezember das Laserlicht vom imagine peace tower in Reykjavik.

Babyquilt 2017

und …

Baby da, Geschenk überreicht, nun kommen die Bilder vom fertigen Nähwerk

 

Vor allem alte Blümchenstoffe aus der Nähwerkstatt der Weihnachtswiese (erkläre ich gleich noch), Reste der letzten großen Quilts und dazu, für die Rückseite wie Kanten, neue Stoffe arbeitete ich in diesen Babyquilt für eine ganz liebe Kollegin. Lange hat sie darauf warten müssen Mutter zu werden und als sie mir, endlich, eröffnete: „Ich werde Mama!“ strahlte sie wie zu Ostern, Geburtstag und Weihnachten zusammen. In dem Moment wusste ich, von mir wird es für das Baby etwas aus dem Weihnachtwiesenfundus geben.

Ungefähr 1,15 cm x 1,15 cm groß ist die Decke am Ende geworden. Das hat sich so ergeben, da ich völlig ohne Zeichnung und Plan an die Sache herangegangen bin. Es gab eine Skizze auf einem Post-it, der Rest kam intuitiv aus dem Messer, dem Stift, aus der Hüfte – zumindest was die Vorderseite als Patchwork betrifft.

Hätte ich mir doch bloß mehr Gedanken gemacht, wie ich das Gebilde mit meiner Nähmaschine gequiltet bekomme! Ich quilte bevorzugt von Hand und hatte mir deshalb beim (Aus-dem-Bauch-heraus-) Zuschnitt unbeabsichtigt ein paar Hürden gelegt. Meine Nähmaschine ist weniger flexibel als ich und dass mir die Zeit fehlen wird das Werk von Hand auszuarbeiten war von vorne herein klar gewesen hätte mir von Anfang an klar sein sollen. Rechnen kann ich und Kalender lesen auch.

Nun hatte ich selbst zum Fotografieren nicht die Muße, die ich gerne aufgewendet hätte. Das zarte Grün mit den Punkten kommt erst auf einem der nächsten Bilder heraus. Zudem hing die Decke ziemlich schief in der Hecke und kein Helfer zum Halten, Fixieren, Sichern war verfügbar.

 

Die schiefe Ecke muss als der gewollt eingebaute Fehler dieses Quilts herhalten. Ein Fehler in einem Quilt muss sein hat mir in meinen Anfangsquilterzeiten meine erste Kursleiterin erklärt. Nur so erhält ein Quilt seine Seele.

Ich konnte Ende der 1970er durch einige Umwege zuerst in einen Patchwork- und dann in einen Quilt-Kurs aus dem Freizeitangebot für US-Familien reinschlüpfen. Mein Schatz diese wenigen Stunden mit dieser alten Dame, die uns Teilnehmern vor allem Amish Quilting in alter Tradition nahe brachte – weniger ist mehr.

Sorry, ich war wieder einmal abgeschweift.

Das Label, wie immer bei einem meiner Quilts, handgestickt.

 

Die Weihnachtswiese

Wer Peterchens Mondfahrt kennt wie meine Kinder, als sie klein waren, dem ist dieses Kapitel nicht unbekannt. Wer es noch nicht kennt kann es hier nachlesen.

Für meine Kinder war die Weihnachtswiese jedoch auch eine Art Kurort für Puppen und Plüschtiere. Am Nikolaustag verschwanden diese nämlich um sich eben genau dort zu erholen, neu einzukleiden, zum Frisör zu gehen, usw. Da wurden Wunden geflickt, Bäuche aufgepolstert, Haare entwirrt und neu eingeflochten, aber vor allem wurden alle Teilnehmer neu eingekleidet. Weihnachten saßen dann alle wieder, wie neu, unter dem Weihnachtsbaum. Meine Große (er)kannte das Prinzip (verflixt schnell) und kommentierte bei vorbereitenden Besuchen in Stoffgeschäften bei dem einen oder anderen Stöffchen: „Kommt auf die Weihnachtswiese!“ oder auch „Blöd!“. So entstand eine Stoffsammlung für Tochters Puppen. So auch der Name vom allerallerallerersten Babyquilt, entstanden aus allen Restfitzelchen der Puppeneinkleidungsschneiderei. Kein Foto davon, denn Bruno, einer meiner alten Datenspeicher, verweigert leider seit Tagen seine Mitarbeit. Schade.

 

Hauptsache dieses neue Echtwerk hat Freude gemacht – mir beim Herstellen und meiner Kollegin als Geschenk.

 

Bis die Tage,

Karin

 

 

 

Woche 39/2017

und …

Prüfungsvorbereitung und ein Deko-Tipp aus Herbstlaub

Ich habe den Eindruck, die Zeit des Verzettelns scheint überwunden zu sein. Wenn es voran geht schmerzen Nachtschichten nicht so sehr.  Zudem ist nach dem Aufstehen die Freude groß, wenn das nachts Geschaffene im Tageslicht immer noch überzeugen kann.

Nach der Rückbesinnung auf frührere Jahre, als das Kinderzimmer für meine Große eher einer Intensivstation ähnelte, erinnerte ich mich an die optimale Zeit zum Schlafengehen, um morgens den Wecker nicht schlachten zu wollen oder ihn gleich völlig zu überschlafen – für mich ist es 1.00 Uhr bis 1.30 Uhr, aber dann muss der Kopf wirklich auf dem Kissen liegen! So klappt es mit dem ausgeschlafen wirkenden, pünktlichen Aufstehen für den Schulalltag. Das Nickerchen nach der Schule muss dann allerdings, im Gegensatz zu Jungmutterzeiten, sein. Das fordert die Natur inzwischen schon auf harten Stühlen ein. Bisher klappten mir nur die Augendeckel auf Sofa und Sessel zu, kaum dass ich mich nach dem Heimkommen hinsetzte. Inzwischen reicht sitzen völlig aus, ob im Wartezimmer beim Arzt, im Lehrerzimmer beim Korrigieren, am Esstisch, …, egal wo.

Doch bevor ich mich wieder vertüdel kommen jetzt einfach ein paar Bilder aus der Woche:

  • meine Sammlung aus den Versuchen mit Pflanzen Malfarben herzustellen ist fast fertig
  • die Testreihe hat sich ganz von alleine auf Färben mit Pflanzen erweitert – zum Auspressen der Pflanzensäfte hatte ich Stoff verwendet
  • zur Dekoration meines Präsentationstischs gibt es „Herbstrosen“ aus Laub meiner Lieblings-Spitzahornbäume – wer sie nacharbeiten möchte (nicht basteln!) schaut hier nach 😉
  • Sammeln, verwenden und Lernen in Einem ist am Besten – Färberhundskamille gesammelt, verarbeitet und die Familie der Korbblütler wiederholt (Zungenblüten, Röhrenblüten, …)

Weil ich wieder einmal nachts die Kraft und Muße hatte etwas auszuprobieren, das sich auf den Präsentationstisch der Abschlussprüfung gut machen würde, gibt es jetzt noch ein Rätselbild. Was ist das? Was habe ich ausprobiert? 😉

Ich hoffe nur, dass nach dem Trocknen das Ergebnis geglückt ist.

