Wenn gar nichts laufen will

oder  …

Manchmal muss ein Kraftwort her!

Oh Mann, oder oh Frau, oder einfach oh Mannomannfrau (jetzt mache ich mir auch noch Gedanken genderkonform Dampf abzulassen!) ohne das schlimme Schimpfwort zu verwenden! Es waren in diesem Moment zu viele SchülerInnen um mich herum, die noch dabei sind deutsch zu lernen. Ihnen wollte ich nicht die Vielfalt in Sachen Flüche beibringen. Sch… lernen sie sowieso schneller als Schule, Schlüssel, Schnuller oder Schulter. Irgendwie lernen sich Unwörter einfach soviel leichter, weil sie wohl doch mehr Wichtigkeit haben, als in die Schule zu gehen, die Tür mit einem Schlüssel zu öffnen oder sich an einer Schulter anzulehnen, wenn man Trost braucht.

Das war bei meinen Kindern,  als sie noch Purzelchen waren, nicht viel anders. Schei…auszusprechen lernten sie schneller als sauber zu werden, mit „Sch“ und nicht mit „S“. Deshalb versuchten wir Eltern uns zurückzuhalten und übten hart daran stubenreine Begriffe zum Fluchen zu verwenden. Wir bedienten uns, unbedacht, zuerst mit Varianten, die ich aus Freizeiten und Urlauben in Österreich mitgebracht hatte, die dann lauteten „Kruzi, Kruzifix und Kruzitürken“. Das ging gar nicht, wie mir Tage später, nachdem die Kinder diese Wortwahl ja auch aufnahmen, aufging! Mit diesem Vokabular konnte ich Tochterkind nicht in den Multikulti-Kindergarten schicken! Zum Kuckuck, aber auch!

Kleine Geschichte am Rande, von gestern, als ich wieder mit einer Maschine im Werkraum kämpfte, bis mir ein lautes „Zum Kuckuck!“ heraus rutschte:

  • „Was ist ein Kuckuck, Frau Be?“, fragte mich ein Schüler aus Syrien.
  • „Ein Vogel.“
  • „Und was hat der Vogel getan?“
  • 😀

Schwäbisch! Yes! Wir leben in einem Land mit kreativer Bruddler-Kultur. Aber, nee, ich bin zwar in Schwaben aufgewachsen, hatte jedoch meinen ersten richtigen Kontakt mit der schäbischen Kultur und Sprache erst im späten Teenageralter bzw. während meines Studiums in Stuttgart. Mein Tonfall ist schwäbisch angehaucht, Dialekt spreche ich jedoch keinen und mein schwäbisches Vokabular, plus unlogischer Feinheiten, baue ich immer noch auf. Deshalb doch keine gute Idee! Dazu wollten wir, dass die Kinder hochdeutsch lernen und keinen Dialekt. Heidabimmbamm abbr au!

Am Ende war es die Kreativität der Kinder, die ihr eigenes Schimpfwort-Vokabular kreierten. Schimpfend war Sohnmann als Vierjähriger zurück vom Kiosk auf unserem Campingplatz in Schweden gekommen: „Alta Schwede!“. Er hatte unbedingt die fehlende Petersilie zum Abendessen dort einkaufen wollen. Petersilie, auf schwedisch ‚persil‘, hatte er so lustig gefunden und war entsprechend kichernd in Richtung Laden gesprungen. Nur hatte er sich irgendwie nicht mit dem alten Herrn dort verständigen können, der ihm eigentlich nur hatte erklären wollen, dass er keine Petersilie mehr hat. Mit leeren Händen bekam auf dem Rückweg so gut wie jeder Stein entlang des Wegs einen wütenden Kick ab. Zuletzt traf ein Kiesel ein grünes Regenrohr – tschonk: „Alte Blechgurke!“. Die Blechgurke erfuhr dann noch eine Steigerung zu ‚verrostete Blechgurke‘, aber das blieben dann über viele Jahre die bevorzugten Flüche beider Kinder.

Jetzt ärgerte ich mich in den letzten Tagen sehr über einen Fehl-, bzw. Billigeinkauf einer Maschine für den Technikunterricht. Ich hatte gedacht, bei einem Elektrotacker wird es nicht so auf Marke etc. ankommen, Hauptsache er hat ordentlich wumms. Vom Discounter um die Ecke besorgte ich mir ein entsprechendes Teil und freute mich darauf, die nächsten Insektenhotels mit etwas mehr Tempo und Qualität herstellen zu können. Die Freude dauerte nicht lange. Die Bedienungsanleitung ließ zu wünschen übrig und schon die zweite Krampe blieb im Gerät stecken, statt im Holz zu landen. Was nun folgte, Wiederholungen eingeschlossen:

Stecker raus, Gerät öffnen, quer liegende Krampe entfernen, Gerät schließen, Stecker rein, Gerät auf das Holz aufsetzen, den Auslöser drücken, tschakk und die Krampe steckt nur zur Hälfte im Holz.

Gerät auf das Holz setzen, den Auslöser drücken, die Krampe hängt noch zur Hälfte aus der Maschine und nicht im Holz. Stecker raus, mit der Zange das Stück Krampe aus der Maschine ziehen, Stecker rein, den Auslöser drücken und … inzwischen stehen garantiert nicht mehr zwei Schüler um einen herum, sondern vier und mindestens einer hat einen Verbesserungsvorschlag! … die erste Krampe sitzt, nur leider an der falschen Stelle.

Gerät auf das Holz setzen, den Auslöser drücken, die Krampe sitzt, doch völlig verbogen. …

Gerät auf das Holz aufsetzen, fest andrücken, den Auslöser drücken, keine Krampe erscheint. … grr, der Rauch aus meinen Ohren lässt die Schülerzahl rund um den Ort des Geschehens anwachsen … Ruhe bewahren …

Gerät auf das Holz setzen, noch fester andrücken, den Auslöser betätigt, tschakk, zwei Krampen sitzen im Holz, eine perfekt (geht doch!), die andere total verbogen. „Zwillinge“, sagt eine Schülerin und ich versuche zu grinsen.

Gerät auf das Holz setzen, andrücken, Auslöser, pff, Stecker raus, Gerät öffnen, drei verbogene Krampen herauspuhlen, Gerät schließen, Stecker rein, aufsetzen, andrücken, auslösen, …

Da geht einem doch die Hutschnur hoch, bei so einem Mistding, das nicht einmal zur Hälfte das macht, was es verspricht, nämlich tackern! Aus mir kommt aus den tiefsten Tiefen ein „fan i helvete!“, das sich absolut nicht unterdrücken ließ. Wie ein Spontanrülpser, war dieser schwedische Fluch (sehr frei übersetzt: Zur Hölle!), seit Jahren in irgendwelchen Erinnerungsschubladen eingemottet, aufgewacht und polterte heraus.

