Wenn die Tinte ausgeht, der Füller versagt

oder …

Schreiben wie ganz früher entdecken!

Im Sommer 2016 stand ich im Kloster Bebenhausen im ehemaligen Scriptorium, der Schreibstube, vor einer Vitrine mit Exponaten, die erklärten, mit was im Mittelalter Farben und Tinten zum Schreiben, Zeichnen und Gestalten hergestellt wurden. Bei einem Exponat fühlte ich geradezu die Aufforderung: Probieren!

Seit Anfang Januar läuft meine Versuchsreihe Tinte aus Weiß- und Schlehdorn, um irgendwann zu lesen, dass dies besser im März funktioniert. Eine andere Quelle verarbeitet nur die Rinde, ein anderes Rezept empfiehlt die Zweige weichzuklopfen, mit Wasser aufzusetzen und abgedeckt, zimmerwarm stehen zu lassen. Im nächsten Tipp müssen rostige Nägel in die Rinden-Wasser-Brühe gegeben werden.

Statt Tinte habe ich mit fast jedem Ansatz vor allem Schimmel produziert.

Inzwischen steht in meiner Küche nach Einkochen, Kühlen, Einfrieren, Auftauen, Abkochen, etc. ein Glas mit dunkelbrauner Flüssigkeit, die an Tinte erinnert und beim Ausprobieren ganz dicht an das Beispiel in Bebenhausen kommt.

Dornentinte funktioniert tatsächlich!

 

Statt Ochsengalle für die Grüntöne und Mennige für Rot verwendete ich flüssige Farben aus Spinat und Rote Bete,

Zum Schreiben mit meiner Dornentinte versuchte ich zuerst Federn, um festzustellen, das ist eine Wissenschaft für sich. Meinen Gänse- und Elsterfedern konnte ich erst nach vielen Versuchen zu einer einigermaßen gleichmäßig funktionierenden Schreibfeder verhelfen. Viel besser ließ es sich mit selbst hergestellten Rohrfedern schreiben, die ich nach dieser Anleitung herstellte.

 

 

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