 

Jetzt wieder an die Arbeit. Der Tag ist kurz, die Nächte auch.

Viele Grüße und bis die Tage,

Karin

11 Fakten über mich und den Schulanfang

oder …

Mehr als ein halbes Jahrhundert Schule und immer noch nicht fertig!

Ich erinnere mich an eine Frage, vor Jahren, an meinen Sohn und seine Schwester gestellt, doch richtig im Gedächtnis blieb mir seine Antwort:

„Meine Schwester geht auf’s Gymnasium, ich auf die Realschule und Mutti, tja, die wird wohl auf der Hauptschule bleiben.“

Die Aussage kann man sehr verschieden auslegen. Die beste Grundschulempfehlung hatte meine Große, die beste Mittlere Reife hatte ich und das beste Abitur Sohnemann. So hat jeder sein Highlight aus der Schulzeit.

 

1 Das erste Schuljahr

1965 begann das Schuljahr noch zu Ostern, entsprechend wurde eingeschult. Die offiziellen Einschulungsfotos entstanden jedoch erst im Herbst, zum Glück, denn inzwischen hatte ich wieder Zähne im sichtbaren vorderen Bereich.

Im Fotoalbum fand ich noch ein anderes Foto, das mich zusammen mit meiner Freundin auf unserem ersten Schulweg zeigt. Noch hatten wir die Hoffnung zusammen in einer Klasse zu sein. Was waren wir traurig, dass dem dann nicht so war! Inzwischen bin ich noch viel trauriger sie nicht mehr auf dieser Welt zu wissen.

Wie stolz wir auf unsere Schultüten waren! Auch wenn sie unten in der Spitze mit Zeitung ausgestopft nicht arg viel Inhalt hatten, doch an den Luxus der Tafel Schokolade, den neuen Buntstiften und der Tüte Bonbons, nur für mich, kann ich mich noch gut erinnern! Und meine Tüte war sechseckig und nicht rund wie alle anderen!

Riesige Klassen waren es und viele. Ich ging in die 1e mit mehr als 50 SchülerInnen. Die junge Lehrerin teilte irgendwann die Klasse in zwei Leistungsstufen, ungeschickterweise mit den Namen „Wiesele“ und „Wusele“, die „Guten“ und die „Bösen“. Durch meine Rechtschreibschwäche landete ich bei den, … na was meint ihr? …, Wusele. Das traf mich schwer. Zudem schickte man mich in einen Sprachkurs, da ich wohl einen Sprachfehler hätte. Der Meinung war meine Mutter zwar nicht, doch sie brachte mich brav einmal die Woche ins Gesundheitsamt zur Sprechschule. Ich erinnere mich noch blass an Worte, die ich nachsagen sollte, wie „Schlüssel, Susi, russisch, …“. Irgendwann wurde ich als geheilt verabschiedet. Meine Mutter ist immer noch sicher, dass man mich mit jemand anderem verwechselt hatte. Doch die Damen und Herren ließen nicht mit sich reden, gaben ihr auch keine weitere Auskunft.

Nun denn, nach der „Heilung“ durfte ich nach einer erfolgreichen Lesenote zu den Wiesele wechseln!

Auszug aus meinem zweiten Schreibblock aus der 1. Klasse

 

2 Handarbeitsuntericht in der Grundschule

Was hatte ich mich auf diese Stunden gefreut und sie dann ganz schnell hassen gelernt. Wir lernten häkeln in der zweiten Klasse und sollten irgendwann unsere Puppen mit Eigenkreationen mitbringen. So saßen wir Mädels in dieser Vorstellungsrunde und präsentierten unsere Puppen. Nachdem ich meine Puppe hob und zeigte stellte mich Frau S. auf einen Tisch, mit den Worten: „So sieht eine Lügnerin aus!“. Ich verließ die Schule fluchtartig – ein völlig unverzeihliches Fehlverhalten in dieser Zeit. Irgendwie brachte meine Mutter wieder Frieden in die Sache, aber Spaß hatte ich keinen mehr bei Frau S. im Unterricht.

Für mich sind Erfahrung aus der Grundschulzeit Schlüsselerlebnisse, die mich so geprägt haben um viele meiner Handlungen wie Entscheidungen als Lehrerin heute noch zu beeinflussen.

 

3 Grundschuljahre = Kurzschuljahre

Nach der ersten Klasse, die noch Ostern endete kam es zur großen Änderung. In Zukunft sollten die Schuljahre im Herbst, nach den Sommerferien beginnen. Dazu wurden zwei Schuljahre auf jeweils ein Dreivierteljahr gekürzt und zogen als Kurzschuljahre in die Geschichte ein. So hatte ich nach eineinhalb Jahren die zweite und die dritte Klasse im Schnellverfahren erledigt. Dummerweise wurden in meiner Schule zwei Lehrerinnen krank und eine schwanger, was so viel hieß, dass in noch mehr Schichtdienst in den Klassen unterrichtet wurde, oder an einem Doppeltisch drei SchülerInnen saßen. Zudem schafften viele SchülerInnen es nicht das benötigtes Wissen in so kurzer Zeit zu verinnerlichen um es ins nächste Schuljahr zu schaffen. In der vierten Klasse, im ersten wieder regulär laufendem ganzen Schuljahr, waren viele bekannte KlassenkameradInnen durch Neuzugänge aus anderen Klassen ausgetauscht.

 

4 Realschule

Als eine der wenigen, die ohne Probleme die Kurzschuljahre überstanden hatten, saß ich als Zweitjüngste in meiner neuen Klasse nach der Grundschulzeit. Es war eine schwierige Entscheidung meiner Eltern gewesen mich in eine mir entsprechende weiterführende Schulart zu stecken. Die Realschule war in der Nachbarschaft zu Fuß zu erreichen. Zum Gymnasium gab es keine funktionierende Buslinie und den Fußweg von 30 Minuten quer durch die Stadt wollten mir meine Eltern ersparen. Den Zuschlag bekam die Realschule, die ich trotz ein paar, wenigen, Tiefen mit 15 Jahren, mit einem Megasuperzeugnis, abschließen konnte.