Stille um mich herum. „Frau Be, wie war das mit ‚wir sprechen deutsch‘ in der Schule?“. Hmm, da war eine Entschuldigung fällig und eine Erklärung.

 

Deshalb, liebe Leute, lasst die Finger von billigen Maschinen. Sie sind ihr Geld nicht wert, machen Ärger, sorgen für Frust und miese Stimmung. Am Ende hilft mir nur das innere Ventil zu öffnen und danach den Eimer, um solchen Murks zu versenken.

 

Keine Fotos heute? Eigentlich nicht, zumindest war das nicht geplant. Ein Haufen kaputter Krampen und ein schlecht getackertes Drahtgeflecht sind kein Foto wert; wenn ich da nicht im Schulgarten diese kleinen Teufel wieder ihre Köpfe aus der Erde strecken gesehen hätte. Ein paar feuchte Frühlingstage haben gereicht und sie sind wieder da: Arrgh. Ich versuche zu frohlocken, denn mit Schachtelhalm kann Jauche angesetzt werden, oder Silber geputzt, aber ich (es qualmt mir schon wieder aus den Ohren) will es nicht hier, nicht in dieser Menge, …, so niedlich es in diesem Stadium auch aussehen mag, …

… „lujah“, sag ich und schau mir zuerst ein paar HB-Männchen-Werbespots aus den 50er/60er Jahren an, gehe nicht in die Luft, um mich danach am „Münchner im Himmel“ zu erfreuen.

Jetzt ist wieder alles gut und ausgeflucht. 😉

Woche 16/2017

oder …

April, April und alles hat ein Ende/einen Anfang

 

Mittwochabend erschien mir meine kleine Wohnung, nachdem ich Bruderkind als letzten Gast zum Flughafen gebracht hatte, so etwas von öde und leer! Selbst in meinen Katern fand ich keinen Trost. Auch die beiden saßen mit hängenden Köpfen vor den leeren Betten und suchten nach den streichelnden, oder spielenden Händen der letzten Tage. Am Ende hatte ich dann noch eine ziemlich dicke Träne im Auge, als ich das eine oder andere Dankeschön beim Aufräumen fand.

Aber nun ganz von vorne, was diese Woche so brachte:

  • ein gemütliches Ostermontagsfrühstück nach einer gelungenen 80er Feier für meine Mutter/meine Eltern

 

  • viele Gespräche über Gott und die Welt, den Brexit und hoffentlich nicht einkehrenden Frexit, kurze Nächte, mein Englisch von Schulenglisch zu Alltagsenglisch neu aufpoliert, für die Eltern bis zur Erschöpfung übersetzt (die Kinder meines Bruders sprechen, bis auf den Ältesten, kein Deutsch)
  • einen verregneten Spaziergang durch die Tübinger Altstadt (Bilder gibt es hier zu sehen)

  • die Abreise von Sohnemann
  • einen Ausflug mit Überraschung in die Schwäbische Alb – Burg Lichtenstein im Schnee(sturm), der leider auf dem rechten Bild nicht so zu erkennen ist. Bruderkind war spätestens jetzt überzeugt über meine klare Ansage vor ihrem Reisebeginn: Warm jacket required! Und siehe da, in den Taschen hatte sie sogar noch Handschuhe und Mütze stecken! 😉

  • Flight tracken bis in die Nacht. Das Bruderkind war mit ziemlicher Verspätung zurück nachhause gestartet und hatte am nächsten Tag eine wichtige Prüfung vor sich. Auch wenn ich nichts an der Situation ändern konnte, ich hing am Bildschirm und freute mich über die WhatsApp-Mitteilung meines Bruders, dass sie in den frühen Morgenstunden endlich zuhause waren.
  • einen Ausflug in den Schwarzwald – mein ganz persönlicher Abschied von meiner Freundin, die im Januar ihren Kampf gegen Krebs verloren hatte. Nach 56 Jahren Freundschaft fühle ich nach wie vor eine Lücke in mir, so unbeschreiblich weit und tief …

 

 

  • eine Recherche nach wunderlichen Orten, die mir bei den beiden Ausflügen in der einen oder anderen Weise begegneten. Wer weiß mit Mömpelgard und Niuferon etwas anzufangen? Mömpelgard begegnete mir in der Burg Lichtenstein auf einem Bild von einem Graf Eberhard. Ihm und seiner Frau Henriette war ich tags zuvor schon auf einem Fensterbild in Tübingen begegnet, wie meine Google-Suche ergab (ein Suchergebnis ist hier). Von Niuferon ist nur ein kleiner Teilort von Haiterbach im Schwarzwald übrig geblieben, Altnuifra, mit etwa 50 Einwohnern. Der Name klang mir seltsam genug für einen Abstecher abseits meiner Route, um dann doch nur in einem kleinen Weiler zu landen. 1080 wurde der Ort zum ersten Mal erwähnt, anfangs von Adelsfamilien mal ans Kloster Reichenbach dann an das Kloster Hirsau verschenkt wurde der Flecken Land als Niuferon zuerst an die Kurpfalz, dann nach Württemberg verkauft.

  • aufräumen und mich in meiner Wohnung wieder einrichten
  • die Reinschrift meiner Aufschriebe vom letzten Kräuterseminarwochenende
  • Sammeln von Pflanzen für das Herbarium, bestimmen, pressen, gepresste Pflanzen folieren, katalogisieren, … da liegt noch viel vor mir, sehr viel!
  • Farbmuster von meinen Pflanzenfarben zugeschnitten, sortiert, abgeheftet und schon wieder neue Farben in Arbeit – Andrea von Holunder hat auf einem Blogpost einen Link zu einem Beitrag von Pepper Schmidt von Heimatbaum platziert, in dem es über Färben von Eiern mit Avocadoschalen ging. Klar musste ich das ausprobieren. Besuch hin oder her. Es gibt ja noch Nächte. Auch wenn die entstandene Farbe interessant ist, es ergab leider kein lila.
  • eine Inspiration im Vorbeifahren: „Hallo, was ist DAS denn?, und schon vorbei gewesen – (Die Bilder habe ich nachträglich gemacht und nicht im Vorbeifahren!!!) – mit umdrehen, suchen, finden, sich freuen. Das dies kein „normales“ Wohnhaus mit Garten sein kann war mir sofort klar. Nachdem ich den ersten folgenden Kreisverkehr zur Drehung genutzt hatte war mir bei der zweiten Vorbeifahrt klar, ich will mehr sehen! Ich werde berichten.
  • der Wille die letzten Ferientage zu genießen und so lasse ich es mit einem Besuch auf dem Stuttgarter Messegelände, trotz Kreativ, Garten und Slow Food. Ich verordne mir slow und eine Runde durch den Wald. Auch keine so tolle Idee, beim Blick in meine Taschen! Ich hatte mir wieder jede Menge Pflänzchen für das Herbarium gesammelt, die nun natürlich auch noch fertig bestimmt und gepresst werden müssen. Mannomann, das kann aber auch eine Sucht werden!

