Alle Vögel sind schon da

oder …

Mehr Papiervögel – modifiziert, neu erklärt und farbig bunt

Im Sommer 2012 hatte ich schon einmal über Papiervögel gepostet. Im Herbst stellte ich mit meiner neuen 7. Klasse einige dieser Vögel her, wobei sich die Schüler/innen mit dem Falten des Flügelfächers sehr, sehr schwer taten. Messen war so gar nicht ihr Ding und wenn nicht genau gemessen wird klappt es schon gar nicht mit dem Falten. Zum Schluss blieben nur wenig Vögel übrig, die die Klasse zur Dekoration aufhängen wollte und wir beschlossen gemeinsam dieses Projekt im Frühjahr wieder aufzunehmen, „wenn die Vögel wieder kommen“.

Letzte Woche fiel mir die magere Vogelausbeute wieder in die Hand und die Klasse fragte: „Geht das auch in bunt?“ Klar, geht das. Und wenn schon bunt, dann machen wir das richtig knalle-, quietschebunt. Dazu habe ich mein kleines Depot an farbigen Druckerpapier!

Seit Jahren schon nehme ich mir von farbigen Kopier- bzw. Druckerpapier bei mir an der Schule ein paar Blätter weg. Aus dieser Sammlung wird natürlich regelmäßig etwas verbraucht, aber es bleibt immer etwas übrig, Farbtöne und Farbgeschmack ändern sich, neue Farbtöne kommen dazu, andere fallen weg. So sind über die Jahre viele unterschiedliche Farbtöne zusammengekommen. Zusammen mir meinen farbigen Fabriano-Fehldruckpapieren (ich berichtete hier darüber) werden wir wirklich eine bunte Vogelschar für das Klassenzimmer hinbekommen, wenn …, ja wenn ich eine Lösung für das Messen und Falten finde.

Ich fand!

Zum Falten des Flügelfächers muss nicht mehr gemessen werden! Wichtig ist nur eine saubere Ecke, wo das zu faltende Papier angelegt werden kann. Da ich keine solche Ecke bei mir in der Wohnung fand faltete ich ein Papier und klebte es zwischen Fensterbrett und Fensterrahmen fest. Das war nötig, weil bei mir zwischen Fensterrahmen und -brett ein klitzekleiner Spalt ist (siehe Pfeile) in den das Papier hineinflutscht wie nichts. Mit dem gefaltetem Papier machte ich diese Ritze dicht!

Nun kann das farbige Din A4-Papier mit der schmalen Kante genau am Fensterrahmen angelegt werden.

Das gegenüberliegende schmale Ende des Papierbogens auch an den Fensterrahmen anlegen und falten. Die gefalzte Kante mit dem Falzbein nachfahren. Das geht natürlich auch mit dem Fingernagel, aber welcher Schüler oder welche Schülerin hat mit 12/13 Jahren geeignete Fingernägel?

Das nun halbierte Papier an der Fensterkante angelegt lassen, die gegenüberliegende gefalzte Kante an den Fensterrahmen führen, andrücken, falten und nachfalzen.

Das Blatt inzwischen geviertelte Blatt wird noch einmal in Richtung Fensterrahmen angelegt und gefaltet, …

… danach gedreht …

…, dass die offene Kante zur Person zeigt.

Das obere Stück des gefalteten Papiers an das Fensterbrett anlegen, falten und nachfalzen.

 

Das Faltwerk umdrehen und die andere Seite ans Fensterbrett anlegen, falten und nachfalzen.

Wenn das Papier aufgefaltet ist stimmen die Berg- und Talfalten noch nicht für eine Fächerfaltung überein. Doch das lässt sich beim Zusammenlegen leicht durch Gegenfalten ändern, WENN jeder Faltvorgang vorher sauber mit dem Falzbein gearbeitet worden ist.

 

Zum Schluss wird einmal in der Mitte des Fächers ein Falz angelegt, der hinterher aber wieder geglättet werden muss. Er soll nur ungefähr markieren, wo der Fächer im Vogelkörper platziert werden soll.

Den Vogelkörper schneide ich aus einer Vorlage (hier geht es zum Download), die ich auf Pappe übertragen habe, zwei Mal aus Karton oder stärkeren Papier aus. Meine Schüler hatten ein Auge für die Vögel eingefordert.
Zwei Ideen hatte ich dazu:

  • Konfetti mit dem Locher aus den Restpapieren stanzen und aufkleben
  • ein Augenloch stanzen

Ich entschied mich für das Ausstanzen. Dazu verwende, zweckentfremde, ich meine Leder-/Lochzangen 😉 was Besseres fiel mir nicht ein.

Und das sind die Ergebnisse aus meinem Testlauf, ab morgen geht es in die Produktion mit meiner Klasse.

 

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