Filzkieselsteine

oder …

Filzen mit Tierhaaren #6

Im August 2012 schrieb ich von meinen ersten Erfahrungen kleine gefilzte Steine herzustellen, die an Kieselsteine erinnern. Dazu verwendete ich die aus dem Fell gebürsteten Haare von meinen und Nachbarkatern. Nun fand ich in einer kleinen Tüte Tierhaare von unserem längst verstorbenen Zwergkaninchen. Das flockte jeden Frühling dermaßen, dass wir es auch bürsteten.

Inzwischen filze ich die Steine zu Anfang meist trocken mit Filznadeln. Nur wenn der Anteil an kurzfaserigen Tierhaaren, wie die oben abgebildeten Haare aus dem Unterfell eines Kaninchens, sehr groß ist bevorzuge ich das Matschen, Quetschen, Drücken, Drehen in heißem Seifenwasser. Ansonsten ist das Trockenfilzen eine angenehme kleine Nebenbeschäftigung abends beim Fernsehen.

Für die meisten Steine verwende ich innen helle Schafwolle und lege außen die Effekte mit den Tierhaaren. Manchmal reicht die Menge, die bei meinem Kater Harry bei einer Streicheleinheit abfällt völlig aus.

Da beim Filzen das Material ziemlich schrumpft muss die Wollmenge großzügig bemessen werden.

Ich arbeite am liebsten mit drei mittleren Filznadeln, die in einem Griffstück eingesetzt werden können. Filznadeln haben an der Spitze kleine Widerhaken, die die Wollfasern zum Verhaken, zum Verfilzen bringen.

Dieses Nadelpaket stecke ich immer wieder in den Filzknäuel, den ich in der Hand halte und immer wieder drehe.
Anfangs denkt man: Das wird nie was!, doch Ausdauer zahlt sich aus. Je nach Wollmenge ist der Filzstein in 30 bis 45 Minuten fertig.
Unebenheiten steche ich mit einer einzelnen Nadel noch einmal nach.

 

 

 

 

 

Das ist die Ausbeute nach einem Spielfilm.

 

Wenn ich 10 bis 15 Filzkiesel zusammen habe (egal ob sie bis jetzt trocken oder nass gefilzt worden sind) geht es ans Walken, das ich von meiner Waschmaschine erledigen lasse. Dazu stecke ich die Kiesel in einen Wäschebeutel und lege ihn mit in eine dunkle Wäsche bei mindestens 40°C. Ein Wäschenetz geht auch, doch durch die großen Löcher wandert der möglicherweise entstehende Wollabrieb in die Maschine und verstopft mir unter Umständen das Flusensieb.

Vor der Wäsche

 

und nach der Wäsche

Nach der Wäsche sind die Steine noch einmal geschrumpft und deutlich fester.

Mein Ziel ist es nach wie vor so viele Steine zu filzen, dass ich aus ihnen einen kleinen Teppich zusammensetzen kann. Inzwischen reicht es für eine große Fußmatte. 

Ich weiß nun, warum die Filzsteinkissen und -teppiche, die bei „my amenity“ angeboten werden so teuer sind. Eigentlich sind sie es nicht wirklich, wenn ich zusammenrechne, wie viel Zeit ich für meine Steine benötigt habe.

Noch macht es mir Spaß 😀 und so wird die Wollbaustelle 8 wohl noch eine Weile brauchen, bis sie fertig gestellt ist.

 

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