Zuguterletzt kommen hier noch ein paar Eindrücke meines Slow-down-Sonntags im Schönbuch:

Gundermann
Knoblauchsrauke
Frühlings-Platterbse
Gelbes Buschwindröschen

Nächste Woche beginnt wieder der ganz normale Alltag bei allen Schulkindern und Schul“Kindern“ und an Schulen Beschäftigten und mir in BaWü UND der Prüfungszeitraum für die WerkrealschülerInnen beginnt.

Jetzt muss ich mich wieder auf Radio und Fernsehen konzentrieren. Die Wahlen in Frankreich sind schon ein Bauchwehthema. Interessant fand ich heute im Laufe des Tages zu hören, dass vor allem im Ausland lebende Franzosen Schlange vor den Wahlbüros in Konsulaten stehen! Wie hier in Quebec in Kanada. Super!

Ich wünsche allen einen guten Wochenstart!

 

 

Spargelpapier in neuer Variation

oder …

Nah dran am Papier mit Papyrus-Charakter

Frühlingszeit = Spargelzeit = … und ich kann die Spargelschalen wieder nicht einfach so wegwerfen. Sie lagen schon im Müll, als ich dann doch die langen Stücke alle wieder heraus holte. Letztes Jahr hatte ich es aufgegeben Spargelschalen für eine Papierbütte zu pürieren, nachdem mir Spargelfasern zwei Pürierstäbe und einen Mixer auf immer und ewig ausgeschaltet hatten.

Spargel ist als Pflanzenart überhaupt nicht verwandt mit Papyrus, doch haben beide Pflanzen für mich eine Gemeinsamkeit – richtig zähe, fiese, lange, Maschinen zerstörende, Fasern!

Statt auf Maschinenkraft setzte ich dieses Jahr zuerst auf Fingerspitzengefühl und Präzision, danach auf Muskelkraft, denn die Spargelschalen wurden von mir verwebt. Damit diese überhaupt biegefähig wurden mussten sie für ca. 20 – 30 Minuten in Wasser gekocht werden. Wer möchte kann aus dem Sud eine Spargelcremesuppe herstellen, doch ich brauchte nur den Spargel für die Flechtarbeit im Anschluss.

 

Das Flechten funktionierte besser als ich es erwartet hatte, selbst mit Ansetzen neuer Spargelstücke. Beim zweiten Versuch ging es schon richtig flott voran.

Eigentlich könnte man dieses Flechtwerk einfach so liegen und trocknen lassen. Um jedoch eine Art Papier zu bekommen muss dieses Gewebe bearbeitet werden. Ich walzte es zuerst mit einem Nudelholz. Dadurch verdichten sich die Fasern in den Spargelschalen.

Ab jetzt muss getrocknet werden. Die Trocknung kann durch Bügeln beschleunigt werden, was nicht immer von Vorteil ist. Beim Bügeln trocknen die oberen Faern schneller, als die tiefer liegenden. Ich warte lieber ab und trockne meine Papiere im Wechsel *einen Tag an der Luft, einen in der Presse*, bis sie wirklich trocken sind.

Dieses „Monday-Dinner-Leftover-Paper“ trocknete ich auf Wunsch von Bruderkind, vor ihrer Abreise, mit ganz viel Bügeleiseneinsatz.

 

 

Woche 15/2017

oder …

Ostern, Besuch, ein runder Geburtstag und die Wanderschaft von einem Tisch zum nächsten

Das Ende der Fastenzeit nahte in dieser Woche und obwohl ich mich schwer zusammengerissen habe, brav täglich viel Obst versmoothiet schluckte, mit reichlich Wasser hinterher, der Bauch sitzt, die Hose nicht. Seit ich 50 geworden bin verflacht sich mein Hintern und die dort verlorene Masse rutscht kontinuierlich auf die Hüften und den Bauch. Jetzt gehe ich auf die 60 zu und ich kann Übungen machen bis zum Abwinken. Es ruckt sich nichts, weder auf der Waage noch am Speckgürtel, dafür knacken die Knochen oder der Ischiasnerv meldet sich unter Protest. Zwischen Fasching und Ostern wollte ich drei Kilo Gewicht abnehmen und den Schwimmring etwas verflachen. Ist nicht geglückt. Irgendetwas hat sich allerdings schon getan, denn nun rutschen meine Jeans, trotz straff gezogenem Gürtel, immer mit dem Bund in die Bauchfalte. Das passiert vor allem dann, wenn ich etwas anhebe bzw. trage und keine Hand frei habe, um die Hose festzuhalten. Oder ich habe das Gefühl, dass ich, wenn ich in die Hocke gehe, auf meiner Rückseite ein Bauarbeiterdekolleté präsentiere. Ein schöner Rücken mag ja entzücken, diese Ansicht jedoch, nee, das geht gar nicht! Also gab es die neuen Jeans/Hosen nicht erst, wie vorgenommen, nach Ostern, sondern vorher, bevor die Gäste anreisten. Frau will ja anständig angezogen sein 😉 .

Aber ganz von vorne in der Aufzählung was die Woche so brachte:

  • Montag dachte ich noch, müder geht’s nimmer! Wieso denn bloß? Draußen scheint die Sonne und ich habe Schulferien?
  • Dienstag stand mein Organisationsplan für die Gäste und die Geburtstagsfeier meiner Mutter: Zimmer gerichtet, Einkaufslisten geschrieben und die erste erledigt. Mit Tochterkind einige Geburtstagsmodalitäten geklärt. Meine Mutter beruhigt – alles wird gut! Meinen Vater beruhigt und Zur Entspannung ging ich in den Schönbuch und ließ das Handy im Auto.
  • Über den Mittwoch berichtete ich ja schon am 12ten
  • Donnerstag war Stuttgart an der Reihe. Bruderkind wollte es gerne und Sohnemann brauchte was standesgemäßiges zum Anziehen, eine Ausgehuniform die britischen Ansprüchen nicht nur genügt sondern diese erfüllt und in der er sich trotzdem wohlfühlt. Mein Bruder lebt in England und seine Kinder gingen und gehen dort teilweise noch auf ein angesehenes, kirchliches Internat. Sohnemann wird bei der Konfirmation des jüngsten Bruderkinds dabei sein und so ging es zu ‚Breitling‘ in Stuttgart, „wie mer des halt hier so macht, wenn mer was räächts will!“. Wir hatten unseren Spaß bei der Anprobe. Bezahlt habe ich, wer sonst? Zum Stuttgart-Programm kamen noch Markt, Markthalle, das Alte Schloss plus Ausstellung, Geschenkeinkäufe und ein Erschöpfungspäuschen am Kleinen Schlossplatz dazu. Das Wetter hielt.
Innenhof vom Alten Schloss, Stuttgart
Uhrenausstellung, Altes Schloss in Stuttgart
  • Freitag, Karfreitag, Good Friday und Bruderkind wünschte sich einen Besuch in Bebenhausen. Im Anschluss machten wir noch einen Abstecher zur Wurmlinger Kapelle. Mit ganz vielen anderen Pilgern machten wir dort eine Art kleine Pilgerreise, in dem wir den Kreuzweg hoch zur Kapelle liefen. Bruderkind, die in einem Kloster zur Schule ging, war dies ein ganz besonderes Ostergeschenk, vor allem als wir oben vor geöffneter Krypta und Kapelle standen! Sie war glücklich. Das Wetter hielt.