Absolut mistig hatte ich es gefunden, wie Mädchen und Jungen von vorne herein in hauswirtschaftlich/textile und handwerkliche Fächer aufgeteilt wurden. Ich wollte, nicht nur aus den unangenehmen Erfahrungen aus meiner Grundschulzeit heraus, nicht in Kochen und Handarbeit. Keine Chance! Mädchen gehörten laut Plan in die Küche und Jungs in den Werkraum. Irgendwann hatte ich den Mut und heulte mich nicht nur zuhause sondern noch bei meiner Klassenlehrerin und meiner Erdkundelehrerin aus. Beide konnten meinen Wunsch verstehen und traten eine Welle los in Richtung Schulleitung, Schulamt und weiter nach oben. Sie erreichten, dass meine Freundin und ich in der Parallelklasse am Werk-Unterricht der Jungs teilnehmen durften, zusätzlich zu unseren regulären Näh- und Kochstunden. Wir Mädels waren glücklich, drei Nachmittage lang. Danach verweigerte der Werklehrer uns weiter in den Stunden zu dulden. Wir würden die Jungs ablenken und demotivieren (wir hatten die Holzschale einfach schneller und besser aus dem Brett herausgeklopft gehabt und so etwas geht gar nicht!). Überhaupt, alles muss doch seine Ordnung haben. Punkt. Abgeheult bei meiner Klassenlehrerin bin ich seit dieser Zeit immer in irgendeiner Art und Weise sozial und politisch aktiv.

 

5 Wirtschaftsgmnasium

Dieser Weg zum Abitur zu kommen war eine Notlösung. Mir wäre das Technische Gymnasium lieber gewesen, doch schon bei der ersten Vorstellung dort kamen Aussagen wie: „Mädchen haben es potentiell schwierig hier. Mädchen halt!“. Die mangelhaft in Physik im 1. Halbjahr der 9. Klasse war dann ein Aufhänger, den die „2“ in der Mittleren Reife nicht wett machen konnte, für sorgenvolle Blicke über meine zu vermutenden Lücken in technischen Angelegenheiten. Blieben die Alternativen Hauswirtschaftliches Gymnasium und Wirtschaftsgymnasium.  Nun denn, vielleicht hätte ich doch lieber die erste Alternative gewählt, denn trotz aller mathematischer Kompetenzen fehlte mir die Bereitschaft mich auf wirtschaftliche und buchhalterische Strategien einzulassen. Trotz aller Perfektionierung von Spickzetteln und Entwicklung neuer Methoden zum Verbessern der schriftlichen Leistungen hatte ich meine Sorgen, ob ich das Abitur in den Wirtschaftsfächern bestehen würde. Wahrscheinlich hätte ich es sogar geschafft. Meine Glanzleistung beim Schummeln hatte ich bei meiner letzten Physikarbeit. Die Lösungen schrieb ich fast komplett aus den Unterlagen des Lehrers ab. Er hatte sie offen auf dem Lehrerpult liegen gehabt. Naja, ok, einmal habe ich in seinem Script umgeblättert und vor der Weiterarbeit an meiner Klassenarbeit erst einmal etwas Adrenalin abatmen müssen. Es war auch das letzte Mal. Mir war das zu anstrengend, die Sorge erwischt zu werden zu grtoß, da lernte ich doch lieber besser.

In den vielen Jahren danach als Lehrerin hat es nur ein Schüler geschafft mich in Sachen Täuschung zu übertrumpfen. Inzwischen selbst schon Vater begegne ich ihm ab und an und vielleicht verrät er mir seinen Kniff dann auch mal.

 

6 Die Stuttgarter Jahre und die Lehrerausbildung

Diese vier Jahre am Pädagogischen Fachinstitut und Fachseminar zähle ich zu meinen schönsten Schuljahren. Sie waren verflixt anstrengend, doch kreativ an allen Ecken und Enden. Endlich konnte ich Werken, mit Holz, mit Ton, mit Kunststoff und Metall. Viele Stunden waren mit praktischen künstlerischen Aufgaben zugepackt, dass ich im Nachhinein die nicht unerhebliche Anzahl an theoretischen Stunden mit Mathe, Deutsch, Englisch und pädagogisch-methodischen Fächern völlig vergesse. Die üblichen Hauptfächer mussten sein, denn neben der Lehrerausbildung sollte noch eine Fachhochschulreife erlangt werden.

Weit über 100 Bewerber hatten sich zu den drei Tagen Aufnahmeprüfung angemeldet, 30 wurden aufgenommen. Ein Grüppchen von acht Bewerbern verstand sich auf Anhieb und wir verbrachten die drei Tage auch in den Pausen zusammen. Alle von uns acht bestanden, eine trat die Ausbildung nicht an und von den sieben verbliebenen sind wir noch fünf, die auf irgendeiner Art und Weise regelmäßig im Kontakt sind.

Die künstlerische Freiheit, die man uns als Studenten gegeben hatte war enorm groß. Ob wir uns alleine in ein Eck zurückzogen und malten, oder als Gruppe skurrile Projekte entwickelten war im künstlerisch, kreativen Bereich akzeptiert, wie auch (wie auf dem Foto bei einer Feier zum zweijährigen) ein wenig Kabarett, oder satirisches. In Keramik, Holz und Metall ging es deutlich strikter zu. Material verstehen lernen und die Verwendung der passenden Werkzeuge, Werkstücke produzieren standen als Aufgaben im Vordergrund und danach kam es zum Freiraum für Eigenes. Unabsichtlich entwickelte sich aus dem Metallbereich eine Aufgabe – Teesiebe – als Dauernebenprojekt unserer Ausbildung. Wir sammelten, entwickelten, „sahen“ Teesiebe an allen Ecken und Enden und so wuchs eine nette Sammlung an funktionierenden, originellen, sonderbaren und witzigen Teesieben in einer der großen Vitrinen im Eingangsbereich unserer Ausbildungsschule. In der Nachbarvitrine veränderte sich einsam eine Birne mit Gesicht. Ende der 1970er, Anfang der 1980er stand dieses Obst für einen Politiker. Man ließ uns gewähren.

 

7 Der Dienstantritt

Auch 1981 entließ man Junglehrer nach der Ausbildung und sie mussten zusehen wie sie finanziell über die Sommerferien über die Runden kamen. Ich war diese Wochen in Schweden, half meinem Freund nach seinem Umzug nach Stockholm sich einzurichten. Alle zwei, drei Tage stand ich am Münztelefon und warf meine über die Tage gesammelten Kronenmünzen ein um meine Eltern anzurufen, ob endlich ein Bescheid zur Einstellung gekommen ist. Diese verflixte Maschine schluckte die Geldstücke schneller als ich sprechen konnte!

