Wer frisst denn da am Vogelhaus?

und …

Platzmacher-Zwischenbilanz Ende März

Heute Morgen glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können, als ich aus dem Fenster schaute. Irgendetwas saß an meinem Vogelhaus, das eindeutig größer als die üblichen Besucher war, und, nach genauem Hinschauen, dort nicht hingehörte. Der Besucher – Herr oder Frau Eichhörnchen – gab sich die Ehre!

„Hey, Purzelchen! Wie bist du denn dorthin gekommen?“, ging mir durch den Kopf und denke an den Kollegen, der regelmäßig an die Meisenknödel geht. Der nimmt den kurzen Weg über die Äste, hängt sich kopfüber wie der Kleiber, und futtert sich satt.

Aus Erfahrung weiß ich, dass Eichhörnchen auch mit Meisenknödeln, die an langen Stricken aufgehängt sind, gut umgehen können.

Ich habe zugesehen, wie ein Eichhörnchen vor dem Haus meiner Schiegereltern über ein quer verlaufendes Spannseil bis zu einem daran aufgehängten Meisenknödel lief. Dort balancierte es sich aus, griff die Schnur, an dem der Meisenknödel hing, holte diesen hoch, wie der Fischer sein Netz – zirkusreif – biss den Knödel ab um dann damit auf dem Seil zurückzulaufen!
Einmalige Leistung?
Nee!
Wir machten eine Testreihe daraus. Zum Schluss saß das Eichhörnchen, wenn es uns sah, schon so in den Startlöchern, dass der Meisenknödel längst geerntet war bevor wir von der Terrasse zurück im Haus waren!

Wegen ihrer Geschicklichkeit, Sieger über das Vogelfutter zu bleiben, nannte meine Schwiegermutter, die zur Rettung „ihrer“ Vögel im Kampf mit Familie Eichhörnchen lag, diese nur noch „Biester“. Der Rest der Familie fand die Tricks der kleinen braunen Pelze so rattenscharf, dass wir sie zu „Baumratten“ umbenannten.

Als ich Jahre später mein Futterhaus vor meinen Wohnungsfenstern als „Katzenkino“ für meine Kater aufhängte dachte ich nicht an Familie Eichhörnchen.
Mir ging es darum, Nachbarkater Zieschka, der als Freigänger unter anderem auf die Vögel „aufpasst“, keine Ausgangsbasis zur Erweiterung seiner Sprungtechnik von unten auf das Vogelhaus zu geben. Deshalb hängt es an einer langen Schnur freischwebend in einem Baum.
Fragt nicht, wie ich die meterlange Schnur um den drei Meter über mir liegenden Ast bekommen habe!! Das ist eine Geschichte voller guter Ideen, die ziemlich oft zu meinen Ungunsten ausging, bis diese verflixte Schnur endlich an Ort und Stelle hing.

Trotz der frei schwebenden Einrichtung übernahm heute ein Eichhörnchen das Revier, wo sich sonst vor allem Meisen in vielen Varianten herumtreiben.

Obwohl alle drei Futterkammern entweder mit Plexiglas oder Drahtgeflecht abgedeckt sind, war wohl, mittels Pfote, genügend Futter aus den Ritzen zu bekommen.

Und ist der ergatterte Brocken etwas größer, geht es, dank Hinterpfotenmuskelkraft, auch Vorderpfoten-freihändig.

Schaukeln Wind und Bewegung das Vogelhaus zu sehr, dann stützt sich Meister Baumratte auf seinen Oberarmen ab.

Aber Vorsicht …

… bevor die Schwerkraft siegt mal kurz Schwung genommen …

Hut ab vor so viel Akrobatik!

Beneidenswert. Meinereine fällt einfach mal so und ganz blöd beim Tanken zwischen die Tanksäulen um sich grün und blau zu schlagen.

Aber es geht wieder und vor allem geht meine Aufräumbilanz weiter. Von den Zahlen her ist das Ergebnis nicht so toll wie im  Januar (179) und Februar (173), aber über 130

  • 139 Dinge, die meinen Haushalt verließen

gegenüber

  • 9 Dingen, die dazu kamen

kann man nicht meckern, finde ich.

6 Responses

  1. Ich freu mich auch jedes mal, wenn "mein" Hörnchen bei mir vorbei schaut.
    Als Dank fürs Vogelfutter vergräbt es bei mir im Balkonkasten (zusammen mit dem wunderschönen und erstaunlich großen Eichelhäher) reichlich Walnüsse.
    Ansonsten freu ich mich schlicht so ein flinkes, schlaues und niedliches Tierchen so nah beobachten zu können, die haben so ein süßes Gesicht :o))
    Und gute Besserung…böse Tanksäule :o/

  2. Danke für den Schmunzler – böse Tanksäule 😀 – hat gut getan und zur Heilung beigetragen.
    Einen Eichelhäher habe ich auch manchmal als Gast an meinem Futterhaus, aber als "Exot" neben der Meisenschar hängt morgens meist ein Buntspecht an der Futterkammer mit den Erdnüssen.
    Doch eigentlich ist es mir egal wer sich an dieser, meiner Futterstelle bedient, solange es nicht die Elstern und Krähen sind, die sonst das Sagen auf dem Gelände haben. Ob freches, gefräßiges Federvieh oder hübsches, akrobatisches Pelzgetier – Katerchen freut sich über sein "Kino" und ich mich über jedes Tierleben, dass sich am Stadtrand entwickeln kann.
    Viele Grüße, Karin

  3. Ist schon Stadt, wo ich wohne, zwar nicht Stadtmitte, aber eben Großraum Stuttgart.
    Aber es stimmt schon, diese hübschen, schnuckeligen, braunen Eichhörnchen gibt es nicht mehr in allen Großstädten. In London hat eine graue und größere Sorte die kleinen und braunen in den Parkanlagen völlig verdrängt. Sehr, sehr schade.
    Viele Grüße, Karin

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