  • Freitagabend, „Jugendtreffen“ mit Abendessen, das in einen Spieleabend und Gesprächen bis in den Morgen führte. Das Wetter hielt.
  • Samstag, Markttag und die letzten Listen zur Vorbereitung des 80. Geburtstags meiner Mutter erledigt. Dazu gehörte u.a. der von Enkelinnen und Enkeln gebackene Geburtstagskuchen. Bei meiner Zubringer-Einkaufstour schwor ich mir: NIE WIEDER Karsamstag einen Supermarkt mit dem Auto anzufahren! Laufen – ja, mit dem Fahrrad – ja, oder einfach sein lassen! Nachmittags wurde, nachdem alle Zutaten zusammen waren, gebacken und es ging ein Haus weiter an einen anderen Tisch zum Abendessen. Mein Tochterkind und ihr Mann, gerade zurück aus ihrem Japan-Urlaub, tischten uns japanisch auf, damit wir im Anschluss Kraft für einen weiteren Spieleabend hatten. Ich liebe Star Wars, doch die Spiele dazu sind mir einfach zu komplex. Das nächste Mal schaue ich einfach nur zu oder ich eröffne eine zweite Spielgruppe: Mensch ärgere Dich nicht mit Star Wars Figuren. Das Wetter … , es tröpfelt.

  • Sonntag, Ostersonntag, der 80. Geburtstag meiner Mutter. Nach zwei langen Spieleabenden war die Jugend eher auf Ausschlafen aus und der Beginn der Geburtstagsfeier im Restaurant für manch einem der Teilnehmer das Frühstück. Da kam der Spaziergang zur Kaffeetafel gerade recht. Das Wetter erforderte einen Regenschirm.

Meine Mutter, 80 hin oder her, hat es sich nicht nehmen lassen wollen den Kaffeetisch bei sich zu decken. Und obwohl es ihr die letzte Woch wirklich nicht gut ging, hatte sie natürlich auch gebacken – ein Osterlämmchen stand auf dem Tisch, ein zweites im Nebenzimmer, und bestimmt standen irgendwo noch ein paar.

Sonntagabend, meine Eltern sind glücklich einen Tag mit so vielen Enkeln wie möglich verbracht zu haben. Wir sind alle pappsatt. 20:30 Uhr stehen Bruderkind und Sohnemann am Kühlschrank: Hunger! Ich gönne es ihnen. Alles was sie aus meinem Kühlschrank rausfuttern landet nicht auf meinen Hüften.

Den neuen Hosenkauf hätte ich mir sparen können. Vielleicht sollte ich auf Hosenträger umsatteln. 😉

Keiner hat es gemerkt, dass ich die Geburtstagsgeschenke auf dem letzten Drücker verpackt bekam. Ich habe mir vorgenommen nicht mehr in Papier einzuwickeln, wenn es nicht gerade Bücher oder andere kompakte mit vielen rechtwinkligen Ecken sind. Ab jetzt gibt es Kartons und Schachteln, denn Materila dazu habe ich genug.

Es war ein ereigneisreiches Osterwochenende und ich hoffe ihr konntet eures auch genießen.

 

Ein Wildkräutermenü im Frühling

oder …

Auf in die Brennnesseln

Wie ich schon mehrfach berichtet habe bin ich dabei mich im Kräuterwissen fit zu machen. Am ersten April-Wochenende war es wieder soweit. Samstag gab es von nine to five two eine große Portion Theorie, bevor wir uns eine Wiese suchten, die möglichst naturnah abseits von Straßen lag, nicht gedüngt wurde, keine Beweidung durch Nutztiere hat, auch keine Schafe … gar nicht so einfach, eine solche Fläche im Großraum Stuttgart zu finden. (Wenn jemand ein solches Wiesenstück im Kreis Böblingen kennt, bitte melden, please!)

Am Samstag sammelten wir jede Menge Wildkräuter, die wir dann am Sonntagnachmittag verarbeiteten.

Auf dem Menüplan standen:

  • Neunkräutersuppe
  • Wildkräuter-Schneckennudeln
  • Unkrauttaschen nach griechischer Art
  • Brennnessel in Bierteig mit Hägemark
  • Frankfurter grüne Soße mit Wildkräutern
  • Chicoreesalat mit Scharbockskraut und Orange
  • Sekteis/Sektsorbet mit Veilchenblüten, alternativ Apfelsaftsorbet mit Veilchen
  • Sahneeis mit Sauerampfer und Heidelbeerkompott
  • Erdbeeren mit Basilikumzucker
  • Waldmeister- und Wildblumenblüten im Apfelsaft

G.E.N.I.A.L.

Doch zuerst ging es auf die Wiese und danach in die Küche.

Ein Teil der Ernte mit Scharbockskraut, Sauerampfer, wildem Schnittlauch, Giersch, Vogelmiere, Weidenröschen, Sauerampfer, Gartenschaumkraut und Brennnesseln

Zur Vorspeise gab es eine Neunkräutersuppe, traditionell ein Frühlingsgericht. Sie gehörte früher vor allem am Gründonnerstag auf die Teller. Nach den langen Wintermonaten, wenn alle Vorräte aufgebraucht, oder nicht mehr allzu lecker waren, hatten unsere Vorfahren Lust auf frisches Grün. Die verwendeten Kräuter variieren je nach Landstrich, Höhenlage, Wetter und Jahreszeit. Dieses Jahr liegt Ostern sehr spät und so lässt sich auf den Wiesen deutlich mehr Grünzeug finden, als Ende März. Wenn ich jetzt spontan in den Garten gehen würde kämen bei mir momentan junge Triebe vom Giersch, Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Gartenschaumkraut, Vogelmiere, Löwenzahn, Wiesenkerbel, Weidenröschen und Wiesenschaumkraut in den Korb und zum Garnieren ein Schlüsselblumenblütchen aus dem Garten (bitte wirklich nur von hier!). Möglich sind noch viele andere wilde Kräuter. Da manche durch ihren Gerbstoffgehalt eher streng schmecken, wie Gundermann, sollten diese eher nur wenig verwendet werden. Und wirklich nur die Wildpflanzen verwenden, die man ganz genau kennt! Alternativ können auch übliche Küchenkräuter in die Neunkräutersuppe wandern. Rezepte zur Neunkräutersuppe, wie auch wir sie zubereitet hatten, sind auch leicht im Internet zu finden, z.B. hier, hier und hier (das Gänseblümchen nicht als Ganzes essen, schmeckt so eher bäh). Und Sarah von Das Kräuterkörbchen gibt noch mehr Informationen, insbesondere erklärt sie wie die 9 in die Suppe kam!