Nach fünf Wochen kam endlich der Bescheid, dass ich eingestellt werden würde, gefolgt von einem sehr gedämpften „Juhuu“. Damals noch in Oberschulamtsbezirke eingeteilt hatte ich gehofft zumindest im Bereich vom Oberschulamt Stuttgart eine Stelle zu bekommen. Es wurde Oberschulamt Freiburg, aber nicht entlang des Rheins zur französischen Grenze, nein, Hochrheingebiet, finsterste deutsche Provinz, 200 km weg von zuhause und 200 km weiter weg von meinem Freund. Dazu musste ich innerhalb von drei Tagen diese Stelle persönlich bestätigen.

Taschen gepackt, mich von meinem Freund tränenreich verabschiedet, in meinen 2CV4 gestiegen und mich mit 90km/h maximaler Stundengeschwindigkeit (bergab oder mit Rückenwind) auf den Weg nachhause gemacht. Passend zu meiner Stimmung kam einer der ersten Herbststürme auf. Wer schon einmal eine Ente gefahren hat weiß was Wind für dieses Fahrzeug bedeutet. Das Faltdach bläht sich auf, die Fensterflügel flattern, der Gebläseschacht über dem Armaturenblatt vibriert – man hat schon bei geringer Geschwindigkeit das Gefühl abzuheben um sich den Graugänsen am Himmel anzuschließen. Zumindest die Richtung stimmte! Ich fuhr durch bis Helsingborg, setzte über nach Helsingør, fuhr weiter durch Dänemark nach Rødbyhavn um nach Puttgarden überzusetzen. Der Wind nahm immer mehr zu. Auf der Fehmarnsundbrücke standen Laster auf einer Spur und bildeten einen Windschutz für die PKW, die nur noch im Schritt fahren konnten. Am Brückenende war ich so fertig mit der Welt, dass ich, obwohl es inzwischen schon spätabends war, eine Tante meines Freundes in Hamburg anrief und sie um Quartier bat. Ich hatte sie vorher erst einmal gesehen, doch was war ich glücklich bei ihr gegen Mitternacht wärmstens aufgenommen zu werden. Von oben bis unten verspannt, durch die Kraftanstrengung das Lenkrad in meinem beinahe Flugmobil auf der Spur zu halten, fiel ich wie ein Stein ins gemachte Bett. Zwei Tage später stand ich dann im Schulamt in Waldshut, wo man mir auf meine Frage, ob es denn eine Chance gäbe auf eine Stelle näher an Stuttgart, die Antwort gab: Wenn Sie diese Stelle nicht annehmen zeigen Sie ihr Nichtinteresse am Schuldienst in Baden-Württemberg.

Ich trat die Stelle an, als Fachlehrerin für musisch-technische Fächer, was damals hieß, mit Lehrbefähigung für die Fächer Kunst und Werken.

 

8 Das erste Dienstjahr

Mein lieber Mann, wenn ich mir das im Nachhinein so vorstelle! Ich war, alleine durch die Kurzschuljahre, gerade einmal 21 Jahre alt als ich meine erste Stelle als Lehrerin begann. Mein ältester Schüler in der 9. Klasse war 19! Wie oft hatten diese 9er mir meine Auto so zwischen zwei Bäume gehoben, dass sie meinten ich käme da nicht mehr weg. Wer jedoch seine Ente kennt, weiß sie aus dem engsten Parkplatz zu wuppen, auch alleine, blond, mit schmalen Schultern.

Aber mal ganz von vorne. Ich war geschockt als ich das erste Mal vor diesem Schulhaus on the edge of nowhere stand. Ich befand mich in einem Dorf, das an der einen Seite den Rhein hatte und auf der anderen Seite eine Hügelkette, die meine Ente in der Steigung kaum bewältigen konnte. Eingekesselt in der Einflugschneise zum Flughafen von Zürich ist das der einzige Eindruck von großer, weiter Welt, denn damals wie heute liegen fast alle näheren Sehenswürdigkeiten auch in der Schweiz. Vielleicht bin ich jetzt etwas ungerecht, doch immerhin wurde ich als Stadtkind mit hochtrabenden Ökotendenzen und Zurück-zur-Natur-Idealen von jetzt auf nachher geerdet.

Erste Besichtigung

Der erste Besuch der Schule zeigte zumindest einen ordentliche Bau, und ich konnte von einem intakten Werkraum träumen. Ausgeträumt war es am ersten Schultag, als mir ein Kellerrraum präsentiert wurde. Werkbänke waren vorhanden, auch ein Schrank mit ein paar Werkzeugblöcken. In einem Gelass stand eine Kreissäge, die der Hausmeister zu seinem Eigentum zählte (ich aber in diesem Zustand auch nie hätte benutzen wollen). Material – Fragezeichen. Elektrische Bohrmaschine – Fragezeichen. Drei schmale Fenster als Oberlichter mit wenig Eignung als Belüftung. Der junge, neue Rektor zeigte sich aufgeschlossen Gelder zu besorgen für neue Geräte. Aber wo besorgen? Ich hatte bis auf Mittwoch immer nachmittags Unterricht. Und am Mittwoch waren in der Kreisstadt Waldshut am Nachmittag alle Geschäfte geschlossen. So besorgte ich meinen Material- und Werkzeugeinkauf immer am Wochenende zuhause rund um Stuttgart und hatte auf dem Rückweg meine Sorgen all das Zeug zwei Mal über die Grenze zu bringen. Der schnellste und einfachste Weg führte über Schaffhausen in der Schweiz,

Andere Geschichte aus der Zeit im tiefen Süden. Meine Wohnung war eine zweigeteilte Angelegenheit, lag im Obergeschoss eines ehemaligen Stallgebäudes, über eine schmale Holzstiege an der Außenseite zu erreichen. Dafür war der Parkplatz mehr als großzügig. Von der Stiege aus gelangte man in einen Flur, von dem aus drei Türen gingen. Geradeaus kam man in eine abgeschlossene Wohnung. Meine „Wohnung“ hatte die Tür links zum Schlaf-/Wohnzimmer und die Tür rechts zu Küche, Bad und Balkon. Damit hätte ich mich irgendwie und irgendwann arrangieren können, aber dass die Heizung immer erst dann angeschaltet wurde, wenn mein Nachbar abends nachhause kam war vor allem in den Wintermonaten unerträglich.

