Die Invasion der Spechte

und …

Es geht doch! Altes Lieblingsobjektiv an neuer Kamera!

Nicht nur mein Kater beobachtet das Treiben am Vogelhaus, seinem Katzenkino. Inzwischen haben viele Nachbarn auch ihren Spaß daran und üben sich in Vogelkunde.

Ganz häufige Gäste sind Sperlinge, Finken und Meisen in den verschiedensten Variationen:
Haussperling, Feldsperling, Grünling, Buchfink, Distelfink, Kohlmeisen, Blaumeisen, Sumpfmeise, Schwanzmeise, Dompfaff, Kernbeißer, Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, Amsel, Singdrossel, Star, Eichhörnchen, Kleiber, …, selbst ein Turteltaubenpärchen taucht häufig auf.

Weit weg von Ambitionen einer Hobby-Ornithologin hält sich mein Bestreben zu „Was fliegt denn da?“ in Grenzen und ich blättere am liebsten in zwei Vogelbestimmungsbüchern, wenn ich einen Vogel nicht kenne. Diese Bücher (eines ist 1962 herausgegeben worden) lagen bei meinen Schwiegereltern immer am Wohnzimmerfenster und sie sind voller handschriftlicher Notizen. Ansonsten freue ich mich ganz einfach über jedes Vögelchen, das zu meiner Futterstelle kommt und Nachbarkater Zieschka, ein Freigänger, veräppelt. Nichts gegen Zieschka! Er ist ein supertoller Kater, adoptiert von der ganzen Nachbarschaft, denn er ist der obergenialste Mäuse- und Rattenfänger!

Seit Anfang des Jahres hat die Futterstelle neue Gäste – Spechte.
Es hat Jahre gedauert bis ein Specht begriffen hat, wie er an dem Drei-Kammer-Futterhaus an die Erdnüsse kommt!

„Meins!“

Dann hat es noch einmal gedauert bis die anderen Spechte den Trick erkannt haben, dass sie nur an einer Kammer an die Nüsse kommen, weil davor keine Kunststoffscheibe sondern ein Drahtnetz angebracht ist!
Inzwischen hängt immer ein Specht am Futterhaus und es wird in Rekordzeit zerlegt zerhämmert. Nur ein Specht hat es noch nicht begriffen und der übt noch an der Plexiglasscheibe vor einer der andern Kammern.

Die Stimme von oben: „Brauchst du noch lange?“

 

„Verzieh dich! Mein Futter!“

Buntspechte sind es, dachte ich, bis gerade eben, als ich einen Blick in das alte Vogelbestimmungsbuch warf, und erkennen musste – es sind wohl eher Mittelspechte. Nie davon gehört, egal …

Nicht egal, denn im Frühjahr waren es laut Bestimmungsbuch und Bildvergleich doch Buntspechte, die das Vogelhaus übernahmen! Der Unterschied liegt in der Färbung von der Po-Region und dem roten Fleck am Kopf.

 

Ein anderer Specht sammelt gerne sein Futter rund um das Vogelhaus auf, der Grünspecht – NABU-Vogel des Jahres 2014 – mit seinem roten Irokesen auf dem Kopf.

 

Na, das sah so nach ergiebiger Futterquelle aus, dass sich Herr Mittelspecht auch auf die Wiese begeben musste.

Den sehr, SEHR scheuen Schwarzspecht werde ich wohl so schnell nicht vor die Kamera bekommen. Er bevorzugt die frühen Morgenstunden um vorbeizukommen und das ist so gar nicht meine Zeit! 😉

Es ist Tag 16 meiner Rüsselpest.

Krank zu sein, wenn draußen die Sonne scheint und für Knochenzipperleingeplagte die optimalen Temperaturen herrschen ist gemein. Richtig traurig war ich dann aber erst, als ich meine Abschlussklasse nicht einmal zum letzten Ausflug begleiten konnte!

Ich hatte auch keine Lust mehr meine Islandreise weiter zu planen. Alles soooo teuer, und überhaupt, und ach, und die Hose passt auch nicht mehr, wieder Ausgaben die das Budget annagen und das neue Kameraobjektiv ins Reich der Träume schicken. Alles bäh, …, ich tu mir selber leid.

Dabei liegen manche Lösungen so nah und sind so simpel, wenn man/frau einfach das eigene Hirn einschalten.
Als ich meine „Konstanze“, meine DSLR-Kamera, vor Jahren kaufte hatte ich meine alte analoge Spiegelreflexkamera, eine Nikon FG, dabei. Mein Wunsch war es, eine Kamera zu kaufen mit der ich meine alten Objektive, vor allem mein Lieblingsobjektiv mit Makro-Tele, weiter benutzen kann. Tja, mit wenig Geld in der Tasche war das ein Traum. Traum begraben. Doch immer wenn mir im Kamerafach die alte Kamera in die Hand fiel ging so ein „Ach, schade!“ durch den Sinn. Deshalb suchte ich seit Wochen, Monaten nach Alternativen, sparte, suchte, seufzte mal wieder, sparte, fragte, informierte mich, bis ich die Tage meinte: JETZT kaufe ich mir ein neues Objektiv.

Ich habe KEIN neues Objektiv gekauft!
Das war und ist auch nicht unbedingt nötig, wenn man bereit ist sich altes eigenes Wissen aus der Gedankenschublade hervorzukramen. Ok, es ist zwanzig Jahre her, dass ich zuletzt analog fotografiert habe. Aber das, was ich mal konnte, muss doch irgendwo gespeichert sein!
Altes Lieblings-Objektiv von der alten Nikon ab- und an die neue Kamera angeschraubt – passt. Natürlich klappt die digitale Erkennung nicht, das hatte mir ja schon der Verkäufer vor Jahren gesagt.

Aber, Konstanze lässt sich auch manuell bedienen! Aah!
Darauf musste mich erst mein Sohn bringen.

Mannomann, man denkt inzwischen so in der digitalen Welt, dass es schwierig ist sich auf die alten Techniken zurückzubesinnen!! Dabei macht es so viel Spaß sich selbst Gedanken zu machen, was man mit Blenden und Verschlusszeiten auf einem Foto alles erreichen kann.

Das alte Schätzchen!

 

 

Alt und neu – passt doch zusammen!

 

2 Responses

  1. Toll, deine Spechtfotos! Schwarzspechte habe ich im Frühjahr fotografieren können, die waren gerade ziemlich miteinander beschäftigt, und deshalb etwas unaufmerksam- sonst wäre mir das sicher nicht gelungen- ging auch nur mit extremen Zoom.Einsatz.
    Dir gute Besserung- gibt nix schlimmeres als Nasenpest im Sommer- du hast mein vollstes Mitleid!
    Liebe Grüße
    Gabi

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