In der Tiefe der Tasse hatte sich bei uns ein Bärlauchnockerl versteckt, die unsere Köchin in der Runde, Katharina, vorbereitet hatte.

In der Menüfolge passten im Anschluss passten in Bierteig ausgebackene Brennnesseln, die mit einem Klecks Hagebuttenmark, oder wie wir hier sagen Hägemark, garniert waren. Das Hägemark brachte den letzten Pfiff, bildeten das Tüpfelchen auf dem i.

Der Hauptgang …

Chicoreesalat mit Wildkräutern und Orangen, Unkrauttaschen, Kartoffeln, Ei und dazu grüne Soße aus Wildkräutern

… und im Anschluss ein Nachtisch nach dem anderen, die gar nicht so schnell fotografiert werden konnten, wie sie wegschmolzen sind bzw. in unseren Mägen landeten. Vor allem das Eis mit Sauerampfer traf genau meinen Geschmack. Ich, die in der Regel den Nachtisch weiter gibt, kratzte die Eismaschine leer, weil das Zeug zu lecker war um weggespült zu werden. Deshalb gibt es auch von dieser Leckerei keine Bilder, aber vom letzten Teil, den Erdbeeren mit Basilikumzucker.

 

Zum Schluss stelle ich die verwendeten Kräuter im Einzelnen vor:

Nicht im Einzelnen abgebildet fehlen Gartenschaumkraut, Waldmeister (der hing schon im Saft), den Veilchenblüten (froren schon eine Nacht im Sekt bzw. Apfelsaft) noch Kohldistel und ein Kraut, an dessen Namen ich mich erinnern kann. Irgendwann wird es mir wieder einfallen, vorzugsweise in der Nacht 😉

So lecker satt zu sein, nach so viel Bücken, Pflücken und Lernen, war herrlich! Leider war die Schlange auf dem Markt in Stuttgart so ewig lang, dass ich meinem Besuch das lange anstehen für Sauerampfer nicht zumuten wollte. Doch vielleicht finde ich am Wochenende welchen in freier Natur. Die Sahne wartet im Kühlschrank!

 

Schöne Ostern!

12 von 12 im April 2017

oder …

Vorbereitungen auf den Besuch

Huch, fast hätte ich vor lauter Vorbereitungen und Hin- und Her- und Aufzuräumen zu bloggen vergessen, wäre da nicht Astrids Blogpost auf Bloglovin‘ erschienen! Puh. Ob ich allerdings jetzt noch zwölf Bilder des Tages hin bekommen werde? Mal schauen, zur Not bastle ich die fehlenden Einblicke später ein.

1 Aufräumen und putzen – Katerchen schaut sich das lieber von der Höhe aus an.

 

2 Osterdeko gibt es dieses Jahr nur hinter Glas.

 

3 Er ist der Grund – er räumt gerne auch ganze Tische ab.

 

4 Leiter geholt, denn nach dem Putzen und Umräumen hängt die Lampe falsch. Härtetest für meine Höhenangst.

 

5 Pfui, was sich im Laufe eines Winters so an Dreck auf einer Lampe ansammeln kann.

 

6 Sie hängt wieder. „Mutter! Was machst Du da?“ – Erst auf Halbzeit der Ummontage fiel mir ein, dass ja Gast 1 schon da ist, Sohnemann. Also rief ich, gefühlt frei schwebend in höchster Höhe, genau diesen um Hilfe.  Die dritte Stufe der Leiter ist schon außerhalb meiner Komfortzone und überhaupt, solche Arbeiten gehen immer besser zu zweit.

 

7 Die Kontrolleure, die in der nächsten Sekunde … wusch weg …

 

8 … lieber Amseln kontrollieren.

 

9 Vom Einkaufen zurück kann es einer der Katermänner nicht abwarten. Diese Gier endete nicht gut, aber zum Glück nicht in den Korb.

 

10 Meine neuesten Ergebnisse mit Farben aus Pflanzenteilen zusammen geschoben. Daran wird erst wieder in einer Woche gearbeitet. Der Besuch aus England ist unterwegs.

 

11 Sohnemann und ich sind pünktlich auf dem Flughafen und unsere Engländerin, meine älteste Nichte, im Anflug.

 

12 Eigentlich sollte hier nun ein Bild vom Abendessen sein, aber ich konnte mein Handy einfach nicht finden! Deshalb gibt es ein Bild vom Fundort eines Teils des Abendessens. Es gab Spaghetti mit Bärlauch-Pesto, selbst gesammelt, gepflückt und nicht gesichelt. Jetzt das Bild gut anschauen: Welche Blätter sollte man bitte stehen lassen? Jetzt klar, warum ab und an in gekauften Bärlauchbündeln was drin ist, was nicht hinein gehört?

 

X = Aronstab

Geschafft!

Allen ein schönes Osterfest!!

Und vielen Dank an Caro, von Draußen nur Kännchen, die diese Blogsammlung zur Verfügung stellt.

Woche 14/2017

oder …

April, April, macht was er will

und der kleine Kater machte es dem Monat gleich. Momentan steht der junge Mann auf Damenunterwäsche. Nachdem er den Weg vom Katzenkratzbaum auf meine Wäschekommode entdeckt hat nutzte er wohl die Nachtstunden zum Erkunden. In dieser Woche erkannte Angus den Mechanismus von Schubladen, öffnete sie und räumte sie beinahe jede Nacht aus.

Jeden Morgen fand ich meine Überraschung, weicher Untergrund auf dem Fußboden neben meinem Bett, denn Angus räumt seine Schubladen immer komplett aus.

 

Was die Woche noch so brachte:

  • eine Vor-Ferien-Schulwoche
  • das Ende einer Garten-Skulptur-Idee von Schülern – mein persönlicher Aufreger!
  • Besuch von der Züchterin meiner Kater, der „Kleine“ hatte seinen 1. Geburtstag
  • als Osterhäsin am Palmsonntag für den Ortsverein der SPD Böblingen unterwegs
  • ich lese wieder, ein Buch, kein digitales sondern eins so richtig auf Papier und dickem Bucheinband
  • an meinem Herbarium weiter gearbeitet
  • Haus und Katzen von Tochterkind gehütet
  • Tochterkind und Tochtermann zurück aus dem Urlaub begrüßt!!
  • Vorbereitungen für den 80er-Geburtstag meiner Mutter
  • den Frühling

Am besten fange ich mit dem Aufreger an. Im Rahmen der Projektprüfung montierten Schüler ein altes Fahrradgestell auf Baumscheiben. Am Rand vom Schulgarten aufgestellt sollte es nun mit Kapuzinerkresse und anderen rankenden Pflanzen aufgehübscht und verfestigt werden. Heute wollte ich die Sämlinge gießen gehen, fand jedoch nur noch Teile des Fahrrads, abseits des ursprünglichen Standorts. Schade, der erste Fehlschlag unseres, teilweise offenen, Gartens.

