Lieblingstee neu entdeckt

oder …

Statt gekauft selbst gesammelt!

Was in Sachen Kräutertee auf dem Markt angeboten wird lässt mich immer wieder den Kopf schütteln – inzwischen mehr denn je. Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin hinterfrage ich manche Teemischung, die im Handel angeboten wird noch mehr. Hinter all den hübschen Namen wird eine ganze Menge an Emotionen und Versprechungen mit möglichen Wirkungen impliziert. Ich darf mit solchen Aussagen, trotz meiner erworbenen Kenntnisse, keine Tees mit Aussagen jedweder Art die nur im Ansatz eine Heilwirkung oder Stimmungsverbesserung im Namen erwarten lassen  anbieten. Dieser Tee soll nach Packungsaufschrift gut für die Haut sein.

Als leidenschaftliche Teetrinkerin von Tees mit und ohne Teein, genieße ich jede Tasse. Ohne zu den traditionellen  Teezeremonienmeisterinnen zu gehören verachte ich auch keine Teebeutel. Trotzdem schaue ich genau hin, was in den Packungen (und den  Teebeuteln) abgepackt sein soll.

Ich will wissen was ich trinke und trinke nicht alles!

Vor ein paar Tagen landete einer meiner Lieblingstees wieder einmal praktischerweise im Teebeutel in der Tasse. Während er im heißen Wasser zog – ich habe ja wieder etwas mehr Zeit und Muße, die ich auch genieße – las ich mir die Vorderseite der Papierverpackung des Beutels durch und danach die Rückseite. Ohh! Da steht ja noch mehr darauf!

Wie blöd aber auch! Da hatte ich doch in den Sommermonaten nur die drei Zutaten auf der Vorderseite des Kauftees gesammelt um eine meiner Teedosen mit der getrockneten Teemischung nach Art der Kaufmischung aufzufüllen:

Brennnessel, Pfefferminze und Fenchelsamen

Brennnessel wuchs reichlich rund um den Kompost, Pfefferminze wucherte zwischen dem Sellerie im Schulgarten, nur der Fenchel bildete nicht genug Samen, weshalb ich da nachkaufen musste.

Ein Vergleichsteetrinken musste her, doch vorher schaute ich mir den Inhalt vom gekauften Teebeutel vor dem Ausguss genauer an.

Es ist mir klar, dass der Zerteilungsgrad wichtig ist bei chemischen Prozessen, aber bei dieser Teeprobe fragte ich mich dann doch, wo in all den Krümeln neben 40% Brennnesseln, 25% Pfefferminz, 25% Fenchelsamen noch die Löwenzahnwurzel, die Süßholzwurzel und die Aloe Vera Blätter sind.

Meine Süßholzpflanze hat den Sommer nicht überlebt, deshalb kann ich keine (eigenen) Bilder von dieser Pflanze zeigen. Darüber bin ich nicht wirklich unglücklich, denn ich mag Süßholzwurzel eigentlich nicht im Tee (Lakritze ist was ganz anderes :D). Die Blätter der Aloe Vera trockne ich nicht, sie nutze ich frisch zur Hautpflege und Löwenzahnwurzeln zu ernten ist echte Knochenarbeit.

Aloe Vera
Getrocknete Löwenzahnwurzeln

Ich mag es bei Tees, wie bei vielen anderen Dingen auch, lieber pur oder übersichtlich in den Mischungen. Deshalb werde ich meinen Brennnessel-Pfefferminz-Fencheltee nicht noch „ausbauen“. Er ist lecker so wie er ist. Abgesehen davon scheue ich mich davor die Löwenzahnwurzel im Mörser zu zerkleinern. Dagegen ist der Kraftakt bei der Ernte fast Erholung.

Die getrockneten Bestandteile von Brennnesselblättern und Pfefferminze rebbel ich nicht bis zur Unkenntlichkeit. Erst kurz vor dem Aufgießen mit heißem Wasser zerreibe ich die Blätter und quetsche die Fenchelsamen auf einer festen Unterlage etwas. Sind die Fenchelsamen schon untergemischt gebe ich einen guten Esslöffel der Trockenmischung in den Mörser und zerquetsche alles zusammen etwas, denn es kommen schon mehr Inhaltsstoffe in den Aufguss wenn die Kräuter feiner zerteilt sind. Allerdings sind viele Inhaltsstoffe schon längst verpufft, wusch weg, wenn das Zerkleinern Wochen früher geschehen ist.

 

Kräutertees tun nicht nur in der kalten Jahreszeit gut und es wächst so vieles draußen vor der Tür, was nicht nur als Tee lohnenswert zum Sammeln ist. Hauptsache man kennt das Sammelgut wirklich und es wächst an Stellen ohne Tierkontakt, fern einer Straße und gedüngter Flächen. Wer ganz sicher gehen will  kauft sich die Zutaten aus biologischem Anbau und stellt seine Teemischung nach Geschmack zusammen. Es lohnt sich!

 

Bleibt gesund und bis die Tage,

Karin

 

Schreibe einen Kommentar

*