Es waren noch etliche andere Dinge unerträglich, aber ein Ereignis hat sich in all den Ungeschichten eingeprägt, zusammen mit meinem auf der Autobahn liegen gebliebenen Auto nach der kältesten Nacht dieses Dezembers. Ich lag durchgefroren vom Tag, durchgefroren von einer Nacht ohne Heizung (der Nachbar war auf einer Dienstreise) mit Wintermantel im Bett als die Meldung zum Aufstehen im Radio kam, John Lennon war gestorben.

https://www.abendblatt.de/politik/ausland/article107064948/Der-Tag-an-dem-John-Lennon-starb.html

Von diesem Jahr könnte ich noch Geschichten erzählen, die ein Buch füllen würden. Aber ich beschränke es auf eine.

 

9 Der erste Schulunfall

Unfälle passieren, trotz aller Vorbereitung, Ermahnung, Sicherheitsbelehrung, … .

Heute bauten meine 10er die niegelnagelneuen elektrischen Dekupiersägen auf und durften sie nach einer Einweisung ausprobieren. Bis auf einen Schüler wollten alle sofort loslegen, waren ganz heiß auf Maschineneinsatz. Dieser eine Schüler fragte, ob er das Werkstück mit der Hand aussägen dürfte: „Nee, Frau Be. Lassen sie mal die anderen ran. Ich hab‘ da Schiss. Echt. Die Dinger sehen so harmlos aus und schon ist das Sägeblatt im Finger.“ Ich fand diese ehrliche Aussage sehr mutig im Beisein seiner Mitschüler. Doch sie gingen, nach dem Gehörten, sehr viel vorsichtiger an die Maschinenarbeit als sie es sonst gemacht hätten. Nur findet man nicht immer Vernunft in den Handlungen im Unterricht.

Doch zurück zum ersten Dienstjahr und dem ersten Unfall. Zweite Klasse, Kunstunterricht, es wurden Linien mit Bleistift und Buntstiften gezogen als ich zuerst ein „Oh“ hörte und dann einen Aufschrei. Eine Klasse im Zaum zu halten ist schon eine Sache für sich. Eine Klasse, die einen Schreck erfahren hat zur Ruhe zu bringen ist Schwerstarbeit auf ganz vielen Ebenen: selber Ruhe bewahren, zur Unglücksstelle kommen, betroffenen Schüler finden, die Unglücksursache herausfinden, die umstehenden Schüler beruhigen, die Sachlage begutachten, den betroffenen Schüler beruhigen, die anderen Schüler beruhigen, zwei/drei Schüler bestimmen die Hilfe holen, zwei/drei Schüler bestimmen die den betroffenen Schüler trösten, den Rest der Schüler mit irgendwelchen Beschäftigungen stetig und langsam aus dem Unfallgebiet holen und so beschäftigen, dass sie auch beschäftigt sind, … ,

Was passiert war? Ein Schüler hatte sich einen Buntstift in die Hand gestoßen, dass er auf der Handfläche herauskam. Ich frage mich heute noch wie das passiert ist, denn es war für eine zweite Klasse ruhig gewesen, keiner hatte groartig gehampelt. Es ist passiert. Die Mutter sah es völlig entspannt, als sie den Burschen abholte. Es blieb auch kein Schaden, denn der Stift ist zwischen Sehnen und Knochen glatt durch die Hand gegangen. Aber ich hatte nun die Realerfahrung hinter mir, von wegen Handeln in Notfallsituationen. Es sollte nicht die einzige bleiben.

 

10 Versetzung, Abordnung, noch eine Versetzung usw.

Lauter neue Schulanfänge folgten nach dem ersten Schuljahr als Lehrerin im südlichsten Süden. Eine Woche vor dem Beginn meines zweiten Dienstjahres kam die Versetzung ins Schulamt meiner Wahl. Meine Vermieterin hatte es schneller erfahren als ich und hatte mich buchstäblich vor die Tür gesetzt. Kurz vor Ferienende fanden meine Eltern alle meine Besitztümer aus der „Wohnung“ geräumt im Flur, die Zimmer mit neuen Schlössern versehen. Sie hatten eigentlich ein paar Tage Ferien dort in der Gegend machen wollen und standen trotz bezahlter Miete vor verschlossenenen Türen. Egal, ich war versetzt worden. Gut. Wobei auch Gut manchmal zwei Seiten hat, denn in den nächsten sieben Jahren folgten vier neue Schulen bis ich mir die fünfte selbst aussuchen konnte. An dieser Schule bin ich heute noch, inzwischen seit über 20 Jahren.

Viele Höhen und vor allem Tiefen hat es gegeben. Ein Stück weit habe ich neben viel Herzblut für die Belange meine Schüler auch Gesundheit gelassen. Ich liebe den Neuanfang des Schulgartens und wenn ich in „meine“ Werkräume gehe fühle ich mich in der Seele einfach wohl. Trotzdem habe ich in diesem Sommer beschlossen, nach 39 Jahren im aktiven Schuldienst, die Möglichkeit in Anspruch zu nehmen, mit Abzügen, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Keine sieben Jahre mehr, sondern nur noch fünf. Die Nase ist zu, trotz OP, durch Holzstaub, Allergie und was immer auch. In der Lunge pfeift es wieder, obwohl ich brav meine Sprays nehme.

 

 

11 Kräuterschule

Beinahe hätte ich diesen Schulanfang vor einem Jahr vergessen! Wie konnte ich nur, da ich doch mitten in der Prüfungsvorbereitung stecke! So also funktioniert der Verdrängungsmechanismus. 😉

Hinter der Intention die Ausbildung zur Kräuterpädagogin zu beginnen lag der Wunsch die Pflanzenwelt rund um unser sehr großes grünes Schulgelände zu bekommen um das auch in den Unterricht einbringen zu können. Vieles konnte ich mir im Internet anlesen, doch manchmal verwirrten mich unterschiedliche Informationen. So machte ich Nägel mit Köpfen,

Ich wollte es noch einmal wissen, noch einmal anpacken, noch einmal lernen für einen Abschluss. Inzwischen weiß ich wie schwierig es ist sich auf eine Prüfung vorzubereiten wenn man nicht mehr quirlige 15 sondern Endfünfzigerin ist. Wenn dazu noch der Berufs- und der normale Alltag zur Zufriedenheit aller erfüllt werden ist die Luft noch schneller raus.

Daumen drücken zwischen dem 20.10. und 22.10.2017!

Wenn ich die Prüfung nicht schaffen sollte, auch gut. Es war eine Erfahrung und irgendwann muss auch mal gut sein.