Da ging ich doch lieber an unsere Seen um Ostereier zu verteilen –  statt sich aufzuregen hilft oft einfach nur auf Leute zuzugehen und mit ihnen zu sprechen.

Fußtechnisch war ‚auf Menschen zuzugehen‘ für mich nicht so toll – jeder Schritt ein AUA. Aber der Kontakt, die Gespräche mit anderen Böblingern, in der Gemeinschaft mit anderen Mitgliedern des Stadtverbands der SPD hat Spaß gemacht. Was mussten wir lachen, als unser Größter mit dem kleinsten Korb zum helfen anmarschierte.

Ferien, „schon wieder“ höre ich von manchen, haben in Ba-Wü begonnen und kaum zuhause aus der Schule fielen mir die Augendeckel zu. Wie kann man so müde sein! Nachdem ich peinlicherweise am Donnerstagnachmittag, beim Korrigieren einer Klassenarbeit, im Lehrerzimmer eingeschlafen bin war ich erleichtert, dass ich mir nun ein bequemeres Nickerchen erlauben konnte. Das gerade gekaufte Buch musste warten, die Autobiographie von Phil Collins Da kommt noch was (Not Dead Yet).  Es stand im Buchladen neben der Biographie von Johnny Cash, die ich meinem Vater zum Geburtstag geschenkt habe, und hatte mich zum Schmunzeln gebracht, als ich es durchblätterte. Jedes Kapitel hat eine alternative Überschrift 😀  Das war wie eine Aufforderung zum Kauf, oder?

 

Auf dem Tisch türmen sich die Bücher, in denen meine Pflanzen für das Herbarium gepresst werden. Ich bin kurz davor den Überblick zu verlieren, weshalb ich beginne den Inhalt zu katalogisieren. In der Zwischenzeit passt Angus auf die Bestimmungsbücher auf. Chewie findet alles zum Gähnen langweilig.

Apropos Bestimmungsbücher! In meiner Ausbildung arbeiten wir unter anderem mit einem Buch, das es nur noch antiquarisch zu kaufen gibt, inzwischen zu richtig teuer Geld! Ursprünglich für knapp 30€ zu kaufen ist es momentan nicht mehr unter 100€ zu bekommen. Ich hatte kurzzeitig das Glück über Amazon Kanada ein gebrauchtes Exemplar für knapp 70€ bestellt zu bekommen, doch leider zog der Verkäufer dann sein Angebot zurück, um danach das Buch für 300€ neu einzustellen. Hmpf. Inzwischen war das nächste günstigste Angebot für 120€ auch nicht mehr zu haben und 179€ liegen momentan außerhalb meines Budgets. Wenn jemand Die Enzyklopädie der Blütenpflanzen vom Kosmosverlag im Regal stehen hat und sie nicht mehr benötigt, sich von dem Buch trennen kann und mit 100€ zufrieden wäre, der schreibe mir doch bitte!!

Ich habe mich vorerst für eine Notlösung entschieden und mir die englische Orgininalausgabe antiquarisch besorgt, für 1,39€!!! Das Exemplar kam mit einem etwas ramponierten, fleckigem Umschlag an, der inzwischen geflickt und abgewaschen ordentlich aussieht, und ist innen wie neu. Nur leider klappte es trotzdem nicht mit der genauen Bestimmung dieses Wolfsmilchgewächses, das ich im Schulgarten gefunden habe.

Auf dem Balkon freute ich mich über die Entwicklung meines kleinen Isländers. Vor zwei Jahren hatte ich es als abgebrochenen Winzling, auf einem Parkplatz liegend, vor dem Überfahren gerettet. Zwei Winter hat er inzwischen überlebt, hat vier Geschwister bekommen und vielleicht blüht er dieses Jahr schon, wie seine Brüder und Schwestern im hohen Norden, in leuchtendem Orange.

 

Ansonsten musste das Abendessen warten, denn mich hat die Farbe vom Kochwasser des grünen Spargels fasziniert. Die Pflanzenfarben lassen mich einfach nicht los.

Im Hintergrund läuft im Fernsehen einer der Filme, die in meiner Kindheit Sehnsüchte nach fernen Ländern weckten, von denen Restbestände immer noch in meiner Bucket-List stehen: Hatari, mit John Wayne und Hardy Krüger. Ich liebe den Film immer noch! Allerdings schüttle ich schon den Kopf bei der Menge an konsumierten Zigaretten, selbst im Krankenhaus werden welche geraucht, oder Auto fahren mit einer guten Portion Alkohol intus, oder generell das Fangen von Tieren für Zoos. Sehr fragwürdig. Trotzdem, die Landschaftsaufnahmen sind immer noch toll anzusehen und die Story hat schon ihren Witz. Seit mein Bruder und ich den Film gesehen hatten haben wir unseren Vater, wenn er allzu sehr den Familienchef markierte, immer „Ja, Bwana“ geantwortet, wie ‚Pockets‘ zu John Wayne, und uns auch so vor ihm verneigt. 😉 Lang ist’s her.

Jetzt geht es in die letzte Woche vor Ostern. Besuch hat sich angekündigt. Draußen grünt und blüht es. Herrlich!

Ich wünsche allen eine gute Woche auf dass wir Ostern genießen können.

 

Wochen 13 und 13plus/2017

oder …

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Dieser Wochenrückblick kommt mit reichlicher Verzögerung, ich weiß. Alle Anzeichen weisen darauf hin, die 13. Kalenderwoche, und ein Itzelchen der 14ten des Jahres, haben weiterhin wenig Chancen mein(e) Liebling(e) zu werden. Meine Schwägerin liegt im Krankenhaus, ich war im Krankenhaus, bei meinem Vater wird weiter untersucht was sein Befinden beeinträchtigt und letzte Nacht bekam meine Mutter keine Luft.

Man möchte meinen, da würden doch als Ausgleich ein paar strukturierte, nach Stundenplan ablaufende Unterrichtsstunden perfektes Erholungsprogramm für angespannte Nerven sein. Pustekuchen,  der Alltag funktionierte ebenso wenig alltäglich in seinen regulären Abläufen. Kranke Kollegen mussten vertreten werden und die 9er präsentierten ihre Ergebnisse der Projektprüfungen.

Aber alles ist für mich persönlich erst einmal wieder gut, denn ich funktioniere noch! Damit dies so bleibt fügte ich in mein Regelverzeichnis zwei neue Punkte ein:

  • Auf meinen Teller kommt nur selbst gesammelter Bärlauch oder, wenn gekauft, Blatt für Blatt von mir kontrolliert.
  • Verarbeiteten Bärlauch, den ich nicht frisch gesehen habe, esse ich nicht!

