Woche 31/2017 – die erste Woche Sommerferien

oder …

Gesundheit sanieren und mehr

Als andere ihre Reiseköfferchen packten, stellte ich meine Utensilien für einen kurzen Krankenhausaufenthalt zusammen. Routineeingriff, heißt es. Etliche Nachbarn, KollegInnen, eine Freundin haben es schon machen lassen, mit unterschiedlichen Resultaten und einer Meinung: YUCK! Nasenscheidewand begradigen, Nasenmuscheln verkleinern, Kehrwoche in den Kieferhöhlen – da musste und bin ich durch am Dienstag.

Mittwochmorgen, am Tag danach, saßen dann mit mir drei andere, wie ich zugerichtete, Gestalten nach einer schlimmen Nacht vor dem Behandlungszimmer der HNO-Abteilung um die Tamponaden ziehen zu lassen. Schade, dass keiner von uns eine Kamera dabei hatte. Jeder von uns mit verklebter Nase und Popelbremse glich unsere Versammlung einem Casting für eine Hannibal-Lecter-Neuauflage.

Mit einem Therapieplan in der Tasche ging es zügig nachhause, viel zu früh für mein Empfinden. Zwar habe ich Familie und Freunde in Rufbereitschaft, aber nachts klingle ich niemanden aus den Betten, eher rufe ich den Notarzt. Ansonsten halte ich meinen Kopf hoch und mich ruhig, bücke mich fast gar nicht, kühle den Nacken, wechsle die Tröpfchen regelmäßig und spüle die Nase – BÄH!

Angus als Seelentröster

Noch fühle ich auch am fünften postoperativen Tag keine echte Besserung in Sachen Nasenatmung und hoffe doch sehr, dass sich diese noch einstellt. Frau Doktor ist jedoch zufrieden. Wenigstens eine!

Glücklicherweise hatte ich den Montag genutzt gehabt die Wohnung auf Vordermann zu bringen, um so wenig wie möglich Arbeit zu haben, wenn ich wieder zuhause bin. Wichtigstes Teil dieses Vorhabens war die Reparatur der Beleuchtung meines Spiegelschranks. Die Badrenovierung ist noch gar nicht so lange her, doch nun hat die Sollbruchstelle am Beleuchtungskabel dieses Teils aus dem schwedischen Möbelhaus nachgegeben. Ich kann mir nicht alle drei Jahre neues Mobiliar leisten, geschweige denn einen ordentlichen Handwerker zur Montage finanzieren. Deshalb die Leiter geholt, der Höhenangst den Kampf angesagt, die Sachlage aus der Nähe begutachtet. Klarer Fall von Fehlkonstruktion, aber pfuschig reparabel.

Werkzeuge organisiert, statt Abisolierzange muss das Schnitzmesser herhalten, Stom abgestellt und den Kabelbruch mit einer Lüsterklemme überbrückt. Runter von der Leiter, Strom angestellt, Lichtschalter an und große Freude – es tut!

 

Was die Woche sonst noch brachte:

Ernte im Rekordtempo. Gewitter waren am Montag angesagt und jetzt ging es den Bauern um das Einholen der Ernte und vom Stroh. Faszinierend wie Hand in Hand arbeitend Mähdrescher, Ballenpresse, Traktoren alles einholten und unter Dach und Fach brachten.

Tatsächlich kam das angesagte Gewitter, allerdings mit einem Tag Verzögerung, mit Blitz und Donner ohne Luftholen dazwischen, das mich im Krankenhaus (es steht auf einem Berg) aus dem Bett hob. Den Rest der Nacht goss es in Strömen. Somit hat der eingeteilte Gießdienst für den Schulgarten mal wieder Glück.

 

Am 2. August war Earth Overshoot Day, das heißt wir Menschen haben an diesem Tag alles aufgebraucht, was die Erde uns regenerativ in einem Jahr zur Verfügung stellt. Danach leben wir eigentlich über unsere Verhältnisse.

Für Deutschland sieht diese Bilanz noch schlechter aus, denn für unser Land war es schon der 24. April!

Nachzulesen ist das auf der Seite des WWF – Overshoot Day.

Wer seine eigene Bilanz ziehen möchte kann seinen persönlichen ökologischen Footprint berechnen, mit dem Footprint Calculator.

Mein persönlicher Overshoot Day liegt demnach am 5. August, liegt demnach ein paar Tage besser als der Durchschnitt, deutlich besser als das deutsche Ergebnis, aber glücklich macht mich das nicht.

Spaßeshalber habe ich etwas mit dem Programm gespielt und mich dann doch gewundert, als ein besseres Ergebnis herauskam nachdem ich mich als Fleischesserin eingetragen und die Vegetarierin herausgenommen hatte.

Morgen, Montag, sitze ich wieder hier und hoffe, dass es in meiner Nase gut aussieht.

 

Inzwischen wühle ich mich durch das doppelte Kilo Bilder vom letzten Island-Urlaub und bin einen Schritt weiter. Ein paar Exemplare fanden ihren Platz im Reisebericht zu den Westmännerinseln. Wer mag kann bei hierundfort hineinschauen.

Bis die Tage und bleibt gesund!

 

3 Responses

  1. Ach, Mensch, Karin, da bringt mir der Herr K. Dein interessantes Buch und deine guten Wünsche in die Reha und du sitzt selber leidend zu Hause…
    Erst einmal vielen Dank und dann mein ganzes Mitgefühl! Diese OP habe ich mal beim Gefährten miterlebt und fand sie schlimmer, als ne neue Hüfte zu kriegen. Dass du dafür die erste Ferienwoche opferst, ehrt dich zudem. Ich hoffe also, dass du dich bald besser fühlst, denn alle Eingriffe am Kopf sind meiner Meinung nach unangenehm. Bei mir startet heute die letzte komplette Rehawoche, mein Mann bleibt noch bis morgen hier und am WE kommt die Tochter mit den Enkelinnen. Sollte also zu schaffen sein.

    Ich wünsche dir gute Fortschritte, ruhige Nächte und liebe Menschen um dich!
    Herzlichst
    Astrid

  2. Gute Besserung !
    Diese OP sollte ich vor vielen Jahren auch machen lassen. Dann habe ich mir aber eine Zweitmeinung eingeholt und alle befragt, die sie schon hatten.
    Das Ergebnis war ernüchternd und bestätigte die Meinung des zweiten Arztes: Nach wochenlangen Schmerzen ist es eine Weile besser, dann bildet sich neuer Knorpel und das Ergebnis ist wie vorher. Und das alles nur, damit man nicht mehr ausschliesslich durch die Nase atmet. War mir ein bisschen zu viel Quälerei für null Ergebnis und ich habs gelassen. Was soll ich sagen, ich lebe noch. Nicht besser oder schlechter als sonst. Ich hoffe sehr für dich, dass sich die Operationsmethoden in den Jahren verbessert haben und sich nun endlich ein gutes Ergebnis für dich einstellt !
    Und bei einem Programm, wo Fleischesser besser da stehen, frag ich mich wer das programmiert hat. Die Fleischindustrie ? 🙂
    Ich wünsche dir, dass du ganz schnell wieder auf die Beine kommst und deine Schmerzen verschwinden!

    1. Ich habe mich jahrelang vor diesem Eingriff gedrückt und immer wieder einen Arzt gefunden, der mir so helfen konnte. Jetzt waren die Möglichkeiten ausgeschöpft. Nun habe ich den operativen Schritt gewagt und erhoffe mir zumindest für eine Weile Erleichterung, wenn alles ausgeheilt ist.
      Viele Grüße,
      Karin

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