 

Jetzt ist es doch mehr geworden als ich beabsichtigt hatte, wobei ich an mancher Stelle etwas das Thema verfehlt habe 😉 und an anderer etwas weg ließ. Ich bin traurig was nach vielen Reformen von der Hauptschule übrig geblieben ist. Der Facharbeitermangel ist eine hausgemachte Sache. Wie sollen SchülerInnen denn Zugang zu praktischen Arbeiten haben, wenn diese Fächer immer mehr aus den Bildungsplänen gestrichen werden? Die wenigsten Kinder haben von Haus aus ein Werkzeug gesehen und kennen von klein auf eher Computer & Co. Hatten vor zwanzig Jahren Hauptschüler drei Stunden Technik und drei Stunden Hauswirtschaft mit textilem Werken in der 8. Klasse ist für praktisches Arbeiten in nur noch ein Bruchteil davon übrig. Wenn es hoch kommt sind es sechs Wochen à drei Unterrichtsstunden für Technik.

Umfasste mein Lehrplan am Anfang meiner Lehrerzeit nur ein paar DinA5-Seiten stecke ich in einem wer weiß wie vieltem Neuanfang eines Bildungsplans, dessen Inhalt inzwischen so groß ist, dass wir diesen auf einem Datenstick erhielten. Meine studierten Fächer muss ich in neuen Fächern und Fachverbünden zusammensuchen. Ich weigere mich innerlich musisch-technische Erziehung auf Technik und als verkopfte Erziehung zum technischen Verständis so reduziert zu sehen, oder als Basteleinheit in Kunst wiederzufinden. Das Kompaktstudium, dass ich vor einigen Jahren für den Fachverbund Materie-Natur-Technik absolvierte, bringt mir inzwischen wenig. Dieses Fach gibt es so auch nicht mehr.

In meinem Klassenzimmer hängt ein Spruch von dem ich nicht mehr weiß wann ich den gehört habe:

Wenn jeder zur Universität gehen würde wer baut sie dann?

 

 

Doch noch ein Wort zum Abschluss,

ich gehe immer noch gerne in die Schule.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Ehe ich es bei diesem Faktenblog wieder vergesse, er ist mit Astrids Blog verlinkt, wo es auch andere Schul- und schulanfangsgeschichten nachzulesen gibt!

Woche 38/2017

und …

Schwups ist ein Jahr vorbei und meine Abschlussprüfung naht!

Für Sonntag habe ich zwei Kreuze auf meinem Wahlzettel gemacht und nach diesem, meinem letzten, Seminarwochende die Hoffnung, dass ich in vier Wochen drei Kreuze nach der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung machen kann um mich danach Kräuterpädagogin nennen zu können.

Im September 2016 wagte ich es mich noch einmal auf die Schulbank zu setzen, „opferte“ eine Reihe von Wochenenden, um zusammen mit einer richtig netten Gruppe an gleich interessierten Frauen die Welt der Kräuter zu erkunden. Wir alle wollten und wollen Kräuterpädagoginnen werden. Die entspannte Erkundungszeit ist nun endgültig vorbei.

An diesem Wochenende drehte sich in meinem Kurs wirklich alles rund um die Prüfungsvorbereitung und ich bin inzwischen so wuschig im Kopf, dass ich das Wörtchen „schwups“ googelte um sicher zu sein ob das Wort mit einem oder zwei P geschrieben wird.

Spätestens bei dieser Übersicht war mir klar, nun ist aber mal gut. (Nach den Prüfungen tausche ich das „ü“ mit einem „i“ aus!).

Bloggen entspannt mich momentan überhaupt nicht. Den „großen“ Rechner, auf den ich die Fotos lade,  schalte ich seit Tagen nicht mehr an und arbeite nur noch mit dem Laptop. So versuche ich meinen Focus in der knappen Zeit neben dem beruflichen Alltag auf das Wesentliche, die Prüfung und den Abschluss, zu legen.

Entspannung gab es die vergangene Woche nur auf dem Weg ins Klinikum Tübingen zu einer Kontrolluntersuchung. Was liebe ich Kürbisse, vor allem wenn sie in Hülle und Fülle in solch einer Pracht angeboten werden. Wenn darunter noch ein paar skurrile Exemplare zu entdecken sind hat ein Halt doppelt Spaß gemacht.

Ich hoffe, jeder Kunde wirft seinen Obulus in die Kasse. Meine Auswahl landete zum Teil schon in den Topf.

Spaghetti-Kürbis, Hokkaido, Mikrowellen-Kürbis (von links und völlig unbotanisch, muss auch mal sein)

 

Nun bin ich auch traurig über das Wahlergebnis. Sehr gefreut hat mich allerdings das Lob von Martin Schulz an die Jusos. Für meinen Wahlkreis kann ich das nur bestätigen und weitergeben. Einige von ihnen habe ich heute in den Arm genommen und bin stolz wie sie hochmotiviert: „Jetzt erst recht!“ weitermachen wollen. Toll!

 

Für mich habe ich heute beschlossen mich die nächsten vier Wochen in meiner Freizeit auf die Prüfungen zu konzentrieren. Das Bloggen, so lieb es mir ist, muss reduziert werden. Ich werde den einen und anderen auf der Halde liegenden Blogpost fertigstellen und einstellen können, meine mir lieben Blogs weiter mitlesen, doch für mehr wird es nicht reichen.

Macht’s gut und bis die Tage,

Karin

 

 

Kunstgenuss in Baden-Baden

und …

Einmal Kombiticket für Museum Frieder Burda und Staatliche Kunsthalle!

Wer in Baden-Baden ist und etwas Interesse an Kunst hat sollte sich das Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle nicht entgehen lassen, vor allem nicht in diesen Tagen. Die 18,-€ sind zwar happig, aber gut investiert für das was geboten wird.

Das Museum Frieder Burda zeigt noch bis zum 26. November 2017 Leuchtkästen, lightboxes, mit Fotos des Kanadiers Rodney Graham – Künstler, Fotograf und Musiker. Er inszeniert akribisch seine Bilder bis ins letzte Detail, wie die holländischen Maler im 17. und 18. Jahrhundert. Rodney Graham hat jedoch den Vorteil der digitalen Nachbearbeitung. Seine Bilder beeindrucken gestochen scharf in großer Größe und erzählen alle eine Geschichte. Der Star in jedem Bild, Rodney Graham.