Ich hatte – toll, die Sonne scheint – das Bedürfnis ein paar Frühlingsgefühle kulinarisch zu genießen. Auf meinen Spaziergängen, wie diesem, freute ich mich über den sprießenden Bärlauch. Mir waren diese Blätter noch zu kurz zum ernten und ich kaufte mir ein Bündel auf dem Markt, ist ja auch einfacher und sicherer. Falsch gedacht!

Am Wochenende davor hatte ich in Sachen Kräuterpädagogik, während meines Ausbildungsseminars, das Thema Verwechslungsmöglichkeiten von Bärlauch zu anderen Pflanzen gehabt. Montag arbeitete ich meine Mitschriften durch, schrieb alles ins Reine und dachte mir so meinen Teil, als ich auf den mitgeschriebenen Tipp unserer Ausbildnerin stieß:

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

OK, diese Redewendung wird laut Wikipedia Lenin zugeschrieben, entstand durch gesellschaftlich-politische Prozesse, aber sie passt für mich jetzt perfekt in den Umgang mit Bärlauch.

Im vollen Vertrauen, wider besseren Wissens und neuen Erkenntnissen, verarbeitete ich meinen gekauften Bärlauch, nur oberflächlich durchgesehen ob etwas angegammelt aussieht, zu Pesto wie all die Jahre vorher im Verhältnis 1-1-1 plus Olivenöl: Bärlauch waschen, abwiegen, hacken. Mandeln passend im Gewicht dazu, Käse passend abwiegen und reiben und Öl dazu. Auf dem Herd köchelten die Spaghetti gemütlich vor sich hin und ich freute mich auf ein feines Abendessen.

Die Pesto roch lecker, doch trotz bissfest gekochter Spaghetti, konnte sie geschmacklich nicht überzeugen. Sie war zu scharf und brannte auf der Zunge, den Lippen und später im Rachen wie Feuer, ganz anders als Chili. Nicht gut. Gar nicht gut. Appetit vergangen. Mund ausgespült und nichts gebracht. Trockenes Brot langsam gekaut und keine Besserung. Nervös geworden war mein erster Gedanke „Giftnotrufzentrale“. Mit meinen zittrigen Bibberfingern bekam ich auf keinem Gerät irgendetwas gebacken. Für „112“ fühlte ich mich zu fit. Doch dann hatte ich das Gefühl, ich muss raus aus meiner Wohnung und ab zu irgendeinem Nachbarn meines Vertrauens. Jacke an, Schlüssel, Handy, das Glas mit der Bärlauch-Pesto (von der ich gegessen hatte) noch geschnappt. An Papiere, Geldbeutel, die Handtasche dachte ich nicht. Vor der Tür fand ich glücklicherweise Beistand; ein ehemaliger Schüler von mir stand mit seiner Mutter auf den Parkplätzen unserer Wohnanlage und er reagierte sofort. Zusammen mit seiner Mutter brachte er mich ins Krankenhaus. In der Zwischenzeit hatte ich Kontakt mit der Giftnotrufzentrale. Während des Gesprächs erinnerte ich mich an meine Aufschriebe vom letzten Kurstag. Alle meine Symptome wiesen auf Aronstab hin, der jedoch nur als junges Blatt zu Verwechslungen mit Bärlauch führen kann. (Das ältere Blatt wird dann eher mit Sauerampfer verwechselt.) Die Dame vom Giftnotruf bestätigte meinen Verdacht. In der Zwischenzeit hatten meine Helfer und ich das Krankenhaus erreicht.

An der Notaufnahme brauchten wir reichlich Geduld, bis überhaut jemand erschien. Die Panikattacke, gegen die ich es nicht schaffte ruhig zu atmen, ließ mich von Kopf bis Fuß zittern. Wahrscheinlich durch Hyperventilation kribbelten mir Zehen und Fingerspitzen. Beim Aufnahmegespräch kam das erste Gefühl von Übelkeit hoch. Ich stellte meine mitgebrachte Probe der Pflegerin hin, die mich daraufhin fragte: „Und was soll ich damit?“ … … … wer mehr wissen möchte was (nicht) geschah, darf gerne per Mail rückfragen.

Hilfreiche Informationen zu Aronstabvergiftung findet man hier und hier. Bärlauch wird vor allem mit Maiglöckchen und schlimmstenfalls mit Herbstzeitlose verwechselt, von denen in dieser Übersicht alle Informationen plus Rufnummern der Giftnotrufzentralen zu finden sind.

Zweieinhalb Stunden später war ich wieder zuhause, mit Übelkeit, untypisch hohem Blutdruck für mich, Brennen im Mundraum und Hals, … ohne Aktivkohle bekommen zu haben, oder etwas zu trinken und auch ohne Empfehlung das zuhause zu machen.

 

Was sonst noch geschah:

  • Osterdekoration abgebaut, bzw. die Reste aufgefegt, die Angus übrig gelassen hatte.
  • wieder ein Wochenende mit Kräuterseminar gehabt und zum Abschluss lecker gekocht bzw. gebacken mit selbst gesammelten Wildkräutern – ich werde darüber berichten
  • im Schulgarten gewerkelt
  • Ideen für ein schwarzes Beet für meine Goth-kids gesammelt und ein Beet mit Färberpflanzen
  • Pflanzen für mein Herbarium gesammelt

Zum Schluss noch eine nette Fundsache im Schulobst, ein siamesischer Apfelzwilling oder Apfelküken, den sich bisher noch keiner getraut hat zu essen 🙂

 

Meinen Nachbarn an dieser Stelle noch einmal tausend Dank!

Alte Buchpresse reloaded

und …

Ein Herbarium entsteht #1

 

Viele Jahre stand eine Buchpresse als altes Erbstück auf meinem Balkon. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, als ich mich mit Buchbinden und Papier schöpfen beschäftigt hatte und mir dazu mein Schwiegervater dieses Teil, damals schon in die Jahre gekommen, überließ. Zwischendurch nutzte ich die Presse für Gefilztes, für meine Weihnachtskarten und diverse Druckversuche. Die restliche Zeit stand sie im Weg. Es ließ sich auch kein anderer Platz finden, denn das Ding ist saumäßig richtig schwer. Einfach in den Schrank verstauen und bei Bedarf hervorholen ist eine Idee für Bodybuilder und Stahlschränke.

Vor zwei Sommern holte ich das Teil aus seinem Gammelschlaf, putzte schrubbte, entrostete, polierte, ölte und setzte die Presse auf zwei Bohlenabschnitte, bevor ich alles auf einen Pflanzenroller montierte. Jetzt steht sie in einem Eck unter meinem Schreibtisch und kann als praktisches Schmuckstück oder schmuckes praktisches Werkzeug ohne Probleme hervorgeholt werden.