Audio-Guide auf die Ohren und die Ausstellung genießen. Ich war gut zwei Stunden dabei mit einer Art Déjà vu als ich auf dieses Bild traf:

Media Studies ’77

Ich sah wieder einen meiner Kunst-Dozenten vor mir sitzen, 1976-1978, Kippe in der Hand, die er im Kreidenkästchen der Tafel ausdrückte bevor er sich die nächste Zigarette angezündet hat. Ihm sei Dank, denn er war einer der Initiatoren, dass wir Studenten 1977 gemeinsam die documenta 6 besuchen konnten. Unvergessen seine teilweise kernigen Aussagen zur Entwicklung der Kunst und allgemeinen Kunstverständnis: „Kinder bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Der Steinzeitmensch hat sich einfach nur über die schöne Form gefreut, die beim Pinkeln entstanden ist.“

Doch zurück zu Rodney Graham. Es lohnt sich absolut diese Ausstellung anzuschauen und dazu gibt es hier einen guten Eindruck:

https://www.museum-frieder-burda.de/index.php?id=59&L=0#c4015

http://www.ardmediathek.de/tv/Kunscht/Rodney-Graham-im-Museum-Frieder-Burda/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=18349524&documentId=44226626

 

Ich war schon nach dieser Ausstellung im absoluten Glücksmodus, überlegte den Eintritt zur Kunsthalle verfallen zu lassen, lief dann doch weiter. Eigentlich wollte ich nur kurz mal schauen, völlig uninformiert wie ich war über die momentan laufende Ausstellung. So tappte ich unvorbereitet weiter, schnupperte auf den ersten Stufen Holz. Das ist ein Geruch, der bei mir (Sche… auf Allergie) alle Sinne weckt und die Augen strahlen lässt! Hier hätte ich gerne mitgearbeitet. Mann Mann Mann aber auch.

Liang Shuo hat in allen Räumen eine Berglandschaft geschaffen, alles aus Holz von Abbruchhäusern und einer Decke einer Turnhalle. Genial! Und noch bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen.

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/kunsthalle-beherbergt-bergmassiv-aus-holz-von-liang-shuo-15458992.html

Zum Abschluss gibt es noch einen Blick hinter die Kulisse.

 

Baden-Baden, ich komme wieder.

 

Bis die Tage,

Karin

 

Woche 37/2017 und das neue Schuljahr hat begonnen

oder …

Rote Fahnen als Begleiter der Woche

Die erste Schulwoche ist vorbei und schon am Freitag hätte ich einen Kran als Aufstehhilfe benötigt! Schulbeginn und die letzten Wochen vor der Bundestagswahl machten platt, obwohl ich, immer noch nicht ganz fit, nicht bei jeder Aktion meiner Partei zum Mitmachen den Finger hob. Der Kalender ist voller Termine und ich habe immer noch nicht begonnen für meine Prüfung zu lernen. Aber am Dienstag war Dabeisein eine gern gemachte Pflichtsache – Martin Schulz sprach in Böblingen auf dem Marktplatz. (Hier ein Link zu seiner Rede.) Zum Glück begann der Regen erst nach der Veranstaltung und Pöbeleien blieben bis auf eine aus.

Dienstag, bei 12 von 12 im September, berichtete ich ja schon über den normalen Schulalltag. Unglaublich wie schnell der Alltag mich wieder eingeholt hat, doch zum Abschluss gab es etwas Besonderes.

Freitag nach Schulschluss setzte ich mich ins Auto um nach Baden-Baden zu fahren, zum NewPop-Festival, mit einem Ticket für das Konzert der isländischen Band Kaleo in der Tasche. Mit dabei die beiden CDs der Band, die, immer hübsch abwechselnd, auf der Fahrt durchgedudelt wurden. Hach! Doch was für eine Fahrt! Der Navi schickte mich nicht über die Autobahnen A81, A8 und A5 nach Baden-Baden, sondern quer durch die Pampa aka Schwarzwald! Vernünftige Entscheidung an einem Freitagnachmittag, wer die Straßensituation im Raum Stuttgart und Karlsruhe kennt. Aber hallo, der digitale Wegbegleiter zeigte eine überraschend gute Ortskenntnis und Vorliebe für Schleichwege (Einspruch: Nur auf dem Hinweg!), so dass ich durch die schmalen, etwas unebenen Straßen ein ganz klein wenig an Island erinnert wurde.

In Baden-Baden angekommen war unüberhörbar Musik in und an allen Ecken der Innenstadt. Direkt neben meinem Hotel spielte eine Folk-Band unter freiem Himmel. In der anderen Richtung konnte man über Boxen ein Konzert von werweißwoher mitverfolgen. Rote Teppiche lagen hier und dort auf den Fußwegen. Dort ein Plakat oder ein Leuchtkasten, auf der anderen Straßenseite ein Geschäft geöffnet zum Late-Night-Shopping und vorbei an der Großbaustelle (wo wird eigentlich nicht gebaut?) am Leopoldsplatz musste ich nur dem Besucherstrom folgen. Wo sonst Kurgäste vor dem Kurhaus flanieren breitete sich das Festival-Gelände aus. Musik und Menschen, Bühnen und Bands, … . Kaleo spielte erst um 23:00 Uhr und, was soll ich sagen, das Warten lohnte sich. (Hier ein Ausschnitt des Konzerts.)

Der Tag danach, nach einem leckeren, ausgiebigen Frühstück – ich durfte glücklicherweise das Auto in der Hotelgarage stehen lassen – machte ich mich auf zur Stadtbesichtigung. Schon auf dem ersten Blick wusste ich, eine Übernachtung war zu wenig geplant für diesen Ort. Baden-Baden! Logisch! Auch ohne NewPop-Festival, oder gerade ohne Festival-Rummel, zeigte sich an fast jeder Ecke die mondäne Vergangenheit und Gegenwart. Es lohnte sich ein Spaziergang durch den Kurgarten, ausgehend von der Trinkhalle mit der Touristeninformation in den frühen Morgenstunden. Plantschen in einer der Thermen, wie die Besichtigung der Ruinen der römischen Soldatentherme hob ich mir für ein anderes Mal auf. Mein Plan führte mich vor meiner Rückfahrt nachhause ins Museum Frieder Burda und die Staatliche Kunsthalle. Das war eine sehr gute Entscheidung!

Bis zum 15.10.2017 ist in der Kunsthalle noch DISTANT tantamount MOUNTAIN von Liang Shuo zu sehen und im Museum Frieder Burda Lightboxes von Rodney Graham bis zum zum 26. November 2017.

Mein Tipp: Anschauen!! Und vor allem bei Rodney Graham lohnen sich die 4,- € für den Audiobegleiter.

Ich werde in einem Blogpost über die beiden Ausstellungen berichten.