 

Seit ich meine Ausbildung zur Kräuterpädagogin begonnen habe ist sie alsPflanzenpresse ständig in Betrieb, bzw. es stecken immer irgendwelche Pflanzen für mein Herbarium zwischen den Platten. Das Herbarium ist prüfungsrelevant, aber darüber berichte ich ein anderes Mal. Kurz vorab und vereinfacht erklärt ist ein Herbarium eine Sammlung an getrockneten Pflanzen und Pflanzenteilen.

Zum Trocknen brauchen sie mindestens zwei Wochen und müssen dazu noch gepresst werden, bevor sie für ein Herbarium weiter verarbeitet werden können – die feuchten Frühblüher brauchen sogar noch länger. Da ist so eine Presse optimal, doch meine ist momentan durch das Frühlingserwachen total überlastet. Deshalb steht bei mir nach einer Presswoche eine Art Bettenwechsel an: altes raus und frisches rein. Die fast fertigen Pflanzenteile trocknen dann mit Steinen und Büchern beschwert weiter.

 

Heute kontrollierte ich meine gepressten Pflänzchen, die ich letzte Woche gesammelt hatte. Das Veilchen hat sich ganz gut vorgeplättet und angetrocknet. Es musste für ein Gänseblümchen Platz machen.

Vom Gänseblümchen gibt es kein Foto. Fotografieren war insgesamt heute nicht einfach und lieferte eher Outtakes:

Wenn ich dann einen Stoßseufzer loslasse höre ich Sohnemanns Stimme mit Schmunzelblick: „Du wolltest Katzen haben!“

Ja.

 

„Chewie, weg da!“

„Scotty, runter.“ – „Scotty!“ – „Scottyyy. Runter!“ – „SCOTTY!“

ANGUS!

„ANGUS!“

 

Woche 12/2017

oder …

Frühlingsgelb zum Frühlingsanfang etc.

Huflattich

So langsam sind die längeren Tageszeiten zu spüren, selbst wenn Hochnebel oder Regenwetter der Sonne im Weg stehen. Montag und Dienstag war es zumindest teilweise trocken und die Sonnenstunden am Nachmittag halfen einer meiner Projektprüfungsgruppen einiges an Außenarbeiten zu erledigen, bevor am Mittwoch der Himmel für Stunden seine Schleusen öffnete. Die Natur braucht den Regen, ich weiß! Das Timing der Wetterfee, irgendeines Wettergottes, oder von Petrus war diese Woche allerdings nicht optimal für ein ökölogisches Thema in der freien Natur. Aber sie schafften ihr Ziel:

Renovierung eines Insektenhotels für die Schule!

Drei aufgeregte junge Menschen drückten mir, von linker zu rechter Backe breit wie glücklich strahlend, am Freitag pünktlich um 12:00 Uhr ihren Ordner mit der Dokumentation der Woche und ihren Datenstick in die Hand: „Frau Be, wir sind fertig! Wir. sind. fertig. FERTIG. Ahhh! Pünktlich! Und aufgeräumt haben wir auch.“ Gerade der letzte Punkt war ihnen besonders wichtig, nachdem sie in der Durchführungswoche dieser Prüfung ihren Arbeitsplatz ab und an in katastrophalem Zustand hinterlassen hatten.

 

Was die Woche sonst noch brachte:

  • Zeitumstellung und die letzte Frankfurter Sonntagszeitung – Sommerzeit heißt für mich Lesepause, bzw. Zeit vielleicht mal die Zeit oder eine andere Zeitung zu lesen
  • Planung des 80. Geburtstags meines Vaters und dann Kommando zurück, stattdessen musste er zum Arzt
  • der 1. Geburtstag meines kleinem Chaotenkaters – höre ich es etwas wieder auf dem Balkon scheppern? Blumentöpfe sind nicht einmal auf dem Fußboden gestellt bruchsicher genug, wenn Angus drüber weg rennt
  • Besuch vom Sohnemann – immer schön! und hilfreich in technischne Fragen 😉
  • nette Geschichte über einen anderen cleveren Sohn im Internet zugespült bekommen. Ein Vierjähriger hat wohl mit dem Handy seiner Mutter das Leben gerettet. Hier der Link zu einem von vielen Berichten
  • Ideen gesammelt, wie ich mein Herbarium gestalte, das ich zur Prüfung im Herbst vorlegen muss
  • Frühblüher für das Herbarium gesammelt und die schon gepressten Pflänzchen gesichtet
  • auf die Filder gefahren – es ist doch viel schöner Mal- und Zeichenartikel im Fachmarkt auszusuchen, als aus dem Katalog oder Internet zu bestellen. Leider wird man dann auch mehr Geld los 😉
  • VERA 8, die Vergleichsarbeiten, korrigiert und eingegeben – was für ein Aufwand
  • mit Schülern Obstkisten gestrichen – ich möchte Unkrautbeete anlegen mit essbaren Unkräutern, damit wir sie im Jahresverlauf beobachten können
  • am Samstag das herrliche Wetter genossen und zu einem meiner Lieblingsplätze im Schönbuch gelaufen – erschreckend, wie viel Bäume abgeholzt wurden. Keine Ahnung ob es am Asiatischen Laubholzbockkäfer liegt oder die Bäume eine andere Krankheit hatten (hier ein Link zu den Problemen mit dem Käfer in meiner Region)
  • den ersten Bärlauch gepflückt – ich freue mich jetzt schon auf das erste frische Bärlauchpesto, obwohl ich erst vor zwei Wochen eins aus den letzten Vorräten vom Vorjahr zubereitet hatte (Tiefkühler und Einlegen machte es möglich!)
  • Flechten gesammelt, weil sie so schön aussahen. Noch weiß ich nicht wirklich, was ich daraus machen werde. Bis ich das weiß bildet ein Teil der Sammelware die Basis für die Osterdekoration

  • mich über die neuen Markierungen auf der Straße gewundert; wenn die Vermessungstechniker schon keine Ahnung haben, wie sollen dann die Arbeiter verstehen, was zu tun ist? Böblingen und seine Straßenbaustellen sind eine Sache für sich. Doch das was wir bisher an Sperrungen und Umleitungen haben ist noch gar nichts. Richtig eng wird es, wenn für ein Jahr ein Teilstück der B 14 gesperrt sein wird.
  • zu viel in dieser Woche auf den Füßen gewesen, was ich heute büßen muss – aber es war herrlich draußen. Ist es heute zwar auch, aber Fuß sagt: Nö. Zuhause bleiben. – Ok. Auf dem Balkon ist es auch ganz schön, wenn die neuen Scherben weggreräumt sind: „ANGUS, nein!“

 

Eine schöne Woche wünsche ich, und Danke wenn ihr bei mir vorbei geschaut habt!

 

Wer jetzt noch Zeit und Lust auf ein paar Bilder von meinem Schönbuch-Spaziergang hat, die sind einen Klick weiter, auf meinem anderen Blog, hierundfort.