 

 

Ganz zum Schluss noch ein Nachtrag zu 12 von 12 im September, bezüglich der Baustelle, die auch Fußgänger – allen voran unsere Schüler – betrifft. Den riesigen Umweg ließen sich vor allem die Schüler meiner Schule nicht lange gefallen. Schon am dritten Tag nach Schulbeginn hatten sie sich entlang des Bauzauns einen Weg getrampelt, während die Schulleiter der betroffenen Schulen Rabatz bei den Verantwortlichen der Stadt und der Schönbuchbahn machten und die noch überlegten eine Holzbrückenkonstruktion in Auftrag zu geben. Am vierten Tag wurde der Trampelpfad professionell ausgebaut und so was von sofort angenommen. Geht doch! 😀

vorher …
nachher …

 

Das war mein Wochenbericht mit Mut zur Lücke. Draußen regnet es jetzt zum dritten Mal an diesem Sonntag wie aus Kübeln. Was bin ich froh meinen Baustellenrundgang schon früh am Morgen erledigt zu haben. Morgen geht es in die nächste Arbeitswoche. Lasst es euch gut gehen!

 

Bis die Tage,

Karin

 

12 von 12 im September 2017

oder …

Der zweite Schultag nach den Sommerferien

Keine positiven Gefühle wenn sich der Wecker meldet. Zwei Gründe:

  • es fühlt sich herbstlich an mit den kürzer werdenden Tagen und
  • 5:50 Uhr ist wieder Dunkel-Zeit zum Aufstehen

Zwei Fakten:

  • Ich werde nie ein munterer früher Vogel!
  • Ich hasse Wecker! – Ich glaube, ich wiederhole mich mit dieser Aussage!

1 Den ersten Tee gibt es nach Ferienende wieder im Pott und mit Beutelware, dunkelschwarz, stark, leicht gesüßt, mit Milch, denn es muss schnell gehen

2 Eine Runde Therapie zum Durchatmen bevor ich im Bad in den Spiegel schaue, ohne Brille, und ich erinnere mich an eine Aussage von Jerry Hall in diesem Interview von 2014:

… „Jerry added: “I just can’t see very well now so when I look in the mirror, I think I look OK. I never put my glasses on to look in the mirror.“

Ich stimme ihr nach wie vor zu – meine Brille hat morgens Besuchsverbot im Bad, obwohl ich kurz nach dem Aufstehen auch mit Sehhilfe nicht fähig bin scharf zu sehen. Es braucht seine Zeit bis sich meine Augendeckel öffnen. Zum Glück geht Zähneputzen im Dunkelzustand bis sich die Lider von alleine heben, mit dem Glücksmoment im ersten trüben Licht:

„Männo, cool, total faltenfrei!“ 😀

3 Die Brotdose gerichtet und sie aus Zeitnot nur mit Notfallfutter gefüllt. Voll öko, no plastics, alles bio … in den Grundbestandteilen ein gesundes Schulfrühstück und vor Ort gleich rückfällig geworden. KEKSeee! Wieso eigentlich? Ich bin so überhaupt nicht auf Süßes konditioniert, doch kaum in der Schule kommt es über mich.

4 Schulweg im Schülerpulk, denn fast alle kommen durch all die Baustellen selbst als Fußgänger nicht mehr direkt zur Schule. Egal aus welcher Richtung kommend müssen alle Umwege in Kauf nehmen und laufen jetzt meinen Weg. Die Schüler meiner Schule und der Realschule laufen in eine Richtung, die zum Gymnasium in die entgegengesetzte und alles auf einem schmalen Gehweg einer Seitenstraße – gefällt mir gar nicht. Ich nehme mir vor in Zukunft früher aufzustehen und noch früher loszulaufen.

5 Vormittagsunterricht erst mal in der eigenen Klasse – zwischen 14 und 16 Jahren wachsen sie enorm in den Ferien und vorher meine Kleinen füllen als 9er jetzt das Klassenzimmer gewaltig aus, in Masse und, sorry, Ausdünstungen.

6 Es gibt Englisch in den ersten beiden Stunden. Smalltalk about holidays und dann geht es mit dem Buch weiter:

7 Die Baustelle vor den Fenstern ist ein Graus! Störungsfreier Unterricht hört sich anders an.

8 Kunst gibt es nicht wie geplant in der Parallelklasse,  sondern in meiner. Die ersten Vertretungsstunden im neuen Schuljahr und sie machte uns allen Spaß: „Spiel mit grafischen Elementen“, ein Grafikprojekt, das im Laufe des Schuljahres weitergeführt werden wird.

Von den letzten beiden Stunden des Vormittags gibt es leider kein Bild. Wirklich schade Zurück in meiner Klasse für zwei Stunden MNT, Materie-Natur-Technik, einer sinnvollen Fächerkombination für Haupt-, bzw. Werkrealschulen, die in Ba-Wü nun wieder in Biologie, Chemie und Physik aufgedröselt wird. Sehr, sehr schade.

Knappe Mittagspause, die ich für Therapien genutzt mit der Grippeschutzimpfung abgeschlossen habe: Widerstand gegen „The first contact“ von all den Mitbringseln aus aller Herren Länder.

9 Zuhause überrasche ich das Eichhörnchen im Vogelrestaurant aka Katzenkino, per Handy unscharf eingefangen, natürlich.

10 Wie das Eichhörnchen muss ich feststellen, die Gästeräume sind leergefuttert und wie sauber ausgefegt! Sechs Stunden nach dem Auffüllen!!

11 Luxus gegönnt. Friseur mit allem drum und dran. Tochter sagt immer: „Mutti, Du hast keine Haare, sondern Federn!“ und das ist auch so, echt! Immer fusselig, flusig, egal wie geschnitten und föhnen ist vergeudete Liebesmüh‘. Aber diesen Sommer gingen so wenig bleichende Sonnenstrahlen über das Gefussel auf meinem Kopf, dass sich meine ursprüngliche Haarfarbe in die Haarspitzen verflüchtigte und sich ein Straßenköterblond breit machen konnte. Nee, geht nicht. Einmal hole ich mir das „alte“ Blond zurück, bevor das Grau dazwischen den Straßenköter von alleine aufhellt.

So, die Haare sind wieder schön. Und wieder, immer noch, bzw. schon wieder so lang wie auf dem Bild im Hintergrund

12 Kater getröstet. Nach Wochen selten lange alleine zuhaus‘ mochten sie die ersten Tage mit vielen Stunden ohne mich gar nicht so gerne.

Der normale Alltag ist wieder in da!

 

Das sind meine zwölf Bilder, Geschichten, Eindrücke die ich vom zwölften Tag dieses Monats zusammengefasst habe und nun bei „Draußen nur Kännchen“ von Caro in den Pool mit ganz vielen anderen 12 von 12 – Geschichten werfe.

 

Bis die Tage,

Karin